Perfektes Samstagsessen: Spreewälder Schmorgurken

So, das letzte Rezept mit den heißgeliebten Schmorgurken für dieses Jahr! Eine kleine schlummert noch in meinem Kühlschrank und wird zum Abendbrot-Klassiker Schmorgurke mit Ei verbraten :-) Aber wir Foodblogger haben ja einen – wenn auch kleinen – Bildungsauftrag und probieren deswegen gerne neue Rezepte aus :-)

DIE Gurkenregion Deutschlands ist ja bekanntermaßen der Spreewald mit seinen feuchten, humusreichen Böden und dem speziellen Klima. Eine Kombination die vielen Gurkensorten offensichtlich gefällt und sie dort wie wahnsinnig wachsen lässt. Bekannt sind ja vor allem die eingelegten Gurken, die auch tatsächlich richtig lecker sind. Ohne Frage. Und sogar der Fontane Theodor fand in den 1870er Jahren, dass die Spreewaldgurke das Nr. 1 Produkt der Brandenburger Landwirtschaft sei (Ja, für die Leser mit leichter Geographielegasthenie, der Spreewald liegt in Brandenburg. KvP quasi, also „Kurz vor Polen“ *g*). Und wo bestimmte Produkte gut wachsen, werden auch vielfältige Möglichkeiten zur Verwertung im Alltag entwickelt.

Schon vor zwei Jahren oder so beschwerte ich mich in einem Beitrag über Schmorgurken, dass ich leider kein regionales Kochbuch besitze, in dem sich Rezepte aus dem Spreewald befinden. Das hat sich mittlerweile geändert als mir Frau Mama ihr Exemplar von „Küchenrenner für Landschaftskenner“ würdevoll übergab, dass sie mal von der allerbesten Oma von Welt geschenkt bekam. Es ist ein kleines Buch, das typische Rezepte aus Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, dem Spreewald, Thüringen und auch Sachsen zeigt. Von Suppen über Kuchen, große Braten, Gemüsegerichte bis Getränke, alles vertreten. Die Rezepte sind zwar nicht so präzise, wie es sich Anfänger wünschen würden, aber mit ein wenig Gefühl und Erfahrung werden die Gerichte köstlich. Dieses Rezept für Schmorgurken auf Spreewälder Art sollte eigentlich auch in zwei Töpfen zubereitet werden, die Gurken mit Zwiebel kochen und dann zu der fertigen Mehlschwitze in den zweiten Topf geben. Das war mir aber irgendwie zu umständlich. Ich habe es auf einen Topf plus ein Schüsselchen zum Aufbewahren des knusprigen Bacons beschränkt. Viel abwaschfreundlicher ;-)

Das Rezept eignet sich gut für geschäftige Samstage, denn in der Zeit, wo die Gurken Wasser ziehen, können noch schnell andere Sachen im Haushalt gemacht werden. Der Rest ist auch relativ einfach gekocht und ein paar Pellkartoffeln dazu, machen den Genuss perfekt. Wunderbare Alltagsküche!

Spreewälder Schmorgurken

Zutaten für 2 Portionen:
1 große Schmorgurke (etwa 800 g)
Salz
2 TL Weißweinessig
50 g Bacon
1 kleinere Zwiebel
2 TL Rapsöl
1 TL Zucker
1,5 TL Mehl
200 ml Brühe

(1) Gurke schälen, längs und quer vierteln. Die einzelnen Viertel nochmal in 2-3 Stücke schneiden. Es sollen relativ große Stücke bleiben. Etwas salzen und mit Essig würzen, ca. 30 Minuten stehen und Saft ziehen lassen.
(2) Den Bacon in Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(3) 1 TL Rapsöl mit den Baconwürfeln in einem mittelgroßen Topf erhitzen und den Speck bei mittlerer Hitze  knusprig braten. Herausnehmen. Das restliche Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittelhoher Hitze andünsten bis sie etwas Farbe haben. Den Zucker und Mehl zufügen, etwas anbraten. Mit der Flüssigkeit von den Gurken und der Brühe ablöschen und gut verrühren, dass kein Klümpchen entstehen. Die Gurkenstücke zugeben, etwas pfeffern. Bei nicht ganz geschlossenenm Deckel bei mittlerer Hitze so lange schmoren lassen bis die Gurken gar sind. Nochmals abschmecken, ob noch ein bisschen Salz, Pfeffer, Zucker fehlt?

Zum Schluss die Baconstückchen drüber streuen.

Passt wunderbar zu Pellkartoffeln.

Genießen!

Quelle: leicht verändert nach Crummenerl, R. (1986): Küchenrenner für Landschaftskenner – Eine kulinarische Reise durch Sachsen, Thüringen, Mecklenburg und andere schöne Gegenden. Verlag für die Frau. Leipzig. p 110

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Ein Kommentar zu “Perfektes Samstagsessen: Spreewälder Schmorgurken

  1. multikulinaria 14. September 2015 um 18:51 Reply

    Schade, dass mein Mittagkocher keinen Bacon mag. Sonst würde ich das direktemang nachmachen. In den Spreewald sollten wir auch mal wieder fahren. So schön …

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