Archiv der Kategorie: 2-Herdplatten-Rezepte

Die kulinarische Weltreise: Italien – Pasta mit Mangold und Speck

 

Seid ihr reiselustig? Entdeckt ihr gerne neue Länder und Kulturen? Ich bin da so ein bisschen zwiegespalten. Einerseits sehe ich mir wirklich gerne Neues an, erkunde Landschaften, koste andere Aromen, andererseits kann ich mich dort am besten entspannen, wo ich alles in- und auswendig kenne, meine Beine den Weg alleine finden, ohne dass der Kopf sich anstrengen muss. Außerdem erschwert mir die MS das Reisen aus unterschiedlichsten Gründen doch ein bisschen …

Nichtsdestotrotz, wenn ich in bestimmte Ecken der Welt schon nicht so leicht physisch kommen kann, hole ich mir die Welt eben kulinarisch nach Hause. Und da bin ich nicht die einzige, die das gerne macht. Volker von „Volker mampft“ ruft deswegen zur „kulinarischen Weltreise“ auf!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Und da bin ich gerne dabei! Jeden Monat ein neues Land, eine neue Herausforderung! Für diesen Monat fängt es leicht an mit Bella Italia. Und zu Italien haben wir doch alle irgendeine Verbindung, selbst wenn wir noch nicht da waren, oder? Sei es Pizza, Pasta, Wein, Kunst, Geschichte – Italien hatte und hat so viel Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens. Und auch wenn ich erst einmal dort war (Du liebe Güte, auch schon fast 20 Jahre her) liebe ich dieses Land einfach!

Aber was koche ich jetzt für den Event? Wenn möglich etwas, dass auch einen Teil des Gemüses meiner Biokiste verbraucht. Eigentlich wollte ich gerne etwas aufwendigeres wie selbstgemachte Ravioli basteln, aber dann kam das Leben und zwei Mangoldstauden dazwischen. Nach ein bisschen Recherche im Netz stieß ich auf ein italienisches Rezept, in dem Mangold mit Speck kombiniert wird. Das war mir neu, klassischerweise wird Mangold bei mir gerne mit Feta kombiniert. Und es gab keine wirklich saucige Komponente im Rezept, wie Sahne oder passierte Tomaten. Die deutsche Saucenliebhaberin in mir war skeptisch ;-) Aber hey, probieren wir es aus. Der Mangold wird zuerst in Salzwasser gekocht und roch das gut. Ich wusste gar nicht, dass kochender Mangold so wunderbar duftet! Die eigentliche Sauce ist so schnell geköchelt, wie die Pasta braucht. Ihr seht, ein perfektes Feierabendgericht. In 30-40 Minuten steht Euer Essen fix und fertig auf dem Tisch :-)

Und der Geschmack ist wirklich wunderbar! Herzhaft, angenehm Speck-rauchig mit dem zarten Mangold und doch noch etwas Biss durch die Möhrenwürfel. Die Tomaten bringen eine schöne, unaufdringliche Fruchtigkeit mit rein. Auch war es nicht zu trocken, wie von mir befürchtet, es hatte genau die richtige Konsistenz. Ich war wirklich positiv überrascht und wird ins Repertoire aufgenommen!

Pasta mit Mangold und Speck

Zutaten für 2 Portionen:
180 g Pasta (z.B. Fussili)
250 g Mangold
50 g Speck/Pancetta
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
1 mittlere Tomate
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
Parmesan, frisch gerieben

(1) Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen. Währenddessen den Mangold vorbereiten. Die Stiele in dünne, die Blätter in breitere Streifen schneiden. In einem Sieb unter laufendem Wasser waschen. In den Topf mit dem kochenden Salzwasser geben und etwa 5 Minuten köcheln lassen. In ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.
(2) Währenddessen die anderen Zutaten schneiden. Den Speck in kleine Würfel. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Karotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten waschen, abtrocknen, halbieren. Die grünen Strünke aus den Hälften schneiden und das Fruchtfleisch mittelfein würfeln.
(3) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und die Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen.
(4) Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Speck und Zwiebel darin anbraten bis die Zwiebeln etwas goldig sind. Tomaten- und Karottenwürfel zugeben, etwas salzen und pfeffern. Einige Minuten köcheln lassen bis die Tomaten zerfallen und die Möhren gar, aber noch bissfest sind.
(5) Den abgetropften Mangold untermischen und etwa 10 Minuten bei kleiner HItze in der Sauce ziehen lassen. Nochmal kosten, ob Salz und Pfeffer fehlen.
(6) Vor dem Abgießen der Nudeln etwas vom Kochwasser mit einer Tasse abschöpfen. Die Pasta in ein Sieb abgießen und noch tropfnass unter die Sauce rühren. Wenn die Sauce zu trocken sein sollte, etwas vom Pastawasser zugießen.

Auf Tellern verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Pasta con bietola e pancetta

Ungarisches Alltagsessen: Kartoffelgemüse – Krumpli fözelék

Wenn Ihr an ungarische Küche denkt, was kommt Euch da als erstes in den Sinn? Wahrscheinlich Gulasch, oder? Panierte Schnitzel noch? Aber die Alltagsküche, die ich von meiner Familie kenne, ist hierzulande leider kaum bekannt. Ja, die ungarische Küche für Gäste ist sehr fleischlastig und ja, es wird alles paniert und ausgebacken, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber im Alltag spielt Gemüse eine große Rolle, sei es in den Suppenvariationen, die es traditionell als ersten Gang gibt oder eben im Hauptgang. Und dort ist es dann der Star und nicht nur Beilage. So sind Sachen, die bei uns die Nebenrolle spielen wie Erbsen in gebundener Sauce dort das Hauptgericht und es gibt nur eine fleischige Kleinigkeit dazu. Oder man lässt diese ganz weg, wenn einem nicht danach ist. A

ls Gemüse kann jedes erdenkliche genommen werden: Kohl für Paradicsomos káposzta, also in Tomatensaft gekochten Kohl, Erbsen für Borsófözelek, Kohlrabi für Karalábefözelék oder getrocknete Linsen für Lencsefözelék zu Neujahr. Aber auch Kartoffeln gehen gut. Und jede Variante wird ein bisschen anders gewürzt, mal mit viel Petersilie, mal mit Paprikapulver, mal säuerlich. Für das Kartoffelgemüse sind Lorbeerblätter und Essig wirklich essentiell. Und dann natürlich der heimliche Star der ungarischen Küche, noch vor Paprikapulver, die Saure Sahne. Ohne Saure Sahne funktionieren nur wenige ungarische Gerichte, dieses hier ebenso wenig. Das Zusammenspiel von der subtilen Säure der Sauren Sahne (wobei die ungarische Variante nochmal anderes schmeckt als unsere deutsche) mit der etwas kneifenderen Säure des Essigs und der Milde der Kartoffeln ist wirklich angenehm. Es ist das perfekte Feierabendessen, weil es vom Kartoffelschälen bis zum fertigen Gericht innerhalb von maximal 45 Minuten auf dem Tisch steht. Wenn ihr ein schnelles Wohlfühlessen sucht, ist das ein heißer Kandidat!

Krumpli fözelék – Ungarisches Kartoffelgemüse

Zutaten für 3 Portionen:
750 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
2 EL Öl
50 ml + 250 ml + 50 ml Wasser
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
2 Lorbeerblätter
1,5 TL gerebelter Majoran
1 TL Salz
1 gehäufter TL Zucker
125 g Saure Sahne/Schmand
3 TL Mehl
75 g süße Sahne
1-2 TL Weißweinessig
1 EL kalte Butter

(1) Die Kartoffeln schälen und in ca. 1,5-2 cm große Stücke schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten ohne, dass sie Farbe annehmen. Das Paprikapulver einrühren und sofort 50 ml Wasser hinzufügen, damit der Paprika nicht verbrennt und bitter wird. Lorbeerblätter, Majoran, Salz und Zucker hinein geben. Die Kartoffeln zufügen und mit ca. 250 ml Wasser auffüllen bis es knapp bei den Kartoffeln sichtbar ist. Deckel aufsetzen und ca. 10 Minuten kochen lassen bis die Kartoffeln gar sind.
(3) In der Zwischenzeit das Mehl mit den restlichen 50 ml Wasser und der Sauren Sahne klümpchenfrei verrühren.
(4) Wenn die Kartoffeln gar sind, den Essig und die Saure-Sahne-Mischung unterrühren. 2-3 Minuten köcheln lassen. Dann die süße Sahne und Butter einrühren. Abschmecken, fehlt noch Salz oder Essig?

Mit gebratenem Frikadellen oder Würstchen servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Zé (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox kiadó. p 101

Nach der erfolgreichen Jagd – Schnelle Pilzpfanne

So langsam beginnt die Pilzzeit wieder! Und wer sich mit Pilzen auskennt und ein Auge für sie hat, der wird jetzt schon fündig, denn es ist warm und ausreichend feucht, so dass alle Pilze eigentlich wilde Partys feiern müssten auf Wiesen und in Wäldern. Nur leider ohne mich, denn so viel ich theoretisch als Botanikerin über sie und ihre Lebensweise weiß, in der Praxis bin ich ein lausiger Pilzfinder und -erkenner. Schade eigentlich, weil doch so viele von denen so köstlich sind. So muss ich mich leider mit gekauften Exemplaren begnügen.

Und jetzt haben die frischen Pfifferlinge ihre Saison und sind damit auch im Supermarkt neben den üblichen Champignons und Co. zu erwerben. Und Pfifferlinge sind so unglaublich lecker! Aber leider auch ziemlich aufwendig zu putzen, wenn man jeden per Hand und Messerchen säubert. Denn es funktioniert noch keine Methode, um sie zu züchten. Was vielleicht auch nicht so verkehrt ist… Aber wie kriegt man die kleinen Pilzchen jetzt am effizientesten sauber, ohne stundenlang über jeden einzelnen Pilz gebeugt zu sitzen? Ich benutze die Mehl-Wasser-Methode, die einwandfrei funktioniert. Dafür in einer großen Schüssel 1-2 Esslöffel Mehl mit kalten Wasser verrühren und die Pilze dann portionsweise kurz, aber beherzt mit Hilfe Eurer Hände gegeneinander reiben und durch das Wasser wirbeln, damit der Dreck abgeht. Dann in ein Sieb oder auf ein Küchenhandtuch zum Abtropfen geben. Es hat nur den kleinen Nachteil, dass die Pilze ein bisschen Wasser aufsaugen, das dann beim Braten austritt und eventuell abgeschüttet werden muss.

Und wofür hab ich die Pfifferlinge benutzt? Klar hätte ich sie in eine Sahnesauce zu Pasta packen können, aber ich wollte was leichteres und auch traditionelleres. Fündig wurde ich im hochgeschätzten „Deutschland vegetarisch“ von Stevan Paul. Die Pilzpfanne sollte es also werden. Und weil noch ein paar Gramm Pilze fehlten, wurden braune Champignons dazu gekauft. Das Essen ist wirklich schnell gebrutzelt, am längsten dauert tatsächlich das Pilzeputzen. Als Pilze könnt ihr alles nehmen: Champignons, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge, Steinpilze, Maronenröhrlinge oder was ihr sonst noch im Wald findet und guten Gewissens essen könnt. Und so wahnsinnig viel mehr außer ein paar Gewürze und eine kleine Stange Porree/Lauch braucht ihr auch nicht. Also schnell ab zu Euren besten, geheimen Pilzecken oder in den nächsten Supermarkt und der Köstlichkeit steht nichts mehr im Weg.

Schnelle Pilzpfanne

Zutaten für 3 Portionen:
700-750 g Pilze (gemischt)
hier waren es 400 g Pfifferlinge und 300 g braune Champigons
1-2 EL Mehl + viel Wasser zum Waschen der Pfifferlinge
2 EL getrocknete, gemahlene Steinpilze
100 ml Wasser
1 Prise Gemüsebrühpulver
1 kleine, dünne Stange Porree/Lauch
2-3 Stengel glatte Petersilie
2 EL neutrales Öl
1/2 TL getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer
20 g Butter
2-3 EL Schmand

(1) Die Pilze putzen und in mundgerechte Stücke teilen. Wenn sie sehr dreckig sind, das Mehl mit kaltem Wasser in einer großen Schüssel vermischen und die Pilze darin kurz und enthusiastisch mit den Händen durcheinander wirbeln bis der Dreck ab ist. In einem Sieb oder auf einem Küchenhandtuch gut abtropfen lassen.
(2) Die gemahlenen Steinpilze mit dem Gemüsebrühpulver in einen Messbecher geben, mit 100 ml kochendem Wasser begießen. Gut verrühren und zur Seite stellen.
(3) Vom Lauch das Wurzelende und den unschönen oberen Teil der Blätter abschneiden. Längs halbieren und die Hälften gründlich unter fließendem Wasser waschen. In dünne Halbringe schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und grob hacken, zur Seite legen.
(4) Das Öl auf sehr hoher Hitze in einer großen, beschichteten Pfanne sehr heiß werden lassen. Die Pilze zugeben und ohne zu rühren etwa 2 Minuten braten. Dann durchrühren. Wenn viel Wasser aus den Pilze austreten sollte, es vorsichtig über einem Sieb abgießen und den Rest so lange verkochen lassen bis ihr Bratgeräusche hört und die Pilze Farbe kriegen. (Bei wenig austretendem Wasser einfach nur verkochen und Farbe annehmen lassen.) Die Pilze sollten noch ihre Form haben, aber trotzdem gar sein. Den Majoran und Porree zugeben und 2 Minuten unter Rühren und bei höherer Hitze braten. Salzen und pfeffern. Die Steinpilz-Gemüsebrühe und Butter zugeben und aufkochen lassen bis sich ein Sößchen gebildet hat.
(5) Den Schmand über der Pilzpfanne verteilen und mit der Petersilie bestreuen.

Dazu passen Semmelknödel, einfache Salzkartoffeln oder Spätzle oder auch nur frisches Brot.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 145

Türkische Snacks – Zweierlei Gözleme

Ich bin der weltschlechteste Snacker! Snacks sind nicht so meins, ich mag meinen Tag unterteilt in Hauptmahlzeiten und nicht ständig irgendwas knabbern. Nun gibt es aber doch in jeder Länderküche so Kleinigkeiten, die mal eben so zwischendurch gegessen werden und schweinelecker sind, nur eben keine Hauptmahlzeit. Wie diese Gözleme aus der Türkei.

Entdeckt hatte ich sie, als Orhan Tangcil von „Koch Dich türkisch“ sie letzte Woche in der WDR-Sendung „Daheim + Unterwegs“ für Toni Schumacher gekocht hat. Aber was sind Gözleme überhaupt? Es sind gefüllte Teigtaschen, wobei die Füllung sehr verschieden und rein nach persönlichen Vorlieben sein kann, die oft zum Nachmittagstee gereicht werden. Der Klassiker ist die Käse-Petersilien-Füllung, die wunderbar frisch schmeckt, aber man kann auch vieles anderes in die Täschchen tun. Da ich noch eine lange, japanische Aubergine da hatte, improvisierte ich eine pikante Füllung mit Rosinen, Nüsschen, Zimt, Chiliflocken (Pul Biber) und Petersilie. Türkische Snacks ohne Petersilie sind ja nun wirklich fast nicht vorstellbar, oder? Als Teig wird traditionell Yufka benutzt, den man auch aus wenigen Zutaten selbst machen kann. Aber weil die Hitze kräftemäßig ihren Tribut fordert, habe ich diesmal Strudelteigblätter aus dem Kühlregal des Supermarktes genommen. Ja, ich kenne die Unterschiede zwischen Strudel- und Yufkateig, aber mit dem Strudelteig funktionierte es auch hervorragend und war sehr knusprig lecker. Etwas skeptisch war ich ja bei der Zubereitungsweise als im Rezept stand, dass ein bisschen der Füllung in den Teig gegeben wird, Teig falten und trocken in die heiße Pfanne legen. Wie jetzt? Keine Butter oder Öl zwischen den Schichten? Das soll halten? Aber tat es! Und 1 Esslöffel der Füllung ist auch nicht zu wenig, sondern die genau richtige Menge. Die gefalteten Taschen werden bei mittelhoher Hitze von beiden Seiten goldbraun gebraten und zum Schluss mit flüssiger Butter bestrichen. Sie sind erstaunlich schnell fertig gemacht!

Und so wahnsinnig köstlich! Geiler Scheiß! Knusprig, würzig, perfekt für ein sommerliches Mittagessen oder Picknick! Probiert sie unbedingt aus! Bei mir wird es sie jetzt öfter geben!

Gözleme – Hausgemachte türkische Teigtaschen

Für insgesamt 7 Stück:

Schafskäse-Füllung:
100 g Feta
1 Frühlingszwiebel
einige Stengel glatte Petersilie

Auberginenfüllung:
1 EL Rosinen
100 g Aubergine
1 Frühlingszwiebel
1/2 Knoblauchzehe
1 handvoll Walnüsse
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Prise Zimt
Prise Pul Biber (Chiliflocken)
einige Stengel Petersilie

7 Blätter Strudelteig aus der Kühlung
2-3 EL Butter

(1) Zuerst die Schafskäsefüllung machen. Dafür den Käse in eine kleine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, die Petersilienblätter mittelfein hacken. Alles zum Käse geben und gut miteinander verrühren.
(2) Für die Auberginenfüllung, die Rosinen in kaltem Wasser einweichen. Von der Aubergine die Enden entfernen und in kleine Würfel schneiden. Von der Frühlingszwiebel das Ende entfernen und die ganze Zwiebel in feine Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe durchpressen, die Walnüsse grob hacken. Das Öl in einer Pfanne auf mittelhoher Flamme erhitzen. Die Auberginenwürfel zugeben, salzen, pfeffern und etwa 10 Minuten dünsten lassen. Öfter mal rühren. Die Frühlingszwiebel, Knoblauch, Nüsse, abgetropfte Rosinen, Zimt und Pul Biber zugeben. Alles gut verühren und weiter dünsten lassen bis die Auberginen weich sind. In eine Schüssel geben. Die Petersilie mittelfein hacken und zur Auberginenmischung geben. Gut durchrühren.

(3) Ein Strudelblatt aus der Packung nehmen und auf ein großes Brett vor sich hinlegen. 1 Esslöffel der Füllung in die Mitte geben und auf etwa 5×5 cm verteilen. Dann 1/3 des Teiges von über die Mischung klappen und 1/3 von oben darauf klappen. Die linke Seite der Tasche nach rechts über die ummantelte Füllung geben, die rechte Seite des Teiges unter die Tasche klappen, damit die Füllung auch von unten geschützt ist. So mit allen Strudelblättern verfahren bis die Füllungen aufgebraucht sind.

(4) Eine oder zwei große Pfanne auf dem Herd bei mittelhoher Flamme erhitzen. Die Butter schmelzen. Die fertig gefalteten Teigtaschen in die trockene Pfanne legen und von jeder Seite innerhalb von ca. 5 Minuten goldbraun braten. Herausnehmen und sofort mit der flüssigen Butter bestreichen.

Am Besten noch leicht warm mit einem frischen Salat zusammen servieren.

Genießen!

Quelle: nach Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 105

Gesundes für den Kater – Gemüsetaler à la Petterson & Findus

Kennt ihr den etwas mürrischen Petterson, der in Schweden auf einem kleinen Hof mit seinem sprechenden Kater Findus lebt? Bestimmt! Es sind mit meine Lieblingsfiguren in der bunten Welt der Kinderbücher. Kennengelernt hab ich sie als Zwerg (also meine kleine Schwester) die Bücher geschenkt bekam. Und ich verliebte mich in die kleinen Figürchen, die Sven Nordqvist auf jeder Seite versteckte. Und natürlich auch in den frechen Kater, der am liebsten jeden Tag Pfannkuchentorte essen würde oder Fleischklößchen. Und da war es ja nur logisch, dass irgendwann ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der beiden nach Jahreszeiten aufgeteilt herauskommen würde.

Nun bin ich in einem Alter, in dem man nicht mehr dringend Petterson & Findus-Bücher kauft (sich aber trotzdem noch gerne die Zeichentrickserie anguckt *g*) und habe auch keine Kinder. Aber Frau Kochschlampe hat Nifften, denen sie das Buch gerne als Geschenk von unserem Rügen-Urlaub mitbringen wollte. Leider war es in dem Teil der Familie schon vorhanden. Aber ich hatte es durchgeguckt und war sehr angetan, sowohl von den Rezepten als auch den kleinen, versteckten Figürchen und habe es ihr abgekauft. Und endlich bin ich mal dazu gekommen, etwas daraus zu kochen.

Es wurden die Gemüsetaler, natürlich ein Frühlingsgericht. Ich schätze, das Essen ist eher Petterson zuzuordnen als Findus, weil der Kater doch eher einen Hang zu Pfannkuchen und nicht Gemüse hat *g* Aber ich war schon lange auf der Suche nach einem Rezept für Gemüseburger mit Kartoffeln, dass dieses Rezept sich geradezu anbot. Und tatsächlich! Die Dinger schmecken zu 90% so, wie die Lieblingsvariante aus der Tiefkühltruhe, nur der Mais fehlt (nächste Mal dann *g*). Allerdings sollte man das Rezept vorher richtig lesen. Ich wunderte mich schon wie 750 g gekochte Brokkoli-und-Möhren-Würfelchen mit 300 g Kartoffeln, nur 2 Eiern und bisschen Mehl halten sollten. Aber nee, es kommt nur ein Drittel der Gemüsemischung in den Talerteig und dann passt es auch. Ich konnte zwar keine Taler mit der Hand formen, aber mit einem Esslöffel wunderbar den Teig abstechen, der sich dann auch 1a braten ließ. und der Geschmack ist wirklich großartig! Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft sicherlich, was mit dem restlichen Brokkoli und Möhren passiert. Das hat sich die Rezeptautorin raffiniert ausgedacht, der Teil wird nämlich angebraten und zu den Gemüsetalern serviert. Vielleicht ein Versuch mehr Gemüse in Kinder zu kriegen?

Jedenfalls kann ich jedem, egal ob groß oder klein, diese Gemüsetaler ans Herz legen. Probiert sie aus! Die Erwachsenen können ja noch ein wenig pikantere Gewürze wie Chiliflocken oder Curry mit in den Talerteig geben.

Gemüsetaler à la Petterson

Zutaten für 2-3 Portionen (Erwachsene):

Für den Dip:
2 EL Mayonnaise
150 g Naturjoghurt
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch

Für die Gemüsetaler:
350 g Kartoffeln
400 g Brokkoli
250 g Möhren
Salz, Pfeffer
2 Eier
2-3 EL Mehl
4 EL Öl
Muskatnuss

(1) Als erstes den Dip zubereiten, damit er Zeit zum Ziehen hat. Dafür alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Abschmecken. Abgedeckt zur Seite stellen bis alles serviert wird.
(2) Für die Taler das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und als Salzkartoffeln in ca. 15 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen. In einer größeren Schüssel zerstampfen.
(3) Von den Karotten die Enden abschneiden, schälen und ebenso wie den Brokkoli in kleine Würfel schneiden. Wasser in einem mittelgroßen Topf aufsetzen, gut salzen und zum Kochen bringen. Die Gemüsewürfel zusammen in das kochende Salzwasser geben und sobald das Wasser kocht, 5 Minuten kochen lassen. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und 2 EL Öl darin bei mittelhoher Hitze erwärmen. Ein Drittel des gekochten Gemüses zu den gestampften Kartoffeln geben. Eier und Mehl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zu einem geschmeidigen Teig mit Hilfe eines Holzlöffels verrühren.
(5) Wenn das Öl in der Pfanne heiß ist je 1 Esslöffel des Teiges hinein geben, es kommen ca. 12 Gemüsetaler raus. Die Gemüsetaler einige Minuten bei mittelhoher Hitze von jeder Seite braten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und auf Küchenkrepp lagern, um das überschüssige Öl aufzusaugen. Den Rest des Talerteiges ebenso ausbraten. Dann die restlichen zwei Drittel der Brokkoli-Möhren-Mischung in die Pfanne  geben und bei hoher Hitze anbraten. Mit ein wenig Salz und Muskatnuss würzen.

Das angebratene Gemüse zusammen mit den Talern und dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Tüllmann, A. (Rezepte), Nordqvist, S. (Bilder) (2004): Kochen mit Petterson und Findus. Verlag Friedrich Oetinger. Hamburg. p 15

Norddeutsche Spezialität – Labskaus

 

Obwohl ich in Rostock geboren und aufgewachsen bin, also eindeutig in Norddeutschland, kenne ich kaum richtig norddeutsche Gerichte. Könnte daran liegen, dass Frau Mamas Familie aus der Magdeburger Ecke und von Herrn Papas Seite bekannterweise aus Ungarn. Außerdem wurde ich im Kindergarten und ersten Jahre der Schule zu DDR-Zeiten fremdversorgt. Wobei es da auch ein paar Mecklenburger Sachen gab, wie meine geliebte Grützwurst. Bei selbstgekochten Sachen fast keine Chance echte norddeutsche Küche zu erleben. Also muss ich selbst ran: recherchieren und ausprobieren.

Ein Klassiker ist ja Labskaus. Viele gruseln sich davor, weil der Hauptbestandteil des Gericht leider wirklich eher wie schonmal gegessen Pamps aussieht. Aber wenn man sich davon nicht abschrecken lässt, wird man überrascht. Es ist ein Kartoffelbrei, der mit feinst zerkleinerter Roter Bete und Corned Beef vermischt wird und dazu gibt es Spiegelei und etwas vom Hering wie Rollmops. Es soll ein typisches Gericht der Seefahrer früher gewesen sein, als es noch keine so effizienten Kühlmöglichkeiten wie heutzutage gab. Kartoffeln und Rote Bete sind gut lagerfähig und Corned Beef ist auch sehr haltbar gemachtes Rindfleisch, so dass es die letzten Sachen waren, die auf Reisen übrig waren und zusammen geschmissen wurden. Die Gelehrten sind sich nicht einig, wie authentisch der Fisch als Beilage war, weil einige der Meinung sind, dass die Seemänner eh schon andauernd Fisch aßen und dementsprechend wahrscheinlich keine Lust auf Rollmops und Konsorten hatten.

Unsere norddeutsch-ungarische Familie mag das Gericht aber sehr gerne – cremig würziger Kartoffelbrei, der eine nette süße Note durch die Rote Bete und Gewürzgurken enthält. Und irgendwie bringen das Spiegelei und der Rollmops mit seiner Säure das ganze Essen zur Perfektion! Es gibt verschiedene Zubereitungsweisen, aber diese sehr einfache, unkomplizierte passt für uns.

Auch die nicht norddeutschen Leser, probiert es ruhig aus und lasst Euch nicht vom Aussehen des Gerichts abschrecken. Echtes Comfort Food sieht doch nie ansprechend aus, oder? ;-)

Hamburger Labskaus

Zutaten für 4 Portionen:
750 g Kartoffeln
500 g geschälte, gegarte Rote Bete
250 g Corned Beef
3-4 Gewürzgurken
4-6 EL Gewürzgurkenflüssigkeit
Salz, Pfeffer
4 Eier
Schluck Öl
4 Rollmöpse

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. In einem Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und so langen kochen, bis sie gar sind.
(2) Währenddessen die Rote Bete kleiner schneiden und zusammen mit dem grob geschnittenen Corned Beef und Gewürzgurken in einem Mixer fein zerkleinern. Das Ganze mit der Gewürzgurkenflüssigkeit auflockern und mit Salz und Pfeffer würzen.
(3) Die Kartoffeln abgießen und grob stampfen. Die Rote Bete-Corned Beef-Mischung dazu geben, gut durchrühren und auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen.
(4) Während das geschieht das Öl in einer großen Pfanne bei mittelhoher Hitze warm werden lassen. Die vier Eier hinein geben und bei mittlerer Hitze zu Spiegeleiern braten.

Zum Servieren den Kartoffel-Rote Bete-Brei auf den Tellern verteilen, das Rührei und einen Rollmops dazu geben.

Genießen!

Quelle: nach Für jeden Tag 03/2008 – Hamburger Labskaus

Der Rest des Tages bei den Eltern war auch sehr entspannt. Irgendwie bekamen wir den Hut, den Frau Mama zu ihrer Hochzeit trug in die Hände. Immer noch sehr hübsch, aber mir leider zu klein *g* Frau Mama war 1978 übrigens Trendsetter mit ihrem Hut im ungarischen Heimatdorf, danach kamen noch etliche Bräute, die auf einmal Hut auf dem Kopf hatte :-D

Für den Abend hatte ich mir Fondue gewünscht, da wir es weder zu Weihnachten noch Silvester gemacht hatten. Es war wieder wunderbar entspannt und köstlich!

Als gesunde Beilage hatte ich einen Salat aus ofengeröstetem Gemüse gemacht (auf 1 Uhr), den ich dringend nochmal basteln und verbloggen muss, weil er wirklich so köstlich war!

Ach, ich liebe es bei der Familie zu sein!

Zum Bekehren gut – Brokkolifrikadellen mit Cacik

 

Es gibt wenig Gemüse, das ich nicht mag. Frau Mama hingegen ist überhaupt kein Fan von Blumenkohl oder Brokkoli. Ich verstehe gar nicht wieso, die sind lecker und gesund. Blumenkohl könnte ich in jeder Variante jederzeit essen! Tolles Zeug! Und vielleicht wäre diese Variante als Frikadelle ein Versuch wert, um Brokkoliverweigerer zu bekehren?

Gesehen hatte ich das Rezept schon, als es eine gute Bekannte bei Facebook postete und dann vor wenigen Wochen nochmal. Ha! Jetzt werden die gemacht! Ich habe den Radieschen-Dip weggelassen und dafür die türkische Variante des Tzazikis nach dem Buch „Türkei vegetarisch“ gebastelt. Die Frikadellen sind einfach gemacht, aber der Teig war ein wenig weich, so dass ich ihn lieber mit Esslöffeln in die Pfanne gegeben und nicht Frikadellen vorgeformt habe.

Und geschmacklich sind die wirklich weit vorne! Mit etwas Salat, Dip und frischem Brot eine Köstlichkeit. Sie können auch noch sehr gut am nächsten Tag im Büro gegessen werden. Probiert es ruhig aus, auch wenn ihr Brokkoli etwas skeptisch gegenüber steht ;-)

Brokkolifrikadellen

Zutaten für ca. 12 Stück:
500 g Brokkoli
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer
2 Eier
100 g Mehl
60 g gemahlene Nüsse (Mandeln oder Haselnüsse)
3 EL Olivenöl

(1) Den Brokkoli in kleinere Röschen teilen. In kochendem Salzwasser in 5-8 Minuten weich garen. Abgießen und gut abtropfen lassen. In eine Schüssel geben und mit einem Kartoffelstampfer  zerstampfen.
(2) Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Zusammen mit den Eiern, Mehl und Nüssen zum Brokkoli geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und zu einem homogenen Teig vermengen.
(3) In einer großen Pfanne erstmal 1,5 EL Öl erhitzen. Mit Hilfe von Esslöffeln 6 Frikadellen in die Pfanne setzen und von jeder Seite in ca. 3-5 Minuten bei mittelhoher Hitze goldbraun braten. Herausnehmen. Das übrige Öl erhitzen und mit dem restlichen Teig genau so verfahren.

Zusammen mit Gurken-Joghurt oder anderem Dip nach Wahl plus Salat servieren.

Genießen!

Quelle: nach „Lecker“ – Gemüsefrikadellen mit Radieschensalsa

Und weil man nicht genug Rezepte für Joghurt-Dips haben kann, hier noch das für eine türkische Variante:

Cacik – Türkischer Gurken-Joghurt

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 Salatgurke
1-2 Knoblauchzehen
1 Spritzer Zitronensaft
250 g Joghurt (gerne 10%iger, geht auch 3,5%iger)
Salz, Pfeffer
1/2 TL getrocknete Minze
3 TL gehackter Dill

(1) Die Salatgurke schälen, längs vierteln und die Kerne herausschneiden. Die Viertel in feine Würfelchen schneiden (nicht raspeln, das verletzt mehr Zellwände und es tritt umso mehr Wasser aus) und mit etwas Salz vermischt, in einem Sieb ca. 30 Minuten abtropfen lassen. Dann die Gurkenstückchen gut ausdrücken.
(2) Die Knoblauchzehe pressen mit dem Joghurt, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Minze und Dill verrühren. Die ausgedrückten Gurkenstückchen zugeben und gut verrühren.
(3) Im Kühlschrank lagern bis der Cacik gegessen wird.

Genießen!

Quelle: nach Tancgil, O., Tancgil, O., Seiser, K. (Hrg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 18

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