Archiv der Kategorie: Bei Intoleranzen

Kalte Bohnensuppe für heiße Sommertage

Es war ja eindeutig schon Sommer dieses Jahr! So schwitzte ich hier in Göttingen Ende Juli bei locker-flockigen 38°C im Schatten vor mich hin. Natürlich nicht nur ich, meine Kolleginnen und alle anderen Menschen auch. Zum Glück haben wir seit Juni eine Klimaanlage im Büro, die ich aufgrund der Wärmeempfindlichkeit durch meine MS sehr brauchte. Sonst ist das dort unerträglich mit zwei nach Süden und Westen zeigenden Außenwänden und der Pizzabackstube unter mir. Aber auch mit Klimaanlage schadet ein etwas kühleres Mittagessen nicht. Während hier in Deutschland maximal süße Kaltschalen bekannt sind (Oder gibt es auch herzhafte deutsche kalte Suppen? *grübel*), gibt es in Ungarn mehr Auswahl an kalten, aber sättigenden Suppen für brütend heiße Sommertage.

Ich las ein Rezept für ein kalte, leicht süß-säuerliche Suppe mit Grünen Bohnen. Und viele Kräuter sollten da rein. Das hörte sich wirklich köstlich an! Grüne Bohnen! Und Kräuter sind ja nie verkehrt! Auch die ungarischen Stammzutaten Paprikapulver und Schmand waren zugegen. Da kann ja nichts schief gehen. Die Suppe ließ sich auch tatsächlich ziemlich schnell zubereiten. Der Herd muss nur so lange an sein, wie die Bohnen brauchen, um gar zu werden plus 2 Minuten, um sie eine Winzigkeit anzudicken. Der Rest wird so untergerührt und dann eben mit Zitronensaft und Zucker abgeschmeckt.

Die Kolleginnen sind bei kalten Suppen immer erstmal skeptisch, aber wie bei der Pfirsichsuppe konnte ich sie auch hiermit sehr überzeugen und es wurde alles aufgegessen. Yay \o/ Also für die nächste Hitzewelle oder in lauwarm an einem schönen Sommertag kann ich diese Suppe nur empfehlen!

Kalte, süß-saure Bohnensuppe

Zutaten für 4 Portionen:
600-700 g Grüne Bohnen (Buschbohnen)
2 Knoblauchzehen
1 l starke Brühe
(Gemüse- oder Fleischbrühe, auch aus Brühwürfel möglich)
2 Lorbeerblätter
100 g Schmand
1 TL Paprikapulver edelsüß
2-3 TL Maisstärke
Salz, Pfeffer
1/2 Zitrone, Saft
2-3 EL Zucker
2 EL Petersilie, gehackt
2 EL Dill, gehackt
1 EL Estragon, gehackt

(1) Von den Bohnen die Enden abschneiden und je nach Größe dritteln oder vierteln. Gründlich waschen. Die Knoblauchzehen häuten.
(2) Die Brühe in einem Topf zum Kochen bringen. Die Bohnen, Knoblauchzehen und Lorbeerblätter hinein geben. Abgedeckt in etwa 10-15 Minuten die Bohnen kochen bis sie gar sind, aber noch Biss haben. Nach der Kochzeit die Knoblauchzehen und Lorbeerblätter herausfischen.
(3) In der Zwischenzeit den Schmand mit dem Paprikapulver und der Maisstärke klümpchenfrei verrühren. Die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken.
(4) Wenn die Bohnen gar sind, einige Esslöffel der Suppenflüssigkeit in die Schmandmischung rühren, um die Temperatur anzugleichen. Dann alles unter Rühren in die Suppe geben und aufkochen lassen bis es eine Winzigkeit andickt. Fehlt noch Salz und Pfeffer? Die Suppe mit dem Zitronensaft und Zucker süß-säuerlich abschmecken. Die Kräuter hinzufügen und abkühlen lassen.

Lauwarm oder gekühlt servieren.

Genießen!

Quelle: Mautner Zsófia – Zöldfüszeres, édes-savanyu hideg zöldbableves

Kartoffel-Bohnen-Salat nach ligurischer Idee

Die Bohnensaison ist in vollem Gange, also die der frischen Bohnen, egal ob Stangen- oder Buschbohnen. Habt ihr noch andere Sorten im Garten stehen? VIelleicht Feuerbohnen oder die Borlotti-Variante? Lasst ihr sie ausreifen, um Saatgut für’s nächste Jahr zu gewinnen? Ihr merkt, ich liebe Bohnen! Meine Eltern hatten auch schon immer eine nicht unerhebliche Anzahl an Quadratmetern ihres Schrebergartens den Buschbohnen verschrieben. Aber irgendwie wurden daraus immer nur Butterbohnen, also simpel in Salzwasser gekocht und dann Butter drüber. Ist zwar immer noch mein allererstes Essen in der Bohnensaison, aber es gibt noch sooo viel mehr, was man mit den länglichen Geschmacksbomben anstellen kann. Jetzt sind hier auf dem Blog schon viele Rezepte, geht mal einfach über die Suche, aber irgendwie haben sich in letzter Zeit so viele neue, leckere Gerichte angesammelt, dass ich prompt mal eine Themenwoche „Grüne Bohnen“ angesetzt habe. Ihr werdet also von heute bis Freitag jeden Tag eine neue bohnige Köstlichkeit präsentiert bekommen. Seid gespannt!

Zum Start zeige ich Euch einen schön frischen Kartoffel-Bohnensalat. Es gibt ja den Klassiker der ligurischen Küche, bei dem unter die Nudeln auch noch Kartoffeln und Grüne Bohnen mit Pesto gemischt werden. Sonst bin ich ja kein Fan von Kohlehydrate plus Kohlehydrate, aber das Gericht mag ich echt gern. Nun hatte ich köstliche Böhnchen aus dem elterlichen Schrebergarten mitgenommen und irgendwas sollte damit passieren. Und auch der Basilikum auf dem Balkon wucherte und wurde nicht gänzlich von nimmersatten Räupchen gefressen. Warum also nicht alles zu einem Kartoffelsalat nach der ligurischen Grundidee kombinieren, nur eben ohne die Pasta.

Gesagt, getan! In einer essen & trinken las ich noch den Tipp, Basilikumblätter vor der Verarbeitung zum Pesto zu blanchieren. Das wurde durch kurzes Eintauchen in das kochende Bohnenwasser glatt ausprobiert und tatsächlich war das Dressing danach hübsch dunkelgrün und unglaublich basilikumpfeffrig. Den Trick merke ich mir!

Der Salat an sich war dann auch total köstlich! Die Kombination mit Kartoffeln, Bohnen und dem frischen Dressing war großartig und schmeckte auch noch am nächsten Tag im Büro! Zum Grillen geht er bestimmt auch gut.

Und weil ich ja finde, dass Paniertes am allerbesten zu Kartoffelsalat passt, gab es bei mir ausgebackenen Patisson, den ich heiß und innig liebe! (Auch wenn die Stücke hier auf dem Teller eher nach Fisch aussehen *g*)

Kartoffel-Bohnen-Salat nach ligurischer Idee

Zutaten für 3 Portionen:
1 Zwiebel
Salz
1 Prise Zucker
3+3 TL Weißweinessig
500 g grüne Bohnen
5 mittlere Kartoffeln
Prise Kümmelkörner
3 handvoll Basilikum
Pfeffer
1 EL neutrales Öl
6 EL Olivenöl
Schluck Wasser

(1) Die Zwiebel häuten, in feine Würfel schneiden und in ein Schälchen geben. Mit einer Prise Salz, Zucker und 3 TL Weißweinessig verrühren und marinieren lassen. Zur Seite stellen.
(2) Die Enden der Bohnen abschneiden und dann die Bohnen je nach Größe halbieren oder ganz lassen. Waschen. In kaltem Salzwasser aufsetzen. Und ab dem Zeitpunkt des Kochens, die Flamme auf mittlere Hitze zurück schalten und in ca. 10 Minuten fertig garen, bis sie zwar noch bissfest sind, aber nicht mehr quietschen. Durch ein Sieb abgießen.
(3) Während die Bohnen kochen die Kartoffeln in kaltem Wasser mit Salz und dem Kümmel als Pellkartoffeln aufsetzen. In 25-30 Minuten gar kochen. Abgießen und ein bisschen abkühlen lassen.
(4) Für das Dressing die Basilikumblätter mit einem Sieblöffel für wenige Sekunden in das kochende Wasser der Bohnen halten. In einem  Sieb unter fließendem Wasser abkühlen. Vorsichtig aber gut trocknen. Die blanchierten Blätter mit etwas Salz, Pfeffer, dem restlichen Weißweinessig und dem neutralen Öl in einen kleinen Häcksler geben und fein pürieren. Dann das Olivenöl unterrühren. Mit einem Schluck Wasser verrühren, um es ein wenig geschmeidiger zu machen. Zur Seite stellen.
(5) Für den Salat die Zwiebeln samt Marinierflüssigkeit in eine ausreichend große Schüssel geben. Die noch warmen Bohnen darauf geben, verrühren, damit die Zwiebelwürfel in der Restwärme ein wenig garen können. Die Kartoffeln pellen und in mittelfeine Scheiben schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben. Das Dressing darüber geben, salzen, pfeffern und alles vorsichtig miteinander verrühren.
(6) Abgedeckt ca. 1 Stunde ziehen lassen. Nochmal abschmecken, ob noch Salz oder Pfeffer fehlt.

Genießen!

Der Salat kann solo sehr gut gegessen werden, es passt aber auch Paniertes wie Patisson oder ein Schnitzelchen dazu, gerne auch gekochtes Ei.

Veggie Stirfry mit selbstgemachter Teriyaki Sauce – Garantiert unauthentisch aber lecker

Ich habe mal meinen Foto-Ordner durchgeguckt und mit Erschrecken festgestellt, dass ich gar nicht mehr so viel bloggenswerte Rezepte auf Halde habe. Schande über mich! Nur noch welche, die ich nochmal kochen möchte (auch weil ich mit dem Rezept noch nicht so zufrieden war oder das Bild nicht so hübsch ist) oder die eindeutig nicht in diese Jahreszeit passen. Also müssen ein paar neue Gerichte fabriziert werden und nicht immer dieselben Lieblingsessen gekocht. Wozu bin ich denn sonst immer noch irgendwie Bloggerin.

Davon berichtete ich zusammen mit meinen Essensplänen für das Wochenende auch Frau Kochschlampe. Für Sonnabend war eben gewoktes Gemüse aus einem Großteil des Biokisten-Gemüses. Ich hielt es nicht für weiter bloggenswert, Frau Kochschlampe meinte „Warte mal ab.“. Und Recht hatte sie! Als Würzung bastelte ich noch eine hausgemachte Teriyaki Sauce zusammen, die so simpel ist von der Rezeptur, es ist fast peinlich. Aber im Zusammenspiel mit den ganzen Gemüsen und dem chinesischen Fünfgewürzepulver ist eine wirklich feine Sache bei rumgekommen. Ihr müsst Euch natürlich nicht sklavisch an meine Gemüsemengen halten und könnt ergänzen bzw. weglassen je nachdem was Euer Kühlschrank so hergibt. Das ist ja das herrliche am garantiert-unauthentischen-Kochen: wir können es ändern, wie es uns schmeckt. Ihr mögt keinen Pak Choi? Ersetzt ihn mit Blattspinat oder Mangold. Porree durch Frühlingszwiebeln austauschen, ein paar schickere Pilze als Champignons benutzen oder noch Knoblauch dazu? Ihr mögt das Gemüse eher knackiger? Einfach nicht so lange braten oder länger, wenn ihr es weicher bevorzugt. So ein Gericht ist perfekt, um komische Gemüsereste loszuwerden. Auch bei den Beilagen seid ihr flexibel: Reis dazu kochen, schon gekochten Reis vom Vortag vorher anbraten und alles mischen oder ein paar chinesische Nudeln unterrühren. Wer mag kann noch Tofu mitbraten oder Ei. Es ist so vielfältig! Wunderbar!

Veggie Stirfry mit Teriyaki-Sauce

Zutaten für 2 ordentliche Portionen:
2-3 Möhren
1 rote Paprikaschote
150 g Champignons
1 großer Pak Choi
1 Stange Porree
1 daumengroßes Stück Ingwer
3 EL Sesamkörner
1-2 EL Öl
2 TL Fünfgewürze-Pulver
4-5 EL Teriyaki-Sauce (siehe unten)

(1) Das ganze Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen. Dann je nach Größe halbieren oder dritteln. Die Stücke längs in dünne Scheiben schneiden und diese in dünne Streifen. Die Paprika waschen, entkernen und längs ebenfalls in dünne Streifen schneiden. Diese halbieren. Von den Champignonsstielen das Ende abschneiden, putzen und danach in Scheiben schneiden. Vom Pak Choi das Ende abschneiden und in einzelne Blätter trennen. Diese waschen und trocknen. Den Stiel ca. 2 cm breit schneiden, die Blätter dritteln oder vierteln. Die Porreestange putzen und in ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Den Ingwer schälen und sehr fein würfeln.
(2) Eine große Pfanne oder Wok auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Sesamkörner ohne Öl darin unter gelegentlichem Rühren rösten bis sie braun sind und duften. Sofort in ein kleines Schüsselchen umfüllen.
(3) Das Öl in der Pfanne richtig heiß werden lassen. Möhren und Ingwer zufügen und unter Rühren ca. 3 Minuten anbraten. Paprika und Pak Choi-Stengel zufügen und 2 Minuten mitbraten. Porreescheiben und Pilze zugeben. Mit dem Fünfgewürze-Pulver bestäuben und unter Rühren weiter braten. Mit der Teriyaki-Sauce ablöschen. Die Pak Choi-Blätter unterrühren und so lange garen bis die Blätter zusammen gefallen sind und das Gemüse gar ist, aber noch Biss hat.

Mit Reis servieren. Wer mag, kann sich gerne noch ein Spiegelei dazu braten.

Genießen!

Teriyaki-Sauce

Zutaten für ca. 150 ml:
6 El Sojasauce
6 EL Mirin
6 EL Sake
3 TL Zucker

Alle Zutaten gut verrühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann je nach Rezept verwenden, z.B. für Hähnchen oder Lachs oder einfach über gebratenes Gemüse und einreduzieren lassen.

Quelle: nach Just One CookbookTeriyaki Sauce

Die restliche Sauce steht im Kühlschrank und harrt ihrer Verwendung. Von den Ergebnissen werde ich dann an dieser Stelle wieder berichten.

Würzige Krautstangen als Partysnack

Seid ihr auf der Suche nach einem Snack für die nächste Party? Dann Glückwunsch, hier seid ihr fündig geworden! Diese gezwirbelten Stangen sind ein Klassiker unter den Snackrezepten und mit ihrer Krautfüllung wirklich typisch ungarisch. Auf diese Art gegarten Kohl ist sogar ziemlich vielfältig einsetzbar – für diese Stangen, aber auch einfach unter gekochte Nudeln gerührt als Káposztás tészta oder in Strudelteig eingerollt. Also wenn ihr mögt und nicht wisst, was ihr mit dem restlichen Kohlkopf anfangen sollt, macht ruhig die doppelte Menge. Die kriegt man schon weg ;-)

Die Krautstangen an sich, sind echt schnell gemacht, wenn die Füllung fertig ist, Fertigblätterteig sei Dank! Und wenn man die Technik raus hat, wie sie zu zwirbeln sind, wird alles gut! Dafür einfach die Enden der Stangen in beide Hände nehmen und einige Male entgegengesetzt voneinander drehen. Tadaa! Sie sind wirklich so lecker, dass zumindest ich nicht aufhören konnte, sie zu essen. Auch die Kollegin und ihr Sohn fanden sie so lecker, dass der Sohn gleich noch welche bei seiner Mutter orderte *g* Versucht es ruhig mal und berichtet mir dann gerne davon!

Gezwirbelte Krautstangen

Zutaten für ca. 12 Stück:
1/2 Kopf Weißkohl, ca. 600 g
4 TL Zucker
3 EL neutrales Öl
Salz, Pfeffer
2 Rollen Fertig-Blätterteig (ca. 270 g) aus der Kühlung
1 Ei

(1) Als erstes den Kohl vorbereiten. Dafür unschöne äußere Blätter entfernen und die Strunk rausschneiden. Es sollten ca. 500 g Kohl übrig bleiben. Dann auf der groben Seite einer Reibe reiben. Den ZUcker gleichmäßig in einen großen Topf streuen. Dann auf mittelhoher Hitze karamellisieren lassen, dabei auf keinen Fall rühren. Einfach in Ruhe warten bis der Zucker eine helle Bernsteinfarbe angenommen hat. Das Öl hinzufügen und den Kohl dazu geben. Gut verrühren. Salzen und pfeffern und etwa 20-25 Minuten auf mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren garen lassen. Abkühlen lassen.
(2) Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier belegen.
(3) Eine Packung des Blätterteigs entrollen. Die Kohlfüllung gleichmäßig darauf verteilen und mit der zweiten Blätterteigrolle bedecken. Ein bisschen andrücken und dann mit einem scharfen Messer in 2-2,5 cm breite Streifen schneiden. Die einzelnen Streifen in beide Hände nehmen und entgegengesetzt verzwirbeln. Auf das Blech setzen. Genauso mit den restlichen Stangen verfahren.
(4) Das Ei aufschlagen und jede Stange mit Ei bepinseln. Die Bleche in den Ofen schieben und ca. 20 Minuten backen bis sie goldbraun sind. Nach der Hälfte der Zeit die Bleche tauschen und evtl. drehen, wenn Euer Backofen ungleichmäßig bäckt.

Herausnehmen und abkühlen lassen.

Genießen!

Quelle: StreetkitchenKáposztás csavart

„Und auf die Schnelle noch ’ne Fischfrikadelle“

Na, wer von Euch kennt die Textzeile und hat sofort den Refrain im Kopf?

https://www.youtube-nocookie.com/embed/KfWyo2mqXnw

„Nordisch wohoohoo Nordisch by nature“ *mitgroove* Das ist wahrscheinlich einer der Songtexte, die ich noch dement im Altersheim mitsprechen kann *ggg*

Und ja, es lässt sich nicht verleugnen. Ich bin ein Muschelschubser, ein Fischkopp, ich bin Norddeutsche. Man merkt es meinem Temperament an, meiner Sprachmelodie, manchmal fließen einfach norddeutsche Wörter mit ein, mit denen der Rest des deutschsprachigen Raums überhaupt nix anfangen kann. Wobei es ja auch in Norddeutschland himmelweite Unterschiede gibt, Ostfriesen sprechen ganz anders als Vorpommeraner, aber da liegen ja auch locker-flockig 600 km zwischen. Anders als es das Klischee eines Norddeutschen vermuten lassen würde, mag ich Fisch nicht sonderlich. Nur wenige Sorten in nur wenigen Zubereitungsarten und sobald eine Gräte in Sichtweite kommt, bin ich raus. Wohingegen ich nicht mehr sichtbar verarbeiteten Fisch in Form von Frikadellen sehr gerne mag und mir öfter welche aus der Tiefkühltruhe des Supermarktes mitnehme.

Aber das muss doch auch alleine bastelbar sein. Ohne allzu großen Aufwand. Und eventuell sogar leckerer? Da ich im Gegensatz zu Fleischfrikadellen kaum Erfahrung in der Zubereitung von Fisch habe, brauchte ich ein Rezept. Nach langer Zeit stöberte ich mal wieder im „Heimat„-Buch von Tim Mälzer, Sabine von „Hamburg kocht!“ meinte, dass da ganz schöne Rezepte drin seien. Und ja, da sind etliche Sachen drin, die mich sehr ansprechen :-) Unter anderem eben die Fischfrikadellen.

Sie sind nicht aufwendig in ihrer Zubereitung und wenn man eine Küchenmaschine nutzt, statt den Fisch fein zu hacken, geht es noch schneller. Nur fix die weiteren Zutaten unter den Fisch kneten, Frikadellen formen, in Semmelbrösel wenden und vorsichtig ausbraten. Und der Geschmack erst! Würzig, frisch, kräuterig, überhaupt nicht unangenehm fischig, sehr herzhaft! Wirklich perfekte Fischfrikadellen!

Fischfrikadellen nach Tim Mälzer

Zutaten für 6 Stück:
450 g Seelachsfilet, küchenfertig und entgrätet
2 Frühlingszwiebeln
4 Zweige Dill
1/2 Bio- Zitrone
1 Eigelb
2+4 EL Semmelbrösel
1 TL Tomatenmark
1 TL Senf, scharf
Salz, Pfeffer
ca. 5 EL Öl

(1) Den Fisch entweder mit dem Messer per Hand sehr fein hacken oder in einer Küchenmaschine pulsen bis der Fisch zerkleinert, aber kein Mus ist. Frühlingszwiebeln längs vierteln und fein schneiden. Dill hacken und die Zitronenschale fein abreiben.
(2) Den Fisch, Dill und Zitronenschale mit dem Eigelb, 2 EL Semmelbröseln, Tomatenmark, Senf, Salz und Pfeffer gründlich vermischen. 6 etwa gleichgroße Frikadellen formen. Das restliche Semmelmehl in einen tiefen Teller geben, die Frikadellen vorsichtig darin wälzen.
(3) In einer großen Pfanne das Öl auf hoher Hitze heiß werden lassen. Die Frikadellen vorsichtig hinein geben, damit sie nicht zerbrechen und von jeder Seite etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und servieren.

Dazu passt vielerlei: Kartoffel- oder Nudelsalat, Pommes frites, grüner Salat, diverse Gemüsebeilagen.

Genießen!

Quelle: Mälzer, Tim (2014): Heimat: Kochbuch. Mosaik. p 103

Indische Kürbis-Linsen-Suppe

Ich muss noch meine ganzen herzhaften Suppenrezepte loswerden, bevor der Frühling mit milden Temperaturen gänzlich ausbricht und die Suppenlust vergeht. Wobei Suppenlust bei mir nie vergeht, als halbe Ungarin fast unmöglich ;-) Und bevor die letzten Kürbisse aus den Lagern verbraucht sind, möchte ich Euch diese wirklich wunderbare indische Linsensuppe vorstellen, die ich auf dem YouTube-Kanal von „Food with Chetna“. Chetna Makan ist Inderin, die in Großbritannien lebt und dort bekannt wurde durch ihre Teilnahme am „Great British Bake Off“. Mittlerweile hat sie drei Kochbücher geschrieben und betreibt eben ihren YouTube-Kanal, den sie mit authentischen indischen Rezepten und wunderbaren Kuchen füllt. Dort entdeckte ich die Linsensuppe mit Kichererbsen und Spinat, die sehr vielversprechend aussah. Nur bin ich nicht der weltgrößte Kichererbsen-Fan und ersetzte ihn einfach mit etwas Butternutkürbis, der noch seiner Verwendung harrte.

Die Suppe ist ziemlich schnell und einfach zubereitet – indische Küche muss nicht kompliziert und zeitaufwendig sein. Dazu ist sie noch gesund und kostengünstig, wenn ihr den Joghurt zum Schluss weglasst sogar vegan. Dabei könnt ihr das Süppchen so scharf oder mild würzen, wie es Euch beliebt. Ich werde diese Suppe in Kürze definitiv wieder kochen, weil sie wirklich richtig köstlich ist und noch ein kleiner Butternut in der Küche wartet. Und kann es Euch auch nur dringend ans Herz legen! Auf die nächste Suppe dürft Ihr Euch auch freuen, eine sehr ungarische *g*

Indische Kürbis-Linsen-Suppe mit Spinat

Zutaten für 4-6 Portionen:

400 g Butternutkürbis; vorbereitet gewogen
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleines Stück Ingwer
1 EL neutrales Öl
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Chiliflocken
150 g Rote Linsen
400 g Dose gewürfelte Tomaten
700-800 ml Gemüsebrühe
80 g TK-Spinat
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Den Butternut schälen und in ca. 1,5-2 cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Die Knoblauchzehe und Ingwer schälen und beides fein reiben. Die Linsen in einer Schüssel mit Wasser bedecken, kurz durchwirbeln (etwaige schlechte absammeln) und das Wasser abgießen. Den Spinat in ein Sieb geben und mit heißem Wasser übergießen, so dass er auftaut.

(2) Das Öl in einem größeren Topf erhitzen und den Kreuzkümmel darin anbraten bis er duftet. Die Zwiebelwürfel zugeben und bei mittelhoher Hitze mitdünsten bis sie etwas braun werden. Knoblauch, Ingwer und Chiliflocken hinein geben und etwa 1 Minuten anbraten. Kürbis, Linsen, Tomaten und Brühe in den Topf geben. Umrühren und abgedeckt aufkochen lassen. Ab dem Zeitpunkt bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten köcheln lassen. Den aufgetauten Spinat zugeben und noch ca. 5 Minuten garen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auf Tellern verteilen und wer mag einen Klecks Joghurt obenauf geben.

Genießen!

Quelle: Chetna Makan – Delicious Lentils, Chickpea and Spinach soup

Kulinarische Weltreise – Kroatien: Blitva

Die kulinarische Weltreise begibt sich auf die nächste europäische Station: Kroatien. War ich widerum noch nie, obwohl es ja ganz nah an Ungarn dran ist. Aber dafür ist die ungarische Verwandtschaft regelmäßig dort, weil es das nächste Meer von dort aus ist und für ungarische Verhältnisse auch nicht ganz so teuer, wie andere Küstenländer. Leider hab ich mich nie genauer über ihre kulinarischen Erfahrungen ausgetauscht… Aber wenn ich an kroatische Küche denke, habe ich eher ein Bild der jugoslawischen Küche vor mir mit großen Einflüssen aus der osmanischen und österreichischen Küche. Ich habe sofort den Geschmack von Cevapcici und Duvec-Reis auf der Zunge, auch den von Ajvar und Fisch aufgrund ihrer langen, wirklich hübschen Küstenlinie. Aber das ist wahrscheinlich Restaurantküche für Gäste, nichts was die Kroaten oft in ihrem Alltag kochen. Da muss es, wie wahrscheinlich bei allen, schnell und einfach gehen.

Weil in der Biogemüsekiste Mangold angekündigt war, suchte ich nach Rezepten mit eben dem. Und wurde fündig in der dalmatinischen Küche. Dalmatien ist ein historischer Landstrich, der sich über Kroatien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien und den Kosovo erstreckte. Heute wird der Begriff, der schon seit dem 1. Jahrhundert existiert, nur noch in Kroatien und einen kleinen Teil Montenegros verwand. Dort scheinen die Leute traditionell ein Mangold-Kartoffel-Gemüse zu gegrilltem Fisch, der an der zerklüfteten Küste hoffentlich noch reichlich zu finden ist, zu essen.

Und dieses Gericht war eine Offenbarung für mich. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass diese wirklich wenigen und alltäglichen Zutaten so wohlschmeckend werden. Die Zubereitung ist denkbar einfach und schnell, innerhalb von maximal 45 Minuten steht Euer Essen auf dem Tisch. Also wenn der Mangold im Garten sich anschickt die Macht zu übernehmen, schickt ihn mit diesem Rezept auf Euren Teller!

Blogger Aktion

Blitva – Mangold-Kartoffelgemüse aus Dalmatien

Zutaten für 2 Portionen:
300 g Kartoffeln
Salz
500 g Mangold
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
Pfeffer

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden und in Salzwasser gar kochen. Abgießen.
(2) Währenddessen den Mangold waschen und grob schneiden. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(3) In einem größeren Topf ein EL des Olivenöls bei mittlere Hitze erhitzen. Die Zwiebelwürfel glasig dünstig, aber nicht braun werden lassen. Den Mangold zufügen und zusammen fallen lassen, dabei etwas salzen. Den Deckel auflegen und den Mangold etwa 10 Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen bis die Stiele weich und süßlich sind.
(4) Die Kartoffeln und den gehackten Knoblauch hinzufügen. Die Kartoffeln etwas im Topf zerdrücken und alles gut miteinander verrühren. Das restliche Olivenöl hinüber gießen und mit Pfeffer würzen. Fehlt noch Salz?

Zu gegrilltem Fisch oder Grillkäse servieren.

Genießen!

Quelle: Blitva – dalmatinischer Mangold

Jetzt bin ich noch gespannt, was die an deren Teilnehmer der Weltreise so gezaubert und erlebt haben, hier findet ihr die Zusammenfassung. (wird nachgereicht, sobald die Zusammenfassung online ist)

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