Archiv für den Monat Januar 2016

Zart-würzige Wildschweinbouletten

Schon letztes Jahr brachte mir eine liebe Freundin ja von einem ihrer Kollegen selbst erlegtes Wildschweinfleisch mit. Und so laaangsam wollte es echt mal verbraucht werden, wird ja auch im tiefgefrorenen Zustand nicht besser. Klar, der Klassiker ist es geschmort und aus dem einen Teil habe ich auch ein wunderbares Wildschweingulasch gemacht für die Eltern, aber es muss doch auch anderes gehen! Und weil ich momentan eh so viel schmore, wollte ich gerne kurzgebratene Klopse/Frikadelle/Bouletten. Die Würzung ist immer noch sehr an klassische Wildgerichte angelegt, aber passt wunderbar zum doch etwas intensiver schmeckenden Wildfleisch. Und so konnte ich auch mal wieder meinen kleinen Fleischwolf benutzen, der seine Arbeit klaglos verrichtet.

Die Bouletten sind samt Durchdrehen auch auch in 30-45 Minuten erledigt, je nachdem wie effektiv man arbeitet. Und sie sind wirklich gut! Sehr zart, würzig, fruchtig! Großartig! Könnte man in der Art definitiv wieder machen, wenn ich mal an Wildfleisch komme und Euch empfehle ich die Zubereitung auch :-)

Wildschweinbouletten

Zutaten für 6-8 Stück:
400-500 g Wildschweinfleisch (hier aus der Keule)
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Wacholderbeere
1 Pimentkorn
1/2 Nelke
1 TL Senf
1 TL Pflaumenmus
Salz, Pfeffer
1 Ei
3-5 EL Semmelbrösel

2-3 TL Butterschmalz zum Braten

(1) Das Fleisch waschen, trocknen, in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel und Knoblauch häuten. Den Knoblauch halbieren, die Zwiebel ganz grob würfeln. Das Fleisch durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. Zwischen den Fleischstücken auch die Zwiebel und Knoblauch durchdrehen.
(2) In einem Mörser die Wacholderbeere, Piment und Nelke mit einer Prise Salz fein mörsern. Zum Fleisch geben.
(3) Die restliche Zutaten bis auf die Semmelbrösel zum Hack geben und alles gut verkneten. Jetzt nach und nach die Semmelbrösel unterkneten, vielleicht werden nur 3 EL benötigt, vielleicht auch mehr.
(4) Aus dem Teig 6-8 Bouletten formen.
(5) Das Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Die Bouletten vorsichtig hinein geben und bei mittelhoher Hitze braten bis die Unterseite angenehm braun ist. Vorsichtig umdrehen und von der anderen Seite ebenfalls braun braten. Wenn ihr denkt, sie könnten fertig sein (auf die Boulette drücken, sie sollte sich fest anfühlen) und Euch unsicher seid, ruhig ein dickeres Exemplar aufschneiden und nachgucken. Gerne auch ein Stückchen kosten, ob sie überhaupt schmecken *g*

Dazu passt wunderbar Kartoffelgratin und ein frischer Salat oder Rotkohl oder grüne Bohnen…

Genießen!

Wir retten … Kartoffeln: Simples und vielfältiges Kartoffelgratin

Ist Euch schon mal aufgefallen, wie viele Fertig- und Halbfertigprodukte es zum Thema „Kartoffeln“ im Supermarkt gibt? In allen Abteilungen, wirklich! Im Tiefkühlfach Kartoffelpuffer, Pommes und Kartoffeltaschen. Bei den Konserven seltsam geschälte und schon vorgekochte Kartoffeln *irks*, bei den Tüten welche für Kartoffelgulasch und Gratin. Und dann natürlich noch im Glas komische Saucen für Kartoffelgratin. Sogar Backkartoffeln gibt es schon aufwärmfertig zu kaufen. Gruseligst!

Ich widme mich heute meinem persönlichen kleinen Angstgegner: das Kartoffelgratin. Eigentlich ist Kartoffelgratin wirklich so leicht zu machen, braucht keine seltsamen Zutaten und ist dabei doch vielseitig. Mein Problem war immer, dass ich das Verhältnis zwischen Flüssigkeit und Kartoffeln nie richtig hingekriegt habe. Meine Kartoffeln schwammen immer in Milch *seufz* Aber dank des ehemaligen New York Times Autors Mark Bittman, der das großartige Buch „How to cook everything“ geschrieben hat, gehört das Problem der Vergangenheit an. Übrigens ein unglaublich gutes Buch, in dem wirklich gezeigt wird, wie man alles mögliche kochen kann, also auch perfekt für Kochbeginner geeignet, die der englischen Sprache mächtig sind.

Jedenfalls funktioniert das Rezept wunderbar, nur ein paar Sachen sollten beachtet werden:

  • Die Kartoffeln wirklich hobeln, entweder per Hand oder mit der Küchenmaschine. Einfache Regel: Je dicker die Scheibe, desto länger braucht sie im Ofen.
  • Maximal drei Schichten in die Auflaufform geben, also ruhig eine große Auflaufform nehmen. Je mehr Schichten, desto länger braucht das Gratin im Ofen und die Gefahr, dass die Oberfläche verbrennt, steigt.
  • Es hilft dem Garprozess ungemein, wenn die Flüssigkeit vorher erhitzt wird und heiß über die Kartoffeln gegossen wird.

Ansonsten hat die geneigte Leserschaft wirklich viele Freiheiten, z.B. nur Milch oder nur Sahne benutzen, einen Teil der Kartoffeln durch Zwiebeln, Karotten oder Petersilienwurzeln ersetzen. Oder gleich eine bunte Gemüsemischung als Gratin zubereiten, wobei Wurzelgemüse besser funktionieren als stark wasserhaltige Sorten. Nur das Verhältnis zwischen Gemüse- und Flüssigkeitsanteilen sollte erhalten bleiben. Aber dann ist es ein sehr entspanntes Essen, Gemüse fix hobeln, schichten, mit der heißen Flüssigkeit bedecken und ab in den Ofen, wo es eine gute Dreiviertelstunde bleibt. Genug Zeit um den Rest des Essens vorzubereiten oder einfach ein wenig zu entspannen.

Ab jetzt keine Ausreden mehr, dass das so kompliziert sei und man dringend Fertigprodukte braucht. Probiert es aus! Berichtet mir sehr gerne darüber :-)

Kartoffelgratin

Zutaten für 4 Personen als Beilage:
500 g geschälte Kartoffeln
(ungeschält 600-700 g)
200 g Sahne (1 Becher)
200 ml Milch
50 g geriebener Käse (z.B. Gouda oder Gruyere)
Salz, Pfeffer
1 TL getrockneter Thymian

Butter für die Form

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine mittelgroße (oder große) Auflaufform ausbuttern.
(2) Die Kartoffeln schälen und dünn hobeln. Die Sahne und Milch in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen.
(3) Den Boden der Auflaufform mit Kartoffelscheiben belegen. Salzen, pfeffern, mit ein wenig Thymian bestreuen, etwas Käse darauf. Dann so oft wiederholen bis alles verbraucht ist. Mit einer Schicht Käse abschließen. Die warme Sahne-Milch-Mischung vorsichtig darüber gießen.
(4) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-50 Minuten backen. Er ist gar, wenn die Kartoffelscheiben weich sind, wenn man mit einem kleinen Messer hinein piekst.

Genießen!

Quelle: Bittman, M. (2008): How to cook everything. Houghton Mifflin Harcourt. p 346

Und ich muss gestehen, ich mag Kartoffeln sehr gerne. Auch in anderen Formen, deswegen hier mal ein paar einfache, aber doch äußerst leckere Grundlagenrezepte, die ich schon verbloggt habe:

Ich war natürlich nicht alleine als Kartoffel-Retter tätig. Meine Mitstreiter waren auch alle fleißig (Links werden im Laufe des Tages nachgereicht):

Barbaras Spielwiese – Kartoffelpuffer

Sabine von Bonjour Alsace – Kartoffelauflauf mit Sauerkraut

Obers trifft Sahne – Kartoffelchips

Feinschmeckerle.de – Das perfekte Kartoffelgratin (für mich)

kebo homing – Kartoffelblattlen

Küchenliebelei – Kartoffelpuffer

Cuisine Violette – Kartoffelstampf

Sakriköstlich – Country Potatoes

magentratzerl – Ofenkartoffeln mit Guacamole und Kichererbsencreme

Food for Angels and Devils – Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln

lecker macht laune – Smashed potatoes & more

LanisLeckerEcke – selbstgemachte Schupfnudeln

Kochen mit Herzchen – einfache Kartoffelsuppe

Aus meinem Kochtopf – Tartiflette mit Reblochon. Ein Kartoffelauflauf

Prostmahlzeit – Erdäpfelknödel mit Fleischfülle

Genial lecker – Kartoffelsalat mit Saurer Sahne

Jankes*Soulfood – Selbstgemachte Kroketten

Friederike vom Fliederbaum – Mohnstrudel aus Erdäpfelteig

Nadine von SweetPie – Pastinaken Gnocchi

Kleine Chaosküche – Kartoffelwaffeln

widmatt- aus meiner Schweizer Küche Ofenrösti mit Rüebli

Anna Antonia – Bratkartoffeln

Die giftige Blonde – Erdäpfel Speck Rösti

Ingrid von “auchwas” und Spitzbuwe: http://auchwas.blogspot.com/2016/01/wirrettenwaszurettenist-und-spitzbuwe.html

German Abendbrot – Kartoffelpürree und ein Best of Kartoffel

multikulinarisches – Schupfnudeln mit geröstetem Fenchelsamen

Das Mädel vom Land – Vollkorn-Erdäpfelbutterteig-Krapferl

1x umrühren bitte aka kochtopf – Kartoffelwedges

Sandra von from-snuggs-kitchen – Kartoffelpuffer aus dem Waffeleisen

Meins!Mit Liebe selbstgemacht – Kartoffelmuffins mit Bärlauchpesto

Dynamite Cakes – Kartoffelkekse in süß & salzig

#12von12 im Januar

 Letzten Dienstag war wieder der 12. des Monats. Und auch diesmal habe ich meinen langweiligen Alltag in zwölf Bildern festgehalten. Und weil der Rest der Woche ziemlich stressig war, komme ich eben jetzt erst dazu, es zu verbloggen :-)

Ohne Not scheine ich momentan gegen halb acht von alleine wach zu werden, was schon ein Fortschritt ist. Gab auch Zeiten, noch nicht allzu lange her, da bin ich von alleine immer halb sechs wachgeworden.

Nach einer Rumdümpelphase der obligatorische Blick in den Himmel.

Das spartanische Frühstück, mein Magen wird immer deutlich nach mir wach. Bis ich mal Hunger kriege …

Schon ein paar Tage nervte mich die Unordnung in meinem direkten Umfeld, also fix ans Aufräumen gemacht.

Danach überlegte ich ein wenig rum, was denn so im Vorrat war, was weg musste und auf was ich denn essenstechnisch so Lust hätte.

Und ein bisschen wurde noch vor dem Dienst mit einem dicken Buch auf dem Sofa entspannt! Höchstwichtig, wenn schon keine Chance auf ein Nachmittagsnickerchen besteht *g*

Mein Mittagessen musste zum Glück nur noch aufgewärmt werden und als Nachtisch gab es Joghurt mit Honig und ein paar Walnüsschen obenauf.

Auf dem Weg zur Arbeit noch einen nicht in Winterstarre befindlichen Regenwurm gerettet, der ganz alleine auf dem nackten, feuchten Asphalt rumkroch. Zum nächsten freien Fleck mit Erde tragen, ist immer eine gute Idee.

Es folgten 5 Stunden Arbeit, die mir aber nicht so lang vor kamen.

Spontan ging ich danach noch in den Supermarkt, eigentlich wollte ich nur ein Brötchen für’s Abendbrot und Kekse für die Arbeit, aber es wurde viel mehr und der am Vormittag gefasste Essensplan auch umgeschmissen *g* Dem frischen Spinat konnte ich nicht widerstehen!

Dann schnell Abendbrot gemacht. In klassisch.

Und dann die konnte die wohlverdiente Entspannung zusammen mit Helferlein von britischen Kriminalkommissaren kommen.

Mal sehen, was der nächste Monat so bringt :-)

Partyperfekter Käsesalat

Das Jahr ist ja schon ein paar Tage alt, ich weiß, aber ich wünsche Euch trotzdem ein frohes und vor allem gesundes Neues! Ich bin wieder im Alltag angekommen, der Schub ist schon fast vergessen, der Arm zickt auch nur noch selten rum und funktioniert eigentlich wieder einwandfrei. Es kann also weiter gehen hier :-)

Und deswegen möchte ich Euch noch vorstellen, was wir Silvester gegessen haben. Ein Festivitäten-Klassiker bei uns in der Familie ist Käsesalat, dessen Rezept wir von Gartenfreunden der Eltern haben. Eigentlich sind die Zutaten ganz einfach: Käse, Mais, Gewürzgurke, Porree, Paprika und seltsames Fertigdressing. Das wollte ich vermeiden, also schwupps ganz einfaches Dressing selbst angerührt und es schmeckte noch besser als sonst. Allerdings hat der Salat einen Haken: es muss viel geschnippelt werden, weil alles auf Größe eines Maiskorns geschnitten werden muss. Das ist tatsächlich essentiell, weil so alle Zutaten die gleich Größe haben und sich so das perfekte Mundgefühl beim Essen einstellt. Es ist schon irgendwie unangenehm hierbei, wenn man z.B. nur drei Käsewürfel und ein Paprikastück auf der Gabel hat. Nein, man will möglichst alle Zutaten auf einmal schmecken :-)

Aber wirklich so köstlich der Salat und bisher immer ein Renner unter den Gästen! Probiert es ruhig aus, auch wenn es ein bisschen Arbeit bedeutet.

Käsesalat

Zutaten für 6 Portionen:
1 Dose Mais
500 g mittelalter Gouda
1 rote Paprikaschote
3-5 Gewürzgurken
1/2 Stange Porree
1/2 Bund Petersilie

Dressing:
3 EL Weißweinessig
Salz, Pfeffer
Prise Zucker
5-6 EL neutrales Öl

(1) Alle Zutaten für den Salat vorbereiten. Den Mais abgießen und in eine Schüssel geben. Den Käse, Paprika und Gewürzgurken in Maiskorngroße Stückchen schneiden. Das dauert. Ich weiß. Ist aber sehr wichtig, weil sonst der Salat nicht wirklich schmeckt, es muss alles homogen sein. Die Porreestange längs dritteln und in dünne Scheiben schneiden. Alles zum Mais in die Schüssel geben. Die Petersilie fein hacken und unterrühren.
(2) Für das Dressing zuerst den Essig mit Salz, Pfeffer und ein wenig Zucker gut verrühren. Dann unter Rühren das Öl zugießen und so lange Rühren bis ein etwas cremiges Dressing entstanden ist.
(3) Über den Salat gießen, gut unterrühren. Abgedeckt und kühl mindestens 1 Stunde ziehen lassen, damit sich die Aromen gut verbinden.

Genießen!

Und was gab es noch auf unserem kleinen Familienbuffet?

Natürlich Russische Eier! Wenn man schon so ein fancy Gefüllte-Eier-Geschirrteil hat, muss es auch benutzt werden:

Die Eier bereitet Frau Mama immer aus dem Handgelenk und ohne festes Rezept zu, aber hier findet ihr eine Variante dafür. Außerdem noch den heißgeliebten Heringssalat, einen Nudelsalat „Alte Schule“ und von Herrn Papa liebevoll ausgebackene, zarte Schnitzelchen. Ein schönes Silvester-Abendessen, gut vorzubereiten und lecker!

Was habt ihr so zum Jahreswechsel gemacht? Wilde Party oder ruhig zu Hause?

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