Berlin 2018 – Restaurantbesuche in Friedrichshain

Letztes Jahr verbrachte ich seit 6 Jahren mal wieder ein paar Tage in Berlin und besuchte meine älteste Freundin Steffi, die in Friedrichshain lebt. Ich hatte zwar auf angenehmes aber nicht dringend heißes Wetter gehofft, es kam aber anders. Schon seit April war es sommerlich warm und auch in Berlin stand die Luft. Aber ich machte das beste aus diesem ersten Juni-Wochenende, aß mich durch Friedrichshain und erkundete Steffis Nachbarschaft. Mittags und nachmittags blieb ich einfach in der Wohnung und entspannte ein wenig. Und hatte Zeit nach unserer abendlichen Essgelegenheit zu suchen. Und wurde ich fündig! (Ein Traum im Vergleich zu Göttingen *seufz*) Mal aßen wir nur zu zweit, mal in Begleitung,  aber immer großartig!

Wo wir aßen, was wir aßen, wie es schmeckte, möchte ich Euch hier und jetzt vorstellen (Stand Januar 2019).

Kurhaus Korsakow

Mittwochabend kam ich in Berlin an und war einigermaßen ausgehungert, weil ich mittags in Erwartung von leckerem Essen nicht wirklich viel aß. Steffi schlug das Kurhaus Korsakow vor, in dem sie schon öfter Gast war. Und den Empfehlungen der Tochter einer Gastronomie-Familie vertraue ich.

Draußen war alles besetzt, also saßen wir uns an einen Tisch an den großen geöffneten Fenstern. Ich finde es klassisch-gemütlich eingerichtet und der sehr aufmerksame Service kam auch sofort.

Da ich gerne viele unterschiedliche Sachen koste, aber nicht sonderlich viel auf einmal essen kann, teile ich mir Vorspeisen und Dessert gerne mit der Begleitung. So suchten Steffi und ich uns den gebeizten Zander mit Roter Bete, Radieschen und Sonnenblumenkernen aus. Ich war etwas skeptisch wegen des rohen Süßwasserfisches, aber dann höchst angenehm überrascht. Zartes Fischfilet mit frischer Sauce, nett scharfen Radieschen (nicht die luschige Supermarktware) und etwas Knusper und Erdigkeit durch die Sonnenblumenkerne.

Weil Steffi schon vernünftiges Mittagessen hatte an dem Tag, wählte sie ein kleines Würzfleisch, einen Klassiker, der auf keiner Gaststättenkarte der DDR fehlen durfte. Sanft und würzig gleichzeitig und geschmolzener Käse macht ja eh alles gut, oder? Steffi war jedenfalls sehr zufrieden.

Bei mir kamen die ungarischen Gene durch und mir war nach einem Schnitzel Wiener Art mit Kartoffelsalat. Wunderbar dünn, wunderbar knusprig, wunderbar zart. Köstlichst! Leider unterschätze ich immer Restaurantportionen (Wo sind die Seniorenportionen, wenn man sie braucht?!?) und Steffi aß meinen Rest ;-)

Steffi war ja schon öfter da und ich war ebenfalls so begeistert, dass wir am Sonntag zum Brunch gleich nochmal hingingen. Und auch das war wirklich sehr reichhaltig und köstlich! Wenn ihr ein gemütliches Restaurant mit moderner deutscher und internationaler Küche sucht, seid ihr hier genau richtig!

Kurhaus Korsakow
Grünberger Straße 81
10245 Berlin

www.kurhaus-korsakow.de

Szimpla Berlin

Als halbe Ungarin und Liebhaberin der ungarischen Küche sehe ich es als meine Pflicht an, ungarische Restaurants auf Authentizität zu testen ;-) Also wollte ich dringend ins „Szimple“. In welche Kategorie möchte man das „Szimpla“ stecken? Es hat das Ambiente einer Bar, aber schon seit 9 Uhr geöffnet und dementsprechend auch eine Frühstückskarte und für den fortgeschrittenen Tag ein Karte mit wenigen aber ausgesuchten kleineren und größeren Gerichten, wie warme Sandwiches, Letscho oder Gulasch. Auch die Getränkekarte ist reichhaltig von Cocktails über Weinen und Bieren bis selbstgemachten alkoholfreien Limos.

Steffi wollte wieder nur eine Kleinigkeit und entschied sich auf meine Empfehlung hin für die Vegetarische Aufstrichplatte. Sie besteht aus Siebenbürgener Auberginencreme (vorne links), Körözött (hinten links), einem sehr würzigen ungarischen Schafskäseaufstrich und Frischkäsecreme (vorne rechts) mit frischem Brot und Gemüse. Wirklich äußerst köstlich!

Wenn schon Gulasch bzw. Pörkölt mit Tarhonya auf der Karte steht, muss das auch auf Authentizität geprüft werden. Superzartes Fleisch, würzige Sauce, schönes Tarhonya – hätte ich genau so auch bei einer ungarischen Tante bekommen können. Test bestanden!

Als Getränk wählten wir alkoholfreie Homemade Lemonades in Limette-Gurke-Minze und mit Zitrussirup. Schön erfrischend!

Außerdem bietet das „Szimpla“ selbstgebackene Pogatschen an, die natürlich auch getestet werden mussten. So nahmen wir noch 3 Pogácsa und je ein Schälchen Aufstrich für zu Hause mit, die wir dann jeweils zum Frühstück aßen.

Fazit: erfreulicherweise sehr köstliches und authentisches ungarisches Essen, leckere Limos, ein etwas verpeilter, aber nichtsdestotrotz netter Service. Große Empfehlung von uns!

Szimpla Berlin
Gärtnerstraße 15
10245 Berlin

www.szimpla.de

PriMaria (bulgarisch)

Es ist immer noch warm und dazu schwül. Ich verbringe meinen Tag meist in der dunklen Wohnung und Steffi beauftragt mich mit der Restaurantsuche für den Abend. Gerne doch! Ich klicke mich durch die Karte Friedrichhains und finde das PriMaria, eine bulgarische Lokalität! Wie spannend! Das mal im Original zu kosten hätte was und auch Steffi ist nicht abgeneigt, unsere kulinarische Osteuropa-Reise fortzusetzen.

Also die 10 Minuten hingelaufen und die Karte studiert. Oi! Die haben Tarator! Eine von mir heiß geliebte kalte Gurkensuppe. Perfekt bei den herrschenden Temperaturen! Haben wir das also bestellt und in Erwartung einer kleinen Vorspeisenportion noch ein paar andere Sachen. Und dann war das eine Monsterportion Tarator… Aber eine soooo leckere Suppe! OhmeinGott!

Steffi bestellte sich Schnittchen mit bulgarischem Käse, Salami und Schinken. Das war auch sehr gut und mal ein bisschen was anderes zu dem deutschen Aufschnitteinerlei.

Wir hatten auch noch Pirogi bestellt, waren aber nach der Suppe und den Schnittchen zu unglaublich satt, dass wir sie mit nach Hause nahmen und am nächsten Tag zum Mittag aßen :-) Beim nächsten Besuch würde ich dort gerne wieder hingehen, um noch ein paar andere Gerichte der Karte auszuprobieren, einfach weil es sich so spannend liest und ich mir unter dem Geschmack noch wenig vorstellen kann. Probiert das Restaurant ruhig mal aus :-)

priMaria
Gärtnerstraße 12
10245 Berlin

www.primaria.de

Tonkin (vietnamesisch)

Für Samstagabend waren wir mit Frau Dynamite Cakes und ihrem Herzensmann verabredet. Da auf deren Seite ein paar Einschränkungen bei der Essensauswahl vorlagen, schlugen sie vor zu ihrem Stammvietnamesen zu gehen. Da waren Steffi und ich voll dabei. Ich bin ja sonst nicht so der Fan der südostasiatischen Küche, aber vietnamesisch ist anfängerkompatibel für Leute wie mich ;-)

Steffi bestellte sich Glasnudelsalat mit Rindfleisch, der auch sehr gut aussah. Schön frisch und irgendwie würzig.

Ich hatte lauwarme Reisnudeln mit einer Frühlingsrolle, Salat und mariniertem Fleisch. War ich überrascht über die Art der Präsentation. Ich konnte mir so die perfekte Mischung an Nudeln mit Salat, Fleisch und Sauce basteln. Es war wunderbar! Und diese knusprig-würzige Frühlingsrolle dazu! Großartigst!

Der Herzensmann von Frau Dynamite Cakes bestellte sich Matsama Ga Chion, also Rotes Curry mit knusprigem Hähnchen, wie offensichtlich bei fast jedem Besuch dort und war auch wieder sehr angetan davon. Das sah aber auch zu gut aus! Und von dem was ich kosten durfte, war es auch nicht zu scharf …

Frau Dynamite Cakes hatte Pho Xao Ga bestellt, die sich als gebratene Reisnudeln mit Hähnchen herausstellten. Und sehr frisch und wohlschmeckend aussahen.

Eigentlich hätte ich alle unserer bestellten Gerichte essen können, so gut hat jedes einzelne ausgesehen und haben meine Nudeln geschmeckt! Das Lokal ist zwar schlicht, aber trotzdem gemütlich eingerichtet mit einem sehr netten und zuvorkommenden Service. Wenn ihr Lust auf südostasiatische Küche habt, geht da hin oder bestellt es Euch nach Hause, wenn ihr in der Nähe lebt. Ich würde es auf alle Fälle regelmäßig tun *g*

Tonkin
Krossener Straße 12
10245 Berlin

www.tonkin-restaurant.com

Und insgeheim gräme ich mich ein wenig, dass es hier in Göttingen nicht mal annähernd so eine Auswahl an unterschiedlichen Restaurants gibt, deren Essen man sich im Idealfall auch noch nach Hause bestellen kann, wenn man einen schlechten Tag hatte. Aber wahrscheinlich würde ich auch echt arm werden, weil ich so oft auswärts essen würde *g* Hoffentlich komme ich dieses Jahr wieder hin und wir können weitere Lokalitäten ausprobieren :-)

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2 Kommentare zu “Berlin 2018 – Restaurantbesuche in Friedrichshain

  1. kormoranflug 21. Februar 2019 um 15:20 Reply

    Jetzt gehe ich bestimmt schon seit 15 Jahren am Samstag zum Markt auf den Boxi. Nie bin ich in die von Dir beschriebenen Lokale gegangen. Jetzt weiss ich was es da so gibt. Mein Favorit ist eben das Papaya (thailändisch) in der Krossenerstrasse.

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    • Anikó 21. Februar 2019 um 16:52 Reply

      Dafür ist eine Berlinerin, die schon ewig in Friedrichshain lebt dank meines Besuchs das erste Mal aufm Markt am Boxi gewesen 😁 Ihr habt da aber auch eine Riesenauswahl an Restaurants, die kann man ja gar nicht alle kennen…

      Gefällt 1 Person

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