Archiv für den Tag 2. August 2017

Ungarn 2016: Esztergom – Die frühere Hauptstadt Ungarns

Esztergom – die Stadt, die ich auch schon mein Leben lang kenne und liebe. Von unserem Dorf ist sie 20 km entfernt, von Budapest aus braucht man ca. 1 Stunde mit dem Auto. Der Weg ist nicht weit, aber vielbefahren und oft stauig, da viele Leute aus unserer Gegend nach Budapest zum Arbeiten pendeln.

In der netten kleinen Stadt leben ca. 30.000 Menschen. Das Zentrum wurde in den letzten Jahren renoviert, ja auch mit Hilfe von EU-Geldern. (Und wer findet die EU in Ungarn besonders doof? *seufz*) Die Architektur des Rathauses mag ich immer noch sehr:

Vor dem Rathaus ist der Széchenyi Platz auf dem im Sommer viele Feste stattfinden. Sehr schön und gemütlich!

Esztergom (auf deutsch auch Gran genannt) liegt direkt an der Donau, die die Grenze zur Slowakei bildet. Unweit der Innenstadt kann man am Seitenarm der Donau (Kisduna) wunderschön spazieren gehen. Allerdings ist das nicht ganz ungefährlich, wenn mal wieder eines der regelmäßigen Hochwässer der Donau ist, dann droht das Wasser sich hierüber den Weg in die Innenstadt zu bahnen.

Das beeindruckendste Gebäude der Stadt ist die katholische Basilika, die auf dem Burgberg an der Donau steht:

Der Schlussstein der „Kathedrale Unserer Lieben Frau und des heiligen Adalbert“, jahaa das ist der offizielle Name, wurde 1869 gesetzt, aber die erste Kirche wurde an selber Stelle schon von 1001 bis 1010 errichtet, als Esztergom unter König Stephan I. (der Nationalheilige) ungarische Hauptstadt war. Sie brannte im 12. Jahrhundert nieder und es folgten weitere Kirchen, die aber immer wieder zerstört wurden.

Zur Kuppel kann man auch hochgehen und hat wunderschönene Aussichten, z.B. Richtung Donauknie und Pilis-Gebirge, …

… zur Donau und rüber zur slowakischen Schwesterstadt Štúrovo (Párkány) …

… oder zum Innenhof der Basilika, in dem im Sommer Open Air Theater gespielt wird und zur Burg, die mit einem Museum drin wieder nach den mittelalterlichen Plänen errichtet wurde.

Etwas westlich der Basilika wurde an einem besonders hübschen Aussichtspunkt über die Donau das Denkmal für Stephan I. errichtet, der das Christentum nach Ungarn brachte.

Und jetzt noch eine persönliche Empfehlung, wenn die Außentemperaturen steigen (und das tun sie oft im ungarischen Sommer). Esztergom hat auch ein Spaßbad, aber wir gehen am liebsten in das kleine, über 100 Jahre alte „Szent István Strandbad“ gleich am Nebenarm der Donau. Viel Platz und Schatten unter Bäumen, angenehmes Wasser, günstiger Eintritt, sättigende Snacks.

Szent István Strandfürdö
Bajcsy-Zsilinszky Endre utca 14
Öffnungszeiten: von Montag bis Sonntag 6-19 Uhr
Eintritt (2017):
Kinder 800 Forint ~ 2,60 €
Erwachsene 1100 Forint ~ 3,60 €

Immerhin ist das hier ja noch ein kleiner Foodblog, also zeige ich der geneigten Leserschaft morgen, was in Ungarn so für uns gekocht wird: im Alltag, zu besonderen Anlässen, abseits des Gulaschklischees. Es gibt kulinarisch so viel mehr zu entdecken!

%d Bloggern gefällt das: