Ungarn 2016: Tagesausflug ins größte Freilichtmuseum Ungarns

Etwa 25 km von Budapest entfernt (und ca. 55 km von Nagysáp) direkt an der Donau liegt Szentendre, ein äußerst niedlicher Künstlerort, den wir schon öfter besuchten. Aber unser Ziel für den Tag war nicht der Ort an sich, sondern Ungarns größtes Freilichtmuseum „Skanzen“.

Gegründet wurde das Museum am 1. Februar 1967 als Dorfmuseumsabteilung des Ethnographischen Museums Budapest. Der Eingangsbereich des Museums ist ein Nachbau des Bahnhofs des Ortes Mezőhegyes, der in der Puszta liegt. Passenderweise passt auch ein überdimensioniertes Zackelschaf auf:

Gleich hinter dem Eingangsbahnhofsgebäude findet sich ein kleiner Bahnhof mit echten Schienen…

… auf denen auch noch eine echte kleine Bahn fährt, deren Lok 1920 gebaut wurde. Die Bahn fährt insgesamt fünf Stationen auf dem Gelände des Freilichtmuseums an, die zu unterschiedlichen Dorfregionen gehören. Jeder Bahnhof ist zudem behindertengerecht gestaltet.

Es werden im Skanzen Häuser, Gehöfte, ja ganze Ortschaften aus unterschiedlichen Regionen Ungarns gezeigt. Diese wurden aber nicht nachgebaut, sondern die echten Häuser vorsichtig auseinander gebaut, die einzelnen Bestandteile akkurat durchnummeriert und dann auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut.

Wir bogen als erstes rechts ab und gelangten zu den Häusern der Oberen Theißregion, die schon seit 1974 im Museum stehen.Dort begrüßte uns diese hübsche Smaragdeidechse:

Typisch für die Obere Theißregion im Nordosten Ungarns gelegen, scheinen Reetdächer zu sein:

Auch große, offene Scheunen, die wahrscheinlich vom gesamten Dorf genutzt werden, finden sich dort:

Das Innere der Häuser ist ebenfalls so eingerichtet als könnten die Bewohner dort noch leben. Dieses hier gehörte definitiv keiner armen Landarbeiterfamilie:

Auch von außen ist es niedlich. Allerdings möchte ich nicht wissen, wie viele Leute wirklich darin lebten…

Das Arbeitsmaterial wurde nicht im Haus gelagert, sondern in Extrahütten auf dem Hof:

Zwischen den Häusern sind auch etliche Spielstationen für Kinder errichtet, wie Stelzen, die an Hauswändern lehnen oder diverse Wurfspiele und zumindest Susi (meine kleine, über 30 jährige Schwester) hatte richtig Spaß damit *g*

Zum Dorfleben gehört nicht nur die Arbeit, sondern auch das religiöse Leben. So steht hier die ursprünglich spätgotische reformierte Kirche aus Mánd neben dem Glockenturm aus Nemesborzova, zwei benachbarte Dörfer der Oberen Theißregion.

Auch von innen ist die Kirche beeindruckend, aber eben nicht pompös-katholisch beeindruckend:

Einen weiteren Teil des Museums, den wir uns ausführlicher anguckten, war der Nachbau eines Hochlandmarktfleckens. Wunderschöne Häuser, in denen auch noch aktive Geschäfte ansässig sind:

Ausführlicher bestaunten wir den Garten hinter der Apotheke, in dem es unglaublich summte und brummte an diesem sonnigen Tag:

Nach einer Mittagspause in der Schenke des Museums mit einfachem, aber doch leckerem Essen, spazierten wir weiter.

Wir kamen entlang der Häuser der Großen Ungarischen Tiefebene, die ich sehr mag. Ich hab eine große Vorliebe für diese Langhäuser mit dem überdachten Gang.

Auch ein typischer Garten war angelegt, z.B. mit den typischen länglichen, weißen Kürbissen, die für das traditionelle ungarische Kürbisgemüse benutzt werden, das ich so liebe:

Auch ein großer Maulbeerbaum stand dort, an dem nicht nur ich mich bediente. Etliche andere Kinder standen drumrum und naschten die köstlichen dunklen Früchtchen!

Wir spazierten weiter. Kamen vorbei an einer typischen Windmühle der Puszta…

… und wanderten Richtung des Hofes mit Tierhaltung, wo typisch ungarische Nutztierrassen leben und eben solche, die für eine Bauernfamilie überlebenswichtig waren und die ich auch von meiner Familie kenne: Schweine, Hühner, Gänse, Graurinder (eher nur in den Tiefebenen), Kaninchen, Enten, auch Zackelschafe sind eigentlich dort zu finden, waren aber zum Zeitpunkt unseres Besuchs unterwegs:

Es war ein richtig schöner Ausflug! Seit unserem letzten Besuch 1995 hat sich auch wirklich viel geändert und ist dazu gekommen. Wenn Euch das Thema ein bisschen interessiert und die Kinder mal viel Bewegung und Platz zum Toben brauchen, kann ich einen Trip dorthin guten Gewissens empfehlen! Das Gelände ist riesig, es gibt viel zu entdecken, genug Ecken, wo man ungestört sein kann, sich mit der Museumsbahn durch die Gegend fahren lassen, man kann selbst sorgen fürs Picknick oder sich dort bekochen lassen. Vielfältig und interessant! Ich würde gerne nochmal hin, um die anderen Gegenden zu erkunden, die wir letztes Jahr nicht geschafft haben :-)

Skanzen Freilichtmuseum
Sztaravodai út
2000 Szentendre
Ungarn

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9-17 Uhr
Montag geschlossen (wie alle Museen in Ungarn)
Internet: Hungarian Open Air Museum
Preise (2017) :
Kinder – 700 Forint ~ 2,30 €
Erwachsene – 2.000 Forint ~ 6,50 €
Familien – 1.800 Forint ~ 5,80 €

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