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Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XII: Abreise und ein bisschen Stadtbesichtigung

27 Aug

Der Morgen unserer Abreise empfing uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. So saß ich 15 Minuten vor’m Ferienhaus, genoss die Ruhe und das großartige Himmelsschauspiel!

Nach der Schlüsselabgabe hatten wir noch etwas Zeit bis die Fähre uns 13:30 h wieder in die Ostseeheimat bringt. Und da ich noch keine richtige Gelegenheit hatte mir die “Hauptstadt” Stege (Sprecht ja nicht das “g” mit. Dänen können irgendwie kein “g” aussprechen.) von Møn anzusehen, schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt. Sie hat knapp 4000 Einwohner und ist sehr gemütlich. An schicken Häusern mangelt es nicht …

… auch lustige Fassadenmalerei. Achtet mal auf die Schweine *g*

Die Familie war immer nur für Einkäufe in der Stadt, aber ich lotste sie in die St. Hans Kirke, ein dreischiffiger Bau im romanischen Stil aus dem 12. Jahrhundert, der von 1460 bis 1525 im gotischen Stil erweitert wurde.

Das Innere ist skandinavisch nüchtern, wie ich es schon in einigen dänischen Kirchen beobachten konnte. Aber eine Besonderheit hat diese Kirche: Kalkmalereien. Die frühesten noch erhaltenen sind aus dem 14. Jahrhundert, andere aus dem 15. Jahrhundert.

Guckt Euch mal an, wie die Personen gemalt wurden! Irgendwie schon ulkig, oder? Aber so war das bevor die Renaissance auf naturgetreue Proportionen beim Menschen achtete …

Der nordisch nüchterne Altar. Nicht ganz so alt wie die Kalkmalereien.

Blick auf den Marktplatz von Stege.

Über die wohl schönste Brücke Dänemarks, die die Inseln Lolland und Falster verbindet, mit Abzweig nach Bogø und Møn, ging es zurück nach Falster und zu einer kleinen Stadtbesichtigung in Nykøbing, die Zwerg sich gewünscht hatte.

Nykøbing Falster (es gibt noch zwei andere Nykøbings in Dänemark, daher die Unterscheidung *g*) ist eine entzückende Stadt mit ca. 16.000 Einwohnern. Es gibt viele alte, sehr interessant aussehende Fachwerkhäuser in der Innenstadt. Offensichtlich wurde die Stadt im Krieg nicht zerstört oder gut wieder aufgebaut. Ich weiß aber auch nicht wirklich viel über Dänemark im Zweiten Weltkrieg.

Das Zarenhaus (Czarenhus) dient seit 1697 als Gsthaus und auch Zar Peter der Große wurde dort verköstigt bei seinem Aufenthalt 1716. Schon schick, oder?

Der Hauptplatz …

… an dem wir uns endlich einen typisch dänischen Hotdog mit rotem Pølser (Würstchen) zum Mittag gönnten. Sehr lecker! Würde ich auch öfter vertragen ;-)

Interessante Häuser in der Fußgängerzone:

Der Kirchenplatz mit – Überraschung! – Kirche. Leider waren wir nicht drin, weil es doch schon etwas später war und wir weiter wollten. Kirchen angucken mag ich sehr gerne, Messen besuchen eher weniger.

Warum stehen in vielen besichtigten dänischen Städten so leuchtturmähnliche Gebäude mitten in der Stadt rum?

Noch mehr offensichtlich alte, gut erhaltene, hübsche Häuser!

Nach einer knappen Stunde fuhren wir weiter ins nur 30 km entfernte Gedser, wo uns die “Prins Joachim” sicher über die ruhige Ostsee gen Rostock schipperte. Die Familie zockte Mau Mau, ich schlief ein wenig und schwupps waren wir wieder zu Hause und der Urlaub vorbei.

Ein wirklich schöner, erholsamer Urlaub! Kann es der geneigten Leserschaft wirklich empfehlen!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XI: Mittelaltercenter in Nykøbing F.

26 Aug

Der letzte volle Urlaubstag begrüßte uns mit einem klassischen Sonnenaufgang in hellblau und hellgelb.

Nach dem Frühstück ging es los ins 53 km entfernte Middelaldercentret in Nykøbing/Falster. Das ist ein Freilichtmuseum, in dem die mittelalterliche Stadt Sundkøbing des späten 14., frühen 15. Jahrhundert dargestellt wird.  Durch Freiwillige und auch viele Studenten wurde mit Hilfe von Experimentalarchäologie die Stadt nur mit Methoden des Mittelalters erbaut und im Sommer bewohnt. Es wird auch viel geforscht auf dem Gelände, so sollte an dem Tag als wir dort waren, herausgefunden werden, wie man Schwefel damals hätte herstellen können.

Natürlich gab es auch einen Turnierplatz, auf dem Ritterturniere ausgetragen werden (jeden Tag 13:30h):

Es gibt auch Tiere, wie dieser prächtige, freilaufende Hahn samt Damengefolge.

Zur Verteidigung der Stadt wurden Steinschleudern gebaut, die auch mit Hilfe des Publikums abgefeuert werden…

… um etwaige von See kommende Feindesschiffe abzuwehren. Hübsche Aussicht übrigens, nicht?

Eines der herrschaftlichen Häuser mit ein paar Handwerker-Häusern drumrum.

Wie schon erwähnt leben jeden Sommer Menschen dort, die auch die jeweiligen Handwerksberufe ausüben und Besuchern bereitwillig ihre Kunst erklären, wie diese Weberin und Färberin.

Das herrschaftliche Haus konnte man auch von innen besichtigen. Das hier sieht aus wie ein Verkaufs-Aufenthaltsraum…

… in dem auch Keramiken präsentiert werden.

Wahrscheinlich der Hauptaufenthaltsraum der Familie mit Feuerstelle und Bett.

In der oberen Etage findet man ein “Doppelstockbett” (wer findet den zweiten Stock? *g*)

Im selben Zimmer steht ein Webstuhl.

Nebenan steht ein Haus, das wahrscheinlich eine ärmere Familie bewohnte  oder in dem das Gesinde untergebracht war.

In dem Ort gab es auch Gartenteile, die voneinander getrennt waren und vielleicht zur allgemeinen Nutzung waren. Hier ein Teil des Kräutergartens.

Der Rosengarten (alte Sorten, die nur einmal blühen) samt Taubenschlag. Es erinnert mich doch arg an “Aschenputtel” …

Ein weiterer Teil des Kräuter- und Blumengartens.

Auch einen Obstgarten mit wunderschönen Äpfeln gab es.

Für bessere Ernten wurden dort Bienenkörbe aufgestellt.

Der Marktplatz des Ortes mit einigen Handwerkshäusern drumrum. Während das Ritterturnier schon begann, schlenderten Frau Mama und ich dort herum und unterhielten uns mit dem Zinngießer des Ortes, der uns die verschiedenen Pilgerzeichen erklärte (die man auch im Museumsladen käuflich erwerben kann).

Der Hinterhof eines Handwerkshauses.

Dorfplatz am Wasser mit Glocke.

Beim Ritterturnier treten der Ritter von Lilienstein (in gelb) in einigen Disziplinen gegen…

… den ortseigenen Ritter Henrik Swan an. Bitte beachtet den Helm *g* Natürlich unter ordentlich Jubel und Buh-Rufen des Publikums!

Außer der mittelalterlichen Stadt gibt es auf dem Gelände auch einen Technologiepark im Wald, in dem die Archäologen und Historiker versuchten altertümliche und mittelalterliche Gerätschaften anhand der Skizzen und Zeichnungen nachzubauen.

Diese Wasserschraube, erfunden von Archimedes, funktioniert 1a und ist leicht zu reparieren.

Ein mobiler Angriffturm.

Die selbsttragende Brücke, erfunden vom großen Leonardo da Vinci. Hält!

Ein großartiger Ausflug, der uns allen richtig gut gefallen hat! Das Mittelaltercenter ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder geeignet. Es gibt viele Freiflächen zum Spielen und Laufen für kleine Kinder, es gibt Programm wie Bogenschießen, das Ritterturnier oder das Abfeuern der Steinschleudern zu verschiedenen Tageszeiten. Die “Bewohner” des Ortes sind für alle Fragen offen und haben eine Menge Wissen (auch für historisch interessierte Personen). Auch fürs leibliche Wohl wird gesorgt. Auf dem Gelände findet sich ein Restaurant mit mittelalterlich anmutenden Speisen oder ein Café mit Kleinigkeiten wie warm geräuchertem Lachs und Salat oder Pommes mit Wurst/Pølser oder Hähnchenbrust, auch das obligatorische Smørrebrød fehlt nicht im Angebot. Wer lieber selbst Picknick machen will, findet auch neben dem Turnierplatz einen gemütlichen Ort mit Lagerfeuer und Picknicktischen. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel für Groß und Klein! Große Empfehlung von uns!

Als wir wieder zurück waren, wurde erstmal ausgiebig gekatzt, bevor der kleine Racker am nächsten Tag in sein neues Zuhause zieht! So ein Süßer!

Und bevor wir die Koffer packten ein letzter Spaziergang zum Meer mit doch recht starker Brandung!

Manchmal muss man erst wegfahren, um wieder mitzukriegen, wie schön die eigene Heimat eigentlich ist. Møn ist Mecklenburg-Vorpommern doch sehr ähnlich, wodurch uns dessen Schönheit erst wieder bewusst wurde.

Adresse:

Middelaldercentret
Ved Hamborgskoven 2-4
4800 Nykøbing Falster
Dänemark

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VIII-X

21 Aug

Drei Tage war ich mal wirklich faul. Keine Ausflüge, keine Spaziergänge zum Strand. Im und am Ferienhaus bleiben, dem Sturm lauschen (immer noch stürmischer, warmer Ostwind) und entspannen.

Am Sonntagmorgen war der Himmel noch ordentlich bewölkt.

Herr Papa und Zwerg erkundeten neue Angelplätze, Frau Mama und ich blieben zu Hause. Frau Mama schnipelte das Gemüse für die bunte Bohnensuppe und ich machte mit einem KitchenAid-Vorläufer den Teig für die Palacsinta, die sich Frau Mama so sehr zum Mittag wünschte.

Und schnell ausgebacken. Ist ja so kompliziert nicht ;-)

Der Nachmittag wurde verplempert, abends bastelte Zwerg dann unser traditionelles Sonntagsabendbrot: Überbackene Schnitten.

Montagmorgen war noch nicht entschieden, wer gewinnt. Sonne oder Wolken? Das störte die Mischpoke nicht, die Richtung Kopenhagen für den Tag ausflog. Da ich mit meiner eingeschränkten Gehfähigkeit eher hinderlich bin, blieb ich gerne zu Hause und entspannte mich. Ein bisschen die Bebbiekatze bespaßen, Raumschiff Enterprise gucken …

Zum Mittag machte ich mir die deutsche Version des Smørrebrøds: Strammer Max mit Gewürzgürkchen und Tomätchen.

Dies hier ist praktisch das Symbolbild dieser drei Tage: Lesen und sticken. Ich bin mit Julia Childs Autobiographie fertig geworden (Sehr spannend! Sehr zu empfehlen!), das Stickprojekt geht langsam voran, es dauert so viel länger, als wenn ich die Flächen mit einem Buntstift ausmalen würde ;-)

Für Dienstag war eigentlich ein Ausflug ins Mittelalter-Freilichtmuseum geplant, allein meine Krankheit hatte keine Lust (schlecht geschlafen, Kopfweh, schmerzendes Bein), also wurde nach dem hübschen Sonnenaufgang beschlossen, dass wir den Ausflug auf den letzten ganzen Urlaubstag verschieben. So konnte ich noch ein wenig ruhen und die Eltern fuhren mit Zwerg ein wenig die Insel weiter erkunden, Zwerg machte die Fossilien-Expedition des GeoCenters mit und die Eltern flanierten ein wenig durch Liselund.

Erholung auf die ein oder andere Weise für uns alle!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Hårbølle Mejeri/Hårbølle Meierei

16 Aug

Wie schon gestern berichtet, haben wir einen kleinen Ausflug zur Hårbølle Mejeri gemacht. Auf der Suche nach lokalen Produzenten bin ich im Internet auf diese kleine Käserei aufmerksam geworden. Und da sie nicht weit weg vom Urlaubsdomizil ist und dreiviertel der Familie Käse sehr mag, fuhren wir hin.

Die Meierei ist für Publikum samstags von 10-14 Uhr offen. Dann steht der Chef im Verkaufsraum und kann einem alles zu den angebotenen Käsen erklären. Wir entschieden uns für einen süßen, kleinen Käse nach Art des spanischen Manchegos (vordere Reihe links), einen großartigen Camembert, der wunderbar nach Champignons duftet und noch viel besser mundet (vordere Reihe mitte) und einen Frischkäse aus Schafsmilch (vordere Reihe rechts). Allesamt vor Ort verkostet und große Begeisterung bei uns drei Damen (Herr Papa blieb aus olfaktorischen Gründen draußen *g*). Aber nicht nur Käse wird dort hergestellt, auch hochköstlicher Joghurt aus Schafsmilch (großer Becher)  und eine Art Creme fraiche, die durch ihre Zubereitungsweise sehr an Butter erinnert.

Aber wie entstehen die ganzen Köstlichkeiten? Ich fragte bei Besitzer Per Sørup nach, ob ich seine Produktionsräume ansehen könnte und bekam ein freundliches “Aber natürlich! zurück. Ich wurde ausgestattet mit sauberen, weißen PLastikclogs und einem todschicken blauen Haarnetz und schon ging die kleine, aber hochinteressante Führung los! (Leider war es zu spontan und mir sind viele Fragen erst zu Hause eingefallen. Typisch *seufz*)

Per Sørup ist von Hause aus Biochemiker, der jetzt seiner Leidenschaft für Käse nachgeht und die kleine Käserei im Westen der dänischen Insel Møn betreibt.

Die Milch wird von lokalen Bauern angeliefert und im großen Tank links aufbewahrt. Dann in den Kessel rechts gefüllt und dort erstmal pasteurisiert. Dabei werden alle Bakterien in der Milch abgetötet, sowohl die bösen als auch leider die nützlichen, die man gut zum Käsemachen brauchen könnte.

In diesem Tank wird dann der Käse auf den Weg gebracht. Dafür wird die pasteurisierte Milch je nach gewünschter Käsesorte mit den entsprechenden Kulturen versetzt, die zum Beispiel in Frankreich gekauft werden können. Dann wird die Milch auf die entsprechende Temperatur erhitzt. Was ich bis dato nicht wusste, ist, dass die Milch für die verschiedenen Sorten auch unterschiedlich stark erwärmt wird, Milch für Camembert auf nur überraschende 32°C, für Joghurt auf 44°C. Wenn die Milch geronnen und fest ist, wird sie mit Hilfe der Harfe in, wieder je nach Käsesorte unterschiedlich große, Käsebruchstücke geschnitten. Für Camembert ist er etwa 1 cm groß, für den Møner Manchego wird es auf Reiskorngröße gebrochen.

Der frische Käse wird dann in unterschiedlich große Plastikgefäße gegeben und zum Abtropfen stehen gelassen. Diese Käselaiber, wurden am Tag vorher gemacht und waren für mich schon erstaunlich fest.

Je nach Käse kommt er, nach dem Salzbad zur Bildung der Rinde, in unterschiedliche Reifekammern, denn natürlich kann der Camembert mit seinen Kulturschimmelpilzen nicht in derselben Kammer liegen wie der Møner Manchego. An diesem Camembert sieht man sehr schön wie sich der Edelschimmel beginnt auszubreiten.

Viele kommende köstlich werdende Camemberts in der Reifekammer.

Das hier ist die zweite Reifekammer für den Manchego, der in diesem Stadium so ein bisschen gruselig aussieht mit dem wattigen Schimmel außen. Man denkt, man könne ihn nicht essen, aber doch, der wird wunderbar werden! In den Reifekammern herrscht eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die mit technischer Hilfe erzeugt wird. Leider gibt es auf Møn keine bis kaum Höhlen, die solch konstanten Bedingungen zulassen, wie sie in einigen traditionsreichen Käseregionen zu finden sind.

In der dritten Reifekammer wird der Møner Manchego dann zur Perfektion reifen gelassen. Herr Sørup “beschwerte” sich ein bisschen, dass er den Käse meist nicht so gut reifen lassen kann, wie er möchte, weil er einfach zu viele Kunden hat, die vorher schon alles aufkaufen ;-)

Hier der Meister Per Sørup mit seinem Werk!

Die Käse werden an Kunden vor Ort direkt von der Meierei aus verkauft, aber er liefert auch an Hotels und Restaurants der Umgebung! Wenn die geneigte Leserschaft sich an einem Samstag auf der Insel befindet und Käse mag, geht unbedingt dort hin! Probiert die Köstlichkeiten, kauft, was Euch schmeckt! Fragt nach, lasst Euch beraten, fachsimpelt mit Herrn Sørup! Eine riesengroße Empfehlung von mir!

Hårbølle Mejeri
Brøndegårdsvej 7
Hårbølle
4792 Askeby

Öffnungszeiten: Samstag 10-14 Uhr

www.harbollemejri.dk

Dear Mr. Sørup, thank you so much for the tour in your mejeri! It was my pleasure and very informative! I learned a lot! Your cheeses are really delicious and I am very sorry I live so far away so I couldn’t buy them more often. And I will try again to make my own joghurt :-) Thank you again!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VII

15 Aug

 Wach wurde ich tatsächlich schon vor dem Sonnenaufgang halb sechs.

Aber wieder einschlafen ging nicht mehr, erst hielt mich der weiterhin wehende Sturm wach, dann ein Gewitter, dann ein schmerzendes Bein. Danach lohnte sich Einschlafen nicht mehr, weil wir frühstücken und unseren kleinen geplanten Ausflug machen wollten.

Nur 15 Minuten entfernt gibt es von unserer Unterkunft eine kleine Meierei und Käserei, die nur sonnabends geöffnet hat und ihre Produkte verkauft. Wie es dort aussieht und was es alles genau gab, erzähle ich der geneigten Leserschaft morgen. Nur so viel vorneweg, der Käse ist so unglaublich köstlich!

Nach dem Mittagessen und einem Nickerchen setzte ich mich in den sonnigen Garten, während die Mischpoke nach ihrem Ausflug nickerte. So saß ich da und stickte vor mich hin, während im Hintergrund die Brandung rauschte, badende Kinder quiekten und Schwalben zwitscherten. Sehr entspannend!

Es geht nur langsam voran und dauert. *seufz* Aber ich glaube, das Ergebnis wird es wert sein :-)

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VI

14 Aug

 Eigentlich hatte ich heute ja geplant endlich mal ins Wasser zu gehen. Es sollte warm werden. Und auch der Morgen empfing uns freundlich und warm, allein es stürmte. Also ernsthaft! Und der Sturm legte sich den ganzen Tag nicht…

Zwerg und Herr Papa erkundeten die Insel nach neuen Angelplätzen, Frau Mama und ich machten einen Spaziergang zum Meer …

Der Strand ist merklich schmaler geworden, die Wellen beeindruckend stark.

Und es kam immer näher …

Natürlich musste mein innerer Botaniker befriedigt werden ;-) Hundsrosen liebe ich sehr! Sie duften wirklich wunderbar!

Ich mag diese Spätsommerfarben der Getreidefelder.

Idylle.

Danach ließ ich mich ein wenig von Bebbiekatze beklettern und anknabbern. So ein Süßer!

Händchen halten ;-)

Und in der Sonne ahlen, wie die großen kann er auch schon!

Aus dem Nachmittagsnickerchen wurde ich von den großen Maschinen, die die Gerste hinterm Domizil erntete. Was für ein Krach, was für ein Dreck! Aber sehr effektiv, es dauerte nicht lange.

Während die Familie noch ausgeflogen war, fing ich schon mal an, dass Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Bolognese zum Mittag und Klopse als Belag für’s Brot :-)

Ein entspannter Tag, der stickenderweise bei einem Popcorn-Film endete *g*

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag V: Møns Klint

13 Aug

Der Tag begann früh für mich. Nachdem wir gestern Abend schon auf die Schnuppen warteten, aber kaum Sterne zu sehen waren, weil es hier im hohen Norden definitiv länger hell ist. Trotzdem sahen wir zwei Stück. Aber das sollte noch nicht alles sein, gegen 2 Uhr wurde ich von alleine wach und wenn ich schon mal wach bin, kann ich auch schnell raushuschen, fix das Sternbild des Perseus gesucht (schräg links unter dem Kassiopeia-w) und da flogen sie auch schon. Nein, nicht fliegen. Es war tatsächlich als fielen sie. Die englische Bezeichnung “falling star” ist schon sehr passend! Und der Nachthimmel hier! Du! Meine! Güte! Selten sah ich so unglaublich viele Sterne am Firmament! Unglaublich beeindruckend! Dazu das auf- und abflackernde Licht des Leuchtturms und das Geräusch der nahen Brandung! Glückseligkeit pur!

Vom Sonnenaufgang wurde ich trotzdem geweckt. Heute mal in klassisch.

Aber nochmal schnell ins Bett gekuschelt und bis halb neun geschlafen. Nach dem Frühstück ging es auch schon los ins GeoCenter Møns Klint. Das ist ein Museum mit einer interessanten, interaktiven Ausstellung über die Kreide, ihre Entstehungszeit, Dinosaurier, Kreidenutzung usw. direkt an den inseleigenen Kreidefelsen gelegen.

Hier sieht man ein komplettes, in einem Kreidestück eingeschlossenes Fossil:

Im Boden waren viele unterschiedliche, typische Fundstücke der Kreideküste eingelassen:

Auch die Entstehung der Kreide, wie sie mit anderen Erdschichten überlagert und wieder freigelegt wurde, wird sehr anschaulich zum Ausprobieren gezeigt. Ein Spaß für alle Wasserplanscher (hauptsächlich Kinder, aber auch viele Erwachsene probierten es aus *g*).

Besonders spannend fand ich, wozu Kreide alles genutzt wird, abgesehen zum Beschreiben von Schultafeln. Oder wusste die geneigte Leserschaft, dass sie in Wandfarbe ist, Zement oder Gießkannen?

Danach machten wir eine Pause im museumseigenen Café. So lange wir auf das Essen warteten, konnte ich ein wenig das Gelände betrachten. Das hier in der Mitte ist der Spielplatz, der auch reichlich genutzt wurde. Daneben finden sich einige Holzbänke mit Tischen, perfekt für Picknicks geeignet. Das Museum ist rollstuhlgerecht gebaut und es stehen auch einige Rollstühle und Kinderwägen zum Ausleihen bereit. Die Angestellten, mit denen ich zu tun hatte, waren allesamt nett und zuvorkommend. Das Café könnte zur Mittagszeit etwas organisierter sein (oder sie rechnen nicht mit Busladungen voll Senioren *g*) …

… dafür ist das Essen sehr lecker. Herr Papa und ich hatten ein Sandwich mit Hähnchen in Curry-Dressing samt Unmengen an leckerem Salatgrünzeug und knusprigem Bacon. Frau Mama und Zwerg entschieden sich für Smørrebrød mit Hähnchensalat, Roastbeef und Pastete und zu guter Letzt Ei plus Krabben. Also wenn Dänen kulinarisch eins richtig gut können, dann Brote belegen! Gibt es ein empfehlenswertes Smørrebrød-Kochbuch?

Danach erkundeten wir die Umgebung und wollten jetzt endlich die sagenumwobenen Kreidefelsen bestaunen. Über viele, viele Treppenstufen (das war schon anstrengend, ich habe keine vertikale Kondition und meine Beine erst recht nicht mehr) kommt man durch wunderschönen Buchenwald …

… zu den Aussichtspunkten. Sieht das nicht aus wie in der Südsee?

Und die Farben des Wassers!

Mit den imposanten, blendend weißen Kreidefelsen!

Es gibt noch einen anderen, mit Holzbohlen gebauten Weg, über den auch Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, bequem über steile, mit Buchen bewachsene Abhänge …

… zu hübschen Aussichtspunkten kommen und dort die majestätischen Felsen und das türkisblaue Wasser genießen können.

Wald. Kreide. Meer. – Großartige Kombination!

Während wir den zweiten Weg entlang gingen, stieg Zwerg Dänemarks längste Treppe mit 497 Stufen zum Strand hinab und auch wieder hinauf. Wir ruhten uns derweil aus und genossen die Sonne.

Wer fitter ist als wir momentan, kann auch noch spannende Expeditionen machen: auf Fossilienjagd gehen, eine Klettertour durch die Bäume machen (auch schon ab 6 Jahren möglich), mit dem Mountainbike die Gegend erkunden oder im Hochsommer eine Schnorcheltour an der Küste machen. Auch lässt sich die Eintrittskarte kostenlos in einen Saisonpass umwandeln, so dass man immer wieder kommen und an sämtlichen Programmpunkten für lau teilnehmen kann.

Zum Schluss gingen wir noch fix einkaufen und genossen zurück in der Ferienwohnung eine Zimtschnecke, diesmal aus Plunderteig.

Ein schöner Tag! Ein spaßiger Ausflug! Ein wunderschöner Fleck Natur auf diesem Planeten! Kann ich nur jedem empfehlen hinzufahren, wenn die geneigte Leserschaft in der Gegend weilt!

GeoCenter Møns Klint
Stengårdsvej 8
DK – 4791 Borre

www.moensklint.de

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