Archiv für den Monat Februar 2016

Drei-Komponenten-Salat: Fenchel plus Orange plus Olivenöl

Große Salatesser sehen anders aus als ich. Irgendwie bin ich kein großer Rohköstler, gegart bekommt mir Gemüse einfach besser. Aber manchmal habe auch ich Lust auf Salat und dann gerne auf richtige Gemüse und nicht unbedingt einzelne grüne Blätter ;-) Im Winter ist es eher häufiger das Verlangen nach Fenchel mit Orange, ein Klassiker! Und dieser Salat ist so schnell gemacht und besteht, abgesehen von Salz und Pfeffer nur eben aus drei Zutaten. Und ist auch ganz schnell gemacht, nur die Fenchelstreifen sollten wirklich nicht allzudick sein. Natürlich könnt ihr den Salat auch mit dünn geschnittener roter Zwiebel und ein paar Nüsschen erweitern, aber auch so simpel ist er schon sehr köstlich!

Einfachster Fenchel-Orangen-Salat

Zutaten für 2 Portionen:
1 größere Fenchelknolle
1 Orange
Salz, Pfeffer
1-2 EL Olivenöl

Den Fenchel putzen und in dünne Streifen schneiden, die grünen Triebe aufbewahren. Mit Salz und Pfeffer bestreuen und per Hand einige Minuten durchkneten bis er weicher wird. Die Orange filettieren, die Orangenfilets je nach Größe halbieren, dritteln oder ganz lassen. Den restlichen Saft aus der massakrierten Orange über dem Salat ausdrücken. Das Olivenöl drüber geben und gut verrühren. Die grünen Fencheltriebe fein hacken und über den Salat streuen.

Genießen!

Blumenkohl-Fritter mit Minz-Joghurt-Dip

Blumenkohl! ♥

Ich liebe dieses unscheinbare, weiße Gemüse! Ungarische Blumenkohlsuppe kann ich wirklich oft hintereinander essen, ohne das es langweilig wird *g* Es wurde mal wieder Zeit für einen Kopf, aber was daraus zaubern, das hier noch nicht präsentiert wurde? Da spülte mir FB den Link von der geliebten Smitten Kitchen in die Timeline, wo sie ihre Leser an ein Rezept aus 2012 erinnerte. Und was war die Hauptzutat? Genau: Blumenkohl! In Püfferchenform. Und einfach zuzubereiten. Perfekte Voraussetzungen für mich. Die Zubereitung habe ich noch ein wenig entzerrt, aber denke bei normaler, entspannter Arbeitsweise stehen die Fritters locker in 1 Stunde auf dem Tisch.

Dabei geben die Zitronenschale, Feta und Chiliflocken dem manchmal muffigen Blumenkohl den richtigen Kick. Ich war ein bisschen zu vorsichtig mit den Chiliflocken (hab auch weniger hinein gegeben, als im Rezept, Scharfmimose ich), meine hätten noch ein wenig mehr Wumms vertragen. Aber ansonsten großartiger Geschmack. So zart, frisch, knusprig und perfekt mit dem Minz-Joghurt. Versucht ruhig mal diese Variante des Blumenkohls! Es lohnt sich wirklich!

Blumenkohl-Fritters mit Minz-Joghurt-Dip

Zutaten für 3 Portionen als Mahlzeit:
450 g geputzer Blumenkohl
1 Ei
1 Knoblauchzehe
Schale 1/2 Bio-Zitrone
60 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 TL Salz
1/2 TL Chiliflocken
85 g Feta

Olivenöl zum Ausbraten

Für den Dip:
6 EL Naturjoghurt
Salz, Pfeffer
1 TL getrocknete Minze

(1) Als erstes den Dip zubereiten. Dafür Joghurt mit Salz, Pfeffer und Minze verrühren. Abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.
(2) Die Blumenkohlröschen in grobe Stücke schneiden und ca. 10 Minuten in kochendem Salzwasser garen oder über kochendem Wasser dämpfen bis er gar, aber noch nicht zerfallen. Gut abtropfen lassen und trocknen lassen.
(3) Die Knoblauchzehe häuten und sehr fein hacken oder pressen. Mit dem Ei und der Zitronenschale in einer großen Schüssel gut vermischen.
(4) Das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Chiliflocken mischen.
(5) Die Blumenkohlröschen in die Schüssel geben und mit Hilfe eines Kartoffelstampfers in ca. reiskorngroße Stückchen zerkleinern. Manche bleiben größer, manche werden kleiner, das passt alles schon. Die Mehlmischung unterrühren bis sich alles verbunden hat. Der Teig ist eher fest als flüssig.
(6) In einer großen Pfanne 2-3 EL Olivenöl erhitzen, der Boden sollte gut bedeckt sein, aber die Fritter müssen nicht schwimmen. Einen gehäuften Esslöffel pro Fritter in die Pfanne und mit dem Löffelrücken glatt streichen. So lange braten bis sie von der Unterseite angenehm braun sind, wenden und auch auf der zweiten Seite goldbraun backen. Aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp lagern, damit das Fett abtropft. So weiter verfahren bis der Teig verbraucht ist.

Zusammen mit dem Joghurt-Minz-Dip und einem frischen Salat (z.B. Fenchel-Orange) servieren.

Genießen!

Quelle: Smitten KitchenCauliflower Fritters with pomegranate

Bayrisch Kraut – Klassiker der Beilagenküche

Ich lebe nicht nur im Klein-Ankara oder Klein-Moskau Göttingens, nee offensichtlich auch Klein-Warschau. Die polnische Gemeinde hier ist nicht zu unterschätzen. Sie ist offensichtlich so kaufkräftig, dass es sich für einen Anbieter polnischer Wurstwaren und anderer Lebensmittel lohnt hier einmal wöchentlich einen Verkaufswagen vorbei zu schicken, der auch tatsächlich jeden Dienstagnachmittag von etlichen Damen und Herren erwartet wird. Ich habe es nur mitbekommen, weil ich zufällig einen Tag später aus der Arbeit gekommen bin und da einige mir bekannte Kunden sah. Und weil der Wagen gerade um die Ecke bog, habe ich die Chance ergriffen und ein paar schlesische Köstlichkeiten käuflich erworben. Und ich muss sagen, diese Würste waren wirklich sehr gut. Sogenannte Sonntagskrakauer habe ich zum Abendbrot gekocht und in Letscho mitgegart. Die oben sichtbare Bauernkrakauer nur in etwas Öl gebraten. Köstlich!

Aber nur gebratene Wurst ist auch kein richtiges Mittagessen für mich. Kartoffelbrei passt ja eh zu fast allem und an gemüsigem, war mir nach Kohl. In meinem alten Kindergarten, in dem auch zu Schulzeiten noch mittags essen ging, gab es manchmal Bayrisch Kraut, also etwas süßlicher Kohl. Das fand ich damals schon lecker und hat mich nicht mehr losgelassen. Also schnell in den weiten des Internets gesucht und bei den Küchengöttern fündig geworden. Das Rezept las sich gut. Und es war auch wirklich gut! Einfache, stressfreie Zubereitung (nicht nicht in 5 Minuten, habe ich aber auch nicht „schnell“ behauptet) und Geschmack wirklich vorzüglich! Probiert es ruhig aus, es lohnt sich!

Bayrisch Kraut

Zutaten für 4 Portionen als Beilage:
1 mittlerer Spitzkohl
(oder 1/2 Weißkohl)
1 Zwiebel
50 g durchwachsener Räucherspeck
2 EL Schmalz (Gans, Schwein, Butter)
1,5 EL Zucler
1/4 l Brühe
Salz, Pfeffer
1 TL Kümmel
2 EL Weißweinessig
1 Apfel
1 TL Speisestärke

(1) Die äußeren Blätter vom Kohl entfernen, ihn halbieren und den Strunk rausschneiden. Die Hälften in dünne Streifen schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Den Speck ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Den Apfel vierteln, entkernen und fein würfeln.
(2) In einem größeren Topf das Schmalz erhitzen, den Speck und Zwiebel darin anbraten bei mittelhoher Hitze. Den Zucker zufügen und leicht karamellisieren. Die Brühe zugießen, mit Salz, Pfeffer, Kümmel und dem Essig würzen. Circa 3 Minuten köcheln lassen.
(3) Apfelstückchen und Kohlstreifen in den Topf geben und 30-40 Minuten zugedeckt bei schwacher Hitze schmoren lassen.
(4) Die Stärke in einer kleinen Tasse mit 3 TL kaltem Wasser anrühren und unter das fertige Kraut rühren. Einmal aufkochen lassen und nochmals kosten, ob noch etwas fehlt.

Zusammen mit Kartoffeln, Kartoffelbrei und z.B. Bratwurst oder Klops servieren.

Genießen!

Quelle: KüchengötterBayrisch Kraut

Wir retten … Palatschinken/Pfannkuchen: Böhmische Palatschinken

Die Retter sind mal wieder unterwegs! Und um ehrlich zu sein, eigentlich könnten wir jede Woche etwas anderes aus den Supermarkt-Regalen retten, so viel Gruselzeugs ist dort zu finden.

Für das Februar-Thema suchten wir uns Pfannkuchen/Palatschinken/Palacsinta/Crepes aus. Und was es da nicht alles zu finden gibt: komplett fertig gebackene Exemplare mit unterschiedlichen Namen im Kühlregal, Pulver in Flaschen, zu dem „nur noch“ Milch gegeben werden muss, schütteln und braten oder auch andere Pulver in Tüten der bekannten Marken. Wozu das alles? Mehl, Ei, Milch! Mehr ist an Grundzutaten nicht nötig. Hier habe ich der geneigten Leserschaft erklärt, wie es geht:

Und da man das Rad ja nicht andauernd neu erfinden muss und Wiederholungen auch nicht so unglaublich cool sind im Blog (ich irgendwie auch keine Zeit hatte), überlasse ich heute das Wort einem Gastredner. Susi bloggt schon seit einigen Jahren aus Wien als Turbohausfrau in ihrem Blog „Prostmahlzeit“ und hat für Euch wunderbarste Böhmische Palatschinken zubereitet:

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Es freut mich sehr, dass ich zum ersten Mal bei Anikó zu Gast sein darf. Noch dazu an so einem prominenten Termin, wie es die Rettungstermine mittlerweile geworden sind. Was ich euch zeige, sind böhmische Palatschinken. Wir Österreicher waren nämlich sehr emsig, was das Fladern (=Klauen) von Rezepten im gesamten Raum der ehemaligen K&K-Zeit, die auch Böhmen umfasste. In anderen Ländern haben wir uns genau so fleißig bedient, so geschehen beim Wiener Schnitzel (aus Italien), Szegediner Krautfleisch und Gulasch (aus Ungarn) oder eben die deftigen böhmischen Mehlspeisen, die mittlerweile als österreichische Mehlspeisen gelten.

Viel falsch machen kann man bei diesen Palatschinken nicht. Was nur sehr wichtig ist, ist guter Powidl, der immer schwerer zu bekommen ist. Das ist ganz dick eingekochtes Zwetschkenmus, das ohne Zucker so lange gekocht wird, bis man es schneiden kann. Meine Oma hat das auf einem Zusatzherd gemacht, der damals in jeder Küche stand, der mit Holz beheizt wurde und auf sehr kleiner Flamme betrieben werden konnte. Da hat sie immer einige Tage lang den Powidl einreduzieren lassen. Selber habe ich das noch nie geschafft, weil ich meinen Elektroherd nicht so niedrig drehen kann, wie es nötig wäre.

Beim Backen der Palatschinken ist eine Palatschinkenpfanne sehr hilfreich. Das sind relativ große Pfannen mit einem ganz niedrigen Rand. Meine ist noch dazu beschichtet, was es einfach macht, die Palatschinken zu wenden.

Bei der ersten Palatschinke muss die Pfanne sehr gut durch und durch erhitzt werden, dann wird ein Teelöffel Butter (je nach Größe der Pfanne auch 2) in der heißen Pfanne geschwenkt, bis der ganze Boden eingefettet ist. Da rein kommt ein Schöpfer voll Teig, den man ebenfalls durch Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilt. Gewendet wird, wenn sich die Palatschinke vom Rand löst.

Für 4 – 5 Palatschinken:
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
30 g Zucker
Salz
4 TL Butter zum Backen
Staubzucker zum Bestreuen

Fülle:
4 EL Powidl (wenn es sehr fester Powidl ist, mit etwas Rum erwärmen und glatt rühren)

Sonstiges:
2 EL Sauerrahm, glatt gerührt
2 EL Mohn, frisch gequetscht

Aus den genannten Zutaten mit einem Schneebesen einen glatten Teig rühren, 20 min. quellen lassen. Backrohr auf 70 Grad vorheizen. Wie oben beschrieben die Palatschinken backen, im Rohr warm halten, bis die nächste Palatschinke fertig ist. Danach alle mit dem Powidl bestreichen und einrollen oder zusammenklappen. Mit Staubzucker anzuckern. Mit dem Mohn bestreuen, daneben den Sauerrahm auf den Teller geben, den man dann nach Lust und Laune zu den Palatschinken isst.

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Sehen die nicht wunderbar aus? Und mit Pflaumen und Mohn (Hallo?!? MOHN!!!) kann man bei mir überhaupt gar nichts falsch machen. Die werden defintiv nachgekocht! Danke, liebe Susi!

Und seid ihr auf den Geschmack gekommen? Hier im Blog gibt es noch jede Menge andere Pfannkuchen-Rezepte:

Und natürlich haben auch wieder viele andere mitgerettet. Schaut Euch mal bei den tollen Rezepten und Anleitungen um (Links werden ergänzt):

Giftige Blonde – Klassische Palatschinken mit hausgemachter Marillenmarmelade

Prostmahlzeit – Fleischpalatschinken

SweetPie – Gorgonzola-Pilz-Pfannkuchen

Summsis Hobbyküche – Buttermilchpfannkuchen

Obers trifft Sahne – Pancakes mit Apfel und Walnuss

Brittas Kochbuch – Herzhafte Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung

kebo homing – Crespelle farcite

auchwas: Hauchdünne Pfannkuchen

magentratzerl – Buchweizengalettes mit Sauce Mornay

Sakriköstlich – Bulgur-Pfannkuchen

brotbackliebeundmehr – Kartoffel-Pfannkuchen

multikulinarisches – Eierkuchen mit Vogelbeer-Karamell

Food for Angels and Devils – Galettes

German Abendbrot – Herzhafter Palatschinken mit Boeuf Stroganoff

Anna Antonia – Banana Pecan Pancakes

Aus meinem Kochtopf – Blini mit Räucherlachs und Crème fraîche

Was du nicht kennst… – Blutorangenpfannkuchen

Fliederbaum – Böhmische Palatschinken

Unser Meating – Grünkohl-Pancakes

Pane-Bistecca – Vietnamesische Pfannkuchen mit Thai Fuellung

LanisLeckerEcke – Herzhafte Blinis mit Schafskäsedip

Spaghetti mit cremiger Lauch-Speck-Sauce

Schnelle Küche ist doch bei uns allen ein großes Thema, oder? Wer hat schon Zeit (und seien wir ehrlich, auch Lust) jeden Tag groß zu kochen? Aus unerfindlichen Gründen lag in meinem Kühlschrank eine große Porreestange rum. Wofür ich die gekauft hatte? *schulterzuck* Ich weiß es simpel nicht mehr. Aber auch drei Scheiben Bacon waren noch von etwas anderem übrig und wurden nicht besser mit der Zeit. Und dann kam ein Tag mit Spätschicht an dem partout noch nicht wusste, was ich mir für’s Mittagessen machen sollte. Also schnell improvisiert, Nudeln gab es auch lange nicht mehr und sogar einen Schluck Alkohol versenkt (kann Wermuth schlecht werden?). Innerhalb von 30 Minuten steht eine wunderbar cremige Sauce, die perfekt zu den Spaghetti passte auf dem Tisch. Großartig nach einem stressigen Tag :-)

Spaghetti mit cremiger Lauch-Speck-Sauce

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 große Stange Lauch (Porree)
3-5 Scheiben Bacon
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 Schluck Wermuth (Weißwein)
100 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
200 g Saure Sahne (oder Schmand)

250 g Spaghetti

(1) Von der Lauchstange das Ende abschneiden, halbieren und in 0,5 cm dicke Halbringe schneiden. Die Baconscheiben in dünne Streifen schneiden. Den Knoblauch häuten und ganz fein würfeln.
(2) Das Salzwasser für die Nudeln aufsetzen. Wenn es kocht die Spaghetti zufügen und al dente garen. Sie sollten etwa zur selben Zeit fertig wie die Sauce.
(3) Die Butter zusammen mit dem Bacon in eine große Pfanne geben und auf hoher Hitze so lange braten bis der Bacon etwas knusprig ist. Den Knoblauch zufügen und kurz andünsten bis er duftet. Dann die Porreeringe zugeben und kurz mit anbraten. Salzen, pfeffern und dem Schluck Wermuth ablöschen. Den Wermuth verkochen lassen und die Gemüsebrühe zufügen. Etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis der Porree gar ist. Die Saure Sahne unterrühren.
(4) Die abgetropften Spaghetti unter die fertige Sauce rühren.

Genießen!

#12von12 im Februar

 Der 12. Februar. Ein Freitag. Ein Arbeitstag. Normaler Alltag. In zwölf Bildern festgehalten. Und bei Caro gibt es für Neugierige noch die gestrigen Tage von vielen anderen.

Der Mrgn begann augenplinkernd. Fix die Balkontür aufreißen und nochmal zurück ins Bett kuscheln für 15 Minuten.

Nach Morgentoilette war ich so genervt vom Ordnungszustand der Küche, dass ich fix aufräumte. Geschirrspüler aus- und wieder einräumen, umherfliegenden Papiermüll entsorgen, Bücher wieder in Regale sortieren…

… Frühstück für jetzt und unterwegs machen.

Mittlerweile gehe ich fast im Hellen zur Arbeit morgens. Yay! Und mit Vogelgebrüll.

Dann erstmal Arbeit. Stressig. Und chaotisch.

Nach der Arbeit war ich selbst Patientin und ließ meine Kiefer bearbeiten.

Dann endlich nach Hause. Und unter dem blauen Himmel in angenehmer Luft tief durchatmen.

Zu Hause die unansehnlichen, aber köstlichen Reste der ungarischen Quarknudeln aufgewärmt und verspeist.

Eigentlich war ich so fertig, dass ein Nickerchen mehr als angebracht gewesen wäre…

… allein die Beine ließen mich nicht, weil sie vor Stress unangenehm vibrierten und piekten. Also wieder eine aufrechte Sitzposition annehmen und sich von Nigella etwas vorkochen lassen. Lenkt gut ab :-)

Nach einigen Telefonaten mit lieben Menschen war es Zeit für Abendbrot: Butterbrot mit warmem Wiener Würstchen, einer mit Frischkäse gefüllte Paprikaschote, ein paar Oliven und zum Nachtisch Joghurt mit eingeweckten Pflaumen.

Die letzte wichtige Tat des Tages: ein kurzer Pieks, um das entgleiste Immunsystem in Schach zu halten.

Danach noch ein wenig TV und gepflegtes wegdösen auf dem Sofa *g*

Ungarisches, geschichtetes Sauerkraut aus dem Slowcooker

Winter, die perfekte Zeit für Schmorgerichte! Und was kann der Ungar an sich besonders gut? Richtig: Gulasch. Und Gulasch ist das Schmorgericht par excellence. Mit der giftigen Blonden unterhielt ich mich letztens über Szegediner Gulasch, also die Variante, in der Sauerkraut mitgeschmort wird und wir beschlossen eine kleine Challenge zu machen: bei ihr wird eine österreichische Version von Brigitta präsentiert, ich zeige die elterliche, die geschichtet geschmort wird.

Vor Ewigkeiten mit einem äußerst gruseligen Bild zeigte ich ja schon mal wie die ungarische Familie Szegediner Gulasch oder Székely káposzta macht. Trotzdem war ich damals, als ich bei der mittleren Tante die Zubereitung sah, etwas überrascht. Denn meine Eltern haben es früher etwas anders gekocht. Da kamen noch Hackbällchen, die mit Reis gebunden werden, rein und es wurde eben in einem breiten Topf geschichtet und ohne Rühren geschmort wird. Nun habe ich ja meine Schmormonster aka Slowcooker und dachte, dass es doch auch darin gehen müsste. Also flugs bei Frau Mama nachgefragt, wie sie das früher gemacht hat und umgemodelt für den kleinen 1,5l Slowcooker. Die Vorbereitungszeit beträgt jetzt nicht nur 5 Minuten, aber dafür ist es ein wunderbares Sonntagsessen, dass nach dem Anstellen des Slowcookers kaum noch Aufmerksamkeit bedarf (und ich Zeit hatte meinen Haushalt auf Vordermann zu bringen). Natürlich kann man es auch auf dem Herd im normalen Topf garen, das habe ich nach dem Slowcooker-Rezept beschrieben.

Und es ist eine wunderbare Version, die zarten Hackbällchen passen wunderbar zum cremigen Kraut und dann hier und da ein Stückchen zartestes Gulaschfleisch. Mit ein paar Kartoffeln oder frischem Weißbrot ein wunderbares Winteressen (bei der Familie in Ungarn aß ich es auch schon im Sommer, die kennen keinen Schmerz *g*)! Probiert es ruhig aus und berichtet mal :-)

So, und jetzt rüber zur Giftigen Blonden mit Euch und die dortige Variante bestaunen!

Ungarisches, geschichtetes Sauerkraut – Székely töltött káposzta

Zutaten für 3 Portionen:
50 g Langkornreis
2 Zwiebeln
1,5 EL Öl (oder Schmalz)
300 g gemischtes Hack
1 kleine Knoblauchzehe
1 kleines Ei
Salz, Pfeffer
1 + 3 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Paprikapulver, rosenscharf
100 ml Wasser
750 g Sauerkraut
(frisch oder mild aus der Dose)
300 g Schweinegulasch
1 Lorbeerblatt
100 g Schmand
1 TL Mehl

Slowcooker: 1,5 l
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zubereitungszeit: 5 Stunden HIGH

(1) Als erstes den Langkornreis in Salzwasser vorkochen, dabei reicht halbgar, also nur die Hälfte der Zeit kochen (geht auch in der Mikrowelle 1a). Etwas abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebeln fein würfeln. Die Würfel einer halben Zwiebel zum Hack geben. Die übrigen Würfel in einer kleinen Pfanne zusammen mit dem Fett geben, etwas salzen. Die Hitze auf mittelhoch schalten und die Zwiebelwürfelchen sanft etwa 15 Minuten andünsten bis sie weich und süß sind.
(3) Die Hackbällchen weiter vorbereiten. Den Knoblauch häuten und sehr fein hacken. Den Reis, Ei und Knoblauch zum Hack geben. Mit Salz, Pfeffer und 1 TL Paprikapulver würzen. Alles gut verkneten und 5 Hackbällchen daraus formen.
(4) Das geschnittene Gulaschfleisch waschen, gut mit Küchenkrepp trocknen, leicht salzen und pfeffern.
(5) Jetzt kommt das Sauerkraut dran. Wenn ihr frisches benutzt, dann waschen und gut ausdrücken. Mildes aus der Dose in ein Sieb geben und gut ausdrücken.
(6) Die Pfanne mit den Zwiebeln vom Feuer nehmen. Die 3 TL edelsüßes und 1/2 TL rosenscharfes Paprikapulver zugeben und gut verrühren. Wenn es beginnt zu duften (das geht schnell) 100 ml Wasser zugießen.
(7) Die Zwiebel-Paprika-Mischung auf den Boden des Slowcookers geben. Darüber eine dünne Schicht Sauerkraut, dann das gewürzte Gulaschfleisch, das Lorbeerblatt dazwischen stecken und dieses widerum mit einer dünnen Schicht Sauerkraut bedecken. Die Hackbällchen darauf geben und das restliche Sauerkraut. Deckel drauf und insgesamt 5 Stunden auf HIGH garen.
(8) 45 Minuten vor Ende den Schmand gründlich mit dem Mehl verrühren. Die Hackbällchen vorsichtig aus den Sauerkraut fischen, zur Seite legen. Die Schmand-Mehlmischung gründlich unterrühren. Die Hackbällchen wieder obenauf geben. Deckel drauf und zu Ende garen.

Mit Kartoffeln oder frischem Weißbrot servieren.

Genießen!

Wenn die Zutaten verdoppelt werden, kann es auch gut im 3,5 l Slowcooker gemacht werden, dann würde ich es allerdings eher 6 Stunden auf HIGH lassen, weil die kleinen Schmormonster meistens mehr heizen als die großen.

Wer keinen Slowcooker hat, kann es natürlich auch im normalen Topf auf dem Herd machen. Dafür in einem möglichst weiten Topf, die Zwiebeln (wie für jedes Gulasch) bei kleiner Hitze langsam andünsten, vom Herd nehmen und mit Paprika bestäuben. Eine dünne Schicht ausgedrücktes Sauerkraut gleichmäßig darauf verteilen, am Rand des Krauts das gewürzte Gulaschfleisch geben, in die Mitte die Hackbällchen. Mit dem restlichen Sauerkraut bedecken und 100 bis 200 ml Wasser angießen (im normalen Topf verdunstet mehr als im Slowcooker). Bei mittelkleiner Hitze ca. 1,5 Stunden schmoren lassen. Dann wie im Slowcooker die Hackbällchen rausfischen und das Schmand-Mehl-Gemisch unterrühren. Kurz bei hoher Hitze aufkochen lassen bis das Gulasch gebunden ist. Das dauert nicht allzu lang. Zusammen mit den Hackbällchen servieren und genießen!

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