Archiv der Kategorie: Around the world … Europe

Besuch im Rostocker Zoo

Im Anschluss an meine Tage in Berlin, verbrachte ich noch anderthalb Wochen in Rostock beim Schwesterchen, weil in der elterlichen Wohnung gerade Bad und Küche grundsaniert wurden und somit nicht bewohnbar waren. Und dadurch, dass Zwerg noch krankgeschrieben war, hatten wir auch Zeit ein paar Sachen zu unternehmen, wie zum Beispiel einen Besuch im Rostocker Zoo. Da war ich eeewig nicht mehr und es war ein gutes Training für unser beider gesundheitlichen Probleme ;-)

Wir suchten uns einen Dienstagnachmittag aus, dessen Wetter nicht zu große Hitze verhieß und gingen vorher noch im Brauhaus Trotzenburg essen. Es liegt praktischerweise direkt am alten Haupteingang des Zoos und wir mögen es sehr gerne, sind einigermaßen regelmäßig dort zu Gast :-)

So waren am frühen Mittag dort, saßen nett draußen und waren trotz eines Wochentages nicht die einzigen Gäste. Die Servicemitarbeiterin kam schnell und wir bestellten. Zwerg wählte Kalbsleber mit Apfel-Zwiebel-Ragout und Kartoffelpüree. Hatte ich zu früheren Besuchen auch schon und mochte es sehr gerne: zarte Leber, cremiges Püree, würzig Zwiebelragout mit einer sehr angenehmen süßen Note. Diese klassische Geschmackskombination ist nicht umsonst ein Klassiker!

Ich wollte eigentlich nur eine Kleinigkeit essen und bestellte mir ein Bauernfrühstück. In anderen Lokalen ist das von der Portion her auch eher so ein Mittelding zwischen Vorspeise und Hauptgericht, hier war es eine wirklich monströs große Bauarbeiter-Portion. Zwerg fiel vor Lachen fast vom Stuhl als sie es sah, weil sie ja weiß, wieviel ich so essen kann. Wenn es eine Seniorenportion davon gegeben hätte, sie wäre vollkommen ausreichend gewesen. Aber es war auch echt lecker! Knusprige Kartoffeln, würziger Speck und Zwiebeln im gestockten Ei mit. Obenauf eingelegte Gurken und frische rote Zwiebeln, die den nötigen Kontrast zu den erdigen Aromen gaben.Wunderbar!

Wenn die geneigte Leserschaft Lust auf gutbürgerliche Küche in guter Qualität hat, vielleicht vor oder nach einem Zoobesuch, die Trotzenburg ist zu empfehlen!

Brauhaus Trotzenburg
Tiergartenallee 6
18059 Rostock

www.brauerei-trotzenburg.de

Aber dann ging es los zu den Tieren! Wir betraten den Zoo durch den alten Haupteingang, der zu unserer Kindheit der einzige Zugang war. Als erstes kam man immer am Ententeich vorbei, der jetzt von Pelikanen bewohnt wird.

Ich wette, dieser Steinpfau steht da schon seeehr lange, allein wir haben ihn nie bemerkt. Aber ich mag so Mosaikkunst und der Pfau ist auch allgegenwärtig im Zoo, da die Tiere sich frei auf dem gesamten Gelände bewegen dürfen.

Wo früher die Menschenaffen in den Gehegen lebten (seit 2012 sind sie im neugebauten Darwineum untergebracht, dass wir aber leider nicht geschafft haben zu besuchen), haben jetzt andere Arten ihr zu Hause gefunden, wie dieses niedliche Baumkängeru, das ein bisschen verpeilt wirkte. Für das nachtaktive Tier war es wohl einfach die falsche Uhrzeit.

Ein Stückchen weiter stand eine Holzhütte, die Zwerg und mich vor Entzücken aufjuchzen ließen: das Hausmaushaus. Ja genau, ein ganzes Häuslein nur für Mäuse! Im Innern war ein Zimmer eingerichtet mit Esstisch, Fernseher, Kommode, Buffetschrank, Stühlen, das nur von bunten Hausmäusen bewölkert wurde. Zwischen den Möbeln waren Kletterseile gespannt, der Tisch reichhaltig gedeckt. Und überall wuselnde Mäuschen, die man wunderbar beobachten konnte:

Mausi in Teetasse …

… oder sie am Frühstücksei labend. Wir hätten stundenlang weitergucken können!

An den Ziegen (uns fragend, welche Tiere da vorher drin lebten, weil die Ziegen früher woanders waren) und dem fast fertig gestellten neuen Polarium vorbei, gingen wir in die Aquariumshalle mit grimmig guckenden Baumfröschen:

… oder mürrischen Piranhas. Ist Südamerika ein so doofer Kontinent, dass alle Arten von dort so mürrisch dreinblicken? ;-)

Dann kamen wir endlich zu den Tieren, wegen denen wir hauptsächlich schon lange mal wieder in den Zoo wollten: Zwergflusspferde!

Seit Oktober 2016 leben die beiden Zwergflusspferde Nimba und Onong im alten Elefantenrevier dort. Nachdem der letzte Elefant gestorben war, überlegte man, ob man noch weiter Elefanten halten möchte, was einen großen Umbau des alten Geheges zur Folge gehabt hätte, da das Gelände nun wirklich nicht mehr den Ansprüchen moderner Elefantenhaltung genügt oder ob man eine andere Art ansiedelt. Man entschied sich für die Zwergflusspferde, weil für deren Haltung die Größe genügte und nur geringfügige Umbauarbeiten getätigt werden mussten. An dem Dienstag lag eine faule Atmosphäre in der Luft: es war warm, die Sonne schien, früher Nachmittag – die perfekte Zeit zum Dösen im kühlenden Wasser.

In dem Bereich des Zoos sahen wir auch lebende Pfauen…

… und ließen Kindheitserinnerungen aufleben. Früher musste ich hochgehoben werden, um an dem drehenden Pilz zu fliegen, heute brauche ich knieend nicht mal die Arme ausstrecken, um an die Haltestangen zu kommen *g*

Nach einer kurzen Pause ging es weiter ins Südamerikahaus zu den Papageien, Tukanen und den müden Streifenhörnchen:

Viel aktiver waren weder die Flamingos …

… noch die Störche.

Auch die Löwen genossen den faulen Nachmittag:

Ebenso unsere nicht ganz so heimlichen Lieblinge, die Erdmännchen. Die waren sooo niedlich!

Überall faul rumliegende Erdmännchen!

Nach einer längeren Pause im Schatten kamen wir vorbei an dösenden, schick dunkelrosanen Ibissen,

beobachteten die Fütterung der Polarfüchse und …

… waren erstaunt wie dick ihr Fell ist. Das sieht man ja so in Fernsehdokus nicht.

Auch der Adler guckte eher skeptisch durch die Gegend.

Durch den neueren Teil des Zoos spazierten wir an den Wisenten und der zu Ostern durch 30 cm Neuschnee eingestürzten Vogelvoliere zu den Seehunden und Seebären. Zur letztjährigen Fußball-WM hat ein Seebär Orakel gespielt, wahrscheinlich überlegt er gerade für wen er sich bei der nächsten Befragung entscheidet ;-)

Zoo Rostock
Barnstofer Ring 1
18059 Rostock

www.zoo-rostock.de

Berlin Friedrichshain 2018 – Onigirikurs im „Hanabira“

In dem Haus, in dem die beste Steffi von allen lebt, ist ein kleiner japanischer Lebensmittelladen. Uh-oh! Ich liebe ja japanische Küche, also ging ich den nächsten Tag rein und war hochfreudig überrascht. Im „Hanabira“ gibt es eine großartige Auswahl an original japanischen Köstlichkeiten und Grundzutaten, die von der Inhaberin Katrin handverlesen sind. Ohne von ihr getestet worden zu sein, kommt nichts in den Laden! Von Grundzutaten wie Bonitoflocken und Dashimischungen (klassisch bis vegan), japanische Snacks, aber auch eine richtig hochwertige Auswahl an verschiedenen Sakes und Miso. Katrin, die super nette Inhaberin macht aber Köstlichkeiten wie eingelegtes Gemüse oder Onigiri selbst.

Und es finden auch kleine Kochkurse im „Hanabira“ statt, wie ich im Gespräch mit ihr erfuhr. Es war einer für den meinen Abreisesonntag geplant, sie hat sich aber auch spontan bereit erklärt, einen kleinen Onigiri-Kurs für mich alleine durchzuführen.

So kam ich am Freitagmittag im „Hanabira“ an und wir begannen sogleich. Katrin hatte den Reis schon gekocht, mir aber noch ein paar Tipps verraten. Zum einen wird für Onigiri kein spezieller Sushireis, sondern lediglich japanischer Rundkornreis verwendet. Nach dem Waschen des Reises, lasst ihr ihn im Wasser ziehen, im Sommer ca. 30 Minuten, im Winter 60-90 Minuten. Wenn ihr einen Reiskocher besitzt, nehmt das Verhältnis 1:1 bei Reis zu Wasser. Wenn ihr ihn konventionell im Topf auf dem Herd kocht, ist das Verhältnis 1:1,3-1,45. Im Topf kocht ihr den Reis 10 Minuten auf höherer Hitze, dann die Hitze auf niedrig stellen und 10 Minuten weiterköcheln lassen. Danach vom Herd nehmen und weitere 10 Minuten ziehen lassen.

Den Reis in eine Schüssel umfüllen, idealerweise eine gut gewässerte japanische Holzschüssel namens Hangiri und den Reis lauwarm werden lassen.

Wir benutzten drei verschiedene Füllungen (von oben nach unten): veganes Kimchi, kleingeschnittene Umeboshi (säuerlich-salzig eingelegte Pflaumen, die aber eher Aprikosen ähneln) und eine Thunfischfüllung für die Thunfisch aus der Dose mit Salz, Pfeffer und Mayo (die gute japanische oder handgemacht) verrührt werden bis die Masse zusammen hält.

Als erstes drittelt ihr die Noriblätter. Dann stellt ihr noch je ein Schälchen mit Wasser und Salz bereit. Und ihr braucht für handgeformte Onigiri ein Stück Frischhaltefolie, damit der Reis nicht an den Händen kleben bleibt.

Für ein Onigiri befüllt ihr das Stück Frischhaltefolie mit etwa 1,5 Reiskocherschaufeln (entspricht ca. 2-3 Esslöffel) vom gekochten Reis. Das formt ihr grob rund.

Dann eine Hand mit dem Wasser befeuchten und in das Salz tauchen. Mit dieser gewürzten Hand ein Loch in die Reiskugel drücken.

Etwas von der Füllung hinein geben…

… und vorsichtig den Reis über der Füllung verschließen.

Dann kommt der tricky Teil, der etwas Übung erfordert, nämlich das Formen zum Dreieck. Oder ihr lasst das Onigiri rund *g*

Zum dreieckig Formen die Hände als Dächer halten und den Reisbatzen darin unter Druck, nicht zu viel aber auch nicht zu wenig, und Drehen zu einem Dreieck formen.

Tadaa! Katrin hat es drauf!

Zum Schluss ein Stück des Noriblatts mit der rauhen Seite zum Reis als Haltevorrichtung unten um das fertige Onigiri legen.

Mein erstes Onigiri ähnelte doch eher einer Schlumpfmütze. Aber zumindest hielt es zusammen und bröselte nicht beim ersten Blick auseinander :-)

Wem das Handformen zu fisselig ist, der besorgt sich die dreieckigen Onigiriformen beim Asiaten. Die Ober- und Unterseite werden erst in Wasser getaucht. Dann die Form mit Reis füllen, wieder mit gesalzenen Fingern eine Kuhle in den Reis drücken und etwas der gewünschten Füllung hinein geben. Dann mit Reis bedecken und mit Hilfe des Deckel  festdrücken. Vorsichtig aus der Form holen und mit den Händen nachformen.

So sahen dann unsere fertigen Onigiri aus, die wir zusammen mit den restlichen Füllungen und eingelegtem Gemüse genossen. Dabei verliebte ich mich ein bisschen in den Geschmack eingelegter Kirschblüten, die beim Rettich dabei waren. Und ich mag den Geschmack so eines Onigiri sehr gerne. Und praktisch sind sie. Muss ich wirklich dringend mal endlich selbst machen!

Beste Katrin, vielen lieben Dank für diesen Kurs! Auch über ein halbes Jahr später denke ich noch gerne an unseren Mittag zurück und hoffe, dieses Jahr wieder etwas tolles bei Dir lernen zu können!

Also Leute, wenn Ihr Euch für japanische Küche begeistern könnt und gute Zutaten sucht, besucht das „Hanabira“ in Berlin Friedrichshain!

Hanabira
Colbestraße 5
10247 Berlin

Berlin 2018 – Restaurantbesuche in Friedrichshain

Letztes Jahr verbrachte ich seit 6 Jahren mal wieder ein paar Tage in Berlin und besuchte meine älteste Freundin Steffi, die in Friedrichshain lebt. Ich hatte zwar auf angenehmes aber nicht dringend heißes Wetter gehofft, es kam aber anders. Schon seit April war es sommerlich warm und auch in Berlin stand die Luft. Aber ich machte das beste aus diesem ersten Juni-Wochenende, aß mich durch Friedrichshain und erkundete Steffis Nachbarschaft. Mittags und nachmittags blieb ich einfach in der Wohnung und entspannte ein wenig. Und hatte Zeit nach unserer abendlichen Essgelegenheit zu suchen. Und wurde ich fündig! (Ein Traum im Vergleich zu Göttingen *seufz*) Mal aßen wir nur zu zweit, mal in Begleitung,  aber immer großartig!

Wo wir aßen, was wir aßen, wie es schmeckte, möchte ich Euch hier und jetzt vorstellen (Stand Januar 2019).

Kurhaus Korsakow

Mittwochabend kam ich in Berlin an und war einigermaßen ausgehungert, weil ich mittags in Erwartung von leckerem Essen nicht wirklich viel aß. Steffi schlug das Kurhaus Korsakow vor, in dem sie schon öfter Gast war. Und den Empfehlungen der Tochter einer Gastronomie-Familie vertraue ich.

Draußen war alles besetzt, also saßen wir uns an einen Tisch an den großen geöffneten Fenstern. Ich finde es klassisch-gemütlich eingerichtet und der sehr aufmerksame Service kam auch sofort.

Da ich gerne viele unterschiedliche Sachen koste, aber nicht sonderlich viel auf einmal essen kann, teile ich mir Vorspeisen und Dessert gerne mit der Begleitung. So suchten Steffi und ich uns den gebeizten Zander mit Roter Bete, Radieschen und Sonnenblumenkernen aus. Ich war etwas skeptisch wegen des rohen Süßwasserfisches, aber dann höchst angenehm überrascht. Zartes Fischfilet mit frischer Sauce, nett scharfen Radieschen (nicht die luschige Supermarktware) und etwas Knusper und Erdigkeit durch die Sonnenblumenkerne.

Weil Steffi schon vernünftiges Mittagessen hatte an dem Tag, wählte sie ein kleines Würzfleisch, einen Klassiker, der auf keiner Gaststättenkarte der DDR fehlen durfte. Sanft und würzig gleichzeitig und geschmolzener Käse macht ja eh alles gut, oder? Steffi war jedenfalls sehr zufrieden.

Bei mir kamen die ungarischen Gene durch und mir war nach einem Schnitzel Wiener Art mit Kartoffelsalat. Wunderbar dünn, wunderbar knusprig, wunderbar zart. Köstlichst! Leider unterschätze ich immer Restaurantportionen (Wo sind die Seniorenportionen, wenn man sie braucht?!?) und Steffi aß meinen Rest ;-)

Steffi war ja schon öfter da und ich war ebenfalls so begeistert, dass wir am Sonntag zum Brunch gleich nochmal hingingen. Und auch das war wirklich sehr reichhaltig und köstlich! Wenn ihr ein gemütliches Restaurant mit moderner deutscher und internationaler Küche sucht, seid ihr hier genau richtig!

Kurhaus Korsakow
Grünberger Straße 81
10245 Berlin

www.kurhaus-korsakow.de

Szimpla Berlin

Als halbe Ungarin und Liebhaberin der ungarischen Küche sehe ich es als meine Pflicht an, ungarische Restaurants auf Authentizität zu testen ;-) Also wollte ich dringend ins „Szimple“. In welche Kategorie möchte man das „Szimpla“ stecken? Es hat das Ambiente einer Bar, aber schon seit 9 Uhr geöffnet und dementsprechend auch eine Frühstückskarte und für den fortgeschrittenen Tag ein Karte mit wenigen aber ausgesuchten kleineren und größeren Gerichten, wie warme Sandwiches, Letscho oder Gulasch. Auch die Getränkekarte ist reichhaltig von Cocktails über Weinen und Bieren bis selbstgemachten alkoholfreien Limos.

Steffi wollte wieder nur eine Kleinigkeit und entschied sich auf meine Empfehlung hin für die Vegetarische Aufstrichplatte. Sie besteht aus Siebenbürgener Auberginencreme (vorne links), Körözött (hinten links), einem sehr würzigen ungarischen Schafskäseaufstrich und Frischkäsecreme (vorne rechts) mit frischem Brot und Gemüse. Wirklich äußerst köstlich!

Wenn schon Gulasch bzw. Pörkölt mit Tarhonya auf der Karte steht, muss das auch auf Authentizität geprüft werden. Superzartes Fleisch, würzige Sauce, schönes Tarhonya – hätte ich genau so auch bei einer ungarischen Tante bekommen können. Test bestanden!

Als Getränk wählten wir alkoholfreie Homemade Lemonades in Limette-Gurke-Minze und mit Zitrussirup. Schön erfrischend!

Außerdem bietet das „Szimpla“ selbstgebackene Pogatschen an, die natürlich auch getestet werden mussten. So nahmen wir noch 3 Pogácsa und je ein Schälchen Aufstrich für zu Hause mit, die wir dann jeweils zum Frühstück aßen.

Fazit: erfreulicherweise sehr köstliches und authentisches ungarisches Essen, leckere Limos, ein etwas verpeilter, aber nichtsdestotrotz netter Service. Große Empfehlung von uns!

Szimpla Berlin
Gärtnerstraße 15
10245 Berlin

www.szimpla.de

PriMaria (bulgarisch)

Es ist immer noch warm und dazu schwül. Ich verbringe meinen Tag meist in der dunklen Wohnung und Steffi beauftragt mich mit der Restaurantsuche für den Abend. Gerne doch! Ich klicke mich durch die Karte Friedrichhains und finde das PriMaria, eine bulgarische Lokalität! Wie spannend! Das mal im Original zu kosten hätte was und auch Steffi ist nicht abgeneigt, unsere kulinarische Osteuropa-Reise fortzusetzen.

Also die 10 Minuten hingelaufen und die Karte studiert. Oi! Die haben Tarator! Eine von mir heiß geliebte kalte Gurkensuppe. Perfekt bei den herrschenden Temperaturen! Haben wir das also bestellt und in Erwartung einer kleinen Vorspeisenportion noch ein paar andere Sachen. Und dann war das eine Monsterportion Tarator… Aber eine soooo leckere Suppe! OhmeinGott!

Steffi bestellte sich Schnittchen mit bulgarischem Käse, Salami und Schinken. Das war auch sehr gut und mal ein bisschen was anderes zu dem deutschen Aufschnitteinerlei.

Wir hatten auch noch Pirogi bestellt, waren aber nach der Suppe und den Schnittchen zu unglaublich satt, dass wir sie mit nach Hause nahmen und am nächsten Tag zum Mittag aßen :-) Beim nächsten Besuch würde ich dort gerne wieder hingehen, um noch ein paar andere Gerichte der Karte auszuprobieren, einfach weil es sich so spannend liest und ich mir unter dem Geschmack noch wenig vorstellen kann. Probiert das Restaurant ruhig mal aus :-)

priMaria
Gärtnerstraße 12
10245 Berlin

www.primaria.de

Tonkin (vietnamesisch)

Für Samstagabend waren wir mit Frau Dynamite Cakes und ihrem Herzensmann verabredet. Da auf deren Seite ein paar Einschränkungen bei der Essensauswahl vorlagen, schlugen sie vor zu ihrem Stammvietnamesen zu gehen. Da waren Steffi und ich voll dabei. Ich bin ja sonst nicht so der Fan der südostasiatischen Küche, aber vietnamesisch ist anfängerkompatibel für Leute wie mich ;-)

Steffi bestellte sich Glasnudelsalat mit Rindfleisch, der auch sehr gut aussah. Schön frisch und irgendwie würzig.

Ich hatte lauwarme Reisnudeln mit einer Frühlingsrolle, Salat und mariniertem Fleisch. War ich überrascht über die Art der Präsentation. Ich konnte mir so die perfekte Mischung an Nudeln mit Salat, Fleisch und Sauce basteln. Es war wunderbar! Und diese knusprig-würzige Frühlingsrolle dazu! Großartigst!

Der Herzensmann von Frau Dynamite Cakes bestellte sich Matsama Ga Chion, also Rotes Curry mit knusprigem Hähnchen, wie offensichtlich bei fast jedem Besuch dort und war auch wieder sehr angetan davon. Das sah aber auch zu gut aus! Und von dem was ich kosten durfte, war es auch nicht zu scharf …

Frau Dynamite Cakes hatte Pho Xao Ga bestellt, die sich als gebratene Reisnudeln mit Hähnchen herausstellten. Und sehr frisch und wohlschmeckend aussahen.

Eigentlich hätte ich alle unserer bestellten Gerichte essen können, so gut hat jedes einzelne ausgesehen und haben meine Nudeln geschmeckt! Das Lokal ist zwar schlicht, aber trotzdem gemütlich eingerichtet mit einem sehr netten und zuvorkommenden Service. Wenn ihr Lust auf südostasiatische Küche habt, geht da hin oder bestellt es Euch nach Hause, wenn ihr in der Nähe lebt. Ich würde es auf alle Fälle regelmäßig tun *g*

Tonkin
Krossener Straße 12
10245 Berlin

www.tonkin-restaurant.com

Und insgeheim gräme ich mich ein wenig, dass es hier in Göttingen nicht mal annähernd so eine Auswahl an unterschiedlichen Restaurants gibt, deren Essen man sich im Idealfall auch noch nach Hause bestellen kann, wenn man einen schlechten Tag hatte. Aber wahrscheinlich würde ich auch echt arm werden, weil ich so oft auswärts essen würde *g* Hoffentlich komme ich dieses Jahr wieder hin und wir können weitere Lokalitäten ausprobieren :-)

Ungarn 2016: Ausflug nach Keszthely an den Balaton

Unser Ferienhaus lag zwar im schönsten und ruhigsten Nichts, aber trotzdem kann man mit relativ kurzer Fahrtzeit durch sommerliche Hügellandschaft einige hübsche Ausflugsziele erreichen. Eines möchte ich Euch heute vorstellen.

An einem angenehm warmen, aber nicht zu heißen Tag fuhren wir nach Keszthely, eine kleine Stadt am Westufer des Balatons, den größten See Mitteleuropas. Ich war schon wirklich ewig nicht am Plattensee und freute mich sehr auf den Ausflug!

Keszthely (ausgesprochen: Käßthäj) hat ca. 21.000 Einwohner. Der Ort ist seit der Römerzeit besiedelt und brachte seine eigene Kultur hervor, die sich besonders durch ihr Kunsthandwerk hervor tat.

Heutzutage ist es eines der Tourismuszentren am See und hat eine schick aufgehübschte Fußgängerzone in der barocken Innenstadt.

Der Hauptplatz ist schön hergerichtet mit einem Gymnasium

… und einem Brunnen vor dem Rathaus.

Es gibt einiges an Wasser in der Stadt, eben nicht nur den See, sondern auch als Brunnen.

Die Fußgängerzone ist angenehm breit, zumindest an dem Tag im Juli nicht zu voll. Und mit einigen interessanten Geschäften.

Ein interessantes, altes Haus (Renaissancezeit?):

Dieses verlassene Haus würde ich ja gerne kaufen, renovieren und eine coole Pension oder so daraus machen *seufz* *träum*

Von der Fußgängerzone jedenfalls kommt man direkt auf das Schloss der Grafenfamilie Feštetićs. Ein beeindruckendes Tor weist den Weg:

Das Schloss in seiner vollen Pracht!

Während die Eltern und ich uns draußen umsahen und ausruhten, stromerte Susi im Schloss rum…

… und kletterte auf den hohen Turm, von dem man einen grandiosen Ausblick hat: über die Dächer Keszthelys, …

… über den Park …

… bis zum See.

Vom schloss aus kommt man auch gut zu Fuß runter zum Balaton und kann dort entweder am Strand baden oder eine Bootsfahrt machen mit einem restaurierten Schiff.

Und genießt einfach den Blick auf Kestzhely …

… das Strandbad …

… und den Badacsony (ein Tafelberg am Balaton und vulkanischen Ursprungs).

Wir konnten Segler beobachten, die Wolken und Wellen. Total entspannend!

Wieder an Land angekommen wurden wir von Enten- und Schwanenfamilien begrüßt.

Und während Frau Mama und Susi sich noch umguckten, kauften Herr Papa und ich Eis bzw. einen Kürtöskalács (Baumstriezel, Chimney cake, Baumkuchen), der dann im Ferienhaus genüsslich verspeist wurde. Diese Dinger sind einfach göttlich!

Das war ein schöner, erholsamer Urlaub! Aber ich freue mich auch schon auf dieses Jahr, wenn ich wieder mehr Zeit bei und mit der Familie verbringen kann. Mal sehen, was ich Euch dann so berichten kann :-)

Ungarn 2016: Urlaub im Ferienhaus auf dem Weinberg Patóhegy

Den zweiten Teil unserer Ferien verbrachten wir in einer hügeligen Landschaft nahe der slowenischen und österreichischen Grenze. Auf einem Weinberg, dem Patóhegy, im kleinen Dorf Petrikereztúr haben Sándor und Silvia, ein deutsch-ungarisches Ehepaar und Freunde meiner Eltern alte, ungenutzte Weinkeller/-häuser aufgekauft und in wirklich niedliche, gemütliche Ferienhäuser umgebaut. Mittlerweile ist daraus ein kleines Feriendorf mit unterschiedlich großen Häusern entstanden. Jedes Haus ist in einer anderer Farbe gehalten und wirklich liebevoll eingerichtet.

Wir schliefen im blauen Haus, dem Hofhaus 1, das für vier Personen ausgelegt ist. Schon von außen finde ich es ausgesprochen niedlich! Und es gibt echte Fensterläden!

Das Schlafzimmer zum Weg hin, das Susi und ich bewohnten (ja, des TV-Geräts wegen *g*). Gemütlich, angenehm groß.

Das Schlafzimmer der Eltern, in dem sich auch noch ein hübscher Ofen befand, der im Winter bestimmt sehr angenehme Wärme verbreitet, wir im Hochsommer aber zum Glück nicht benötigten:

Der Essbereich, ebenfalls mit hübschem Ofen, an dem man sich bestimmt gut wärmen kann:

Und auch in der Küche ist alles blau: Kühlschrank, Fliesen, Gardinen. Funktional und ausreichend eingerichtet mit einer Mikrowelle, Kaffeemaschine, zwei Gasfeuerstellen und Spüle.

Das Badezimmer mit großer Dusche, in der Radio und automatische Feuchtigkeitsabsaugfunktion integriert ist. Fancy!

Mit Abstand am meisten hielten wir uns auf der Terrasse auf. Ausgestattet mit Hollywoodschaukel, Tisch und Bänken konnten wir dort wunderbar frühstücken oder einfach schaukelnd ein gutes Buch lesen. Sehr gemütlich! Durch die üppige Bepflanzung vorm Haus staute sich auch nicht die Wärme :-)

Auch das Gelände um die Ferienhäuser ist wunderschön! Sándor hält alles in Schuss und ist für alle Fragen und Wünsche offen. So können Gäste am Osterprogramm teilnehmen, im Herbst zur Hirschbrunft kommen oder im Dezember bei einer Hausschlachtung mithelfen und die produzierten Köstlichkeiten gleich probieren.

Sie bauten noch eine schöne, gut ausgestattete Sommerküche mit Außensitzplätzen am Teich, in der Sándor auf Wunsch auch Mahlzeiten zubereitet. Dort können große Feten stattfinden oder man guckt gemeinsam Fußball.

Außerdem bezogen sie alte Elemente der Weinhäuser wie diesen Brunnen oder abgestorbenen Baum mit in die Gestaltung ein.

Es ist einfach nur wunderschön da oben. Ruhig, entspannend!

Perfekt für Leute, die mal dringend eine Auszeit benötigen und goldenes Nichtstun suchen!

Aber auch Ausflüge kann man ganz wunderbar machen. Es gibt zum Beispiel Thermal- und Spaßbäder im ca. 25 km entfernten Lenti oder Zalaegerszeg. Oder kann diverse Museen und Abenteuerparks besuchen. Bis ins slowenische Maribor sind es 1,5 Stunden mit dem Auto oder an den Balaton in 1 Stunde. Auch die österreichische Grenze ist nicht weit. Ihr seht, man muss nicht dringend auf dem Berg bleiben, sondern kann sich auch umsehen und neue Abenteuer erleben!

So ganz alleine ist man da oben eh nicht. Oft laufen einem Bukfenc, Sándors Hund und …

Csoki, eine offensichtlich schokoladenbrauner Jagdhund über den Weg und freuen sich über jede Streicheleinheit. Und die haben sie von Susi und mir ausgiebigst bekommen *ggg*

Auch auf dem Patóhegy kann man wunderbar spazieren gehen und sich in der Natur erholen.

So sieht die Grundsubstanz der Ferienhäuser aus und wenn Sándor und Silvia sie nicht saniert hätten, wären sie wahrscheinlich auch in diesem erbärmlichen Zustand.

Beim Anblick dieser Früchte musste ich erstmal ein bisschen überlegen, was es sein könnte. Nach einer Weile kam mein Botanikerhirn doch auf Esskastanien (oder auch Maronen), aber ich hab die Bäume noch nie in echt gesehen, weil ich hier in Deutschland noch nie in Gegenden war, in denen sie natürlicherweise vorkommen.

Ich kann nur jedem empfehlen dort ein paar Tage auszuspannen, egal ob alleine, als Paar oder mit den Kindern. Die können dort ungestört spielen, da es kaum Autoverkehr gibt und wenn dann fahren diese langsam auf den Wegen. Es gibt viel zu entdecken und genug Ausflugsziele, um es nicht langweilig werden zu lassen. Wie cool fände ich es, ein ganzes Jahr dort zu leben, um die unterschiedlichen Jahreszeiten zu erleben, mich um Gäste kümmern, bei der Gartenarbeit helfen, die Gäste bekochen, Feste ausrichten :-)

Patóhegyi Borházfalu

Morgen nehme ich Euch dann mit zu einem Tagesausflug an den Balaton, der auch nur 1 Stunde mit dem Auto entfernt ist. Freut Euch auf ein schickes Schloss und viel Wasser!

Ungarn 2016: Essen abseits des Klischees von Gulasch

Natürlich müssen wir in Ungarn auch was essen und nein, es gibt nicht jeden Tag Gulasch *g* Ja, es wird tatsächlich öfter Pörkölt (der ungarische Name vom Gulasch) gegessen, aber auch oft gemüselastige Alltagsgerichte.

Einen nicht zu unterschätzenden Teil der ungarichen Küche machen Suppen aus. Traditionell besteht jedes Mittagessen, die Hauptmahlzeit des Tages, aus zwei Gängen: erst eine Suppe, dann einen zweiten Gang, der auch gerne mal süß ist.

Beginnen wir mit etwas, was schon das Klischee erfüllt: Gulaschsuppe (Gulyás auf ungarisch). Sehr reichhaltig, sehr zartes Fleisch, das beste Wurzelgemüse von Welt, nämlich aus Tantes Garten. Erwähnte ich schon mal meine Liebe zu Petersilienwurzeln? ;-)

Was ich ja immer essen könnte – Borsófözelék, also eigentlich Erbsengemüse, das eine komplette Mahlzeit darstellt. Dieses Mal mit geschmorter Ente als Beilage. Meine Variante findet ihr auch im Blog unter „Ungarisches Erbsengemüse„.

Den Abend als ich ankam, gab es eine weiße Bohnensuppe mit pikanter Wurst als Einlage. Und dazu diesmal kein Brot sondern Kartoffelplätzchen. War ich begeistert! Wieso hab ich die Dinger bisher immer nur süß gegessen?

Wirklich sehr beliebt, aber in Deutschland weitgehend unbekannt, ist die Vorliebe der Ungarn für kalte Obstsuppen, besonders wenn der Sommer heiß ist. Frau Kochschlampe kam bei unserem gemeinsamen Urlaub vor sieben Jahren sehr auf den Geschmack und auch ich liebe sie, am meisten die Sauerkirschsuppe. Aber es können auch Pfirsiche, Äpfel, Aprikosen benutzt werden. Richtig wichtig ist nur die Zugabe von Saurer Sahne. Denn noch vor Paprika ist eigentlich Saure Sahne die alles beherrschende Zutat in der ungarischen Küche *g*

Natürlich wird in Ungarn auch viel Süßes gegessen. Und dort wird ebenfalls in Alltagskuchen und Feiertagskuchen unterschieden. Alltagskuchen sind solche, wie dieser einfache Hefe-Kirsch-Kuchen oder der von mir heiß verehrte süße Dillkuchen:

Und wenn Besuch kommt, wird schon mal ein aufwendiger Biskuitkuchen mit Buttercremefüllung und Walnüsschen obenauf gebastelt. Ich bin ja sonst kein Fan von so Cremekuchen, aber dieser war extremst lecker!

Zu besonderen Anlässen wird besonders groß aufgetafelt. Aber auch da gibt es traditionelle Gerichte, die nur in Feinheiten variieren.

Der erste Gang ist immer eine klare Fleischbrühe! Zwerg und ich bevorzugen sie mit ziemlich vielen feinen Nüdelchens und Gemüse. Besonders die Möhren – was gibt es immer Diskussionen und böse Blicke um die Möhren zwischen uns! :-D Ganz ehrlich? Wenn ich nicht alleine leben würde, es gäbe jeden Sonntag Brühe bei mir als Vorspeise!

Zu dem großen Familientreffen, dessen Gerichte ich Euch gerade zeige, hatte meine mittlerer Tante insgesamt drei Hauptgerichte gekocht. Hier seht ihr den gefüllten Schweinebauch, etwas gebratene Hähnchenbrust, den ich mit Reis und buntem Salat aß. Die Ungarn haben es nicht so mit Sauce, es sei denn es gibt Gulasch, das meine Tante auch noch gezaubert hat und das ganz wunderbar würzig schmeckte. Mein Bild ist nur leider extrem unansehnlich geworden *seufz*

Gegartes Gemüse ist nicht so wahnsinnig üblich als Beilage, zumindest in meiner Familie. Stattdessen werden Weißkohlsalat, Gurkensalat oder eingelegte Gurken, im Sommer Kovászos uborka serviert. Mir ist das ja so ins Blut übergegangen, dass ich z.B. fast nie auf die Idee komme, mir einen grünen Salat als Beilage zu machen, dafür aber immer irgendwelche eingelegten Gemüse in meinem Kühlschrank zu finden sind.

Kommen wir zur nächsten Kategorie: Sonntagsessen. Auch da setzt die ungarische Hausfrau normalerweise sonntagmorgens einen riesigen Topf mit Hühnerbrühe auf, der dann stundenlang simmert und durchs Haus duftet, aber es dürfen auch andere feine Sachen serviert werden, wie diese Hähnchenragoutsuppe. Habe ich das erste Mal gekostet und mochte es sehr!

Weil wir eine größere Runde waren (Cousin plus Familie, Onkel + Tante, meinereiner samt Sippe) hat die Tante zwei Hauptgerichte gekocht. Zum einen das Unaufhörbare Hühnchen vom Blech, mit Pommes. Ein Rezept, das meine Tante aus dem Internet hatte. Dafür werden Hähnchenstücke gewürzt, mit Zwiebel und Saurer Sahne belegt und dann in den Ofen geschoben, die Pommes passten gut dazu. Das Photo lässt es nicht vermuten, aber es ist tatsächlich köstlich und sehr zart.

Als zweites Gericht gab das andere Nationalgericht Ungarns: Paprikás csirke, also Hähnchenpaprikasch, das traditionell zu ungarischen Nokeldi (Knöpfle) serviert wird:

Dafür sollte ich auch mal das Rezept veröffentlichen, oder? *grübel* Wollt ihr das Rezept haben?

Frühstück ist normalerweise eher spartanisch in Ungarn, aber wenn besonderer Besuch da ist, wie der kleine Bruder aus Deutschland (sprich mein Vater) oder der Sohn, der am südlichsten Ende Deutschlands lebt, dann werden auch besondere Frühstücksvarianten aufgetischt. Besonders beliebt ist bei uns mit Paprika gebratenes Entenblut. Hört sich für den ein oder anderen vielleicht komisch an, aber schmeckt wunderbar würzig. Denn wenn so ein Tier schon für unser Essen sterben muss, ist es unsere verdammte Pflicht so viel wie möglich zu verwerten!

Für unseren Besuch wird auch immer selbstgemachte Hurka, also Blut- und Leberwurst vom Schlachten im Winter, im Tiefkühler aufgehoben. Und ganz ehrlich? Die Varianten von meinem Onkel sind einfach die allerbesten! Sooo unglaublich lecker! Die Blutwurst mit Reis und ein wenig süßlich, die Leberwurst pikant, aber nicht zu scharf.

Von meiner zweitältesten Cousine wurden wir zu ihrem alljährlichen Kesselkochen eingeladen, was sehr gemütlich war. Draußen sitzen, quatschen, nebenbei köchelt die Bohnensuppe mit Eisbein …

… die Schwiegermutter meiner Cousine (die gelernte Konditorin ist) buk noch Quark- und Sauerkirschstrudel (grooooße Strudelliebe hier!) und …

die kleinen Käsepogatschen, die wunderbar als Brotbeilage zur Suppe passten.

Ich vermisse das Essen dort sehr und freue mich jetzt schon auf September, wenn ich die Kochkünste meiner Tanten, Cousinen und Co. genießen kann. Als Bonus gibt es dieses Jahr noch den Besuch einer Hochzeit, auf den ich sehr gespannt bin und Euch auf alle Fälle berichten werde.

Für morgen verspreche ich Euch einen Beitrag über ein wahrlich ruhiges und niedliches Ferienhausdorf, in dem wir eine weitere Woche verbrachten. Und da ist es so unglaublich schön, dass ich mir glatt vorstellen könnte, mal ein ganzes Jahr dort zu leben, um alle Jahreszeiten zu erleben…

Ungarn 2016: Esztergom – Die frühere Hauptstadt Ungarns

Esztergom – die Stadt, die ich auch schon mein Leben lang kenne und liebe. Von unserem Dorf ist sie 20 km entfernt, von Budapest aus braucht man ca. 1 Stunde mit dem Auto. Der Weg ist nicht weit, aber vielbefahren und oft stauig, da viele Leute aus unserer Gegend nach Budapest zum Arbeiten pendeln.

In der netten kleinen Stadt leben ca. 30.000 Menschen. Das Zentrum wurde in den letzten Jahren renoviert, ja auch mit Hilfe von EU-Geldern. (Und wer findet die EU in Ungarn besonders doof? *seufz*) Die Architektur des Rathauses mag ich immer noch sehr:

Vor dem Rathaus ist der Széchenyi Platz auf dem im Sommer viele Feste stattfinden. Sehr schön und gemütlich!

Esztergom (auf deutsch auch Gran genannt) liegt direkt an der Donau, die die Grenze zur Slowakei bildet. Unweit der Innenstadt kann man am Seitenarm der Donau (Kisduna) wunderschön spazieren gehen. Allerdings ist das nicht ganz ungefährlich, wenn mal wieder eines der regelmäßigen Hochwässer der Donau ist, dann droht das Wasser sich hierüber den Weg in die Innenstadt zu bahnen.

Das beeindruckendste Gebäude der Stadt ist die katholische Basilika, die auf dem Burgberg an der Donau steht:

Der Schlussstein der „Kathedrale Unserer Lieben Frau und des heiligen Adalbert“, jahaa das ist der offizielle Name, wurde 1869 gesetzt, aber die erste Kirche wurde an selber Stelle schon von 1001 bis 1010 errichtet, als Esztergom unter König Stephan I. (der Nationalheilige) ungarische Hauptstadt war. Sie brannte im 12. Jahrhundert nieder und es folgten weitere Kirchen, die aber immer wieder zerstört wurden.

Zur Kuppel kann man auch hochgehen und hat wunderschönene Aussichten, z.B. Richtung Donauknie und Pilis-Gebirge, …

… zur Donau und rüber zur slowakischen Schwesterstadt Štúrovo (Párkány) …

… oder zum Innenhof der Basilika, in dem im Sommer Open Air Theater gespielt wird und zur Burg, die mit einem Museum drin wieder nach den mittelalterlichen Plänen errichtet wurde.

Etwas westlich der Basilika wurde an einem besonders hübschen Aussichtspunkt über die Donau das Denkmal für Stephan I. errichtet, der das Christentum nach Ungarn brachte.

Und jetzt noch eine persönliche Empfehlung, wenn die Außentemperaturen steigen (und das tun sie oft im ungarischen Sommer). Esztergom hat auch ein Spaßbad, aber wir gehen am liebsten in das kleine, über 100 Jahre alte „Szent István Strandbad“ gleich am Nebenarm der Donau. Viel Platz und Schatten unter Bäumen, angenehmes Wasser, günstiger Eintritt, sättigende Snacks.

Szent István Strandfürdö
Bajcsy-Zsilinszky Endre utca 14
Öffnungszeiten: von Montag bis Sonntag 6-19 Uhr
Eintritt (2017):
Kinder 800 Forint ~ 2,60 €
Erwachsene 1100 Forint ~ 3,60 €

Immerhin ist das hier ja noch ein kleiner Foodblog, also zeige ich der geneigten Leserschaft morgen, was in Ungarn so für uns gekocht wird: im Alltag, zu besonderen Anlässen, abseits des Gulaschklischees. Es gibt kulinarisch so viel mehr zu entdecken!

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