Archiv für den Monat September 2015

Perfektes Samstagsessen: Spreewälder Schmorgurken

So, das letzte Rezept mit den heißgeliebten Schmorgurken für dieses Jahr! Eine kleine schlummert noch in meinem Kühlschrank und wird zum Abendbrot-Klassiker Schmorgurke mit Ei verbraten :-) Aber wir Foodblogger haben ja einen – wenn auch kleinen – Bildungsauftrag und probieren deswegen gerne neue Rezepte aus :-)

DIE Gurkenregion Deutschlands ist ja bekanntermaßen der Spreewald mit seinen feuchten, humusreichen Böden und dem speziellen Klima. Eine Kombination die vielen Gurkensorten offensichtlich gefällt und sie dort wie wahnsinnig wachsen lässt. Bekannt sind ja vor allem die eingelegten Gurken, die auch tatsächlich richtig lecker sind. Ohne Frage. Und sogar der Fontane Theodor fand in den 1870er Jahren, dass die Spreewaldgurke das Nr. 1 Produkt der Brandenburger Landwirtschaft sei (Ja, für die Leser mit leichter Geographielegasthenie, der Spreewald liegt in Brandenburg. KvP quasi, also „Kurz vor Polen“ *g*). Und wo bestimmte Produkte gut wachsen, werden auch vielfältige Möglichkeiten zur Verwertung im Alltag entwickelt.

Schon vor zwei Jahren oder so beschwerte ich mich in einem Beitrag über Schmorgurken, dass ich leider kein regionales Kochbuch besitze, in dem sich Rezepte aus dem Spreewald befinden. Das hat sich mittlerweile geändert als mir Frau Mama ihr Exemplar von „Küchenrenner für Landschaftskenner“ würdevoll übergab, dass sie mal von der allerbesten Oma von Welt geschenkt bekam. Es ist ein kleines Buch, das typische Rezepte aus Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, dem Spreewald, Thüringen und auch Sachsen zeigt. Von Suppen über Kuchen, große Braten, Gemüsegerichte bis Getränke, alles vertreten. Die Rezepte sind zwar nicht so präzise, wie es sich Anfänger wünschen würden, aber mit ein wenig Gefühl und Erfahrung werden die Gerichte köstlich. Dieses Rezept für Schmorgurken auf Spreewälder Art sollte eigentlich auch in zwei Töpfen zubereitet werden, die Gurken mit Zwiebel kochen und dann zu der fertigen Mehlschwitze in den zweiten Topf geben. Das war mir aber irgendwie zu umständlich. Ich habe es auf einen Topf plus ein Schüsselchen zum Aufbewahren des knusprigen Bacons beschränkt. Viel abwaschfreundlicher ;-)

Das Rezept eignet sich gut für geschäftige Samstage, denn in der Zeit, wo die Gurken Wasser ziehen, können noch schnell andere Sachen im Haushalt gemacht werden. Der Rest ist auch relativ einfach gekocht und ein paar Pellkartoffeln dazu, machen den Genuss perfekt. Wunderbare Alltagsküche!

Spreewälder Schmorgurken

Zutaten für 2 Portionen:
1 große Schmorgurke (etwa 800 g)
Salz
2 TL Weißweinessig
50 g Bacon
1 kleinere Zwiebel
2 TL Rapsöl
1 TL Zucker
1,5 TL Mehl
200 ml Brühe

(1) Gurke schälen, längs und quer vierteln. Die einzelnen Viertel nochmal in 2-3 Stücke schneiden. Es sollen relativ große Stücke bleiben. Etwas salzen und mit Essig würzen, ca. 30 Minuten stehen und Saft ziehen lassen.
(2) Den Bacon in Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(3) 1 TL Rapsöl mit den Baconwürfeln in einem mittelgroßen Topf erhitzen und den Speck bei mittlerer Hitze  knusprig braten. Herausnehmen. Das restliche Öl erhitzen und die Zwiebelwürfel bei mittelhoher Hitze andünsten bis sie etwas Farbe haben. Den Zucker und Mehl zufügen, etwas anbraten. Mit der Flüssigkeit von den Gurken und der Brühe ablöschen und gut verrühren, dass kein Klümpchen entstehen. Die Gurkenstücke zugeben, etwas pfeffern. Bei nicht ganz geschlossenenm Deckel bei mittlerer Hitze so lange schmoren lassen bis die Gurken gar sind. Nochmals abschmecken, ob noch ein bisschen Salz, Pfeffer, Zucker fehlt?

Zum Schluss die Baconstückchen drüber streuen.

Passt wunderbar zu Pellkartoffeln.

Genießen!

Quelle: leicht verändert nach Crummenerl, R. (1986): Küchenrenner für Landschaftskenner – Eine kulinarische Reise durch Sachsen, Thüringen, Mecklenburg und andere schöne Gegenden. Verlag für die Frau. Leipzig. p 110

#12von12 im September

Gestern war wieder der 12. Tag des Monats, also wurde in zwölf Bildern festgehalten, was ich den lieben langen Tag so trieb.

Und wer neugierig ist kann gerne bei Caro von „Draußen nur Kännchen“ nachlesen, wie andere Leute ihren gestrigen Septembertag verbrachten.

Ich habe unerwartet lang geschlafen (7 Uhr. Woohoo!) und wurde von Nebel begrüßt. Es ist also wieder die Zeit des Jahres …

Das obligatorische Vorfrühstück gegen zu hohen Blutdruck und Vitamin B12-Mangel. Nicht so schlimm.

Fast zwei Stunden später dann das richtige Frühstück. Es wurde auch die schicke, neue Tasse aus Møn mit einem Gewürztee plus Milch und Honig eingeweiht. Ich hatte ganz vergessen, wie gut manchmal ein warmes Getränk tut… Und falls ihr mal auf Møn weilt, kann ich Euch nur empfehlen den Laden Bodil Keramik zu besuchen, wo Frau Mama diese Tasse für uns entstand (sie hat auch so ein Exemplar für gemeinsames Trinken mit 440 km Unterschied *g*). Die Dame macht wirklich sehr schöne Sachen!

Vor dem Frühstück wurde der Gurkensalat vorbereitet, nach dem Frühstück in die Gläser geschichtet und eingekocht. Ich bin gespannt, wie er schmecken wird. Idealerweise sollte er noch eine Woche durchziehen.

Danach fix an die Vorbereitungen für’s Mittagessen gemacht. Zum Glück lassen sich Bohnen ja auch sitzend auf dem Sofa gut putzen ;-)

Zwischendurch noch Wäsche abgenommen und zusammen gelegt.

Das Bohnen-Senf-Ragout war erfreulich schnell gekocht und doch so köstlich!

Danach war die nachmittägliche Entspannung mit Candace und ihren Brüdern im TV angesagt. Wirklich nickern konnte ich nicht, weil ich mit einem Ohr immer zur Tür horchte …

… ob der Paketbote nicht endlich klingelt. Spät kam er dennoch und brachte die heißersehnten Sachen. Yeahyeahyeah! Ich widmete mich erstmal ein wenig dem theoretischen Studium der türkischen Küche ;-)

Und es wurde sonnig draußen. Ich wünschte mir trotzdem Wolken herbei, damit die dreckigen Fenster nicht so auffallen *g*

Zum Abendessen bereitete ich mir die letzte kleine Schmorgurke mit Ei zu. Immer noch eines meiner liebsten, warmen Abendbrote!

Durch Telefonate hielt ich mich tatsächlich bis 21:45h wach als dann endlich die „Last Night of the Proms“ auf dem NDR begann. Eine schöne Tradition seit Kindheit! Und mit der Gewißheit, dass die Eltern in der Ostseeheimat es auch guckten und mit lieben Leuten über Twitter im Austausch stehend, war es eine hochamüsante Angelegenheit!

Schmorgurken-Hack-Pfanne

Hach, meine Lieblinge! Ihr seid nicht wirklich schön, aber so köstlich und gesund! Von dem ich rede? Natürlich von der Gemeinen Schmorgurke:

Lange musste ich diese Saison warten bis ich die erste zubereiten und essen konnte. Aber nach unserem Dänemark-Urlaub war es soweit. Die Eltern kauften ein paar Gurken (so viel, dass ich auch welche mitnehmen konnte *g*) und ich machte am nächsten Tag, während Herr Papa und Frau Mama im Garten werkelten eine wirklich köstliche Schmorgurken-Hack-Pfanne.

Die ist auch wirklich alltagstauglich: schnell gemacht, köstlich, gesund. Wird ins Repertoire der Rezepte für die Schmorgurken-Saison definitiv mit aufgenommen!

Schmorgurken-Hack-Pfanne

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg Schmorgurken
1 Zwiebel
Schluck Öl
500 g Hackfleisch, halb und halb
Salz, Pfeffer
300 ml Gemüsebrühe
2 TL Stärke
4 TL Saure Sahne
einige Zweige Dill

(1) Die Schmorgurken schälen, halbieren und mit Hilfe eines Löffels, die Kerne raus schaben. Die Gurkenhälften quer in ca. 0,5 cm breite Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Den Schluck Öl in einer Pfanne erhitzen und das Hack bei hoher Temperatur braun und krümelig braten. Die Zwiebelwürfel zugeben und glasig dünsten. Salzen und pfeffern. Die Gurken zufügen und kurz mit anbraten. Mit der Gemüsebrühe auffüllen. Deckel auflegen und 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen.
(3) Die Stärke mit der Sauren Sahne klümpchenfrei verrühren. Dn Dill waschen, trocknen und fein hacken.
(4) Wenn die Gurken gar sind – gut daran zu erkennen, dass sie glasig aussehen – die Saure Sahne-Stärke-Mischung unterrühren und kurz kochen lassen bis die Sauce etwas eingedickt ist. Den Dill drüber streuen und unterrühren.

Sofort servieren. Dazu passen Pellkartoffeln oder gekochter Reis.

Genießen!

Quelle: verändert nach Kleiner KuriositätenladenSchmorgurken mit Hackfleisch

Perfekter Spätsommerkuchen: Heidelbeer-Joghurt-Gugelhupf

So langsam neigt sich der Sommer ja dem Ende entgegen, heute ist schon der 2. September! Aber noch lassen sich einheimische Beeren im Supermarkt oder Wochenmarkt käuflich erwerben. Die Brombeeren sind jetzt reif und auch Heidelbeeren lassen sich noch finden. Nein, lasst Euch nicht von der Supermärkten täuschen, wo man das ganze Jahr über Blaubeeren kaufen kann, die dann aber vom anderen Ende der Welt hierüber fliegen. Muss doch nicht wirklich sein, oder? Aber jetzt findet man auch deutsche Beeren für wesentlich weniger Geld als die chilenischen …

Und was kann man damit alles anstellen, außer im Müsli zum Frühstück zu essen oder in Pancake-Teig zu werfen? Einen wunderschönen Heidelbeer-Gugelhupf zum Beispiel backen. Meine persönliche Gugelhupf-Fee ist ja Sonja von „Ginger in the Basement„. Ihre Rezepte funktionieren immer und sind besonders köstlich! Schon im letzten April stellte sie diese Variante mit Joghurt vor, die zu der Jahreszeit auch problemlos mit tiefgekühlten Beeren gebacken werden kann.

Der Kuchen ist tatsächlich sehr unkompliziert zu machen und schmeckt wunderbar! Fruchtig-erdig durch die Heidelbeeren, eine erfrischende Note durch die Zitronenschale und durch den Joghurt nicht ganz so mächtig. Er hält sich auch erfreulich lange (nach 7 Tagen hatte ich ihn dann geschafft *g*) und schmeckt von Tag 2 bis 4 eigentlich am Besten :-)

Also ran an die Beeren und den Ofen! Es lohnt sich!

Heidelbeer-Joghurt-Gugelhupf

200 g Butter, zimmerwarm
300g Zucker
Mark 1/2 Vanilleschote
Prise Salz
4 kleine Eier
250 g Joghurt
Schale einer Zitrone
440 g Mehl
2 TL Backpulver
200 g Heidelbeeren
(funktioniert auch mit Tiefkühlbeeren)

(1) Den Ofen auf 170° Ober-/Unterhitze (150°C Umluft) vorheizen. Die Gugelhupfform gründlich mit Hilfe eines Küchentuchs ausfetten und mit Mehl ausstreuen.
(2) Die Butter mit Zucker, Salz und Vanille schaumig rühren. Die Eier eins nach dem anderen untermixen. Joghurt und Zitronenschale unterrühren.
(3) Das gesiebte Mehl mit dem Backpulver mischen und vorsichtig mit einem Spatel unterheben. Nicht zu lange rühren, sonst wird der Kuchen zäh!
(4) 1/3 der Heidelbeeren vorsichtig einrühren, so dass sie nicht platzen.
(5) Die Hälfte des Teiges in die vorbereitete Form geben, 1/3 der Beeren darauf streuen. Den restlichen Teig in die Form geben und mit den restlichen Beeren bestreuen.
(6) In den  vorgeheizten Ofen geben und ca. 70 Minuten backen.

In der Form etwas abkühlen lassen, dann beherzt rausstürzen und komplett auskühlen lassen.
Er hält sich abgedeckt ca. 1 Woche und wird jeden Tag saftiger.

Quelle: Ginger in the BasementHeidelbeergugelhupf

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