Archiv für den Tag 12. Januar 2017

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Wanderung zum Schloss Granitz

Der 3. Oktober begann freundlich und versprach sonnig zu werden, so dass Frau Kochschlampe und ich gemütlich auf dem Balkon frühstückten und nicht eine Winzigkeit fröstelten:

Für den Tag hatten wir uns eine Wanderung zum Schloss Granitz vorgenommen. Ich erwähnt ja schon, dass ich in diesem Urlaub ein bisschen meine körperlichen Grenzen austesten wollte bzw. es ergab sich. Frau Kochschlampe ist zu jeder Schandtat bereit, unterstützt mich wo sie kann und kann sich aber auch gut selbst beschäftigen und mich alleine lassen, wenn mein Körper nicht mehr mag. Denn manchmal ist die Krankheit doch sehr unberechenbar, aber damit lernt man zu leben und die meiste Zeit geht es mir gut :-)

Jedenfalls wollten wir für den schön versprochenen Tag raus in die Natur um Binz. Ich hatte einen anderen, kürzeren Weg im Sinn, aber Frau Kochschlampe lotste uns erst den Strand entlang. Blau. Blau. Blau! Und ein bisschen grün:

Weiter ging es die Promenade entlang, am Horizont sieht man die großen Frachter, die auch gerne auf der Ostsee rumkreuzen:

Hach, ich mag die kleinen Herzmuscheln!

Noch mehr blau! Diesmal über und unter um der Seebrücke:

Hübsche Villen an der Promenade:

Der Wald am Ende des Strandes färbte sich langsam in den ersten Herbstfarben:

Dort bogen wir durch die Teufelsschlucht in den Buchenwald ein.

Frau Kochschlampe ist zum Glück gut mit Wander-Apps ausgestattet, sonst hätte ich alt ausgesehen. Ich war ja so überhaupt nicht auf die Aktivität „Wandern“ eingestellt. Wir folgten also weiter den Wegen und erreichten eine hübsche Lichtung, die durch die Feuchtigkeit im Boden zustande kommt. Zu feucht mögen es die meisten Bäume auch nicht. Vielleicht ist das ein sehr verlandeter See …

Und so wanderten wir weiter durch wunderschön grüne, lichte Wälder …

Nachdem wir auch durch märchengruseligen Wald gingen, kamen wir bei unserem Ziel an…

Jagdschloss Granitz!

Es wurde von Wilhelm Malte I. zu Putbus in Auftrag gegeben und von 1837 bis 1846 erbaut nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer. Es diente, wie der Name schon verrät, vornehmlich der Familie zu Putbus und ihren Gästen als Aufenthaltsort während der Jagdsaison. Und um Granitz herum soll im 19. Jahrhundert eines der besten Jagdreviere Norddeutschlands gewesen sein. Natürlich kann man sich das Schloss auch von innen angucken und auf den Turm steigen, aber in Anbetracht der Lage meiner Beine (etwas wackelig vom Wandern) ließen wir es sein.

Stattdessen besänftigten wir das aufkommende Hungergefühl, indem wir drau0ßen vorm Schloss die Speisen des Wirtshaus „Alte Brennerei“ genossen. Ich bin ja meist ziemlich skeptisch bei solchen Lokalen, ich habe da einfach schon einige Reinfälle durch die Verwendung von viel Convenience Food erlebt. Aber die „Alte Brennerei“ hat sowohl mich als auch Frau Kochschlampe sehr positiv überrascht – vielfältige, aber nicht zu große Speisekarte mit auch ansprechenden vegetarischen Gerichten.

Ich entschied mich für die „Bärentatzen“, also eigentlich Frikadellen/Klopse/Buletten/Fleischpflanzerl mit lauwarmem Kartoffel-Specksalat. Es war alles handgemacht (soweit ich das beurteilen kann) und es hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt! Ein einfaches, aber schön umgesetztes Gericht.

Frau Kochschlampe wählte den Linsen-Auberginen-Burger mit Tomatensalat und auch ihr schmeckte es wunderbar! Das Lokal war eine wirkliche Überraschung für uns und wir können es von Herzen weiter empfehlen! Wenn ihr in Binz urlaubt, macht ruhig mal einen Ausflug durch die Wälder zum Jagdschloss! Guckt es Euch in Ruhe an und genießt ein köstliches Essen im Wirtshaus „Alte Brennerei“!

Zurück nach Binz wollten wir eigentlich mit der Schmalspurbahn „Rasender Roland“ fahren, aber ich wollte es wissen und wir spazierten zurück. Diesmal den kürzeren Weg, der allerdings doch irgendwie bergig war. Wer erwartet denn bitte Berge auf einer Insel? *seufz* (Also das sind Berge für mich Muschelschubser, Frau Kochschlampe ist anderes gewohnt *g*)

Am Strand mieteten wir uns noch einen Strandkorb. Das erste Mal, dass ich überhaupt in einem Strandkorb saß. Und ja, ich komme von der Küste, aber irgendwie hatten wir immer unsere eigenen Decken dabei *g* Wir schauten aufs Meer, beobachteten die Wellen und Wolken und gönnten uns einen alkoholfreien Cocktail. *hachseufz*

Irgendwann war ich dann so durchgefroren, dass ich über den Strand und Promenade zur Ferienwohnung zurück ging. Dabei hatte ich einen wunderbaren Blick auf die ankommende Sturmfront:

Ein schöner Tag, der dann mit hochgelegten Beinen auf dem Sofa endete :-)

Adresse:
Wirtshaus „Alte Brennerei“
Jagdschloss Granitz 1
18609 Binz

Telefon: 038393 – 32872
Internet: http://www.alte-brennerei.com/

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