Archiv für den Monat Januar 2015

Weihnachten 2014: Kalter Spaziergang und Comfort Food

 Am zweiten Feiertag wurde es mal wieder Zeit aus der Wohnung zu kommen und – oh Wunder! – das Wetter ließ es zu. Es war zwar kalt, dass die Pfützen schon gefroren waren …

… aber die Sonne schien. So zogen Frau Mama, Zwerg und ich los zu einer größeren Runde um unseren Stadtteil. Herr Papa blieb derweil zu Hause. Durch Schmarl fließt auch ein Bach, sinnigerweise Schmarler Bach genannt:

An dem sich aber auch richtig hübsche Spiegelungen der bachbegleitenden Erlen zeigen:

Herr Papa fing derweil an das Mittagessen des zweiten Weihnachtsfeiertags vorzubereiten. Wir halten es an diesem Tag eher einfach mit Comfort Food, dass nicht zu kompliziert ist. Es war noch bunten Kartoffelbrei vom Vortag übrig, also da kein Stress. Ansonsten war ja Ungarisches Lebergulasch geplant, da sich Zwerg Leber gewünscht hatte. Typisch für Herrn Papa und auch Zwerg ist das spontane Suchen von Rezepten, auch wenn man schon mit dem Kochen begonnen hat ;-) Gegessen haben wir dann das:

Kartoffelbrei-Stern mit einfachem Lebergulasch:

Wirklich köstlich! Hat Herr Papa sehr gut hinbekommen!

Weihnachten 2014: Weihnachtsessen Teil II – Brathähnchen mit Semmelknödelfüllung nach Plachutta

Der Plan zum Weihnachtsessen bestand ja aus einem Brathähnchen mit Beilage. Und eigentlich sollte es auf ungarische Art gefüllt werden, aber Frau Mama erblickte im „Goldenen Plachutta“ eine Hähnchen mit Brioche- oder Semmelfüllung und so war der Plan obsolet *g* Nun hat der Norddeutsche an sich es ja nicht so mit Klößen oder Knödeln. Zumindest bei uns in der Familie werden sie nicht wirklich gemacht und kann mich auch an keine von der besten deutschen Oma von allen erinnern. Dementsprechend kommt uns auch wirklich nienicht Knödel als Beilage in den Sinn, wenn es um die sonntägliche Essensplanung geht. Was sich in diesem Fall als fatal heraus stellte. Ich hatte mich schon beim Lesen des Rezeptes gewundert, warum Herr Plachutta soviel Brot in der Füllung benutzt. Und Herr Papa wollte unbedingt Leber in der Füllung haben, also bekam er sie. Angeblich, um mehr Geschmack zu haben. Aber mir ließ der Gedanke an die Menge der Füllung und warum sie noch extra gegart werden sollte, keine Ruhe. Dann, als Frau Mama das Hähnchen am ersten Weihnachtsfeiertag zubereitete, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die restliche Füllung soll die Beilage sein! Ein Serviettenknödel! Meine Güte, wie konnten wir nur so blind sein! Aber es war zu spät, die Leber war drin, die Kartoffeln als ursprüngliche Beilage waren auch schon geschält. So wurde von der Knödelfüllung nur wenig gegessen und es gab bunten Kartoffelbrei (mit Brokkoli und Möhre drin) sowie einfach gekochten Rosenkohl als Beilage zum wirklich köstlichen Hähnchen! Leider habe ich es auch verpeilt das ganze Hähnchen nochmal phototechnisch zu dokumentieren. Und deswegen gibt es heute auch kein Rezept, ich muss es einfach nochmal selbst kochen, um Euch (und mir) Bilder von den einzelnen Stadien zu machen und von eventuellen Problemen, die auf dem Weg liegen könnten, berichten kann. Hat ja nicht jeder automatisch viel Knödelerfahrung, also zumindest ich nicht *g* Aber trotzdem wollte ich Euch den Teil des Weihnachtsessens nicht vorenthalten, weil köstlich war es allemal. Saftiges, knuspriges Hähnchen mit einfachen, aber leckeren Beilagen. Da brauch ich kein Fünf-Gänge-Menü :-)

Weihnachten 2014: Weihnachtsessen Teil I – Leberknödelsüppchen nach Plachutta

 1. Weihnachtsfeiertag! Ausschlafen, den Baum noch weiter bewundern, gemütlich mit dem Essen basteln beginnen. Weihnachtsessen sind bei uns eher unaufwendiges Comfort Food anstatt aufwendige Fünf-Gänge-Menüs. Es darf aber trotzdem was Besonderes, Festliches sein, eben sonntagsessenwürdig. Außerdem mögen wir es nicht, wenn wir noch eine Woche von den Resten essen müssten, also planen wir meist relativ genau. Der Plan für das diesjährige Weihnachtsessen beinhaltete:

  • Vorspeise: Hühnerbouillon mit Leberknödelchen nach Plachutta
  • Hauptgang: Brathähnchen mit ebenfalls nach Plachutta inspirierter Semmelknödelfüllung
  • Nachtisch (Dessert sieht anders aus *g*): Vanillepudding mit im Sommer selbsteingeweckten Gewürz-Heidelbeeren

Heute dann erst die Vor- und Nachspeise. Als meine Eltern zu meinem Geburtstag Mitte Dezember hier waren, entdeckte Frau Mama den Herrn Plachutta für sich, als ich ihr das Buch „Meine Wiener Küche“ von dem österreichischen Haubenkoch in die Hand drückte. Das Buch brachte mir der Coladieb von seinem Wien-Besuch im Sommer mit und wie ich jetzt erst sah, ist es sogar signiert. Huch. Jedenfalls lachte Frau Mama das Leberknödel-Rezept an und so wurde die geplante Brühe, um diese Einlage erweitert. Um den ersten Feiertag arbeitstechnisch zu entzerren, wurden die Nockerl schon am Sonntag vorher zubereitet und portionsweise eingefroren. Funktionierte 1a! Also keine Ausreden mehr, dass es so aufwendig sei schöne Suppeneinlagen zu basteln, einmal eine größere Menge herstellen, einfrieren und für die nächsten Süppchen perfekt vorbereitet sein!

Während ich mich um den vorweihnachtlichen Entenbraten mit Beilagen kümmerte, bastelte Frau Mama die Lebernockerl (hach, diese österreichischen Wörter immer *verzücktsei*). Nur sind sie etwas gröber geraten als eigentlich gedacht, weil ich schätze, dass Frau Mama ein paar kleine aber wichtige Worte überlas ;-) Aber nicht schlimm, sie waren auch soo unglaublich lecker, dass ich mich/wir echt zusammenreißen musste, nicht alle Knödelchen sofort zu essen. Und ich war nicht die einzige, der es so ging *g* Fluffig, würzig, süchtigmachend! Ich hoffe, ich werde sie öfter in klaren Suppen vorfinden!

Lebernockerl/Leberknödel

Zutaten für 4 Personen als Vorspeisensuppe-Einlage:
1/2 Zwiebel, feingehackt
1 EL Butter zum Anschwitzen
1/2 Brötchen/Semmel oder 25 g Weißbrot
100 g Hähnchenleber
30 g Butter
1 Ei
20 g Semmelbrösel
1/2 Knoblauchzehe, gepresst
1 EL Majoran
1 EL Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer

(1) Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Etwas abkühlen lassen.
(2) Semmel/Weißbrot in kleinere Würfel schneiden und in etwas kaltem Wasser einweichen, gut ausdrücken. Leber in feine Würfel schneiden (oder auf dem Brett schaben). Mit den Zwiebeln, ausgedrücktem Brot und den restlichen Zutaten und Gewürzen gründlich verrühren. Im Kühlschrank ca. 30 Minuten quellen lassen.
(3) Salzwasser in einem breiten Topf aufkochen lassen, auf mittlerer Hitze zurück stellen. Das Wasser sollte nur leicht sieden.
(4) Je nachdem welche Größe die Nockerl haben sollen, mit Hilfe von zwei nassen Tee- oder Suppenlöffeln Nocken aus der Masse abstechen. Den Teig von Löffel zu Löffel schubsen, indem man immer wieder hinter die Masse auf dem Löffel schiebt. So wird die Luft aus der Masse gedrückt und sie damit kompakter. Die Chance, dass die Knödelchen zerfallen, sinkt. Probeweise ein Leberknödel in das Wasser geben und garen, um zu testen, ob sie auch zusammen halten.
(5) Portionsweise die Knödel in ca. 8 Minuten garen, je nachdem welche Größe sie haben.

Zum Servieren in hausgemachte, klare Hühner- oder Rinderbrühe geben. Göttlich!

Quelle: nach Plachutta E., Plachutta M. (2008): Meine Wiener Küche. Christian Brandstätter Verlag. 3. Auflage 2011. p 49

Und hier dann noch die Dokumentation des Nachtischs. Nein, Dessert kann man das nun wirklich nicht nennen, aber einen guten altmodischen Nachtisch. Nachdem Herr Papa und Zwerg erst skeptisch waren, ob der Heidelbeeren, waren sie nach dem Kosten umso begeisterter! Den kommenden Sommer müssen definitiv mehr Gewürz-Heidelbeeren nach diesem Rezept eingekocht werden!

Heiligabend 2014: Raclette-Abend – Orientalischer Bohnensalat

Endlich kommen wir hier im Blog auch zu den Weihnachtstagen, die wir immer sehr ruhig verbringen. Keine Zwangsverwandtschaftsbesuche, nur wir vier mit gutem Essen und viel Zeit zum Entspannen und Ausruhen. Den Baum schmücken wir neuerdings schon am 23. Dezember, einfach um an Heiligabend nicht so in Stress zu geraten. Auch das Essen sollte stressfrei sein, kein großes Fünf-Gänge-Menü (bei uns ja eh nicht *g*). Zwerg will immer aus mir unerfindlichen Gründen Kartoffelsalat, aber das finde ich nicht festlich oder speziell genug. Dieses Jahr schlug ich Raclette vor, mir war irgendwie nach warmem, geschmolzenen Käse, der ja bekanntlich alles besser macht! Nach einigem Geschachere stimmte die kleine Schwester zu (Deal: Heiligabend Raclette, Silvester Fondue).

Meine Eltern haben ein schon ziemlich altes Buch zum Thema „Raclette und heißer Stein„, dass ich mal durchguckte. Da waren prinzipiell auch einige schöne Ideen drin, aber die Familie ist eher traditionell eingestellt. Auf dem oberen Teil wurden kleine Schnitzelchen, Brat- und Wiener Würstchen, sowies Bauchspeck gebraten. Für die Raclette-Pfännchen hatten wir Honigmelone, vorgekochte Kartoffeln, blanchierter Brokkolie, Paprikastreifen und Mais. Während die Familie gerne alles wild durcheinander in ihre Pfännchen gibt, bevorzuge ich eindeutigere Aromen. Ich fand folgende Varianten für die Raclette-Pfännchen sehr schön:

  • vorgekochte Kartoffelwürfel – kleingewürfelter Speck – Raclettekäse (vielleicht noch ergänzt um Mais oder blanchierten Brokkoli)
  • Honigmelonenkügelchen – Parmaschinken – Blauschimmelkäse (z.B. Gorgonzola)
  • diverseste Gemüse wie blanchierter Brokkoli oder Karotten, Mais, Paprikastreifen etc.

Und los ging die Raclette-Action:

Aber ein Rezept konnte ich doch noch aus dem Buch umsetzen. Frau Mama wollte gerne Bohnensalat machen, weil wir noch etliche eingefroren im Tiefkühler hatten. Da war doch ein Rezept für Orientalischen Bohnensalat drin. Gefiel Frau Mama auch, für die kleine Schwester ist er auch was, nur Herr Papa wird sich nicht darauf einlassen, also wurde aus der anderen Hälfte der Bohnen Frau Mamas klassischer Bohnensalat mit Essigessenz-Vinaigrette gemacht *g*  Was jetzt an diesem Salat orientalisch ist, weiß ich nicht genau, vielleicht der Feta oder die Oliven? Aber das ist mir auch egal, weil er wirklich köstlich ist und sich wunderbar als Beilage zum Grillen, Fondue, Raclette. Er ist auch sehr schnell und einfach gemacht ohne von Feinkostladen zu Feinkostladen tigern zu müssen. Perfekt! Den wird es öfter bei mir geben!

Orientalischer Bohnensalat

Zutaten für 4 Portionen:
250 g grüne Bohnen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
10 schwarze Oliven
6 EL Olivenöl
2 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 kleine Dose Mais (etwa 150 g)
200 g Feta
einige Zweige Petersilie

(1) Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe dritteln oder vierteln. In kochendem Salzwasser 12-15 Minuten garen. Dann abgießen und gut abtropfen lassen.
(2) Währenddessen die Zwiebel und Knoblauch häuten. Die Zwiebel sehr fein würfeln und in eine Schüssel (groß genug für den fertigen Salat) geben, den Knoblauch dazu pressen. Die Oliven entkernen falls nötig und vierteln, dazu geben. Das Olivenöl, Weißweinessig mit diesen Zutaten gut verrühren, würzen mit Salz, Pfeffer und dem Paprikapulver.
(3) Die Maiskörner in ein Sieb schütten. Den Feta in kleine Würfel schneiden, die Petersilie fein hacken.
(4) Alle restliche Zutaten in die Salatschüssel geben und gut vermischen. 30 Minuten durchziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Gutta, M. (1996): Raclette und heißer Stein. Falken Verlag. p 74

 

Rotkohlsalat à la Frau Mama

 
Ich liebe Kohl! Und ich liebeliebeliebe Rotkohl! Die geschmorte Variante könnte ich wöchentlich essen. Aber auch als Rohkost ist er lecker, sei es im Coleslaw oder eben in dieser Version. Den kenne ich schon von Kindheit an, wahrscheinlich ein Rezept der besten Oma der Welt. Eigentlich ist es auch ganz einfach zu machen, lohnt sich nur nicht für 2 Portionen. Wo gefühlt die kleineren Rotkohlköpfe 2 kg wiegen … Aber selbst für uns vier guten Esser ist der Salat aus ca. 1 kg Rotkohl schon sehr gut ausreichend.

Und Rotkohl ist unglaublich gesund, glaubt man nicht. Die Anthocyane, die die rot-lila Farbe hervorrufen, wirken entzündunghemmend, ein Erwachsener kann mit 100 g Rotkohl schon die Hälfte seines Vitamin C-Tagesbedarfs decken¹. Auch 200% der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin K wird durch diese geringe Menge gedeckt. Außerdem enthält er noch ordentliche Menge an Selen, Magnesium und Kalium. Wirklich nicht zu verachten! Sein hoher Gehalt an Ballaststoffen hat dann zusätzlich noch eine positive Auswirkung auf die vielleicht etwas träge Verdauung². Und weil das Gemüse so unglaublich gesund ist, darf dieser Salat beim CIV. Blogevent vom KochtopfRezepte für die Figur“ mitspielen, diesmal auf Seiten der schlanken Figur.

Probiert diesen Rotkohlsalat wirklich mal aus, es lohnt sich!

Blog-Event CIV - Rezepte fuer die Figur

Rotkohlsalat à la Frau Mama

Zutaten für ca. 8 Portionen:
1/2 mittelgroßer Rotkohl (ca. 1 kg), Strunk entfernt
2 Äpfel
Salz
1/2 Bio-Zitrone, Schale
1 Orange, Saft
2 EL Zucker
1 handvoll Rosinen

(1) Den Rotkohl mit einer Reibe oder Küchenmaschine fein raspeln. Mit kochendem Wasser begießen und so lange stehen lassen bis das Wasser abgekühlt ist. Dann gut ausdrücken, entweder mit den Händen (Gummihandschuhe sind praktisch so lange man keinen Fetisch für lila Hände hat *g*) oder in der Kartoffelpresse.
(2) Die Äpfel schälen, entkernen und ebenfalls fein reiben. Zusammen mit den Rosinen zum Rotkohl geben.
(3) Den Salat etwas salzen (braucht erstaunlicherweise wirklich nicht viel), Zucker und Zitronenschale unterrühren. Zum Schluss den Orangensaft dazu geben. Alles gut vermischen!
(4) Einen Tag kühl durchziehen lassen.

Genießen!

Passt zu vielerlei: diverseste Braten (Ente, Schwein, Huhn), zu Fisch, als einfacher Rohkostsalat zum Abendbrot oder in Wraps oder oder oder …

Quelle: Familienrezept

¹ Lebensmittel Warenkunde – Rotkohl
² Eat Smarter – Warenkunde Rotkohl

Klassiker der Küche – Klassischer Entenbraten

Erstmal wünsche ich Euch, meiner geneigten Leserschaft ein frohes, gesundes neues Jahr! Hier im kleinen Blog war es ruhig in den letzten Wochen, das war so nicht geplant, aber irgendwie hat mir mein Körper und Geist wohl unbewusst signalisiert, dass ich ein wenig Ruhe brauche und so verbrachte ich sehr entspannte Feiertage bei meinen Eltern in Rostock. Dümpelte rum, las ein wenig, kochte ein wenig, saß auf Sofas und schlief in Betten. Ein, zwei Mal befand ich mich auch außerhalb der Wohnung *g*  Es waren wirklich sehr erholsame Wochen und taten unendlich gut!

Ich werde Euch natürlich auch noch unsere Weihnachtsessen vorstellen, aber weiß noch nicht genau, wie ich das die nächste Zeit schaffe, da ich für die kommenden paar Wochen zumindest tagsüber fremdversorgt werde und nur am Wochenende für mich kochen muss, also erstmal keine regelmäßigen Wochenpläne (aber das kommt wieder!). Vielleicht präsentiere ich Euch die Krankenhauskost hier im Blog, zumindest per Instagram und Facebook habe ich wieder vor, ein heiteres Krankenhausessenraten zu veranstalten. Manchmal ist es schon sehr erstaunlich, was Krankenhauskantinen als essbar erachten *g* Wer mag kann mir ja auch auf den beiden Social-Media-Kanälen folgen (siehe rechte Seite).

Aber los geht es erstmal mit einem feiertagswürdigen Gericht, dass wir schon am Wochenende vor Heiligabend genossen!

Meine Eltern hatte zwei Enten gekauft, warum auch immer. Eine wurde ja schon zu Herrn Papas Geburtstag nach unser traditionellen Art verarbeitet. Für die zweite ließ er mir freie Hand! Oh! Mein! Gott! Jetzt wollte ich die Familie aber auch nicht gleich mit hochexperimentellen Varianten auf die Probe stellen und entschied mich für eine klassische Version, gefüllt mit Apfel, Orange, Zwiebel und Majoran. Vorher fragte ich den Koch in unserer Umschulungsrunde noch, ob er Tipps hätte. Er empfahl mir maximal 120°C zu nehmen und die Ente gute 3,5 Stunden darin braten zu lassen. Da mir die Angaben etwas zu ungenau waren und er in einer Profiküche ja eh andere Küchengerätschaften hat als die Eltern, suchte ich noch im weltweiten Zwischennetz nach genaueren Angaben. Und tatsächlich wurde ich auf der Seite der „Küchengötter“ fündig. Hörte sich einfach und nach entspanntem Braten an. Natürlich war ich nervös, ob das auch klappen würde. Würde sie aromatisch werden, schön braun? Aber nützt ja alles nix drüber zu grübeln, ich stellte mich morgens um acht in die Küche, schaltete „Löwenzahn“ ein und machte die Ente fertig während die Eltern noch schlummerten. Das ging auch erstaunlich fix und unkompliziert. In den Ofen geschoben und warten. Manchmal mit der austretenden Flüssigkeit begießen und drei Mal umdrehen, so dass sie gleichmäßig von allen Seiten gegart wird und zum Schluss die Brust nach oben zeigt. Wem die Farbe zum Schluss noch nicht behagt, einfach den Ofengrill zuschalten und die Haut knusprig braun werden lassen.

Frau Mama und ich waren äußerst zufrieden mit dem Ergebnis. Saftiges, aromatisches Fleisch, leckere Füllung. Dazu gab es bei uns Petersilien-Pilze und Petersilienkartoffeln. Außerdem noch Frau Mamas traditioneller Rotkohlsalat, den ich leider viel zu selten esse. Also eine Zubereitung nach der Methode kann ich empfehlen, werde aber weiterhin mit anderen Varianten experimentieren. Ich liebe Ente!

Klassischer Entenbraten mit fruchtiger Füllung

Zutaten für 4-6 Portionen: 1 Apfel 1 Zwiebel 1/2 Orange 1-2 TL gerebelter, getrockneter Majoran 1 Ente (ca. 2 kg) Salz, Pfeffer 200 ml heißes Wasser

ein ausreichend großer Bräter (am Besten mit Gitter drin) Zahnstocher zum Verschließen

(1) Zunächst die Füllung vorbereiten. Den Apfel waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und grob würfeln. Die Zwiebel häuten und ebenfalls grob würfeln. Die halbe Orange etwa in gleich große Würfel schneiden wie die restliche Füllung. Alles zusammen mit dem Majoran vermischen. Kurz zur Seite stellen. (2) Die Ente innen und außen gründlich waschen. Den Bürzel (das komische, dickliche Schwanzende) abschneiden, eventuell zu viel Fett aus dem Bauchraum entfernen. Innen und außen gut salzen und pfeffern. Die Füllung in den Bauchraum geben und diesen dann mit den Zahnstochern verschließen. (3) Die Ente mit der Brust nach unten in den Bräter setzen. Das heiße Wasser (muss nicht kochen) angießen. (4) In den Ofen geben und auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen. 3,5 bis 4 Stunden braten lassen, dabei regelmäßig  wenden und mit den austretenden Säften begießen. (5) Falls die Ente in der Zeit noch nicht nach Geschmack gebräunt wurde, den Ofengrill zuschalten und nochmal 10-15 Minuten bräunen lassen. Im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen bis die Beilagen fertig sind.

Die Ente auf einen Servierteller geben, zerteilen und servieren.

Genießen!

Quelle: inspiriert durch Küchengötter – Entenbraten mit Apfel

Ich würde gebratene Ente jetzt nicht zu den ungesündesten Gerichten der Welt zählen, aber es stimmt schon, der Fettgehalt des geliebten Federviehs ist nicht zu unterschätzen. Allzu oft würde ich nicht empfehlen es zu essen, damit das hochköstliche Entenschmalz sich nicht allzu sehr auf der eigenen Hüfte festkrallt. Für mich wird es immer eine Besonderheit bleiben :-) Und deswegen darf das Rezept beim aktuellen Event „Rezepte für die Figur“ im Kochtopf bei Zorra teilnehmen.

Blog-Event CIV - Rezepte fuer die Figur

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