Archiv der Kategorie: Abendbrot

Erinnerungen an Strasbourg – Flammkuchen mit Tomme und Champignons

Wofür ist das Elsass unter anderem kulinarisch berühmt? Richtig Flammkuchen! Und was aßen wir unter anderem bei unserem Strasbourg-Besuch? Richtig: Flammkuchen! Ich bestellte einen klassischen, Susi entschied sich für die vegetarische Variante mit Champignons und Tomme-Käse. Ich war ein bisschen skeptisch, aber dann beim Kosten doch sehr angetan von der Kombination. Tomme ist meist ein runder Weichkäse, den ich gar nicht so weich finde, der in Frankreich, der Schweiz und Italien hergestellt wird. Dabei kann Kuh-, Schafs- Ziegenmilch benutzt werden. Während ich ihn hier nur bei speziellen Angebotswochen im Supermarkt finde (oder im für mich unpraktisch entfernten Käseladen in der Innenstadt), habe ich in Strasbourg gleich mehrere Varianten im mittelgroßen Supermarkt in der Innenstadt gefunden. Überhaupt der Supermarkt! Was für eine Auswahl an Käse, frischem Gemüse (Löwenzahn, diverse Tomatensorten, Artischocken etc.), Fleisch oder Fisch, sogar frische Austern hätte man kaufen können. Ein Träumchen! Ich möchte hier in Deutschland bitte auch eine solche Auswahl haben!

Zurück zum Flammkuchen. Die Variante in der Binchstub war sehr köstlich mit dem sehr aromatischen Käse und den erdigen Champignons, so dass ich ihn mit meinem mitgebrachten Käse sehr gerne nachbasteln wollte. Zum Glück habe ich ja schon seit knapp 10 Jahren ein sehr einfaches und mehrfach erprobtes Rezept für den Flammkuchen-Teig im Blog. Das kramte ich wieder hervor und benutzte einfach Dinkelvollkornmehl anstatt des hellen Dinkelmehls. Funktioniert 1a. Ich brachte nur noch den Porree als dritte Belagzutat mit rein, weil noch eine einsame Stange aus der Biokiste im Kühlschrank wartete. Und sie passte sehr schön! Der Flammkuchen ist wirklich schnell zubereitet – so lange der Ofen vorheizt, ist der Teig zusammen geknetet und die Zutaten für den Belag geschnippelt. Im heißen Ofen benötigt das ganze dann nur noch maximal 10 Minuten und – Tadaa! – köstlichster Flammkuchen! Ich sollte den Flammkuchen-Friday mal wieder einführen. Wer möchte mitmachen? :-)

Flammkuchen mit Tomme-Käse und Champignons

Zutaten für 2 Flammkuchen:

Für den Teig:
100 g Weizenmehl
100 g Dinkelvollkornmehl
gute Prise Salz
3 EL Rapsöl
125 ml Wasser

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig kann sofort weiter verarbeitet werden oder in Folie eingeschlagen bis zu einer Woche im Kühlschrank bleiben.

Für den Belag:
4 geh. EL Schmand
Salz, Pfeffer
1/2 kleine Stange Porree
4-5 Champignons
ca. 100 g Tomme-Käse in Scheiben
gehackte Petersilie

(1) Den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech dabei im Ofen mit erhitzen.
(2) Vom Porree das Wurzelende abschneiden, die äußere Schicht entfernen und dann in sehr dünne Ringe schneiden. Die Pilze putzen und ebenfalls in richtig dünne Scheiben schneiden.
(3) Für 1 Flammkuchen die Hälfte vom Teig wirklich dünn auf einem Bogen Backpapier ausrollen. Dann mit 2 EL Schmand bestreichen, salzen und pfeffern. Erst die Hälfte vom Porree auf dem Teig verteilen, dann mit Käse belegen und zum Schluss die halbe Champignonmenge gleichmäßig drauf verteilen.
(4) Den Flammkuchen vorsichtig auf das sehr heiße Backblech ziehen und auf mittlerer Schiene des Ofens 7-10 Minuten backen bis der Rand braun und der Käse zerlaufen ist. Die Zeit hängt davon ab, wie heiß Euer Ofen wird und wie dünn ihr den Teig ausgerollt habt. Wenn er fertig ist, mit der Petersilie bestreuen.

Genießen!

Frühlingshafter Orient – Grüner Erbsen-Hummus

Ich muss gestehen, ich mag Dips sehr, aber bin kein großer Fan von Hummus. Ja, er ist gesund und schon seit Jahren voll der heiße Scheiß, aber irgendwie komme ich an die klassische Variante nicht ran. Meistens schmeckt es mir zu dumpf, zu erdig ohne frischen Kontrast. Oder ich habe bisher immer die falschen probiert…

Im wirklich schönen Buch „Veggiestan“ von Sally Butcher fiel mir eine Version mit grünen Erbsen auf. Hey, Erbsen magst Du ja. Also eigentlich liebeliebeliebe ich sie und könnte sie jeden Tag essen. Vielleicht machen die mir als Grundzutat ja einen Hummus schmackhaft. Nun musste ich noch Tahin, also die Sesampaste besorgen. Da akut kein türkischer Supermarkt in fußläufiger Entfernung war, versuchte ich es im Supermarkt nebenan. Da ich wenig Lust auf Suchen hatte (er wurde vor kurzem umgebaut) frug ich einen jungen Mitarbeiter. Es folgten große Augen, mehrmaliges Nachfragen, was ich denn bitte suche? Na, Tahin, so orientalische Sesampaste… Er führte mich zum Regal mit den Bio-Lebensmitteln, weil – Originalzitat – „Die komischen Sachen sind immer beim Biozeug zu finden.“ :-D Und war es dann tatsächlich auch *gg* (Für was kann ich Tahin eigentlich noch benutzen? Wäre ja schade, wenn das gute Biozeug ranzig würde…)

Mit vollständigen Zutaten (das meiste ist ja eh im Vorratsschrank) ging es nach Hause und schnell wurde der Hummus für einen bunten Snack-Teller zum Eurovision Song Contest gebastelt. Die Zubereitung benötigt wirklich kaum Zeit und diese Version schmeckt tatsächlich frischer als die klassische mit Kichererbsen. Ein wirklich köstlicher und farbenfroher Dip zu Rohkost. Allerdings würde ich ihn innerhalb von maximal 2 Tagen verbrauchen, weil der Geschmack im Kühlschrank nicht unbedingt besser wird. Also lieber für einen netten gemütlichen Abend mit Freunden zubereiten, wenn er auch verbraucht werden kann. Aber probiert den Dip wirklich mal aus :-)

Grüner Erbsen-Hummus

Zutaten für 3-4 Portionen:
250 g tiefgekühlte Erbsen
1 EL Tahin
Saft und Schale von 1/2-1 Zitrone
1 EL Olivenöl
1 größere Knoblauchzehe
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
einige Stengel Petersilie
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
etwas Olivenöl
eine Prise Cayennepfeffer

(1) Die Erbsen in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen und in etwa 5 Minuten garen bis sie weich sind. Abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen.
(2) Die Schale einer halben Zitrone fein abreiben, Knoblauch häuten und würfeln, Petersilie waschen, trocknen und grob hacken.
(3) Erbsen, Tahin, Zitronensaft und -schale, Olivenöl, Knoblauch, Kreuzkümmel und Petersilie in einen Mixer geben und kurz pürieren. Wahrscheinlich ist die Masse noch zu fest, also so ca. 1 EL Wasser dazu geben und etwas weiter pürieren bis es den gewünschten Feinheitsgrad erreicht hat. Mit Salz und Pfeffer würzen, in eine Schüssel füllen. Mit Olivenöl und Cayennepfeffer vollenden und servieren.

Genießen!

Quelle: Butcher, S. (2012): Veggiestan. Der Zauber der orientalischen Küche. Christian Verlag. p 123

Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

Ersoffene Wurst – Utopenci

Ist die geneigte Leserschaft auch so ein Abendbrot-Fan wie ich? Das hat sich bei mir erst entwickelt, seit sich mein Immunsystem gegen mich verschworen hat. Irgendwie brauche ich nicht mehr so oft warmes Essen, morgens Müsli und abends das klassisch deutsche Abendbrot bekommen mir gut. Aber manchmal ist es sehr praktisch, wenn was im Kühlschrank, dass nur so pur auf eine Scheibe Brot gelegt werden kann, ohne extra zu schmieren.

Zu einer solchen Variante gehört das tschechische „Utopenci“, zu deutsch „Ersoffene“. Damit ist dünn aufgeschnittene Wurst gemeint, die abwechselnd mit Zwiebeln in ein Glas geschichtet und mit einem würzigen, süß-sauren Essigsud übergossen wird. Man hat also einen Wurstsalat auf Vorrat im Kühlschrank, der sich auch ein bisschen hält und kann sich bei Gelüsten einfach aus dem Glas bedienen. Sehr praktisch, wie ich finde!

Die Vorbereitungen sind schnell gemacht, nur dürfen die Wurst- und Zwiebelscheiben nicht zu dick sein. Die Zwiebel hab ich schnell über den Hobel gezogen, die Wurst in ca. Halbzentimeter dicke Scheiben. Dabei ist die Sorte der Wurst Euren Vorlieben überlassen. Ich hatte eine rumänische Fleischwurst, wie ich sie auch aus Ungarn kenne (Pariser Wurst), die hier als Lyoner durchgehen würde. Ich weiß aber auch, dass Bockwurst benutzt werden kann oder Bierschinken oder Bockwürste oder alles mischen :-) Das einzig negative ist die Warte von mindestens 4 Tagen, die das Utopenci erstmal im Kühlschrank rumlungern muss, damit sich die Aromen hübsch verbinden.

Ihr seht, vollkommen komplikationslos und so köstlich! Wirklich einen Versuch wert für Abendbrotliebhaber!

Utopenci – Ersoffene Wurst

Zutaten für 1 Glas 750 ml:

Für den Sud:
400 ml Wasser
4-6 EL Weißweinessig
1 TL Salz
1,5 TL Zucker
4 kleinere Lorbeerblätter
5-10 Pimentkörner
10 Pfefferkörner
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber) (optional)

500 g Wurst (z.b: Fleischwurst, Bockwurst, Bierschinken etc.)
1-2 größere Zwiebeln

(1) Die Zutaten für den Sud in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen. Der Sud sollte wie intensiv gewürzter Gewürzgurkensud schmecken.
(2) Die Wurst in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und in dünne Scheiben schneiden (oder hobeln. Aber auf die Finger achten!). Abwechselnd in das saubere Glas schichten. Mit dem warmen Sud übergießen. Abkühlen lassen.
(3) Im Kühlschrank 4-7 Tage ziehen lassen.

Zu frischem Brot servieren. Hält sich wohl so drei Wochen im Kühlschrank.

Genießen!

Quelle: Holla, die Kochfee!Utopenci

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