Archiv der Kategorie: Asien

Asiatisches Lemon Chicken aus dem Slow Cooker

Der kleine Slowcooker möchte auch gerne im Sommer arbeiten, aber auf schwere Schmorgerichte à la Bœuf bourguignon habe ich da eher keine Lust. Wobei Gulasch geht in diesem halbungarischen Haushalt immer *g* Aber in der warmen Jahreszeit darf es auch gerne was leichteres, asiatisch angehauchtes sein. Nun denkt man bei asiatischen Essen eher an schnelle, kurzgegarte Wokgerichte, aber auch im Slow Cooker lassen sich einige Sachen zubereiten.

Das habe ich gelernt, als es das Buch „The Asian Slow Cooker“ mal bei Amazon als Kindle-Version im Angebot gab. Dort hat die gestresste Mutter Kelly Kwon die Gerichte ihrer Kindheit in stressfreie Varianten für den Slowcooker umgewandelt, die auch gut kochbar mit Baby sind. Und da sind ein paar schöne Rezepte drin, die ich gerne noch ausprobieren will :-) Als erstes habe ich dieses Zitronenhühnchen ausprobiert, weil mit Zitronen kriegt man mich immer! Ich hab das Rezept für den kleinen Slowcooker umgewandelt, weil ich alleine dann doch keine 4 Portionen essen möchte *g* Dies ist jetzt kein Gericht, für das nur alle Zutaten in den Slowcooker geschmissen werden, es muss ein bisschen was vorbereitet werden. Aber auch das dauert nicht ewig und das Ergebnis ist es wirklich wert. Zartes Hühnchen in würzig-zitroniger Sauce. Und durch den Slowcooker hat man noch Zeit eine köstliche Beilage zu zaubern, die ich Euch dann am Freitag vorstelle :-)

Lemon Chicken aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 Portionen:
2 halbe Hähnchenbrustfilets (300-350 g)
3 EL + 1 EL Maisstärke
Salz, Pfeffer
2 EL neutrales Öl
1 Knoblauchzehe
2 cm frischer Ingwer
60 ml (1/4 cup) Sojasauce
50 ml Brühe
2 TL Honig
1 TL Sesamöl
1,5 EL Reisessig
1,5 EL Zitronensaft
Zeste von 1/2 Zitrone
1,5 EL kaltes Wasser

Garnitur:
gerösteter Sesam
Frühlingszwiebel in Röllchen

Slowcooker: 1,5 l
Stufe: LOW
Zeit: 3 Stunden

(1) Das Hähnchenbrustfilet waschen, trocken und in mundgerechte Würfel schneiden. In einem großen Gefrierbeutel die 3 EL Maisstärke mit Salz und Pfeffer mischen. Die Hähnchenwürfel hinein geben und gut schütteln bis sie mit der Stärke bedeckte sind. Herausnehmen und dabei die überschüssige Stärke gut abschütteln.
(2) In einer großen Pfanne das neutrale Öl erhitzen und die Hähnchenwürfel bei hoher Hitze von allen Seiten in 2-3 Minuten leicht braun braten. In den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Knoblauch und Ingwer von Schale befreien und fein reiben. In eine kleinere Schüssel geben. Mit der Sojasauce, Brühe, Honig, Sesamöl, Reisessig, Zitronensaft und -zeste gut verrühren. Über das Fleisch in den Slowcooker geben. Deckel drauf und auf Stufe LOW  insgesamt 3 Stunden schmurgeln lassen.
(4) 15-20 Minuten vor Ende der Kochzeit den übrigen Esslöffel Stärke mit den 1,5 TL Wasser verrühren und unter das Fleisch rühren. Auf HIGH stellen und so lange köcheln lassen bis die Sauce andickt. Das ging hier ziemlich schnell.

Mit geröstetem Sesam und Frühlingszwiebelröllchen bestreut auf Reis servieren.

Genießen!

Quelle: nach Kwok, K. (2016): The Asian Slow Cooker. Page Street Publishing Co.

Mediterran-asiatische Mischung – Zitronen-Tofu mit Zuckerschoten

Es soll ja Leute geben, die können mit Tofu nichts anfangen. Nicht, dass sie es nicht gerne als neues Lebensmittel ausprobieren wollen würden, aber sie wissen (noch) nicht, wie sie es zubereiten können, damit es auch schmeckt und sich nicht die fiesen Tofu-Gerüchte bewahrheiten. So jemand war ich auch mal, aber die hochgeschätzte Frau Kochschlampe nahm mich an die Hand und machte öfter verschiedene Tofu-Zubereitungen, wenn wir uns sahen.

Eine der ersten war dieser sehr zitronige Tofu, der mit knackigen Zuckerschoten zusammen gebraten wird. Und dadurch, dass neben der Zitrone viele dem mitteleuropäischen Gaumen wohlbekannte Aromen, wie Rosmarin, Thymian und Creme fraiche mitspielen, schmeckt es auch nicht so fremd. Die Konsistenz verglich eine Freundin mit der von Feta, also auch nicht komplett unbekannt. Und tatsächlich konnte ich mit dem Gericht auch schon zwei Tofu-Neulinge bekehren, dass sie auch andere Essen mit Tofu für sich selbst in Betracht ziehen, ohne gleich angewidert der Kopf zu schütteln. Natürlich gibt es auch bei Tofu Qualitätsunterschiede und man muss erstmal rausfinden, welche Firma den eigenen Geschmack trifft, aber danach steht dem Tofu-Spaß nichts mehr im Weg :-)

Ein großer Pluspunkt bei diesem Essen ist außerdem, dass es ziemlich schnell gebastelt ist, auch nach stressigen Arbeitstagen. Der Tofu lässt sich wunderbar morgens schnell einlegen, das dauert effektiv vielleicht 10 Minuten. Das ganze Gericht ist dann abends innerhalb von maximal 25 Minuten fertig: Tofu braten, Nudeln kurz kochen, Zuckerschoten kurz mitbraten, mit Creme fraiche eine Sauce rühren und den fertigen Nudeln vermischen.

Glücklich sein!

Zitronentofu-Zuckerschotenpfanne

Zutaten für 2 Portionen:

Für die Tofu-Marinade:
1/2 Bio-Zitrone, Saft und Zeste
1/2 TL Chiliflocken
2 TL frisch gehackte Rosmarinnadeln
2 EL frisch gehacktes Basilikum (hier vergessen)
1 TL frisch gezupfte Thymianblättchen
1 EL Olivenöl
Salz
200 g Tofu in gröberen Würfeln

90 g Mie-Nudeln
1 EL Olivenöl
150 g Zuckerschoten
75 g Creme fraiche

(1) Aus den Zutaten bis Tofu eine Marinade rühren und die Tofu-Würfel einlegen. Mindestens 1 Stunde marinieren lassen. Wenn es länger ist, abdecken und in den Kühlschrank stellen.
(2) Für die Mie-Nudeln Salzwasser zum Kochen bringen und die Nudeln darin 2-3 Minuten kochen. Abgießen und abtropfen lassen.
(3) Währenddessen eine große Pfanne oder Wok erhitzen. Den Tofu samt Marinade zugeben und braten bis er beginnt goldbraun zu werden. Das weitere Olivenöl zufügen und die Zuckerschoten 2-3  Minuten mitbraten. Alles mit dem Creme fraiche mischen und abschmecken.
(4) Die fertigen Nudeln unterrühren und servieren.

Genießen!

Quelle: Kochen für SchlampenZitronentofu-Zuckerschotenpfanne

Shabu-Shabu – Fondue auf japanisch

Seit meinem Geburtstag bin ich ja stolze Besitzerin eines Fondue-Sets, dass am Geburtstag auch gleich mit den Eltern und Freunden eingeweiht wurde. Damals aber ein familienklassisches Fett-Fondue. Nun will das Set auch benutzt werden und ich hatte schon lange Lust mal andere Sachen auszuprobieren. Und im japanischen Kochbuch „Itadakimasu“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) lief mir Shabu-Shabu über den Weg. Das ist die japanische Variante eines Brühe-Fondues bei dem dünne Fleischläppchen durch die Dashi-Brühe geschwenkt werden und wegen dieses Schwappgeräusches wird das ganze dann eben Shabu-Shabu genannt.

Ich unterbreitete den Vorschlag dem Coladieb und der besten Ärztin von allen, es wurde begeistert aufgenommen und dann fix schon ein Wochenende später umgesetzt. Leider konnte der Coladieb am betreffenden Abend nicht, aber es wurde dann zwei Tage später nachgeholt. Und um eines vorweg zu sagen: es hat uns alle drei begeistert! Das ist so köstlich und macht einfach nur Spaß! Noch dazu ist es einfach zu basteln und die Vorbereitungen dauern nicht ewig.

Die Zutaten werden in Dashi-Brühe pochiert, also die Brühe, die in die japanischen Küche als Grundlage für einen Großteil der Suppen und Sauce dient. Sie ist auch ganz einfach und schnell gemacht, benötigt auch nur zwei Zutaten, zum einen die Kombu-Alge und Bonito-Flocken:

Kombu ist eine essbare Seetangart, die in Nordostasien weit verbreitet ist. Traditionell wird er sowohl in der japanischen als auch koreanischen und chinesischen Küche verwendet. Bonitoflocken sind essentiell für die japanische Küche und bestehen aus geräuchertem, getrocknetem Thunfisch. Durch diese Art der Verarbeitung wird er so holzartig, dass von ihm dann mit einem Hobel die Flocken abgehobelt werden können. Und aus diesen beiden speziellen Zutaten, die aber im gut sortierten Asia-Laden erhältlich sein sollten, wird eine Brühe gekocht. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Brühe zu keinem Zeitpunkt richtig kocht, nur so leicht siedet.

Grundrezept Dashi-Brühe

Zutaten für ca. 1,2 l Brühe:
10 g getrocknete Kombu-Alge
1,2 l kaltes Wasser
10-15 g Bonitoflocken

(1) Die Kombu-Alge in einen Topf geben, das Wasser zufügen. Bei mittelhoher Hitze bis ganz kurz vor dem Aufkochen erhitzen. Die Alge herausnehmen. Die Hitze auf die kleinste Stufe stellen.
(2) Die Bonitoflocken dazu geben und etwa 15 Minuten auf kleinster Stufe köcheln lassen. Die Brühe durch ein Sieb abgießen.

Quelle: Kusano, K., Tang, T. (2012): Das Japan-Kochbuch. Verlag Jacoby & Stuart. Berlin. p 20

Man muss die teuren Algen und Bonitoflocken nicht sofort entsorgen, sondern kann sie ein zweites Mal verwenden. Dafür die schon benutzten Zutaten nochmals mit 1,2 l kaltem Wasser aufsetzen, knapp zum Kochen bringen und ca. 5 g neue Bonitoflocken hinzufügen. Wiederum 15 Minuten bei kleinster Hitze kochen lassen.

Und so sah der Tisch nach den Vorbereitungen aus. Es gab diverse Gemüsesorten: Spinat, Karotten, Stange Porree,  Chinakohl und Champignons, außerdem  festen Tofu. Alles sollte geputzt werden und dann in grobe Stücke geschnitten werden.

Neben dem dünn aufgeschnittenen Hähnchenbrustfilet hatte der Coladieb wunderbar durchwachsenes Rinderfilet mitgebracht. Gott, war das Fleisch zart und köstlich! (Und teuer! Meine Güte, ich weiß schon, warum ich eher auf preiswertere Stücke ausweiche *g*)

Zu einem Fondue gehören ja auch Saucen und die Japaner haben sich auch zwei für ihr Shabu-Shabu ausgedacht, die meines erachtens wunderbar dazu passten.

Die erste, die bei uns drei den meisten Zuspruch fand, war die Gomadaresauce, die leicht nussig, cremig schmeckte und auf Sesam als Hauptzutat beruht. Im „Itadakimasu“ wird Tahin, also Sesampaste als Vereinfachung genommen, im „Japan-Kochbuch“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) werden ganze Sesamkörnchen erst geröstet und dann im Mörser zerstampft. Da ich die Zubereitungsmethode erst gerade eben entdeckte, nahm ich die Faule-Mädchen-Version, die aber wie gesagt auch total lecker ist und bestimmt ebenfalls zu anderen Gerichten passt.

Gomadaresauce

Zutaten für 4 Portionen:
2 Frühlingszwiebeln
4 El Sesampaste (Tahin)
2 TL Sake
2 EL Reisessig
2 TL Zucker
2 TL Sojasauce

Die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Mit den restlichen Zutaten gut verrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 50

Die zweite Sauce ist viel dünnflüssiger und tendiert eher zum Säuerlichen, was aber gut zum pochierten Fleisch passte, wie ich fand. Und in beiden meiner japanischen Kochbücher sind für vier Personen eine unglaubliche Menge an Sauce angegeben, dass ich nicht wusste, was ich mit dem Rest machen sollte. Vielleicht kann mir jemand nochmal erklären, wie das mit den Shabu-Shabu-Zutaten und der Ponzu-Sauce genau funktioniert? Ich fand sie jedenfalls ziemlich lecker und einfach zu kochen war sie allemal.

Ponzu-Sauce

Zutaten für 4 sehr großzügige Portionen:
50 ml Mirin
50 ml Sake
150 ml Sojasauce
100 ml Reisessig
2 TL Dashipulver
50 ml Zitronensaft
1/2 geriebener Rettich

Mirin und Sake zusammen in einem kleinen Topf aufkochen, den Herd ausschalten und die restlichen Zutaten unterrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 54

Hier nochmal die Zutaten, die wir für 4 Portionen Shabu-Shabu benötigt haben:

  • 1,2 l hausgemachte Dashi-Brühe
  • 500 g Rinderfilet, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 Hähnchenbrustfilets, in dünnen Scheiben
  • 1 Porreestange, in breitere Ringe
  • 3 Karotten, geschält und in dünnere Scheiben
  • 8 Champignons, halbiert oder geviertelt
  • 200 g TK-Spinat, aufgetaut (frischer ist besser!)
  • 1/2 kleinerer Chinakohl, in ca. 3 cm große Quadrate geschnitten
  • 200 g Tofu, in groben Würfeln

Die vorbereitete Fleisch wird mit Hilfe der Stäbchen in der Brühe geschwenkt (siehe erstes Bild) und die pflanzlichen Zutaten haben wir in kleinen Fondue-Metallkörbchen in der Brühe gegart. Wer die allerdings nicht hat, kann auch alles so in die Brühe geben zum Garen und dann eins nach dem anderen herausfischen. Ein großer Spaß und wunderbar mit lieben Gästen!

Aus der übrig gebliebenen Brühe und den restlichen Zutaten, die wir noch abends schnell darin garten, machte ich mir am nächsten Tag zusammen mit ein paar Mie-Nudeln eine wunderbar stärkende Suppe. Resteverwertung @ its best!

Asiatisch angehauchter Bratreis

Asiatischer Bratreis. Irgendwie kriegen das nur so chinesische Takeaways einigermaßen vernünftig hin mit ihren wirklich heißen Woks und der Erfahrung des täglichen mehrstündigen Wokkens. Aber sowas müsste doch zu Hause zu schaffen sein und das ganz ohne Glutamat in Pulverform! So mit der Zeit hab ich mir aus diversesten Quellen Tipps geholt, wie das Ergebnis gut werden kann.

  • Tipp Nr. 1: Der Reis muss schon am Tag vorher gekocht worden sein und über Nacht im Kühlschrank stehen.
  • Tipp Nr.2: Den Reis extra anbraten bevor man das Gemüse zubereitet. Dadurch kann der Reis schön knusprig und locker werden, selbst wenn er vorher etwas zusammen klebte.
  • Tipp Nr. 3: Wenn Proteine wie Hähnchenfleisch, Ei o.ä. gewünscht ist, diese auch extra anbraten und dann zum Schluss mit dem Gemüse und Reis verrühren.

Wenn man das beherzigt, kann ganz schnell ein wunderbares Gericht auf dem Tisch stehen. Und es ist so variabel. Das hier ist eine vegetarische Version mit etwas Ei, aber auch Hähnchen- oder Steakstreifen können vorher angebraten und wenn man organisiert ist, sogar noch mariniert werden. Genau so gut gehen aber auch Tofu-Würfel, die knusprig gebraten werden. Alles möglich! Beim Gemüse kann der geneigte Leser auch nach den eigenen Gelüsten (oder Kühlschrankinhalt) gehen. Was immer gefällt, ist erlaubt: Möhren, Paprika, Chinakohl, Wasserkastanien, Lauch/Porree, Sprossen, Chili. Nur bei der Grundwürze aus feingeschnittenen Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer würde ich nichts ändern. Laut Barbara, meiner China-Expertin im weltweiten Zwischennetz, scheint das die Standardwürzung bei chinesischen Gerichten zu sein. Natürlich können auch noch weitere Gewürze und Gewürzmischungen zugefügt werden.

Wunderbar vielseitig, wunderbar gesund, wunderbar schnell! Wie beim chinesischen Imbiss! Nee, eigentlich besser …

Asiatisch angehauchter Bratreis

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Tasse roher Basmati-Reis, am Vortag gekocht
1 Möhre
1/2 rote Paprikaschote
1/2 Stange Porree/Lauch
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe
2 cm Ingwerknolle
2 Eier
Sojasauce
Zucker
Öl (neutrales Öl oder Perilla-Öl)
1 handvoll TK-Erbsen
1 handvoll TK-Mais (oder entsprechende Menge Dosenmais)
1 Prise Pul Biber

(1) Den Reis am Vortag kochen und in den Kühlschrank stellen. Natürlich kann auch übrig gebliebener Reis genutzt werden.
(2) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen, dritteln und in schmale Stäbchen schneiden. Die Paprikaschotenhälfte quer halbieren und ebenfalls in so dünne Streifen schneiden wie die Möhren. Den Porree in ca. 0,5 cm dicke Ringe schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen, in feine Ringe schneiden. Den Knoblauch häuten und fein würfeln. Vom Ingwer mit einem Löffel die Schale abschabe und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Die Erbsen und Mais in ein Sieb geben und mit heißem Wasser überspülen, damit das Gemüse etwas antaut. Gut abtropfen lassen.
(3) Die Eier gut verquirlen, mit Sojasauce und einer Prise Zucker würzen.
(4) Einen Wok oder große Pfanne stark erhitzen. Einen kleinen Schluck Öl darin heiß werden lassen und die Eimasse eingießen. Ohne zu bewegen fast komplett stocken lassen wie einen Pfannkuchen, dann mit einem Pfannenwender in kleine Stücke reißen. Fertig garen und aus der Pfanne nehmen.
(5) Nochmals einen kleinen Schluck Öl erhitzen und den kalten Reis zugeben. Unter Rühren den Reis erhitzen, kleine Klümpchen zerteilen und den Reis wieder fluffig werden lassen. Aus der Pfanne in eine Schüssel zurück geben.
(6) Nochmal einen Schluck Öl erhitzen und die Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer in der Pfanne geben. Bei hoher Hitze unter Rühren kurz anschwitzen. Dann die Möhrenstreifen hinein geben, 2 Minuten pfannenrühren. Dann die Paprika und Lauch zugeben und weiter rühren. Etwa 3 Minuten unter ständiger Bewegung dünsten. Dann mit einem großzügigen Schluck Sojasauce und der Prise Pul Biber würzen. Mais und Erbsen zufügen. Kurz mitbraten. Reis dazu geben und alles gut miteinander verrühren. Nochmal mit Sojasauce abschmecken und das Ei unterheben.

Auf zwei Tellern verteilen und

genießen!

Liebster Besuch V: Asiatische Sommerrollen

Nata hat mich ganz wuschig gemacht! Erst erzählt Miss Boulette von sprossengefüllten Frühlingsröllchen, davon wird nata selbst so angefixt, dass sie auf Facebook nur noch von Röllchen redete. Und schwupps war sie bei mir wieder da, die Lust auf leichtes asiatisches Essen. Und was eignet sich da perfekter als die schon ewig lagernden Vorräte an Reispapier mit der allerliebsten Vegetarierin anzubrechen. Und da Frau Kochschlampe die weitreichendere Erfahrung mit Sommerröllchen hat, war es an ihrem Besuchswochenende fällig.

Eigentlich haben wir dann nur einen bunten, rohen Gemüsesalat in das Reispapier eingewickelt, aber das war so lecker und auch so simpel! Einfach eine ordentliche Portion frisches Gemüse in streichholzgroße Stäbchen schnippeln (Frau Kochschlampe schnippelte, was machte ich denn währenddessen? *grübel*), wer mag noch eine Portion Sojaprotein, hier in Form von Räuchertofu oder auch tierische Proteine in Form von angebratenem Hühnchen oder Steak. Mir war als ob da auch noch gegarte Reisnüdelchens reinkommen, Frau Kochschlampe war dagegen, ihrer Meinung nach sind das nur unnötige Kohlehydrate, die den Platz von leckerem Gemüse wegnehmen. Das Rollen gestaltete sich für Grobmotoriker wie uns erstaunlich einfach: Reispapier 5 Sekunden in kaltem Wasser einweichen, auch einen Teller legen, etwas von der Füllung drauf, die Seiten einschlagen und aufrollen. Fertig! Easypeasy! Ruckzuck sind 10 Röllchen fertig, die uns zwei locker reichten. Ich kann mir vorstellen, dass das Basteln auch mit Kindern ein großer Spaß ist. Großartiges Essen! Werde wohl öfter ein paar Röllchen machen …

Asiatische Sommerrollen

Zutaten für 2 Portionen:
1 Möhre
2 Frühlingszwiebeln
1/3 Gurke
100 g Räuchertofu
1/2 Avocado
1/4 rote Paprikaschote
2 Champignons
10 Stück Reispapier

Dip der Wahl z.B. süß-scharfe Chilisauce

Das Gemüse putzen und mit dem Tofu zusammen in streichholzgroße Streifen schneiden. Eine große Schüssel mit etwas kaltem Wasser füllen. Pro Rolle ein Reispapier für etwa 5 Sekunden in dem kalten Wasser einweichen, auf einen Teller legen, sofort mit den gewünschten Zutaten der Füllung belegen. Erst die beiden Seiten etwas über die Füllung klappen (damit ja keine Füllung entfleuchen kann) und dann von unten her aufrollen. Auf einem Teller zwischenparken. Die fertigen Röllchen sollten sich nicht berühren, das Papier klebt fürchterlich an anderem feuchten Reispapier.

Mit einem Dip der Wahl

genießen!

Gimbap – Koreanisches „Sushi“

So, wozu kann man Tofu Bulgogi noch benutzen? Die letzte Portion wurde tatsächlich extra dafür angesetzt, dass ich am nächsten Abend Gimbap, also das koreanische Sushi mir machen wollte. Mich gelüstete schon seit längerem mal wieder nach Sushi, hatte keine Reisröllchen mehr, seit mir die beste S. von allen es letztes Jahr im September mit ins Krankenhaus brachte. Und da ich hier auch keinen guten Sushiladen kenne bzw. das was ich austesten wollen würde, zu weit weg ist von mir, musste ich halt selbst ran. Ist jetzt auch kein Beinbruch, wenn man nicht auf perfekt geformtes Sushi oder Gimbap besteht. Auf die Fischkomponenten verzichte ich eh gerne (in Mitteldeutschland richtig frischen Fisch zu kriegen, ist fast unmöglich *seufz*) und mache es eben vegetarisch. Auch da gibt es ja genug Optionen und bei den Koreanern noch viel mehr als bei original Sushi. Während der Japaner eher auf Klarheit der Aromen besteht, kombiniert der Koreaner offensichtlich hemmungslos und gerne auch viel würziger. Es können also auch gerne Käse, Schinken, Surimi-Sticks, anderer geräucherter Fisch, Kimchi, andere eingelegte Gemüsesorten wie Klettenwurzeln oder Rettich. Der Phantasie sind so gar keine Grenzen gesetzt! Etwas anders ist auch der Reis gewürzt, nicht süß-säuerlich mit Reisessig und Zucker wie in Japan, sondern eher nussig mit gerösteten Sesamsamen und Sesamöl. Auch wirklich lecker! Der Rest ist wie immer, Reis auf Algen verteilen, füllen, rollen und aufschneiden. Dann einfach genießen! Und es schmeckt wirklich gut und ist so im Nachhinein gesehen, auch nicht wirklich zeitaufwendig. Das Gemüse lässt sich fix schnippeln, das Ei auch schnell braten und andere Füllungen gut vorbereiten oder fertig kaufen. Ich befürchte das wird es in Zukunft häufiger bei mir geben! :-)

Gimbap – Koreanisches Sushi

Zutaten für 3 Rollen, also 2 Personen:

Grundrezept Reis
200 g japanischer Rundkornreis
350 ml Wasser
1/2 TL Salz
1 EL Sesamsamen
1 TL Sesamöl

Für die Füllung:

1 Ei
1 Prise Salz
Sesamöl

1/2 Salatgurke (20-25 cm lang)
1 TL Salz

1 Möhre
1 Prise Salz
Sesamöl

1/4 Portion Tofu Bulgogi

3 Nori-Blätter

(1) Als erstes des Reis kochen. Dafür den Reis in einer Schüssel mit ordentlich Wasser bedecken. Dann den Reis mit den Händen darin rumwirbeln. Wenn das Wasser milchig ist, es abgießen und neues hinzufügen. Die Prozedur so lange wiederholen bis das Wasser klar ist. Das letzte Wasser abschütten und den Reis mit 350 ml Wasser in einem größeren Topf geben. Aufkochen lassen, einmal umrühren, bei niedriger Hitze in 15 Minuten fertig garen.
Oder den Reis gleich in einem Reiskocher kochen.
(2) Während der Reis kocht, die Füllung vorbereiten. Als erstes in einer trockenen kleinen Pfanne die Sesamsamen bei mittelhoher Hitze anrösten bis sie duften und etwas gebräunt sind. Sofort herausnehmen, nicht, dass sie noch nachrösten und verbrennen.
Das Ei mit einer Prise Salz verquirlen. Eine kleine Pfanne erhitzen und etwas Sesamöl hinein geben. Die gesamte Eimasse in die Pfanne geben und ein flaches Omelett braten. Dafür einmal vorsichtig umdrehen, damit beide Seiten etwas Farbe kriegen. Herausnehmen, aufrollen und in lange Streifen schneiden.
Die Möhre schälen, in lange Stifte schneiden. In der noch heißen Pfanne wieder ein kleines bißchen Sesamöl erhitzen und die Möhrenstifte darin anbraten bis sie etwas Farbe haben, aber noch knackig sind. Herausnehmen.
Die Gurke gut waschen und vierteln. Die Kerne heraus schneiden, und die Viertel nochmals halbieren.
Die Tofu Bulgogi-Stücke in schmale Streifen schneiden, etwa so breit die Gurkenstücke.
(3) Den fertigen Reis, etwas abkühlen lassen, vielleicht so 10 Minuten. Dann mit den gerösteten Sesamsamen, dem Salz und dem Sesamöl gut vermischen. Dabei aber vorsichtig rühren, damit der Reis nicht matschig wird.
(4) Eine Sushi-Rollmatte mit Frischhaltefolie umwickeln (dadurch verfangen sich nicht so viele kleine Reiskörner in der Matte, die man nicht mehr rauskriegt.) Ein Schüsselchen mit kaltem Wasser zum Benetzen der Finger bereit stellen. Die Nori-Blätter nacheinander über der heißen Herdplatte haltend (oder in einer großen Pfanne) kurz rösten. Ein Nori-Blatt mit der rauhen Seite nach oben auf die Matte legen. Dann 1/3 der Reismasse auf den unteren 2/3 des Nori-Blattes mit den Fingern verteilen. Dafür die Finger immer mal wieder anfeuchten, weil der Reis sonst gar füchterlich klebt! Dann je 1/3 der Gurkenstreifen, angebratenen Möhren, Tofu Bulgogi-Streifen und Omelettstreifen verteilen. Dann von unten das Nori-Blatt aufrollen. Dabei mit den Fingern versuchen die Füllung an Ort und Stelle zu halten. Wenn das Gimbap aufgerollt ist, mit den Händen nochmals Druck auf die Rolle ausüben, damit das Gimbap auch zusammen hält.
(5) Mit einem wirklich scharfen Messer, dessen Klinge nach jedem Schnitt mit Wasser befeuchtet wird, die Rollen in 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Genießen!

Quelle: inspiriert und leicht verändert nach Kou, M., Jung, S., Kim, Y.-A. (2011): Das Korea-Kochbuch. Jacoby  Stuart. Seite 84

Tofu Bulgogi

Momentan interessiere ich mich sehr für die fernöstliche Küche, genauer gesagt, die koreanische, japanische und vietnamesische. Irgendwie gelüstet es mich eher danach und nicht unbedingt nach europäischer. Seltsam, oder? Ich könnte öfter Tofu essen und habe ein seltsames Verlangen nach Reis. So wird auch die entsprechende Literatur studiert (haha, die Akademikerin kommt durch *g*). Nun habe ich japanische Speisen abseits von Sushi schon im hochgeschätzten Sasaya (*seufz* *hachhachhach* Mag einer meiner Berliner Leute mal für mich dort essen gehen?) essen dürfen, aber habe noch nichts authentisch koreanisches oder vietnamesisches gekostet. Ich habe auch keine Ahnung, wie bestimmte Sachen angerichtet werden oder bestimmte Zutatenkombinationen schmecken, das kann ich mir in der europäischen Küche besser vorstellen. Aber trotzdem wird fleißig ausprobiert.

Eins davon war das Tofu Bulgogi, dass Frau Kochschlampe letztens bastelte. Bulgogi ist bei den Koreanern würzig marinierte dünne Rindfleischstreifen, die dann von allen gemeinsam am Tisch gegrillt werden. Nun ist Frau Kochschlampe ja nicht die größte Fleischesserin von Welt und bastelte es mit Tofu nach, was mir auch sehr entgegen kam, weil ich auch meine Liebe zu Tofu entdeckte und eh weniger Fleisch essen möchte. Also alle Zutaten besorgt und schnell die Marinade zusammen gerührt. Das ist nicht besonders schwierig und das fein geriebene Obst gibt noch eine wirklich angenehm fruchtige Note hinzu. Und wenn der Tofu erstmal mariniert ist, ist die restliche Zubereitung auch ganz einfach: Tofuscheibchen ohne Zwiebeln anbraten, Marinade samt Zwiebeln drüber, einreduzieren lassen und genießen. Am besten mit einer Schüssel Reis und entweder eingelegtem Gemüse oder andersweitig zubereitetes Gemüse dazu. Stilecht wäre Kimchi, der typisch koreanische eingelegte, würzig-pikante Chinakohl, aber da hab ich mich immer noch nicht rangetraut, ich Scharfmimose ich *g* So hatte ich letztens Möhren-Kinpira gemacht, auch sehr lecker. Aber hier erstmal das Rezept für den Tofu Bulgogi und als nächstes zeige ich der geneigten Leserschaft, wofür man es noch benutzen kann …

Tofu Bulgogi

Zutaten für 4 Portionen:
400 g Tofu, der festeste, der gefunden werden kann (sonst halt selber pressen)

4 Frühlingszwiebeln, in Ringen
3 Knoblauchzenen, in feinen Scheiben
1/2 Zwiebel, in Halbringen
1 TL frisch geriebener Ingwer (gehäuft)

160 ml dunkle Sojasauce
4 EL Sesamöl, aus geröstetem Sesam
6 EL brauner Zucker
1 TL Pfeffer, schwarz
1/2 TL koreanische Chilipaste
4 EL Mirin
2 EL Reisessig
1/2 Apfel/Birne, gerieben mit Haut
(oder 2 TL Marmelade z.B. Pflaumenmus)

Mehr Öl zum Braten (hier gerne Perilla-Öl)

(1) Tofu in dünne Scheiben schneiden, wahrscheinlich am besten, wenn der vorher einmal längs halbiert wird. Tofuscheibchen in eine Schüssel oder in eine Auflaufform legen und mit Ingwer, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Zwiebeln bedecken.
(2) Aus den restlichen Zutaten eine Marinade herstellen, dabei sehr gut mixen. Über den Tofu gießen – er sollte schon bedeckt sein und  marinieren lassen. Es hat auch schon nach 1 Stunde Marinieren geschmeckt, aber 8 Stunden und mehr schaden auch nicht.
(4) Tofu aus der Marinade fischen, die Zwiebeln abstreifen. Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Tofuscheiben darin braten – keine doppelten Schichten, eventuell in 2 Runden braten. Tofu mit der Marinade und den Zwiebeln begießen, gerade so viel, dass die Scheiben bedeckt sind. Solange weiterbraten, bis die Marinade deutlich reduziert ist und der Tofu karamellig-braun.

Mit einer Schüssel Reis und andersweitiger Gemüsebeilage servieren und

genießen!

Quelle: Kochen für SchlampenTofu Bulgogi

%d Bloggern gefällt das: