Fremdessen im vorweihnachtlichen Warnemünde/Rostock

Aus Schulzeiten habe ich nur eine Freundin. Nein, kein Mitleid, das ist voll in Ordnung so. Ich weiß schon, warum ich mit dem Großteil meiner anderen ehemaligen Mitschülern keinen Kontakt habe. Aber die beste Steffi von allen ist halt einfach die beste Steffi von allen! Wir kennen uns seit der 5. Klasse, also lockerflockig 25 Jahre, haben uns aber erst nach der Schule richtig angefreundet. Sie ist die Art von Freundin, mit der man nicht ständig telefoniert, aber wir besuchen uns gegenseitig, sie ist immer da, wenn es mir schlecht geht (hat mich sogar vor vier Jahren am Arsch von Berlin besucht, als ich dort im Krankenhaus lag und mir Sushi gegen schlechtes Krankenhausessen mitgebracht) und es ist jedes mal als hätten wir uns erst gestern gesehen. Wenn wir dann beide gleichzeitig in der Ostseeheimat weilen, versuchen wir uns natürlich auch zu treffen.

Zu Weihnachten war es wieder soweit. Zum Glück. Wir trafen uns zufällig am letzten Tag auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt, wobei sie sehr überrascht war, mich dort zu sehen. (So langsam tut sich was bei mir und das Einkapseln hört langsam auf. Ich habe wieder Lust was zu unternehmen.) Und so verabredeten wir uns gleich für den 23. Dezember abends. Und da ich Lust auf Seeluft und Meeresrauschen hatte, sind wir nach Warnemünde gedüst. Ich hab ja echt damit gerechnet, dass es unangenehm voll wird, aber nix da. Sofort einen Parkplatz bekommen und auch die Straßen waren erstaunlich leer für einen frühen Abend in der Hochsaison.

Da die beste Steffi von allen ernstlich der Magen knurrte, sind wir auf die östliche Seite des Alten Stroms gegangen und haben uns dort die Karte des Restaurants „Casa Mia“ angeguckt. War in Ordnung, eine wilde Mischung aus Italienisch und Fischgerichten von der Küste. Halt das, was der gemeine Tourist an sich erwartet. Pizza für die Kinder, Fisch für die Eltern ;-) Aber wie gesagt, es hörte sich gut an und so gingen wir rein. Es war nicht voll, aber einige Gäste doch da, so dass der Service nicht gestresst war. Wir wurden sofort freundlich begrüßt, Karte gereicht und erstmal Getränke bestellt. Dann begann die Qual der Wahl. Zum Glück war die Karte nicht so riesig. Uns lachte sofort das Carpaccio der geräucherten Entenbrust mit Rotkrautsalat, Orangenfilet und Walnüssen an. Da ich die Aufnahmekapazität meines Magens kenne, teilten wir uns die Vorspeise. Eine klassische Kombination mit knackigem, würzigem Salat und mild geräucherter, saftiger Entenbrust. Wirklich sehr köstlich!

Zum Hauptgang wählten wir Fisch. Die beste Steffi von allen wollte die Trilogie von Lachs, Dorsch und Zander, die mit schönem Pesto, Rosmarinkartoffeln und Pfannengemüse kam. Sie fand es lecker! Der Fisch war saftig und knusprig zugleich, das Kräuterpesto sehr passend:

Ich bestellte eines der untypischen italienischen Gerichte, die wahrscheinlich nur für die Touristen angeboten werden „Warnemünder Dorschpfanne“. Zum Dorschfilet, das in Gewürzmehl gewendet wurde vor dem Braten wurden Bratkartoffeln, Senf-Speck-Sauce und Salat gereicht. Der Fisch war wirklich saftig und mit der Sauce zusammen sehr köstlich! Die Bratkartoffeln waren gute Bratkartoffeln, ich hatte ein wenig Angst, dass sie vor Fett triefen, wie es manchmal der Fall ist. Ich bin ja sonst nicht der riesengroße Fischfan, aber Dorsch mag ich sehr gerne und diese Variante fand ich äußerst schmackhaft!

Ja, das „Casa Mia“ ist sehr auf Touristen ausgelegt, was in Anbetracht der Lage im Zentrum Warnemündes auch kein Wunder ist, aber zumindest bei unserem Besuch wurden wir nicht enttäuscht. Netter, zuvorkommender, unaufdringlicher Service, das Essen köstlich und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt meiner Meinung nach.

Und ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen ist doch obligatorisch, oder? Egal wie viel Uhr es ist ;-) So spazierten wir noch ein wenig durch das dunkle, vorweihnachtliche Warnemünde. Am Alten Strom entlang bis zur Westmole, dann abbiegen Richtung Teepott und Leuchtturm:

Am Hotel Neptun vorbei schlenderten wir Richtung Auto zurück und kamen direkt auf die Warnemünder Kirche zu, zu deren Füßen noch der Weihnachtsmarkt aufgebaut war und Livemusik gespielt wurde. Sehr stimmungsvoll!

So endete ein wunderbarer Abend und Weihnachten konnte kommen!

Adresse:
Casa Mia
Am Bahnhof 1c
18119 Warnemünde

Telefon: 0381 – 20 7 92 06
Internet: www.casamia-warnemuende.de

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