Archiv für den Monat Juli 2015

Schnell und gut vorzubereiten: Spaghetti-Mangold-Frittata

Praktikum: Stressiger Vormittag und ich komme erst am späten Mittag bzw. frühen Nachmittag nach Hause. Da muss schnelles Essen auf den Tisch, am Besten schon teilweise vorbereitet, so dass ich so halb verhungert wie ich meist bin, nur noch kurz in der Küche stehen muss. Diese Frittata ist perfekt, die Spaghetti können schon am Vortag gekocht werden, der Mangold ist schnell vom Balkon gepflückt und geschnitten. Während die Mangoldfüllung zusammen fällt, schnell die Ei-Mischung mixen. Ich war ja erstaunt, wie gut der Mangold dieses Jahr auf meinem Balkon wuchs, dafür waren ja die Erbsen eher ein Reinfall.

Alles in allem, ein unaufwendiges, leichtes Sommeressen, dass auch wirklich gut nach Feierabend gezaubert werden kann. Und ich befürchte noch gesund dazu ;-) Und ja, köstlich, sehr köstlich sogar. Das ist ja das Wichtigste!

Spaghetti-Mangold-Frittata

Zutaten für 2 Portionen:
ca. 100 g Spaghetti
einige Blätter Mangold
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1 handvoll geriebener Parmesan
3 Eier

1 kleine Pfanne mit Deckel

(1) Die Spaghetti in kochendem Salzwasser laut Packungsanweisung al dente garen. Das kann auch schon am Tag vorher passieren.
(2) Die Mangoldblätter waschen, gut abtropfen lassen. Die Stiele schmaler schneiden, die Blätter in breitere Streifen. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Das Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen und die Frühlingszwiebeln andünsten. Knoblauchwürfelchen zugeben und so lange mitbraten bis sie zu duften beginnen. Den Mangold zugeben, salzen und pfeffern. So lange braten bis er zusammen gefallen ist. Mit etwas frisch geriebener Muskatnuss würzen. Die gekochten Spaghetti dazu geben und gut verrühren. Einigermaßen plan und fest in die Pfanne drücken.
(3) Den Parmesan mit den Eiern verschlagen, ebenfalls salzen und pfeffern.
(4) Die Eier gleichmäßig über die Spaghetti-Mangold-Mischung gießen. Deckel drauf und bei mittlerer Hitze so lange stocken lassen bis die Masse von unten goldbraun ist. Das dauert ca. 10 Minuten, vielleicht sogar ein bisschen länger. Dann die Frittata mit Hilfe des Deckels drehen und von der anderen Seite wieder goldbraun backen.

Zu einem frischen grünen oder Tomatensalat servieren.

Genießen!

Quelle: Idee nach Stich, N. (2015): Reisehunger. Gräfe und Unzer. München

Mangold-Feta-Strudel mit Gurken-Quark

Dieses Jahr habe ich Glück mit meinem Balkongarten (bis auf die Erbsen *seufz*). Die Tomaten entwickeln sich langsam zu einem Dschungel, die Blumen wuchern. Auch der Mangold wuchs ungeahnt üppig und wollte irgendwie verwendet werden, bevor er zu Schießen beginnt. Aber was mit dieser anscheinenden Riesenmenge Mangold anstellen?

Zu Nudeln hatte ich ihn letztens schon (wird als nächstes gezeigt), aber da wartet doch noch portionierter Strudelteig im Tiefkühler auf seine Verwendung und der Feta im Kühlschrank muss auch langsam weg. Perfekt! Also war ein Mangold-Feta-Strudel-Plan gefasst. Inspiration holte ich mir im weltweiten Zwischennetz und bastelte aus einigen Ideen mein eigenes Rezept. Und ich bin mehr als begeistert vom Ergebnis. Das Gericht lässt sich wieder wunderbar entzerrt zubereiten: den Gurkenquark morgens, dann vormittags die Mangoldfüllung und der Strudel wird dann mittags schnell ausgezogen. So gefällt mir das :-) Und der Geschmack belohnte die balkongärtnerische und kochtechnische Mühe. Wunderbar! Angenehm salzig, herzhaft und knusprig! Geradezu grandios in Kombination mit dem Gurkenquark!

Mal sehen, welche herzhaften Kombinationen mir noch über den Strudelweg laufen :-)

Mangold-Feta-Strudel mit Gurkenquark

Zutaten für 2 große Portionen:
400 g frischer Mangold
1 Knoblauchzehe
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
75 g Feta
1 Ei
1 Portion Strudelteig
Mehl zum Bestäuben
30 g Butter, geschmolzen

Für den Gurkenquark:
250 g Quark
1/2 Gurke
Salz
Pfeffer
eine Prise gemahlener Kreuzkümmel
1 kleine Knoblauchzehe

(1) Als erstes den Quark zubereiten, der muss ein wenig ziehen. Die Gurke schälen, grob raspeln und mit ein wenig Salz vermischt in einem Sieb ca. 30 Minuten abtropfen lassen. Gut ausdrücken und zum Quark in eine Schüssel geben. Mit Salz, Pfeffer und Kreiuzkümmel würzen. Den Knoblauch häuten und sehr fein hacken. Alles gut miteinander verrühren und im Kühlschrank ziehen lassen.
(2) Für den Strudel den Mangold waschen, gut abtropfen lassen. Alles in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Die Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen, den Knoblauch zugeben und so lange dünsten bis er duftet. Den Mangold hinein geben (wenn die Pfanne zu klein ist portionsweise), salzen und pfeffern. Einige Minuten bei höherer Hitze kochen lassen bis der Mangold zusammen gefallen ist. Mit Muskatnuss würzen. Wenn noch viel Flüssigkeit in der Pfanne ist, den Mangold mit einem Schaumlöffel aus der Flüssigkeit heben, gut ausdrücken und in eine Schüssel geben. Mit dem Ei und dem zerkrümelten Feta verrühren.
(3) Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Jetzt den Strudelteig nach der bewährten Methode dünn auf einem bemehlten Tischtuch ausziehen. Dünn mit der Hälfte der Butter bestreichen. Die Mangoldfüllung (ohne ausgetretene Flüssigkeit) gleichmäßig auf dem linken Drittel (siehe Bild 7) des Strudelteigs verteilen. Die Seiten einklappen und den Strudel mit Hilfe des Tischtuchs aufrollen. Auf das Backblech legen und mit dem Rest der Butter bestreichen. In die Mitte des Ofens schieben. 30 Minuten backen bis die Oberfläche goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und zusammen mit dem Gurkenquark servieren.

Genießen!

Sizilianische Spaghetti mit Mandel-Tomaten-Pesto

Man kann doch nie genug Rezeptideen für heiße, anstrengende Tage haben, oder? Bei Zsófi vom ungarischen Blog „Chili & Vanilia“ stellt sich ja regelmäßig der „Das muss ich sofort kochen!“-Reflex ein. So auch bei diesen Spaghetti mit einem Pesto aus Mandeln und rohen Tomaten. Das Pesto ist komplett innerhalb von maximal 20 Minuten gemacht und in der Zeit kochen die Spaghetti auch fröhlich vor sich hin. Körperlich großartig anstrengend ist es auch nicht, da der Stabmixer den Großteil der Arbeit für uns übernimmt. Auch hält sich das Pesto 2-3 Tage im Kühlschrank, so dass man ruhig für zwei Tage vorproduzieren kann. Perfekt bei den heißen Sommertemperaturen!

Augenscheinlich kommt diese Pestovariante aus Sizilien, genauer die Region Trapani an der Westküste Siziliens und ist eine der typisch italienischen rohen Saucen zu Pasta. Wichtig ist es das Ganze nicht zu fein zu pürieren, die geneigte Leserschaft will noch was zum Kauen haben. Trotzdem kommen die unterschiedlichen Aromen wunderbar zur Geltung und das Essen liegt einem nicht ewig schwer im Magen.

Es lohnt sich dieser Variante eine Chance zu geben!

Sizilianische Spaghetti mit Mandel-Tomaten-Pesto

Zutaten für 2 Portionen:
200 g Spaghetti
Salz
150 g Tomaten
75 g gehäutete Mandeln
1 große Knoblauchzehe
1/2 Bund Basilikum
1/2 TL Salz
3 El Olivenöl

Zum Servieren:
geriebener Parmesan
Chiliflocken
ein paar Basilikumblätter

(1) Das Wasser für die Spaghetti aufsetzen und diese nach Packungsanweisung in Salzwasser al dente kochen. Etwa eine Tasse des Kochwassers aufheben und die Nudeln abgießen.
(2) Währenddessen das Pesto zubereiten. Während die Mandeln in einer Pfanne bei mittelhoher Hitze goldbraun rösten, das Wasser zum Häuten der Tomaten zum Kochen bringen. Die Mandeln etwas abkühlen lassen. Die Tomaten von unten kreuzweise einritzen und für ca. 1 Minute ins kochende Wasser legen. Rausholen, kalt abschrecken. Die Tomaten häuten, die Kerne und den grünen Strunk entfernen. Grob würfeln und mit den Mandeln in ein hohes Gefäß geben. Den Knoblauch häuten und grob hacken. Zusammen mit dem Basilikum und Salz ins Gefäß geben. Mit einem Stabmixer fein pürieren. Zum Schluss das Olivenöl unterrühren (damit es nicht bitter wird).
(3) Jetzt sollten die Spaghetti fertig sein. Das Pesto mit etwas Kochwasser verdünnen und den Spaghetti gut vermischen.

Zum Schluss mit frisch geriebenem Parmesan, Chiliflocken und Basilikumblätter bestreuen und servieren.

Genießen!

Quelle: Chili & VaniliaSpagetti szicíliai, mandulás-paradicsomos pesztóval

Leb‘ gefährlich! – Senfeier mit Curry

Die Woche war anstrengend! Und da es nicht niederstreckend heiß war am Wochenende und ich noch die Eier von glücklichen Hühnern des Mitumschülers hatte, musste ich das absolute Lieblingsessen-seit-schon-immer kochen: Senfei. Aber nicht das übliche Familienrezept, sondern eine sommerlich-exotische Variante hatte es mir angetan. Gefunden habe ich diese mal wieder bei Herrn Paul im „Deutschland vegetarisch“, wo in die Senfsauce noch Würfelchen frischer Gurke kommen und man nach Geschmack auch noch Currypulver mit anbraten kann.

Und was soll ich sagen? Zum Süchtigwerden gut! Die Sauce ist sowohl im Geschmack als auch der Konsistenz vielschichtig. Durch die Gurken- und Zwiebelwürfelchen hat man was zu kauen und die Senfkörner geben einen netten Knuspereffekt. Die Sauce schmeckt eben nicht nur nach Senf, sondern bekommt durch das Currypulver und den Schmand süßliche und säuerliche Aromen!

Eine dicke Nachkochempfehlung von mir! Diese Variante wurde instant in mein Standardrepertoire aufgenommen!

Curry-Gurken-Senfei

Zutaten für 2 Portionen:
4 Eier
Salz
1+1 Spritzer Weißweinessig
100 g Gurke
1 kleine Zwiebel
1 EL Butter
1/2 TL Senfsaat
1 TL Currypulver, mild
1 EL Mehl
100 ml Gemüsebrühe
200 ml Milch
3 TL mittelscharfer Senf
2 gehäufte TL Schmand
1 Prise Zucker

1 kleines Beet Kresse
Kartoffeln nach Wahl als Beilage

(1) Als erstes die Kartoffeln wie gewünscht aufsetzen und garen. Für die Eier Wasser mit etwas Salz und 1 Spritzer Essig zum Kochen bringen. Die Eier anpieken und je nach gewünschtem Härtegrad 6-8 Minuten kochen. Herausnehmen und in kaltem Wasser abkühlen lassen.
(2) Vom Gurkenstück nur jeden zweiten Streifen abschälen. Halbieren, mit Hilfe eines kleinen Löffels entkernen und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und ebenfalls fein würfeln.
(3) Die Butter in einem Topf bei mittelhoher Hitze aufschäumen lassen. Gurken-, Zwiebelwürfel, Senfkörner und Currypulver darin andünsten bis das Gemüse glasig ist. Mit dem Mehl bestäuben und gut verrühren. Den Topf vom Herd nehmen und unter Rühren nach und nach die Brühe und Milch eingießen, so dass keine Klümpchen entstehen. Immer weiter rühren und 2 Minuten kochen lassen. Dann den Senf und Schmand unterrühren. Mit einem Spritzer Essig, Salz und Zucker abschmecken.
(4) Die gepellten Eier mit den Kartoffeln (Bratkartoffeln, Kartoffelbrei, Salzkartoffeln) mit der Sauce anrichten.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 85

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