Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XI: Mittelaltercenter in Nykøbing F.

Der letzte volle Urlaubstag begrüßte uns mit einem klassischen Sonnenaufgang in hellblau und hellgelb.

Nach dem Frühstück ging es los ins 53 km entfernte Middelaldercentret in Nykøbing/Falster. Das ist ein Freilichtmuseum, in dem die mittelalterliche Stadt Sundkøbing des späten 14., frühen 15. Jahrhundert dargestellt wird.  Durch Freiwillige und auch viele Studenten wurde mit Hilfe von Experimentalarchäologie die Stadt nur mit Methoden des Mittelalters erbaut und im Sommer bewohnt. Es wird auch viel geforscht auf dem Gelände, so sollte an dem Tag als wir dort waren, herausgefunden werden, wie man Schwefel damals hätte herstellen können.

Natürlich gab es auch einen Turnierplatz, auf dem Ritterturniere ausgetragen werden (jeden Tag 13:30h):

Es gibt auch Tiere, wie dieser prächtige, freilaufende Hahn samt Damengefolge.

Zur Verteidigung der Stadt wurden Steinschleudern gebaut, die auch mit Hilfe des Publikums abgefeuert werden…

… um etwaige von See kommende Feindesschiffe abzuwehren. Hübsche Aussicht übrigens, nicht?

Eines der herrschaftlichen Häuser mit ein paar Handwerker-Häusern drumrum.

Wie schon erwähnt leben jeden Sommer Menschen dort, die auch die jeweiligen Handwerksberufe ausüben und Besuchern bereitwillig ihre Kunst erklären, wie diese Weberin und Färberin.

Das herrschaftliche Haus konnte man auch von innen besichtigen. Das hier sieht aus wie ein Verkaufs-Aufenthaltsraum…

… in dem auch Keramiken präsentiert werden.

Wahrscheinlich der Hauptaufenthaltsraum der Familie mit Feuerstelle und Bett.

In der oberen Etage findet man ein „Doppelstockbett“ (wer findet den zweiten Stock? *g*)

Im selben Zimmer steht ein Webstuhl.

Nebenan steht ein Haus, das wahrscheinlich eine ärmere Familie bewohnte  oder in dem das Gesinde untergebracht war.

In dem Ort gab es auch Gartenteile, die voneinander getrennt waren und vielleicht zur allgemeinen Nutzung waren. Hier ein Teil des Kräutergartens.

Der Rosengarten (alte Sorten, die nur einmal blühen) samt Taubenschlag. Es erinnert mich doch arg an „Aschenputtel“ …

Ein weiterer Teil des Kräuter- und Blumengartens.

Auch einen Obstgarten mit wunderschönen Äpfeln gab es.

Für bessere Ernten wurden dort Bienenkörbe aufgestellt.

Der Marktplatz des Ortes mit einigen Handwerkshäusern drumrum. Während das Ritterturnier schon begann, schlenderten Frau Mama und ich dort herum und unterhielten uns mit dem Zinngießer des Ortes, der uns die verschiedenen Pilgerzeichen erklärte (die man auch im Museumsladen käuflich erwerben kann).

Der Hinterhof eines Handwerkshauses.

Dorfplatz am Wasser mit Glocke.

Beim Ritterturnier treten der Ritter von Lilienstein (in gelb) in einigen Disziplinen gegen…

… den ortseigenen Ritter Henrik Swan an. Bitte beachtet den Helm *g* Natürlich unter ordentlich Jubel und Buh-Rufen des Publikums!

Außer der mittelalterlichen Stadt gibt es auf dem Gelände auch einen Technologiepark im Wald, in dem die Archäologen und Historiker versuchten altertümliche und mittelalterliche Gerätschaften anhand der Skizzen und Zeichnungen nachzubauen.

Diese Wasserschraube, erfunden von Archimedes, funktioniert 1a und ist leicht zu reparieren.

Ein mobiler Angriffturm.

Die selbsttragende Brücke, erfunden vom großen Leonardo da Vinci. Hält!

Ein großartiger Ausflug, der uns allen richtig gut gefallen hat! Das Mittelaltercenter ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder geeignet. Es gibt viele Freiflächen zum Spielen und Laufen für kleine Kinder, es gibt Programm wie Bogenschießen, das Ritterturnier oder das Abfeuern der Steinschleudern zu verschiedenen Tageszeiten. Die „Bewohner“ des Ortes sind für alle Fragen offen und haben eine Menge Wissen (auch für historisch interessierte Personen). Auch fürs leibliche Wohl wird gesorgt. Auf dem Gelände findet sich ein Restaurant mit mittelalterlich anmutenden Speisen oder ein Café mit Kleinigkeiten wie warm geräuchertem Lachs und Salat oder Pommes mit Wurst/Pølser oder Hähnchenbrust, auch das obligatorische Smørrebrød fehlt nicht im Angebot. Wer lieber selbst Picknick machen will, findet auch neben dem Turnierplatz einen gemütlichen Ort mit Lagerfeuer und Picknicktischen. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel für Groß und Klein! Große Empfehlung von uns!

Als wir wieder zurück waren, wurde erstmal ausgiebig gekatzt, bevor der kleine Racker am nächsten Tag in sein neues Zuhause zieht! So ein Süßer!

Und bevor wir die Koffer packten ein letzter Spaziergang zum Meer mit doch recht starker Brandung!

Manchmal muss man erst wegfahren, um wieder mitzukriegen, wie schön die eigene Heimat eigentlich ist. Møn ist Mecklenburg-Vorpommern doch sehr ähnlich, wodurch uns dessen Schönheit erst wieder bewusst wurde.

Adresse:

Middelaldercentret
Ved Hamborgskoven 2-4
4800 Nykøbing Falster
Dänemark

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4 thoughts on “Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XI: Mittelaltercenter in Nykøbing F.

  1. richensa 26. August 2015 um 11:34 Reply

    Das war doch mal ein schöner Abschluss des Urlaubs! Beim nächsten (Sommer-) Dänemark-Trip werde ich sicherlich einmal dort vorbeischauen.

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  2. noemi 26. August 2015 um 12:35 Reply

    Was für eine schöne Gegend!!
    Wäre fast eine Überlegung wert, die diesjährigen Urlaubspläne noch mal zu überdenken ;-)
    Wobei es Anfang Oktober da wahrscheinlich nicht mehr ganz so angenehm von den Temperaturen her ist….

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  3. hafensonne 27. August 2015 um 11:20 Reply

    Habt Ihr am Strand eigentlich auch Schätze gefunden? Dass Møn schön ist, haben die Nähmarie, der Mister und wir ja schon vor fast genau 2 Jahren festgestellt ;-)

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    • Anikó 27. August 2015 um 17:47 Reply

      Also ich nicht wirklich, habe aber auch nicht so den Steineblick wie beispielsweise die Lieblingstante. Und um ehrlich zu sein, auch nicht wirklich geguckt ;-)

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