Schnelle Rubs zum Grillen

Jetzt mal Butter bei die Fische, fast alle von uns kaufen doch dieses vormarinierte Fleisch zum Grillen aus dem Supermarkt oder beim Metzger. Ich nehme mich dabei nicht aus, es ist einfach zu bequem! Erst Recht, wenn man für viele grillen möchte oder die Grillverabredung sehr spontan zustande kommt. Aber irgendwie behagt mir das nicht. Man sieht nicht welche Qualität das Fleisch hat, was in den Marinaden genau drin ist und letztendlich, ob die Marinade überhaupt schmeckt. Auch meine Vorstellung war, dass so Fleisch lange marinieren muss, damit es gut schmeckt. Das stimmt bei manchen Marinaden, aber in der amerikanischen Küche gibt es sogenannte Rubs.

Rubs sind trockene Gewürzmischungen, die kurz vor dem Grillkontakt auf das gewünschte Fleisch oder Gemüse gerieben werden. Daher auch der Name „Rub“ vom englischen „to rub“, also „einreiben“. Das erste Mal aufmerksam auf dieses Konzept wurde ich bei DJ BBQ, der in Kooperation mit Jamie Oliver’s FoodTube-Channel seinen eigenen YouTube-Kanal betreibt. Dort präsentiert er die unterschiedlichsten Grillrezepte, entweder aus dem Smoker oder Kugelgrill, langsam gegarte, große Fleischstücke oder schnelle Steaks und Burger. Aber auch andere essentielle Grillzutaten wie die unterschiedlichsten Saucen, Dips oder Marinaden. Lauter tolle, hochamüsante Videos, bei denen ich sabbernd vor’m Rechner sitze *g* und mir einen eigenen großen Smoker wünsche. Hachz, wenn ich mal groß bin ;-)

Besagter DJ BBQ brachte letztes Jahr ein kleines, aber feines Buch heraus, genannt „The BBQ Book“ (ja, das ist ein Amazon-Link. Nein, ich bekomme kein Geld, wenn ihr dort bestellt.), mit, laut Untertitel, den ultimativen 50 Rezepten, um meine Art zu Grillen zu verändern. Und wenn ich einen vernünftigen Grill hätte, täte es das wahrscheinlich auch. Da sind so coole Rezepte drin, Tipps zum Grillen nach den unterschiedlichen Hitze-Methoden. Er verrät Familienrezepte von seinem Großvater und seiner Frau, außerdem Beilagen und Grundzutaten. Grundmarinaden sind bei ihm eben auch Rubs, die er auf viele Fleischstücke reibt, deren Rezepte er im Buch zeigt. Und zwei davon möchte ich Euch heute vorstellen, die ich schon in vielen von DJ BBQs Videos gesehen habe.

Die beiden Mischungen sind innerhalb weniger Minuten zusammen gemischt und halten sich im Glas monatelang, so dass man im Fall des Grillfalles nur noch das Glas im Vorratsschrank hervor kramen muss, um das Fleisch einzureiben.

Als erstes den „Mix of rad“, „rad“ wird hier als Adjektiv im Sinne von „bombig“ oder „krass“ benutzt. Also macht Euch auf was gefasst! Der Geschmack ist eher erdig, aber trotzdem ein bisschen zitronig-frisch durch die Koriandersamen. Außerdem eine dezente Schärfe durch die türkischen Chiliflocken, wer mag, darf gerne mehr nutzen. Es passt zu Pulled Pork, Pulled Beef, als Burgergewürzmischung, zu Lamm oder Hühnchen. Angeblich sogar auf Grilled Cheese Sandwiches, was auf dieser Seite des Internets noch auszutesten ist.

Mix of Rad

2 EL weicher brauner Zucker (z.B. Muscovado)
1 gehäufter EL Meersalz
1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL gemahlener Koriander
1 EL granulierte Zwiebel
1 EL granulierter Knoblauch
1/2 TL englisches Senfpulver
1/2 TL gemahlene Nelke
1/4 TL Chiliflocken (oder mehr)

Alle Zutaten miteinander verrühren. Falls ihr ganzen Kreuzkümmel, Koriander und Pfeffer benutzt, am Besten mit einem Teil des Salzes und/oder Zucker im Mörser fein zerstoßen.

Im Glas an einem dunklen Ort gelagert, hält sich die Mischung monatelang.

Quelle: Stevenson, Ch. (2014): The BBQ Book by Dj BBQ. Penguin. p110

Der „Mix of Awesomeness“, vom englischen Adjektiv „awesome“ wie „großartig“, ist eine fruchtige Mischung, die wunderbar zu hellerem Fleisch wie Hähnchen, Fisch oder auch Gemüse passt. Eine wunderbare Note bekommt es durch das geräucherte Paprikapulver.

Mix of Awesomeness

1/2 Bio-Zitrone, Schale
1/4 Bio-Orange, Schale
3 EL weicher brauner Zucker (z.B. Muscovado)
1 EL Meersalz
1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL granulierte Zwiebel
1 EL granulierter Knoblauch
1 TL geräuchertes Paprikapulver

Die Schale von der Zitrone und Orange fein abreiben. Mit den restlichen Zutaten gut vermischen. Die Mischung ist noch etwas feucht durch die Schalen und verklumpt dadurch im Glas, aber mit ein wenig enthusiastischem Schütteln wird sie wieder streu- und einreibfähig.

Im Glas an einem dunklen Ort gelagert, hält sich die Mischung monatelang.

Quelle: Stevenson, Ch. (2014): The BBQ Book by Dj BBQ. Penguin. p 108

Ich habe die beiden Mischungen auf Schweinenackensteak und Rückensteak verrieben. Weil ich ja nur einen kleinen Elektrogrill habe noch ein wenig Öl mit auf dem Fleisch verrieben und dann die beste Ärztin grillen lassen:

Und deswegen dürfen die beiden Rubs auch beim CIX. Blogevent „it’s BBQ-time!“ im Kochtopf, ausgerichtet von Sandra „From Snuggs Kitchen„, teilnehmen.

Blog-Event CIX - it's BBQ-time! (Einsendeschluss 15. Juni 2015)
Der besten Ärztin und ich waren richtig begeistert von den Rubs! Sie machen das Fleisch schön würzig und man braucht überhaupt keine Sauce mehr dazu. Es ist so einfach! Really Awesome! Ich werde die beiden Mischungen ab sofort im Vorrat haben und auch mit in den Familiensommerurlaub nach Dänemark nehmen. Keine Fertigmarinade mehr für mich! Und für Zweifler kann man ja eine Portion vorbereiten und als kleines Geschenk mitnehmen.

Eine sehr große Nachbastelempfehlung von meiner Seite!

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22 thoughts on “Schnelle Rubs zum Grillen

  1. Werner 15. Juni 2015 um 10:22 Reply

    Hallo Anikó,
    beim Lesen deines Beitrages stelle ich mal wieder fest, ich bin doch irgendwie anders als die anderen. ;)
    Ich kaufe schon sehr lange kein fertiggewürztes Fleisch oder Fisch mehr. Das Problem dabei, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum für diese Produkte abgelaufen sind, dann werden sie mariniert und, völlig legal, weiter verkauft. So kannst du fast sicher sein, „nicht frische“ Ware zu bekommen.
    Bleibt als Alternative: Selber marinieren oder rubben!
    Gutes Stück Fleisch oder guter Fisch und nach eigenem Geschmack würzen. Das ist wirklich kein großer Mehraufwand, denn gerade selbstgemischte Rubs halten sich sehr lange.
    Machst du jetzt also alles richtig. :)

    Ciao Werner

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    • Anikó 15. Juni 2015 um 10:25 Reply

      Ja, manchmal braucht man einfach ein bisschen länger. Aber jetzt wurde ich ja bekehrt ;-)

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  2. hafensonne 15. Juni 2015 um 10:45 Reply

    Wir kaufen auch schon lange nix mariniertes mehr. Gutes Fleisch braucht keine Marinade (remember the mangalica). Aber die Rubs klingen interessant, kann man ja mal nachbasteln ;-).

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    • Anikó 15. Juni 2015 um 16:35 Reply

      Ja, das Mangalica war super, aber manchmal finde ich zusätzliche Aromen auch sehr nett :-)

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      • hafensonne 18. Juni 2015 um 13:29

        Zusätzliche Aromen brauchst Du als Elektrogrillerin natürlich. Wir ham neulich völlig überteuerte Späne aus alten Weinfässern gekauft, die weicht man in Wasser ein und haut sie dann noch feucht auf die glühende Holzkohle. Qualmerei des Jahrhunderts, aber ein Aroma! Wenn Du da drauf ein leckeres Färsen-Entrecôte grillst, hast Du Aromen, da fehlt nur noch etwas Salz ;-)

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  3. noemi 15. Juni 2015 um 11:40 Reply

    Ich werd mir jetzt auch mal auf Vorrat so ein Döschen anlegen….bisher habe ich halt immer direkt gerubt ;-) so wie beim Pferd neulich.
    Nur dieses Knoblauch- und Zwiebelgranulat behagt mir nicht so recht….nehm ich sonst nie…..

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    • Anikó 15. Juni 2015 um 11:48 Reply

      Ich auch hier das erste Mal, aber wüsste nicht wie man den Geschmack sonst unkompliziert und haltbar da rein kriegt … Und alle von DJ BBQs Rubs sind damit, er meinte, die sind ein Muss.

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      • Nadi 15. Juni 2015 um 17:39

        Naja, das ist doch nicht so schwer: die Mischung ohne Granulat anfertigen und dann jeweils frischen Knofi dazu pressen.
        Ich mische meine Rubs übrigens immer noch mit etwas Sonnenblumenöl, so dass eine Paste entsteht. Damit wird das Fleisch beim Grillen noch zarter

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      • Anikó 15. Juni 2015 um 17:47

        Ja, daran dachte ich auch, aber finde das mit der Zwiebel, deren Geschmack ja auch wesentlich ist, schwieriger. Zwiebelwürfel, auch noch so fein, sind noch zu grob und verbrennen wahrscheinlich … Erstmal bin ich so sehr zufrieden mit den Rubs :-)

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      • hafensonne 16. Juni 2015 um 12:28

        Das mit dem Öl ist interessant, wenn man das eher so als Paste macht, müsste man doch frische (gehäckselte) Zwiebeln mit ranmachen können, oder?

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  4. hafensonne 16. Juni 2015 um 12:29 Reply

    P.S. Wie stehts eigentlich alternativ mit Zwiebel-/Konblauchgranulat selbst herstellen?

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  5. marco 16. Juni 2015 um 14:00 Reply

    Hand aufs Herz. Da schliesse ich mich dem Werner an, fertig mariniertes Fleisch (schlimmstenfalls noch von der Tanke) kaufe ich selbst in „Notfällen“ nicht mehr. Problem a) wie von dir schön beschrieben: man sieht nicht, was man isst und kann sich von der Qualität nicht überzeugen. Noch viel schlimmer aber finde ich persönlich, dass sämtliche fixfertigen Marinaden einfach allesamt nahezu identisch schmecken und meist übersalzen sind. Rubs sind daher bei mir hoch im Kurs und deine beiden neuen Rezepte kommen gerade recht ;)

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    • Anikó 17. Juni 2015 um 17:02 Reply

      Der Gesundheitsaspekt mit zu viel Salz kommt ja noch erschwerend hinzu …
      Vielleicht schmeiße ich den Grill tatsächlich etwas öfter an und probiere ein paar Sachen aus :)

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  6. Sandra Gu 16. Juni 2015 um 19:03 Reply

    Auf Vorrat ist immer gut, ich werde am Wochenende mal die Rubs mischen und bin schon sehr gespannt :)

    Wäre eh mal wieder Zeit für Grillen!

    Vielen Dank für Deinen Beitrag zum Event :D

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    • Anikó 17. Juni 2015 um 17:00 Reply

      Dann hoffe ich sehr, dass sie Euch auch schmecken :-)

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  7. hafensonne 17. Juni 2015 um 11:15 Reply

    Bericht vom Einkauf: Die unnützes-Grillzubehör-Mafia hat jetzt auch Rubs im Angebot :-O sogar welche ohne Geschmacksverstärker oder Aroma. Aber ich wollte ja selbermachen ;-)

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    • Anikó 17. Juni 2015 um 11:24 Reply

      Echt? Ich guck wirklich so selten in diesen Abteilungen … Aber vielleicht sollte ich auch für mich alleine öfter grillen?

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      • hafensonne 17. Juni 2015 um 11:28

        Na, dis war so ein Spezialaufsteller bei den Köstlichkeitenregalen ;-) Konnte man kaum übersehen :-P wenn man einen kleinen Grill hat, warum nicht für sich alleine? Ach so, Du hast ja sogar Elektro, da spricht doch wirklich nix dagegen :-)

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      • Anikó 17. Juni 2015 um 11:32

        Ich bin momentan immer noch so, für 1 Bratwurst mach ich nicht so viel dreckig ;-) Mal gucken, ob sich das ändert…

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  8. […] Eine Vorgehensweise fand ich bei Gabi im Crocky Blog, nur als Gewürzmischung benutzt ich den Mix of Rad von DJ BBQ. Und der Rest ist ganz einfach: den Braten mit der Gewürzmischung über Nacht […]

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  9. Pulled Pork Fan 26. Juni 2016 um 15:43 Reply

    Schöne Zusammenstellung mit neuen Ideen.

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