Montagsschweinerei: Zartes Wildschweingulasch aus dem Slowcooker

Ich habe Freunde, die mich gut kennen. So schenkte mir die liebe Debby zum letzten Geburtstag zwei Stücke Wildschwein, die sie ihrem Kollegen, der Jäger ist und es kurz vor meinem Geburtstag schoss, abkaufte. Wie cool ist das denn?!? Also wanderte ca. 1 kg feinste, regionale Wildschweinschulter in meinen Froster. Nun sollte das aber auch irgendwie verbraucht werden. Und da ich seit Ende März ja meinen kleinen Slowcooker habe, musste das Fleisch darin gegart werden. Endlich muss ich keine Familienportionen mehr machen, wenn ich es nicht unbedingt will. So haben auch knapp 500 g Fleisch in Gulaschgröße darin Platz, so dass ich bequem 3 Portionen köcheln konnte. Gut, bei besseren Esser als mir sind es vielleicht auch nur zwei ;-) Die Inspiration holte ich mir aus verschiedenen Rezepten und köchelte dann meine eigene Version. Und ich muss sagen, die ist wahrlich gut geworden! Zartestes Fleisch, würzige Sauce mit einer netten Specknote. Kann ich so ernsthaft weiter empfehlen. Irgendwie werde ich so richtig zum Fan von Wildfleisch, das hat so viel mehr Geschmack und Aroma als die hochgezüchteten Tiere. Das finde ich großartig! Außerdem hatte sie bis zu ihrem Abschuss ein artgerechtes, glückliches Leben. Was möchte der Genussmensch mehr!

Und wenn ihr an regionales Wildschwein kommt, probiert diese Version ruhig aus! Lohnt sich ernsthaft!

Zartes Wildschweingulasch aus dem Slowcooker

Zutaten für 2-3 Portionen:
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Möhre
50 g Speck/Bacon
500 g Wildschwein aus der Schulter
3 TL Butterschmalz
1 TL Tomatenmark
50 ml Rotwein
200 ml Gemüsebrühe
1 TL Sojasauce
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
2 Pimentkörner
2 Wacholderbeeren
1 Nelke

Slowcooker 1,5 Liter

(1) Zuerst alles vorbereiten. Die Zwiebeln und Knoblauchzehe häuten und in feine Würfel schneiden. Die Möhre schälen und grob raspeln. Den Bacon in grobe Würfel schneiden. Das Fleisch waschen, trocknen, eventuelle Fettdecke und Silberhäute abschneiden, in etwa 2 cm große Würfel schneiden.
(2) 1,5 TL Butterschmalz in einer Pfanne bei hoher Hitze schmelzen lassen. Das Fleisch von allen Seiten anbräunen, salzen und pfeffern. Dann in den Keramikeinsatz des Slowcookers geben.
(3) Das restliche Butterschmalz in der Pfanne schmelzen. Die Speckwürfel darin unter großer Hitze knusprig anbraten. Mit Hilfe eines Schaumlöffels ohne das Fett in den Slowcooker geben.
(4) Die Zwiebel und Möhre im verbliebenen Fett bei mittlerer Hitze so lange dünsten bis sie glasig und ein bisschen braun sind, so ca. 5 Minuten. Dann die Knoblauchwürfelchen zugeben und kurz mitdünsten bis es duftet. Das Tomatenmark unterrühren und mit dem Rotwein ablöschen. Kurz einkochen lassen. In den Slowcooker geben. Nun noch die restliche Zutaten unterrühren.
(5) Deckel drauf und 4-5 Stunden auf HIGH garen. Kosten, ob das Fleisch zart ist. Fehlt noch etwas Salz oder Pfeffer? Versuchen Lorbeerblatt, Piment, Wacholder und Nelke heraus zu fischen.

Zusammen mit Kartoffeln, Knödeln, Tárhonya und einer Gemüsebeilage wie Rotkohl oder Gurkensalat servieren.

Genießen!

Wer keinen Slowcooker sein eigen nennt, kann das Ganze natürlich auch idealerweise im Schmortopf machen und das Gulasch dann für ca. 2-3 Stunden (kommt natürlich auf die Fleischqualität an) bei kleiner Hitze auf dem Herd köcheln.

Und dann überlege ich mal weiter, was ich mit dem zweiten Stück Wildschweinschulter anstelle …

Ach ja, weil es sozusagen die Urform des Schweins ist, dass hier verarbeitet wurde, darf es bei der #Montagsschweinerei der Giftigen Blonden teilnehmen.

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8 thoughts on “Montagsschweinerei: Zartes Wildschweingulasch aus dem Slowcooker

  1. hafensonne 18. Mai 2015 um 11:32 Reply

    Hm, lecker! Hier steht ja auch noch ein Gulasch aus ;-) werde wohl dann nächste Woche mit den Schmorgerichten, an denen man mehrere Tage nagen kann, beginnen. Versuch doch mal, das zweite Stück am Stück zu schmoren! Leckerer Wildschweinbraten, den man auch kalt aufm Brot verkasematuckeln kann :-D

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    • Anikó 18. Mai 2015 um 16:45 Reply

      Und das Gulasch werden wir noch kochen :)
      Ich dachte, aus dem zweiten Stück mache ich vielleicht Buletten, die passen auch besser zum anstehenden Sommer als ein Schmorbraten *g*

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  2. marco 18. Mai 2015 um 12:45 Reply

    Ziemlich frech, mir hier mitten im Frühling lecker Wildschwein unter die Nase zu reiben ;) Im Slowcooker zubereitet stelle ich mir das unglaublich gut vor!!

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    • Anikó 18. Mai 2015 um 16:49 Reply

      Ach, geht WIldschwein nicht ganz Jahr über zu essen? Muss ja nicht immer ein Schmorgericht sein *g* Wobei, es gibt ja auch kalte Perioden im Sommer, da kommt das bestimmt nicht schlecht. Und in Ungarn wird Gulasch und Konsorten auch ganzjährig gekocht/gegessen. Also keinerlei Argumente, es nicht auch im Frühling zu kochen :-D Und zu den Jagdzeiten der Wildschweine sage ich im Kommentar drunter noch was :-)

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  3. kormoranflug 18. Mai 2015 um 16:19 Reply

    Das sieht richtig lecker aus. Wann ist denn Jagdzeit für Wildschweine?????

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    • Anikó 18. Mai 2015 um 16:54 Reply

      Die Frage hab ich mir dann auch gestellt nach marcos Kommentar und mal auf http://www.schonzeiten.de nachgeguckt. Da ist bundesweit für Schwarzwild (=Wildschweine) angegeben, dass Frischlin und Überläufer (ich glaube bis Alter 1 Jahr) ganzjährig geschossen werden dürfen und Bachen/Keiler Schonzeit haben von Februar bis Mitte Juni. Wusste ich auch nicht … Heißt also, dass man prinzipiell das ganze Jahr frisches Wildschweinfleisch genießen könnte :-)

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  4. […] besser. Klar, der Klassiker ist es geschmort und aus dem einen Teil habe ich auch ein wunderbares Wildschweingulasch gemacht für die Eltern, aber es muss doch auch anderes gehen! Und weil ich momentan eh so viel […]

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