Traditioneller Grünkohl aus dem Slowcooker

 

Wochenpläne sind eine feine Sache. Und noch feiner ist es, sie schon am Tag der Erstellung wieder umzuschmeißen, weil einem im Supermarkt nebenan beim Wocheneinkauf ein Beutel frischer, wildlebender Grünkohl über den Weg läuft *g* Und dann gab es auch noch Bregenwurst. Somit stand der Plan für’s Sonntagsessen fest: Traditioneller Grünkohl mit Bregenwurst und Kassler. Hmm, normal im Topf machen? Das bedeutet viel stehen auf einmal. Das geht doch bestimmt auch im Slowcooker. Fix auf den betreffenden Seiten geguckt und ja. Gabi vom Crocky-Blog hat ihren Westfälischen Grünkohl 5 Stunden auf hoher Stufe gegart, Michala von „herzelieb“ ihre Version mit ordentlich Fleischeinlage erst 1 Stunde auf HIGH und dann 8-9 Stunden auf niedriger Stufe. Und bekanntlich führen viele Wege nach Rom und meiner Bestand aus 8 Stunden LOW. Dadurch wurden die Kasslersteaks richtig zart und der Grünkohl hat alle Aromen schön aufgenommen, war aber nicht totgekocht. Wunderbarst! Beim Grünkohl an sich orientierte ich mich an dem Rezept aus dem heißgeliebten „Deutschland vegetarisch„. Dort fügt Herr Paul noch Bohnenkraut und Röstzwiebeln zum Zwiebelansatz des Grünkohls hinzu. Röstzwiebeln ließ ich weg, das Fleisch bringt Aroma genug (und ich war zu faul, um nochmal einzukaufen), aber das Bohnenkraut ist wirklich angenehm darin. Allerdings wunderte mich die Menge an Brühe, die mit rein sollte. Wirklich 1,5 Liter? Das ist doch eher eine dünnflüssige Suppe, auch wenn es noch mit feingeraspelter Kartoffeln leicht gebunden wird. Ich habe die Flüssigkeit auf 0,5 Liter reduziert, hat vollkommen ausgereicht für meine Slowcooker-Version.

Ach, das war wirklich soo ausgezeichnet! Probiert es ruhig mal aus, wenn Euch frischer Grünkohl über den Weg läuft. Ich habe Euch sowohl die Version für den Slowcooker aufgeschrieben, als auch Herrn Pauls vorgehensweise für den normalen Herd.

Traditioneller Grünkohl aus dem Slowcooker

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg Beutel frischer Grünkohl
2 Zwiebeln
2 EL Rapsöl
50 g Butter
1 TL Bohnenkraut
1 Lorbeerblatt
2 TL Zucker
Salz, Pfeffer
1/2 l Gemüsebrühe
2 geräucherte Bregenwurst (oder Pinkel oder Mettenden)
2 Kasslersteaks
2 EL Senf
1 Apfel

(1) Den Grünkohl von den dicken Blattrippen zupfen und dabei gleich grob zerrupfen. In lauwarmem Wasser gründlich waschen. In einem wirklich großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Den Kohl hinein geben und einmal aufkochen lassen. In ein Sieb geben, mit kaltem Wasser abkühlen, abtropfen lassen und gut ausdrücken. Am Besten in zwei Portionen blanchieren.
(2) Die Zwiebeln fein würfeln. In einem großen Topf das Öl mit der Butter erhitzen. Das Lorbeerblatt und Bohnenkraut zugeben, ebenso die Zwiebelwürfeln. Alles glasig aber farblos andünsten. Den Zucker zufügen und etwas ankaramellisieren lassen. Den Grünkohl zugeben, salzen und pfeffern, gut durchrühren. Die Brühe zufügen.

a) Slowcooker: Die Hälfte des Kohls in den Keramikeinsatz des Slowcookers füllen, Würstchen und Kasslersteaks darauf legen, mit dem restlichen Kohl belegen. Alle Flüssigkeit drüber gießen. 8 Stunden auf LOW garen lassen. Nach 4 Stunden den Apfel grob raspeln. Das Fleisch kurz rausnehmen und Apfel zusammen mit dem Senf unter den Kohl rühren. Fleisch wieder hinein geben und die restlichen vier Stunden auf LOW schmurgeln lassen.

b) Normaler Herd: Das Fleisch zum Kohl geben und 30 Minuten bei mittlerer bis kleinerer Hitze schmoren lassen. Nach der Zeit den geraspelten Apfel und Senf zufügen. Wieder 30 Minuten schmoren lassen.

Nochmals abschmecken, ob Salz oder Pfeffer fehlen. Zusammen mit Salzkartoffeln, karamellisierten Kartöffelchen oder Bratkartoffeln servieren.

Genießen!

Quelle: nach Paul, S. (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 192

Besonders stolz war ich dieses Mal auch auf meine Bratkartoffeln. Die Kartoffeln hatte ich schon Sonnabend gekocht. Öl in einer großen Pfanne heiß werden lassen, Kartoffelscheiben wirklich einzeln einlegen. Ein wenig Salz und Pfeffer drüber geben. So lange auf höherer Hitze braten lassen bis sie schön braun sind auf der Unterseite. Das dauert ein bisschen. Nur Geduld. Die Scheiben einzeln umdrehen und auch von der anderen Seite goldbraun braten. Leider passen nur Kartoffelscheiben für eine Portion in meine größte Pfanne. Für mich alleine kann ich das mal machen, aber wenn ich eine vierköpfige Familie zu versorgen hätte, würde ich die Aufgabe an jemand anderes abgeben oder einfach damit leben, dass nur einige Scheibchen braun werden und nicht alle appetitlich knusprig sind *g* Aber wenn man sich die Mühe macht, bekommt man so hübsche Bratkartoffeln:

Hach! *bäuchleinreib*

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7 thoughts on “Traditioneller Grünkohl aus dem Slowcooker

  1. hafensonne 4. Dezember 2014 um 10:43 Reply

    Bratkartoffeln für zwei gehen auch easy in einer Pfanne. Dauert halt. Ich mach allerdings noch Pancetta und Zwiebeln dran und brate alles in Schmalz :-) Erinnert mich daran, dass wir noch Sauerfleisch im Kühlschrank haben müssten *magenknurr*

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    • Anikó 4. Dezember 2014 um 10:47 Reply

      Ja, wenn sie ein Einzelgericht sind, mach ich auch noch Zwiebelchen und Speck ran, aber mit dem Grünkohl waren die so pur sehr passend :-)

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  2. kochschlampe 4. Dezember 2014 um 10:47 Reply

    Ich habe ‚Deutschland Vegetarisch‘ gerade nicht vor meinem inneren Auge – allerdings macht ein Freund seinen Grünkohl traditionell nicht mit reingeraspelten Kartoffeln sondern mit Hafergrütze. Vielleicht passt dann die Flüssigkeitsmenge? Und ja, immer die Flüssigkeitsmenge reduzieren, wenn von Herd auf Slowcooker umgestellt wird.

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    • Anikó 4. Dezember 2014 um 10:51 Reply

      Ich glaube, es gibt zwei traditionelle Varianten, um es etwas zu binden: Kartoffel oder Haferflocken. Mir ist das wumpe, ich habe kein Familienrezept :-)

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      • kochschlampe 4. Dezember 2014 um 11:05

        Mein erster leckerer Grünkohl war halt der von XTO, von daher habe ich Hafergrütze (nicht Haferflocken), da in guter Erinnerung.
        :-)

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  3. Grünkohl aus dem Crock Pot 25. Januar 2015 um 09:48 Reply

    […] langem stöbern im Internet bin ich über dieses interessante Rezept gestossen: Traditioneller Grünkohl aus dem Slowcooker. So wollte ich den Grünkohl machen. Insgesamt war meiner 8 1/2 Sunden am […]

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  4. […] Kulinarisch ergänzt Sabine die Geschichte mit Grünkohl, einem ganz typischen Gericht aus dem Norden, das hier gerne und vielseitig gegessen wird. Vorzugsweise wenn der erste Frost da war: „Um diese Jahreszeit aß mein Vater besonders gerne Grünkohl. Ganz traditionell gekocht. Meine Mutter stand dafür stundenlang in der Küche, und ich entsinne, wie vor dem Kochen der frische Kohl in der Badewanne schwamm, um von Erde befreit zu werden, denn ein Kilo für vier Personen war für meinen Vater höchstens etwas für den hohlen Zahn. Er rechnete da schon eher mit einem Kilo Grünkohl pro Person …  Da meine Mutter nicht gerne kochte, hätte sie sich über einen Slowcooker gefreut, in dem Foodbloggerin Anikó von Paprika meets Kardamom ihren traditionellen Grünkohl zubereitet.“ […]

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