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Ein Wochenende in Berlin 2019: Essen im „Matreshka“ und „Sasaya“

Das erste Juniwochenende verbrachte ich wieder in Berlin bei der besten Steffi. Die richtig typischen Touri-Ausflüge habe ich selten gemacht, so war ich zum Beispiel noch nie an der Mauer. Also DIE Mauer, die Berlin zu DDR-Zeiten in West und Ost trennte. Natürlich weiß ich, dass es sie gab, aber wie hoch und dick die war, wie breit der Todesstreifen, keine Ahnung! Und da die East Side Gallery fußläufig von Steffi war, gingen wir hin. Es ist das längste noch erhaltene Stück der Mauer, das im Frühjahr 1990 von Künstlern bemalt wurde, die damit die damalige politische Lage kommentierten. Mittlerweile sieht man leider nicht mehr die Originale, sondern die 2009 restaurierten/übergemalten Versionen. Die eigentliche Grenze war auch nicht die Mauer, sondern das gegenüber liegende Ufer der Spree und schon zum Stadtteil Kreuzberg gehört. Ich muss ja gestehen, dass ich gar nicht so genau weiß, welcher Stadtteil früher zur Bundesrepublik oder zur DDR gehörte. Klar, Charlottenburg ist Westen, Friedrichshain oder Prenzlauer Berg Osten, aber Pankow? Oder Neukölln? Ich habe simpel keine Ahnung … Wobei, vielleicht ist das gar nicht so verkehrt, dass es für mich einfach eine große Stadt ist und ich nicht in Ost und West denke.

Die Mauer ist schon irgendwie beklemmend, auch wenn man an einem sonnigen Feiertag dort mit hunderten anderen Menschen entlang spaziert. Wenn man überlegt, weshalb sie gebaut wurde, wie hoch der Beton stand, wie breit der Todesstreifen innerhalb einer dicht besiedelten Stadt teilweise angelegt war, wieviele Menschen umgebracht wurden, nur weil sie nicht in einer Diktatur leben wollten…

Der berühmte Bruderkuss.

Nach diesem (für mich) langen Spaziergang war es Zeit zum Mittagessen und Steffi schlug passend zum Ausflugsthema ein osteuropäisches Lokal, das „Matreshka“ vor. Es liegt an der wirklich langen Boxhagener Straße relativ nahe an der Mauer. Es ist eher ein Bistro als Restaurant, aber sehr freundlich und hell eingerichtet. Der nette Kellner kam auch schnell, so dass wir bald einen Blick auf die kleine, aber feine Karte werfen konnten.

Wir entschieden uns für den Vorspeisenteller für 2 Personen, der alle Vorspeisen enthielt. Im Uhrzeigersinn waren das Blini mit geräuchertem Lachs auf 1 Uhr, Russisches Ei mit Sauren Gurken auf 3 und 5 Uhr, auf 7 und 9 Uhr Georgische Auberginen und auf 11 Uhr mit Rindfleisch gefüllte Blini. In der Mitte ein großer Klecks Smetana, der unserem Schmand ähnelt. Und meine Güte, war das alles köstlich! So dünne Blinis, die Rindfleischfüllung war herrlich würzig, die Füllung der Eier wunderbar cremig und das Auberginen-Tomaten-Türmchen so schön gemüsig. Hach, sollte man auch alles mal zu Hause ausprobieren!

Steffi wählte eine Portion Pelmeni (ich weiß leider nicht mehr welche Füllung), also die klassisch-russischen gefüllten Teigtaschen, die mit Smetana und frischem Dill serviert werden. Und die haben wirklich richtig gut geschmeckt!

Ich wollte schon immer mal russisches Schaschlyk essen, das mit frischem Salat und einer hausgemachten Tomatensauce serviert wurde. Da mir nicht nach frittierten Kartoffelecken war, suchte ich mir auf Empfehlung des Kellners Kartoffelbrei dazu aus. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zuerst war ich skeptisch, ob das Fleisch nicht zäh wäre, aber Oh!Mein! Gott! es war so unglaublich zart und fein würzig. Mit der Tomatensauce wirklich perfekt! Bei Kartoffelpüree passiert es ja mal schnell, dass es aus Flocken gemacht wurde, aber hier nicht, es wurden richtige Kartoffeln verarbeitet und es war genau richtig. Seht Ihr die kleinen Butterpfützen im Kartoffelbrei? 😍

Dieses Lokal bekommt eine große Empfehlung von Steffi und mir für Euch! Wenn Ihr in der Nähe seid, gönnt Euch dort unbedingt eine Mahlzeit! Ich hätte auch noch so 2-17 Gerichte von der Karte, die ich gerne kosten würde *g*

Matreshka
Boxhagener Straße 60
10245 Berlin/Friedrichshain

Telefon: 0163 – 9870767

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 15:00 – 23:00
Samstag, Sonntag 12:00 – 23:00

Freitag fragte die Kochschlampe, die aus Gründen gleichzeitig mit mir in Berlin weilte, ob wir nicht Sonnabendmittag gemeinsam im „Sasaya“ essen wollen würden. Klar, knapp 10 Jahre nach meinem ersten Besuch wurde es mal wieder Zeit (ich war mindestens 1x noch da, aber keine Ahnung mehr wann … Ich werde alt!). Wir fuhren ein bisschen früher hin und spazierten noch ein wenig durch Prenzlauer Berg, bevor wir uns in das Restaurant setzten. Frau Kochschlampe kam wenig später an und wir versuchten etwas von der umfangreichen und vielfältigen Karte zu wählen.

Frau Kochschlampe wählte als Vorspeise Tofu mit fünf verschiedenen Toppings aus. Der war wunderbar seidig, hat nicht die Spur künstlich geschmeckt und war mit den verschiedenen Kleinigkeiten dazu hervorragend. Tolle Idee!

Steffi hatte sich gegrillten Lachs ausgesucht, der auch großartig zart und gar nicht lachsig war, wie ich ihn oft empfinde und warum ich gebratenen Lachs zum Beispiel nicht mag.
(Falls sich jemand wundert, irgendwie haben alle von allem gegessen, wenn wir wollten *g*)

Beide hatten sich einige Sorten Sushi bestellt, die (auf Nachfrage des Personals) gemeinsam auf einem großen Schieferteller serviert wurden. Die Röllchen, die ich kostete, waren ausnahmslos köstlich!

Ich hatte den für mich schon fast obligatorischen Butadon, also geschmorten Schweinebauch auf Reis bestellt. Und es war wieder so großartig wie das Mal davor – wunderbar zart, das Fett nicht unangenehm, leicht süßlich und doch würzig durch das Nori auf dem Reis und den kleinen eingelegten Gemüsen am Rand. Ich liebeliebeliebe es! Sollte ich auch mal wieder zu Hause kochen!

Ich hatte etwas Angst, dass das „Sasaya“ in der Zwischenzeit nachgelassen hätte, aber die Gerichte sind immer noch so köstlich, wie bei meinem ersten Besuch! Ich kann nur jedem einen Besuch dort mit authentisch japanischer Küche empfehlen! Geht hin!

Sasaya
Lychenerstraße 50
10437 Berlin/Prenzlauer Berg

Telefon: 030 44717721

Öffnungszeiten:
Donnertag bis Montag 12:00 – 15:00
18:00 – 23:30

Budapest 2018: Besuch im Lieblingsrestaurant „Rosenstein“

Kommen wir endlich zu meinem neuen Lieblingsrestaurant – das „Rosenstein“! Seit es in einer Sendung auf arte vor sieben Jahren erwähnt wurde, wollte ich dort hin und endlich hat es geklappt. Es liegt in einer unscheinbaren Straße, nicht weit vom Keleti Bahnhof, also Ostbahnhof entfernt und war für uns in 20 Minuten zu Fuß von der Ferienwohnung aus zu erreichen.

Wir waren mit unserem ältesten Cousin und seiner Frau verabredet, die verkehrsbedingt ein bisschen später ankamen. So konnten Susi und ich noch die Atmosphäre im Lokal genießen. Wir haben uns sofort sehr willkommen gefühlt. Es war irgendwie ein bisschen wie nach Hause kommen. Der Kellner, der uns hauptsächlich für uns zuständig war, fragte nach Getränkewünschen, mit denen wir die Zeit bis zur Ankunft der anderen beiden überbrücken konnten.

Nachdem wir alle die Karte ausgiebig studiert hatten (ich auch schon die Tage vorher immer mal wieder online *g*) und uns nach langem hin und her entschieden, kamen die folgenden Vorspeisen an unseren Tisch:

Zsidó tojás, übersetzt jüdisches Ei, ist eine Eipastete und wirklich köstlich! Dafür wird in Gänseschmalz gebratene Gänseleber zerdrückt und mit hartgekochten Eiern und Gewürzen gemischt. Muss ich mal ausprobieren!

Außerdem wurde noch Gänseleberpastete serviert, die auch wahnsinnig lecker war. Cremig, sanft und würzig gleichzeitig, perfekt:

Susi und ich sind beide große Suppenliebhaber und bestellten uns ein Süppchen. Ich wollte schon immer mal Matzeknödel kosten und hatte die hausgemachte Rinderbrühe mit einem würzigen Matzeknödel, der eine angenehme Zitronennote hatte (links). Susi wollte eine Kraftbrühe mit Gänseleber (rechts) und war auch äußerst angetan.

Die Frau unseres Cousins wählte als Hauptgang Wildschweinragout mit Rotwein und hausgemachten Kroketten. Sie war sehr begeistert!

(Es tut mir leid, die folgenden beiden Bilder sind, warum auch immer, unscharf *doppelseufz*)

Z. wollte der Gänseleber nochmal eine Chance und wählte die gegrillte Gänseleber mit Tokajer-Sauce. Er war etwas skeptisch, ob des Gargrades (unsere Familie mag ihr Fleisch größtenteils 200%ig tot *g*), fand es aber doch sehr lecker!

Ich entschied mich für Wild, genauer gesagt für geschmorte Hirschkeule in einer pikant süß-säuerlich abgeschmeckten Gemüsesauce mit Semmelknödeln. Ich habe diese Vadas-Sauce schon selbst gemacht und öfters gegessen, aber sooo perfekt noch nie! Meine Güte, unglaublich köstlich!

Susi blieb traditionell und entschied sich für Wiener Schnitzel (richtig mit Kalbsfleisch, nicht Wiener Art) mit Petersilienkartoffeln, die unter dem Schnitzel versteckt waren und einem wirklich großartigen und schneeweißen Weißkohlsalat. Äußerste Zufriedenheit auch dort! Knuspriges, dünnes, gleichzeitig unglaublich zartes Fleisch!

Wir Frauen waren mehr als satt, aber mein Cousin wollte gerne noch eine süße Kleinigkeit. Nach meiner Beratung entschied er sich für ein Stück Flódni. Flódni ist ein jüdischer Schichtkuchen, der mit Apfel, Walnuss, Pflaumenmus und Mohn gefüllt ist und traditionell zu Purim gegessen wird. Vorausschauernderweise brachte der Kellner gleich vier Gabeln mit, damit wir anderen auch kosten konnten. Und das hat sich gelohnt! Eine perfekte Kombination aus fruchtig, nussig und mohnig. Schön saftig, genau richtig süß! Großartiger Kuchen! Ich werde mich mal auf Rezeptsuche begeben und versuchen ihn zu backen!

Meine Wenigkeit bei konzentrierter Foodbloggerarbeit *g*

Am Eingang des „Rosenstein“s ist ein Tresen aufgebaut, an dem man neben Pflaumenschnaps, Wein, hausgemachtem Sirup oder Nudeln auch das Kochbuch des Restaurants käuflich erwerben, das das Vater-Sohn-Gespann geschrieben hat. Die gibt es natürlich in ungarisch aber auch englisch.

Wir waren uns alle vier einig, dass dies ein wunderbarer Abend in einem wirklich großartigen Lokal war. Gemütliche Atmosphäre, sehr aufmerksamer, freundlicher Service und grandioses Essen! Traditionell, aber mit einem gewissen Etwas und hochwertigen Zutaten und immer auch jüdische Spezialitäten auf der Karte. Susi meinte sogar, sie würde am liebsten am nächsten Tag gleich wieder hin. Auch ich hätte nichts dagegen gehabt und kann nur wirklich jedem empfehlen, dort einen Tisch zu reservieren. Wenn wir das nächste Mal in Budapest sind, werden wir definitiv wieder hingehen!

Rosenstein Vendéglö
Mosonyi utca 3 (nahe des Ostbahnhofs)
1087 Budapest, Ungarn

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 12:00 – 23:00 Uhr

Budapest 2018: Besuch im Restaurantklassiker „Gundel“

Es gibt in Budapest ein Restaurant mit sehr langer Geschichte und einem schon fast legendären Ruf – das Gundel! Ich folge dem Restaurant schon länger auf Instagram und fand auch die Bilder der Gerichte sehr ansprechend. Wäre ja auch mal ein Erlebnis dort essen zu gehen. Susi und Steffi waren auch dabei, also schnell einen Tisch reserviert für Dienstagabend.

Glücklicherweise lag das Restaurant nur 20 Minuten zu Fuß von unserer Ferienwohnung entfernt im Stadtwäldchen, nur 5 Minuten vom Heldenplatz entfernt und direkt neben dem Eingang des Zoos. Passenderweise in der Karl-Gundel-Straße, die tatsächlich nach dem Besitzer des Restaurants benannt ist, der viele der ikonischen Gerichte kreierte. Das Restaurant gibt es schon seit 1894, zuerst als „Wampetich“, bis Karl Gundel es 1945 in „Gundel“ umbenannte. 1949 wurde es verstaatlicht, worunter die Qualität und der Ruf ziemlich litten. 1991 kauften zwei amerikanische Gastronomen es vom Staat zurück, mit der Intention es wieder zu alten Glanz zu führen. Ich bin ja sonst nicht so schnell zu beeindrucken mit Prominenten, aber wenn man sich die Galerie der Besucher anguckt – das ist nicht ohne! Queen Elizabeth II, Papst Johannes Paul II, Tony Curtis, die Clintons oder auch in unserer Generation bekanntere Schauspieler wie Jennifer Lawrence oder Daniel Brühl. Aber wie gesagt, ich wollte gerne mal selbst dort speisen.

Der erste Eindruck war ein wenig einschüchternd! Ich fühlte mich ein bisschen wie am ersten Schultag … Das Restaurant ist sehr beeindruckend! Wunderschöne Jugendstilgegenstände, ein bisschen Art Deco-Feeling, Livemusik, interessante Möbel, superschönes Geschirr und viele Leute, die dort rumwuseln und arbeiten. (Wir zählten zum Schluss sieben unterschiedliche Leute, die uns bedienten.)

Wir wurden an unseren Tisch geleitet und sofort gefragt, in welcher Sprache die Karte gebracht werden soll. Ich glaube, sämtliche Kellner waren ein wenig verwirrt, weil wir teilweise auf Englisch mit ihnen kommunizierten, wir untereinander deutsch redeten und ich dann eben auch auf ungarisch mit dem Personal. Wenn ich in Ungarn bin, kann ich nicht englisch mit einem Ungarn reden. Uns wurden Aperitifs angeboten, Steffi wählte Rosé-Sekt, Susi und ich alkoholfreien Sekt. Niedlicherweise bot mir der Kellner, der uns dann hauptsächlich bediente, die alkoholfreie Variante genauso an wie den mit Alkohol, also erst einen Schluck eingießen, kosten und entscheiden lassen. Da ich nicht genau wusste, wie man sich in solchen Situationen verhält, frug ich ihn, ob ich auch kosten soll und alles. Er meinte darauf augenzwinkernd: „Tun wir mal so als ob da Alkohol drin wäre.“ *ggg* Ab dem Punkt konnte ich mich immer weiter entspannen. Nach dem Studium der Speisekarte und unserer Bestellung ließen wir erstmal die ziemlich einmalige Atmosphäre des Restaurants auf uns wirken. Es war gut besucht, eine Mischung aus asiatischen Touristen und Geschäftsleuten. Gefühlt senkten wir den Altersdurchschnitt doch ein wenig *g*

Nach kurzer Wartezeit kam ein Gruß aus der Küche: warme Brötchen und Hörnchen (Kifli) …

… mit unterschiedlich aromatisierten Buttern. Es gab normale Butter, eine göttliche Zitronenbutter und die fast schwarze Schweinebutter. Und nein, ich weiß nicht, woraus die bestand, aber sie war lecker.

Als Vorspeise teilten Susi und ich uns das Gänseleberduo. Es bestand aus Gänseleberpastete und über Kirschholz geräucherte Gänseleber. Dazu gab es wunderbares Brioche in Butter geröstet und angeflämmte Pflaumen. Sehr schöne Kombination! Die Gänseleber wunderbar zart und würzig, die Pastete schön cremig und passend dazu die Säure der Pflaumen. Köstlich!

Steffi entschied sich für eine klassische ungarische Halászlé, also Fischsuppe, die sehr schön reichhaltig aussah und wohl auch lecker war.

Als Hauptspeise wählte Steffi das Signature Dish des momentanen Küchenchefs Zsolt Litauszki. Er möchte ein Hühnchen möglichst ganz verwerten und hat auf Grundlage des klassischen, ungarischen Paprikahühnchens, ein zweigängiges Gericht entwickelt.

Der erste Teil wird im Weckglas serviert. Die oberste Schicht ist eine Erbsen-Petersilien-Creme, die tatsächlich mit Petersilienwurzel gemacht wird. Danach folgt ein weiches Ei und die unterste Schicht war der Grund, warum Steffi arg skeptisch war und ich ihr versprechen musste, es aufzuessen. Diese bestand nämlich aus kurzgebratenem, superzartem Herz und Magen des Hähnchens in einer wunderbar würzigen Sauce. Da hat Steffi wirklich was verpasst! Sogar Susi, die außer Leber sonst auch sehr skeptisch anderen Innereien gegenüber ist, war begeistert.

Der zweite Gang war eben das klassische Paprikahähnchen mit Spätzle. Für die Sauce wurde ein stundenlang geköchelter Fond aus angerösteten Hähnchen- und Entenbeinen mit einem klassischen Gulaschansatz zu der würzigen Sauce geköchelt, in der das angebratenen Hähnchenkeulenfleisch schmorte. Es sah sehr köstlich aus!

Susi wählte Tagliatelle mit Steinpilzsauce und gegrillter Gänseleber. Die Leber wieder superzart und in die Sauce hätte sie sich reinlegen könne, so lecker war die!

Ich hatte mir zum Hauptgang Lamm mit angegrilltem, ganzen Blumenkohl bestellt, wozu noch Polenta gereicht wurde, die in Ungarn Puliszka heißt. Ich wurde natürlich gefragt, wie mein Lamm wünsche, verließ mich aber gerne auf den Küchenchef. Und wurde nicht enttäuscht – das Fleisch war unglaublich zart und saftig. Für mich perfekt!

Der Blumenkohl war genau richtig gegart, nicht zu roh und mit einem wunderbaren Raucharomen. Gefiel mir ausnehmend gut! Und auch die Polenta hatte genau die ideale Konsistenz zwischen fest und cremig und hatte diese netten angebratenen Aromen. Wirklich schöne Kombination!

Eigentlich waren wir auch schon mehr als satt, aber wenn ich schon mal im „Gundel“ bin, müssen auch die Gundel-Palatschinken sein! So bestellten Susi und ich für uns beide eine Portion. Netterweise dachte das Personal mit und hat die Portion gleich auch zwei Teller verteilt gebracht.

Und Oh! Mein! Gott! sind die Palatschinken göttlich! Die extra gereichte Schokoladensauce – ein Traum! Die Palatschinken sehr zart! Die Füllung herrlich nussig, ein bisschen frisch durch Zitrone! Großartigst! Völlig zurecht ein Klassiker!

Dieser Abend war für mich ein Erlebnis! In so einem ehrwürdigen Restaurant speisen, so aufmerksam umsorgt werden. Es gibt Leute, die bemängeln würden, dass der Azubi-Kellner ein bisschen verpeilt hat, auf welcher Seite unser Wasser stand, aber ich bin da nicht so pingelig und irgendwie müssen sie es ja lernen. Das Essen fand ich ausgesprochen lecker und auf der Karte eine nette Kombination aus traditionell ungarischer Küche und internationalen Speisen. Es gibt auch eine Mittagskarte mit schönen Gerichten und etwas preiswerter. Weil ins Geld geht so ein Besuch schon. Aber für mich hat sich dieses Erlebnis gelohnt!

Restaurant Gundel
Gundel Károly út 4
1146 Budapest, Ungarn

Öffnungszeiten: täglich von 12:00 – 23:00 Uhr

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nstagram: Gundel Restaurant

Budapest 2018: Besuch im immer noch hippen „Menza“

Letzten September war ich mal wieder in Ungarn und verbrachte die zweite Urlaubswoche mit der kleinen Schwester und einer guten Freundin in Budapest. Eine ganze Woche Budapest! In einer Ferienwohnung mitten auf der berühmtesten Prachtstraße der Stadt! Was hatte ich nicht alles vor!

Es kam aber ein bisschen anders, da sich mein Immunsystem entschloss einen MS-Schub zu produzieren und ich dementsprechend nicht wirklich fit war. War nix mit Sightseeing und im Thermalbad abhängen, stattdessen bekuschelte ich das Sofa der Ferienwohnung, schlief viel, ging eine Winzigkeit in der näheren Umgebung spazieren oder spielte mit der Katze im Innenhof.

Aber Restaurantbesuche ließ ich mir nicht nehmen! Insgesamt besuchten wir drei Stück, die ich Euch in dieser Woche vorstellen möchte, falls ihr demnächst ein verlängertes Wochenende in Budapest verbringt. Darunter ist ein neue Lieblingsrestaurant, eine richtige Institution der ungarischen Restaurantszene und das „Menza“, in dem wir schon vor 9 Jahren essen waren und das immer noch eine Empfehlung wert ist.

Wir gingen am Sonntagabend dorthin, nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten. Es war praktischerweise nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Und es war gut gefüllt, so dass wir draußen an einem Vierertisch Platz nahmen. Die ungarisch-charmante Bedienung kam auch schnell und brachte uns die Speisekarten.

Zum Kühlen unserer durstigen Kehlen suchten wir uns die alkoholfreien hausgemachten Limos aus, die sehr erfrischend waren.

Als Vorspeise teilten wir drei uns einen Hortobágyi Palacsinta, also einen dünnen Pfannkuchen, der mit würzigem Fleisch gefüllt und cremiger Gulaschsauce überbacken wird. Ein Klassiker der ungarischen Küche! Steffi war positiv überrascht von der Kombination und auch Susi und ich fanden ihn sehr köstlich!

Wenn schon in Ungarn, dann sollte man auch Gulasch essen *g* Steffi wählte Rindsgulasch mit Nokedli (Knöpfle) und mochte es sehr!

Susi wollte einen Lángos probieren, auf dem noch fein gewürztes Schweinefilet und natürlich Schmand war.

Hier nochmal eine Nahaufnahme. Sie war sehr zufrieden – knuspriger Brotfladen, zartes Fleisch und dazu die kühle Säure vom Schmand.

Ich wählten einen anderen Gulaschklassiker: Kalbsgulasch verfeinert mit Schmand und dazu Eierknöpfle und fermentierte Sommergurken. Die Kombination kam mir zunächst ein bisschen seltsam vor, weil ich die Eierknöpfle nur als Hauptmahlzeit zusammen mit jungem grünen Salat im Frühling/Sommer kenne.

Aber die beiden Gerichte können was zusammen! Passt wirklich hervorragend und sollte ich hier zu Hause auch mal ausprobieren. Kann ja auch gut entzerrt werden, indem z.B. das Gulasch im Slowcooker schmurgelt, während ich die Nokedli zubereite… Interessieren Euch die Rezepte für solche Essen?

Auch nach meinem dritten Besuch kann ich Euch einen Besuch im „Menza“ empfehlen! Wenn ihr mal in Budapest seid, macht dort ruhig eine Pause und esst was. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, die ungarischen Gerichte schmecken gut und sie haben auch jeden Tag ein günstigeres Mittagsangebot. Die Bedienung ist schnell und angemessen aufmerksam. Ich mag es :-)

Menza Étterem
Liszt Ferenc tér 2
1061 Budapest
Ungarn

Öffnungszeiten: jeden Tag von 11:00 – 00:00

Instagram: Menza étterem és kávézó

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