Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag V: Møns Klint

Der Tag begann früh für mich. Nachdem wir gestern Abend schon auf die Schnuppen warteten, aber kaum Sterne zu sehen waren, weil es hier im hohen Norden definitiv länger hell ist. Trotzdem sahen wir zwei Stück. Aber das sollte noch nicht alles sein, gegen 2 Uhr wurde ich von alleine wach und wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch schnell raushuschen, fix das Sternbild des Perseus gesucht (schräg links unter dem Kassiopeia-w) und da flogen sie auch schon. Nein, nicht fliegen. Es war tatsächlich als fielen sie. Die englische Bezeichnung „falling star“ ist schon sehr passend! Und der Nachthimmel hier! Du! Meine! Güte! Selten sah ich so unglaublich viele Sterne am Firmament! Unglaublich beeindruckend! Dazu das auf- und abflackernde Licht des Leuchtturms und das Geräusch der nahen Brandung! Glückseligkeit pur!

Vom Sonnenaufgang wurde ich trotzdem geweckt. Heute mal in klassisch.

Aber nochmal schnell ins Bett gekuschelt und bis halb neun geschlafen. Nach dem Frühstück ging es auch schon los ins GeoCenter Møns Klint. Das ist ein Museum mit einer interessanten, interaktiven Ausstellung über die Kreide, ihre Entstehungszeit, Dinosaurier, Kreidenutzung usw. direkt an den inseleigenen Kreidefelsen gelegen.

Hier sieht man ein komplettes, in einem Kreidestück eingeschlossenes Fossil:

Im Boden waren viele unterschiedliche, typische Fundstücke der Kreideküste eingelassen:

Auch die Entstehung der Kreide, wie sie mit anderen Erdschichten überlagert und wieder freigelegt wurde, wird sehr anschaulich zum Ausprobieren gezeigt. Ein Spaß für alle Wasserplanscher (hauptsächlich Kinder, aber auch viele Erwachsene probierten es aus *g*).

Besonders spannend fand ich, wozu Kreide alles genutzt wird, abgesehen zum Beschreiben von Schultafeln. Oder wusste die geneigte Leserschaft, dass sie in Wandfarbe ist, Zement oder Gießkannen?

Danach machten wir eine Pause im museumseigenen Café. So lange wir auf das Essen warteten, konnte ich ein wenig das Gelände betrachten. Das hier in der Mitte ist der Spielplatz, der auch reichlich genutzt wurde. Daneben finden sich einige Holzbänke mit Tischen, perfekt für Picknicks geeignet. Das Museum ist rollstuhlgerecht gebaut und es stehen auch einige Rollstühle und Kinderwägen zum Ausleihen bereit. Die Angestellten, mit denen ich zu tun hatte, waren allesamt nett und zuvorkommend. Das Café könnte zur Mittagszeit etwas organisierter sein (oder sie rechnen nicht mit Busladungen voll Senioren *g*) …

… dafür ist das Essen sehr lecker. Herr Papa und ich hatten ein Sandwich mit Hähnchen in Curry-Dressing samt Unmengen an leckerem Salatgrünzeug und knusprigem Bacon. Frau Mama und Zwerg entschieden sich für Smørrebrød mit Hähnchensalat, Roastbeef und Pastete und zu guter Letzt Ei plus Krabben. Also wenn Dänen kulinarisch eins richtig gut können, dann Brote belegen! Gibt es ein empfehlenswertes Smørrebrød-Kochbuch?

Danach erkundeten wir die Umgebung und wollten jetzt endlich die sagenumwobenen Kreidefelsen bestaunen. Über viele, viele Treppenstufen (das war schon anstrengend, ich habe keine vertikale Kondition und meine Beine erst recht nicht mehr) kommt man durch wunderschönen Buchenwald …

… zu den Aussichtspunkten. Sieht das nicht aus wie in der Südsee?

Und die Farben des Wassers!

Mit den imposanten, blendend weißen Kreidefelsen!

Es gibt noch einen anderen, mit Holzbohlen gebauten Weg, über den auch Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, bequem über steile, mit Buchen bewachsene Abhänge …

… zu hübschen Aussichtspunkten kommen und dort die majestätischen Felsen und das türkisblaue Wasser genießen können.

Wald. Kreide. Meer. – Großartige Kombination!

Während wir den zweiten Weg entlang gingen, stieg Zwerg Dänemarks längste Treppe mit 497 Stufen zum Strand hinab und auch wieder hinauf. Wir ruhten uns derweil aus und genossen die Sonne.

Wer fitter ist als wir momentan, kann auch noch spannende Expeditionen machen: auf Fossilienjagd gehen, eine Klettertour durch die Bäume machen (auch schon ab 6 Jahren möglich), mit dem Mountainbike die Gegend erkunden oder im Hochsommer eine Schnorcheltour an der Küste machen. Auch lässt sich die Eintrittskarte kostenlos in einen Saisonpass umwandeln, so dass man immer wieder kommen und an sämtlichen Programmpunkten für lau teilnehmen kann.

Zum Schluss gingen wir noch fix einkaufen und genossen zurück in der Ferienwohnung eine Zimtschnecke, diesmal aus Plunderteig.

Ein schöner Tag! Ein spaßiger Ausflug! Ein wunderschöner Fleck Natur auf diesem Planeten! Kann ich nur jedem empfehlen hinzufahren, wenn die geneigte Leserschaft in der Gegend weilt!

GeoCenter Møns Klint
Stengårdsvej 8
DK – 4791 Borre

www.moensklint.de

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2 thoughts on “Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag V: Møns Klint

  1. hafensonne 13. August 2015 um 21:27 Reply

    In Sachen Sommerhit 2013:

    Respekt, Zwerg! Ich weiß nicht, ob min Bein das hergibt!

    Denn: Wir machen wohl auch nochmal rüber. Zweiter Hochzeitstag scheint ein guter Moment für „We’ll be back“ zu sein.

    Wenn bei der Rückfahrt Zeit ist: Das Sorte Geomuseum in Gedser ist auch ansehenswert!

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  2. […] fuhren mit Zwerg ein wenig die Insel weiter erkunden, Zwerg machte die Fossilien-Expedition des GeoCenters mit und die Eltern flanierten ein wenig durch […]

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