Weihnachten 2014: Weihnachtsessen Teil I – Leberknödelsüppchen nach Plachutta

 1. Weihnachtsfeiertag! Ausschlafen, den Baum noch weiter bewundern, gemütlich mit dem Essen basteln beginnen. Weihnachtsessen sind bei uns eher unaufwendiges Comfort Food anstatt aufwendige Fünf-Gänge-Menüs. Es darf aber trotzdem was Besonderes, Festliches sein, eben sonntagsessenwürdig. Außerdem mögen wir es nicht, wenn wir noch eine Woche von den Resten essen müssten, also planen wir meist relativ genau. Der Plan für das diesjährige Weihnachtsessen beinhaltete:

  • Vorspeise: Hühnerbouillon mit Leberknödelchen nach Plachutta
  • Hauptgang: Brathähnchen mit ebenfalls nach Plachutta inspirierter Semmelknödelfüllung
  • Nachtisch (Dessert sieht anders aus *g*): Vanillepudding mit im Sommer selbsteingeweckten Gewürz-Heidelbeeren

Heute dann erst die Vor- und Nachspeise. Als meine Eltern zu meinem Geburtstag Mitte Dezember hier waren, entdeckte Frau Mama den Herrn Plachutta für sich, als ich ihr das Buch „Meine Wiener Küche“ von dem österreichischen Haubenkoch in die Hand drückte. Das Buch brachte mir der Coladieb von seinem Wien-Besuch im Sommer mit und wie ich jetzt erst sah, ist es sogar signiert. Huch. Jedenfalls lachte Frau Mama das Leberknödel-Rezept an und so wurde die geplante Brühe, um diese Einlage erweitert. Um den ersten Feiertag arbeitstechnisch zu entzerren, wurden die Nockerl schon am Sonntag vorher zubereitet und portionsweise eingefroren. Funktionierte 1a! Also keine Ausreden mehr, dass es so aufwendig sei schöne Suppeneinlagen zu basteln, einmal eine größere Menge herstellen, einfrieren und für die nächsten Süppchen perfekt vorbereitet sein!

Während ich mich um den vorweihnachtlichen Entenbraten mit Beilagen kümmerte, bastelte Frau Mama die Lebernockerl (hach, diese österreichischen Wörter immer *verzücktsei*). Nur sind sie etwas gröber geraten als eigentlich gedacht, weil ich schätze, dass Frau Mama ein paar kleine aber wichtige Worte überlas ;-) Aber nicht schlimm, sie waren auch soo unglaublich lecker, dass ich mich/wir echt zusammenreißen musste, nicht alle Knödelchen sofort zu essen. Und ich war nicht die einzige, der es so ging *g* Fluffig, würzig, süchtigmachend! Ich hoffe, ich werde sie öfter in klaren Suppen vorfinden!

Lebernockerl/Leberknödel

Zutaten für 4 Personen als Vorspeisensuppe-Einlage:
1/2 Zwiebel, feingehackt
1 EL Butter zum Anschwitzen
1/2 Brötchen/Semmel oder 25 g Weißbrot
100 g Hähnchenleber
30 g Butter
1 Ei
20 g Semmelbrösel
1/2 Knoblauchzehe, gepresst
1 EL Majoran
1 EL Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer

(1) Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Etwas abkühlen lassen.
(2) Semmel/Weißbrot in kleinere Würfel schneiden und in etwas kaltem Wasser einweichen, gut ausdrücken. Leber in feine Würfel schneiden (oder auf dem Brett schaben). Mit den Zwiebeln, ausgedrücktem Brot und den restlichen Zutaten und Gewürzen gründlich verrühren. Im Kühlschrank ca. 30 Minuten quellen lassen.
(3) Salzwasser in einem breiten Topf aufkochen lassen, auf mittlerer Hitze zurück stellen. Das Wasser sollte nur leicht sieden.
(4) Je nachdem welche Größe die Nockerl haben sollen, mit Hilfe von zwei nassen Tee- oder Suppenlöffeln Nocken aus der Masse abstechen. Den Teig von Löffel zu Löffel schubsen, indem man immer wieder hinter die Masse auf dem Löffel schiebt. So wird die Luft aus der Masse gedrückt und sie damit kompakter. Die Chance, dass die Knödelchen zerfallen, sinkt. Probeweise ein Leberknödel in das Wasser geben und garen, um zu testen, ob sie auch zusammen halten.
(5) Portionsweise die Knödel in ca. 8 Minuten garen, je nachdem welche Größe sie haben.

Zum Servieren in hausgemachte, klare Hühner- oder Rinderbrühe geben. Göttlich!

Quelle: nach Plachutta E., Plachutta M. (2008): Meine Wiener Küche. Christian Brandstätter Verlag. 3. Auflage 2011. p 49

Und hier dann noch die Dokumentation des Nachtischs. Nein, Dessert kann man das nun wirklich nicht nennen, aber einen guten altmodischen Nachtisch. Nachdem Herr Papa und Zwerg erst skeptisch waren, ob der Heidelbeeren, waren sie nach dem Kosten umso begeisterter! Den kommenden Sommer müssen definitiv mehr Gewürz-Heidelbeeren nach diesem Rezept eingekocht werden!

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