Archiv für den Monat Januar 2018

Wir retten was zu retten ist: Kohl als ungarischen Blumenkohl-Gulasch-Auflauf

Heute ist wieder Rettungstag, aber im Gegensatz zu sonst retten wir kein bestimmtes Fertiggericht, sondern eine ganze Gemüsefamilie, die leider etwas ins Abseits geraten ist. Ich rede von Kohl. Dabei hat Kohl alles, was den Winter kulinarisch erträglich macht: Vitamine, Wohlgeschmack, Saisonalität, lange Haltbarkeit, vielseitige Verwendbarkeit von Salat bis Schmortopf. Ihr seht, Kohl ist tolles Gemüse und es gibt so viele unterschiedliche Sorte, dass für jeden Geschmack was dabei ist. Ich liebe eigentlich jeden Kohl, egal ob Weißkohl, Blumenkohl, Spitzkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Wirsing, Grünkohl! (Und zu allem findet ihr Rezepte über die Suche hier im Blog) Aber heute möchte ich Euch einen einfachen und köstlichen Auflauf mit Blumenkohl aus Ungarn vorstellen. Und damit wir dem Klischee entsprechen, ist natürlich auch Gulasch mit im Spiel *g* Aber dieses Gulasch wird aus Hackfleisch gemacht, weswegen es nicht so ewig lange schmoren muss. Dann werden die Hauptkomponenten nur in der Auflaufform geschichtet und gebacken. Dies kann man sofort tun oder den fertig geschichteten Auflauf abgedeckt in den Kühlschrank stellen, etwa 1 Stunde vor dem Backen dort heraus holen, damit er nicht mehr eiskalt ist und dann ca. 40 Minuten backen. Ihr seht ein wirklich entspanntes Essen in der Zubereitung. Und dabei soo unglaublich köstlich! Ernsthaft, ich hätte mich da rein legen können und verstehe jetzt, wie Leute Gulasch mit Reis essen können *g* Probiert es bitte dringend aus!

Blumenkohl-Gulasch-Auflauf – Rakott karfiol

Zutaten für 2-3 Portionen:

100 g Reis (Basmati oder Langkornreis)
1 kleiner Blumenkohl

Für das Hackfleischgulasch:
1 mittlere Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
300 g Hackfleisch
Salz, Pfeffer
3 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Tomatenmark
1 gute Prise Majoran
150-200 ml Wasser

200 g Saure Sahne
200 g Sahne
Muskatnuss

(1) Den Reis in Salzwasser nach Packungsanweisung gar kochen. Den Blumenkohl in größere Röschen teilen und in wenig Salzwasser oder im Dämpfeinsatz in 10-15 Minuten bissfest garen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Das Hackfleisch in einer heißen Pfanne krümelig braten, wenn es schon etwas die Farbe verloren die Knoblauch- und Zwiebelwürfel zufügen und mit andünsten. Alles salzen  und pfeffern. Die Pfanne kurz vorm Herd nehmen. Paprikapulver und Tomatenmark unterrühren. Die Pfanne wieder auf die  Flamme stellen und bei mittlerer Hitze weitergaren. Majoran und Wasser zufügen. Etwa 15 Minuten schmurgeln lassen.
(3) Den Ofen auf 200°C vorheizen. Eine kleinere Auflaufform mit etwas Öl einfetten.
(4) Als erstes den Reis gleichmäßig in der Form verteilen, darauf das Hackgulasch verteilen und zum Schluss die Blumenkohlröschen. Die Saure Sahne mit der Sahne vermischen, mit Muskatnuss und wenig Salz würzen. Gleichmäßig über dem Blumenkohl verteilen.
(5) Den Auflauf auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Etwa 30 Minuten backen bis er blubbert und obenauf etwas gebräunt ist.

Genießen!

Quelle: NokedlisRakott karfiol

Und als nächstes zeige ich Euch dann wirklich, wie ein Supermarkt-Fertigfutter einfach zu Hause gekocht werden kann und dabei so viel leckerer und kostengünstiger ist! Aber bis dahin könnt ihr bei den anderen Teilnehmern gucken, was sie so leckeres aus Kohl gezaubert haben:

Anna Antonia – Cole-Slaw ganz einfach
auchwas – Grünkohl-Pizza
Barbaras Spielwiese – Gebackener Rosenkohl mit Gorgonzola und Walnüssen
Bonjour Alsace – Sauerkraut im Glas
Brittas Kochbuch – Winterliche Minestrone
Brotwein – Grünkohl-Pesto mediteran mit Oliven und Kapern
Cakes, Cookies and more – Bunter Wintersalat
CorumBlog 2.0 – Rotkrautsalat mit Pistazien
evchenkocht – Kohlroulade auf thailändisch
Fliederbaum – Klassisches Rotkraut
German Abendbrot – Zweierlei Rotkohl: Als Pickle und ganz klassisch
giftigeblonde – Rotkraut auf polnische Art
Katha kocht! – Geschmortes Wildschwein mit Grünkohl und Kartoffeln
LanisLeckerEcke – Cole Slaw
Leberkassemmel und mehr – Überbackener Blumenkohl
madamroteruebe – Herzhafter Wirsingkuchen mit Apfel und Bergkäse
magentratzerl – Kohl hoch zwei
Obers triftt Sahne – Fruchtiger Grünkohlsalat mit Nüssen und Salzzitronen
our food creations – Kale Salad
Schmeckt nach mehr – 5 Grünkohl-Irrtümer und ein Rezept für Grünkohl äthiopisch
Schönes + Leben – Sächsischer Gulasch mit Rotkraut und Kartoffelbrei
Summsis Hobbyküche – Weißkohlcurry
Turbohausfrau – Flammkuchen mit Kohl
Unser Meating – Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping
Kebo Home – Romanesco Kichererbsensuppe
Rike Grünkohl mit Schweinebauch

Und danke an die Turbohausfrau und die „Giftige Blonde“ für’s ins Leben rufen und organisieren der Rettungstruppe!

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Bemerkenswertes im Januar

  • Ist Euch schon aufgefallen, dass es im Supermarkt nur noch die selben 4-5 Apfelsorten gibt? (Fast) Immer gleich groß. immer perfekt in ihrer Farbe. Warum das so ist, wie Apfel-Marketing funktioniert, was sogenannte Clubsorten sind und noch viel mehr, erfahrt ihr hier in der ZDFzoom Reportage: Der wahre Preis für den perfekten Apfel (noch abrufbar bis 24.01.2019).
  • Momentan ist die japanische Ramen-Suppe buchstäblich in aller Munde und ja, auch ich liebe sie und stelle schon Recherchen an, sie bald mal selbst zu kochen, aber bis dahin ist dieser Artikel über die faszinierend-vielschichtige Geschichte des Ramens äußerst interessant: The social history of Ramen (englisch). Und wenn ich nächstes Mal das Lieblingscousinchen in Hamburg besuche, ist ein Abstecher zu Momo Ramen fällig.
  • Alle Fluchen über den Winter, es ist kalt, es ist ungemütlich, es schneit. Aber wie unglaublich hübsch und filigran und schön Schneeflocken eigentlich sind, das beachtet wieder keiner, wird aber hier gezeigt: „Wie schön Schnee wirklich ist, sieht man erst, wenn man ganz nahe rangeht„. Ich mag Schnee! Und jetzt genießt den Winter, Frühling und Sommer kommen noch schnell genug :-)
  • Januar ist ja traditionell der Monat der guten Vorsätze, wer sich regelmäßiges Aufräumen vorgenommen hat, findet bei Nic von „Luzia Pimpinella“ vielleicht eine Methode, die ihm liegt: „Meine 15-15-15-Minuten Ordnung – mein Life Hack zum Aufräumen„. Und ja, auch ich könnte etwas organisierter Ordnung schaffen bei mir …
  • Die Musikerin und Sängerin Judith Holofernes schreibt in ihrem Blog über ihre Hirnhautentzündung im letzten Jahr und wie es sie verändert hat: „Ein völlig unauffälliges Gehirn und andere Geschenke„. Und ich kann nur zustimmen: Genießt was ihr habt! Und wenn ihr merkt, dass etwas kolossal nicht mit Euch stimmt, geht verdammt nochmal ins Krankenhaus!
  • Und wo wir schon bei Gesundheit sind: Ja, Vitamin D ist wichtig! Nein, nehmt nicht einfach auf Verdacht selbstgekaufte Pillen, wenn ihr nicht wisst, ob überhaupt ein Mangel besteht. Warum und weshalb steht hier: „Wie wichtig ist Vitamin D im Winter?
  • Noch ein bisschen Politik. Wenn nicht gerade meine halbe Familie in Ungarn leben würde, würde ich bei der momentanen Politik nicht mehr hinfahren. Ich verstehe weder die Politiker, noch dass die Menschen dort sich alles so gefallen lassen: „In Ungarn ist alles kaputt

Wohlduftender Zimtkranz

So in den letzten anderthalb Jahren habe ich YouTube für mich entdeckt. Zuerst habe ich nur kurze Kochvideos geguckt, aber mittlerweile folge ich einigen YouTubern regelmäßig, die interessantes von ihren Reisen zeigen, aus ihrem Alltag, was sie wo gegessen haben. Und ja, es sind auch immer noch ziemlich viele mit Hauptfokus auf Essen darunter. Aber es gibt ja auch so viele tolle kulinarische Traditionen auf der ganzen Welt :-) Natürlich folge ich auch einigen ungarischen YouTube-Kanälen, unter anderem Fördös Zé, der auch im ungarischen TV aktiv ist, ein Kochmagazin raus gibt und mittlerweile sein drittes Kochbuch geschrieben hat. Und ich mag die Art, wie er kocht, wie er traditionelle ungarische Gerichte verändert, ihnen aber ihre ungarische Seele lässt und den Ungarn auch neue Geschmackswelten zeigt. Denn, seien wir ehrlich, manchmal sind Ungarn sehr unaufgeschlossen neuen Gerichten gegenüber und bleiben lieber bei ihrer Zubereitungsweise, wie es Oma schon früher immer gemacht hat.

Jedenfalls wurde letztens dort von einer anderen Köchin, genauer gesagt Bäckerin gezeigt, wie man ganz einfach einen Zimtkranz bäckt. Ich meine mit Zimt und Zucker in einem Hefeteig kann man bei mir nicht viel falsch machen und auch die Größe sah singlehauskompatibel aus. Ich war ein bisschen skeptisch bei der Menge an Mehl und Flüssigkeit, die in den Teig kommt, aber es passt im Großen und Ganzen. Der Teig ist innerhalb weniger Minuten geknetet, muss nur 30 Minuten gehen und dann eine gute halbe Stunde im Backofen backen. Innerhalb von 90 Minuten habt ihr einen schönen Zimtkranz fertig, was für Hefeteig fast turboschnell ist. Und die Form! Eine Offenbarung! Ja, ich fluchte ein wenig beim Formen, aber durch diese Kranzform wird der Teig so unglaublich knusprig – ein Traum! Das kriegt keine Schnecke der Welt hin.

Ein wirklicher Traum dieser Kuchen: schnell gemacht, wohlduftend, nicht zu süß, knusprig! Was begehrt Ihr mehr! Auf auf in die Küche und fix nachbacken am Wochenende!

Wohlduftender Zimtkranz

Zutaten für den Teig:
100 ml Milch
2 TL Honig
1/2 Würfel Hefe
260 g Mehl Type 550
1 Prise Salz
ca. 100 ml Wasser
20 g Butter, geschmolzen

Für die Füllung:
40 g Butter, geschmolzen
4 EL Puderzucker
2 EL Zimt

(1) Die Milch zimmerwarm erhitzen, wenn sie gerade aus dem Kühlschrank kommt (für 30 Sekunden in die auf niedrigster Stufe eingestellte Mikrowelle stellen). Den Honig und die Hefe hinein rühren. Zur Seite stellen bis man die anderen Zutaten vorbereitet hat. Die Milch darf nicht zu heiß sein, sonst stirbt die Hefe ab und der Teig geht nicht mehr auf.
(2) Das Mehl in einer größeren Schüssel abwiegen. Die Prise Salz unterrühren. 100 ml lauwarmes Wasser abmessen. Die Butter schmelzen.
(3) Die Honig-Hefe-Milch zum Mehl gießen und beginnen einen Teig zu kneten. Nach und nach das Wasser zugießen, es kann sein, dass nicht alles davon benötigt wird. Wenn der Teig schon glatt ist, die geschmolzene Butter unterkneten. Zuerst hat es den Anschein, dass es zu viel ist, aber wenn ihr ca. 5 Minuten knetet, wird der Teig wunderbar geschmeidig und lässt sich zu einer Kugel formen. Abgedeckt in einer mit Mehl ausgestäubten Schüssel ca. 30 Minuten an einem zugfreien, warmen Ort (z.B. in der Mikrowelle oder im ausgeschalteten Ofen) gehen lassen.
(4) Ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Arbeitsfläche zum Ausrollen vorbereiten. Puderzucker mit Zimt vermischen. Den Ofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Kurz bevor der Teig fertig gegangen ist, die Butter schmelzen.
(5) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche auf ca. 45×25 cm ausrollen. Dick mit der Butter bepinseln, die Zucker-Zimt-Mischung gleichmäßig darauf verteilen. Von der langen Seite aufrollen. Die lange Rolle längs mit einem scharfen Messer halbieren. Unter Fluchen die beiden Stränge umeinander drehen, dabei versuchen, dass die offene Seite nach oben zeigt. Den verdrehten Strang vorsichtig auf das Backblech setzen und dabei zu einem runden Kranz formen. Die Enden gut zusammen kneifen.
(6) Auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben und 30-35 Minuten backen.

Herausholen. Abkühlen lassen. Wer mag noch mit Puderzucker bestäuben.

Genießen!

Quelle: Zé magazinBámulatos fahéjas koszorú

Würzige Raclette-Kartoffeln aus dem Slow Cooker

Der Winter hat zugeschlagen und irgendwie gehört zu Winter für mich Raclettekäse. Supermärkte denken da übrigens ähnlich, so ab Februar ist Raclettekäse doch aus deren Angebot verschwunden, oder? Zum Glück ist dieser Käse ein bisschen haltbar, so dass um diese Jahreszeit eigentlich immer eine Packung in meinem Kühlschrank ihrer Verwendung harrt. Meistens mach ich nur Grilled Cheese Sandwiches damit, also den Käse zwischen zwei Scheiben Brot legen und dann langsam bei maximal mittlerer Temperatur braten bis das Brot knusprig braun und der Käse angenehm zerlaufen ist. Natürlich kann auch anderes damit gemacht werden, z.B. klassisches Raclette, aber dafür fehlen mir definitiv eine höhere Anzahl von Mitessern und ein Raclettegerät. Im neuen Slow Cooker-Buch von Gabi Frankemölle „Langsam kocht (überall) besser“ lachten mich dagegen ihre Raclette-Kartoffeln an, die mit den Klassikern des Raclette-Essens aufwarten: Kartoffeln, Schinken, Zwiebelchen und natürlich dem Käse. Gesehen, im Kopf durchgegangen, was ich noch brauche, an einem Mittwochmorgen vor der Arbeit schnell das kleine Schmormonster befüllt. Gut, geschrubbt hatte ich die Kartoffeln schon am Vorabend, aber das Schnippeln und Zusammenschmeißen dauerte morgens maximal 10 Minuten. Bei Kartoffeln im Slow Cooker bin ich ja immer ein bisschen skeptisch, aber hier völlig unberechtigt! Total würzige, zarte Kartoffeln, der Käse, der bis zum Boden durchläuft, wird sogar braun. Ein wirklich wunderbares Gericht!

Würzige Raclette-Kartoffeln aus dem Slow Cooker

etwas Butter
600 g kleine Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
80 g Raclettekäse
50 g Schinken
2 Frühlingszwiebeln
1 kleine Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

Slowcooker: 1,5 l
HIGH: 3,5 bis 4,5 Stunden
LOW: 8-9 Stunden

(1) Den Einsatz des Slow Cookers dünn ausbuttern.
(2) Die Kartoffeln unter fließedem Wasser gut abbürsten. In mundgerechte Stücke schneiden, je kleiner sie sind, desto schneller sind die gar (hier ca. 1,5 cm Kantenlänge). In den Slow Cooker geben.
(3) Den Käse grob reiben, den Schinken fein würfeln, die Frühlingzwiebeln putzen und in dünnere Ringe schneiden. Von jedem etwa 1/4 abnehmen und zur Seite stellen. Den Rest unter die Kartoffeln rühren. Alles gut pfeffern, aber nur leicht salzen (Schinken und Käse haben schon genug Würze),
(4) Deckel drauf und auf HIGH 3,5 bis 4,5 Stunden garen, auf LOW 8-9 Stunden.

Testen, ob die Kartoffeln gar sind. Herausnehmen und mit frischem Salat oder sauer eingelegtem Gemüse servieren.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G. (2017): Langsam kocht (überall) besser. p 20

 

Dreikönigskuchen oder Hefezopf an alle anderen Tagen

Vor zwei Wochen endete die christliche Weihnachtszeit mit dem Fest der Heiligen Drei Könige. Nun bin ich in einer der erwiesenermaßen unreligiösesten Ecken der Welt, nämlich dem Gebiet der ehemaligen DDR, aufgewachsen und bin auch nicht getauft. Ich war noch nie zu oder wegen Weihnachten in einer Kirche und dementsprechend gibt es bei uns auch keine Traditionen, die mit dem 6. Januar in Verbindung stehen. Aber in anderen Ländern schon. In Spanien kriegen die Kinder erst am 6. Januar ihre Geschenke, auch in Italien bringt Befana (eine Hexe) in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geschenke, während sie nach dem Jesuskind sucht. In Frankreich und auch in der Schweiz werden für den Tag spezielle Kuchen gebacken, in den dann ein Figürchen o.ä. versteckt wird. Derjenige, der sie beim Essen findet, ist dann König für den Tag. Und so unterschiedlich wie die Länder sind auch die Rezepte.

Nun luden Jette von „LanisLeckerEcke“ und Frau „Dynamite Cakes“ zum gemeinsamen Dreikönigskuchenbacken auf Instagram ein, nach dem Rezept auf Jettes Blog, das eine Schweizer Variante ist. Und wie die Schweizer dem Klischee nach sind, ist ein ziemlich purer süßer Hefeteig, wie für einen Hefezopf, der in dieser speziellen Form gebacken wird. Eigentlich wollte ich nicht mitmachen, weil wer isst den ganzen Kuchen? Hefezopf wird ja relativ schnell oll und eigentlich wollte ich den Tiefkühler etwas leeren. Aber irgendwie hüpften dann doch Hefe und Hagelzucker in den Einkaufswagen *unschuldigguck*

Und es ist ein wirklich schöner Kuchen. Der Teig ist für Hefeteig einigermaßen fix gemacht, nur ein bisschen klebrig, wenn ihr die Milch erwärmt. Aber das gibt sich nach dem Gehen und er lässt sich unkompliziert verarbeiten. Es wird ein wunderbar flaumiger Hefekuchen und die Mandeln obenauf – ein Träumchen! Ab sofort bei mir Hefezopf nur noch mit Mändelchen! Die Form finde ich sogar ganz praktisch mit den kleinen Brötchen und dem einen etwas größeren Laib, aber wenn Euch das zu speziell feiertagslich ist, bastelt ruhig einen Zopf aus dem Teig :-)

Aber bastelt ihn nach, es lohnt sich wirklich!

Dreikönigskuchen

Für einen Kuchen:
225 ml Milch
60 g Butter
20 g Hefe
500 g Mehl
5 g Salz
100 g Zucker
1 Ei

etwas Mehl zum Formen
1 Mandel oder Porzellanfigur (optional)
1 Ei zum Bestreichen
1 EL Mandelblättchen
1 EL Hagelzucker

(1) Die Milch warm werden lassen und die Butter darin schmelzen lassen. Ich hab beides zusammen bei geringer Wattstärke ca. 1 Minute in der Mikrowelle erhitzt. Wenn die Flüssigkeit nur noch lauwarm ist, die Hefe hinein bröseln und auflösen. (Wenn die Milchmischung zu heiß ist, stirbt die Hefe ab und der Teig wird nicht aufgehen.) Zur Seite stellen.
(2) Das Mehl in eine Schüssel sieben. Zucker und Salz unterrühren. Eine Mulde in der Mitte formen und das Ei hinein schlagen.
(3) Die Flüssigkeit zum Mehl gießen und mit Hilfe der Küchenmaschine oder Knethaken des Handrührgeräts etwa 5 Minuten gründlich durchkneten. Der Teig wird etwas klebrig sein. Zu einer groben Kugel formen, die Schüssel abdecken und an einem zugfreien Ort etwa 1 Stunde gehen lassen bis das Volumen sich verdoppelt hat.

(4) Den Ofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech oder eine größere Quicheform mit Backpapier auslegen.
(5) Jetzt geht es ans Formen. Aus 280-300 g Teig (ruhig die Küchenwaage benutzen) eine Kugel formen und mittig auf das Blech setzen. Aus dem restlichen Teig 8 etwa gleich große kleine Kugeln formen und mit ein wenig Abstand um die große Kugel drapieren. Nochmals abdecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen.


(6) Das Ei verschlagen und alle Kugeln damit bestreichen. Wenn gewollt mit Hagelzucker und Mandelblättern bestreuen.
(7) Auf mittlerer Stufe in den Ofen schieben und 25-30 Minuten backen. Wenn er zu dunkel wird, mit Alufolie (glänzende Seite nach oben) abdecken.

Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Frisch schmeckt er am Besten, aber auch am nächsten Tag kann man ihn noch gut zum Frühstück verspeisen. Ansonsten funktioniert einfrieren auch 1a. Schmeckt nach dem Auftauen wie frisch :-)

Quelle: LanisLeckerEckeDreikönigskuchen

Bolognese aus den Bergen – Hirtenmakkaroni aus dem Slowcooker

Bolognese kennen und lieben wir doch alle! Aber wie es scheint, gibt es auch in Italien Varianten davon. Je nach Region und unterschiedlichen Grundprodukten, werden verschiedene Sachen in das Fleischragout hinein gegeben. Im neuen Slowcooker-Buch von Gabi Frankemölle „Langsam kocht (überall) besser“, ist eine Südtiroler Variante vorgestellt, die ich sofort ausprobieren wollte, als der große Nudelschmacht zuschlug. Mit dem neuen Buch kann man übrigens sehr schön einmal um die Welt reisen. Und wenn ich ein paar mehr Rezepte daraus ausprobiert habe, stelle ich es Euch sehr gerne vor!

In dieser Südtiroler Version kommt neben Kochschinken natürlich Tiroler Speck rein und ein paar Erbsen, wahrscheinlich um den Vitamingehalt ein wenig anzuheben. Zum Schluss wird es noch mit ein wenig Sahne verfeinert, wobei ich das ja sehr skeptisch bin. Ich bin einfach kein großer Sahneliebhaber. Aber das stimmt schon alles so. Zu Anfang ist die Sauce noch recht trocken, also bitte nicht erschrecken, aber sobald die Erbsen und Sahne dazu kommt, ist alles schick und geschmeidig. Natürlich könnt ihr die Sauce auch auf dem normalen Herd köcheln, dann würde ich die Vorgehensweise so beibehalten, allerdings etwas mehr Flüssigkeit zufügen und das ganze 45-60 Minuten köcheln bevor die Erbsen und Sahne dazu kommen.

Es war ein wirklich köstliches Gericht, dass es gerne öfters geben darf. Sättigend, würzig, samtig. Perfekt für usselige Wintertage! Wenn die geneigte Leserschaft es mal ausprobiert hat, berichtet mir gerne darüber! Freue mich über Euer Feedback :-)

Hirtenmakkaroni

Zutaten für 3 Portionen:
75 g Tiroler Speck oder Schinken
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
300 g Rinderhack
1 EL Öl
150 g passierte Tomaten
80 ml Gemüsebrühe
75 g gekochter Schinken
1 EL Tomatenmark
Oregano
Salz, Pfeffer
150 g Erbsen (TK)
100 ml Sahne

Slowcooker: 1,5 l
HIGH: 3,5 Stunden
LOW: 6 Stunden plus 30 min auf HIGH

(1) Als erstes alles vorbereiten. Den Speck fein würfeln. Den Kochschinken in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Speck mit dem Hack, Zwiebel- und Knoblauchwürfeln kräftig anbraten bis es krümelig und nicht mehr rosa ist. In den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Die passierten Tomaten und die mit dem Tomatenmark verrührte Gemüsebrühe angießen. Die Kochschinkenwürfel unterrühren. Mit etwas Oregano und ruhig kräftig mit Pfeffer würzen. Nur wenig salzen, da der Speck, Schinken und Brühe schon würzig sind.
(4) Deckel auflegen und auf Stufe HIGH 3 Stunden (auf LOW 6 Stunden) garen.
(5) Die Erbsen in einem Sieb auftauen, in dem sie mit kochendem Wasser übergossen werden. Gut abtropfen lassen. Nach der Garzeit die aufgetauten Erbsen und die Sahne in den Topf geben. Gut unterrühren. Deckel rauf und weitere 30 Minuten auf HIGH erhitzen.

Zu kurzen Makkaroni servieren und mit etwas Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G. (2017): Langsam kocht (überall) besser. p 40

12von12 im Januar 2018 – Anstrengend.

Es war der zwölfte des Monat und viele Blogger machten wieder zwölf Bilder von ihrem Alltag und teilten sie im Internet. Gesammelt wird es bei „Draußen nur Kännchen„, nur falls die geneigte Leserschaft neugierig auf anderer Leute Leben ist.

Mein Tag begann äußerst unschön, weil die Nacht sehr anstrengend war mit fiesesten Rückenschmerzen zwischen den Schulterblättern, die nach vorne hin ausstrahlten. So saß ich 2,5 Stunden im Bett, weil es im Liegen schlimmer war. Davon gibt es aber kein Bild.

Irgendwann gab mein Körper auf und schlief trotz Schmerzen ein. Aber erholsam geht anders und dementsprechend gerädert war ich, als ich aufstand und mir meine morgendliche Dosis Wetterbericht abholte. Ich liebe Wetterberichte, besonders wenn sie mir was erklären und nicht nur sagen, ob es regnet.

Der Tag kleidete sich mal wieder in fröhlichstem Grau.

Bevor die Kräfte vollends nachlassen, bin ich noch schnell zum Supermarkt nebenan gegangen und hab letzte Besorgungen für’s Wochenende gemacht. Da ich merkte, dass es einfach ein anstrengender Tag wird, hab ich mir eine Packung Fertigfutter gekauft, die ich nach der Physio nur schnell zubereiten muss. Ja, manchmal möchte ich was Vernünftiges essen, aber die Kraft reicht nicht mal für Nudeln mit Tomatensauce.

Das saubere Geschirr im Geschirrspüler sah mich vorwurfsvoll an und wurde noch schnell ausgeräumt …

… bevor ich dann endlich frühstücken konnte. An doofen Tagen darf man sich was gönnen, so kaufte ich eine Laugenecke.

Und dann musste ich auch schon bald los. Aber vorher noch schnell eine Kleinigkeit für die Arbeit bei der Sparkasse erledigen.

Den Großteil der Mittagszeit verbrachte ich in der Physiotherapiepraxis. Erst 1 Stunde Physio, wobei mir die beste Physiotherapeutin von allen die Restrückenschmerzen weg“zauberte“…

… dann ein bisschen Pause mit Lesen verbracht, bevor es mit der Ergotherapie weiter ging. Bis 13 Uhr 15 war ich dort beschäftigt.

Wieder zu Hause schnell gegessen und bei M*A*S*H entspannt. Und für 1,5 Stunden weggepennt.

Alle, die mich kennen, wundern sich beim Anblick dieses Bildes, aber ja, es gab Salat zum Abendbrot. Und es schmeckte. Und ich brauchte noch nicht mal das Brötchen. Offensichtlich hat mein Körper ein kleines Vitamindefizit *g*

Und natürlich muss so ein anstrengender MS-Tag auch auf den Spritzen-Tag fallen *seufz* Na, denn man Tau! (Wie der Norddeutsche sagt…)

Nachdem ich auf dem Sofa schon fast eingeschlafen bin, wankte ich gen Bett, las noch drei Zeilen in „Die Kekse der Madame Kim“ und schlief quasi sofort ein.

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