Archiv für den Monat Januar 2017

Süße Verführung – Die Buchtel-Challenge

 

Kennt ihr Buchteln? Diese süßen, Brötchen gefüllt mit Marmelade? Ich kenne sie von der ungarischen Seite der Familie, aber vom norddeutschen Teil überhaupt nicht … Aber kann auch einfach daran liegen, dass Frau Mama nicht unbedingt der weltgrößte Freund von süßen Mittagessen ist. Aber auch ich brauche definitiv noch was herzhaftes vorneweg, sonst ist mir den ganzen restlichen Tag übel, bis ich eine Scheibe Salami zwischen die Zähne kriege ;-)

Eigentlich wollte ich die Buchteln schon beim letzten Heimatbesuch machen, aber mein Körper schrie nach Ruhe nach der stressigen Prüfungszeit. Also hab ich schnell Freitagvormittag den Teig angesetzt. Glücklicherweise ließ sich das Rezept unproblematisch halbieren, so dass ich nur vier Buchteln buk. Zuerst kam mir die Zuckermenge im Teig ziemlich wenig vor, aber wenn man bedenkt, dass sie ja noch mit süßer Marmelade gefüllt werden und in einer ausgezuckerten Auflaufform backen, passt das alles sehr gut! Der Teig ist nach dem Kneten noch ein bisschen klebrig, was sich aber beim Gehen verliert. Er lässt sich danach wunderbar verarbeiten.

Probiert es ruhig aus, egal ob zum Nachmittagskäffchen oder als süßes Mittagessen. Süße, fluffige, knusprige Küchelchen. Großartig!

Süße Buchteln mit Marmeladenfüllung

Zutaten für 4 Stück:
200 ml Milch
1/4 Würfel Hefe
200 g Dinkelmehl Type 63025 g weiche Butter
1/2 TL geriebene Bio-Zitronenschale
1/2 Tl Salz
15 g Zucker
1 Ei

Mehl zum Bearbeiten

4 EL feste Konfitüre nach Wahl (hier Brombeer-Vanille)
15 g Butter
1 TL Puderzucker
Butter und Zucker für die Form

(1) Zuerst den Vorteig bereiten. Dafür die Milch lauwarm erhitzen (nicht zu heiß, das mag die Hefe nicht). 4 EL davon abnehmen, die Hefe reinbröseln und verrühren. 2,5 EL des Mehl unterrühren und an einem zugfreien Ort etwa 20 Minuten gehen lassen.
(2) Eine kleine Auflaufform (hier rund mit 20 cm Durchmesser) mit Butter ausfetten und Zucker ausstreuen.
(3) Zum restlichen Mehl die Butter, Zitronenschale, Salz, Zucker und Ei geben. Den Vorteig und übrige Milch unterkneten bis ein leicht klebriger, aber homogener Teig entstanden ist. Eventuell braucht ihr etwas mehr, dann einfach noch 1/2 El oder so dazu geben. Die Schüssel abdecken und an einem zugfreien Ort (z.B. im ausgeschalteten Ofen) etwa 1 Stunde gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat.
(4) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(5) Den Teig mit bemehlten Händen nochmal kurz durchkneten. In vier Portionen teilen. Jeden Teil mit bemehlten Händen in einen handtellergroßen Fladen formen, mit 1 EL Marmelade füllen und gut verschließen.
(6) Die Butter schmelzen, die Buchteln kurz dadurch ziehen oder mit bestreichen und in die vorbereitete Auflaufform setzen.
(7) Auf die untere Schiene in den vorgeheizten Ofen setzen und 25-30 Minuten backen. Sie sind fertig, wenn sie von oben goldbraun sind. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen.

Pur oder mit Vanillesauce servieren.

Genießen!

Quelle: Brigitte 02/2017 Seite 143

Und guckt doch auch mal bei den anderen Damen vorbei, die mitgemacht haben:

12 von 12 im Januar – Die ich-bin-krank-und-hab-bald-Prüfung-Edition

Vor zwei Wochen war der 12. Tag des Januars. Und die geneigte Leserschaft weiß, was das bedeutet: ich zeige Euch zwölf Bilder meines Alltags.

Da ich die Woche mit einer fetten Erkältung krankgeschrieben war, weckte mich kein Wecker, sondern nur die verstopfte Nase und der schmerzende Hals.

Ein bisschen frische Luft auf dem Balkon schnappen und feststellen, dass die Balkonpflänzken auch im tiefsten Winter durstig sind.

Dabei gleich das obligatorische Himmelsbild gemacht:

Ich bin meist früher wach als mein Magen, deshalb frühstücke ich auch eher spät:

Danach ein wenig Körperhygiene.

Und den Vormittag nutzen, um ein bisschen zu lernen. Viel war kräftemäßig nicht drin :-/

Auch die Verwandlung zum Koalabärchen wurde weiter voran getrieben:

Für’s Mittagessen wurden nur die Kartoffeln frisch gekocht, die Gehackte Stippe war eingefroren und musste nur aufgetaut und erwärmt werden. Vorräte rocken!

Danach war erstmal entspannen mit einem Kochbuch angesagt. Da lachen mich etliche Rezepte draus an :-)

Na gut, ein bisschen Haushalt! Ich muss sagen, ich liebe meinen Geschirrspüler heiß und innig. Lieber räume ich ihn ein und aus, als andauernd per Hand abzuwaschen. Was für eine Erleichterung!

Abendbrot. Und nein, das ist keine Maracuja auf der Wurst oben rechts, sondern finnische Gurken-Senf-Sauce. So ein geiles Zeug!

Zum Tagesabschluss gab es noch drei Klicks der „Raven Boys“ und das damalige Lieblingsmedikament. Ich liebe es, wenn ich durch die Nase Luft kriege!

Und wer neugierig auf anderer Leute Leben ist, kann gerne bei Caro von „Draußen nur Kännchen“ vorbei schauen, dort gibt es noch viel mehr Januar-12von12 :-)

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Stürmischer letzter Tag

Mein letzter Tag, Frau Kochschlampe blieb noch eine Nacht länger. Es war immer noch stürmisch und der Himmel dramatisch.

Frau Kochschlampe wollte noch ein wenig am Strand rumhühnern, während ich auf Mitbringseljagd ging. Aber zuerst bestaunten wir noch das stürmische Meer vom immer schmaler werdenden Strand aus …

… gingen zur Seebrücke, die mittlerweile gesperrt war. Da waren aber auch wirklich große Wellen, die anrollten.

Ich erledigte die Besorgungen und packte meine Siebensachen, während Frau Kochschlampe dieses Prachtexemplar von Regenbogen knipsen konnte:

Mittag aßen wir nochmal auswärts im „Peter Pane“ an der Strandpromenade. Wir entschieden uns für das Mittagsmenü, bei dem wir mit einem Geldaufschlag zum Burgerpreis noch Pommes und Kaltgetränk bekamen. Ich wählte den „Waldmeister“-Burger, der sehr köstlich war. Aber wieder das alte Problem: es ist immer viel zu viel für meinen Magen und es bleibt leider viel übrig. Die Kinderportion durfte ich leider nicht nehmen, weil sie tatsächlich nur bis 12 Jahren ist. Hmpf. Aber war trotzdem lecker, knusprige Pommes und saftiger, würziger Burger:

Nachmittags begleitete Frau Kochschlampe mich noch zum Bahnhof (sie zog sogar meinen Koffer, danke schön :-*) und ich düste ab Richtung Rostock.

Es waren schöne und entspannte Tage! Frau Kochschlampe ist die beste Reisebegleitung, die ich mir wünschen kann. Und Rügen hat noch so viel mehr, dass sich lohnt zu entdecken. Vielleicht konnte ich Euch ja Lust auf ein paar Tage auf Deutschlands größter Insel machen! Ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort!

Adresse:
Peter Pane – Binz Strandpromenade
Strandpromenade 23
18609 Binz

Telefon: 038393 666346
Internet: http://www.peterpane.de/restaurants/binz-strandpromenade/

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Essen in der „Strandhalle“

Am Abend nach dem langen Spaziergang nach Prora hatten wir noch eine Verabredung, auf die ich mich sehr freute. Ich bin kein Mensch, der viele Freunde hat. Ein paar sind allerdings doch vorhanden, nur leider weit verstreut. Aber passenderweise wohnt die beste aller Pharmazeutinnen, die ich vor vier Jahren im Krankenhaus kennenlernte, in Bergen auf Rügen. Und was lag da näher als sich zu treffen, wenn ich schon mal auf der Insel weile. Es war schwierig, aber wir fanden einen Termin und Kati konnte auch für Dienstagabend noch einen Tisch im Restaurant „Strandhalle“ ergattern.

Das Restaurant liegt direkt am östlichen Ende der Promenade und hat einen wunderbaren Blick auf die See. Das Gebäude wurde früher tatsächlich als Winterlager für Strandkörbe genutzt, der Name kommt also nicht von ungefähr.

Wir brauchten ein bisschen, um uns zu entscheiden, aber dann stand der Plan! Frau Kochschlampe entschied sich als erstes für eine Vorspeise namens „Hermelin“:

Das ist eingelegter Camembert mit Kräuterpesto, ein paar speziellen Gewürzen und Weißbrotchips. Frau Kochschlampe fand es sehr gelungen. Wieso habe ich eigentlich nicht gekostet? Jedenfalls ist das Ursprungsrezept tschechisch, aber eben mit Rügener Badejunge, einem Camembert der noch tatsächlich auf Rügen produziert wird, aber die Firma ist am Überlegen, ob sie die Produktion nach Thüringen verlegt, was den Namen aber ad absurdum führen würde … Und der Rügener Badejunge ist tatsächlich der am meisten verkaufte deutsche Camembert. Erstaunlich.

Dann kamen die Hauptgerichte. Ich hatte mir Edel-Labskaus bestellt. Dabei waren neben Medaillons aus Kalbsrücken feines Kräutermatjestatar und Kartoffel-Rote Bete-Stampf auf meinem Teller zu finden, dazu ein Spiegelei und Gewürzgürkchen. Ein großartiges Gericht, wirklich fein und köstlich!

Frau Kochschlampe hatte einen Teil vom veganen Menü: Sous-vide gegartes Wurzelgemüse mit Kräuter-Kartoffelstampf. Hat ihr auch sehr gut geschmeckt!

Ich muss nochmal kurz ein paar Worte zu vegetarischem Essen in Restaurants verlieren. Hier war es jetzt kein Problem für Frau Kochschlampe, die ja lebenslange Vegetarierin ist, etwas zu finden. Das Restaurant war so ambitioniert, dass es sogar ein komplett veganes Menü anbietet. Frau Kochschlampe hätte sich aber gerne etwas mit mehr Käse oder anderen Milchprodukten gewünscht (Ei mag sie in sichtbarer nicht wirklich…). Jammern auf hohem Niveau ;-) Aber in anderen, ich sage mal normalen Restaurants wie beispielsweise Landgasthöfen, ändert sich das Speiseangebot für Vegetarier erst langsam. Ja, natürlich gibt es immer eine vegetarische Sektion, aber seien wir ehrlich, meist besteht die aus Backkartoffel mit Sour Creme, Nudeln mit Gemüsesauce oder überbackenes Gemüse. Dabei gibt es doch so viele schöne vegetarische Gerichte. Das Thema ist momentan wirklich en vogue und nein, nicht alle Vegetarier wollen auswärts panierten Camembert mit Preiselbeeren essen.  Liebe Köche, informiert Euch doch mal, unterhaltet Euch mit Vegetariern, was die sich so kochen, lasst Euch inspirieren von den vielen guten Kochbüchern (Ottolenghi, Mälzer, die „Österreich vegetarisch“-Reihe aus mittlerweile einigen Ländern) und adaptiert die Gerichte passend für Euer Restaurant. Alle Vegetarier und auch Leute wie ich, die ich gerne vielfältige Gemüseküche esse, wären Euch aufrichtig dankbar!

Nun weiter im Menü: Die beste Pharmazeutin von allen bestellte sich Paillard vom Kalb mit Rucolasalat. Ich musste erstmal recherchieren, was das denn sein soll ;-) Dabei handelt es sich um ein besonders dünn plattiertes Stück Fleisch von Rind und Kalb, sogar noch dünner als für’s Schnitzel. Dann wird es gebraten und hier eben auf einem Salat mit Parmesanhobeln und einigen anderen Aromakomponenten serviert. Kati war sehr begeistert!

Ihr Gatte war am Schnellsten fertig mit seiner Auswahl und bestellte „Himmel und Erde“. Kartoffelspeckpüree mit gebratener Blutwurst, Apfelkompott und gebackenen Zwiebeln. Auch da gab es große Begeisterung, ob des Geschmacks!

Ich muss gestehen, ich mag es richtig gern, wenn gute Hausmannskost aus hochwertigen, regionalen Produkten hergestellt wird und eigene Variationen des Kochs einfließen.

Wir drei Damen wünschten uns noch einen Dessert. Dies hier ist Frau Kochschlampes Wahl mit Schokolade in verschiedenen Varianten plus Kokosschaum, der ihr aber ein wenig seifig schmeckte leider. (Ich hab echt vergessen, was es genau war. Sorry!)

Kati und ich wählten die exotisch gewürzte Crème brûlée. Meine erste Crème brûlée! Und die war richtig gut, cremig und knusprig zugleich! Ich war begeistert! Vielleicht versuche ich doch mal, so etwas zu Hause nachzubasteln :-D

Ich hatte viel Spaß an dem Abend, auch wenn wir alle etwas müde waren, und fand das Essen sehr gelungen. Schöne Produkte, gute Umsetzung, richtig guter Geschmack! Das Preis-Leistungsverhältnis fand ich ebenfalls stimmig. Ich kann Euch die „Strandhalle“ sehr empfehlen, wenn ihr Euch mal in Binz seid!

Adresse:
Strandhalle Binz
Strandpromenade 5
18609 Ostseebad Binz

Telefon: 038393 – 31564
Internet: www.strandhalle-binz.de

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