Archiv für den Tag 11. März 2017

Winterausflug nach Lübeck

Die Umschulung ist beendet, die Jobsuche läuft.

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Und da ich nicht nur im Göttinger Raum suche, sondern mir auch gut vorstellen kann wieder Richtung Ostseeheimat zu ziehen, verschlug es mich für ein Vorstellungsgespräch nach Lübeck. Nun ist Lübeck nicht weit von Rostock entfernt, trotzdem war dies erst mein dritter Besuch der Stadt (Umsteigen auf dem Weg nach Hamburg zum Shoppen zählt nicht.) Das erste Mal war kurz nach dem Fall Mauer als wir uns 1990 (es war nicht im November oder Dezember ’89, oder?) zu viert auf den Weg machten. Ich kann mich nicht an viel erinnern, es war irgendwie alles überwältigend. Aber daran, dass meine Eltern für jede von uns ein kleines Büchlein kauften, dass auch immer noch in meinem Regal steht. Der zweite Besuch war ein Treffen mit einem guten Freund, der mittlerweile in Toronto/Kanada lebt und ist auch schon sieben Jahre her.

Jetzt also Nummer drei. Mit ein bisschen mehr Zeit, weil das Vorstellungsgespräch vormittags stattfinden sollte. Also nahm ich einen frühen Zug den Tag vorher und hatte noch ein bisschen Zeit mir die Stadt anzugucken.

Der Reisetag begann früh und grau in Göttingen. Bevor es zum Bahnhof ging, musste noch ein wichtiger Termin beim Arbeitsamt erledigt werden.

Aber dann saß ich endlich im durchgehenden ICE Richtung Lübeck. Durchgehende Züge sind so entspannend.

Da ich mit Taxi oder Bus fast genauso lang vom Bahnhof zum Hotel unterwegs gewesen wäre wie zu Fuß, lief ich. So konnte ich schon ein bisschen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt angucken. Dieser schläfrige Löwe bewacht das Holstentor.

Das Holstentor ist das Wahrzeichen der Stadt (war auch schon auf den deutschen 2 Euro-Münzen geprägt) und ist eines von zwei übrig gebliebenen Stadttoren Lübecks.

Es besteht aus einem Süd-, einem Nordturm und dem Mittelbau. Der Durchgang zeigt nach Westen aus der Stadt raus, also zumindest damals als es 1464 begonnen wurde zu bauen. Ja, so alt ist das Ding schon! Ich war auch erstaunt als ich das erfuhr. Heutzutage ist in ihm das Stadtgeschichtliche Museum  in ihm untergebracht und es ist immer noch der beeindruckende Zugang zur Altstadtinsel.

Hinter dem Holstentor befinden sich direkt am Wasser die Salzspeicher Lübecks, die nett hergerichtet zu einer Ladenzeilen umgebaut wurden. Hier in der Rückansicht:

Weiter durch die Innenstadt, der Rollkoffer hinter mir her polternd. Man merkt an jeder Ecke, dass Lübeck eine alte Kaufmannsstadt ist.

Im Hotel angekommen, hab ich erstmal mein Zimmer bezogen, die Klamotten für’s Vorstellungsgespräch aufgehängt (soll ja nix zu knittrig sein) und als erstes den äußerst praktischen Stadtplan des Hotels inspiziert. Dort sind alle Sehenswürdigkeiten der Stadt eingetragen, Restaurant, Ampeln und mit kleinen Kamerasymbolen, die besten Perspektiven zum Fotografieren. Da hat sich jemand Gedanken gemacht!

Gleich um die Ecke vom Hotel lag das St. Annen-Museumsquartier, dass ich ein wenig durchstromerte. Man sieht goldige, kleine und schiefe Fachwerkhäuser in niedlichen Straßen.

Enge Kopfsteinpflasterstraßen mit hübsch sanierten Häusern. Seht ihr die Fensterläden? Ich habe eine große Schwäche für Fensterläden!

Weiter geht es zu einem Paradebeispiel norddeutscher Backsteingotik, aber der kleinsten Kirche im Lübecker Stadtbild: St. Aegidien.

Pünktlich zur späten Mittagszeit meldete sich mein Magen. Und da ein Foodie ja nicht unvorbereitet verreist, hatte ich zu Hause schon beschlossen im Jazz Café zu Mittag zu essen. Die Mittagskarte war übersichtlich, aber ansprechend und ich entschied mich für Königsberger Klopse.

Holla! Das hätte besser als Königsberger Monsterklopse betitelt werden sollen, aber köstlich waren sie. Die Sauce schön cremig und sehr stimmig zu den würzigen Klopsen passend. Die Servicemitarbeiter auch sehr aufmerksam. Kann ich also empfehlen, wenn ihr mal in der Stadt seid. Abends finden auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt, aber konnte ich leider nicht austesten.

Nach der Pause für meine Beine wollte ich mir noch den Dom angucken. Jahaa, Lübeck hat offensichtlich einen Dom! So hab ich auch geguckt *g* Aber der Weg dorthin ist schwierig. Man muss durch das …

…, das ich mir aber irgendwie ein wenig anders vorgestellt habe. Ruhige Straßen sind jetzt nicht unbedingt beängstigend ;-)

Die Hölle ist ebenfalls nicht weit, …

… aber auch irgendwie anders als gedacht. Die Wohnstatt des Teufels stellte ich mir spektakulärer, wärmer, feuriger vor. Nicht diese ruhige Gasse mit Rosen, an deren Ende eine Arztpraxis ist.

Und schon öffnet sich der Blick auf den Dom zu Lübeck. Ein beeindruckend großes Kirchenhaus, das von 1173 bis 1230 im romanischen Stil gebaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Dom noch umgebaut und erweitert, in der Nacht zum 29. März 1942 aber leider größtenteils durch Sprengbomben zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1982, wobei der Innenraum auch neu angeordnet wurde.

Ich behaupte mal, ein typisch norddeutsch-protestantischer Kircheninnenraum ist eher spartanisch gehalten.

Aber es lassen sich noch einige andere Interessante Details finden, wie die diversen Grüfte angesehener Familien, die hübsche Kirchenuhr oder die unterschiedlichsten Grabplatten. (Glaub ich… Meine Güte, kenne ich mich wenig bei Glauben und Kirchen aus.)

Am späten Nachmittag traf ich mich noch mit einer alten Freundin am Niederegger-Haus. Wir sahen uns ein wenig in deren Geschäft um, ich kaufte ein paar Mitbringsel für die Eltern. Und gingen dann aber weiter in das Café Czudaj, dass Uli empfohlen wurde von Kollegen. Und wir waren sehr begeistert! Gemütliche Ausstattung, nette, zuvorkommende Bedienung, gute Kuchen. Wir bestellten eine große Kanne Kräutertee für uns beide, ich dazu noch ein Glas frisch gepressten Grapefruitsaft. Mir war so sehr danach! Uli suchte sich einen Apfelkuchen aus, ich den Apfelstrudel, der mit Vanilleeis serviert wurde (Sahne wird von mir grundsätzlich abbestellt. Wer kam denn bitte auf die Idee Luft in Flüssigkeiten zu schlagen? *irks*). Beides wirklich köstlich! Leider war die Portion Apfelstrudel wieder zu groß für mich *seufz* Einen Besuch des Cafés Czudaj können wir beide sehr empfehlen!

Gegen 19 Uhr trennten sich unsere Wege, aber nicht ohne uns vorher noch für ein Mittagessen am nächsten Tag zu verabreden. Ich spazierte zurück zum Hotel, bereitete mich noch auf das Vorstellungsgespräch am nächsten Tag vor und ließ den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen erwachte ich erwartungsgemäß zu früh und wurde mit typisch grauem Januarhimmel begrüßt. Aber die Kirchendächer waren hübsch anzusehen.

Nach dem Vorstellungsgespräch traf ich mich schwer bepackt mit Uli beim koreanischen Restaurant „Onni“, sie wollte es schon länger ausprobieren, ich hatte Lust auf asiatisch und frische Zutaten.

Von der kleinen, aber feinen Mittagskarte bestellten wir unterschiedliche Sachen, aber für beide gab es als Vorspeise ein nettes, leichtes Süppchen! Und mit Süppchen kriegt man mich halbe Ungarin ja immer *g*

Uli hatte den Veggie Mix gewählt mit lauter, ansprechenden Kleinigkeiten, der ihr schmeckte, nur der Tofu war für ihren Geschmack etwas zu süß.

Ich wollte endlich mal den Klassiker der koreanischen Küche kosten und entschied mich für vegetarisches Bibimbap. Bibimbap ist eine Schüssel Reis, auf dem viele unterschiedliche Kleinigkeiten arrangiert werden und in diesem Fall mit einem rohen Ei obenauf. Jetzt aber nicht in Panik verfallen, ob des rohen Eis! Die Schüssel und der Reis waren wirklich brüllend heiß, so dass mit dem obligatorischen Verrühren aller Zutaten, das Ei gegart wird. Eigentlich wird noch Bibimbap-Sauce drüber gegeben, die das Restaurant auch selbst bastelt, aber sie war mir zu scharf. Leider. Weil eigentlich hatte sie sehr nette Aromen, nur wenn mein Mund brennt vor Schärfe und ich die anderen Aromen des Gerichts nicht mehr wahrnehmen kann, mag ich das nicht. Aber auch ohne die Sauce, war das Bibimbap ein Gedicht! Tolles Zeug! Sollte ich mal zu Hause nachbasteln, so kompliziert ist es ja (hoffentlich?) nicht.

Dann wurde es auch schon Zeit meinen Koffer zu schnappen und ich eilte zum Bahnhof, um noch den Zug zu erwischen, der mich mit nur 1x umsteigen Richtung Rostock zu den Eltern brachte.

Liebste Uli, danke für den schönen Nachmittag und Mittag! Es war wirklich schön Dich wiederzusehen und bin froh, dass Du jetzt wieder dichter dran lebst *ggg*

Adressen:

Jazz Cafe
Mühlenstraße 62
23552 Lübeck
Internet: Jazz Cafe Lübeck
Telefon: 0451 7073734

Café Czudaj
Mühlenstraße 1
23552 Lübeck
Internet: Café Czudaj am Klingenberg
Telefon: 0451 7074231

Onni Seoulkitchen
Mühlenstraße 54
23552 Lübeck
Internet: Onni Seoulkitchen
Telefon: 0451 20992951

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