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45 Minuten am Meer

19 Aug

Ein Ziel für den Urlaub in der Ostseeheimat war es ja mal wieder ans Meer zu kommen. Seit ich vor zwei Jahren krank geworden bin, war an einen Besuch am Strand nicht wirklich zu denken. Frau Mama hatte gestern einen freien Tag und so konnten wir vormittags einen Ausflug an die Küste machen. Wir fuhren nach Elmenhorst, einem Dorf nahe Rostock, dass über die Steilküste Zugang zur See hat.

So sieht es hier typischerweise in der Umgebung aus: ein paar Häuser, ein paar Bäume, Hecken, Wiese und/oder Feld. Wahlweise stehen da noch ein paar Windräder in der Gegend rum und machen aus dem (fast) ständig wehenden Wind Strom.

 

Auch hier beweist sich, dass alles Wasser Richtung Meer fließt, auch der kleinste Bach:

Gestern Morgen war es noch echt schön! Blauer Himmel, kein Wölkchen am Himmel. Die wurden alle von dem stürmischen Wind weggeweht. Ich hatte leise Hoffnung, dass wir nach unserem Termin noch bei Sonnenschein und blauem Himmel am Strand spazieren könnten, aber Pustekuchen. Dicke Wolken, wenig Sonne, ordentlich Wind. Frau Mama und ich waren froh ein paar Schichten mehr angezogen zu haben …

Was uns als erstes wieder auffiel als wir dann endlich am Strand ankamen: der Duft. Nach Algen. Nach Salzwasser. Nach Meer. Nach unserem Meer!

Die Pflanzenwelt mutet teilweise schon ziemlich herbstlich an. So haben die Heckenrose tiefrote Früchte …

… blühen aber auch noch. Ein kleiner Sommerhoffnungsschimmer.

Besonders niedlich fand ich die kleinen Ackerwindenblüten, die an vielen Stellen der Steilküste wuchsen. Der Botaniker in mir wieder ;-)

Besonders entspannend ist es einfach auf’s Wasser zu gucken …

… und die Wellen beobachten wie sie die vielen Steine rund schleifen. Dabei gurgelt das Wasser so lustig …

Der Blick Richtung Wilhelmshöhe (ja, nicht nur in Kassel gibt es eine Wilhelmshöhe *g*):

Eine erwachsene Möwe saß ganz ruhig auf einem algenüberwuchterten Stein im Wasser …

Noch mehr Meer. Einfach beobachten. Durchpusten lassen. Haare zerzausen lassen. Die Steine unter den Füßen spüren. Die Wolken beim Ziehen beobachten.

Dieses Stück Küste nennt sich übrigens Stolteraa und ist ein 2,8 km langes Naturschutzgebiet, das etwa 300 m breit ist. Es umfasst das Kliff mit den Küstenwäldern und den Strand samt Flachwasserbereich. Es ist einfach total hübsch und vielseitig hier!

Auf demselben Stein wie die erwachsene Möwe wenige Minuten vorher, saß dann eine junge Möwe, gut zu erkennen am braunen Gefieder, mit dem sie sich wunderbar zwischen den Steinen verstecken kann und nicht so leicht gesehen wird durch Fressfeinde wie Füchse (oder nervige Touristen).

Trotz dass wir an einem Montagmittag da waren, fand ich es echt voll. Erst Recht, weil wir nicht in Warnemünde waren, sondern etwas abseits. Lauter Kinder, Eltern, Drachensteigenlasser, Spaziergänger, herrenlos herumfliegende Sonnenschirme, Wanderer, Rumsitzer, Wasserbeobachter, Steinchenditscher, Steinesammler, Wasserplätscherer, Sandburgenbauer.

Nach ‘ner dreiviertel Stunden wollten meine Beine nicht mehr und hatten doch eine arge Ähnlichkeit mit Wackelpudding. Ich hatte ganz vergessen wie anstrengend es ist, über Sand und Stein zu gehen.

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz sah ich noch ein paar hübsche Disteln ihre Samen verbreiten (Biologischer Sinn und Zweck eines jeden Tieres und Pflanze: Fortpflanzen, Fortbestehen, Art sichern). Ich habe ein Herz für Unkraut! *g*

Auch Linaria vulgaris, das Echte Leinkraut, blüht momentan wunderhübsch gelb in der Gegend rum.

Es tat richtig gut ein paar Minuten am Meer zu sein! Sich ordentlich durchpusten lassen, mit zerzausten Haaren zurück kommen, über weichen Sand und harte Steine spazieren, dem Meeresrauschen lauschen, den Blick über den weiten Horizont schweifen lassen. Entspannung pur!

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag XVI und XVII

7 Sep

Den Freitag verbrachte ich entspannenderweise beim Lieblingscousin und seiner Familie. Bis zum früher Nachmittag war ich alleine und las mich weiter durch Thursday Nexts Abenteuer in der Buchwelt. Zwischendurch ging ich immer mal wieder auf die Terrasse und bewunderte die Blüten der Prunkwinden. Das blau sah tatsächlich so surreal aus.

Nach einiger unruhigen Nacht vor lauter Reise-Nervosität war ich schon kurz vor 6 wach.

Die Lieblingscousin fuhr mich zusammen mit der Familie zum Flughafen, wo ich dann Ungarn für dieses Jahr verließ. Mit etwas Verspätung kam ich in Berlin an, glücklicherweise warteten Herr Papa und Frau Mama dort auf mich  und ich musste meinen Koffer nicht durch halb Berlin zum Bahnhof schleppen. Danke, danke, danke!

So, waren wir schon am Nachmittag im Schrebergarten, wo wir noch das schöne Wetter genießen und bis zum nächsten Tag bleiben wollten.

Zum Abendessen pochierten wir von Herrn Papa selbstgeangelten Dorsch in einem Sud aus Zwiebel, Pastinaken, Petersiliengrün, Salz und Pfeffer. Dazu Pellkartoffeln von eigenen Kartöffelchen und eine schnelle Senfsauce. Sehr lecker!

Die Abende sind natürlich auch bei uns schon kühl. Aber so lange es ging, saß ich noch draußen und genoss die Spätsommer-Frühherbstluft.

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag XV

5 Sep

Donnerstag im Morgengrauen kam der Cousin, der nie da war aus Schwangau angefahren für gute 24 Stunden Aufenthalt. Tante war selig und hatte am Vortag extra eine Ente geschlachtet (und ich durfte wieder nicht zusehen, um zu lernen wie das technisch richtig funktioniert *grmpf*). Das geronnene Blut gab es am nächste Morgen pikant gebraten mit ein paar Paprika und Zwiebeln. Das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig für den frühen Morgen, aber am Vormittag geht es schon. Es war auch das erste Mal, dass ich Blut gegessen habe und fand es wirklich köstlich!

Während der Cousin, der nie da war Erledigungen machte, fing ich an meine Sachen zu packen. Da ich ja zurück flog, musste ich tatsächlich auf das Gewicht achten und alles in den Koffer stopfen. Hatte aber nachdem alles drin war doch tatsächlich noch 7 kg bis zur Gepäckobergrenze frei, so dass noch einige Gläschen der  eingekochten (hoffentlichen) Köstlichkeiten bei denen ich mit half, ihren Weg in den Koffer fanden. Von links nach rechts: Ketchup, Pflaumenmarmelade, Pflaumenkompott, Brombeermarmelade. Bin ich gespannt wie das schmeckt!

Mittags hatte Tante schon groß gekocht (und noch einiges für abends vorbereitet). Als Vorsuppe eine Tomatensuppe mit Buchstabennüdelchen. Sehr tomatig und sehr lecker. Auch in der einfachsten Version ohne großartigen Kräuter-Schnickschnack.

Als zweiten Gang gab es dann die im eigenen Fett mit wenig Wasser geschmorte Ente mit Reis und frischem Gurkensalat. Total zart und großartig!

Abends kam dann der Lieblingscousin mit Frau und der liebsten Großcousine um zusammen mit der Familie die kurze Anwesenheit des Bruders (bzw. meines Cousins, der nie da war) zu feiern. Tante meinte zwar es gäbe nur ein kleines Abendessen, aber frühmorgens wurden noch Rippchen geschmortbraten und abends dann frisch gebratene, panierte Zucchinischeiben. Ich liebe panierte Kürbissorten. Von der gedeckten Tafel hab ich leider kein Bild gemacht, aber es war einfach alles lecker. Besonders das Rippchenfleisch. Dann war es Zeit dem Lieblingsdorf “Tschüß!” zu sagen für dieses Jahr und der Lieblingscousin nahm mich mit nach Esztergom für zwei Nächte.

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag XIV

4 Sep

 Am Dienstag stand ja wieder ein Rieseneimer voller sonnengeküsster, reifer Tomaten unter der Hollywoodschaukel auf der Terrasse. Was Tante wohl damit vor hat? Am nächsten Vormittag wusste ich es. Die 7 kg Tomaten wurden roh entsaftet, durch die Flotte Lotte gedreht und zu Ketchup gekocht in diesem monströsen Topf.

Falls es jemand nachmachen mag, laut Rezept braucht man: 4 kg Tomaten, die nach der Methode der Wahl püriert werden. Das Püree in einem großen Topf mit 200 ml 20%igen Essig, 1 TL gemahlenem Zimt, 2 TL gemahlener Pfeffer, 1 EL gemahlene Senfsaat, 10 EL Zucker, 1 EL Salz und 6 ganzen Nelken etwa 4 Stunden lang köcheln bis es zur Ketchup-Konsistenz eingedickt ist. Die Nelken rausfischen, in Gläser geben. Im ungarischen steht, dass vor dem Einfüllen noch Einmachhilfe zugefügt wird, damit es haltbar ist. Ich würde es, glaub ich, kalt einfüllen und dann im Ofen 20-30 Minuten einkochen.

Das Mittag gestaltete sich mal sehr entspannt für Tante. Ich musste nur schnell den Mohn quetschen, …

… die dazu gehörigen Pflaumenknödel wurden von Tantes Schwiegermutter geliefert. Köstlich! Und ich muss gestehen mit Mohn-Zucker schmeckt es mir besser als mit Semmelbröseln.

Am Nachmittag machte ich mich auf zur Tante mit dem grünen Daumen. Unser Dorf ist auch ein bißchen exzentrisch, zumindest eine Familie züchtet Emus …

Der spätsommerliche dorfeigene kleine Park hinter dem Kulturhaus.

Auch wenn in letzter Zeit viel Geld in die Dörfer investiert wurde (Renovierung der Schule, Neubau einer Sporthalle, neue Straßenschilder etc.) mit Hilfe der Europäischen Union, gibt es auch immer noch kleine, unbefestigte Straße, die noch aussehen wie vor 30 Jahren.

Ein Blick auf Gedáshegy, der kleine Hügel im Hintergrund. Früher als meine Großeltern noch lebten, sind wir dort öfter spazieren gegangen. Auch ist dort der historische Ursprung Nagysáps. Mindestens seit der Bronzezeit siedelten die Menschen hier … Finde ich immer wieder erstaunlich, dass sich unser Dorf so lange gehalten hat.

Und endlich, endlich entdeckte ich das dritte untrügliche Sommerzeichen, auch wenn es schon September war: Teer auf der Straße, der vor Hitze Blasen wirft. Die anderen beiden Zeichen sind übrigens der Geruch des ersten frisch gemähten Rasens des Sommers und der Duft in der Luft nachdem der erste Sommerregen gefallen ist.

Bei Onkel und Tante steht ja der große Feigenstrauch und es war tatsächlich noch eine reife Feige dran, die Onkel mir pflückte. Wirklich sehr lecker! Großartig!

Den Nachmittag verbrachte ich mit den schweigsamen Großcousinen, wir putzten Birnen, bucken Schoko-Birnen-Muffins, unterhielten uns. Auch mit der Tante mit dem grünen Daumen konnte ich mich in Ruhe unterhalten, über alles was in den letzten zwei Jahre so passiert ist. Jetzt bin ich wieder im Bilde :-)

Zum Sonnenuntergang spazierte ich erschöpft aber gut gelaunt nach Hause.

Die protestantische Kirche zur blauen Stunde.

Danach fiel einigermaßen müde ins Bett und ließ mich weiterhin von Kochsendungen berieseln (Martha! Nigella! Jamie! Lorraine!)

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag XI

1 Sep

Wieso wird mir sowas immer erst im Nachhinein erzählt? Da lädt mich die Tante mit dem grünen Daumen ganz unschuldig zum Sonntagsessen ein, die zweitälteste Cousine samt Familie wird auch da sein. Dann werde ich abgeholt von der Großcousine E., wundere mich schon, wir sollen uns beeilen. Okay … Und dann sind auf einmal alle da, auch die älteste Cousine mit Familie. Was ist denn hier los! Komisch … Und es wird Essen aufgefahren ohne Ende. Jetzt abends sagt mir die Tante (die jüngere bei der ich übernachte, nicht die mit dem grünen Daumen), dass die Tante mit dem grünen Daumen die Woche 49. Hochzeitstag hatte, der heute gefeiert wurde. Warum sagt mir das keiner???

Jedenfalls ordentliche Mengen an Essen, wobei ich nicht alles kosten konnte. Es war einfach zuviel! Es fing natürlich mit der obligatorischen Hühnerbrühe an, wieder mit ordentlich Nüdelchens und ein bißchen Gemüse. Sooo lecker! Könnte ich mich reinlegen!

Wer wollte konnte auch noch das gekochte Fleisch des Hühnchen abknabbern *g* Ich hielt mich gleich an den Hauptgang. Zum einen wurden ganz dünne, zarte Schnitzelchen gebraten und eine Ente gebacken mit Apfel. Dazu war Kartoffelpüree geplant.

Als dritte Fleischbeilage konnte man Paprikás csirke, also ein gulaschähnliches Gericht mit Hühnchen wählen. Dazu wurden Nudeln gekocht und für alles als Beilage gab es Weißkohl- und Paprikasalat.

Der Freund der Großcousine E. wollte schon nach einem Schnitzel aufgeben, weil er noch Kuchen essen wollte. Und oh mein Gott wurde viel Kuchen besorgt (wegen Tantes Krankheit in einer Konditorei gekauft und nicht selbst gebacken). Zum einen gab es Francia krémes – Gebäck aus Blätterteig gefüllt mit Sahne und Vanillecreme …

… dann noch Rigo Jancsi-Torte, eine Schokoladentorte gefüllt mit Schokoladensahnecreme …

.. und als letztes zur Auswahl sehr süße Schaumküsse, die aber echt lecker waren.

Ich habe heute auch den traurigsten Hund der Welt kennengelernt. Darf ich vorstellen? Macko.

Seit sein kleiner Hundefreund vor einigen Monaten starb, trottet Macko nur noch traurig durch die Gegend, geht unter keinen Umständen mehr in die gemeinsame Hundehütte und hängt meistens traurig mit der Schnauze im kleinen Eisentor.

Während ich im Garten der ärztlichen Sonnenverordnung nachkam und mich mit dem angeheirateten Cousin unterhielt, schlief die Glückskatze selig auf einem alten Hemd meines Onkels.

In kurzen Wachphasen der beiden Miezen konnte man echte Geschwisterliebe beobachten.

Der verschmuste Bruder der Glückskatze saß die meiste Zeit auf meinem Schoß …

… und ließ sich sich bis ins Schnurrnirvana kraulen. Ist die kleine rausgestreckte Zunge nicht goldig?

Meine Tante hat an einer geschützten Stelle am Haus eine große Feige stehen, die auch viele kleine Feigleins trägt. Ich hoffe für sie, dass sie dieses Jahr noch richtig reif werden …

Verabschieden dauert in Ungarn immer ewig! Bis man den 11 anderen Personen Küßchen links und rechts gegeben hat, vergeht schon einiges an Zeit *g* Aber die zweitälteste Cousine konnte mich dann doch noch nach Hause fahren und dort traf ich dann meine Tante und Onkel im Garten, wie sie gerade die beiden Pflaumenbäume abernteten. Hier sieht man ungefähr ein Drittel der Ernte. Ein Teil wird eingefroren für Pflaumenknödel, ein Teil zu Marmelade verarbeitet und ein Teil mit den runter gefallenen und angeditschten Pflaumen zusammen zu Schnaps gebrannt.

Ein wirklich schöner Sonntag, aber auch anstrengend, so dass ich jetzt allseits geruhsame Nacht wünsche!

Blogpostkarte 2013

31 Aug

Ich bn echt nicht der große Postkartenschreiber, aber dann wenigstens so im Blog einen lieben Gruß aus dem Urlaub (wer auch immer sich angesprochen fühlt von Freunden und Familie und sonst so *g*).

Die Familie ist groß, das Essen reichhaltig und lecker. Zum Glück ist das Wetter nicht mehr so heiß wie noch vor 2 Wochen und genau richtig: ein wenig Regen, viel Sonne, etwas Wind. Es herbstelt dann doch auch hier so langsam. Ansonst wird hier alles ganz gemütlich angegangen: viel lesen, im Internetsurfen, auf der Terrasse sitzend Vitamin D tanken, Zeit mit der Familie verbringen. Entspannter Urlaub halt.

Liebe Grüße
Anikó

Nicht ungern in Ungarn 2013: Tag VI bis IX

30 Aug

Die letzten Tage verbrachte ich mehr oder weniger internetlos – eigentlich freiwillig mehr – in Tata bei der zweitältesten Tante. Sie waren am Donauknie auf Kurzwellness-Urlaub und nahmen mich auf dem Rückweg gleich mit. Äußerst praktisch!

Auch hier in Ungarn verabschiedet sich der Sommer so langsam. Die Felder sind abgeerntet …

… nur noch einzelne, einsame Sonnenblumen am Feldrand zu sehen.

Da die EU Ungarn einiges an Geld gegeben hat, um die Straßen zu sanieren, wird wie wahnsinnig gebaut bei uns in der Ecke und alle Nase lang steht man an einer Baustellenampel. Das lässt einem aber die Möglichkeit mal die Aussicht zu genießen.

Noch schnell einkaufen gewesen. Für Zwerg die bestellten Duna Kavics geholt, für mich wenige andere Süßigkeiten. Dann wurde es aber auch wirklich Zeit für ein spätes Mittagessen. Tante hatte vom Sonntag noch Brassoi aus Hähnchenbrustfilet und briet mir schnell ein paar Kartoffeln dazu. Dieses Brassoi muss ich mal genauer erkunden, kannte ich noch nicht und war lecker mit Zwiebelchen.

Zu Ehren von Frau Katrin aß ich zum Nachtisch einen Krémtúro, also cremiger Quark mit großen Keksstückchen. Immer noch seltsame Konsistenz, immer noch lecker!

Nach einem ordentlichen Schauer zeigte sich tatsächlich ein wunderschöner Regenbogen, den meine Knipse leider nur sehr unzureichend einfangen konnte … Und ich war auch nicht schnell genug draußen *seufz*

Aber nach dem Schauer zeigte sich der Himmel wieder freundlicher.

Abends trudelten dann die Enkelkinder meiner Tante ein und das Haus war gut bevölkert. Zur besseren Orientierung: Großcousin I (18 Jahre), Großcousin II (13 Jahre, Bruder von GC I), Großcousin III (14 Jahre), Großcousine I (12 Jahre), Großcousine II (5 Jahre), die letzten drei Geschwister. Also ordentlich Leben in der Bude. Viel lachen, viel Spielen, viel Facebooken, lange aufbleiben, noch länger schlafen.

Am nächsten Morgen wachte ich vom strömenden Regen und wildem Gewitter als erste im oberen Stockwerk auf und konnte noch in Ruhe mein Frühstück genießen. Etwas was bei Tante nie ausgehen wird, ist die selbstgemachte Aprikosenmarmelade, die Onkel sehr liebt, er ernährt fast davon, und die ich auch sehr mag. Ungarische Aprikosenmarmelade wird nur aus gehäuteten Aprikosen und Zucker gemacht und ist dementsprechend ziemlich flüssig, aber genau das mag ich total gern.

Nach dem Frühstück machten die Tante, Großcousinen und ich uns daran Pflaumenknödel zu machen. In der großen Portion für 10 Mittagesser. Interessanterweise nimmt Tante wirklich nur Kartoffeln und Mehl für den Teig, kein Ei, kein anderer zusätzlicher Geschmacksträger. Und meist bleibt noch ein wenig Teig übrig um ein paar Nudlis, ich glaube in Deutschland sind’s Schupfnudeln zu produzieren.

Zum Mittag war die ganze Baggage inclusive Cousin und seiner Gattin (die Eltern von Großcousin III und den Großcousinen) versammelt und genossen Blumenkohlsuppe als ersten Gang.

Die fertigen Pflaumenknödel werden in angerösteten Semmelbröseln gewälzt und mit Zimt-Zucker bestreut. Extrem lecker, aber auch extrem sättigend! Holla! Aber ich war glücklich! Ich hatte so sehr gehofft, dass irgendeiner während meines Aufenthaltes Pflaumenknödel macht :-)

Den Rest des Tages verbrachte ich lesend und mit den Großcousins und – cousinen spielend. Es wurden wilde Poker-Schlachten geschlagen oder draußen getobt. Nachmittags hatte sich das Wetter zum Glück beruhigt.

Am nächsten Morgen erwartete mich strahlender Sonnenschein vom makellos blauen Himmel.

Die Zeit wurde genutzt um ein paar Lieblingsblumen, wie diesen weißen Roseneibisch …

oder diese violett-rosa Version zu knipsen.

Mit den Jungs und der jüngeren Großcousine machten wir einen kleinen Spaziergang zum Stadtrand. Dort erspähte ich, die am meisten geschmähteste Pflanze des Landes: Ambrosia artimisiifolia. Es ist nicht ganz Unrecht so geschmäht, das Beifußblättrige Traubenkraut verbreitet sich wie nix gutes und hat hochallergene Pollen, von denen es auch noch wirklich Massen produziert. Nicht schön und deswegen ist jeder angehalten, es auf seinem Grundstück zu entfernen.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo Mais ja hauptsächlich zur Biogasgewinnung angebaut wird, wird er hier in Ungarn tatsächlich reif und auch für Tierfutter und auch Polenta angebaut. Dieses Feld sieht noch ganz okay aus, aber unterwegs sah ich schon Felder, die ob der wochenlangen Hitze und Trockenheit im Juli und August komplett vertrocknet waren.

Und als Wald- und Wiesenbotaniker, die ihre Diplomarbeit über die Pflanzen der Dörfer der Gegend geschrieben hat, achte ich besonders auf alles was am Feld- und Wegrand wächst, wie diese Spitzkletten.

Als wir zurück kamen, war das Mittagessen schon fast fertig. Als sehr sättigenden ersten Gang gab es Gulaschsuppe …

Als zweiten Gang Aranygaluska mit Vanillesoße. Aranygaluska bestehen aus Hefeteig, der ausgestochen wird und dann zusammen mit gemahlenen Walnüssen und Rosinen geschichtet wird und goldbraun gebacken. Man merkt, dieser Teil der Familie ist eher süß ausgerichtet in seinem Essverhalten *g*

Nachdem weitere kleinere botanische Erkundungen durchgeführt wurden …

… entschloss ich mich doch mal das Trampolin auszutesten. Hat ja schon im Mini-Format in der Reha letztes Jahr ziemlich Spaß gemacht. Nach dem ersten Hüpfen kribbelten erstmal die Beine wie verrückt, da wurde wieder irgendwelche Nervenbahnen in Betrieb genommen, die lange nicht gebraucht wurden.

Abe nach einer Weile hörte das Kribbeln auch auf und ich hüpfte fröhlich vor mich hin. Ging besser als erwartet …

Der Ausblick beim Hüpfen …

Die jüngste Großcousine leistete mir Gesellschaft auf’m Trampolin und gemeinsam hüpften wir, ich versuchte ein paar “Mini-Tricks” und sie übte ein paar Salti vorwärts. Aber dieses Gehüpfe ist ernstlich anstrengend. Glaubt man nicht … Zur Entspannung legten wir uns einfach auf’s Trampolin und beobachteten Wolken …

… die am blauen Himmel vorüberzogen.

Den Abend verbrachte ich beim ältesten Cousin mit Familie mit Erzählen und Urlaubserinnerungen. Sehr entspannt immer dort …

Vom letzten Tag gibt es keine Bildbeweise. Den Großteil der Vormittags und Mittags war ich allein und las (Danke Evi für’s Anfixen der Thursday-Nect-Reihe *g*), stromerte im Garten rum, kochte ein wenig Essen, guckte Kochsendungen im TV (Nigella, Jamie, Gordon, jaj!) und erfüllte nachmittags den ärztlichen Auftrag den Sonnenbadens auf Tantes Terrasse während wir uns unterhielten. Abends brachte mich der älteste Cousin dann ins heimatliche Dorf zurück, wo ich dann noch die mir verbleibenden restlichen Tage verbringe …

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