Archiv der Kategorie: Aus dem Ofen

Noch nicht viel frisches Gemüse in Sicht – Linsen-Spinat-Auflauf

Seien wir mal ehrlich, so wirklich prall mit einheimischem Gemüse ist es noch nicht, oder? Ja, der Bärlauch wuchert im Buchenwald und der erste deutsche Spargel lugt aus der Erde und wird für ein Heidengeld verkauft, aber ansonsten? Klar, Paprika, Tomaten und Zucchini gibt es aus den südlicheren Gefilden oder Kohl, Rote Bete, Sellerie und Möhren aus dem Lager, aber so richtig jetzt erst gewachsen? Die letzten Feldsalate lassen sich ernten und der Winterspinat muss aus den Beeten raus, damit sie für die neue Aussaat fertig gemacht werden können.

Und was kann man mit dem ganzen Spinat anstellen? Wie wäre es mit diesem überraschend leckeren Auflauf? Erdige Linsen, salziger Feta mit einer fruchtigen Tomatensauce und dem Spinat sind eine wirklich köstliche Kombination, die ich Dank Frau Kochschlampes Empfehlung kennenlernen durfte. Es sieht auf den ersten Blick nach einer komplizierten Zubereitung aus, aber eigentlich ist es ganz einfach, auch wenn man drei Töpfe/Pfannen benötigt. Die einzelnen Schritte lassen sich wunderbar hintereinander weg zubereiten oder wenn man etwas weniger Energie hat wie ich, dann können Tomatensauce und Linsen schon am Vortag vorbereitet werden und am Tag des Essens nur noch schnell den Spinat dünsten und den Auflauf schichten. Und dadurch, dass der Auflauf ein paar Minuten länger im Ofen benötigt, kann währenddessen in der Küche schon klar Schiff gemacht werden. Wer die doppelte Portion machen möchte, kann ihn folgendermaßen schichten: 1/2 Linsen – 1/2 Spinat – Tomatensauce – 1/2 Spinat – 1/2 Linsen – restlicher Feta. Er sieht zwar nicht sonderlich ansprechend aus, aber probiert den Auflauf unbedingt mal aus, der ist zu gut!

Linsen-Spinat-Auflauf

Zutaten für 2 Portionen:
300 ml Gemüsebrühe
150 g Rote Linsen
1 kleines Lorbeerblatt
300 g frischer Spinat (oder 250 g TK-Spinat)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
100 g Feta
2 TL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
1/2 Dose stückige Tomaten (ca. 200 g)
Salz, Pfeffer
1 Prise Chiliflocken
Zucker
Prise Muskatnuss

Olivenöl zum Einfetten der Form

(1) Die Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen, die Linsen und Lorbeerblatt hinzufügen und abgedeckt 10 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Linsen quellen lassen. Lorbeerblatt entfernen.
(2) Wenn ihr frischen Spinat verwendet, diesen gründlich waschen, tiefgekühlten auftauen. Gut abtropfen lassen. Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Den Feta zerkrümeln. Die Hälfte vom Feta unter die Linsen rühren.
(3) Eine kleinere Auflaufform mit Öl einfetten. Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) In einem kleinen Topf 1 TL Olivenöl erhitzen, Zwiebelwürfel glasig andünsten. Die Knoblauchwürfelchen zugeben und kurz andünsten bis sie duften. Dann das Tomatenmark unterrühren und mit anbraten. Die Dosentomaten zufügen, mit Salz, Pfeffer, den Chiliflocken und 1 Prise Zucker würzen. Alles offen etwa 10 Minuten bei mittlerer bis mittelhoher Hitze etwas einkochen lassen.
(5) In einer Pfanne den übrigen 1 TL Olivenöl erhitzen, Zwiebel- und Knoblauch zufügen und andünsten. Den Spinat zufügen und dünsten bis er zusammen gefallen ist bzw. durcherhitzt ist. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen.
(6) Die Linsenmasse in der Auflaufform gleichmäßig verteilen. Die eingedickte Tomatensauce darauf verstreichen, dann den Spinat darauf geben und mit dem restlichen Feta bestreuen. Auf der mittleren Schiene des Ofen in 30-40 Minuten goldbraun backen.

Genießen!

Quelle: nach einem Rezept von „Engelchens Probierstübchen“ (mittlerweile nur noch per Passwort zugänglicher Blog)

Würzige Krautstangen als Partysnack

Seid ihr auf der Suche nach einem Snack für die nächste Party? Dann Glückwunsch, hier seid ihr fündig geworden! Diese gezwirbelten Stangen sind ein Klassiker unter den Snackrezepten und mit ihrer Krautfüllung wirklich typisch ungarisch. Auf diese Art gegarten Kohl ist sogar ziemlich vielfältig einsetzbar – für diese Stangen, aber auch einfach unter gekochte Nudeln gerührt als Káposztás tészta oder in Strudelteig eingerollt. Also wenn ihr mögt und nicht wisst, was ihr mit dem restlichen Kohlkopf anfangen sollt, macht ruhig die doppelte Menge. Die kriegt man schon weg ;-)

Die Krautstangen an sich, sind echt schnell gemacht, wenn die Füllung fertig ist, Fertigblätterteig sei Dank! Und wenn man die Technik raus hat, wie sie zu zwirbeln sind, wird alles gut! Dafür einfach die Enden der Stangen in beide Hände nehmen und einige Male entgegengesetzt voneinander drehen. Tadaa! Sie sind wirklich so lecker, dass zumindest ich nicht aufhören konnte, sie zu essen. Auch die Kollegin und ihr Sohn fanden sie so lecker, dass der Sohn gleich noch welche bei seiner Mutter orderte *g* Versucht es ruhig mal und berichtet mir dann gerne davon!

Gezwirbelte Krautstangen

Zutaten für ca. 12 Stück:
1/2 Kopf Weißkohl, ca. 600 g
4 TL Zucker
3 EL neutrales Öl
Salz, Pfeffer
2 Rollen Fertig-Blätterteig (ca. 270 g) aus der Kühlung
1 Ei

(1) Als erstes den Kohl vorbereiten. Dafür unschöne äußere Blätter entfernen und die Strunk rausschneiden. Es sollten ca. 500 g Kohl übrig bleiben. Dann auf der groben Seite einer Reibe reiben. Den ZUcker gleichmäßig in einen großen Topf streuen. Dann auf mittelhoher Hitze karamellisieren lassen, dabei auf keinen Fall rühren. Einfach in Ruhe warten bis der Zucker eine helle Bernsteinfarbe angenommen hat. Das Öl hinzufügen und den Kohl dazu geben. Gut verrühren. Salzen und pfeffern und etwa 20-25 Minuten auf mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren garen lassen. Abkühlen lassen.
(2) Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier belegen.
(3) Eine Packung des Blätterteigs entrollen. Die Kohlfüllung gleichmäßig darauf verteilen und mit der zweiten Blätterteigrolle bedecken. Ein bisschen andrücken und dann mit einem scharfen Messer in 2-2,5 cm breite Streifen schneiden. Die einzelnen Streifen in beide Hände nehmen und entgegengesetzt verzwirbeln. Auf das Blech setzen. Genauso mit den restlichen Stangen verfahren.
(4) Das Ei aufschlagen und jede Stange mit Ei bepinseln. Die Bleche in den Ofen schieben und ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun sind. Nach der Hälfte der Zeit die Bleche tauschen und evtl. drehen, wenn Euer Backofen ungleichmäßig bäckt.

Herausnehmen und abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: StreetkitchenKáposztás csavart

Großartiger Berliner Kleckselkuchen

Im Februar hatte ich eine Woche Urlaub, die ich eigentlich im Allgäu verbringen wollte. Es kam ein bisschen was dazwischen und so verbrachte ich die Woche in der Ostseeheimat bei den Eltern. Ist auch nie verkehrt zum Erholen :-) Und so hatte ich auch mal Zeit ein paar Sachen in der Küche auszuprobieren, die schon länger auf dem Plan standen.

Dieser Kuchen gehörte nicht zum Plan :-D Frau Mama fragte Freitagabend, ob und wenn ja, welchen Kuchen wir am Wochenende backen wollen. In ihrer kleinen Kochbuchabteilung ist ein Buch über Blechkuchen, in das ich einen Blick warf. Da wir uns nicht einig werden konnten, ob es ein Kuchen mit Quark oder Obst oder ganz pur, z.B. nur mit Streuseln werden sollte, wählten wir einen der alles hat. Genau, dieser Kuchen vereint erdigen Mohn, frische Quarkmasse und fruchtige Marmelade und toppt es noch mit einer knusprigen Streuselschicht. Hört sich viel auf einmal an, aber passt wunderbar! Dabei ist es wirklich wichtig, dass Sauerkirschkonfitüre benutzt wird, weil das leicht Herbe der Sauerkirschen einen schönen Kontrast zur Süße der anderen Füllungen bietet.

Der Kuchen ist jetzt nicht innerhalb 15 Minuten zusammen gerührt, aber die Arbeit lohnt sich und lässt sich gut aufteilen. Während der Hefeteig geht, könnt ihr in Ruhe die Füllungen vorbereiten, die auch nicht kompliziert sind. Beim Klecksen der Massen auf den ausgerollten Hefeteig solltet ihr darauf achten, dass Ihr die Marmelade nicht zu nah an den Rand macht, da sie in der Hitze anfängt stark zu kochen, gerne mal über den Blechrand läuft und sich fies in den Ofen einbrennen kann. Ich musste Marmelade aus diversen Ritzen des mütterlichen Ofens kratzen, gar kein Spaß!

Ansonsten ist es ein wirklich köstlicher Kuchen, der jede Minute Arbeit wert ist und sich auch auf Vorrat gut einfrieren lässt. Probiert ihn ruhig mal zum Wochenendkäffchen aus und lasst mir doch einen Kommentar da, wie er Euch geschmeckt hat :-)

Berliner Kleckselkuchen

Zutaten für 1 Blech (ca. 20 Stück):

Für den Teig:
250 ml Milch
500 g Mehl
1 Würfel Hefe (42 g)
80 g Zucker
100 g Butter
1/2 TL Salz
1 Zitrone, abgeriebene Schale

Für den Belag:
100 ml Milch
150 g gemahlener Mohn
60 g Zucker
3 EL Saure Sahne

2 Eier
400 g Speisequark
100 g Zucker
2 EL Rum
1 Zitrone, abgeriebene Schale

1 Glas Sauerkirschkonfitüre (etwa 250-300 g)

Für die Streusel:
200 g Mehl
150 g Zucker
1/2 TL Zimt
125 g weiche Butter

Fett für das Blech

(1) Die Milch lauwarm erwärmen, nicht heiß werden lassen, sonst stirbt die Hefe ab. Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Die Hefe hinein bröckeln, die Hälfte der Milch zugeben und mit ein wenig Mehl vom Rand verrühren. Abdecken und den Vorteig 10 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen.
(2) Die Butter in der restlichen Milch auflösen und zusammen mit dem restlichen Zucker, Zitronenschale und Salz auf den Mehlrand geben. Alles mischen und entweder per Hand oder mit Hilfe der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten. Das dauert ein bisschen. Abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 50 Minuten gehen lassen.
(3) Während die Hefe ihre Arbeit tut, die Mohnmasse vorbereiten. Die Milch zum Kochen bringen, die Mohnkörnchen damit übergießen und 30 Minuten quellen lassen. Danach den Zucker und Saure Sahne unterrühren.
(4) Für die Quarkmasse die Eier trennen. Den Quark mit Eigelb, Zucker, Rum und Zitronenschale gut verrühren. Die Eiweiß sehr steif schlagen und unter den Quark heben.
(5) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech dünn einfetten. Den gegangenen Hefeteig auf dem Blech ausrollen und nochmals 10 Minuten gehen lassen. Die Mohn- und Quarkmasse sowie die Kirschkonfitüre auf den Teig in Klecksen verteilen.
(6) Für die Streusel das Mehl in eine Schüssel sieben, Zucker und Zimt unterrühren. Die weiche Butter stückchenweise dazu geben und mit den Händen oder einer Gabel zu Streuseln krümeln. Diese gleichmäßig über dem Teig verteilen. Den Kuchen 25-30 Minuten auf der mittleren Schiene backen.
Abkühlen lassen und aufschneiden.

Genießen!

Quelle: Das große Buch der Blechkuchen. Naumann & Göbel Verlag. p 160

Würziges Mac’n’Cheese mit Blumenkohl

Wie ja sicherlich alle mittlerweile wissen, liebeliebeliebe ich Blumenkohl! Ich mag ihn einfach in (fast) jeder Zubereitungsweise. Aber seien wir ehrlich, manchmal kann er ziemlich fad schmecken, wenn man nicht die richtige Würzung nutzt.

Ein Klassiker der amerikanischen Küche sind ja Mac and Cheese, also ein sehr gehaltvoller Makkaroni-Käse-Auflauf. Den haben augenscheinlich die Briten mit ihrem eigenen Klassiker Cauliflower Cheese, also Blumenkohl in Käsesauce überbacken, gekreuzt. Ist ja auch nie verkehrt ein bisschen Gemüse in Nudelaufläufen zu verstecken. Wenn man den Blumenkohl allerdings nur kocht und in die Bechamelsauce eher geschmacksarmen Käse rührt, wird auch nur ein langweiliges Gericht draus.

Die Damen und Herren von BBC Good Food haben sich dieses Problems angenommen und ein bisschen an der Zubereitungsweise geschraubt. Der Blumenkohl wird statt in Salzwasser gekocht, im Ofen geröstet, was seine eigenen Aromen wunderbar zum Vorschein bringt. Auch in die Sauce kommen zwei verschiedene Käse, englischer schön aromatischer Cheddar und italienischer Parmesan. Zudem wird noch mit scharfem Senf und Thymian gewürzt, was einen Extrakick gibt. Für den zusätzlichen Knusper haben sie noch ein paar gehackte Nüsse drüber gestreut, die auch wunderbar aromatisch werden und großartig in Kombination mit dem Blumenkohl passen.

Eine wirklich schöne Variante dieses klassischen Auflaufs, die die geneigte Leserschaft mal ausprobieren sollte!

Würziges Mac’n’Cheese mit Blumenkohl

Zutaten für 2 Personen:
1/2 Blumenkohl, 400 g
1 TL Olivenöl
einige Zweiglein Thymian
Salz
150 g Nudeln (z.B. Fussili oder Makkaroni)
1 EL Butter
1 EL Mehl
1 TL scharfer Senf
350 ml Milch
70 g Cheddar, gerieben
25 g Parmesan, gerieben
25 g Hasel- oder Macadamianüsse

(1) Den Ofen auf 190°C Ober-/Unterhitze stellen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Blumenkohl in Röschen schneiden, vom Thymian die Blättchen abstreifen. Den Blumenkohl mit dem Öl, etwas Salz und der Hälfte vom Thymian vermischen. Auf dem Blech in einer Schicht verteilen und auf mittlerer Schiene ca. 20 Minuten backen bis die Röschen weich und goldbraun sind. (Ofen nicht ausschalten, brauchen wir noch zum Backen des fertigen Auflaufs.) In der Zwischenzeit die Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung garen. Abgießen und abtropfen lassen.
(2) In einem mittleren Topf die Butter schmelzen lassen. Das Mehl einrühren. Den Topf vom Herd nehmen und schluckweise die Milch klümpchenfrei unterrühren. Den Senf und restlichen Thymianblättchen einrühren. Unter ständigem Rühren nochmals 4-5 Minuten auf dem Herd kochen lassen bis eine sämige, dicke Sauce entstanden ist. Von der Hitze nehmen und 2 Minuten warten. Dann den Cheddar und die Hälfte des Parmesans unterrühren.
(3) Den Blumenkohl und die Nudeln unter die Sauce rühren. Falls die Nudeln zusammenkleben, etwas kochendes Wasser drüber gießen. Weenn die Sauce zu dick sein sollte, mit Milch ein bisschen flüssiger rühren. Alles in eine flache Auflaufform geben und mit dem restlichen Parmesan bestreuen. Die Hasel- oder Macadamianüsse grob hacken und drüber streuen. Den Auflauf 20 Minuten auf mittlerer Schiene goldbraun backen lassen.

Genießen!

Quelle: BBC Good Food – Cauliflower mac & cheese

Geiler Scheiß – Fenchel-Tomaten-Gratin

Eine sehr zuverlässige Quelle für Essensinspiration ist immer noch Frau Kochschlampe. Regelmäßig kommen Links von Rezepten in meinen Messenger geschwappt mit dem dringenden Hinweis „Musst! Du! Ausprobieren!“.

So auch dieses Rezept für ein Fenchel-Tomaten-Gratin. Die kurze Zutatenliste ließ mich an Frau Kochschlampes Begeisterung ein wenig zweifeln. Aber okay, ich hatte alles da und eh noch keinen Plan, was ich an meinem freien Freitag koche, also ab dafür. Eigentlich ist es auch einfach zuzubereiten, nur zwischendrin kocht der Fenchel locker-flockig vor sich hin, während ich schon die Brösel mixte, was jetzt auch nicht ewig dauert oder ein paar Gerätschaften abwusch. Zuerst kam mir die Menge an Tomate zu wenig vor, aber das passt schon. Und auch die Brösel schienen mir zu viel, aber nee.

Nach dem ersten Kosten kam die Offenbarung: Du meine Güte ist das Geiler! Scheiß! Perfekt weich gegarter Fenchel in angenehmer Tomatensauce und dann die würzig-knusprigen Brösel dazu. Eine großartige Kombination, die es ob der einfachen Zubereitung und wenigen Zutaten bestimmt öfter geben. Macht das wirklich dringend nach!

Fenchel-Tomaten-Gratin

Zutaten für 2 Portionen:
1,5 EL Olivenöl
2 Fenchelknollen
1 Knoblauchzehe
200 g Tomatenstücke aus der Dose
Salz

Für das Topping
40 g Brot
25 g Parmesan, gerieben
kleine handvoll Fenchelgrün
1/2 Zitrone, abgeriebene Schale
kleine handvoll schwarze Oliven ohne Stein

(1) Vom Fenchel das feine Grün abschneiden und zur Seite legen. Den Ende abschneiden und eventuell unschöne äußere Schichten entfernen. Die Knollen halbieren und in dünne Spalten schneiden. Die Knoblauchzehe häuten und fein hacken.

(2) 1 EL Olivenöl in einer Pfanne mit passendem Deckel oder flachen Topf erhitzen. Die Fenchelstücke hineingeben, etwas salzen. Deckel auflegen und bei mittelkleiner Hitze 15 Minuten schmoren. Den Knoblauch zufügen und weitere 10-20 Minuten schmoren bis der Fenchel weich ist (das hängt von der Dicke der Fenchelstücke ab). Die Tomaten zufügen und offen weitere 10 Minuten schmurgeln lassen bis der Fenchel von einer dicken Schicht Tomatensauce ummantelt ist. Alles in eine flache Auflaufform geben.

(3) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

(4) Während der Fenchel kocht das Topping vorbereiten. Dafür die Zutaten bis auf die Oliven in eine Küchenmaschine geben und zu Krümeln zerkleinern. Die Oliven zufügen und grob zerkleinern mit der Puls-Funktion. Die Brösel großzügig über den Fenchel streuen, mit dem restlichen Olivenöl geträufeln und die Auflaufform auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. 20 Minuten backen bis das GRatin goldbraun ist.

Genießen!

Quelle: Fennel & tomato gratin

Winterwohlfühlessen – Ungarische Kässpätzle (Rakott nokedli)

 

Habt ihr den Winter schon aufgegeben? Ich trau dem frühlingshaften Frieden da draußen noch nicht ganz. Immerhin hat es letztes Jahr zu Ostern (1. April) in Rostock nochmal 30 cm Neuschnee gegeben. Und was tut bei usseligem Wetter gut? Richtig: Comfort Food!

Und für die Kategorie lief mir ein schönes Rezept über den Weg. Es ist sozusagen die ungarische Variante der süddeutschen Kässpätzle. Dafür werden schnell, ja richtig gelesen schnell, Spätzle oder eben Nokedli selber gemacht. Ja, auch ich denke immer, dass das unglaublich kompliziert und langwierig ist, aber nee, das geht fix. Es dauert wirklich nicht länger als Kartoffeln zu schälen und dann Salzkartoffeln zu kochen. Jedenfalls werden die fertigen Nokedlis dann mit Schmand (dem heimlichen Held der ungarischen Küche!) und Käse vermischt und in einer Auflaufform gegeben. Aber der Clou ist die Füllung, die zwischen die beiden Spätzleschichten kommt. Dafür wird Bacon mit ungarischer Kolbász (eine sehr würzige Paprikawurst ähnlich Chorizo), Zwiebel und Pilzen angebraten. Spezialgewürz sind hierbei ein paar frische Salbeiblättchen, die sich wunderbar darin machen, aber nicht unangenehm halswehteeartig rausschmecken. Dann wird der gesamte Auflauf noch in den Ofen gegeben, wodurch die Aromen sich wunderbar verbinden. Ich kann das nur jedem Empfehlen mal nachzubasteln! Die ungarische Kolbász der Firma Pick hat Kaufland bei uns oft im Bestand und auch andere Supermärkte haben sie manchmal im Angebot. Kauft sie ruhig mal, sie schmeckt doch anders als spanische Chorizo oder deutsche Wurstwaren.

 

Ungarische Käsespätzle – Rakott nokedli

Zutaten für 3-4 Portionen:

Für die Spätzle/Nokedli
200 g Mehl
1 Ei
gute Prise Salz
150-175 ml Wasser
Schluck Öl

Für die Füllung:
50 g Bacon
100 g ungarische Paprikawurst (Kolbász) oder Chorizo
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
3 Blättchen frischer Salbei
150 g Champignons
Pfeffer

1 Ei
250 g Schmand
250 g geriebener Käse (hier Cheddar)

(1) Den Bacon in Würfel schneiden. Die Kolbász in Scheiben. Zwiebel und Knoblauchzehe häuten, die Zwiebel halbieren und in dünne Halbringe schneiden, die Knoblauchzehe fein würfeln. Den Salbei waschen, trocknen und fein hacken. Die Champignons putzen und in dickere Scheiben schneiden.
(2) Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen. Spätzlehobel bereit legen. Für die Nokedli das Mehl in eine Schüssel geben, das Ei mit dem Mehl verrühren und salzen. Schluckweise das Wasser zugeben und verrühren bis der Teig gerade so zusammen kommt. Den Spätzlehobel nass machen und den Teig portionsweise in das mittlerweile kochende Wasser hobeln. Wenn die Nokedli oben schwimmen, mit einem Sieblöffel aus dem Wasser holen und eine Schüssel geben. Mit etwas Öl beträufeln, damit sie nicht zusammen kleben.
(3) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine kleinere Auflaufform mit etwas Öl einfetten.
(4) Eine Pfanne auf mittelhoher Hitze (Stufe 2 von 3) erhitzen. Den Bacon etwas anbraten, dann die Wurstscheiben dazu geben bis beides brutzelt und das Fett austritt.Die Zwiebel zugeben und anbraten bis sie glasig ist, dann den Knoblauch und den Salbei. Wenn der Knoblauch duftet, die Pilze zufügen und alles auf höherer Hitze braten bis die Pilze ein bisschen zusammen gefallen sind. Salzen und pfeffern. Zur Seite stellen.
(5) Den Schmand mit dem Ei und 200 g des Käses verrühren. Das dann unter die Nokedli rühren.
(6) Eine Hälfte der Spätzlemasse in die Auflaufform geben, darauf die Wurst-Pilz-Mischung, mit der zweiten Hälfte der Nokedli-Käse-Mischung abdecken. Mit dem restlichen Käse bestreuen.
(7) In den vorgeheizten Ofen geben und 25-30 Minuten backen lassen.

Dazu passt wunderbar säuerlich eingelegtes Gemüse oder Weißkohlsalat oder Feldsalat.

Genießen!

Quelle: Ízes élet – Rakott nokedli

Kürbis-Feta-Strudel – Wirklich einfach und köstlich

Oh Gott, was macht denn der Butternut-Kürbis da noch in der Küche? Wieso hab ich den denn noch nicht verbraucht? Der Bärlauch sprießt doch schon und bald kommt der einheimische Spargel. Also schnell schnell, was überlegen … Es sollte nicht zu mächtig sein, aber auf die üblichen verdächtigen Beilagen wie Kartoffeln, Pasta oder Reis hatte ich keine Lust. Also muss der Kürbis die Hauptrolle spielen. Man könnte ihn ja in irgendwas rollen. In Strudelteig zum Beispiel. Strudel … Strudel hatte ich schon lange nicht mehr. Strudel hört sich nach einem Plan an! Und weil ich zu faul war nochmal wegen Fertigstrudelteig einkaufen zu gehen, aber alle Zutaten für handgemachten Teig im Haus war, hab ich eben den benutzt. Und nein, ich habe nichts verlernt *g*

Der Teig war äußerst kooperativ und ließ sich mehr als bereitwillig dünn ausziehen. Und die Füllung war einfach nur göttlich! Ich musste sehr stark zusammenreißen, sie nicht vorher schon zu vernaschen. Da mir nach Purismus war, bestand die Füllung nur aus geraspeltem und angebratenem Kürbisfruchtfleisch, das mit viel Dill und Petersilie und etwas zerkrümeltem Feta vermischt wurde. Ein bisschen Salz und Pfeffer reichen als Würzung und schwupps Göttlichkeit in der Pfanne. Ich muss mal überlegen, was man damit noch anstellen könnte.

Wichtig ist beim Strudelmachen, dass alles vorbereitet ist, bevor ihr den Teig auszieht. Denn der Teig ist so delikat, dass er keine Wartezeit verträgt. Also Füllung fertig vorbereitet, Butter oder Öl zum Bestreichen bereit stellen, Backblech mit Backpapier belegen und den Ofen vorheizen. Dann kann der große Spaß beginnen!

Und der Strudel war wirklich lecker! Schön blättrig und knusprig, mit saftiger, würziger Füllung. Perfekt! Ich sollte öfter strudeln …
Was ist Eure Lieblingsfüllung? Habt ihr Vorschläge, was ich unbedingt mal ausprobieren sollte?

Kürbis-Feta-Strudel

Zutaten für 4 Portionen:

Für die Füllung:
600 g Butternutkürbis, vorbereitet gewogen
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
je 1 kleines Bund Petersilie und Dill
100 g Feta
3 EL Paniermehl

Für den Strudelteig:
200 g Mehl, Type 405
40 g Pflanzenöl
100 ml lauwarmes Wasser
1 TL Weißweinessig
etwas Pflanzenöl zum Bestreichen des Teiges vorm Ruhen

Olivenöl zum Bestreichen

(1) Zuerst den Kürbis für die Füllung vorbereiten. Den Kürbis waschen oder schälen (je nach Vorliebe) und grob raspeln. In einer großen Pfanne das Olivenöl bei hoher HItze warm werden lassen. Die Kürbisraspel zugeben, salzen, pfeffern. Etwa 15 Minuten unter öfterem Rühren braten bis der Kürbis weich, aber noch nicht zerfallen ist. Zur Seite stellen und den Kürbis komplett abkühlen lassen.
(2) Während der Kürbis abkühlt den Teig zubereiten. Dafür alle Zutaten in eine Schüssel geben und zuerst mit einem Löffel danach mit der Hand gründlich durchkneten. Zwischendurch den Teig mit Schmackes auf die Arbeitsfläche schmeißen, so wird er noch geschmeidiger und etwaige Luftblasen werden rausgeschlagen. Den Teig gut 10 Minuten lang kneten. Zu einer Kugel formen, mit etwas Öl einstreichen, in eine Schüssel legen, mit Folie abdecken und an einem warmen Ort (z.B. Herd mit angeschalteter Lampe) mindestens 1 Stunde ruhen lassen.
(3) Wenn der Kürbis Zimmertemperatur hat, die Kräuter fein hacken und dazu geben. Den Feta grob zerkrümeln und mit den Kräutern zusammen gut unterrühren. Nochmal abschmecken, ob Salz und/oder Pfeffer fehlt.
(4) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(5) Jetzt geht es an das Ausziehen des Teigs. Dafür zuerst eine größere Tischdecke auf dem Esstisch ausbreiten und großflächig dünn einmehlen. Den Teig erst mit der Hand etwas flacher drücken und dann vorsichtig über die Handrücken nach allen Seiten ausziehen. Wenn möglich sollte ein Rechteckt entstehen. Der Teig soll möglichst dünn sein. Dabei aufpassen, dass keine Löcher entstehen. Zum Schluss mit einem Messer nur noch die dicken Ränder abschneiden.

(6) Den Teig vorsichtig dünn mit Olivenöl bepinseln und in den oberen 2/3 gleichmäßig mit dem Paniermehl bestreuen. Dann die Kürbis-Feta-Füllung auf dem Teil mit dem Paniermehl verteilen. Den Teig von den kurzen Seiten her einschlagen, dann mit Hilfe der Tischdecke vorsichtig aufrollen.

Vorsichtig auf das Backblech rollen und mit Olivenöl bepinseln.

(7) Den Strudel auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und ca. 30 Minuten backen bis er goldbraun ist. Nach der Hälfte der Zeit nochmals mit Olivenöl bepinseln.

Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und mit etwas Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Teig nach Seiser, K., Neunkirchner, M. (2012): Österreich vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p200

Und da ich nicht die einzige mit einer großen Strudelliebe bin, haben noch einige andere mitgestrudelt. Guckt doch mal bei ihnen vorbei und lasst Euch inspirieren:
Christine von Anna Antonia – Strudel mit Trockenfrüchten
Birgit von Backen mit Leidenschaft – Apfel-Mandel-Strudel und Ricottastrudel á la Cassata
Sina von Giftigeblone – Strudel mit weißem Mohn, Birnen und Walnüssen
Susanne von Magentratzerl – Börekschnecken mit Zucchini-Schafskäse-Füllung
Petra von Obers trifft Sahne – Bärlauch-Topfenstrudel
Christina von The Apricot Lady – mediterraner Strudel
Susi von Turbohausfrau – Krautstrudel mit Paprikasauce
Ariane von Tra dolce es amaro – Caramelle di strudel con ricotta e frutti di bosco

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