Sommer für den Winter: Ratatouille

Noch so ein Sommerklassiker, den ich erst spät im Leben zu schätzen lernte: Ratatouille. Ich weiß noch, als ich es das erste Mal probierte, war ich eher minderbegeistert. Kann auch mit meiner damaligen Abneigung gegen Auberginen zu tun haben, ein Konsistenzproblem ;-) Aber je öfter ich es aß, desto begeisterter wurde ich. Und dann so begeistert, dass ich es tatsächlich das ganze Jahr über verfügbar haben wollte und eine große Portion einkochte.

Orientiert habe ich mich an einem Rezept von Steph vom „Kleinen Kuriositätenladen„, bei dem das Gemüse klein gewürfelt im Ofen gegart wird und dann mit der Sauce im Topf vermischt wird. Nach dem ersten Kosten, war ich wieder nicht soo umwerfend begeistert, aber das Ratatouille brauchte einfach ein bisschen Zeit zum Entfalten seiner Aromen im Glas. Mittlerweile mag ich es wirklich sehr und esse es oft einfach nur zu einem kleinen Stück gebratenen Halloumi oder zu Pasta. Wenn die geneigte Leserschaft diesen Klassiker der französischen Küche mag, solltet Ihr mal über eine Einkochaktion nachdenken. Es funktioniert super und auch damit rettet man sich noch ein bisschen Sommer in den Winter rüber :-)

Ratatouille im Glas

Für ca. 3 l:
2 rote Paprika
2 gelbe Paprika
2 größere Auberginen
2 mittelgroße Zucchini
3 Knoblauchzehen
3 rote Zwiebeln
Salz, Pfeffer
Olivenöl
einige Zweige Thymian
einige Zweige Rosmarin
1 800 g-Dose Tomaten
1 420 g-Dose Tomaten
1 EL Paprikapaste
1 EL Apfelessig
1 EL Zucker

Weck-Gläser samt Deckel, Gummiringen und Metallklammern
großen Topf/Töpfe zum Einkochen
altes Küchentuch

(1) Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Ofen rechtzeitig auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Das Gemüse waschen, putzen und klein würfeln. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen häuten, die Zwiebeln fein würfeln, den Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Alles auf einem großen Backblech verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen, die Thymian- und Rosmarinzweige darauf verteilen, mit etwas Olivenöl besprenkeln.

(3) Auf der mittleren Schiene 30-45 Minuten backen, dabei einmal das Gemüse „wenden“.
(4) Währenddessen die Sauce zubereiten. In einem wirklich großen Topf die Tomaten geben und mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Das Paprikamark einrühren und bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Es sollte ziemlich stark einkochen, damit das Ratatouille nachher nicht zu suppig ist. Mit Essig und Zucker abschmecken. Das gegarte Gemüse ohne die Kräuterzweige zur Sauce geben, gut durchrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Kurz aufkochen lassen.

Wenn Ihr wollte könnt Ihr sofort mit dem Einwecken des heißen Ratatouilles weiter machen, aber auch in eine große Schüssel umfüllen, im Kühlschrank zwischenparken und am nächsten Tag einwecken.

(5) Ratatouille aus dem Kühlschrank holen, damit es nicht mehr so kalt ist. Jetzt die Gläser vorbereiten. Mit heißem Spüliwasser gut auswaschen, mit heißem, klarem Wasser gründlich ausspülen. Die Gläser in den Herd stellen, auf 120°C Ober-/Unterhitze stellen und in 15 Minuten sowohl trocknen als eben auch sterilisieren. Dann die Gläser aus dem Ofen holen und auf einem Holzbrett lauwarm abkühlen lassen. Die Deckel und Gummiringe in einem Topf mit Wasser bedecken, einen Schluck Essig hinzu und einige Minuten kochen lassen. So sterben auch dort die Bakterien ab. Den Einkochautomaten oder großen Topf bereit stellen, in den die Gläser passen.
(6) Wenn die Gläser nur noch lauwarm sind, das Ratatouille vorsichtig einfüllen (1-2 cm Platz zum Rand lassen), die Ränder der Gläser sauber wischen. Die Deckel mit den Gummiringen und den Metallklammern wie hier gezeigt befestigen. Den Topf mit einem alten Küchentuch oder zwei Lagen Küchenkrepp auslegen. Die Gläser hinein stellen. Je nachdem, ob ihr das Gemüseragout heiß oder kalt eingefüllt habt, so viel heißes oder kaltes Wasser dazu gießen, dass die Gläser zu 3/4 im Wasser stehen. Den Deckel aufsetzen und den Herd auf Stufe 4 von 6 stellen. Sobald das Wasser kocht 30 – 40 Minuten einkochen, dabei die Hitze auf Stufe 2 von 6 zurück stellen und darauf achten, dass das Wasser noch mindestens leicht wallend im Topf brodelt.

Im Einkochautomaten: 30-40 Minuten bei 90-95°C einkochen.

(7) Sobald die Zeit rum ist, die Gläser aus dem Topf nehmen, auf einem Holzbrett an einem zugfreien Ort komplett abkühlen lassen. Die Klammern abnehmen und die Gläser am Deckel haltend testen, ob der Einkochvorgang erfolgreich war. Wenn ja, beschriften und ab ins Regal. Wenn noch ein Glas offen sein sollte, im Kühlschrank lagern und schnell verbrauchen.

Meine Gläser halten jetzt schon länger als 1 Jahr, es kommt natürlich immer darauf an, wie sauber Ihr arbeitet, also keine Garantie meinerseits.

Genießen!

Quelle: nach Kleiner KuriositätenladenAllround-Ratatouille

6 thoughts on “Sommer für den Winter: Ratatouille

  1. foodcoreblog 11. Oktober 2015 um 12:31 Reply

    Wow was für ne tolle Idee! Das setze ich gleich auf meine „zu Kochen“ Liste :)

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  2. marco 13. Oktober 2015 um 11:10 Reply

    Ich muss sagen, mir erging es da wie dir. Ich hatte lange, lange gebraucht, um mich mit Ratatouille anzufreunden. Und auch bei mir waren wohl die Auberginen schuld ;) Welche ich übrigens auch heute noch nicht recht mag! Nach meiner Heimkehr bleibt wohl käumlich grosse Gartenernte mehr übrig, aber nächsten Sommer sollte ich den Gedanken vom Einkochen wohl ebenfalls mal anpeilen!

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    • Anikó 14. Oktober 2015 um 12:12 Reply

      Ich glaube, bei Auberginen ist es tatsächlich eine Konsistenzsache. Niemand mag gummiartiges Essen, wozu die Aubergine aber bei unsachgemäßer leider neigt. Wenn man sie richtig macht, ist sie ein Träumchen von Gemüse!

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  3. Rolf Schmiedhöfer 25. März 2016 um 19:32 Reply

    Moin in die Runde .. bin so ganz neu bei den Einkochern ;-) .. mal schnell eine Frage .. auf den Gläser der weiße Stift ..was ist das wohl für einer ?

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    • Anikó 25. März 2016 um 19:55 Reply

      Bin momentan nicht zu Hause, aber sobald ich wieder da bin, guck ich gerne nach und schreibe es Dir :-)

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