Archiv für den Tag 1. Juli 2015

Oh Wunderteig, Du geliebter, vielfältiger Bastard!

Durch diese ganze Krankheitsgeschichte bin ich noch organisierter geworden als früher bzw. effizienter. Wenn die eigenen Kräfte schon für Kleinigkeiten schneller drauf gehen als bei gesunden Leuten, muss man sie sich besser einteilen. Und trotzdem passiert es mir manchmal, dass ich nicht rechtzeitig dran denke Brot zu backen und komplett brotlos da stehe. Nicht ein Krümelchen, nicht mal im Tiefkühler … Dann braucht es Rezepte, die sowohl schnell (so schnell es bei Hefeteig eben geht) als auch unkompliziert zu machen sind.

Frau Nata schwärmte mir ja schon öfter von Herrn Pauls Wunderteig vor, dessen Endprodukt sie bei einigen Events verköstigen durfte. Also schnell im tollentollenwunderbaren „Auf die Hand“ nachgeguckt. Großartig! Die Zutaten sind alle im Haus, für Maisgrieß benutze ich den letzten Rest feine Instant-Polenta. Und los geht’s! Der Teig ist unkompliziert zu machen, ich brauchte nur etwas mehr Mehl, weil ich Eier der Größe L hatte. Und in den Gehzeiten kann man auch ein bisschen Pause machen. Wunderbar. Der fertig gegangene Teig lässt sich wunderbar handhaben und so können ganz einfach Toastbrot oder Burger Buns oder Hotdog-Brötchen gemacht werden.

Der Geschmack ist großartigst! Nie wieder gekauftes Toastbrot! Fluffig, locker, leicht süßlich und doch mit etwas Biss durch den Maisgrieß. Es wurde sofort ins Standard-Repertoire aufgenommen und auch gleich ein paar Tage später nochmal in Form von Hotdog-Brötchen gebacken. Wofür die benutzt wurden? Das zeige ich Euch in drei Beiträgen. Seid gespannt!

Aber erstmal das Rezept für den Wunderteig!

Wunderteig für Toast, Burger oder Hotdog-Brötchen

Zutaten für 1 Portion:
450 g Weizenmehl Type 405 (vielleicht etwas mehr)
50 g Maisgrieß (z.B. feine Polenta)
150 ml lauwarmes Wasser
50 ml lauwarme Milch
30-40 g Zucker
1/2 Würfel frische Hefe
(oder 1 Tüte Trockenhefe)
2 Eier, zimmerwarm (Größe M)
80 g Butter, weich
5 g Salz

Zum Bestreichen:
1 Eigelb
1 EL Milch oder Sahne

Gesamtzeit: 2 Stunden
Gehzeiten: 3×30 Minuten = 90 Minuten

(1) Das Mehl mit dem Maisgrieß in eine große Schüssel geben. Gut vermischen und eine Mulde hinein machen. Das Wasser mit der Milch (warmes/heißes Wasser + kühlschrankkalte Milch = lauwarm) und dem Zucker vermischen, die Hefe unterrühren. Vorsichtig in die Mulde gießen. Mit ein wenig Mehl zu einem Vorteig verrühren, mit Mehl vom Rand bestäuben. Abdecken (z.B. mit einer Mörderduschhaube) und an einem zugfreien Ort 30 Minuten gehen lassen.
(2) Die Eier, Butter und das Salz zugeben. Mit Hilfe des Knethakens der Küchenmaschine 5 Minuten lang zu einem Teig kneten. Falls er noch nicht fest genug sein sollte, noch etwas Mehl zufügen. Ich brauchte bei beiden Versuchen so 1,5 bis 2,5 EL Mehl zusätzlich (meine Eier waren aber auch zu groß). Der Teig klebt etwas. Mit bemehlten Händen zu einer Kugel formen und abgedeckt wieder 30 Minuten an einem zugfreien Ort gehen lassen, z.B. im geschlossenen Ofen.

Für ein Toastbrot geht es wie folgt weiter:
(3) Eine Kastenbackform mit etwas weicher Butter auspinseln und mit wenig Mehl bestäuben. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Jetzt den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben. NICHT mehr kneten! In 6 gleich große Portionen teilen und diese mit bemehlten Händen zu einem Ball formen. Dafür jede Portion umfassen und mit den Fingern nach innen einkrempeln und nach innen einarbeiten, bis eine straffe Kugel entstanden ist. Die Nahtseite verschließen.
(5) Die Kugeln hintereinander in die vorbereitete Form setzen. Zugedeckt an einem zugfreien Ort nochmals 30 Minuten gehen lassen.

(6) Das Eigelb mit der Milch/Sahne verrühren. Das Toastbrot großzügig damit bepinseln.
(7) In den Ofen geben und 40-45 Minuten lang goldbraun backen.
(8) Das Toastbrot in der Form auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Mit einem scharfen Sägemesser lässt es sich hervorragend schneiden!

Für 8-12 Hotdog-Brötchen ist folgendes zu tun:
(3) Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Den Teig jetzt auf die bemehlte Arbeitsfläche geben. NICHT mehr kneten! Mit einem bemehlten Messer in 8 bis 12 Portionen teilen (8 Stück sind wirklich richtig groß!). Jede Portion mit bemehlten Händen zu einem Ball formen. Dafür jede Portion umfassen und mit den Fingern nach innen einkrempeln und nach innen einarbeiten, bis eine straffe Kugel entstanden ist. Die Nahtseite verschließen. Die Kugeln durch hin- und herrollen unter Druck der Handflächen zu Rollen formen und in gleichmäßigem Abstand voneinander auf das Backblech legen. Mit einem sauberen Küchentuch abdecken und weitere 30 Minuten an einem zugfreien Ort gehen lassen.
(5) Das Eigelb mit der Milch/Sahne verquirlen und die Hotdog-Brötchen bepinseln.
(6) Auf die mittlere Schiene im Ofen geben und in 20-25 Minuten goldbraun backen.

Genießen!

Sowohl Toast als auch Hotdog-Brötchen lassen sich ohne Probleme einfrieren und sind dann aufgetaut wie frisch.

Quelle: Paul, S. (2014): Auf die Hand – Fingerfood & Abendbrote. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 274-275

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