Archiv der Kategorie: Around the world … Europe

Kulinarisches Wochenende in Hamburg – We love Fish! Ein Kochkurs in Hensslers Küche

Am zweiten Tag unseres Hamburg-Wochenendes nahmen wir an einem Kochkurs in „Hensslers Küche“ teil, den ich dem Coladieb zum Geburtstag geschenkt hatte. Das ist eine Eventküche, betrieben von – Überraschung *g* – Steffen Henssler, die man buchen kann für Partys oder eben auch Kochkurse zu diversen Themen stattfinden.

Thema des Kurses war „We love Fish“ und es gab wirklich viel Fisch. Leider kamen wir verkehrs- und navibedingt prompt 30 Minuten zu spät, obwohl wir rechtzeitig aus dem Hotel losgefahren sind.

Wir wurden sehr nett von der Service-Dame begrüßt mit Sekt, den ich in Lavendellimo umwandeln ließ (Sorry, aber Alkohol in Getränkeform geht bei mir immer noch nicht…) und bekamen unsere Schürzen für den Kurs.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die Vorführung für die gesamte Gruppe zu sehen, wie die Lachstranche, die unter Folie gegart, vorbereitet wird. Eigentlich ganz einfach: Lachstranche auf Teller, salzen, pfeffern, Limonenabrieb rauf, etwas Pernod und ein Stück Butter. Dann fest in Frischhaltefolie verpacken und im 80°C warmen Ofen etwa 10-12 Minuten garen.

Nun bin ich ja kein Fan von warmem Lachs und war dementsprechend skeptisch. Kalter Lachs (roh, graved, geräuchert) ist total geil, aber gebraten mag ich ihn nicht wirklich. Dementsprechend gespannt, war ich auf das Ergebnis:

Und es war echt großartig! Sehr zarter, lauwarmer Lachs mit wunderbaren Aromen. Das werde ich wohl auch zu Hause mal machen!

Als zweites wurde uns gezeigt, wie man einen Fisch richtig filetiert und daraus dann, ich nenne es mal, frittiertes Sashimi macht. Dafür wurde eine ganze Dorade benutzt…

… deren Filets ich erstmal von der Mittelgräte trennte.

Der Coladieb übernahm dann das herausschneiden der letzten Gräten vom Bauchlappen und aus der Mitte. Dann wurde das Filet in dünne Streifen geschnitten und in einen Teller gelegt. Die beiden zuständigen Köche kamen dann mit brüllend heißem Olivenöl rum und träufelten eine ordentliche Menge über die Fischstreifen, wodurch dieser sozusagen schockgegart wurde. Dann wurden noch ein paar andere Saucen darüber geträufelt und zum Schluss eine Tomatensalsa verteilt.

Und was soll ich sagen, ein Träumchen! So unglaublich zarter Fisch, der wunderbar mit den Aromen des Öls, der Ponzusauce und der Tomatensalsa harmoniert. Hätte ich nie erwartet! (Merkt man, dass ich wenig Fischerfahrung habe? *g*) Und der Coladieb hat gute Arbeit geleistet, nicht die kleinste Gräte zu finden! (Sobald eine Gräte im Fisch ist, bin ich ja sofort raus aus der Fischgeschichte!)

Als dritten Gang durften wir Thunfischtatar zubereiten. Dafür ist eine Hauptzutat eine selbstgemachte Mayonnaise, die einer von uns Teilnehmern, der noch nie eine Mayo rührte, selbst machen musste. Aber ihr wisst ja durch das aufmerksame Lesen dieses kleinen Blogs wie es geht, oder (Eifreie Mayo oder die klassische Variante)? Diese Mayo wurde noch durch Sriracha (diese extrem fies scharfe Sauce, die es öfter beim asiatischen Imbiss gibt) und Togarashi (japanische, scharfe Gewürzmischung) verfeinert und zusammen mit einigen anderen Zutaten wie Gurken- und Selleriewürfelchen zu dem feingewürfelten Thunfisch gegeben.

Jeder von uns bekam sein eigenes Stückchen Thunfisch in Sashimiqualität und durfte sich dann sein eigenes Tatar schneiden:

Ich finde so Sachen kleinwürfeln ja immer sehr entspannend, fast schon meditativ. Immer der gleiche Bewegungsablauf und großartig nachdenken, muss man dabei auch nicht:

Dadurch, dass jeder seine eigene Portion zubereitete, konnte auch unterschiedlich intensiv gewürzt werden. Und so sah mein Endergebnis aus: Würziges Thunfischtatar mit pochiertem Ei.

Ein unglaublich leckeres Gericht! Der zarte Fisch mit den frischen Gemüsewürfelchen und der leichten Schärfe der Mayo, dazu das weiche, pochierte Ei. Es passte wunderbarst! Leider machten sich dabei schon leichte Ermüdungserscheinungen bei meinem Magen bemerkbar, so dass ich nicht alles aufessen konnte. So viel Eiweiß auf einmal ist mein Körper einfach nicht gewohnt … Der Coladieb übernahm dann meinen Rest, der ihm aber zu lasch gewürzt war. Ich bin halt eher ein Purist, wenn es um das Würzen geht, der Coladieb braucht ein wenig mehr Wumms. Er war auch so begeistert von diesem Tatar, dass er es die Woche darauf sofort nachbastelte und immer noch von der scharfen Mayonnaise schwärmt.

Das waren bisher erst die Vorspeisen, jetzt folgte der Hauptgang! Dafür wurde als wir noch nicht da waren eine ganze Lachshälfte mit vielen Kräutern und Zitrone in Zeitung gewickelt und das Ganze dann im Ofen gegart. Dazu wurde ein Kartoffelbrei gereicht, der von einer jungen Teilnehmerin zubereitet wurde:

Verfeinert wurde es mit Avocados, deren Fruchtfleisch der Coladieb hier gewissenhaft aus der Schale befreit und klein würfelte:

Dann durften die Herren, die den Fisch zubereiteten, ihn auch auspacken und waren alle ziemlich gespannt und hochkonzentriert:

So sah der Hauptgang dann in aller Schönheit aus mit dem hellgrünen Kartoffel-Avocado-Brei im Hintergrund:

Und das war meine Portion. Ich konnte einfach nicht mehr essen … Schon lecker, frisch und kräuterig der Lachs, aber für mich schon zu durch, wobei das ist mein höchsteigenes Problem *g* Für Leute, die warmen Lachs mögen und mal für viele Gäste kochen möchten, kann ich das nur empfehlen. Gut vorzubereiten und köstlich!

Als Dessert wurde von den beiden Köchen Nico und Pierre eine Monsterportion karamellisierten Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster gekocht, während wir Teilnehmer so langsam ins Fresskoma fielen ;-) Ich nutzte die Zeit, um mich angenehm mit Pierre zu unterhalten.

Der Kaiserschmarrn war sehr lecker, besonders die knusprigen Ecken mit den karamellisierten Zucker *hachz*:

Aber auch das war zu viel und so verspeiste die Lieblingscousine, die mittlerweile gekommen war, um mich abzuholen (den Rest des Wochenendes verbrachte ich bei und mit ihr) den köstlichen Rest.

Nach vier Stunden war der Kochkurs beendet und ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, ich habe einige neue Sachen gelernt und auch Sachen und Zubereitungsweisen gekostet, die ich als Fischskeptiker noch nicht kannte und die mich begeisterten. Die Köche wirklich nett und kompetent, der Service unglaublich aufmerksam. Der Coladieb und ich würden das glatt nochmal machen :-)

Hensslers Küche
Neumühlen 1
22767 Hamburg

Lieblingscousine und ich spazierten noch ein wenig am Museumshafen rum, auch damit ich nach den ganzen Informationen und Menschen und Gekoche den Kopf frei bekam. Und was dümpelte dort im Wasser rum? Der Eisbrecher Stettin, den ich im August schon auf der Hanse Sail in Rostock sah, als wir rüber nach Dänemark schipperten.

Auch der Blick zu den Kränen ist ein klein bisschen beeindruckend! ;-)

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XII: Abreise und ein bisschen Stadtbesichtigung

Der Morgen unserer Abreise empfing uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. So saß ich 15 Minuten vor’m Ferienhaus, genoss die Ruhe und das großartige Himmelsschauspiel!

Nach der Schlüsselabgabe hatten wir noch etwas Zeit bis die Fähre uns 13:30 h wieder in die Ostseeheimat bringt. Und da ich noch keine richtige Gelegenheit hatte mir die „Hauptstadt“ Stege (Sprecht ja nicht das „g“ mit. Dänen können irgendwie kein „g“ aussprechen.) von Møn anzusehen, schlenderten wir ein bisschen durch die Stadt. Sie hat knapp 4000 Einwohner und ist sehr gemütlich. An schicken Häusern mangelt es nicht …

… auch lustige Fassadenmalerei. Achtet mal auf die Schweine *g*

Die Familie war immer nur für Einkäufe in der Stadt, aber ich lotste sie in die St. Hans Kirke, ein dreischiffiger Bau im romanischen Stil aus dem 12. Jahrhundert, der von 1460 bis 1525 im gotischen Stil erweitert wurde.

Das Innere ist skandinavisch nüchtern, wie ich es schon in einigen dänischen Kirchen beobachten konnte. Aber eine Besonderheit hat diese Kirche: Kalkmalereien. Die frühesten noch erhaltenen sind aus dem 14. Jahrhundert, andere aus dem 15. Jahrhundert.

Guckt Euch mal an, wie die Personen gemalt wurden! Irgendwie schon ulkig, oder? Aber so war das bevor die Renaissance auf naturgetreue Proportionen beim Menschen achtete …

Der nordisch nüchterne Altar. Nicht ganz so alt wie die Kalkmalereien.

Blick auf den Marktplatz von Stege.

Über die wohl schönste Brücke Dänemarks, die die Inseln Lolland und Falster verbindet, mit Abzweig nach Bogø und Møn, ging es zurück nach Falster und zu einer kleinen Stadtbesichtigung in Nykøbing, die Zwerg sich gewünscht hatte.

Nykøbing Falster (es gibt noch zwei andere Nykøbings in Dänemark, daher die Unterscheidung *g*) ist eine entzückende Stadt mit ca. 16.000 Einwohnern. Es gibt viele alte, sehr interessant aussehende Fachwerkhäuser in der Innenstadt. Offensichtlich wurde die Stadt im Krieg nicht zerstört oder gut wieder aufgebaut. Ich weiß aber auch nicht wirklich viel über Dänemark im Zweiten Weltkrieg.

Das Zarenhaus (Czarenhus) dient seit 1697 als Gsthaus und auch Zar Peter der Große wurde dort verköstigt bei seinem Aufenthalt 1716. Schon schick, oder?

Der Hauptplatz …

… an dem wir uns endlich einen typisch dänischen Hotdog mit rotem Pølser (Würstchen) zum Mittag gönnten. Sehr lecker! Würde ich auch öfter vertragen ;-)

Interessante Häuser in der Fußgängerzone:

Der Kirchenplatz mit – Überraschung! – Kirche. Leider waren wir nicht drin, weil es doch schon etwas später war und wir weiter wollten. Kirchen angucken mag ich sehr gerne, Messen besuchen eher weniger.

Warum stehen in vielen besichtigten dänischen Städten so leuchtturmähnliche Gebäude mitten in der Stadt rum?

Noch mehr offensichtlich alte, gut erhaltene, hübsche Häuser!

Nach einer knappen Stunde fuhren wir weiter ins nur 30 km entfernte Gedser, wo uns die „Prins Joachim“ sicher über die ruhige Ostsee gen Rostock schipperte. Die Familie zockte Mau Mau, ich schlief ein wenig und schwupps waren wir wieder zu Hause und der Urlaub vorbei.

Ein wirklich schöner, erholsamer Urlaub! Kann es der geneigten Leserschaft wirklich empfehlen!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag XI: Mittelaltercenter in Nykøbing F.

Der letzte volle Urlaubstag begrüßte uns mit einem klassischen Sonnenaufgang in hellblau und hellgelb.

Nach dem Frühstück ging es los ins 53 km entfernte Middelaldercentret in Nykøbing/Falster. Das ist ein Freilichtmuseum, in dem die mittelalterliche Stadt Sundkøbing des späten 14., frühen 15. Jahrhundert dargestellt wird.  Durch Freiwillige und auch viele Studenten wurde mit Hilfe von Experimentalarchäologie die Stadt nur mit Methoden des Mittelalters erbaut und im Sommer bewohnt. Es wird auch viel geforscht auf dem Gelände, so sollte an dem Tag als wir dort waren, herausgefunden werden, wie man Schwefel damals hätte herstellen können.

Natürlich gab es auch einen Turnierplatz, auf dem Ritterturniere ausgetragen werden (jeden Tag 13:30h):

Es gibt auch Tiere, wie dieser prächtige, freilaufende Hahn samt Damengefolge.

Zur Verteidigung der Stadt wurden Steinschleudern gebaut, die auch mit Hilfe des Publikums abgefeuert werden…

… um etwaige von See kommende Feindesschiffe abzuwehren. Hübsche Aussicht übrigens, nicht?

Eines der herrschaftlichen Häuser mit ein paar Handwerker-Häusern drumrum.

Wie schon erwähnt leben jeden Sommer Menschen dort, die auch die jeweiligen Handwerksberufe ausüben und Besuchern bereitwillig ihre Kunst erklären, wie diese Weberin und Färberin.

Das herrschaftliche Haus konnte man auch von innen besichtigen. Das hier sieht aus wie ein Verkaufs-Aufenthaltsraum…

… in dem auch Keramiken präsentiert werden.

Wahrscheinlich der Hauptaufenthaltsraum der Familie mit Feuerstelle und Bett.

In der oberen Etage findet man ein „Doppelstockbett“ (wer findet den zweiten Stock? *g*)

Im selben Zimmer steht ein Webstuhl.

Nebenan steht ein Haus, das wahrscheinlich eine ärmere Familie bewohnte  oder in dem das Gesinde untergebracht war.

In dem Ort gab es auch Gartenteile, die voneinander getrennt waren und vielleicht zur allgemeinen Nutzung waren. Hier ein Teil des Kräutergartens.

Der Rosengarten (alte Sorten, die nur einmal blühen) samt Taubenschlag. Es erinnert mich doch arg an „Aschenputtel“ …

Ein weiterer Teil des Kräuter- und Blumengartens.

Auch einen Obstgarten mit wunderschönen Äpfeln gab es.

Für bessere Ernten wurden dort Bienenkörbe aufgestellt.

Der Marktplatz des Ortes mit einigen Handwerkshäusern drumrum. Während das Ritterturnier schon begann, schlenderten Frau Mama und ich dort herum und unterhielten uns mit dem Zinngießer des Ortes, der uns die verschiedenen Pilgerzeichen erklärte (die man auch im Museumsladen käuflich erwerben kann).

Der Hinterhof eines Handwerkshauses.

Dorfplatz am Wasser mit Glocke.

Beim Ritterturnier treten der Ritter von Lilienstein (in gelb) in einigen Disziplinen gegen…

… den ortseigenen Ritter Henrik Swan an. Bitte beachtet den Helm *g* Natürlich unter ordentlich Jubel und Buh-Rufen des Publikums!

Außer der mittelalterlichen Stadt gibt es auf dem Gelände auch einen Technologiepark im Wald, in dem die Archäologen und Historiker versuchten altertümliche und mittelalterliche Gerätschaften anhand der Skizzen und Zeichnungen nachzubauen.

Diese Wasserschraube, erfunden von Archimedes, funktioniert 1a und ist leicht zu reparieren.

Ein mobiler Angriffturm.

Die selbsttragende Brücke, erfunden vom großen Leonardo da Vinci. Hält!

Ein großartiger Ausflug, der uns allen richtig gut gefallen hat! Das Mittelaltercenter ist sowohl für Erwachsene als auch Kinder geeignet. Es gibt viele Freiflächen zum Spielen und Laufen für kleine Kinder, es gibt Programm wie Bogenschießen, das Ritterturnier oder das Abfeuern der Steinschleudern zu verschiedenen Tageszeiten. Die „Bewohner“ des Ortes sind für alle Fragen offen und haben eine Menge Wissen (auch für historisch interessierte Personen). Auch fürs leibliche Wohl wird gesorgt. Auf dem Gelände findet sich ein Restaurant mit mittelalterlich anmutenden Speisen oder ein Café mit Kleinigkeiten wie warm geräuchertem Lachs und Salat oder Pommes mit Wurst/Pølser oder Hähnchenbrust, auch das obligatorische Smørrebrød fehlt nicht im Angebot. Wer lieber selbst Picknick machen will, findet auch neben dem Turnierplatz einen gemütlichen Ort mit Lagerfeuer und Picknicktischen. Ein wirklich lohnendes Ausflugsziel für Groß und Klein! Große Empfehlung von uns!

Als wir wieder zurück waren, wurde erstmal ausgiebig gekatzt, bevor der kleine Racker am nächsten Tag in sein neues Zuhause zieht! So ein Süßer!

Und bevor wir die Koffer packten ein letzter Spaziergang zum Meer mit doch recht starker Brandung!

Manchmal muss man erst wegfahren, um wieder mitzukriegen, wie schön die eigene Heimat eigentlich ist. Møn ist Mecklenburg-Vorpommern doch sehr ähnlich, wodurch uns dessen Schönheit erst wieder bewusst wurde.

Adresse:

Middelaldercentret
Ved Hamborgskoven 2-4
4800 Nykøbing Falster
Dänemark

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VIII-X

Drei Tage war ich mal wirklich faul. Keine Ausflüge, keine Spaziergänge zum Strand. Im und am Ferienhaus bleiben, dem Sturm lauschen (immer noch stürmischer, warmer Ostwind) und entspannen.

Am Sonntagmorgen war der Himmel noch ordentlich bewölkt.

Herr Papa und Zwerg erkundeten neue Angelplätze, Frau Mama und ich blieben zu Hause. Frau Mama schnipelte das Gemüse für die bunte Bohnensuppe und ich machte mit einem KitchenAid-Vorläufer den Teig für die Palacsinta, die sich Frau Mama so sehr zum Mittag wünschte.

Und schnell ausgebacken. Ist ja so kompliziert nicht ;-)

Der Nachmittag wurde verplempert, abends bastelte Zwerg dann unser traditionelles Sonntagsabendbrot: Überbackene Schnitten.

Montagmorgen war noch nicht entschieden, wer gewinnt. Sonne oder Wolken? Das störte die Mischpoke nicht, die Richtung Kopenhagen für den Tag ausflog. Da ich mit meiner eingeschränkten Gehfähigkeit eher hinderlich bin, blieb ich gerne zu Hause und entspannte mich. Ein bisschen die Bebbiekatze bespaßen, Raumschiff Enterprise gucken …

Zum Mittag machte ich mir die deutsche Version des Smørrebrøds: Strammer Max mit Gewürzgürkchen und Tomätchen.

Dies hier ist praktisch das Symbolbild dieser drei Tage: Lesen und sticken. Ich bin mit Julia Childs Autobiographie fertig geworden (Sehr spannend! Sehr zu empfehlen!), das Stickprojekt geht langsam voran, es dauert so viel länger, als wenn ich die Flächen mit einem Buntstift ausmalen würde ;-)

Für Dienstag war eigentlich ein Ausflug ins Mittelalter-Freilichtmuseum geplant, allein meine Krankheit hatte keine Lust (schlecht geschlafen, Kopfweh, schmerzendes Bein), also wurde nach dem hübschen Sonnenaufgang beschlossen, dass wir den Ausflug auf den letzten ganzen Urlaubstag verschieben. So konnte ich noch ein wenig ruhen und die Eltern fuhren mit Zwerg ein wenig die Insel weiter erkunden, Zwerg machte die Fossilien-Expedition des GeoCenters mit und die Eltern flanierten ein wenig durch Liselund.

Erholung auf die ein oder andere Weise für uns alle!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Hårbølle Mejeri/Hårbølle Meierei

Wie schon gestern berichtet, haben wir einen kleinen Ausflug zur Hårbølle Mejeri gemacht. Auf der Suche nach lokalen Produzenten bin ich im Internet auf diese kleine Käserei aufmerksam geworden. Und da sie nicht weit weg vom Urlaubsdomizil ist und dreiviertel der Familie Käse sehr mag, fuhren wir hin.

Die Meierei ist für Publikum samstags von 10-14 Uhr offen. Dann steht der Chef im Verkaufsraum und kann einem alles zu den angebotenen Käsen erklären. Wir entschieden uns für einen süßen, kleinen Käse nach Art des spanischen Manchegos (vordere Reihe links), einen großartigen Camembert, der wunderbar nach Champignons duftet und noch viel besser mundet (vordere Reihe mitte) und einen Frischkäse aus Schafsmilch (vordere Reihe rechts). Allesamt vor Ort verkostet und große Begeisterung bei uns drei Damen (Herr Papa blieb aus olfaktorischen Gründen draußen *g*). Aber nicht nur Käse wird dort hergestellt, auch hochköstlicher Joghurt aus Schafsmilch (großer Becher)  und eine Art Creme fraiche, die durch ihre Zubereitungsweise sehr an Butter erinnert.

Aber wie entstehen die ganzen Köstlichkeiten? Ich fragte bei Besitzer Per Sørup nach, ob ich seine Produktionsräume ansehen könnte und bekam ein freundliches „Aber natürlich! zurück. Ich wurde ausgestattet mit sauberen, weißen PLastikclogs und einem todschicken blauen Haarnetz und schon ging die kleine, aber hochinteressante Führung los! (Leider war es zu spontan und mir sind viele Fragen erst zu Hause eingefallen. Typisch *seufz*)

Per Sørup ist von Hause aus Biochemiker, der jetzt seiner Leidenschaft für Käse nachgeht und die kleine Käserei im Westen der dänischen Insel Møn betreibt.

Die Milch wird von lokalen Bauern angeliefert und im großen Tank links aufbewahrt. Dann in den Kessel rechts gefüllt und dort erstmal pasteurisiert. Dabei werden alle Bakterien in der Milch abgetötet, sowohl die bösen als auch leider die nützlichen, die man gut zum Käsemachen brauchen könnte.

In diesem Tank wird dann der Käse auf den Weg gebracht. Dafür wird die pasteurisierte Milch je nach gewünschter Käsesorte mit den entsprechenden Kulturen versetzt, die zum Beispiel in Frankreich gekauft werden können. Dann wird die Milch auf die entsprechende Temperatur erhitzt. Was ich bis dato nicht wusste, ist, dass die Milch für die verschiedenen Sorten auch unterschiedlich stark erwärmt wird, Milch für Camembert auf nur überraschende 32°C, für Joghurt auf 44°C. Wenn die Milch geronnen und fest ist, wird sie mit Hilfe der Harfe in, wieder je nach Käsesorte unterschiedlich große, Käsebruchstücke geschnitten. Für Camembert ist er etwa 1 cm groß, für den Møner Manchego wird es auf Reiskorngröße gebrochen.

Der frische Käse wird dann in unterschiedlich große Plastikgefäße gegeben und zum Abtropfen stehen gelassen. Diese Käselaiber, wurden am Tag vorher gemacht und waren für mich schon erstaunlich fest.

Je nach Käse kommt er, nach dem Salzbad zur Bildung der Rinde, in unterschiedliche Reifekammern, denn natürlich kann der Camembert mit seinen Kulturschimmelpilzen nicht in derselben Kammer liegen wie der Møner Manchego. An diesem Camembert sieht man sehr schön wie sich der Edelschimmel beginnt auszubreiten.

Viele kommende köstlich werdende Camemberts in der Reifekammer.

Das hier ist die zweite Reifekammer für den Manchego, der in diesem Stadium so ein bisschen gruselig aussieht mit dem wattigen Schimmel außen. Man denkt, man könne ihn nicht essen, aber doch, der wird wunderbar werden! In den Reifekammern herrscht eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die mit technischer Hilfe erzeugt wird. Leider gibt es auf Møn keine bis kaum Höhlen, die solch konstanten Bedingungen zulassen, wie sie in einigen traditionsreichen Käseregionen zu finden sind.

In der dritten Reifekammer wird der Møner Manchego dann zur Perfektion reifen gelassen. Herr Sørup „beschwerte“ sich ein bisschen, dass er den Käse meist nicht so gut reifen lassen kann, wie er möchte, weil er einfach zu viele Kunden hat, die vorher schon alles aufkaufen ;-)

Hier der Meister Per Sørup mit seinem Werk!

Die Käse werden an Kunden vor Ort direkt von der Meierei aus verkauft, aber er liefert auch an Hotels und Restaurants der Umgebung! Wenn die geneigte Leserschaft sich an einem Samstag auf der Insel befindet und Käse mag, geht unbedingt dort hin! Probiert die Köstlichkeiten, kauft, was Euch schmeckt! Fragt nach, lasst Euch beraten, fachsimpelt mit Herrn Sørup! Eine riesengroße Empfehlung von mir!

Hårbølle Mejeri
Brøndegårdsvej 7
Hårbølle
4792 Askeby

Öffnungszeiten: Samstag 10-14 Uhr

www.harbollemejri.dk

Dear Mr. Sørup, thank you so much for the tour in your mejeri! It was my pleasure and very informative! I learned a lot! Your cheeses are really delicious and I am very sorry I live so far away so I couldn’t buy them more often. And I will try again to make my own joghurt :-) Thank you again!

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VII

 Wach wurde ich tatsächlich schon vor dem Sonnenaufgang halb sechs.

Aber wieder einschlafen ging nicht mehr, erst hielt mich der weiterhin wehende Sturm wach, dann ein Gewitter, dann ein schmerzendes Bein. Danach lohnte sich Einschlafen nicht mehr, weil wir frühstücken und unseren kleinen geplanten Ausflug machen wollten.

Nur 15 Minuten entfernt gibt es von unserer Unterkunft eine kleine Meierei und Käserei, die nur sonnabends geöffnet hat und ihre Produkte verkauft. Wie es dort aussieht und was es alles genau gab, erzähle ich der geneigten Leserschaft morgen. Nur so viel vorneweg, der Käse ist so unglaublich köstlich!

Nach dem Mittagessen und einem Nickerchen setzte ich mich in den sonnigen Garten, während die Mischpoke nach ihrem Ausflug nickerte. So saß ich da und stickte vor mich hin, während im Hintergrund die Brandung rauschte, badende Kinder quiekten und Schwalben zwitscherten. Sehr entspannend!

Es geht nur langsam voran und dauert. *seufz* Aber ich glaube, das Ergebnis wird es wert sein :-)

Nicht ungern auf Møn, Dänemark – Tag VI

 Eigentlich hatte ich heute ja geplant endlich mal ins Wasser zu gehen. Es sollte warm werden. Und auch der Morgen empfing uns freundlich und warm, allein es stürmte. Also ernsthaft! Und der Sturm legte sich den ganzen Tag nicht…

Zwerg und Herr Papa erkundeten die Insel nach neuen Angelplätzen, Frau Mama und ich machten einen Spaziergang zum Meer …

Der Strand ist merklich schmaler geworden, die Wellen beeindruckend stark.

Und es kam immer näher …

Natürlich musste mein innerer Botaniker befriedigt werden ;-) Hundsrosen liebe ich sehr! Sie duften wirklich wunderbar!

Ich mag diese Spätsommerfarben der Getreidefelder.

Idylle.

Danach ließ ich mich ein wenig von Bebbiekatze beklettern und anknabbern. So ein Süßer!

Händchen halten ;-)

Und in der Sonne ahlen, wie die großen kann er auch schon!

Aus dem Nachmittagsnickerchen wurde ich von den großen Maschinen, die die Gerste hinterm Domizil erntete. Was für ein Krach, was für ein Dreck! Aber sehr effektiv, es dauerte nicht lange.

Während die Familie noch ausgeflogen war, fing ich schon mal an, dass Essen für den nächsten Tag vorzubereiten. Bolognese zum Mittag und Klopse als Belag für’s Brot :-)

Ein entspannter Tag, der stickenderweise bei einem Popcorn-Film endete *g*

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