Vereinigung von zwei Seelentröstern – Hackbällchen mit Letscho

Kennt ihr das, wenn ihr ein Essen so sehr liebt, dass ihr gar nicht davon lassen könnt und immer wieder zufällig am Kühlschrank vorbei kommt und Euch etwas vom Lieblingsessen in den Mund hüpft? Ich bin da nicht sonderlich anfällig für (kenne Leute, die kaufen sich mit Absicht nur die Anzahl von Würstchen/Rote Bete/Gewürzgurken/etc., die sie brauchen, weil auch 20 Stück noch am selben Abend weg wären *g*), bei mir bleibt eine Packung Wiener Würstchen auch mal länger unangetastet im Kühlschrank. Nur bei einer Sache kann ich mich nicht zusammenreißen: Klopse, also Frikadellen/Buletten/Fleischpflanzerl/Fleischlaberl, wie auch immer ihr sie nennt. Ich könnte wahrscheinlich welche aus 2 kg Hackfleisch machen und sie wären spätestens am nächsten Tag aufgegessen *g* Ich liebe Klopse einfach!

Letztens überkam es mich und eine Packung wohlduftende Spitzpaprika aus Griechenland landeten in meinem Einkaufskorb. Diese Gelüste! So asaisonal, ich weiß! Langsam wird es Zeit, dass es wärmer wird und das ganze Sommergemüse auf den Markt kommt. Ich brauche Vitamine! Dass mein heißgeliebtes Letscho daraus wird, war nicht geplant, aber nachdem ich letztens auch Hackfleisch für Klopse mitnahm und die Paprikaschötchen wirklich gegessen werden wollten, ploppte der Gedanke mit den im Letscho gegarten Hackbällchen in meinem Hirn auf.

Die Bällchen habe ich eher sparsam, aber ungarisch gewürzt, sprich ein bisschen Knoblauch und natürlich edelsüßes Paprikapulver. (Fast) Kein ungarisches Gericht ohne Paprika *g* Die angebratenen Klöpschen garen dann im Letscho zu Ende. So geben sie noch Aroma an das Letscho ab und nehmen noch den Paprikageschmack ein wenig mit an. Ein großes Geben und Nehmen, das dem Esser, also mir, zugute kommt *g* Die Kombination funktioniert wunderbar! Würzige Klöpschen im milden Lieblingsletscho. Ein Traum! Ich hatte dazu Tárhonya gekocht, es reicht aber auch frisches Weizenbrot.

Hackbällchen mit Letscho – Lecsós husgombocok

Zutaten für 2 Portionen plus Rest-Frikadellchen:
500 g Spitzpaprika
250 g Tomaten
1 Zwiebel
Schluck Öl
1 EL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1 EL Zucker

Für die Hackbällchen:
400 g gemischtes Hack
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Ei
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß
Semmelmehl
Schluck Öl

(1) Als erstes alles vorbereiten. Die Paprika und Tomaten waschen, trocknen. Die Paprika halbieren, entkernen und in nicht zu dünne Streifen schneiden. Die Tomaten halbieren, grünen Strunk entfernen und würfeln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Den Hackbällchenteig zubereiten. Dafür die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten, Zwiebel fein würfeln, Knoblauch durchpressen. Zusammen mit dem Hackfleisch, Ei, Salz, Pfeffer und Paprikapulver verkneten. Nach und nach so viel Semmelmehl unterkneten bis der Teig hält (ca.2-4 EL). Aus dem Teig 10 Hackbällchen drehen.
(3) In einen größeren Topf das Öl und die Zwiebelwürfel für das Letscho geben, leicht salzen. Auf mittlere Hitze stellen und die Zwiebelwürfelchen so lange andünsten bis sie schön glasig sind. Durch das Salz wird ihnen Flüssigkeit entzogen, wodurch sie nicht so schnell braun werden, aber trotzdem mal ein Auge drauf werfen. Die Hitze auf mittelhoch stellen, Tomatenmark einrühren, Paprikastreifen zugeben. Kurz mitbraten bis sie duften. Die Tomaten zugeben, salzen, pfeffern und den Zucker unterrühren. Deckel drauf. Insgesamt braucht es 30-40 Minuten bis alles gar ist.
(4) Während das Letscho beginnt zu köcheln in einer Pfanne einen Schluck Öl heiß werden lassen und die Hackbällchen von allen Seiten anbraten. Ich habe 6 Hackbällchen für das Letscho vorgesehen und die vier übrigen flach gedrückt, um normale Frikadellchen zu braten. Die angebratenen Hackbällchen in das gerade zu köcheln beginnende Letscho geben und im Letscho mitkochen lassen bis die Paprika den gewünschten Gargrad haben. Keine Angst, die Tomaten geben genug Flüssigkeit ab und das Tomatenmark sorgt für schöne Sämigkeit. Kosten, ob noch Salz, Pfeffer oder Zucker fehlt.

Zusammen mit Reis, Brot, Tárhonya servieren.

Genießen!

Und da ich nicht die einzige mit einer klitzekleinen Vorliebe für Hack bin, haben ganz viele beim Event „All you need is Hack“, organisiert vom Kleinen Kuriositätenladen und Froilein Pink, mitgemacht.
Für noch mehr Idee, guckt doch einfach mal bei den Beiträgen der anderen Teilnehmer vorbei:

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30 Kommentare zu “Vereinigung von zwei Seelentröstern – Hackbällchen mit Letscho

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  7. Maja 4. April 2017 um 08:32 Reply

    Das sieht wirklich nach echtem Soulfood aus, toll :-) Happy Hack-Day!

    Liebe Grüße
    Maja

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  9. […] Ofengeflüster – Hackfleisch-Brötchen-Sonne Paprika meets Kardamom – Hackbällchen in Letscho Pottgewächs – Kritharaki Salat mit grünem Spargel Raspberrysue – Italienische […]

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  10. Froilein Pink 4. April 2017 um 11:13 Reply

    Oh wie lecker! Ich möchte so gerne ein paar Bällchen davon zum Frühstück haben! :)
    Liebe Grüße,
    Froilein Pink

    Gefällt 1 Person

  11. Katti 4. April 2017 um 11:56 Reply

    Mhhhhh geniales Rezept. Ich könnt die ganze Schale aufessen.
    Fühl dich gedrückt
    Katti

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  12. Cakes, Cookies and more 4. April 2017 um 12:07 Reply

    Ein tolles und leckeres Rezept.
    liebe Grüsse
    Tamara

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  13. daniela 4. April 2017 um 13:47 Reply

    Jetzt musste ich doch erstmal googeln, was Letscho ist ;) Hab den Begriff noch nie gehört, aber dein Rezept klingt wirklich lecker. Und an Hackbällchen im Kühlschrank kann ich übrigens auch nie vorbei gehen ;)

    Liebe Grüße,
    Daniela

    Gefällt 1 Person

    • Anikó 4. April 2017 um 19:32 Reply

      Oioioi! Kein Letscho-Wissen? Das muss geändert werden, am Besten dann im Sommer mit den echten Spitzpaprika aus Ungarn! Das ist wirklich eine dringende Nachkochempfehlung :-)

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  14. Jankes Soulfood 4. April 2017 um 14:18 Reply

    Ja, ja.. Diese Gelüste gepaart mit dem Wissen, wo man sie befriedigen kann 🙂 An diesen Hackbällchen könnte ich auch nicht vorbei gehen *hach

    Gefällt 1 Person

    • Anikó 4. April 2017 um 19:33 Reply

      *gggg* Klopse werde ich diese Woche auch wieder machen. Diese Gelüste :-D

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  15. Gabi Frankemölle 4. April 2017 um 19:23 Reply

    Letscho – yessss! Nur echt aus dem Einmachglas meiner Ost-Verwandtschaft. Oder von dir ;-)

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    • Anikó 4. April 2017 um 19:34 Reply

      Das gute Globus-Letscho *g* Aber wenn wir uns mal (hoffentlich bald) persönlich kennenlernen, bringe ich Dir ein selbstgemachtes Glas mit :-)

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  16. Claudia Braunstein 4. April 2017 um 20:14 Reply

    Nehme ich 😉 Tarhonya geht nicht so gut, leider. Liebe Grüße, Claudia

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  17. The Apricot Lady 4. April 2017 um 21:36 Reply

    sieht wie immer lecker aus <3

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  18. Raspberrysue 5. April 2017 um 08:13 Reply

    Ich muss zugeben, ich habe noch nie Letscho gegessen, aber schon häufiger Rezepte gesehen. In Kombination mit Fleischbällchen bin ich spätestens jetzt überzeugt 🙂 Liebe Grüße, Carina

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    • Anikó 5. April 2017 um 12:34 Reply

      Probiere auch mal die pure Letscho-Version aus, die alleine schmeckt schon richtig gut und hat Comfort Food-Potential :-) Rezept findest Du auch hier im Blog ;-)

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  19. jassy9876 7. April 2017 um 13:53 Reply

    Das hast du ziemlich gut auf den Punkt gebracht: Vereinigung zweier Seelentröster. Und zweier meiner Lieblingsgerichte. In Letscho könnt ich ja baden und Hackbällchen gehen einfach immer 🙂
    Eine schöne Idee! Viele Grüße und ein tolles Wochenende
    Jasmin

    Gefällt 1 Person

  20. Ines | Münchner Küche 12. April 2017 um 17:15 Reply

    Oh, ich glaub Letscho hab ich noch nie gegessen. Muss ich aber spätestens jetzt unbedingt probieren und nachholen. Sieht nämlich super lecker aus 🙂
    Liebe Grüße,
    Ines

    Gefällt 1 Person

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