Archiv für den Monat Februar 2019

Winterwohlfühlessen – Ungarische Kässpätzle (Rakott nokedli)

 

Habt ihr den Winter schon aufgegeben? Ich trau dem frühlingshaften Frieden da draußen noch nicht ganz. Immerhin hat es letztes Jahr zu Ostern (1. April) in Rostock nochmal 30 cm Neuschnee gegeben. Und was tut bei usseligem Wetter gut? Richtig: Comfort Food!

Und für die Kategorie lief mir ein schönes Rezept über den Weg. Es ist sozusagen die ungarische Variante der süddeutschen Kässpätzle. Dafür werden schnell, ja richtig gelesen schnell, Spätzle oder eben Nokedli selber gemacht. Ja, auch ich denke immer, dass das unglaublich kompliziert und langwierig ist, aber nee, das geht fix. Es dauert wirklich nicht länger als Kartoffeln zu schälen und dann Salzkartoffeln zu kochen. Jedenfalls werden die fertigen Nokedlis dann mit Schmand (dem heimlichen Held der ungarischen Küche!) und Käse vermischt und in einer Auflaufform gegeben. Aber der Clou ist die Füllung, die zwischen die beiden Spätzleschichten kommt. Dafür wird Bacon mit ungarischer Kolbász (eine sehr würzige Paprikawurst ähnlich Chorizo), Zwiebel und Pilzen angebraten. Spezialgewürz sind hierbei ein paar frische Salbeiblättchen, die sich wunderbar darin machen, aber nicht unangenehm halswehteeartig rausschmecken. Dann wird der gesamte Auflauf noch in den Ofen gegeben, wodurch die Aromen sich wunderbar verbinden. Ich kann das nur jedem Empfehlen mal nachzubasteln! Die ungarische Kolbász der Firma Pick hat Kaufland bei uns oft im Bestand und auch andere Supermärkte haben sie manchmal im Angebot. Kauft sie ruhig mal, sie schmeckt doch anders als spanische Chorizo oder deutsche Wurstwaren.

 

Ungarische Käsespätzle – Rakott nokedli

Zutaten für 3-4 Portionen:

Für die Spätzle/Nokedli
200 g Mehl
1 Ei
gute Prise Salz
150-175 ml Wasser
Schluck Öl

Für die Füllung:
50 g Bacon
100 g ungarische Paprikawurst (Kolbász) oder Chorizo
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
3 Blättchen frischer Salbei
150 g Champignons
Pfeffer

1 Ei
250 g Schmand
250 g geriebener Käse (hier Cheddar)

(1) Den Bacon in Würfel schneiden. Die Kolbász in Scheiben. Zwiebel und Knoblauchzehe häuten, die Zwiebel halbieren und in dünne Halbringe schneiden, die Knoblauchzehe fein würfeln. Den Salbei waschen, trocknen und fein hacken. Die Champignons putzen und in dickere Scheiben schneiden.
(2) Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen. Spätzlehobel bereit legen. Für die Nokedli das Mehl in eine Schüssel geben, das Ei mit dem Mehl verrühren und salzen. Schluckweise das Wasser zugeben und verrühren bis der Teig gerade so zusammen kommt. Den Spätzlehobel nass machen und den Teig portionsweise in das mittlerweile kochende Wasser hobeln. Wenn die Nokedli oben schwimmen, mit einem Sieblöffel aus dem Wasser holen und eine Schüssel geben. Mit etwas Öl beträufeln, damit sie nicht zusammen kleben.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine kleinere Auflaufform mit etwas Öl einfetten.
(4) Eine Pfanne auf mittelhoher Hitze (Stufe 2 von 3) erhitzen. Den Bacon etwas anbraten, dann die Wurstscheiben dazu geben bis beides brutzelt und das Fett austritt.Die Zwiebel zugeben und anbraten bis sie glasig ist, dann den Knoblauch und den Salbei. Wenn der Knoblauch duftet, die Pilze zufügen und alles auf höherer Hitze braten bis die Pilze ein bisschen zusammen gefallen sind. Salzen und pfeffern. Zur Seite stellen.
(5) Den Schmand mit dem Ei und 200 g des Käses verrühren. Das dann unter die Nokedli rühren.
(6) Eine Hälfte der Spätzlemasse in die Auflaufform geben, darauf die Wurst-Pilz-Mischung, mit der zweiten Hälfte der Nokedli-Käse-Mischung abdecken. Mit dem restlichen Käse bestreuen.
(7) In den vorgeheizten Ofen geben und 25-30 Minuten backen lassen.

Dazu passt wunderbar säuerlich eingelegtes Gemüse oder Weißkohlsalat oder Feldsalat.

Genießen!

Quelle: Ízes élet – Rakott nokedli

Besuch im Rostocker Zoo

Im Anschluss an meine Tage in Berlin, verbrachte ich noch anderthalb Wochen in Rostock beim Schwesterchen, weil in der elterlichen Wohnung gerade Bad und Küche grundsaniert wurden und somit nicht bewohnbar waren. Und dadurch, dass Zwerg noch krankgeschrieben war, hatten wir auch Zeit ein paar Sachen zu unternehmen, wie zum Beispiel einen Besuch im Rostocker Zoo. Da war ich eeewig nicht mehr und es war ein gutes Training für unser beider gesundheitlichen Probleme ;-)

Wir suchten uns einen Dienstagnachmittag aus, dessen Wetter nicht zu große Hitze verhieß und gingen vorher noch im Brauhaus Trotzenburg essen. Es liegt praktischerweise direkt am alten Haupteingang des Zoos und wir mögen es sehr gerne, sind einigermaßen regelmäßig dort zu Gast :-)

So waren am frühen Mittag dort, saßen nett draußen und waren trotz eines Wochentages nicht die einzigen Gäste. Die Servicemitarbeiterin kam schnell und wir bestellten. Zwerg wählte Kalbsleber mit Apfel-Zwiebel-Ragout und Kartoffelpüree. Hatte ich zu früheren Besuchen auch schon und mochte es sehr gerne: zarte Leber, cremiges Püree, würzig Zwiebelragout mit einer sehr angenehmen süßen Note. Diese klassische Geschmackskombination ist nicht umsonst ein Klassiker!

Ich wollte eigentlich nur eine Kleinigkeit essen und bestellte mir ein Bauernfrühstück. In anderen Lokalen ist das von der Portion her auch eher so ein Mittelding zwischen Vorspeise und Hauptgericht, hier war es eine wirklich monströs große Bauarbeiter-Portion. Zwerg fiel vor Lachen fast vom Stuhl als sie es sah, weil sie ja weiß, wieviel ich so essen kann. Wenn es eine Seniorenportion davon gegeben hätte, sie wäre vollkommen ausreichend gewesen. Aber es war auch echt lecker! Knusprige Kartoffeln, würziger Speck und Zwiebeln im gestockten Ei mit. Obenauf eingelegte Gurken und frische rote Zwiebeln, die den nötigen Kontrast zu den erdigen Aromen gaben.Wunderbar!

Wenn die geneigte Leserschaft Lust auf gutbürgerliche Küche in guter Qualität hat, vielleicht vor oder nach einem Zoobesuch, die Trotzenburg ist zu empfehlen!

Brauhaus Trotzenburg
Tiergartenallee 6
18059 Rostock

www.brauerei-trotzenburg.de

Aber dann ging es los zu den Tieren! Wir betraten den Zoo durch den alten Haupteingang, der zu unserer Kindheit der einzige Zugang war. Als erstes kam man immer am Ententeich vorbei, der jetzt von Pelikanen bewohnt wird.

Ich wette, dieser Steinpfau steht da schon seeehr lange, allein wir haben ihn nie bemerkt. Aber ich mag so Mosaikkunst und der Pfau ist auch allgegenwärtig im Zoo, da die Tiere sich frei auf dem gesamten Gelände bewegen dürfen.

Wo früher die Menschenaffen in den Gehegen lebten (seit 2012 sind sie im neugebauten Darwineum untergebracht, dass wir aber leider nicht geschafft haben zu besuchen), haben jetzt andere Arten ihr zu Hause gefunden, wie dieses niedliche Baumkängeru, das ein bisschen verpeilt wirkte. Für das nachtaktive Tier war es wohl einfach die falsche Uhrzeit.

Ein Stückchen weiter stand eine Holzhütte, die Zwerg und mich vor Entzücken aufjuchzen ließen: das Hausmaushaus. Ja genau, ein ganzes Häuslein nur für Mäuse! Im Innern war ein Zimmer eingerichtet mit Esstisch, Fernseher, Kommode, Buffetschrank, Stühlen, das nur von bunten Hausmäusen bewölkert wurde. Zwischen den Möbeln waren Kletterseile gespannt, der Tisch reichhaltig gedeckt. Und überall wuselnde Mäuschen, die man wunderbar beobachten konnte:

Mausi in Teetasse …

… oder sie am Frühstücksei labend. Wir hätten stundenlang weitergucken können!

An den Ziegen (uns fragend, welche Tiere da vorher drin lebten, weil die Ziegen früher woanders waren) und dem fast fertig gestellten neuen Polarium vorbei, gingen wir in die Aquariumshalle mit grimmig guckenden Baumfröschen:

… oder mürrischen Piranhas. Ist Südamerika ein so doofer Kontinent, dass alle Arten von dort so mürrisch dreinblicken? ;-)

Dann kamen wir endlich zu den Tieren, wegen denen wir hauptsächlich schon lange mal wieder in den Zoo wollten: Zwergflusspferde!

Seit Oktober 2016 leben die beiden Zwergflusspferde Nimba und Onong im alten Elefantenrevier dort. Nachdem der letzte Elefant gestorben war, überlegte man, ob man noch weiter Elefanten halten möchte, was einen großen Umbau des alten Geheges zur Folge gehabt hätte, da das Gelände nun wirklich nicht mehr den Ansprüchen moderner Elefantenhaltung genügt oder ob man eine andere Art ansiedelt. Man entschied sich für die Zwergflusspferde, weil für deren Haltung die Größe genügte und nur geringfügige Umbauarbeiten getätigt werden mussten. An dem Dienstag lag eine faule Atmosphäre in der Luft: es war warm, die Sonne schien, früher Nachmittag – die perfekte Zeit zum Dösen im kühlenden Wasser.

In dem Bereich des Zoos sahen wir auch lebende Pfauen…

… und ließen Kindheitserinnerungen aufleben. Früher musste ich hochgehoben werden, um an dem drehenden Pilz zu fliegen, heute brauche ich knieend nicht mal die Arme ausstrecken, um an die Haltestangen zu kommen *g*

Nach einer kurzen Pause ging es weiter ins Südamerikahaus zu den Papageien, Tukanen und den müden Streifenhörnchen:

Viel aktiver waren weder die Flamingos …

… noch die Störche.

Auch die Löwen genossen den faulen Nachmittag:

Ebenso unsere nicht ganz so heimlichen Lieblinge, die Erdmännchen. Die waren sooo niedlich!

Überall faul rumliegende Erdmännchen!

Nach einer längeren Pause im Schatten kamen wir vorbei an dösenden, schick dunkelrosanen Ibissen,

beobachteten die Fütterung der Polarfüchse und …

… waren erstaunt wie dick ihr Fell ist. Das sieht man ja so in Fernsehdokus nicht.

Auch der Adler guckte eher skeptisch durch die Gegend.

Durch den neueren Teil des Zoos spazierten wir an den Wisenten und der zu Ostern durch 30 cm Neuschnee eingestürzten Vogelvoliere zu den Seehunden und Seebären. Zur letztjährigen Fußball-WM hat ein Seebär Orakel gespielt, wahrscheinlich überlegt er gerade für wen er sich bei der nächsten Befragung entscheidet ;-)

Zoo Rostock
Barnstofer Ring 1
18059 Rostock

www.zoo-rostock.de

Berlin Friedrichshain 2018 – Onigirikurs im „Hanabira“

In dem Haus, in dem die beste Steffi von allen lebt, ist ein kleiner japanischer Lebensmittelladen. Uh-oh! Ich liebe ja japanische Küche, also ging ich den nächsten Tag rein und war hochfreudig überrascht. Im „Hanabira“ gibt es eine großartige Auswahl an original japanischen Köstlichkeiten und Grundzutaten, die von der Inhaberin Katrin handverlesen sind. Ohne von ihr getestet worden zu sein, kommt nichts in den Laden! Von Grundzutaten wie Bonitoflocken und Dashimischungen (klassisch bis vegan), japanische Snacks, aber auch eine richtig hochwertige Auswahl an verschiedenen Sakes und Miso. Katrin, die super nette Inhaberin macht aber Köstlichkeiten wie eingelegtes Gemüse oder Onigiri selbst.

Und es finden auch kleine Kochkurse im „Hanabira“ statt, wie ich im Gespräch mit ihr erfuhr. Es war einer für den meinen Abreisesonntag geplant, sie hat sich aber auch spontan bereit erklärt, einen kleinen Onigiri-Kurs für mich alleine durchzuführen.

So kam ich am Freitagmittag im „Hanabira“ an und wir begannen sogleich. Katrin hatte den Reis schon gekocht, mir aber noch ein paar Tipps verraten. Zum einen wird für Onigiri kein spezieller Sushireis, sondern lediglich japanischer Rundkornreis verwendet. Nach dem Waschen des Reises, lasst ihr ihn im Wasser ziehen, im Sommer ca. 30 Minuten, im Winter 60-90 Minuten. Wenn ihr einen Reiskocher besitzt, nehmt das Verhältnis 1:1 bei Reis zu Wasser. Wenn ihr ihn konventionell im Topf auf dem Herd kocht, ist das Verhältnis 1:1,3-1,45. Im Topf kocht ihr den Reis 10 Minuten auf höherer Hitze, dann die Hitze auf niedrig stellen und 10 Minuten weiterköcheln lassen. Danach vom Herd nehmen und weitere 10 Minuten ziehen lassen.

Den Reis in eine Schüssel umfüllen, idealerweise eine gut gewässerte japanische Holzschüssel namens Hangiri und den Reis lauwarm werden lassen.

Wir benutzten drei verschiedene Füllungen (von oben nach unten): veganes Kimchi, kleingeschnittene Umeboshi (säuerlich-salzig eingelegte Pflaumen, die aber eher Aprikosen ähneln) und eine Thunfischfüllung für die Thunfisch aus der Dose mit Salz, Pfeffer und Mayo (die gute japanische oder handgemacht) verrührt werden bis die Masse zusammen hält.

Als erstes drittelt ihr die Noriblätter. Dann stellt ihr noch je ein Schälchen mit Wasser und Salz bereit. Und ihr braucht für handgeformte Onigiri ein Stück Frischhaltefolie, damit der Reis nicht an den Händen kleben bleibt.

Für ein Onigiri befüllt ihr das Stück Frischhaltefolie mit etwa 1,5 Reiskocherschaufeln (entspricht ca. 2-3 Esslöffel) vom gekochten Reis. Das formt ihr grob rund.

Dann eine Hand mit dem Wasser befeuchten und in das Salz tauchen. Mit dieser gewürzten Hand ein Loch in die Reiskugel drücken.

Etwas von der Füllung hinein geben…

… und vorsichtig den Reis über der Füllung verschließen.

Dann kommt der tricky Teil, der etwas Übung erfordert, nämlich das Formen zum Dreieck. Oder ihr lasst das Onigiri rund *g*

Zum dreieckig Formen die Hände als Dächer halten und den Reisbatzen darin unter Druck, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig, und Drehen zu einem Dreieck formen.

Tadaa! Katrin hat es drauf!

Zum Schluss ein Stück des Noriblatts mit der rauhen Seite zum Reis als Haltevorrichtung unten um das fertige Onigiri legen.

Mein erstes Onigiri ähnelte doch eher einer Schlumpfmütze. Aber zumindest hielt es zusammen und bröselte nicht beim ersten Blick auseinander :-)

Wem das Handformen zu fisselig ist, der besorgt sich die dreieckigen Onigiriformen beim Asiaten. Die Ober- und Unterseite werden erst in Wasser getaucht. Dann die Form mit Reis füllen, wieder mit gesalzenen Fingern eine Kuhle in den Reis drücken und etwas der gewünschten Füllung hinein geben. Dann mit Reis bedecken und mit Hilfe des Deckel  festdrücken. Vorsichtig aus der Form holen und mit den Händen nachformen.

So sahen dann unsere fertigen Onigiri aus, die wir zusammen mit den restlichen Füllungen und eingelegtem Gemüse genossen. Dabei verliebte ich mich ein bisschen in den Geschmack eingelegter Kirschblüten, die beim Rettich dabei waren. Und ich mag den Geschmack so eines Onigiri sehr gerne. Und praktisch sind sie. Muss ich wirklich dringend mal endlich selbst machen!

Beste Katrin, vielen lieben Dank für diesen Kurs! Auch über ein halbes Jahr später denke ich noch gerne an unseren Mittag zurück und hoffe, dieses Jahr wieder etwas tolles bei Dir lernen zu können!

Also Leute, wenn Ihr Euch für japanische Küche begeistern könnt und gute Zutaten sucht, besucht das „Hanabira“ in Berlin Friedrichshain!

Hanabira
Colbestraße 5
10247 Berlin

Berlin 2018 – Restaurantbesuche in Friedrichshain

Letztes Jahr verbrachte ich seit 6 Jahren mal wieder ein paar Tage in Berlin und besuchte meine älteste Freundin Steffi, die in Friedrichshain lebt. Ich hatte zwar auf angenehmes aber nicht dringend heißes Wetter gehofft, es kam aber anders. Schon seit April war es sommerlich warm und auch in Berlin stand die Luft. Aber ich machte das beste aus diesem ersten Juni-Wochenende, aß mich durch Friedrichshain und erkundete Steffis Nachbarschaft. Mittags und nachmittags blieb ich einfach in der Wohnung und entspannte ein wenig. Und hatte Zeit nach unserer abendlichen Essgelegenheit zu suchen. Und wurde ich fündig! (Ein Traum im Vergleich zu Göttingen *seufz*) Mal aßen wir nur zu zweit, mal in Begleitung,  aber immer großartig!

Wo wir aßen, was wir aßen, wie es schmeckte, möchte ich Euch hier und jetzt vorstellen (Stand Januar 2019).

Kurhaus Korsakow

Mittwochabend kam ich in Berlin an und war einigermaßen ausgehungert, weil ich mittags in Erwartung von leckerem Essen nicht wirklich viel aß. Steffi schlug das Kurhaus Korsakow vor, in dem sie schon öfter Gast war. Und den Empfehlungen der Tochter einer Gastronomie-Familie vertraue ich.

Draußen war alles besetzt, also saßen wir uns an einen Tisch an den großen geöffneten Fenstern. Ich finde es klassisch-gemütlich eingerichtet und der sehr aufmerksame Service kam auch sofort.

Da ich gerne viele unterschiedliche Sachen koste, aber nicht sonderlich viel auf einmal essen kann, teile ich mir Vorspeisen und Dessert gerne mit der Begleitung. So suchten Steffi und ich uns den gebeizten Zander mit Roter Bete, Radieschen und Sonnenblumenkernen aus. Ich war etwas skeptisch wegen des rohen Süßwasserfisches, aber dann höchst angenehm überrascht. Zartes Fischfilet mit frischer Sauce, nett scharfen Radieschen (nicht die luschige Supermarktware) und etwas Knusper und Erdigkeit durch die Sonnenblumenkerne.

Weil Steffi schon vernünftiges Mittagessen hatte an dem Tag, wählte sie ein kleines Würzfleisch, einen Klassiker, der auf keiner Gaststättenkarte der DDR fehlen durfte. Sanft und würzig gleichzeitig und geschmolzener Käse macht ja eh alles gut, oder? Steffi war jedenfalls sehr zufrieden.

Bei mir kamen die ungarischen Gene durch und mir war nach einem Schnitzel Wiener Art mit Kartoffelsalat. Wunderbar dünn, wunderbar knusprig, wunderbar zart. Köstlichst! Leider unterschätze ich immer Restaurantportionen (Wo sind die Seniorenportionen, wenn man sie braucht?!?) und Steffi aß meinen Rest ;-)

Steffi war ja schon öfter da und ich war ebenfalls so begeistert, dass wir am Sonntag zum Brunch gleich nochmal hingingen. Und auch das war wirklich sehr reichhaltig und köstlich! Wenn ihr ein gemütliches Restaurant mit moderner deutscher und internationaler Küche sucht, seid ihr hier genau richtig!

Kurhaus Korsakow
Grünberger Straße 81
10245 Berlin

www.kurhaus-korsakow.de

Szimpla Berlin

Als halbe Ungarin und Liebhaberin der ungarischen Küche sehe ich es als meine Pflicht an, ungarische Restaurants auf Authentizität zu testen ;-) Also wollte ich dringend ins „Szimple“. In welche Kategorie möchte man das „Szimpla“ stecken? Es hat das Ambiente einer Bar, aber schon seit 9 Uhr geöffnet und dementsprechend auch eine Frühstückskarte und für den fortgeschrittenen Tag ein Karte mit wenigen aber ausgesuchten kleineren und größeren Gerichten, wie warme Sandwiches, Letscho oder Gulasch. Auch die Getränkekarte ist reichhaltig von Cocktails über Weinen und Bieren bis selbstgemachten alkoholfreien Limos.

Steffi wollte wieder nur eine Kleinigkeit und entschied sich auf meine Empfehlung hin für die Vegetarische Aufstrichplatte. Sie besteht aus Siebenbürgener Auberginencreme (vorne links), Körözött (hinten links), einem sehr würzigen ungarischen Schafskäseaufstrich und Frischkäsecreme (vorne rechts) mit frischem Brot und Gemüse. Wirklich äußerst köstlich!

Wenn schon Gulasch bzw. Pörkölt mit Tarhonya auf der Karte steht, muss das auch auf Authentizität geprüft werden. Superzartes Fleisch, würzige Sauce, schönes Tarhonya – hätte ich genau so auch bei einer ungarischen Tante bekommen können. Test bestanden!

Als Getränk wählten wir alkoholfreie Homemade Lemonades in Limette-Gurke-Minze und mit Zitrussirup. Schön erfrischend!

Außerdem bietet das „Szimpla“ selbstgebackene Pogatschen an, die natürlich auch getestet werden mussten. So nahmen wir noch 3 Pogácsa und je ein Schälchen Aufstrich für zu Hause mit, die wir dann jeweils zum Frühstück aßen.

Fazit: erfreulicherweise sehr köstliches und authentisches ungarisches Essen, leckere Limos, ein etwas verpeilter, aber nichtsdestotrotz netter Service. Große Empfehlung von uns!

Szimpla Berlin
Gärtnerstraße 15
10245 Berlin

www.szimpla.de

PriMaria (bulgarisch)

Es ist immer noch warm und dazu schwül. Ich verbringe meinen Tag meist in der dunklen Wohnung und Steffi beauftragt mich mit der Restaurantsuche für den Abend. Gerne doch! Ich klicke mich durch die Karte Friedrichhains und finde das PriMaria, eine bulgarische Lokalität! Wie spannend! Das mal im Original zu kosten hätte was und auch Steffi ist nicht abgeneigt, unsere kulinarische Osteuropa-Reise fortzusetzen.

Also die 10 Minuten hingelaufen und die Karte studiert. Oi! Die haben Tarator! Eine von mir heiß geliebte kalte Gurkensuppe. Perfekt bei den herrschenden Temperaturen! Haben wir das also bestellt und in Erwartung einer kleinen Vorspeisenportion noch ein paar andere Sachen. Und dann war das eine Monsterportion Tarator… Aber eine soooo leckere Suppe! OhmeinGott!

Steffi bestellte sich Schnittchen mit bulgarischem Käse, Salami und Schinken. Das war auch sehr gut und mal ein bisschen was anderes zu dem deutschen Aufschnitteinerlei.

Wir hatten auch noch Pirogi bestellt, waren aber nach der Suppe und den Schnittchen zu unglaublich satt, dass wir sie mit nach Hause nahmen und am nächsten Tag zum Mittag aßen :-) Beim nächsten Besuch würde ich dort gerne wieder hingehen, um noch ein paar andere Gerichte der Karte auszuprobieren, einfach weil es sich so spannend liest und ich mir unter dem Geschmack noch wenig vorstellen kann. Probiert das Restaurant ruhig mal aus :-)

priMaria
Gärtnerstraße 12
10245 Berlin

www.primaria.de

Tonkin (vietnamesisch)

Für Samstagabend waren wir mit Frau Dynamite Cakes und ihrem Herzensmann verabredet. Da auf deren Seite ein paar Einschränkungen bei der Essensauswahl vorlagen, schlugen sie vor zu ihrem Stammvietnamesen zu gehen. Da waren Steffi und ich voll dabei. Ich bin ja sonst nicht so der Fan der südostasiatischen Küche, aber vietnamesisch ist anfängerkompatibel für Leute wie mich ;-)

Steffi bestellte sich Glasnudelsalat mit Rindfleisch, der auch sehr gut aussah. Schön frisch und irgendwie würzig.

Ich hatte lauwarme Reisnudeln mit einer Frühlingsrolle, Salat und mariniertem Fleisch. War ich überrascht über die Art der Präsentation. Ich konnte mir so die perfekte Mischung an Nudeln mit Salat, Fleisch und Sauce basteln. Es war wunderbar! Und diese knusprig-würzige Frühlingsrolle dazu! Großartigst!

Der Herzensmann von Frau Dynamite Cakes bestellte sich Matsama Ga Chion, also Rotes Curry mit knusprigem Hähnchen, wie offensichtlich bei fast jedem Besuch dort und war auch wieder sehr angetan davon. Das sah aber auch zu gut aus! Und von dem was ich kosten durfte, war es auch nicht zu scharf …

Frau Dynamite Cakes hatte Pho Xao Ga bestellt, die sich als gebratene Reisnudeln mit Hähnchen herausstellten. Und sehr frisch und wohlschmeckend aussahen.

Eigentlich hätte ich alle unserer bestellten Gerichte essen können, so gut hat jedes einzelne ausgesehen und haben meine Nudeln geschmeckt! Das Lokal ist zwar schlicht, aber trotzdem gemütlich eingerichtet mit einem sehr netten und zuvorkommenden Service. Wenn ihr Lust auf südostasiatische Küche habt, geht da hin oder bestellt es Euch nach Hause, wenn ihr in der Nähe lebt. Ich würde es auf alle Fälle regelmäßig tun *g*

Tonkin
Krossener Straße 12
10245 Berlin

www.tonkin-restaurant.com

Und insgeheim gräme ich mich ein wenig, dass es hier in Göttingen nicht mal annähernd so eine Auswahl an unterschiedlichen Restaurants gibt, deren Essen man sich im Idealfall auch noch nach Hause bestellen kann, wenn man einen schlechten Tag hatte. Aber wahrscheinlich würde ich auch echt arm werden, weil ich so oft auswärts essen würde *g* Hoffentlich komme ich dieses Jahr wieder hin und wir können weitere Lokalitäten ausprobieren :-)

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