Archiv für den Monat Juni 2016

Ein deutscher Klassiker – Leipziger Allerlei

Hatte ich der geneigten Leserschaft schon erzählt, dass ich am Wochenende nach Pfingsten lieben Besuch hatte? Es war ein kleines Bloggertreffen geplant mit Noémi sammelhamster, mit Frau Evi aus der Kyche, der hochgeschätzten Frau Küchenlatein und meiner liebsten Kochschlampe. Es war soo schön! Die Damen waren auf dem Wochenmarkt, während ich ein wenig Energie tankte, Frau Evi und ich versuchten den Frittier-Angsthasen Noémi und Frau Kochschlampe durch in Teig umhüllte Gemüsesticks die Angst vor heißem Öl zu nehmen und wir aßen und redeten einfach nur unglaublich viel. Und machten irgendwie kaum Bilder … Schlechte Foodblogger wir *g*

Und wie sehr ich mich freute, Frau Kochschlampe mal wieder zu sehen, wieder etwas Zeit mit ihr in echt und nicht nur per Chat zu verbringen. Zum Sonntagsessen wünschte sie sich Leipziger Allerlei nach dem „Deutschland vegetarisch“. Aber gerne doch! Zwar gehörte auch ich bis dahin zu den Leuten, die es nur als Dosenversion kannten und auch vom Rezept im Buch ein bisschen abgeschreckt war, aber zu zweit sollte sich das doch basteln lassen.

Im Endeffekt ist es auch gar nicht so kompliziert zu machen, wenn man die im Buch vorgeschlagenen Beilagenkomponenten weglässt. Wir waren mit Pellkartoffeln zufrieden und brauchten nicht dringend Klößchen und Blätterteigdreiecke. Erst bereitet man die Sauce zu und stellt sie warm (Herdplatte auf die kleinste Stufe) und dann wird das extra gegarte Gemüse drunter gehoben. Für mich das Highlight waren die Morcheln. Ich hatte noch nie Morcheln gegessen, weil sie hier in Deutschland selbst im getrockneten Zustand exorbitant teuer sind, aber Frau Kochschlampe brachte welche aus der Schweiz, die dort offensichtlich günstiger zu erwerben sind. Und die sind echt gut! Jetzt habe ich noch einige hier und mal sehen, was ich aus den kleinen Schätzen so noch zaubere :-) Aber auch die gesamte Gemüsekombination im Allerlei ist ziemlich genial! Einzig der Noilly Prat stach in der Sauce etwas raus (aber ich bin ja eh kein Alkoholmaßstab) und auch Frau Kochschlampe würde eher einen Weißwein empfehlen. Ansonsten eine große Nachkochempfehlung für den nächsten Frühling!

Leipziger Allerlei

Zutaten für 3 großzügige Portionen:
Morcheln:
12 g getrocknete Morcheln
1 EL Butter

Gemüse:
6 Stangen Spargel
1/2 kleiner Blumenkohl
2-3 feine Bundmöhren
100 g Erbsen
Salz
Prise Zucker

Für die Sauce:
3-4 EL weiche Butter
2 EL Mehl
350 ml Gemüsebrühe
150 ml Sahne
Salz, Pfeffer
2 EL Noilly Prat (lieber Weißwein)
4-6 Zweige Kerbel

(1) Als erstes die Morcheln in einer Tasse mit kochendem Wasser übergießen und so lange einweichen lassen bis sie gebraucht werden.
(2) Dann das Gemüse vorbereiten. Den Spargel schälen und je nach Größe dritteln oder vierteln. Die Blumenkohl in Röschen teilen. Die Möhren schälen und in schräge Scheiben schneiden.
(3) Dann die Sauce vorbereiten. Die Butter zerlassen und das Mehl darin anrösten. Das ganze mit dem Wein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Unter ständigem Rühren die Gemüsebrühe und Sahne dazu geben, so dass keine Klümpchen entstehen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Unter Rühren aufkochen lassen und dann warm stellen. Zwischendurch immer mal wieder rühren, während das Gemüse gart.
(4) 1/2 l Wasser mit Salz und Zucker aufkochen. Spargel in ca. 10-12 Minuten darin bissfest garen. Nach 3 Minuten alles weitere Gemüse dazu geben. Es sei denn, es wären frische Erbsen. Die erst 3 Minuten vor Schluss.
(5) Die Morcheln abgießen. In einer kleinen Pfanne die Butter schmelzen und die Morcheln darin bei mittlerer Hitze anbraten. Die Morcheln zusammen mit dem fertigen Gemüse unter die Sauce heben. Mit Kerbelblättchen bestreuen.

Genießen!

Quelle: nach Paul, S., Seiser, K. (Hrg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 22

Hier noch die kleinen Berichte von Frau Kochschlampe und Frau Küchenlatein, die sich noch in der Saline Luisenhall rumtrieb.

Wir retten … Brot: Einfaches, indisches Naan aus der Pfanne

Letztens musste ich im Supermarkt nebenan warten, darauf dass eine Wassermelone in für mich praktikablere Stücke geteilt wird. Und in diesem Supermarkt grenzt die Obst- und Gemüseabteilung an die Brotabteilung, so hatte ich Zeit mich dort ein wenig umzusehen. Es gab sowohl die „Frischgebacken“-Abteilung mit Brot und Brötchen als auch gefühlt Myriaden an in Plastik verschweissten, halbfertigen Backwaren, die der Käufer zu Hause nur noch fertig backen muss. Ja, ich gebe zu, am Anfang meines Studiums habe ich auch öfter so ein Sechserpack mit halbfertigen Brötchen gekauft, aber zufriedenstellend war der Geschmack schon damals nicht. Und ich befürchte, so sehr ins Positive wird sich die Rezeptur dieser Produkte nicht verändert, dass sie jetzt genießbarer sind.

Deswegen habe ich vor ein paar Jahren begonnen, ab und zu ein Brot oder Brötchen selbst zu backen. Aber ich verstehe auch, wenn sich gestresste Arbeitnehmer und/oder Eltern nicht noch andauernd in die Küche stellen wollen, um das selbst zu backen. Gute (wenn vielleicht auch nicht hervorragende Qualität) ist ja doch noch zu finden. Aber trotzdem wollte ich Euch zeigen, dass manche Brote doch sehr einfach zuzubereiten sind, ohne großen Aufwand, ohne allzu lange Wartezeiten oder Planerei, ja sogar ohne Ofen.

In der indischen Küche dient Brot oft als vollwertige Beilage zu den Gerichten. Dabei gibt es viele unterschiedliche Versionen, je nachdem in welcher Region dieses riesigen, unglaublich vielfältigen Landes man sich befindet. Heute möchte ich Euch ein Naan (indisch für Brot) vorstellen: dies ist ein Fladenbrot aus einem einfachen Hefeteig besteht, der mit Joghurt verfeinert wurde und in der Pfanne bei hoher Hitze gebacken wird. Ihr seht, es ist ganz einfach. Und nein, die geneigte Leserschaft muss keine Angst vor Hefe haben. Ein paar Grundregeln befolgen, die mir schon die beste Oma von allen predigte und schon läuft das:

  • Hefe mag es nicht zu heiß! Hefe sind kleine einzellige Pilze, die sich gerne bei Wärme vermehren, aber wenn es zu heiß ist, sprich über 42°C ist, sterben sie, weil ihre zellinternen Eiweiße verkleben (denaturieren), wie beim normalen gekochten oder gebratenen Hühnerei auch. Da also Obacht bei der Wärme der Flüssigkeit.
  • Hefe mag es gerne zugfrei! Ich lasse meine Teige immer in einer Schüssel gehen, die mit einer Mörder-Duschhaube abgedeckt ist, so bleibt Feuchtigkeit drin und gleichzeitig kommt kein Lufthauch dran. Wenn es in meiner Wohnung kühler ist, z.B. im Winter, dann stelle ich die Schüssel auch in die Mikrowelle oder in den ausgeschalteten Ofen bei geschlossener Tür. Nicht andauernd nachgucken, ob die Hefe ihre Arbeit macht. Oma hat immer gesagt, den Teig am Besten vergessen!
  • Gebt dem Teig und der Hefe Zeit! Klar viel Hefe lässt den Teig schnell aufgehen, aber das Gebäck schmeckt wesentlich besser und aromatischer, wenn ihr weniger der Pilzchen zugebt und den Teig einfach länger ruhen lasst. Das mag für Hefeteiganfänger befremdlich klingen, aber Teig aus 500 g Mehl und maximal 10 g frischer Hefe geht auch wunderbar über Nacht im Kühlschrank, so dass am Morgen frische Brötchen gebacken werden können. Es lässt sich auch Hefeteig auf Vorrat im Kühlschrank halten, so dass man schnell mal frische Brötchen oder Pizza backen kann, zeige ich Euch demnächst noch!
  • Hefeteig ist unglaublich vielseitig! Egal, ob süße Kakaoschnecken, leicht süße Rosinenbrötchen oder herzhafte Brote, wie dieses Kartoffelbrot, er ist ein Tausendsassa!

Aber zurück zum indischen Naan. Ich hatte es zu einem indischen Linsengericht aus dem Slowcooker gemacht, aber es passt auch zu anderen Suppen, zum Grillabend, es können lustige Sachen wie Gemüse, Käse, gebratene Fleisch (Reste vom Sonntagsbraten o.ä.) eingewickelt werden. Ihr seht, äußerst vielfältig verwendbar! Ich habe die komplette Menge gemacht, obwohl ich alleine gegessen habe, aber wenn man sie noch lauwarm einfriert, sind sie aufgetaut wie frisch gemacht. Großartig! Sie sollten tatsächlich relativ bald verzehrt werden und nicht schon 1 Tag im Voraus gebacken werden, aber bei großen Grillpartys kann man sich die Arbeit ja aufteilen oder eben einfrieren und zur Party auftauen :-)

Aber nun zum Rezept und ab mit Euch in die Küche!

Naan

Zutaten für ca. 12 Brote:
1/2 Würfel frische Hefe
(oder 1 Tüte Trockenhefe)
2 EL Milch
2 EL Joghurt
1 EL Zucker
540 g Weizenmehl (Type 405)
75 g Weizenvollkornmehl
(oder alles in Type 405)
1 Ei
2 TL Salz
350 ml Wasser

etwas neutrales Öl für die Schüssel

(1) Hefe mit der Milch, dem Joghurt und Zucker in einem Schüsselchen verrühren und zur Seite stellen.
(2) In der Schüssel der Küchenmaschine (oder normalen Rührschüssel) das Mehl mit Ei und dem Salz vermischen. Die Knethaken der Handrührers oder die Küchenmaschine anstellen und die Joghurt-Hefe-Mischung zufügen. Etwa 30 Sekunden rühren und dann nach und nach das Wasser hinein geben. So lange kneten bis der Teig einen Ball formt, der eine Winzigkeit klebt, wenn man ihn berührt. Wenn er zu trocken ist, noch teelöffelweise Wasser zugeben, wenn er zu feucht ist, noch eine Winzigkeit Mehl. Der Teig herausnehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch etwa 10 Sekunden per Hand kneten und der Teig zu einer Kugel formen.
(3) Die Schüssel dünn ausölen, den Teig hinein geben, Duschhaube drüber (oder Frischhaltefolie) und an einen zugfreien Ort stellen. 1-2 Stunden gehen lassen bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen. Die Arbeitsfläche (hier ein großes Holzbrett) bemehlen. Den Teig rausholen und die Luft etwas mit den Fäusten rausschlagen. Den Teig zu einer Schlange formen und in 12 gleichgroße Stücke teilen. Mit Frischhaltefolie oder einem feuchten Tuch bedeckt 10 Minuten ruhen lassen.
(5) Die Pfanne auf hoher Hitze heiß werden lassen. Fett wird keins benötigt. Die Teigstücke oval ausrollen (ja, ihr braucht immer mal wieder Mehl für die Arbeitsfläche, damit nichts an Brett oder Nudelholz kleben bleibt), ca. 15-20×10 cm. Ein Teigstück in die Pfanne geben und auf hoher Hitze (Stufe 2,5-2 von 3) und so lange backen bis der Teig auf der Oberseite solche Blasen wirft:

Dann umdrehen und von der zweiten Seite ebenfalls in einigen Minuten bräunen lassen:

(6) Nach und nach jedes Brot ausbacken. Die fertigen Brote auf einen Teller legen und im auf 50°C warmen Ofen warm halten.

Zu Gerichten der Wahl servieren: indische Currys oder Dhal, andere Schmorgerichte, zum Grillen oder Einwickeln von Köstlichkeiten.

Genießen!

Quelle: Bittman, M. (2008): How to cook everything. p 873

Ihr seid auf den Geschmack gekommen und wollt auch ein paar andere Brote backen? Wie wäre es mit:

Auch andere fleißige Blogger haben wieder mitgemacht bei #wirrettenwaszurettenist, klickt Euch mal durch die spannenden Beiträge:

giftige Blonde – Bierbrot

Brittas Kochbuch – Fast no-knead Sauerteigbrot aus dem Topf

magentratzerl – Pletzl

Summsis Hobbyküche – Baquette

Was du nicht kennst… – No Knead Bread

Dynamite Cakes – Focaccia mit roten Zwiebeln

brotbackliebeundmehr – Karottenbrot mit Kürbiskernen

Kochen mit Herzchen – Niederrheinischer Butterstuten

Anna Antonia – Pain au Chocolat

Sakriköstlich – Mittelalterliches Bauernbrot

Cuisine Violette – Vollkorntoast mit Emmer-Mehl

Prostmahlzeit – Hanfbrot

Unser Meating: 3-Minuten- Vielfaltbrot

Food for Angels and Devils – (ein)genetztes Brot

LanisLeckerEcke – Kartoffelbreibrot mit Möhrenraspel aus dem Topf

Feinschmeckerle.de – Kieler Semmeln

Das Mädel vom Land – Kammutbrot

Küchenliebelei – Ciabatta und daraus: Cheese-Steak-Sandwich

Auchwas – Croissants mit Urdinkelmehl

Meins! Mit Liebe selbstgemacht – Pide

Obers trifft Sahne – Walnuss-Bier-Brot

German Abendbrot – Toastbrot

Fliederbaum – Dinkel-Erdmandel-Brot

Genial lecker – Dinkelbrötchen mit Buttermilch

12 von 12 im Juni – Ein stressfreier Sonntag

Die Spielregeln zu 12von12 und wer mehr über anderer Leute Leben wissen im Juni, der möge doch bitte hier gucken.

Ein Sonntag war dieser 12. Juni also, traditionell ein ziemlich ruhiger Tag bei mir. Haushalt versuche ich meist sonnabends zu erledigen, dass ich Sonntag wirklich gepflegt rumdümpeln kann.

Beim Aufwachen zu diesem Ausblick bin ich meist noch nicht zu Vokalen fähig. „mrgn“ muss reichen:

Der Himmel versprach auch keine wettertechnische Offenbarung:

Beim Frühstückmachen fiel mir auf, dass ich wohl Kakao nachkaufen sollte. Mal sehen, wo ich diese Marke hier finde:

Frühstück (so ca. 2 Stunden nach Aufwachen) mit Kieler Stadthonig und Ostseesalz aus Kiel, dass tatsächlich schmeckt, wie es bei uns am Strand riecht. Danke an Frau Küchenlatein für die beiden tollen Geschenke!

Danach wollte ich eigentlich ein bisschen liegen und lesen (ja, ich hätte auch sinnvolles wie Staubsaugen machen können, aber keine Lust…), schlief aber prompt noch vor dem Mittagessen ein. Meine Kräfte sind momentan doch etwas weniger vorhanden aka urlaubsreif:

Zum Glück konnte das Mittagessen in 30 Minuten gemacht werden und brauchte nicht Stunden. Eines meiner liebsten Alltagsessen: Ungarisches Kohlrabigemüse mit Bratwurst:

Das Lesen wurde dann nach dem Essen nachgeholt. Und im „Türkei vegetarisch“ findet man viele schöne Rezept-Schätzchen:

Ein kurzes Lustwandeln durch meine grüne, hauptsächlich essbare, Oase *g*:

Einen Teil des Nachmittags verbrachte ich mit dem Ding am Ohr:

Und zappte mich von Fußball zu britischem Wohlfühlkrimi und zurück:

Irgendwann wurde es auch Zeit für Abendbrot. Angegriechter Salat mit einer Scheibe Brot sollte es werden. Nichtschönaberlecker!

Natürlich guckte auch ich das Spiel der deutschen Mannschaft, bin da aber äußerst unpatriotisch unterwegs (nein, ich bin auch nicht für Ungarn, mein Herz schlägt ganz anders), aber zur zweiten Halbzeit verschwand ich ins Bett, um dort per Livestream das Spiel weiter zu gucken und nebenbei ins Reich der Träume zu entgleiten:

Leider war die Nacht

Schnell, einfach und rosa – Radieschen Pickles

Ist Euch schon aufgefallen, dass die Radieschen neuerdings irgendwie langweilig schmecken? Nicht mehr scharf, nur noch ein Hauch des von mir geliebten Retticharomas. Schade eigentlich. Und trotzdem baue ich jedes Jahr wieder Radieschen auf dem Balkon an. Es ist auch einfach zu spaßig und interessant: Samenband auf die Erde legen, noch Erde drauf, gießen und warten. Und zwischendurch immer mal wieder gießen. Dann zeigen sich erst die hübschen, herzförmigen Keimblätter und so nach und nach kommen die richtigen Blätter und es bildet sich ein kleiner, roter Radieschenknubbel als Wurzel. Nach einigen Woche, je nach Wetter, wohnen dann perfekte, verzehrfertige Radieschen im Balkonkasten:

Aber was jetzt damit anstellen? Klar, kann man einfach so essen, aber, um ehrlich zu sein, so viele Radieschen esse ich dann pur auch nicht. Wäre ja nett, wenn man sie irgendwie haltbar machen könnte. Also durchsuchte ich das weltweite Zwischennetz nach eingelegten Radieschen, denn irgendwo auf Facebook sah ich mal ein Glas mit schick rosaner Flüssigkeit und Radieschenscheibchen. Fündig wurde ich beim Blog „Cookie + Kate“ und das Rezept erinnerte mich frappierend an sonstige Pickles-Rezepte. Kann also gar nicht verkehrt sein!

Es ist wirklich schnell gemacht, sehr unaufwendig und die Wohnung riecht nur kurz nach dem aufgekochten Essig. (Jetzt das Fenster weit aufreißen und die Essigmoleküle nach draußen entschwinden lassen!) Dann heißt es sich allerdings ein wenig gedulden: erst müssen die Pickles auf Zimmertemperatur abkühlen und ich lasse sie dann gerne mindestens 1 Tag im Kühlschrank ziehen, früher sind sie mir zu essigscharf. Aber dann wirklich wunderbar: ein bisschen prickelig, ein bisschen scharf, perfekt auf’s Brot oder einen Burger.

Radieschen Pickles

Zutaten für 1 Glas mit 500 ml Inhalt:
1 Bund Radieschen
(oder einige Radieschen plus 1 größere Rettichkugel)
1 großzügige Prise Chiliflocken
180 ml Weißweinessig
180 ml Wasser
2 TL Salz
3 EL Honig
1 TL Senfsaat
1 TL Koriandersaat

(1) Das Glas mit Deckel (Weck oder mit Drehverschluss) mit heißem Spüliwasser waschen und gut ausspülen. Auf dem Kopf gedreht auf einem sauberen Handtuch bis es benutzt wird, stehen lassen.
(2) Die Radieschen waschen, Blätter und Wurzelenden abschneiden, in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Eng in das Glas einschichten. Mit einer Prise Chiliflocken bestreuen.
(3) Den Essig, Wasser, Salz, Honig und Gewürze in einem Topf zum Kochen bringen, bis sich Honig und Salz aufgelöst haben. So kochend heiß vorsichtig über die Radieschen gießen (es wird wahrscheinlich ein klein bisschen übrig bleiben). Deckel drauf und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mindestens einen Tag im Kühlschrank reifen lassen.

Passt wunderbar auf Burger, kaltem oder warmem Käsetoast

Genießen!

Quelle: Spicy Quick Pickled Radishes

Einfacher Rahmspinat mit selbstgemachtem Blubb

Spinat ist bei vielen Kindern unbeliebt. Dabei weiß ich gar nicht wieso. Ist es die Farbe? Konnten deren Eltern keinen Spinat so verfeinern, dass er gut schmeckt? Gut, ich glaube gehackten TK-Spinat in pur hätte ich auch seltsam gefunden, aber so von Frau Mama nie bekommen. Sie hat ihn immer auf diese spezielle Art verfeinert, die gekochten Eier im Spinat versteckt und dann mit geriebenem Käse überbacken. Und warmer Käse macht doch alles besser, oder? Ich liebe Frau Mamas Version noch heute heiß und innig! Sie ist für einen Single-Haushalt allerdings zu viel …

Aber man kann ja auch von Blattspinat kleinere Mengen kaufen und dann eben die entsprechende Portionsgröße basteln. Und dieses Rezept ist wunderbar geeignet dafür. Statt des jungen Spinats nahm ich 500 g des großblättrigen Wurzelspinat, der, erst einmal verlesen und geputzt, noch so ca. 400 g ergab, zwei ordentliche Portionen für Spinatliebhaber *g* Einzig muss er etwas länger kochen als der Babyspinat. Aber alles in allem ist es ein schnell gekochtes Mittagessen, das Putzen des Spinats ist am langwierigsten *g* Nicht erschrecken mit der Saucenmenge, das passt nachher mit der Spinatmasse :-) Und dann wird dazu natürlich klassisch als Beilage Ei (gekocht, als Spiegel- oder Rührei) und Kartoffeln (als Kartoffelbrei wirklich perfekt). Diese Kombination ist einfach unschlagbar! ♥

Rahmspinat mit selbstgemachtem Blubb

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
500 g Wurzelspinat
(oder 300-400 g Babyspinat)
1 kleine Zwiebel
1/2 Knoblauchzehe
1 gehäufter EL Butter
1 EL Mehl
200 ml Gemüsebrühe
100 ml Sahne
Salz, Pfeffer
Muskatnuss

(1) Den Wurzelspinat mehrmals in lauwarmem Wasser im Spülbecken waschen. Nach dem letzten Waschdurchgang die groben Stiele von den Blättern entfernen und das Blatt in 2-3 Stücke reißen. In ein Sieb geben und abtropfen lassen. (Babyspinat nur waschen, verlesen und abtropfen lassen.)
(2) Die Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln.
(3) In einem großen Topf die Butter schmelzen lassen, Zwiebel- und Knoblauchwürfelchen glasig dünsten. Mehl darüber stäuben und kurz unterrühren. Dann schluckweise unter ständigem Rühren die Gemüsebrühe und Sahne unterrühren. So sollten keine Klümpchen entstehen. Mit Salz, Pfeffer und etwas frisch geriebener Muskatnuss würzen und kurz aufkochen lassen bis die Sauce dicker geworden ist.
(4) Den abgetropften Spinat portionsweise drunter rühren, d.h. wenn der erste Teil etwas zusammen gefallen ist, den zweiten hinein geben. Wenn der ganze Spinat drin ist, so ca. 5-7 Minuten kochen (Babyspinat nur 1-3 Minuten), je nachdem wie gar man den Spinat mag. Kosten, ob noch was fehlt und gegebenenfalls nachwürzen.

Zusammen mit Kartoffel- und Eibeilage nach Wahl servieren.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hrs.) (2013). Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 240

Macht mieses Wetter erträglich – Blumenkohl-Süßkartoffel-Suppe aus dem Slowcooker

Neben Essen kreisen meine Gedanken auch relativ häufig um das Wetter. Ja, ich finde Wetter und alles was damit zusammen hängt hochgradig spannend! Ich hatte sogar ernsthaft mal überlegt, ob ich Meteorologie studieren sollte. Jeder seriöse Wetterbericht wird angeguckt, in der Hoffnung, dass mir neue Zusammenhänge erklärt werden. Und ich muss zugeben, ich bin so ein klein bisschen Fangirl von den Herren des ARD Wetters und Benjamin Stöwe (ZDF) bin. Ich könnte ihnen stundenlang zuhören, wenn sie über Vb-Wetterlagen, nordatlantische Oszillation erzählen oder mir erklären, wo unser Wetter entsteht (Sehr gute Doku, dringende Anguckempfehlung!). Nicht umsonst habe ich Geographie im Studium als Nebenfach gewählt und fand die Vorlesungen, über den Wasserhaushalt und das Klima der Welt mit am spannendsten. Und das momentane Wetter ist äußerst spannend (wenn auch für einige Regionen katastrophal und ich hoffe, die größeren Flüssen wie Elbe und Donau können die gefallenen Wassermengen auffangen), es sind so zwei Tiefs zwischen ganz vielen Hochs, die um Deutschland herum in Skandinavien, Südwesteuropa und Osteuropa rumdümpeln, „gefangen“, weswegen es gerade so häufig zu Unwettern kommt (Stand 01.06.16).

Und wenn es so richtig schüttet wie heute von Vormittag an bis in den späten Nachmittag, tut eine schön wärmende Suppe auch am meteorologischen Sommeranfang gut. Und wenn sie noch so einfach im Slowcooker zu machen ist, wie diese um so besser. Die Zutaten am Abend vorher vorbereiten, am Morgen noch die Brühe und Gewürze dazu geben, anstellen und mittags zur fast fertig Suppe wiederkommen. Zum Schluss werden noch die Milchprodukte zugegeben, durchpüriert et voilà! Die Grundsuppe ist vegetarisch (wenn man nicht gerade Hühnerbrühe zugibt), kann aber nach Belieben variiert werden durch die Toppings. Da lasst Eurer Phantasie freien Lauf: gehackte frische Kräuter, angebratener Speck, Röstzwiebeln, Croutons, angebratene Gemüsewürfelchen oder geriebener Käse. Stelle ich mir alles sehr gut vor!

Natürlich kann die Suppe auch auf dem normalen Herd gekocht werden, da würde ich erst die Zwiebel andünsten in Butter, Blumenkohl und Süßkartoffel hinein geben, Gewürze dazu, alles kurz dünsten mit der Brühe auffüllen und ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen nach dem Aufkochen. Zum Schluss wie gehabt Milch und Frischkäse dazu und durchpürieren. Nur ich habe da keine Lust zu, wenn ich mittags von der Schule nach Hause komme *g*

Blumenkohl-Süßkartoffel-Suppe aus dem Slowcooker

Zutaten für 3 große Portionen:
1/2 Blumenkohl
1 mittlere Süßkartoffel
1 Zwiebel
2 Frühlingszwiebeln
1/2 TL Paprikapulver
1/2 TL getrockneter Thymian
1 Prise Chiliflocken
Salz, Pfeffer
ca. 1/2 l Gemüsebrühe
150 ml Milch
1,5 EL Frischkäse

Toppings:

  • geriebener Käse
  • angebratener Speck
  • Frühlingszwiebeln
  • angebratene Zwiebel
  • Schnittlauch, Petersilie
  • angebratene Gemüsewürfelchen
  • Croutons

Slowcooker: 3,5 l
Zeit: 4-5  Stunden auf HIGH

(1) Den Blumenkohl grob hacken. Die Süßkartoffel schälen und in mittelkleine Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Alles in den Einsatz des Slowcookers geben. Die Gewürze hinzu geben, aber nicht zu viel, deren Aroma intensiviert sich sehr. Vorsichtig salzen und pfeffern. So viel Brühe angießen, dass die Brühe am Gemüse sichtbar ist, es aber nicht bedeckt.
(2) Deckel drauf setzen und 4-5 Stunden auf HIGH garen.
(3) Nach der Zeit den Slowcooker ausschalten, Milch und Frischkäse zufügen und mit einem Stabmixer durchpürieren. Nochmals kosten, ob etwas an Gewürzen fehlt und eventuell nachsalzen oder -pfeffern.

Auf Schalen oder Teller verteilen, mit Toppings nach Belieben bestreuen.

Genießen!

Quelle: Peas & CrayonsCauliflower Sweet Potato Soup

So, und jetzt (Stand 01.Juni 2016 18:40) scheint die Sonne und ich bastele mir zum Abendbrot Tomaten-Mozzarella-Salat plus Laugenstange *g*

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