Klassische Kohlrouladen – Eine bebilderte Anleitung.

Kohlrouladen! Kennt ihr, oder? Kohlblätter gefüllt mit einer Hackmasse, angebraten und langsam geschmort. Manche benutzen Wirsing, Frau Mama verwendet traditionell Weißkohl dafür. Und ich liebeliebeliebe es! Der Geschmack vom angebratenen Kohl in Kombination mit dem würzigen Hackfleisch und dann in unserem Fall noch die Sauce, in die der restliche Kohl mitgegeben wird und die man wunderbar mit den Salzkartoffeln vermanschen kann. Hach! Ich könnte schon wieder (und werde demnächst Hackschmorkohl aka „Deconstructed Kohlroulade“ auf meinen Speiseplan setzen *g*)! Leider kann ich es nicht so oft essen, wie ich gerne möchte, weil es doch relativ aufwendig zu kochen ist und sich so überhaupt nicht lohnt für zwei Portionen. Also warte ich ab bis ich wieder in der Ostseeheimat bin und mache mich dann mit Frau Mama gemeinsam ans Werk. Es geht schneller so und ist auch spaßiger in Gesellschaft.

Da ich sonst wieder vergesse, wie das genau geht, habe ich diesmal die einzelnen Schritte im Bild festgehalten. Und möchte es natürlich auch der geneigten Leserschaft präsentieren, damit ihr diese wirklich ernstlich köstlichen Kohlrouladen nachmachen könnt! Die Arbeit lohnt sich wirklich!

Klassische Kohlrouladen

Zutaten für 8 Portionen:
1 mittelgroßer Weißkohl
600 g gemischtes Hackfleisch
1 Zwiebel
1 Ei
1/2 Brötchen, eingeweicht
Salz, Pfeffer
2 TL Paprikapulver edelsüß
neutrales Öl
2-3 TL Kümmel
Wasser

evtl. 1-2 TL Stärke zum Andicken der Sauce

(1) Vom Kohlkopf die äußeren unschönen Blätter entfernen. In einen großen Topf legen mit dem Strunk nach oben und etwas Wasser angießen. Auf hoher Hitze zum Kochen bringen und dann bei mittlerer Hitze weiter garen. Öfter mal prüfen, ob er von unten nicht anbrennt. Nach ca. 40 Minuten ausprobieren, ob man die ersten äußeren Blätter leicht entfernen kann. Wenn die ersten Blätter runter sind und die es dann wieder schwieriger geht, den Kohlkopf zurück in den Topf geben. Deckel drauf und nochmals etwa 20 Minuten garen.

 

(2) Vorsichtig die äußeren Blätter eins nach dem anderen abzuppeln. Für jede Kohlroulade werden 2 Kohlblätter gebraucht, also mindestens 16 Kohlblätter für 8 Kohlrouladen abmachen.

(3) Dann die Hackfüllung vorbereiten. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Das Brötchen gut ausdrücken. Alles mit dem Fleisch, Ei und den Gewürzen gut verkneten. 8 etwa gleich große längliche Frikadellen daraus formen.

(4) Jetzt kommt der spaßige Teil: das Wickeln. Dafür ein Weißkohlblatt nehmen und mit einem Messerchen vorsichtig die Blattrippe etwas flacher schneiden, so lässt es sich später besser wickeln (siehe Bild unten). Dann einen Klops in das Weißkohlblatt legen.

Umschlagen, von den Seiten einklappen. Das sollte dann so aussehen:

Dann ein zweites Blatt nehmen und ebenso verfahren. Die fertige Kohlroulade mit Heft- oder Küchengarn mehrmals umwickeln, damit sie sich beim Braten und Schmoren nicht wieder öffnet. So mit allen Hackfrikadellen und Weißkohlblättern verfahren.

(5) Der restliche Weißkohl wird in mittelgroße Würfel geschnitten.

(6) Einen großen Bräter bereitstellen und wenn sie im Ofen gegart werden sollen, den auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer breiten Pfanne oder Topf (wir bevorzugen den Topf, weil dadurch weniger Fett unangenehm in der Küche rumspritzt) auf hoher Hitze warm werden lassen. Einen ordentlichen Schluck Öl hinein geben und heiß werden lassen. So viele Kohlrouladen wie bequem rein passen, hinein geben. Von außen pfeffern und salzen. Bei mittelhoher Hitze von beiden Seiten anbraten bis sie schön braun sind, ja fast verbrannt wirken. In den Bräter geben. So mit allen Kohlrouladen verfahren, wenn nötig noch etwas Öl nachgießen.

Ebenso den kleingeschnittenen Kohl anbraten bis er angenehm braun ist, auch etwas pfeffern und salzen. Zu den Kohlrouladen in den Bräter geben. Den Kümmel in zwei Etappen über den Kohl verteilen.

(7) So viel kaltes Wasser auffüllen, dass man es knapp in dem geschichteten Kohl sieht. Deckel auf den Schmortopf legen und in den Ofen stellen. 2,5 Stunden schmoren lassen.
– Wer das ganze auf dem Herd machen möchte, lässt es bei mittelhoher Hitze aufkochen und dann bei mittlerer Hitze 1,5 Stunden langsam schmoren. Es sollte nur leicht köcheln, nicht enthusiastisch blubbern. –
(8) Wenn sie fertig sind, kann man sich entscheiden, ob man die Sauce andicken möchte oder nicht. Wenn ja, dann die Kohlrouladen rausnehmen, die Sauce bei hoher Hitze zu Kochen bringen. Die Stärke mit einem Schluck kaltem Wasser in einer Tasse verrühren und zur Sauce geben. Unter Rühren so lange kochen bis sie etwas angedickt ist. Nochmals abschmecken und servieren.

Dazu passen Salzkartoffeln oder Kartoffelbrei oder auch einfach Brot.

Quelle: Familienrezept

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Ich LIEBE Kohlrouladen!

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6 thoughts on “Klassische Kohlrouladen – Eine bebilderte Anleitung.

  1. hafensonne 6. Februar 2015 um 11:26 Reply

    Lecker! Aber warum nicht gleich im Bräter anbraten?!?

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    • Anikó 6. Februar 2015 um 15:23 Reply

      Weil das Öl echt nicht mehr zu gebrauchen ist nach dem Anbraten und dann erst den Bräter auswaschen… Ach nee!

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  2. giftigeblonde 7. Februar 2015 um 00:11 Reply

    leckerst!
    lg. Sina

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  3. richensa 7. Februar 2015 um 16:11 Reply

    HUNGAAA!
    ;-)

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  4. Kirsten 7. Februar 2015 um 21:09 Reply

    Liebe Anikó,

    ich liebe Kohlrouladen auch so sehr, aber wie Du schon sagst, da es so viel Arbeit macht und in kleinen Portionen nicht lohnt, ist es bei mir auch ein Gericht, dass ich mir klassicherweise wünsche, wenn ich zu Besuch bei meinen Eltern bin. Deine Anleitung ist für alle Fälle, wenn ich es doch mal selber machen möchte, weil ich eine hungrige Kohlrouladen-Fangemeinde eingeladen habe, aber super. Und gut, dass Du mich wieder an den Hackschmorkohl erinnerst, der könnte auch bei mir die akute Kohlrouladen-Lust erst mal abfangen :-)

    Liebe Grüße,
    Kirsten

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  5. carokocht 9. Februar 2015 um 07:17 Reply

    Liebe Anikó,
    danke für diesen ganz wunderbaren Beitrag! Ich bin in Brandenburg groß geworden und auf die Frage nach meinem Lieblingsessen, antworte ich soweit ich zurückdenken kann schon immer mit „Kohlrouladen von Omi!“. Leider weilt meine liebe Omi nicht mehr unter uns und das Rezept hat sie leider nie genau aufgeschrieben. So wie du es beschreibst, scheint mir dein Familienrezept dem unseren aber extrem nahe zu kommen. Nur beim Kümmel bin ich mir nicht so sicher. Meine Omi hat auch immer gleich zwanzig Stück gemacht und dann gabs für meine Mama und all ihre Geschwister je nach Anzahl Familienmitglieder ein Tupperdose mit abgezählten Rouladen. Eingefroren hat sie auch immer gleich welche, sodass es an Kohlrouladen nie mangelte… Jetzt hab ich so richtig Lust darauf, endlich mal wieder welche zu essen :-)
    LG Caro

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