Archiv der Kategorie: Arbeitnehmergerichte

Veggie Stirfry mit selbstgemachter Teriyaki Sauce – Garantiert unauthentisch aber lecker

Ich habe mal meinen Foto-Ordner durchgeguckt und mit Erschrecken festgestellt, dass ich gar nicht mehr so viel bloggenswerte Rezepte auf Halde habe. Schande über mich! Nur noch welche, die ich nochmal kochen möchte (auch weil ich mit dem Rezept noch nicht so zufrieden war oder das Bild nicht so hübsch ist) oder die eindeutig nicht in diese Jahreszeit passen. Also müssen ein paar neue Gerichte fabriziert werden und nicht immer dieselben Lieblingsessen gekocht. Wozu bin ich denn sonst immer noch irgendwie Bloggerin.

Davon berichtete ich zusammen mit meinen Essensplänen für das Wochenende auch Frau Kochschlampe. Für Sonnabend war eben gewoktes Gemüse aus einem Großteil des Biokisten-Gemüses. Ich hielt es nicht für weiter bloggenswert, Frau Kochschlampe meinte „Warte mal ab.“. Und Recht hatte sie! Als Würzung bastelte ich noch eine hausgemachte Teriyaki Sauce zusammen, die so simpel ist von der Rezeptur, es ist fast peinlich. Aber im Zusammenspiel mit den ganzen Gemüsen und dem chinesischen Fünfgewürzepulver ist eine wirklich feine Sache bei rumgekommen. Ihr müsst Euch natürlich nicht sklavisch an meine Gemüsemengen halten und könnt ergänzen bzw. weglassen je nachdem was Euer Kühlschrank so hergibt. Das ist ja das herrliche am garantiert-unauthentischen-Kochen: wir können es ändern, wie es uns schmeckt. Ihr mögt keinen Pak Choi? Ersetzt ihn mit Blattspinat oder Mangold. Porree durch Frühlingszwiebeln austauschen, ein paar schickere Pilze als Champignons benutzen oder noch Knoblauch dazu? Ihr mögt das Gemüse eher knackiger? Einfach nicht so lange braten oder länger, wenn ihr es weicher bevorzugt. So ein Gericht ist perfekt, um komische Gemüsereste loszuwerden. Auch bei den Beilagen seid ihr flexibel: Reis dazu kochen, schon gekochten Reis vom Vortag vorher anbraten und alles mischen oder ein paar chinesische Nudeln unterrühren. Wer mag kann noch Tofu mitbraten oder Ei. Es ist so vielfältig! Wunderbar!

Veggie Stirfry mit Teriyaki-Sauce

Zutaten für 2 ordentliche Portionen:
2-3 Möhren
1 rote Paprikaschote
150 g Champignons
1 großer Pak Choi
1 Stange Porree
1 daumengroßes Stück Ingwer
3 EL Sesamkörner
1-2 EL Öl
2 TL Fünfgewürze-Pulver
4-5 EL Teriyaki-Sauce (siehe unten)

(1) Das ganze Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen. Dann je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Stücke längs in dünne Scheiben schneiden und diese in dünne Streifen. Die Paprika waschen, entkernen und längs ebenfalls in dünne Streifen schneiden. Diese halbieren. Von den Champignonsstielen das Ende abschneiden, putzen und danach in Scheiben schneiden. Vom Pak Choi das Ende abschneiden und in einzelne Blätter trennen. Diese waschen und trocknen. Den Stiel ca. 2 cm breit schneiden, die Blätter dritteln oder vierteln. Die Porreestange putzen und in ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Den Ingwer schälen und sehr fein würfeln.
(2) Eine große Pfanne oder Wok auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Sesamkörner ohne Öl darin unter gelegentlichem Rühren rösten bis sie braun sind und duften. Sofort in ein kleines Schüsselchen umfüllen.
(3) Das Öl in der Pfanne richtig heiß werden lassen. Möhren und Ingwer zufügen und unter Rühren ca. 3 Minuten anbraten. Paprika und Pak Choi-Stengel zufügen und 2 Minuten mitbraten. Porreescheiben und Pilze zugeben. Mit dem Fünfgewürze-Pulver bestäuben und unter Rühren weiter braten. Mit der Teriyaki-Sauce ablöschen. Die Pak Choi-Blätter unterrühren und so lange garen bis die Blätter zusammen gefallen sind und das Gemüse gar ist, aber noch Biss hat.

Mit Reis servieren. Wer mag, kann sich gerne noch ein Spiegelei dazu braten.

Genießen!

Teriyaki-Sauce

Zutaten für ca. 150 ml:
6 El Sojasauce
6 EL Mirin
6 EL Sake
3 TL Zucker

Alle Zutaten gut verrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann je nach Rezept verwenden, z.B. für Hähnchen oder Lachs oder einfach über gebratenes Gemüse und einreduzieren lassen.

Quelle: nach Just One CookbookTeriyaki Sauce

Die restliche Sauce steht im Kühlschrank und harrt ihrer Verwendung. Von den Ergebnissen werde ich dann an dieser Stelle wieder berichten.

Fleischreis mal anders oder Türkisches Moussaka ohne Schichten

Wenn ihr an Moussaka denkt, was kommt Euch als erstes in den Sinn? Ein Auflauf? Mit Kartoffeln, Auberginen und würziger Hacksauce? Dazwischen eine cremige Sauce und mit Käse überbacken? Richtig, das ist die griechische Variante. Und reichlich zeitaufwendig, wenn wir ehrlich sind. Auf meiner mittlerweile liebsten ungarischen Rezepteseite „Street Kitchen“ suchte ich nach Rezepten für die einsame Biokisten-Aubergine in meinem Kühlschrank.

Offtopic: Halten Auberginen länger im Kühlschrank oder sind sie, wie Tomaten, besser bei Raumtemperatur aufgehoben? *grübel* Weiß da jemand genaueres oder hat praktische Erfahrungen gemacht?

Angezeigt wurde mir bei „Street Kitchen“ ein Rezept für Türkisches Moussaka, was sich nach Lesen des Rezeptes als Hackfleischsauce mit Auberginen herausstellte. Ich war skeptisch, ob es wirklich so hieß, aber nach ein bisschen Recherche bestätigten mir einige Quellen, dass diese Variante wirklich türkisches Moussaka ist und eben ganz ohne zusätzliche Béchamel und Auflaufschichten auskam. Hey, so einfach lieben wir das doch! Ein Extraschritt ist noch dabei, nämlich das Backen der Auberginenwürfel im Ofen, aber wer möchte kann das auch schon einige Zeit vorher machen, die fertig gegarten Auberginen dann im Kühlschrank aufbewahren und eben beim Kochen einfach zur Sauce geben.

Und die Sauce schmeckt wirklich wunderbar. Angenehm würzig-tomatig mit cremigen Auberginenwürfeln. Dazu passt frisches Weißbrot, wie türkische Pide oder eben Reis, was es unserem Familienklassiker Fleischreis nicht unähnlich macht. Probiert es aus, es ist ein perfektes Samstagsessen und man kann die Sauce auch für eine klassische Moussaka in Auflaufform verwenden. Es lohnt sich!

Türkisches Moussaka

Zutaten für 4 Personen:
1 große Aubergine
1+1 EL Olivenöl
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
500 g Rinderhack
Salz, Pfeffer
2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Cayennepfeffer
2 TL Tomatenmark
1 Dose gehackte Tomaten (400 g)
250 g passierte Tomaten
200 ml Wasser

1 Bund glatte Petersilie

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Die Aubergine in mittelgroße Würfel schneiden und mit 1 EL Olivenöl mischen. In einer Schicht auf das Blech geben und ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(3) Das restliche Olivenöl in einem größeren Topf erhitzen und das Rinderhack in 4-5 Minuten bei hoher Hitze anbraten. Salzen, pfeffern und die restlichen Gewürze dazu geben. Das Tomatenmark in den Topf geben und mit anbraten. Nach 2 Minuten die Zwiebel- und Knoblauchwürfel zugeben und so lange bei mittlerer Hitze braten bis die Zwiebeln beginnen zusammen zu fallen.
(4) Die Tomaten aus der Dose, passierte Tomate und Wasser zufügen. Nochmals ein bisschen Salzen und Pfeffern. Wenn die Sauce aufkochte, die vorgebackenen Auberginen zufügen. Deckel drauf und bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten schmoren lassen.
(5) Die Petersilie grob hacken. Die Sauce abschmecken, mit der Petersilie bestreuen und servieren.

Dazu passt frisches Weißbrot, Bulgur oder Reis.

Genießen!

Quelle: Street Kitchen – Török muszaka

Ungarische Alltagsküche aus dem Vorratsschrank – Pásztortarhonya

Es gibt doch in jeder Nation so Gerichte, die man notfalls aus dem zusammen basteln kann, was so im Vorratsschrank ist. Diese Hirtengraupen scheinen eine ungarische Variante dessen zu sein. Aber das, was ich hier mit “Graupen“ übersetze, ist nicht das, was wir in Deutschland unter Graupen verstehen, sondern kleine Nüdelchens. Klassischerweise wird dafür ein sehr fester Nudelteig hergestellt, der dann über eine grobe Reibe gezogen, eben zu Tarhonya (gesprochen: Tarhonja) verarbeitet wird. Die Handarbeit macht sich in Ungarn heutzutage aber kaum noch jemand, sondern kauft sie im nächsten Supermarkt (Wer die hier in Deutschland mal kosten will, sucht sie bei Amazon und nimmt die der Firma „Gyermelyi“.). Ich mag sie mittlerweile sehr gerne und bringe sie von jedem Ungarnurlaub mit,obwohl sie in meiner Familie keine große Tradition haben. Wenn ich so überlege, habe ich sie noch nie von meinen Tanten gekocht gegessen…
Dieses Rezept sah ich in einem ungarischen Kochbuch (wo sonst 😉), dass, behaupte ich mal, eher für jüngere Leute geschrieben wurde, die vielleicht Sehnsucht nach Omas klassischer Küche haben.
Es ist ein recht einfaches Rezept, dass mit wenig Zutaten auskommt, die aber wunderbar miteinander harmonieren und ein schön herzhaftes Gericht ergeben. Und zwar so lecker, dass ich es schon mehrfach wiederholt habe. Auch die Eltern fanden es sehr köstlich :-)

Pásztortarhonya – Ungarische Hirtengraupen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g Tarhonya
70 g geräucherter Speck
3 EL neutrales Öl
1 mittlere Zwiebel
1 gehäufter EL Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
2 gehäufte TL Paprikapulver
800 ml heiße Brühe (oder Wasser), evtl. etwas mehr
Salz, Pfeffer
400 g Kartoffeln
100 g Kolbász

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Den Speck würfeln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1-1,5 cm große Würfel schneiden. Die Kolbász in dünne Scheiben schneiden.
(2) 2 EL Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Tarhonya darin bei hoher Hitze braun braten. Herausnehmen.
(3) Die Hitze kleiner stellen und in dem Topf das restliche Öl mit dem Speck zusammen geben. Beginnen, den Speck bei mittel-kleiner Hitze auszulassen und dabei anzubraten. DIe Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten lassen. Das Tomatenmark zufügen und unter Rühren mit anbraten. Dann den Topf vom Herd nehmen, die Knoblauchzehen durch eine Presse gedrückt, und das Paprikapulver zufügen. Gut verrühren und sofort danach mit der heißen Brühe oder Wasser auffüllen. Mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. Die angebratenen Tarhonya wieder in den Topf geben mit abgedeckt bei mittlerer Hitze 8 Minuten kochen lassen.
(4) Nach der Zeit die Kartoffeln und Wurstscheiben zugeben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 25 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dabei öfters umrühren, weil das Essen gerne am Topfboden ansetzt.

Nochmal kosten, ob Salz fehlt und mit einem sauer eingelegten Gemüse oder Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magysr receptem. Lunchbox Kiadó. p48

Kulinarische Weltreise – Kroatien: Blitva

Die kulinarische Weltreise begibt sich auf die nächste europäische Station: Kroatien. War ich widerum noch nie, obwohl es ja ganz nah an Ungarn dran ist. Aber dafür ist die ungarische Verwandtschaft regelmäßig dort, weil es das nächste Meer von dort aus ist und für ungarische Verhältnisse auch nicht ganz so teuer, wie andere Küstenländer. Leider hab ich mich nie genauer über ihre kulinarischen Erfahrungen ausgetauscht… Aber wenn ich an kroatische Küche denke, habe ich eher ein Bild der jugoslawischen Küche vor mir mit großen Einflüssen aus der osmanischen und österreichischen Küche. Ich habe sofort den Geschmack von Cevapcici und Duvec-Reis auf der Zunge, auch den von Ajvar und Fisch aufgrund ihrer langen, wirklich hübschen Küstenlinie. Aber das ist wahrscheinlich Restaurantküche für Gäste, nichts was die Kroaten oft in ihrem Alltag kochen. Da muss es, wie wahrscheinlich bei allen, schnell und einfach gehen.

Weil in der Biogemüsekiste Mangold angekündigt war, suchte ich nach Rezepten mit eben dem. Und wurde fündig in der dalmatinischen Küche. Dalmatien ist ein historischer Landstrich, der sich über Kroatien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien und den Kosovo erstreckte. Heute wird der Begriff, der schon seit dem 1. Jahrhundert existiert, nur noch in Kroatien und einen kleinen Teil Montenegros verwand. Dort scheinen die Leute traditionell ein Mangold-Kartoffel-Gemüse zu gegrilltem Fisch, der an der zerklüfteten Küste hoffentlich noch reichlich zu finden ist, zu essen.

Und dieses Gericht war eine Offenbarung für mich. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass diese wirklich wenigen und alltäglichen Zutaten so wohlschmeckend werden. Die Zubereitung ist denkbar einfach und schnell, innerhalb von maximal 45 Minuten steht Euer Essen auf dem Tisch. Also wenn der Mangold im Garten sich anschickt die Macht zu übernehmen, schickt ihn mit diesem Rezept auf Euren Teller!

Blogger Aktion

Blitva – Mangold-Kartoffelgemüse aus Dalmatien

Zutaten für 2 Portionen:
300 g Kartoffeln
Salz
500 g Mangold
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
Pfeffer

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden und in Salzwasser gar kochen. Abgießen.
(2) Währenddessen den Mangold waschen und grob schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(3) In einem größeren Topf ein EL des Olivenöls bei mittlere Hitze erhitzen. Die Zwiebelwürfel glasig dünstig, aber nicht braun werden lassen. Den Mangold zufügen und zusammen fallen lassen, dabei etwas salzen. Den Deckel auflegen und den Mangold etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen bis die Stiele weich und süßlich sind.
(4) Die Kartoffeln und den gehackten Knoblauch hinzufügen. Die Kartoffeln etwas im Topf zerdrücken und alles gut miteinander verrühren. Das restliche Olivenöl hinüber gießen und mit Pfeffer würzen. Fehlt noch Salz?

Zu gegrilltem Fisch oder Grillkäse servieren.

Genießen!

Quelle: Blitva – dalmatinischer Mangold

Jetzt bin ich noch gespannt, was die an deren Teilnehmer der Weltreise so gezaubert und erlebt haben, hier findet ihr die Zusammenfassung. (wird nachgereicht, sobald die Zusammenfassung online ist)

Die kulinarische Weltreise: Italien – Pasta mit Mangold und Speck

 

Seid ihr reiselustig? Entdeckt ihr gerne neue Länder und Kulturen? Ich bin da so ein bisschen zwiegespalten. Einerseits sehe ich mir wirklich gerne Neues an, erkunde Landschaften, koste andere Aromen, andererseits kann ich mich dort am besten entspannen, wo ich alles in- und auswendig kenne, meine Beine den Weg alleine finden, ohne dass der Kopf sich anstrengen muss. Außerdem erschwert mir die MS das Reisen aus unterschiedlichsten Gründen doch ein bisschen …

Nichtsdestotrotz, wenn ich in bestimmte Ecken der Welt schon nicht so leicht physisch kommen kann, hole ich mir die Welt eben kulinarisch nach Hause. Und da bin ich nicht die einzige, die das gerne macht. Volker von „Volker mampft“ ruft deswegen zur „kulinarischen Weltreise“ auf!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise von @volkermampft

Und da bin ich gerne dabei! Jeden Monat ein neues Land, eine neue Herausforderung! Für diesen Monat fängt es leicht an mit Bella Italia. Und zu Italien haben wir doch alle irgendeine Verbindung, selbst wenn wir noch nicht da waren, oder? Sei es Pizza, Pasta, Wein, Kunst, Geschichte – Italien hatte und hat so viel Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens. Und auch wenn ich erst einmal dort war (Du liebe Güte, auch schon fast 20 Jahre her) liebe ich dieses Land einfach!

Aber was koche ich jetzt für den Event? Wenn möglich etwas, dass auch einen Teil des Gemüses meiner Biokiste verbraucht. Eigentlich wollte ich gerne etwas aufwendigeres wie selbstgemachte Ravioli basteln, aber dann kam das Leben und zwei Mangoldstauden dazwischen. Nach ein bisschen Recherche im Netz stieß ich auf ein italienisches Rezept, in dem Mangold mit Speck kombiniert wird. Das war mir neu, klassischerweise wird Mangold bei mir gerne mit Feta kombiniert. Und es gab keine wirklich saucige Komponente im Rezept, wie Sahne oder passierte Tomaten. Die deutsche Saucenliebhaberin in mir war skeptisch ;-) Aber hey, probieren wir es aus. Der Mangold wird zuerst in Salzwasser gekocht und roch das gut. Ich wusste gar nicht, dass kochender Mangold so wunderbar duftet! Die eigentliche Sauce ist so schnell geköchelt, wie die Pasta braucht. Ihr seht, ein perfektes Feierabendgericht. In 30-40 Minuten steht Euer Essen fix und fertig auf dem Tisch :-)

Und der Geschmack ist wirklich wunderbar! Herzhaft, angenehm Speck-rauchig mit dem zarten Mangold und doch noch etwas Biss durch die Möhrenwürfel. Die Tomaten bringen eine schöne, unaufdringliche Fruchtigkeit mit rein. Auch war es nicht zu trocken, wie von mir befürchtet, es hatte genau die richtige Konsistenz. Ich war wirklich positiv überrascht und wird ins Repertoire aufgenommen!

Pasta mit Mangold und Speck

Zutaten für 2 Portionen:
180 g Pasta (z.B. Fussili)
250 g Mangold
50 g Speck/Pancetta
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
1 mittlere Tomate
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
Parmesan, frisch gerieben

(1) Salzwasser in einem größeren Topf zum Kochen bringen. Währenddessen den Mangold vorbereiten. Die Stiele in dünne, die Blätter in breitere Streifen schneiden. In einem Sieb unter laufendem Wasser waschen. In den Topf mit dem kochenden Salzwasser geben und etwa 5 Minuten köcheln lassen. In ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.
(2) Währenddessen die anderen Zutaten schneiden. Den Speck in kleine Würfel. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Karotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten waschen, abtrocknen, halbieren. Die grünen Strünke aus den Hälften schneiden und das Fruchtfleisch mittelfein würfeln.
(3) Das Wasser für die Nudeln aufsetzen und die Nudeln nach Packungsanweisung bissfest garen.
(4) Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Den Speck und Zwiebel darin anbraten bis die Zwiebeln etwas goldig sind. Tomaten- und Karottenwürfel zugeben, etwas salzen und pfeffern. Einige Minuten köcheln lassen bis die Tomaten zerfallen und die Möhren gar, aber noch bissfest sind.
(5) Den abgetropften Mangold untermischen und etwa 10 Minuten bei kleiner HItze in der Sauce ziehen lassen. Nochmal kosten, ob Salz und Pfeffer fehlen.
(6) Vor dem Abgießen der Nudeln etwas vom Kochwasser mit einer Tasse abschöpfen. Die Pasta in ein Sieb abgießen und noch tropfnass unter die Sauce rühren. Wenn die Sauce zu trocken sein sollte, etwas vom Pastawasser zugießen.

Auf Tellern verteilen und mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Pasta con bietola e pancetta

Ungarisches Alltagsessen: Kartoffelgemüse – Krumpli fözelék

Wenn Ihr an ungarische Küche denkt, was kommt Euch da als erstes in den Sinn? Wahrscheinlich Gulasch, oder? Panierte Schnitzel noch? Aber die Alltagsküche, die ich von meiner Familie kenne, ist hierzulande leider kaum bekannt. Ja, die ungarische Küche für Gäste ist sehr fleischlastig und ja, es wird alles paniert und ausgebacken, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, aber im Alltag spielt Gemüse eine große Rolle, sei es in den Suppenvariationen, die es traditionell als ersten Gang gibt oder eben im Hauptgang. Und dort ist es dann der Star und nicht nur Beilage. So sind Sachen, die bei uns die Nebenrolle spielen wie Erbsen in gebundener Sauce dort das Hauptgericht und es gibt nur eine fleischige Kleinigkeit dazu. Oder man lässt diese ganz weg, wenn einem nicht danach ist. A

ls Gemüse kann jedes erdenkliche genommen werden: Kohl für Paradicsomos káposzta, also in Tomatensaft gekochten Kohl, Erbsen für Borsófözelek, Kohlrabi für Karalábefözelék oder getrocknete Linsen für Lencsefözelék zu Neujahr. Aber auch Kartoffeln gehen gut. Und jede Variante wird ein bisschen anders gewürzt, mal mit viel Petersilie, mal mit Paprikapulver, mal säuerlich. Für das Kartoffelgemüse sind Lorbeerblätter und Essig wirklich essentiell. Und dann natürlich der heimliche Star der ungarischen Küche, noch vor Paprikapulver, die Saure Sahne. Ohne Saure Sahne funktionieren nur wenige ungarische Gerichte, dieses hier ebenso wenig. Das Zusammenspiel von der subtilen Säure der Sauren Sahne (wobei die ungarische Variante nochmal anderes schmeckt als unsere deutsche) mit der etwas kneifenderen Säure des Essigs und der Milde der Kartoffeln ist wirklich angenehm. Es ist das perfekte Feierabendessen, weil es vom Kartoffelschälen bis zum fertigen Gericht innerhalb von maximal 45 Minuten auf dem Tisch steht. Wenn ihr ein schnelles Wohlfühlessen sucht, ist das ein heißer Kandidat!

Krumpli fözelék – Ungarisches Kartoffelgemüse

Zutaten für 3 Portionen:
750 g Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
2 EL Öl
50 ml + 250 ml + 50 ml Wasser
1/2 TL Paprikapulver edelsüß
2 Lorbeerblätter
1,5 TL gerebelter Majoran
1 TL Salz
1 gehäufter TL Zucker
125 g Saure Sahne/Schmand
3 TL Mehl
75 g süße Sahne
1-2 TL Weißweinessig
1 EL kalte Butter

(1) Die Kartoffeln schälen und in ca. 1,5-2 cm große Stücke schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig dünsten ohne, dass sie Farbe annehmen. Das Paprikapulver einrühren und sofort 50 ml Wasser hinzufügen, damit der Paprika nicht verbrennt und bitter wird. Lorbeerblätter, Majoran, Salz und Zucker hinein geben. Die Kartoffeln zufügen und mit ca. 250 ml Wasser auffüllen bis es knapp bei den Kartoffeln sichtbar ist. Deckel aufsetzen und ca. 10 Minuten kochen lassen bis die Kartoffeln gar sind.
(3) In der Zwischenzeit das Mehl mit den restlichen 50 ml Wasser und der Sauren Sahne klümpchenfrei verrühren.
(4) Wenn die Kartoffeln gar sind, den Essig und die Saure-Sahne-Mischung unterrühren. 2-3 Minuten köcheln lassen. Dann die süße Sahne und Butter einrühren. Abschmecken, fehlt noch Salz oder Essig?

Mit gebratenem Frikadellen oder Würstchen servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Zé (2016): 83 kedvenc magyar receptem. Lunchbox kiadó. p 101

Nach der erfolgreichen Jagd – Schnelle Pilzpfanne

So langsam beginnt die Pilzzeit wieder! Und wer sich mit Pilzen auskennt und ein Auge für sie hat, der wird jetzt schon fündig, denn es ist warm und ausreichend feucht, so dass alle Pilze eigentlich wilde Partys feiern müssten auf Wiesen und in Wäldern. Nur leider ohne mich, denn so viel ich theoretisch als Botanikerin über sie und ihre Lebensweise weiß, in der Praxis bin ich ein lausiger Pilzfinder und -erkenner. Schade eigentlich, weil doch so viele von denen so köstlich sind. So muss ich mich leider mit gekauften Exemplaren begnügen.

Und jetzt haben die frischen Pfifferlinge ihre Saison und sind damit auch im Supermarkt neben den üblichen Champignons und Co. zu erwerben. Und Pfifferlinge sind so unglaublich lecker! Aber leider auch ziemlich aufwendig zu putzen, wenn man jeden per Hand und Messerchen säubert. Denn es funktioniert noch keine Methode, um sie zu züchten. Was vielleicht auch nicht so verkehrt ist… Aber wie kriegt man die kleinen Pilzchen jetzt am effizientesten sauber, ohne stundenlang über jeden einzelnen Pilz gebeugt zu sitzen? Ich benutze die Mehl-Wasser-Methode, die einwandfrei funktioniert. Dafür in einer großen Schüssel 1-2 Esslöffel Mehl mit kalten Wasser verrühren und die Pilze dann portionsweise kurz, aber beherzt mit Hilfe Eurer Hände gegeneinander reiben und durch das Wasser wirbeln, damit der Dreck abgeht. Dann in ein Sieb oder auf ein Küchenhandtuch zum Abtropfen geben. Es hat nur den kleinen Nachteil, dass die Pilze ein bisschen Wasser aufsaugen, das dann beim Braten austritt und eventuell abgeschüttet werden muss.

Und wofür hab ich die Pfifferlinge benutzt? Klar hätte ich sie in eine Sahnesauce zu Pasta packen können, aber ich wollte was leichteres und auch traditionelleres. Fündig wurde ich im hochgeschätzten „Deutschland vegetarisch“ von Stevan Paul. Die Pilzpfanne sollte es also werden. Und weil noch ein paar Gramm Pilze fehlten, wurden braune Champignons dazu gekauft. Das Essen ist wirklich schnell gebrutzelt, am längsten dauert tatsächlich das Pilzeputzen. Als Pilze könnt ihr alles nehmen: Champignons, Pfifferlinge, Kräuterseitlinge, Steinpilze, Maronenröhrlinge oder was ihr sonst noch im Wald findet und guten Gewissens essen könnt. Und so wahnsinnig viel mehr außer ein paar Gewürze und eine kleine Stange Porree/Lauch braucht ihr auch nicht. Also schnell ab zu Euren besten, geheimen Pilzecken oder in den nächsten Supermarkt und der Köstlichkeit steht nichts mehr im Weg.

Schnelle Pilzpfanne

Zutaten für 3 Portionen:
700-750 g Pilze (gemischt)
hier waren es 400 g Pfifferlinge und 300 g braune Champigons
1-2 EL Mehl + viel Wasser zum Waschen der Pfifferlinge
2 EL getrocknete, gemahlene Steinpilze
100 ml Wasser
1 Prise Gemüsebrühpulver
1 kleine, dünne Stange Porree/Lauch
2-3 Stengel glatte Petersilie
2 EL neutrales Öl
1/2 TL getrockneter Majoran
Salz, Pfeffer
20 g Butter
2-3 EL Schmand

(1) Die Pilze putzen und in mundgerechte Stücke teilen. Wenn sie sehr dreckig sind, das Mehl mit kaltem Wasser in einer großen Schüssel vermischen und die Pilze darin kurz und enthusiastisch mit den Händen durcheinander wirbeln bis der Dreck ab ist. In einem Sieb oder auf einem Küchenhandtuch gut abtropfen lassen.
(2) Die gemahlenen Steinpilze mit dem Gemüsebrühpulver in einen Messbecher geben, mit 100 ml kochendem Wasser begießen. Gut verrühren und zur Seite stellen.
(3) Vom Lauch das Wurzelende und den unschönen oberen Teil der Blätter abschneiden. Längs halbieren und die Hälften gründlich unter fließendem Wasser waschen. In dünne Halbringe schneiden. Die Petersilie waschen, trocknen und grob hacken, zur Seite legen.
(4) Das Öl auf sehr hoher Hitze in einer großen, beschichteten Pfanne sehr heiß werden lassen. Die Pilze zugeben und ohne zu rühren etwa 2 Minuten braten. Dann durchrühren. Wenn viel Wasser aus den Pilze austreten sollte, es vorsichtig über einem Sieb abgießen und den Rest so lange verkochen lassen bis ihr Bratgeräusche hört und die Pilze Farbe kriegen. (Bei wenig austretendem Wasser einfach nur verkochen und Farbe annehmen lassen.) Die Pilze sollten noch ihre Form haben, aber trotzdem gar sein. Den Majoran und Porree zugeben und 2 Minuten unter Rühren und bei höherer Hitze braten. Salzen und pfeffern. Die Steinpilz-Gemüsebrühe und Butter zugeben und aufkochen lassen bis sich ein Sößchen gebildet hat.
(5) Den Schmand über der Pilzpfanne verteilen und mit der Petersilie bestreuen.

Dazu passen Semmelknödel, einfache Salzkartoffeln oder Spätzle oder auch nur frisches Brot.

Genießen!

Quelle: Paul, S., Seiser, K. (Hg.) (2013): Deutschland vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 145

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