Archiv für den Monat November 2015

Seelenwärmer – Milchreisauflauf nach der besten angeheirateten Cousine

Die Erkältungssaison ist in vollem Gange und Anfang der Woche übernahmen die Viren die Macht in meinem Körper. Die Halsschmerzen, die so latent schon zwei Wochen vorher im Hintergrund rumschwirrten wurden stärker und der Husten auch immer bellender. Sehr unschön!

Also verdümpele ich meine Zeit zu Hause rum, ruhe, lese und ruhe noch mehr. Bloß alle möglichen Energiereserven dem eh schon maladen Immunsystem zur Verfügung stellen, damit es den Viren ordentlich in den Hintern treten kann. Und bei so ’nem ollen grippalen Infekt braucht man Essen, dass einen glücklich macht, oder? Mir war auf einmal irgendwie nach dem Milchreisauflauf der allerbesten angeheirateten Cousine, also schnell über das blaue soziale Netzwerk den ältesten Cousin gefragt, ob seine Gattin mir die genauere Zubereitungsweise verraten könnte. Tat sie dann auch und ich konnte heute eine Monsterportion des Rízskoch (höchstwahrscheinlich vom österreichischen Wort „Reiskoch“) zubereiten. Dabei wählte ich die entspannte Variante, indem ich den Milchreis im Slowcooker machte. Kein Anbrennen, kein ständiges Rühren, perfekt! Der Rest der Arbeit ist auch innerhalb von 15 Minuten erledigt und schon kann der Auflauf in den Ofen. So nach 30 Minuten sollte er goldbraun sein und wunderbar duften.

Hach, ein echtes Seelenwärmer-Essen! Da können die Viren noch so viel rumoren in mir, da kann das Wetter noch so doof sein draußen, danach geht es mir wunderbar und ich bin glücklich (vielleicht auch nur vor Erinnerungen an Rízskoch-Essen beim ältesten Cousin und sein Familie!)! Und deswegen darf das Rezept beim Seelenwärmer-Event von „Friesi kocht & backt“ und „NOM NOMS treat of life“ mitmachen.

Seelenwärmer das Blogevent gegen Herbstblues

Milchreisauflauf

Zutaten für 6 Portionen als Hauptgang nach Suppe:
200 g Milchreis
2 EL Zucker
1 Prise Salz
1 l Milch

3 Eier, getrennt
1 Prise Salz
3 EL Zucker
Schale 1/2 Bio-Zitrone
80 g Rosinen, gewaschen
100 g Butter

Butter zum Ausstreichen der Form

(1) Aus dem Milchreis, Zucker, Salz und der Milch nach der bevorzugten Methode Milchreis kochen (ich bevorzuge es im Slowcooker). Etwas abkühlen lassen.
(2) Währenddessen die drei Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und die Eigelb mit dem Zucker schaumig schlagen. Eine große Auflaufform mit Butter ausfetten.
(3) Unter den noch warmen (aber nicht heißen) Milchreis die Butter, Rosinen und fein geriebene Zitronenschale rühren. Die Eigelb-Zucker-Mischung gründlich mit allem verrühren. Zum Schluss den Eischnee, erst 1/3 gut mit dem Milchreis vermengen, dann die restlichen 2/3 vorsichtig unterheben.
(4) Alles in die gebutterte Auflaufform gießen und in den Ofen geben. Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze oder 200°C Umluft anstellen, ca. 30-35 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und servieren.

Dazu passt Schokoladen- oder Vanillesauce, aber auch Apfelmus oder Apple Butter. Wer keine Rosinen mag, kann sie auch weglassen oder durch gewürfelte Äpfel, Birnen ersetzen.

Genießen!

Quelle: nach der liebsten angeheirateten Cousine

Und weil ein nur süßes Mittagessen bei mir zu anhaltender Übelkeit am Nachmittag führt, brauche ich etwas herzhaftes vorneweg. Süppchen sind da immer gut und wenn man selbstgekochte Hühnerbrühe eingeweckt im Vorrat hat, geht es noch schneller. Dieses mal mit einer hellgelben Möhre, Erbsen und Mais, dazu die obligatorischen Buchstabennüdelchens, die perfekt als Stimmungsaufheller sind:

Kleiner Snack – Mit Heidelbeeren gefüllter Armer Ritter

Ich habe ja nicht oft altbackenes Brot übrig, nicht weil ich so viel Brot esse, sondern weil ich es meist sofort einfriere und nur portionsweise für meinen Gebrauch auftaue. Aber manchmal passiert es doch und dann mache ich mir gerne Arme Ritter zum Sonntagsfrühstück. Ein bisschen gesunder werden sie wahrscheinlich, indem man einfach ein paar Beeren mit reinschmeißt. Und es fanden sich – oh Wunder! – tatsächlich doch ein paar frische Heidelbeeren in meinem Kühlschrank.

Etwas ähnliches hatte ich bei Jamie Oliver gesehen, der allerdings in eine dicke Scheibe Brot eine Tasche schnitt. Das war mir zu umständlich! Also flugs normal angefangen für Armen Ritter und einfach nur die getunkten Scheiben aufeinander legen und dazwischen ein paar Heidelbeeren verstecken. Durch die Ei-Milch-Tunke kleben die Brote ganz gut zusammen und fallen auch nicht auseinander, wenn man sie ein bisschen vorsichtig behandelt.

Und der Geschmack ist wunderbar! Knusprig cremiger Armer Ritter mit warmen, leicht aufgeplatzten, saftigen Beeren. Göttlich! Probiert es ruhig mal aus, geht wahrscheinlich auch mit gefrorenen Beeren, die geben dann nur ein bisschen mehr Saft ab.

Mit Beeren gefüllter Armer Ritter

Zutaten für 1 Portion:
2 Scheiben Weißbrot
1 Ei, verschlagen
1 Schluck Milch
1 handvoll Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren etc.)
1/2 TL Butterschmalz
Zimt, Zucker zum Bestreuen

Das Ei mit der Milch gut in einem tiefen Teller verschlagen. Das Butterschmalz bei mittelhoher Hitze in einer kleinen Pfanne schmelzen. Eine Scheibe des Brot sich von beiden Seiten in der Ei-Milch-Mischung etwas vollsaugen lassen. Die zweite Scheibe Brot einlegen und ebenso verfahren. Die erste Scheibe in die Pfanne legen, die Beeren darauf verteilen und die zweite Scheibe drauf legen. Mit einem Kochlöffel gut andrücken. Bei mittlerer Hitze braten und wenn die Unterseite braun ist, vorsichtig umdrehen und von der zweiten Seite ebenfalls goldbraun braten. Darauf achten, dass nicht so viele Beeren rauskullern. Wenn es knusprig und goldbraun ist, kurz auf Küchenkrepp das überschüssige Fett aufnehmen lassen.

Zum Servieren mit Zimt und Zucker bestreuen.

Genießen!

Idee nach Jamie Oliver

Laaangsamst geschmorte asiatische Rippchen

Der Slowcooker ist ja bekanntermaßen eine amerikanische Erfindung und wird dort auch schon seit Eeewigkeiten von vielen Haushalten genutzt, hat aber bei manchem noch ein altbackenes Hausfrauenimage. Dementsprechend viele Rezepte lassen sich im Netz aus dem amerikanischen Raum finden, leider viele mit komischen Fertigzutaten, die ich partout nicht in meinem Körper haben möchte. Aber mittlerweile bekennen sich auch schon etablierte Foodautoren, wie z.B. Mark Bittman von der New York Times dazu, einen Slowcooker zu besitzen (Hochzeitsgeschenk) und ihn sogar regelmäßig zu benutzen *g* Er nennt seinen liebevoll „Monster of Braising“, übersetzt „Schmormonster“ :-D Netterweise hat er auch ein paar Rezepte dazu veröffentlicht, von denen mich eins besonders anlachte.

Letztens kam ich mal wieder zum russischen Supermarkt, wo es gerade schöne Rippchen gab. An Rippchen traue ich mich ja erst langsam ran, ich habe es nicht so mit dem Abknabbern von Knochen, aber Knochen gibt ja bekanntlich noch mehr Geschmack. Also die mitgenommen mit dem groben Plan, sie im Slowcooker zuzubereiten, weil sie geschmort wirklich hervorragend schmecken sollen. Dann verschwanden sie allerdings erstmal in der Tiefkühltruhe. Und als ich dann das Rezept aus der New York Times las, wusste ich genau, was ich machen wollte.

Es ist wirklich einfach zuzubereiten und braucht dann, der für mich Riesenvorteil beim Slowcooker, keinerlei Beaufsichtigung mehr. Nach den 7 bis 8 Stunden kommt wunderbar zartes und gleichzeitig unglaublich würziges Fleisch aus dem Slowcooker. Ein Traum! Wer mag kann es am Knochen lassen und abknabbern, bei mir blieb es nur für’s Photo dran, zum Essen habe ich es vom Knochen gelöst und alles mit dem Reis und kurz gewoktem Sesam-Spitzkohl vermischt *g*

Und das hat alles so wunderbar zusammen gepasst, dass ich nur jedem empfehlen kann, diese Rippchen nachzuschmurgeln. Wer mehr Leute zu versorgen hat und einen 3,5 l Slowcooker besitzt, braucht die Zutatenmengen nur verdoppeln, die Garzeit bleibt gleich, vielleicht 1 Stündchen länger, weil der kleine Slowcooker mehr heizt.

Asiatische Rippchen aus dem Slowcooker

Zutaten für 2-3 Portionen:
700 g Schweinerippchen
1 große Frühlingszwiebel
1,5 Sternanis
1 0,5 cm dicke Scheibe Ingwer
1 TL Fünfgewürzpulver
1/2 TL Pul Biber (Chiliflocken)
2 EL flüssiger Honig
125 ml Sojasauce
1 TL Sesamöl

Slowcooker 1,5 l Inhalt
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 7-8 Stunden auf LOW

(1) Die Rippchen waschen, trocknen und in handliche Stücke zu je 2-3 Rippchen schneiden. In den Einsatz des Slowcookers legen. Die Frühlingszwiebel putzen, in Ringe schneiden und drüber streuen.
(2) Den Sternanis mit der Ingwerscheibe, Fünfgewürzepulver, Pul Biber (Chiliflocken), den Honig, Sojasauce und Sesamöl gut vermischen. Über die Rippchen in den Slowcooker gießen.
(3) Deckel drauf und 7-8 Stunden auf LOW schmurgeln lassen. Wenn möglich einmal nach der Hälfte der Zeit umrühren, damit die Rippchen gleichmäßig in der Marinade schmoren.
(4) Die Rippchen aus der Sauce nehmen und die Sauce, wenn gewünscht abseihen. Wer mag kann das Fleisch vor dem Servieren vom Knochen holen.

Zusammen mit Reis und gewoktem Gemüse servieren.

Genießen!

Quelle: Mark Bittman – Slow and Low is the Way to go

Wir retten Eintöpfe – Gelbe Erbsensuppe

Letzten Samstag wurden wieder typische Gerichte, die oft fertig im Supermarkt gekauft werden, von einer kleinen, unermüdlichen Schar Blogger gerettet, dieses Mal gebundene Suppen und herzhafte Eintöpfe, die perfekt in diese usselige Jahreszeit passen. Leider habe ich es nicht rechtzeitig geschafft den Beitrag zu schreiben wegen des elterlichen Wochenendbesuchs, aber möchte Euch trotzdem meine Suppe nicht vorenthalten.

So Eintöpfe sind ja wunderbares Comfort Food und dazu noch gesund. Wenn man ein paar Hülsenfrüchte mit reinschmeißt, wird es noch gesünder und sättigender. Aber natürlich gibt es diese Suppen auch im Supermarkt als Dosenware kaufen, was ich ziemlich gruselig finde. Ich habe sowas noch nicht gekauft, aber die Eltern holen sich manchmal Linsensuppe, wenn an einem Sonnabend viel Arbeit ansteht, obwohl sie selbst sagen, dass meine selbstgekochte Variante besser schmeckt. Dabei ist es so einfach, einen klassischen, sättigenden und gesunden Eintopf zu kochen. Gut, es braucht ein bisschen Zeit, das gebe ich zu. Das Essen steht nicht in 30 Minuten auf dem Tisch, aber es benötigt kaum Beaufsichtigung und die Schnippelarbeit hält sich in überschaubaren Grenzen.

Ich habe mich diesmal für gelbe Schälerbsen entschieden, die man nicht eine Nacht vorher einweichen muss. Wenn sie nicht jahrelang im Regal rumdümpeln, dann sind sie auch tatsächlich in 1,5 Stunden gar. Die restlichen Zutaten sind relativ billig und eigentlich auch überall zu besorgen. Und heraus kommt eine wirklich angenehm würzige, sättigende und glücklich machende Suppe (das Wort „Eintopf“ findet sich irgendwie nicht meinem aktiven Wortschatz). Probiert es ruhig mal aus: geht leicht, schmeckt köstlich!

Gelbe Erbsensuppe

Zutaten für 4 Portionen:
300 g gelbe Spalterbsen
150 g geräucherter Schinkenspeck
2 Stengel Petersilie
1,5 l Wasser
1 Bund Suppengrün
oder
3 Karotten
1/4 Knolle Sellerie
1 Stange Porree/Lauch
400 g Kartoffeln, vorwiegend festkochend
1 Zwiebel
Salz, Pfeffer
200 g Würstchen
(Wiener, Bockwurst, Schlesische, Krakauer oder Fleischwurst)
1 Bund Petersilie

(1) Die Erbsen in einem Sieb waschen. Zusammen mit dem Speck und den beiden Petersilienstengeln in einen großen Topf geben. 1,5 l kaltes Wasser auffüllen, Deckel drauf, bei starker Hitze aufkochen lassen (Obacht! Es kocht schnell über!) und dann bei geringer Hitze 1 Stunde kochen lassen. Dabei zwischendurch mit Hilfe eines Löffels den Schaum abschöpfen.
(2) In der Zwischenzeit das weitere Gemüse vorbereiten. Die Karotten schälen und in mitteldicke Scheiben schneiden. Den Sellerie putzen und in etwa so große Stücke wie die Möhren schneiden. Den Porree in dickere Scheiben schneiden. Die Kartoffeln schälen und in karottengroße Stücke schneiden. Die Sachen in einer Schüssel mit Wasser bedeckt zur Seite stellen. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Wurst in Scheiben schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken.
(3) Nach der Stunde Kochzeit das Wasser aus der Schüssel des übrigen Gemüses abgießen und das Gemüse zu den Erbsen geben. Ebenso die Zwiebelwürfelchen. Alles etwas salzen und pfeffern. Die Suppe wieder aufkochen, auf mittlerer Hitze zurück schalten und noch etwa 30-45 Minuten (je nach Größe des Gemüses) weiter köcheln lassen bis es gar ist. Die letzten 10 Minuten den Speck aus der Suppe nehmen, würfeln und zusammen mit den Wurstscheiben zurück in die Suppe geben und erhitzen.
(4) Abschmecken, ob Salz oder Pfeffer fehlt und mit der Petersilie bestreuen.

Genießen!

Quelle: Andreas, A. (Hrg.), Redis, A. (Hrg.) (2009): Kochen! Das goldene von GU. Gräfe und Unzer. München. p 228

Ihr braucht noch mehr Ideen für sättigende Suppen zu jeder Jahreszeit? Bitte schön:

#12von12 im November

 Letzten Donnerstag war ja der 12. des  Monats. Und deswegen haben viele internetaffine Menschen wieder ihren Alltag in 12 Bildern festgehalten. Und es waren alle schneller mit dem Posten als ich, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen wegen des elterlichen Wochenendbesuchs. Da waren andere Sachen einfach wichtiger als Internet :-)

Ich wachte kurz nach sechs auf und mir fiel siedendheiß ein, dass ich am Vorabend vergessen hatte das tiefgekühlte Brot rauszuholen. Also schnell aufgesprungen und die Schnellmethode Heizung gewählt.

Und wenn ich schon richtig wach bin, kann ich auch den Geschirrspüler komplett ausräumen und mal eine Reinigung bei hohen Temperaturen durchführen lassen, während ich auf Arbeit weile.

Kurz vor halb acht war die Morgenroutine erledigt und ich konnte das spartanische Frühstück (Brot mit Honig) genießen.

Noch schnell das obligatorische Bild vom Morgenhimmel machen und ab zur Arbeit.

Fünf Stunden später wieder heimwärts. Hell geht irgendwie anders.

Und weil es ein anstrengender Tag (und der Tag davor auch) war, musste das folgende mal sein. Und keine Angst, sie wurde noch gebacken ;-)

Nickern konnte ich an dem Tag nicht wirklich, weil ich immer mit einem Ohr zu Wohnungstür lauschte, ob der Paketbote mit der heißersehnten Bestellung klingelt. Tat er nicht bei mir, aber gab es gleich bei lieben Nachbarn ab. Ich holte es sofort ab und freute mich unbändig über die ungarischen Köstlichkeiten:

Danach konnte ich endlich bei zwei Folgen Phineas und Ferb etwas entspannen:

Aber ein bisschen musste noch im Haushalt gemacht werden vor dem elterlichen Besuch:

Und auch die eigene Nervenautobahn der tauben Fußsohlen will trainiert werden mit dem gelben Igelball:

Endlich Abendbrot. In klassisch mit geräuchertem Käse und fränkischer, grober Leberwurst:

Nachdem ich auf dem Sofa schon fast weggepennt wäre, ging es mit Buch ins Bett.

Ein ganz normaler Donnerstag in meinem momentanen Leben. Mal gucken, was der Dezember bringt…

Drama da oben von vorhin

Viel zu lange kein Himmelsbild mehr gezeigt, obwohl ich ja täglich mindestens eins knipse …

%d Bloggern gefällt das: