Rezension: Slowcooker vegetarisch

Wie die geneigte Leserschaft bestimmt mitbekommen hat, bin ich stolze Besitzerin von mittlerweile zwei Slowcookern, einen mit 3,5 l Fassungsvermögen und einem kleinen 1,5l. Nun sind das ja schon besondere Bedingungen unter denen man im Keramikeinsatz des Gerätes kocht und einige Besonderheiten zu beachten, so benötigen Kartoffeln darin etwa genau so lange wie Fleisch. Erstaunlich, oder?

In den USA sind die Geräte schon seit Jahrzehnten verbreitet und es gibt im weltweiten Zwischennetz auch viele englischsprachige Rezepte, die allerdings oft mit Fertigpülverchen und Konsorten gemacht werden. Jetzt nicht unbedingt meine Tasse Tee. Aber das wisst ihr ja … Nun hat sich Gabriele Frankemölle daran gemacht, den Slowcooker auch hier in Deutschland bekannter zu machen und begonnen Kochbücher für das Gerät zu schreiben. Nach dem Grundkochbuch „Langsam kocht besser„, dem Buch für die Arbeit „Slowcooker @ work“ und für die großen Suppenliebhaber „52 Wochen – 52 Suppen“ hat sich Gabi Ulrike Westphal vom Küchenlatein als Unterstützung ins Boot geholt und zusammen brachten sie Ende letzten Jahres das Buch „Slowcooker vegetarisch“ heraus. Da ich ein paar Gerichte von Ulrike probe gekocht habe, bekam ich ein kostenloses Exemplar geschenkt, dass ich gerne auch bespreche.

Erster Eindruck

Das Buch hat ein handliches Format mit Spiralbindung. Das Papier ist angenehm dick und fühlt sich auch nicht so an als ob es beim kleinsten Wasserspritzer durchweicht. Insgesamt sind es 180 Seiten. die sich durch die Spiralbindung gut aufschlagen lassen.

Inhalt

Das Buch ist in zwei wesentliche Bereiche gegliedert: Hintergrundinformationen zum Kochen im Slowcooker/Crockpot und den großen Rezeptteil. Im allgemeinen Teil werden viele Information gegeben wie ein Slowcooker funktioniert, welche Vor- und Nachteile das Kochen mit dem Gerät hat, Hygieneregeln oder auch Umrechnungstabellen vom konventionellen zum Crockpot-Kochen. Sehr interessant für mich, auch wenn ich meinen großen Slowcooker da schon fast ein Jahr hatte. Aber jetzt verstehe ich das Prinzip besser und kann auch eigene Rezepte adaptieren.

Im zweiten Teil sind insgesamt 77 Rezepte versammelt:

  • Fonds, Suppen, Eintöpfe
  • Hauptgerichte
  • Pasta-Saucen
  • Desserts
  • Crocky spezial

Die Rezepte sind alle ohne Fleisch und teilweise sogar komplett tierfrei. Wo es sich anbietet, haben die Autorinnen auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie ein vegetarisches Gericht vegan werden kann. Bei den Suppen findet man von der Gemüsebrühe über herzhafte Eintöpfen wie der Westfälischen Erbsensuppe bis hin zu feinen Cremesüppchen (Kartoffel-Lauch-Suppe) alles. Aber der Vegetarier an sich ist beim Slowcooker nicht auf Suppen beschränkt, auch richtig sättigende Hauptgerichte lassen sich zubereiten. Dabei reicht die Spannbreite von Frittata über Lasagne, verschiedene Currys, Chili sin carne oder auch süß-saurer Tofu. Die geneigte Leserschaft merkt, dass es kulinarisch traditionell deutsch-europäisch zugeht, aber auch mediterran bis amerikanisch und in die Ferne Asiens. Allgemein heißt es, dass z.B. Nudeln nicht gut funktionieren sollen, aber es gibt Rezepte, die ich auch noch testen werde, weil ich den beiden Damen vertraue :-) Natürlich kann man auch Süßes im Crockpot machen, so lachten mich hierbei z.B. der Möhrenkuchen an oder wenn ich Äpfel vertrage würde, der Bratapfel an. Auch Crumbles scheinen gut zu funktionieren. Einige Rezepte habe ich schon ausprobiert und sie funktionierten ausnahmslos tadellos. Dabei merkt aber schon die Unterschiede in der Rezeptschreibweise zwischen der passionierten Naturwissenschaftlerin Ulrike und Gabis eher pragmatischer Herangehensweise. Dabei kann es natürlich sein, dass ein Gericht im eigenen Slowcooker etwas länger oder kürzer braucht, weil die eigene Würfelschneidweise etwas größer oder kleiner ist oder einfach das eigene Gerät heißer oder kühler läuft. Aber von der Würzung her, vom Geschmack war alles Nachgekochte top!

Gestaltung

Die Gestaltung finde ich sehr ansprechend. Auf dem Einband hübsches Gemüse, zu (fast) jedem Rezept ein Bild, die sich auf das Wesentliche nämlich das fertige Gericht konzentrieren. Gut, so zwei oder drei Bilder sind unscharf, was ich mal auf den Druck schiebe. Auch die Aufteilung der Rezepte ist übersichtlich, in der linken Spalte die Zutaten, dann die genaue Anleitung, die eigentlich keine Unsicherheiten zulässt. Zu jedem Rezept ist angegeben, welche Crockpot-Größe gebraucht wird, wie lang die Vorbereitungszeit in etwa ist und die Portionsangabe. Außerdem finden sich wenn möglich die unterschiedlichen Kochdauern in den verschiedenen Stufen des Geräts. Mit kleinen Symbolen haben Ulrike und Gabi kenntlich gemacht, ob das Rezept vegetarisch, also mit Milch und/oder Ei ist oder komplett vegan. Ich finde diese kleinen Punkte aber gerade hilfreich und sehr gut durchdacht.

Fazit

Für Vegetarier oder Leute, die ein paar mehr Ideen für fleischlose, entspannte Küche wollen (Besitz eines Slowcookers vorausgesetzt), ist dieses Buch wunderbar geeignet. Es ist vielfältig, bunt, deckt sämtliche Kontinente und Geschmacksrichtungen ab. Dabei geht es bodenständig zu, aber auch fein für Gäste. Die Zubereitung ist wie fast immer unkompliziert und dann benötigen 90% der Gerichte überhaupt keine Überwachung bis die angegebene Zeit vorbei ist.

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung von mir!

Ausprobiert

Einige Rezepte habe ich schon ausprobiert, aus den Blogs der Autorinnen bevor es im Buch erschien und als ich das Buch in den Händen hielt. Dabei habe ich fast alle Kapitel des Rezeptteils abgedeckt.

Vor kurzem gab es die Tomaten-Tortellini-Suppe, die schnell vorzubereiten ist und sehr gut würzig schmeckt:

Probekochen durfte ich Ulrikes Rezept für mit Quinoa gefüllte Kohlrabi. Und es war wirklich göttlich! Die Sauce total lecker und Bechamel funktioniert 1a im Slowcooker. Und dann der zarte Kohlrabigeschmack mit der würzigen Füllung. Ein Träumchen!

Vor kurzem kochte ich in meinem kleinen Slowcooker die Hälfte der Auberginen-Parmigiana. Zugegeben ich war skeptisch, weil alle Zutaten ohne anbraten der Auberginenscheiben nur in den Slowcooker geschichtet werden. Aber, tadaa, es funktioniert super! Die Auberginen werden wunderbar weich und der Geschmack ist wirklich wie bei einer Parmigiana aus dem Ofen. Nur ist sie bei mir etwas dunkel geworden, weil der kleine Slowcooker doch etwas mehr heizt als der große *räusper*

Ein Rezept was ich in dieser Saison definitiv wieder machen werde, ist das Ratatouille. Wenig Aufwand, großartiger Geschmack. Die Aromen haben richtig viel Zeit um sich zu verbinden:

Außerdem wurde auch schon ausprobiert und verbloggt:

Was ich definitiv noch ausprobieren will: Orientalische Linsensuppe, Westfälische Erbsensuppe, Blumenkohlsuppe mit Cheddar, vegetarisches Sloppy Joes, Möhrenkuchen, Pflaumenmus … Ach Gott, eigentlich zu viel *g* Das Buch wird definitiv regelmäßig genutzt werden!

Und wen das jetzt überzeugt hat, der kann sich das Buch auf Gabis Seite das Buch jetzt im Juni versandkostenfrei bestellen. Natürlich kann es auch über Amazon in Papierform oder für den Kindle bestellt werden.

6 thoughts on “Rezension: Slowcooker vegetarisch

  1. Susanne 10. Juni 2015 um 11:31 Reply

    Ich mag das Buch auch :-)

    Gefällt 1 Person

  2. Gabi Frankemölle 10. Juni 2015 um 16:30 Reply

    Das ist nett, dass du die zwei/drei unscharfen Fotos auf den Druck zurück führst – eigentlich war es doch meine Unfähigkeit bzw. die Familie im Hintergrund: „Können wir das endlich essen oder wie lange willst du noch fotografieren?“

    Gefällt 1 Person

  3. […] prädestiniert! Also wurde es Zeit mal ein sättigendes Hauptmahlzeitsüppchen aus dem “Slowcooker vegetarisch” zu kochen. Diese hier schien mir ausreichend zum Mittagessen. Ich meine, was passt besser zu […]

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  4. […] Tomatensauce kochen, schichten und in den Ofen schieben. Aber es ist sooo lecker! Im “Slowcooker vegetarisch” sah ich eine Variante, die eben so langsam im Crockpot gekocht wird. Kann das gehen? So ganz […]

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