Archiv der Kategorie: Fruktosefrei

Würzige Empanadas – Perfekt für Picknicks

Sommer ist nicht nur Gartensaison, auch Ausflugs- und Picknicksaison! Nun muss ich gestehen, dass ich das viel zu selten machen. Alleine macht das irgendwie wenig Spaß und alle ausflugswilligen Leute leben zu weit weg *seufz* (Ja, einmal Mitleid bitte! *g*). Aber vielleicht habt die geneigte Leserschaft, die sich für Picknicks erwärmen kann und die ihr dann kulinarisch verwöhnen könnt.

Für Ausflüge eignen sich natürlich Gerichte besonders gut, die aus der Hand gegessen werden ohne eine Riesensauerei zu veranstalten. Und das sind diese Empanadas, die ich auf den Videokanal eines ungarischen Kochmagazins sah. Ich war sofort gefesselt und habe die komplette Menge gemacht (und den Kollegen noch etliche am nächsten Tag mitgebracht, die sehr begeistert waren). Ja, die Zubereitung ist etwas aufwendiger, aber es lohnt sich! Und im Sinne des allgemeinen Kräftesparens kann die Füllung auch schon am Vortag zubereitet werden und wartet dann geduldig im Kühlschrank auf ihren Einsatz. Der Teig ist ein leichter Hefeteig, der durch Paprikapulver schön würzig wird. Er lässt sich wunderbar verarbeiten, klebt nicht an der Arbeitsfläche, reißt nicht leicht. Ein wirklich schöner Anfängerteig. Die Schärfe der Füllung könnt ihr je nach Vorliebe variieren, ich als bekennende Scharfmimose nehm nur die Minimalstdosis Chili und Cayennepfeffer, fand aber den Zimt und Muskatnuss darin sehr spannend! Ich hab bei den ersten Empanadas zu viel Füllung in den Teig gegeben, so dass es schwieriger war sie zusammen zu klappen, versucht einfach ein gutes Mittelmaß zu finden, dass nicht zuviel Teig um ein bisschen Füllung ist, die Tasche sich aber auch gut schließen lässt.

Wenn die Arbeit getan und die Empanadas fertig gebacken sind, steht dem kulinarischen Genuss nichts mehr im Weg. Knusprig außen, würzig-herzhafte Füllung! Probiert die unbedingt mal aus!

Würzige Empanadas

Zutaten für 2 Bleche:

Für den Teig:
500 g Mehl
1 TL Trockenhefe
1 TL Paprikapulver edelsüß
2 TL Salz
200 ml lauwarmes Wasser
100 ml Olivenöl

Für die Füllung:
250 g Champignons
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
1/2 Chili
2 EL Öl
350 g Hackfleisch (Rind oder gemischt)
Salz, Pfeffer
1 Prise Zimt, gemahlen
1 Prise Koriander, gemahlen
1 Prise Muskatnuss, gemahlen
Cayennepfeffer, Menge nach Schärfevorliebe
2 El Tomatenmark
3 EL Wasser
1 EL Worchestershiresauce
100 ml Rotwein
1 Bund Petersilie

1 Ei zum Bestreichen

(1) Für den Teig das Mehl mit der Trockenhefe, Salz und Paprikapulver verrühren. Das Öl und das Wasser zugeben und alles in etwa 5 -10 Minuten per Hand zu einem festeren Teig kneten. Falls er noch zu feucht ist, eine Winzigkeit Mehl zufügen, wenn er zu trocken ist, ein paar Spritzer Wasser. Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einem zugfreien Ort (z.B. ausgeschaltetem Herd bei geschlossener Tür) 1 Stunde gehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. (Kann auch schon am Tag vorher geschehen und dann im Kühlschrank lagern.) Zuerst das Gemüse vorbereiten: Pilze putzen, Ende vom Stiel ab- und dann in Würfel schneiden, die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln. Soviel von der Chili fein würfeln wie gewünscht. Danach sofort die Hände gründlich waschen, damit man sich nicht ausversehen in den Augen reibt! Die Petersilie fein hacken.
(3) 1 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Pilze darin scharf anbraten bis sie braun sind. In eine Schüssel füllen und zur Seite stellen. Den übrigen 1 EL Öl erhitzen und das Hackfleisch darin bei hoher Hitze krümelig anbraten, ein wenig mit Salz und Pfeffer würzen. Während das Fleisch so halb durch ist, Zwiebel, Knoblauch und Chili zufügen. Mit Salz, Pfeffer, Zimt, Koriander, Muskatnuss und etwas Cayennepfeffer würzen. Das Tomatenmark mit den 3 EL Wasser unterrühren. Die Pilze wieder zugeben. Mit Worcestershiresauce und Rotwein ablöschen. Alles gut verrühren und ca. 15 Minuten offen bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Flüssigkeit fast verdampft ist und alles sehr dickflüssig ist. Die gehackte Petersilie unterrühren. Die ganze Masse zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(4) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Das Ei in einer Tasse geben und gut verschlagen. In einer anderen Tasse etwas Wasser geben.
(5) Wenn der Teig gegangen ist, halbieren. Eine Hälfte auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen. Mit einem Schälchen Kreise von etwa 12 cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis etwa 1 Esslöffel der Füllung geben. Einen Finger in die Wassertasse tauchen und den Rand der Empanadas bestreichen. Zusammenklappen und den Rand gründlich mit Hilfe einer Gabel nach unten drücken, um ihn zu verschließen. So mit allen Empanadas verfahren und sie auf das Blech setzen. Diese dann mit dem verschlagenen Ei bestreichen. In die Mitte des vorgeheizten Ofens geben und in 20-25 Minuten goldbraun backen. Mit der zweiten Hälfte vom Teig genauso verfahren und backen.

Etwas abkühlen lassen und mit einem frischen Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös Zé magazinEmpanada

Herzhaft mit ungarischen Aromen gefüllte Pfannkuchen

Meine beiden kulinarischen Kernkompetenzen sind eindeutig Gulasch und Palacsinta. Meine Gulaschgene lassen mich nie im Stich und irgendwie gelingt es immer *aufHolzklopf*, egal aus was ich Gulasch zubereite, sei es Fleisch, Pilze, Leber, Kartoffeln oder Kürbis. Auch Palacsinta (oder Pfann- oder Eierkuchen genannt) gelingen seltsamerweise immer. Ich meine okay, so wahnsinnig schwer sind beide Sachen nicht zu kochen, ein paar Tricks und Kniffe sollte man kennen und beherzigen. Dann gelingt es aber wirklich immer!

Und warum dann nicht mal diese beiden Kernkompetenzen in einem Gericht vereinigen? Kann man natürlich auch perfekt von Resten machen, aber ich hatte mit Absicht mehr Palacsinta ausgebacken und grübelte an einer Füllung rum. Nur süß wollte ich nicht (immer das gleiche Problem danach, mir wäre den gesamten Nachmittag übel), aber Reste eines herzhaften Essens, die da reingepasst hätten, fanden sich nicht im Kühlschrank. Es gibt ja in der ungarischen Küche den Klassiker „Hortóbágyi palacsinta“, das sind mit einer Gulaschfarce gefüllte Palacsinta, die dann in einer Sauce aus dem Gulaschsaft und etwas Saurer Sahne überbacken wird. So zeitaufwendig wollte ich es dann doch nicht und habe einfach aus Hackfleisch eine trockenere Gulaschmasse gekocht. Schnell gefüllt und zum Überbacken mit Käse in den Ofen geschoben. Fertig!

Ein einfaches, aber trotzdem sehr köstliches Gericht, das gut sättigt und wunderbar die ungarischen Aromen von Paprika und Saurer Sahne kombiniert. Dazu macht ihr Euch am Besten einen frischen Salat oder, wie es in Ungarn wahrscheinlich serviert werden würde, esst eingelegtes Gemüse wie die mit Weißkohl gefüllte Paprika, dazu.

Herzhaft gefüllte Pfannkuchen ungarische Art

Zutaten für 2 Portionen:
5 Pfannkuchen (am Besten aus neutralem Teig)
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/4 Paprikaschote
1 EL Öl
1/2 TL Paprikapulver rosenscharf
2 TL Paprikapulver edelsüß
350 g Hackfleisch, gemischt
1 TL Majoran
1 EL Tomatenmark
100 ml Wasser
ca. 100 g Schmand
ca. 50 g geriebener Käse

Öl zum Einfetten der Auflaufform

(1) Erst kommt die gulaschartige Füllung dran. Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und beides fein würfeln. Das Stück Paprikaschote ebenfalls mittelfein würfeln.
(2) Das Öl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebelwürfel zugeben und etwa 5 Minuten anschwitzen. Die Knoblauchwürfel zugeben und 1 Minute mitdünsten bis sie duften. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Paprikapulver unterrühren. Die Pfanne wieder auf den Herd stellen und das Hackfleisch hinein geben und krümelig braten bis es die rote Farbe verloren hat. Das Tomatenmark und Paprikawürfel einrühren, mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen. Mit Wasser begießen und etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis eine relativ trockene Hackgulaschmasse entstanden ist.
(3) Während die Füllung köchelt, den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine kleinere Auflaufform einfetten.
(4) 1/5 der Hackmasse und ein bisschen des Schmands auf dem unteren Drittel eines Pfannkuchens verteilen. Die linke und rechte Seite um etwa 1 cm einschlagen, dann den Pfannkuchen von unten aufrollen und mit der Naht nach unten in die Auflaufform setzen. So mit den restlichen Pfannkuchen verfahren. Zum Schluss mit dem Käse bestreuen.
(5) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 15-20 Minuten backen bis der Käse zerlaufen und die Palacsinta goldbraun sind von oben.

Zu frischem Salat oder eingelegtem Gemüse servieren.

Genießen!

Frühlingshafter Orient – Grüner Erbsen-Hummus

Ich muss gestehen, ich mag Dips sehr, aber bin kein großer Fan von Hummus. Ja, er ist gesund und schon seit Jahren voll der heiße Scheiß, aber irgendwie komme ich an die klassische Variante nicht ran. Meistens schmeckt es mir zu dumpf, zu erdig ohne frischen Kontrast. Oder ich habe bisher immer die falschen probiert…

Im wirklich schönen Buch „Veggiestan“ von Sally Butcher fiel mir eine Version mit grünen Erbsen auf. Hey, Erbsen magst Du ja. Also eigentlich liebeliebeliebe ich sie und könnte sie jeden Tag essen. Vielleicht machen die mir als Grundzutat ja einen Hummus schmackhaft. Nun musste ich noch Tahin, also die Sesampaste besorgen. Da akut kein türkischer Supermarkt in fußläufiger Entfernung war, versuchte ich es im Supermarkt nebenan. Da ich wenig Lust auf Suchen hatte (er wurde vor kurzem umgebaut) frug ich einen jungen Mitarbeiter. Es folgten große Augen, mehrmaliges Nachfragen, was ich denn bitte suche? Na, Tahin, so orientalische Sesampaste… Er führte mich zum Regal mit den Bio-Lebensmitteln, weil – Originalzitat – „Die komischen Sachen sind immer beim Biozeug zu finden.“ :-D Und war es dann tatsächlich auch *gg* (Für was kann ich Tahin eigentlich noch benutzen? Wäre ja schade, wenn das gute Biozeug ranzig würde…)

Mit vollständigen Zutaten (das meiste ist ja eh im Vorratsschrank) ging es nach Hause und schnell wurde der Hummus für einen bunten Snack-Teller zum Eurovision Song Contest gebastelt. Die Zubereitung benötigt wirklich kaum Zeit und diese Version schmeckt tatsächlich frischer als die klassische mit Kichererbsen. Ein wirklich köstlicher und farbenfroher Dip zu Rohkost. Allerdings würde ich ihn innerhalb von maximal 2 Tagen verbrauchen, weil der Geschmack im Kühlschrank nicht unbedingt besser wird. Also lieber für einen netten gemütlichen Abend mit Freunden zubereiten, wenn er auch verbraucht werden kann. Aber probiert den Dip wirklich mal aus :-)

Grüner Erbsen-Hummus

Zutaten für 3-4 Portionen:
250 g tiefgekühlte Erbsen
1 EL Tahin
Saft und Schale von 1/2-1 Zitrone
1 EL Olivenöl
1 größere Knoblauchzehe
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
einige Stengel Petersilie
Salz, Pfeffer

Zum Servieren:
etwas Olivenöl
eine Prise Cayennepfeffer

(1) Die Erbsen in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen und in etwa 5 Minuten garen bis sie weich sind. Abgießen, unter kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen.
(2) Die Schale einer halben Zitrone fein abreiben, Knoblauch häuten und würfeln, Petersilie waschen, trocknen und grob hacken.
(3) Erbsen, Tahin, Zitronensaft und -schale, Olivenöl, Knoblauch, Kreuzkümmel und Petersilie in einen Mixer geben und kurz pürieren. Wahrscheinlich ist die Masse noch zu fest, also so ca. 1 EL Wasser dazu geben und etwas weiter pürieren bis es den gewünschten Feinheitsgrad erreicht hat. Mit Salz und Pfeffer würzen, in eine Schüssel füllen. Mit Olivenöl und Cayennepfeffer vollenden und servieren.

Genießen!

Quelle: Butcher, S. (2012): Veggiestan. Der Zauber der orientalischen Küche. Christian Verlag. p 123

Macht was her – Spargel-Grüne Soße-Quiche

Seit dem 2. Mai stehe ich wieder in Lohn und Brot. Yay! Und was soll ich sagen?!? Es macht unglaublich Spaß! Die Kollegen sind nett, die Aufgaben vielfältig, der Arbeitsbereich der Kollegen sehr spannend.

Zum Einstand wollte ich den Kollegen eine kulinarische Kleinigkeit mitbringen und da bot sich der Termin der großen Teambesprechung letzte Woche an, bei dem alle zugegen waren. Und da Frühling ist, was passt da besser als Spargel? Nun haben wir im Büro nur eine Mikrowelle zum Aufwärmen, es sollte also ein Gericht sein, das am Besten bei Zimmertemperatur gegessen werden kann. Eine Spargel-Quiche ist doch eine nette Idee. Da fehlte aber noch ein wenig Raffinesse, also entschloss ich mich einige Grüne Soße-Kräuter mit im Guß zu versenken, denn was als Einzelkomponenten zu Pellkartoffeln passt, schmeckt (meist) auch in der Quiche. Gesagt, getan! Leider ist es gerade nicht so einfach für mich an frische Grüne Soße-Kräuter zu kommen, aber der Edeka bei der Arbeit hat sie in gefrorener Form aus Frankfurt vorrätig. Ha! (Ja, ich weiß, alle Frankfurter den letzten Satz bitte vergessen…)

Also schnell alles nach dem Standardrezept vorbereitet. Ja, natürlich hätte ich mich dem Erzfeind Mürbeteig stellen können, aber das Risiko wollte ich nicht eingehen, wenn ich für neue Kollegen koche… Die geneigte Leserschaft kann alle Schritte bis zur fertigen Quiche gleich nacheinander machen, ich teilte es wegen der Kraft und dazwischen kommenden Arbeitszeit auf. Vormittags buk ich den Boden vor und röstete die Spargelstangen, abends dann nur noch schnell den Guß zusammenrühren, alles in den vorgebackenen Boden verteilen und backen. Zum Glück muss man ja beim Backen nicht pompomswedelnd daneben stehen, sondern kann sich entspannt auf dem Sofa lang machen und „Mord ist ihr Hobby“ gucken *g*

Und war die Quiche gut! Meine Güte! Sie duftete frisch aus dem Ofen schon so gut, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie es im Ganzen ins Büro schaffte :-D Und der Geschmack war wirklich toll! So großartig, dass ich gleich zwei Tage nochmal eine kleine Variante nur für mich buk, damit ich Bilder machen kann, um Euch das Rezept zu präsentieren! Ich kann jedem ein Nachbacken nur wärmstens ans Herz legen, nutzt die Chance so lange noch Spargelsaison ist!

Spargel-Grüne Soße-Quiche

Zutaten für eine XX cm-Form:

Für den Teig:
100 g Quark
4 EL Öl
4 EL Milch
große Prise Salz
200 g Mehl
1 TL Backpulver

evtl. Butter zum Einfetten der Form
Blindbackbohnen

Für die Füllung:
700 g Spargel
Salz, Zucker
200 g Schmand
200 g geriebener Käse (z.B. Emmentaler oder Gouda)
2 Eier
50 g gehackte Grüne Soße-Kräuter (hier TK)
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst den Ofen vorheizen auf 180°C. Wenn ihr eine Springform benutzt, den Boden mit Backpapier belegen und die Seiten dünn mit Butter einfetten. Wenn ihr eine Quicheform benutzt, einfach nur Backpapier bereitlegen.
(2) Den Teig vorbereiten. Dafür die Zutaten in eine große Schüssel geben und zuerst mit einem Löffel, dann mit Hilfe Eurer Hände verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und zur Seite legen. Den Teig auf einer großen, leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, so dass er in die Quicheform passt und auch die Ränder bedeckt sind. Den ausgerollten auf das Nudelholz rollen und mit dessen Hilfe in die vorbereitete Quicheform legen und leicht festdrücken. Den Teig mit einer Gabel öfter einstechen. Ein weiteres Stück Backpapier darauf legen und die Blindbackbohnen darauf verteilen. Auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen geben und 15 Minuten backen. Dann heraus holen und etwas abkühlen lassen. Die Blindbackbohnen entfernen (kann man gut aufheben und wieder verwenden).
(3) In der Zwischenzeit den Spargel putzen. Dafür die Enden abbrechen (dann bleibt nix holziges an der Stange) und dann schälen. Auf ein kleines Backblech oder Auflaufform legen. Leicht mit Salz und Zucker bestreuen und nachdem der Boden vorgebacken ist, den Spargel einschieben und ebenfalls 15 Minuten rösten. Herausnehmen.
(4) Während der Spargel röstet und der Boden etwas abkühlt, den Guß vorbereiten. Dafür den Schmand mit den Eiern und den Kräutern verrühren, Käse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf dem vorgebackenen Boden gießen.
(5) Den Spargel ansprechend auf dem Guß verteilen und etwas eindrücken. Die Quiche auf mittlerer Schiene in den Ofen geben und 35-40 Minuten backen.

Herausholen und etwa 15-20 Minuten abkühlen lassen.

Genießen!

Typisch ungarisch – Süßer Dill-Hefe-Kuchen

Wie die geneigte Leserschaft weiß, liebe ich eher die einfachen Kuchen vor der aufwendigen Motivtorte mit Fondant drumrum. Und ich habe ein Herz für komische Geschmackskombinationen, natürlich besonders, wenn sie aus Ungarn kommen. Eine typische, für den deutschen Gaumen aber befremdliche ist die Mischung aus Quark mit Dill in süßer Kuchenform. Einen Quark-Dill-Strudel stellte ich Euch ja schon ausführlich vor, aber nachdem ich letztes Jahr bei der Tante die Version mit Hefeteig aß, musste ich sie dringend nachbacken.

Dabei half mir, dass ich mir im Urlaub DAS ungarische Standardkochbuch angeschafft habe, ohne das ein (halb-)ungarischer Haushalt kein kompletter Haushalt ist. Da stehen alle wichtigen Rezepte drin, von Alltagsküche über Sonntags- bis Feiertagsküche. Ich mag es sehr und gucke gerne rein, gerade für Grundrezepte. Und da bin ich nicht die einzige, egal ob meine Tante, die Frau meines Cousins. Wenn es um urungarische Gerichte geht, wird das Rezept von dort genommen. Meine Tanten haben auch handgeschriebene Rezepte meiner ungarischen Oma, die offensichtlich aus dem Buch stammten (hatte mal nachgesehen, weil ich einige Wörter nicht lesen konnte):

Von der Schrift her hätte meine Oma auch einen prima Arzt abgegeben ;-)

Wie das mit so alten Kochbüchern nunmal ist, gibt es auch manche Ungenauigkeiten darin, so wird meist keine genaue Backtemperatur oder Zeit angegeben, ein „bei mittlerer Temperatur goldbraun backen“ reicht der erfahrenen Hausfrau (ja, für die wurde es ganz ursprünglich geschrieben). Also heißt es für Neulinge Erfahrungen sammeln und öfter mal zum Ofen eilen, um den Zustand des Gebäcks zu überprüfen. In dem Rezept für den Kuchen hab ich die Milch- und Eimenge reduziert. Prinzipiell ist der Kuchen auch zeitlich gut machbar, nur den deutschen Quark solltet ihr schon am Abend oder Morgen vorher in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Sieb geben, damit er gut abtropfen kann, weil der ungarische Quark sehr trocken und krümelig ist. Der Rest ist ganz einfach!

Und das Ergebnis einfach grandios köstlich! Saftig-würzige, leicht dillige Quarkfüllung, die nicht zu süß ist und der Hefeteig passt auch perfekt! Der wird öfter gemacht und die geneigte Leserschaft solltet ihn auch dringend ausprobieren!

Süßer ungarischer Dill-Quark-Kuchen

Zutaten für eine große Auflaufform (23 x 38 cm):

Für den Teig:
250 g Weizenmehl (Type 405)
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
10 g Zucker
1 Ei, getrennt
50 g weiche Butter
100-150 ml Milch, zimmerwarm
Prise Salz

Für die Füllung:
500 g Quark
3 EL Zucker
1 Ei, getrennt
1 EL Weichweizengrieß
1 Bund Dill
Prise Salz

3 TL Saure Sahne

(1) Als erstes den Quark in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Papier geben und abtropfen lassen. Am besten schon den Abend oder Morgen vor dem Backen.
(2) Den Teig zubereiten. Den Zucker mit etwa 50 ml der Milch verrühren und die Hefe hineinbröseln. Zur Seite stellen bis die Hefe aufgeht. Dies dauert etwa 10 Minuten. Die aufgegangene Hefemilch mit der Butter und Salz zum Mehl geben, ebenso das Eigelb (das Eiweiß wird für die Füllung benötigt). Mit einem Holzlöffel beginnen zu verrühren, dabei nach und nach die Milch zugeben. Es kann sein, dass ihr nicht alles benötigt. Wenn es mit dem Löffel zu beschwerlich wird, mit der Hand den Teig weiterkneten, ca. 5-8 Minuten bis ein glatter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben und mit einem Küchenhandtuch (oder Mörderduschhaube) abdecken und an einen warmen, zugfreien stellen. Den Teig ca. 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
(3) Wenn der Teig gegangen ist, die Auflaufform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz auf die rechteckige Größe der Auflaufform ausrollen. In die Auflaufform legen und abgedeckt an einem warmen Ort abstellen, damit der Teig noch etwas gehen kann.
(5) Jetzt die Füllung zubereiten. Dafür den Dill fein hacken. Zusammen mit dem Quark, Zucker, Grieß und dem Eigelb gründlich verrühren. Die beiden übrigen Eiweiß in einer wirklich sauberen Schüssel mit einer Prise Salz mit Hilfe der Handrührers zu einem steifen Schaum schlagen. Vorsichtig unter die Quarkmasse rühren, erst 1/3 des Schnees etwas gründlicher unterrühren, dann die letzten 2/3 sehr vorsichtig, damit möglichst wenig des Schnees zusammen fällt. Gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen.
(7) Den Kuchen herausholen, die Temperatur auf 220°C hochstellen. Die Saure Sahne auf dem Kuchen mit einem Pinsel verstreichen und den Kuchen nochmals ca. 5 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Den Kuchen lauwarm abkühlen lassen und aufteilen.

Genießen!

Quelle: nach Horváth, I. (1955). Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek. p 276

Comfort Food aus Deutschlands Westen – Endivienuntereinander

Wenn wir schon mal beim Thema „Regionales Comfort Food“ sind, möchte ich Euch diesmal eine Kartoffelbreivariante mit Salat vorstellen. Ja, genau, das wird Salat unter den Kartoffelbrei gerührt. Aber jetzt kein aromaarmer Eisbergsalat, sondern angenehm bitter schmeckende Endivie.

Kennt ihr nicht? Kannte ich bis vor Kurzem auch nicht, weil sie in den von mir regelmäßig aufgesuchten Supermärkten nicht verkauft wurde. Endivie gehört zu den Wegwartengewächsen und ist ein Salat, der ab dem Spätsommer geerntet, aber auch in Wintervarianten angebaut wird. Wild kommt die Rosettenpflanze (sprich sie bildet keinen typischen Salatkopf aus) im Mittelmeerraum vor, wo sie auch schon seit der Antike kultiviert wird, wird aber vor allem in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Deutschland und der Schweiz angebaut. Angeblich sollen hier in Deutschland fünf bis acht Sorten im Handel zu bekommen sein, aber irgendwie nicht in meiner Ecke …

Aber letztens sah ich schöne große Salatgebilde, die mit Endivie ausgeschildert waren! Yeah! Sofort mit eingesackt und zu Hause stand ich dann: Was machste jetzt damit? Schnell bei Twitter und Facebook nachgefragt und tatsächlich einige Vorschläge bekommen: als simpler Salat mit Essig-Öl-Dressing, als Endiviengemüse in der Pfanne oder eben unter Kartoffelbrei gemischt (entweder roh oder gegart). So viele Möglichkeiten, da ist ein Salat ja gar nicht genug *g* Ich entschied mir für die Salatvariante mit einem Knoblauch-Senf-Dressing und dann eben eine Untereinanderversion, in der ich den Salat kurz mit knusprig ausgelassenem Speck gare, mit ein wenig Essig abschmecke und so unter den Kartoffelbrei rühre.

Und ich muss sagen, das Zeug schmeckt extrem großartig! Die rauchige Note vom Speck mit dem leichten Bitter des Salats, der eine nette säuerliche Essignote hat und dazu die Cremigkeit des Kartoffelbreis. Ernstlich toll! Wird es öfter geben, wenn die Endivie Saison hat! Die vegetarischen Leser lassen einfach den Speck weg, schmeckt immer noch richtig gut!

Endivienuntereinander

Zutaten für 2 Portionen:
6-8 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend oder mehligkochend)
Salz
50 g Schinkenspeck
Schluck neutrales Öl
1/4 Kopf Endiviensalat
Pfeffer
2-3 TL Weißweinessig
Milch

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. Mit kaltem Wasser bedecken, salzen und aufkochen lassen. So lange bei mittlerer Hitze garen, bis die Kartoffeln gar sind.
(2) Währenddessen den Schinkenspeck in kleine Würfel schneiden. Mit einem kleinen Schluck Öl in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze langsam aus- und knusprig werden lassen.
(3) Den Salat waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden. Wenn der Speck knusprig ist, die Endivienstreifen unterrühren und kurz garen lassen bis der Salat zusammen gefallen ist. Ein wenig salzen, pfeffern und mit dem Essig säuerlich abschmecken. Pfanne zur Seite stellen.
(4) Die Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Auf der ausgeschalteten Platte die Kartoffeln mit der Milch zu Kartoffelbrei stampfen. Die Endivien-Speck-Mischung gut unterrühren. Nachjustieren – Fehlt noch Salz oder etwas Essig?

Servieren. Dazu passt ein Spiegelei, Bratwurst, Schnitzelchen.

Genießen!

Quelle: Angaben von verschiedenen Twitter- und Facebook-Nutzern

Perfektes Partymitbringsel – Pizzabrötchen ohne Hefe

So, übermorgen geht 2016 zu Ende. Wie sieht Eure Bilanz aus? Ich bin irgendwie unentschlossen dieses Jahr. Es sind so viele meiner Helden gestorben: David Bowie, Prince, Alan Rickman, Peter Lustig, Manfred Krug, George Michael. Und das ist irgendwie auch seltsam, weil es mir vor Augen führt, wie schnell es vorbei sein kann. George Michael und Prince waren jünger als meine Eltern … Mein eigenes Jahr dümpelte irgendwie so dahin. Arbeit, Schule, ein wenig Erholung und Urlaub, nichts besonderes. Aber ich hab das Gefühl, dass es 2017 einige Veränderungen geben wird. Sowohl in meinem Leben (ein Job, der Spaß macht und angemessen bezahlt wird, wäre toll!) als auch hier auf dem Blog. Irgendwie wird es Zeit …

Aber erstmal steht Silvester an. Seid ihr noch kurzfristig zu einer Party bei Freunden eingeladen und gebeten worden, etwas mitzubringen? Diese Pizzabrötchen sind ideal dafür. Kennengelernt habe ich sie durch eine Dame, die sehr oft in die Physiotherapiepraxis, wo ich mein Praktikum absolvierte, kam. Nicht freiwillig, sie hat auch andere Hobbys ;-) Als Dankeschön für uns alle brachte sie diese Brötchen mit, nachdem ein großer Behandlungsteil abgeschlossen war. Und Junge, waren die schnell verschwunden! Da musste man sich gleich eins sichern *g* Netterweise rückte sie das Rezept raus, das gleich von einigen abgeschrieben wurde :-)

Ich hab sie dann auch ziemlich schnell ausprobiert und war begeistert. Seitdem buk ich die Pizzabrötchen schon ein paar mal und auch die Mitumschüler konnten nicht ihre Finger davon lassen *g* Sie sind wirklich unaufwendig mit einfachen Zutaten herzustellen. Nicht einmal Hefe ist notwendig, falls da draußen der ein oder andere Hefe-Phobiker sein sollte *g* Die Basis ist ein Quark-Öl-Teig dessen Luftigkeit durch Backpulver kommt. Als Aromengeber habe ich bisher nur Schinken, geriebenen Käse und Röstzwiebeln genommen, kann es mir aber auch mit anderen Komponenten vorstellen: feingewürfelte Paprikaschote, Oliven, Salami, Sucuk, Feta, Frühlingszwiebeln. Wichtig ist nur drauf zu achten, dass die Menge an zusätzlichen Zutaten nicht die Menge im Originalrezept übersteigt, weil sonst das Verhältnis zwischen Grundteig und Zusätzen nicht mehr stimmt und sich der Teig so nicht mehr gut kneten lässt. Es ist ohnehin ein sehr fester Teig, von dem sich aber gut die Teigbällchen abteilen lassen, um daraus die fertigen Pizzabrötchen zu formen. Dabei könnt ihr sie rund formen oder unordentlich lassen, was ein bisschen mehr knusprige Oberfläche schafft. Die fertig gebackenen Brötchen lassen sich auch super einfrieren für einen Snack im Büro oder zum Picknick. Wirklich wunderbar vielseitig!

Pizzabrötchen ohne Hefe

Zutaten für 15-20 Stück:
250 g Quark
4 EL Milch
6 EL Öl
1 TL Salz
1 Prise Zucker
300 g Mehl
1/2 Packung Backpulver (8g)
200 g Schinken
200 g Käse, gewürfelt oder gerieben
100 g Röstzwiebeln

(1) Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Den Quark mit Milch und Öl gut verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Alles zusammen verkneten. Schinken, Käse und Röstzwiebeln unterkneten. Das ist eventuell etwas mühsam und der Teig ist fest.
(3) Etwa 1 EL große Stücke vom Teig abnehmen, kurz rund formen und auf das Blech setzen. Es werden etwa 15-20 Stück aus der Menge Teig.
(4) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und je nach Größe 20-30 Minuten backen.

Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und lauwarm oder bei Zimmertemperatur essen.

Genießen!

Quelle: Patientin meines Praktikumbetriebs

Dieses Jahr machen wir auch wieder ein kleines Buffet zum Silvesterabend, da dürfen natürlich nicht fehlen:

Welche Klassiker gibt es auf alle Fälle bei Eurem Buffet?

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