Archiv für den Tag 11. Oktober 2019

Ein Wochenende in Berlin 2019: Essen im „Matreshka“ und „Sasaya“

Das erste Juniwochenende verbrachte ich wieder in Berlin bei der besten Steffi. Die richtig typischen Touri-Ausflüge habe ich selten gemacht, so war ich zum Beispiel noch nie an der Mauer. Also DIE Mauer, die Berlin zu DDR-Zeiten in West und Ost trennte. Natürlich weiß ich, dass es sie gab, aber wie hoch und dick die war, wie breit der Todesstreifen, keine Ahnung! Und da die East Side Gallery fußläufig von Steffi war, gingen wir hin. Es ist das längste noch erhaltene Stück der Mauer, das im Frühjahr 1990 von Künstlern bemalt wurde, die damit die damalige politische Lage kommentierten. Mittlerweile sieht man leider nicht mehr die Originale, sondern die 2009 restaurierten/übergemalten Versionen. Die eigentliche Grenze war auch nicht die Mauer, sondern das gegenüber liegende Ufer der Spree und schon zum Stadtteil Kreuzberg gehört. Ich muss ja gestehen, dass ich gar nicht so genau weiß, welcher Stadtteil früher zur Bundesrepublik oder zur DDR gehörte. Klar, Charlottenburg ist Westen, Friedrichshain oder Prenzlauer Berg Osten, aber Pankow? Oder Neukölln? Ich habe simpel keine Ahnung … Wobei, vielleicht ist das gar nicht so verkehrt, dass es für mich einfach eine große Stadt ist und ich nicht in Ost und West denke.

Die Mauer ist schon irgendwie beklemmend, auch wenn man an einem sonnigen Feiertag dort mit hunderten anderen Menschen entlang spaziert. Wenn man überlegt, weshalb sie gebaut wurde, wie hoch der Beton stand, wie breit der Todesstreifen innerhalb einer dicht besiedelten Stadt teilweise angelegt war, wieviele Menschen umgebracht wurden, nur weil sie nicht in einer Diktatur leben wollten…

Der berühmte Bruderkuss.

Nach diesem (für mich) langen Spaziergang war es Zeit zum Mittagessen und Steffi schlug passend zum Ausflugsthema ein osteuropäisches Lokal, das „Matreshka“ vor. Es liegt an der wirklich langen Boxhagener Straße relativ nahe an der Mauer. Es ist eher ein Bistro als Restaurant, aber sehr freundlich und hell eingerichtet. Der nette Kellner kam auch schnell, so dass wir bald einen Blick auf die kleine, aber feine Karte werfen konnten.

Wir entschieden uns für den Vorspeisenteller für 2 Personen, der alle Vorspeisen enthielt. Im Uhrzeigersinn waren das Blini mit geräuchertem Lachs auf 1 Uhr, Russisches Ei mit Sauren Gurken auf 3 und 5 Uhr, auf 7 und 9 Uhr Georgische Auberginen und auf 11 Uhr mit Rindfleisch gefüllte Blini. In der Mitte ein großer Klecks Smetana, der unserem Schmand ähnelt. Und meine Güte, war das alles köstlich! So dünne Blinis, die Rindfleischfüllung war herrlich würzig, die Füllung der Eier wunderbar cremig und das Auberginen-Tomaten-Türmchen so schön gemüsig. Hach, sollte man auch alles mal zu Hause ausprobieren!

Steffi wählte eine Portion Pelmeni (ich weiß leider nicht mehr welche Füllung), also die klassisch-russischen gefüllten Teigtaschen, die mit Smetana und frischem Dill serviert werden. Und die haben wirklich richtig gut geschmeckt!

Ich wollte schon immer mal russisches Schaschlyk essen, das mit frischem Salat und einer hausgemachten Tomatensauce serviert wurde. Da mir nicht nach frittierten Kartoffelecken war, suchte ich mir auf Empfehlung des Kellners Kartoffelbrei dazu aus. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zuerst war ich skeptisch, ob das Fleisch nicht zäh wäre, aber Oh!Mein! Gott! es war so unglaublich zart und fein würzig. Mit der Tomatensauce wirklich perfekt! Bei Kartoffelpüree passiert es ja mal schnell, dass es aus Flocken gemacht wurde, aber hier nicht, es wurden richtige Kartoffeln verarbeitet und es war genau richtig. Seht Ihr die kleinen Butterpfützen im Kartoffelbrei? 😍

Dieses Lokal bekommt eine große Empfehlung von Steffi und mir für Euch! Wenn Ihr in der Nähe seid, gönnt Euch dort unbedingt eine Mahlzeit! Ich hätte auch noch so 2-17 Gerichte von der Karte, die ich gerne kosten würde *g*

Matreshka
Boxhagener Straße 60
10245 Berlin/Friedrichshain

Telefon: 0163 – 9870767

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 15:00 – 23:00
Samstag, Sonntag 12:00 – 23:00

Freitag fragte die Kochschlampe, die aus Gründen gleichzeitig mit mir in Berlin weilte, ob wir nicht Sonnabendmittag gemeinsam im „Sasaya“ essen wollen würden. Klar, knapp 10 Jahre nach meinem ersten Besuch wurde es mal wieder Zeit (ich war mindestens 1x noch da, aber keine Ahnung mehr wann … Ich werde alt!). Wir fuhren ein bisschen früher hin und spazierten noch ein wenig durch Prenzlauer Berg, bevor wir uns in das Restaurant setzten. Frau Kochschlampe kam wenig später an und wir versuchten etwas von der umfangreichen und vielfältigen Karte zu wählen.

Frau Kochschlampe wählte als Vorspeise Tofu mit fünf verschiedenen Toppings aus. Der war wunderbar seidig, hat nicht die Spur künstlich geschmeckt und war mit den verschiedenen Kleinigkeiten dazu hervorragend. Tolle Idee!

Steffi hatte sich gegrillten Lachs ausgesucht, der auch großartig zart und gar nicht lachsig war, wie ich ihn oft empfinde und warum ich gebratenen Lachs zum Beispiel nicht mag.
(Falls sich jemand wundert, irgendwie haben alle von allem gegessen, wenn wir wollten *g*)

Beide hatten sich einige Sorten Sushi bestellt, die (auf Nachfrage des Personals) gemeinsam auf einem großen Schieferteller serviert wurden. Die Röllchen, die ich kostete, waren ausnahmslos köstlich!

Ich hatte den für mich schon fast obligatorischen Butadon, also geschmorten Schweinebauch auf Reis bestellt. Und es war wieder so großartig wie das Mal davor – wunderbar zart, das Fett nicht unangenehm, leicht süßlich und doch würzig durch das Nori auf dem Reis und den kleinen eingelegten Gemüsen am Rand. Ich liebeliebeliebe es! Sollte ich auch mal wieder zu Hause kochen!

Ich hatte etwas Angst, dass das „Sasaya“ in der Zwischenzeit nachgelassen hätte, aber die Gerichte sind immer noch so köstlich, wie bei meinem ersten Besuch! Ich kann nur jedem einen Besuch dort mit authentisch japanischer Küche empfehlen! Geht hin!

Sasaya
Lychenerstraße 50
10437 Berlin/Prenzlauer Berg

Telefon: 030 44717721

Öffnungszeiten:
Donnertag bis Montag 12:00 – 15:00
18:00 – 23:30

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