Archiv der Kategorie: Fruktosefrei

Typisch ungarisch – Süßer Dill-Hefe-Kuchen

Wie die geneigte Leserschaft weiß, liebe ich eher die einfachen Kuchen vor der aufwendigen Motivtorte mit Fondant drumrum. Und ich habe ein Herz für komische Geschmackskombinationen, natürlich besonders, wenn sie aus Ungarn kommen. Eine typische, für den deutschen Gaumen aber befremdliche ist die Mischung aus Quark mit Dill in süßer Kuchenform. Einen Quark-Dill-Strudel stellte ich Euch ja schon ausführlich vor, aber nachdem ich letztes Jahr bei der Tante die Version mit Hefeteig aß, musste ich sie dringend nachbacken.

Dabei half mir, dass ich mir im Urlaub DAS ungarische Standardkochbuch angeschafft habe, ohne das ein (halb-)ungarischer Haushalt kein kompletter Haushalt ist. Da stehen alle wichtigen Rezepte drin, von Alltagsküche über Sonntags- bis Feiertagsküche. Ich mag es sehr und gucke gerne rein, gerade für Grundrezepte. Und da bin ich nicht die einzige, egal ob meine Tante, die Frau meines Cousins. Wenn es um urungarische Gerichte geht, wird das Rezept von dort genommen. Meine Tanten haben auch handgeschriebene Rezepte meiner ungarischen Oma, die offensichtlich aus dem Buch stammten (hatte mal nachgesehen, weil ich einige Wörter nicht lesen konnte):

Von der Schrift her hätte meine Oma auch einen prima Arzt abgegeben ;-)

Wie das mit so alten Kochbüchern nunmal ist, gibt es auch manche Ungenauigkeiten darin, so wird meist keine genaue Backtemperatur oder Zeit angegeben, ein „bei mittlerer Temperatur goldbraun backen“ reicht der erfahrenen Hausfrau (ja, für die wurde es ganz ursprünglich geschrieben). Also heißt es für Neulinge Erfahrungen sammeln und öfter mal zum Ofen eilen, um den Zustand des Gebäcks zu überprüfen. In dem Rezept für den Kuchen hab ich die Milch- und Eimenge reduziert. Prinzipiell ist der Kuchen auch zeitlich gut machbar, nur den deutschen Quark solltet ihr schon am Abend oder Morgen vorher in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Sieb geben, damit er gut abtropfen kann, weil der ungarische Quark sehr trocken und krümelig ist. Der Rest ist ganz einfach!

Und das Ergebnis einfach grandios köstlich! Saftig-würzige, leicht dillige Quarkfüllung, die nicht zu süß ist und der Hefeteig passt auch perfekt! Der wird öfter gemacht und die geneigte Leserschaft solltet ihn auch dringend ausprobieren!

Süßer ungarischer Dill-Quark-Kuchen

Zutaten für eine große Auflaufform (23 x 38 cm):

Für den Teig:
250 g Weizenmehl (Type 405)
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
10 g Zucker
1 Ei, getrennt
50 g weiche Butter
100-150 ml Milch, zimmerwarm
Prise Salz

Für die Füllung:
500 g Quark
3 EL Zucker
1 Ei, getrennt
1 EL Weichweizengrieß
1 Bund Dill
Prise Salz

3 TL Saure Sahne

(1) Als erstes den Quark in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Papier geben und abtropfen lassen. Am besten schon den Abend oder Morgen vor dem Backen.
(2) Den Teig zubereiten. Den Zucker mit etwa 50 ml der Milch verrühren und die Hefe hineinbröseln. Zur Seite stellen bis die Hefe aufgeht. Dies dauert etwa 10 Minuten. Die aufgegangene Hefemilch mit der Butter und Salz zum Mehl geben, ebenso das Eigelb (das Eiweiß wird für die Füllung benötigt). Mit einem Holzlöffel beginnen zu verrühren, dabei nach und nach die Milch zugeben. Es kann sein, dass ihr nicht alles benötigt. Wenn es mit dem Löffel zu beschwerlich wird, mit der Hand den Teig weiterkneten, ca. 5-8 Minuten bis ein glatter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben und mit einem Küchenhandtuch (oder Mörderduschhaube) abdecken und an einen warmen, zugfreien stellen. Den Teig ca. 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
(3) Wenn der Teig gegangen ist, die Auflaufform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz auf die rechteckige Größe der Auflaufform ausrollen. In die Auflaufform legen und abgedeckt an einem warmen Ort abstellen, damit der Teig noch etwas gehen kann.
(5) Jetzt die Füllung zubereiten. Dafür den Dill fein hacken. Zusammen mit dem Quark, Zucker, Grieß und dem Eigelb gründlich verrühren. Die beiden übrigen Eiweiß in einer wirklich sauberen Schüssel mit einer Prise Salz mit Hilfe der Handrührers zu einem steifen Schaum schlagen. Vorsichtig unter die Quarkmasse rühren, erst 1/3 des Schnees etwas gründlicher unterrühren, dann die letzten 2/3 sehr vorsichtig, damit möglichst wenig des Schnees zusammen fällt. Gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen.
(7) Den Kuchen herausholen, die Temperatur auf 220°C hochstellen. Die Saure Sahne auf dem Kuchen mit einem Pinsel verstreichen und den Kuchen nochmals ca. 5 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Den Kuchen lauwarm abkühlen lassen und aufteilen.

Genießen!

Quelle: nach Horváth, I. (1955). Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek. p 276

Comfort Food aus Deutschlands Westen – Endivienuntereinander

Wenn wir schon mal beim Thema „Regionales Comfort Food“ sind, möchte ich Euch diesmal eine Kartoffelbreivariante mit Salat vorstellen. Ja, genau, das wird Salat unter den Kartoffelbrei gerührt. Aber jetzt kein aromaarmer Eisbergsalat, sondern angenehm bitter schmeckende Endivie.

Kennt ihr nicht? Kannte ich bis vor Kurzem auch nicht, weil sie in den von mir regelmäßig aufgesuchten Supermärkten nicht verkauft wurde. Endivie gehört zu den Wegwartengewächsen und ist ein Salat, der ab dem Spätsommer geerntet, aber auch in Wintervarianten angebaut wird. Wild kommt die Rosettenpflanze (sprich sie bildet keinen typischen Salatkopf aus) im Mittelmeerraum vor, wo sie auch schon seit der Antike kultiviert wird, wird aber vor allem in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Deutschland und der Schweiz angebaut. Angeblich sollen hier in Deutschland fünf bis acht Sorten im Handel zu bekommen sein, aber irgendwie nicht in meiner Ecke …

Aber letztens sah ich schöne große Salatgebilde, die mit Endivie ausgeschildert waren! Yeah! Sofort mit eingesackt und zu Hause stand ich dann: Was machste jetzt damit? Schnell bei Twitter und Facebook nachgefragt und tatsächlich einige Vorschläge bekommen: als simpler Salat mit Essig-Öl-Dressing, als Endiviengemüse in der Pfanne oder eben unter Kartoffelbrei gemischt (entweder roh oder gegart). So viele Möglichkeiten, da ist ein Salat ja gar nicht genug *g* Ich entschied mir für die Salatvariante mit einem Knoblauch-Senf-Dressing und dann eben eine Untereinanderversion, in der ich den Salat kurz mit knusprig ausgelassenem Speck gare, mit ein wenig Essig abschmecke und so unter den Kartoffelbrei rühre.

Und ich muss sagen, das Zeug schmeckt extrem großartig! Die rauchige Note vom Speck mit dem leichten Bitter des Salats, der eine nette säuerliche Essignote hat und dazu die Cremigkeit des Kartoffelbreis. Ernstlich toll! Wird es öfter geben, wenn die Endivie Saison hat! Die vegetarischen Leser lassen einfach den Speck weg, schmeckt immer noch richtig gut!

Endivienuntereinander

Zutaten für 2 Portionen:
6-8 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend oder mehligkochend)
Salz
50 g Schinkenspeck
Schluck neutrales Öl
1/4 Kopf Endiviensalat
Pfeffer
2-3 TL Weißweinessig
Milch

(1) Die Kartoffeln schälen, in kleinere Stücke schneiden. Mit kaltem Wasser bedecken, salzen und aufkochen lassen. So lange bei mittlerer Hitze garen, bis die Kartoffeln gar sind.
(2) Währenddessen den Schinkenspeck in kleine Würfel schneiden. Mit einem kleinen Schluck Öl in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze langsam aus- und knusprig werden lassen.
(3) Den Salat waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden. Wenn der Speck knusprig ist, die Endivienstreifen unterrühren und kurz garen lassen bis der Salat zusammen gefallen ist. Ein wenig salzen, pfeffern und mit dem Essig säuerlich abschmecken. Pfanne zur Seite stellen.
(4) Die Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen. Auf der ausgeschalteten Platte die Kartoffeln mit der Milch zu Kartoffelbrei stampfen. Die Endivien-Speck-Mischung gut unterrühren. Nachjustieren – Fehlt noch Salz oder etwas Essig?

Servieren. Dazu passt ein Spiegelei, Bratwurst, Schnitzelchen.

Genießen!

Quelle: Angaben von verschiedenen Twitter- und Facebook-Nutzern

Perfektes Partymitbringsel – Pizzabrötchen ohne Hefe

So, übermorgen geht 2016 zu Ende. Wie sieht Eure Bilanz aus? Ich bin irgendwie unentschlossen dieses Jahr. Es sind so viele meiner Helden gestorben: David Bowie, Prince, Alan Rickman, Peter Lustig, Manfred Krug, George Michael. Und das ist irgendwie auch seltsam, weil es mir vor Augen führt, wie schnell es vorbei sein kann. George Michael und Prince waren jünger als meine Eltern … Mein eigenes Jahr dümpelte irgendwie so dahin. Arbeit, Schule, ein wenig Erholung und Urlaub, nichts besonderes. Aber ich hab das Gefühl, dass es 2017 einige Veränderungen geben wird. Sowohl in meinem Leben (ein Job, der Spaß macht und angemessen bezahlt wird, wäre toll!) als auch hier auf dem Blog. Irgendwie wird es Zeit …

Aber erstmal steht Silvester an. Seid ihr noch kurzfristig zu einer Party bei Freunden eingeladen und gebeten worden, etwas mitzubringen? Diese Pizzabrötchen sind ideal dafür. Kennengelernt habe ich sie durch eine Dame, die sehr oft in die Physiotherapiepraxis, wo ich mein Praktikum absolvierte, kam. Nicht freiwillig, sie hat auch andere Hobbys ;-) Als Dankeschön für uns alle brachte sie diese Brötchen mit, nachdem ein großer Behandlungsteil abgeschlossen war. Und Junge, waren die schnell verschwunden! Da musste man sich gleich eins sichern *g* Netterweise rückte sie das Rezept raus, das gleich von einigen abgeschrieben wurde :-)

Ich hab sie dann auch ziemlich schnell ausprobiert und war begeistert. Seitdem buk ich die Pizzabrötchen schon ein paar mal und auch die Mitumschüler konnten nicht ihre Finger davon lassen *g* Sie sind wirklich unaufwendig mit einfachen Zutaten herzustellen. Nicht einmal Hefe ist notwendig, falls da draußen der ein oder andere Hefe-Phobiker sein sollte *g* Die Basis ist ein Quark-Öl-Teig dessen Luftigkeit durch Backpulver kommt. Als Aromengeber habe ich bisher nur Schinken, geriebenen Käse und Röstzwiebeln genommen, kann es mir aber auch mit anderen Komponenten vorstellen: feingewürfelte Paprikaschote, Oliven, Salami, Sucuk, Feta, Frühlingszwiebeln. Wichtig ist nur drauf zu achten, dass die Menge an zusätzlichen Zutaten nicht die Menge im Originalrezept übersteigt, weil sonst das Verhältnis zwischen Grundteig und Zusätzen nicht mehr stimmt und sich der Teig so nicht mehr gut kneten lässt. Es ist ohnehin ein sehr fester Teig, von dem sich aber gut die Teigbällchen abteilen lassen, um daraus die fertigen Pizzabrötchen zu formen. Dabei könnt ihr sie rund formen oder unordentlich lassen, was ein bisschen mehr knusprige Oberfläche schafft. Die fertig gebackenen Brötchen lassen sich auch super einfrieren für einen Snack im Büro oder zum Picknick. Wirklich wunderbar vielseitig!

Pizzabrötchen ohne Hefe

Zutaten für 15-20 Stück:
250 g Quark
4 EL Milch
6 EL Öl
1 TL Salz
1 Prise Zucker
300 g Mehl
1/2 Packung Backpulver (8g)
200 g Schinken
200 g Käse, gewürfelt oder gerieben
100 g Röstzwiebeln

(1) Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Den Quark mit Milch und Öl gut verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver, Salz und Zucker in einer großen Schüssel vermischen. Alles zusammen verkneten. Schinken, Käse und Röstzwiebeln unterkneten. Das ist eventuell etwas mühsam und der Teig ist fest.
(3) Etwa 1 EL große Stücke vom Teig abnehmen, kurz rund formen und auf das Blech setzen. Es werden etwa 15-20 Stück aus der Menge Teig.
(4) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und je nach Größe 20-30 Minuten backen.

Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und lauwarm oder bei Zimmertemperatur essen.

Genießen!

Quelle: Patientin meines Praktikumbetriebs

Dieses Jahr machen wir auch wieder ein kleines Buffet zum Silvesterabend, da dürfen natürlich nicht fehlen:

Welche Klassiker gibt es auf alle Fälle bei Eurem Buffet?

Klassiker der deutschen Küche – Königsberger Klopse

Hände hoch: wer liebt Hausmannskost? Hausmannskost ist ja von Land zu Land, sogar von Region zu Region unterschiedlich und ich verbinde damit immer Mama- bzw. Familienessen. Eines von sowohl Zwergs als auch meinen Lieblingsessen sind Königsberger Klopse! Ja, wir mochten sogar die Schulspeisungsvariante, die dann nur „Kochklops“ ohne nähere Ortsbezeichnung hießen *g*

Jetzt gab es in der Familie nur ein Problem: Frau Mama mag sie nicht wirklich! Immer wenn wir uns Königsberger Klopse als Sonntagsessen wünschten, wurde es ein Hühnerfrikassee mit kleinen gekochten Klopsen drin *g* Dazu unechtes Risi-bisi, also gekochter Reis vermischt mit Erbsen (bei uns früher Dosenerbsen, für die ich pur immer noch eine heimliche Schwäche hege *Geständnis*) und Petersilie, plus Möhrensalat als Beilage. Unser Sonntag war gerettet!

Aber letztens wünschte sich Zwerg explizit Königsberger Klopse ohne Frikassee drumrum. Also machten wir die Standardsauce und die Klopse etwas königsbergiger als sonst, indem wir gehackte Kapern und Sardellen schon unter die Hackmasse mischten und dafür den Ungarnanteil in Form von Paprikapulver weg ließen. Und ich muss sagen: fein, sehr fein sogar! Die Sauce ist ebenfalls simpel! Grundlage ist eine klassische Mehlroux im Butter-Mehl-Verhältnis 1:1, in die dann ein Teil der Klops-Kochbrühe und Milch gerührt wird. Wer es reichhaltiger mag, kann natürlich Sahne nehmen, aber wir sind keine Sahnefamilie. Und dann heißt es nur noch abschmecken, nachdem die Kapern samt Flüssigkeit drin landeten und sie unter Rühren eindickte. Ihr werdet die perfekte Balance aus salzig, süß und leicht zitronig sauer finden, wenn ihr die Würzen peu à peu hinzugebt und immer mal kostet. Kosten ist jetzt ja auch nicht schlimmste Aufgabe beim Kochen, oder? ;-)

Flaumig, zart-würzige Königsberger Klöpschen und perfekt passend zur leicht süß-sauren Sauce mit ihren Kapern. Hach, ein richtiges Wohlfühlessen! Interessanterweise passen zu reinen Königsberger Klopsen aber Kartoffeln besser als Reis, nur der Möhrensalat, der passt zu allem :-)

Also probiert es ruhig aus, ein wundervolles Sonntagsessen für die ganze Familie! (kapernmeidene Kinder, wie ich eins war, können die ja rausfischen *g*)

Königsberger Klopse

Zutaten für 4-6 Portionen:
850 g gemischtes Hack
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 Ei
Salz, Pfeffer
1/2 kleines Bund Petersilie, fein gehackt
1 EL Kapern, gehackt
3 Sardellenfilets, gehackt
4-6 EL Semmelbrösel

Für die Sauce:
2 EL Butter
2 gehäufte EL Mehl
500 ml Brühe
250 ml Milch
Salz, Pfeffer
1/2 Glas Kapern samt Flüssigkeit
Zitronensaft
Zucker

(1) Zuerst den Teig für die Klopse vorbereiten. Dafür das Hack mit der Zwiebel, Ei, Petersilie, Kapern und den Sardellenfilets vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. So viel Semmelbrösel zugeben bis der Teig hält. Aus der Masse etwa golfballgroße Klopse rollen.
(2) In einem weiten Topf etwa 2 l Wasser erhitzen und mit Salz würzen. Sobald es kocht runter schalten bis es nur noch simmert. So viele Klopse einlegen wie bequem nebeneinander Platz haben. Die Klopse auf mittlerer Hitze so lange garen lassen, bis die Klopse wieder an der Oberfläche schwimmen. Das dauert je nach Größe etwa 10 Minuten. Die fertigen Königsberger Klopse herausnehmen und die nächste Portion garen. Wenn die Klopse fertig sind, 500 ml der Brühe abmessen.
(3) Sobald die Klopse fertig sind, die Sauce zubereiten. In einem weiten Topf die Butter schmelzen lassen, das Mehl zugeben und gut verrühren. Den Topf vom Herd nehmen und die Brühe zugeben. Erst schluckweise und dabei immer weiter rühren. Während ihr rührt, alle Brühe und Milch zugeben. Mit Salz, Pfeffer plus den Kapern samt ihrer Flüssigkeit würzen. Den Topf auf den Herd zurück stellen und bei mittlerer Hitze unter Rühren so lange kochen bis die Sauce andickt. Mit Zitronensaft und Zucker würzen bis ihr den richtige Geschmack aus salzig, herzhaft, säuerlich und süß gefunden habt.
(4) Die fertigen Klopse in die Sauce geben und wieder erhitzen.

Dazu passen wunderbar Salzkartoffeln und ein Salat (z.B. Möhrensalat).

Genießen!

Lasagne aus geröstetem Butternutkürbis

Gefühlt komme ich erst langsam im Winter und der Weihnachtszeit an. Und irgendwie habe ich den Herbst übersprungen. Die warmen Tage im September waren da auch nicht sonderlich hilfreich. Geht das noch jemandem so? Jedenfalls habe ich kaum Kürbis gegessen bis jetzt und so lungern immer noch ein paar in meiner Wohnung rum und harren ihrer Verwendung. Oder gibt es eine Regel, dass ab Dezember kein Kürbis mehr gegessen werden darf? ;-)

Mein Lieblingskürbis ist eindeutig der Butternut, noch vor dem Hokkaido, der mir manchmal zu mehlig wird. Und so wird jede Chance genutzt, solch einen Kürbis käuflich zu erstehen. Aber was damit anstellen? Geröstet sind Kürbisse ja schon ein Träumchen und irgendwie von dort weiter kommen. Sättigend soll es sein, also schnell nach Nudelvarianten mit geröstetem Kürbis gesucht. Die von der BBC Good Food-Seite sprach mich sehr an. Mit Salbei. Ein Klassiker zum Kürbis. Okay, der Großteil der Zutaten war nicht da, weder Creme fraiche noch Ricotta, aber ich bin ja meist andersweitig ausgestattet und so wurden die beiden Zutaten durch Frischkäse und Hüttenkäse ersetzt. Funktionierte tadellos!

Ja, das ist kein Schnell-ich-habe-JETZT-Hunger-Essen, sondern eher was für den gemütlichen Sonntag, aber es lohnt sich wirklich! Cremige Lasagne mit einer netten süß-würzigen Note durch den Kürbis und den Salbei. Sie lässt sich auch hervorragend portionsweise einfrieren und wieder aufwärmen, falls man mal vergessen haben sollte einzukaufen :-)

Lasagne aus geröstetem Butternutkürbis

Zutaten für 2-3 Portionen:
500 g Butternutkürbis mit Schale
100 g Frischkäse (oder Creme fraiche)
2 EL Milch
4 EL geriebener Parmesan
200 g Hüttenkäse (oder Ricotta)
8-10 Blätter Salbei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
1 Prise Pul Biber (Chiliflocken)
6 Lasagneblätter
Schluck Olivenöl

(1) Als erstes den Butternutkürbis in Viertel schneiden und in eine Auflaufform setzen. In den kalten Ofen geben, auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen und etwa 50 Minuten rösten lasen bis das Kürbisfleisch weich ist.
(2) Den Frischkäse mit der Hälfte vom Parmesan und der Milch mischen und zur Seite stellen. Den Salbei bis auf 4 Blätter fein hacken. In einer größeren Schüssel den Hüttenkäse mit dem übrigen Parmesan und feingehacktem Salbei mischen.
(3) Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und salzen. Die Lasagneblätter portionsweise ca. 5 Minuten vorkochen und auf einem sauberen Küchenhandtuch lagern.
(4) Eine Auflaufform dünn mit Olivenöl ausfetten.
(5) Den Kürbis aus dem Ofen holen. Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze hochstellen. Den Kürbis vorsichtig unter die Ricotta-Mischung mischen. Es muss keine glatte Masse sein, es dürfen ruhig noch Stückchen drin sein. Mit Salz, Pfeffer, Pul biber und Muskatnuss würzen.
(6) Nun die Lasagne zusammen stellen. Eine dünne Schicht der Frischkäsecreme auf dem Boden der Auflaufform verteilen. Darauf 2-3 Lasagneblätter und ein Drittel der Kürbis-Hüttenkäse-Mischung verteilen. In der Reihenfolge weiter gehen bis die Hüttenkäse-Kürbis-Mischung verbraucht ist, aber unbedingt noch einen Rest der Frischkäsecreme aufbewahren, der auf die oberste Lasagneschicht gestrichen wird. Die ganzen Salbeiblätter darauf legen mit ein wenig Olivenöl besprenkeln.
(7) Auf der mittleren Schiene in den Ofen geben und ca. 25 Minuten backen bis es am Rand blubbert und goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und mit frischem Salat servieren.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach „Squash, ricotta and sage pasta bake“ von BBC Good Food

Zum Bekehren gut – Brokkolifrikadellen mit Cacik

 

Es gibt wenig Gemüse, das ich nicht mag. Frau Mama hingegen ist überhaupt kein Fan von Blumenkohl oder Brokkoli. Ich verstehe gar nicht wieso, die sind lecker und gesund. Blumenkohl könnte ich in jeder Variante jederzeit essen! Tolles Zeug! Und vielleicht wäre diese Variante als Frikadelle ein Versuch wert, um Brokkoliverweigerer zu bekehren?

Gesehen hatte ich das Rezept schon, als es eine gute Bekannte bei Facebook postete und dann vor wenigen Wochen nochmal. Ha! Jetzt werden die gemacht! Ich habe den Radieschen-Dip weggelassen und dafür die türkische Variante des Tzazikis nach dem Buch „Türkei vegetarisch“ gebastelt. Die Frikadellen sind einfach gemacht, aber der Teig war ein wenig weich, so dass ich ihn lieber mit Esslöffeln in die Pfanne gegeben und nicht Frikadellen vorgeformt habe.

Und geschmacklich sind die wirklich weit vorne! Mit etwas Salat, Dip und frischem Brot eine Köstlichkeit. Sie können auch noch sehr gut am nächsten Tag im Büro gegessen werden. Probiert es ruhig aus, auch wenn ihr Brokkoli etwas skeptisch gegenüber steht ;-)

Brokkolifrikadellen

Zutaten für ca. 12 Stück:
500 g Brokkoli
1/2 Bund Frühlingszwiebeln
Salz, Pfeffer
2 Eier
100 g Mehl
60 g gemahlene Nüsse (Mandeln oder Haselnüsse)
3 EL Olivenöl

(1) Den Brokkoli in kleinere Röschen teilen. In kochendem Salzwasser in 5-8 Minuten weich garen. Abgießen und gut abtropfen lassen. In eine Schüssel geben und mit einem Kartoffelstampfer  zerstampfen.
(2) Die Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Zusammen mit den Eiern, Mehl und Nüssen zum Brokkoli geben. Mit Salz und Pfeffer würzen und zu einem homogenen Teig vermengen.
(3) In einer großen Pfanne erstmal 1,5 EL Öl erhitzen. Mit Hilfe von Esslöffeln 6 Frikadellen in die Pfanne setzen und von jeder Seite in ca. 3-5 Minuten bei mittelhoher Hitze goldbraun braten. Herausnehmen. Das übrige Öl erhitzen und mit dem restlichen Teig genau so verfahren.

Zusammen mit Gurken-Joghurt oder anderem Dip nach Wahl plus Salat servieren.

Genießen!

Quelle: nach „Lecker“ – Gemüsefrikadellen mit Radieschensalsa

Und weil man nicht genug Rezepte für Joghurt-Dips haben kann, hier noch das für eine türkische Variante:

Cacik – Türkischer Gurken-Joghurt

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 Salatgurke
1-2 Knoblauchzehen
1 Spritzer Zitronensaft
250 g Joghurt (gerne 10%iger, geht auch 3,5%iger)
Salz, Pfeffer
1/2 TL getrocknete Minze
3 TL gehackter Dill

(1) Die Salatgurke schälen, längs vierteln und die Kerne herausschneiden. Die Viertel in feine Würfelchen schneiden (nicht raspeln, das verletzt mehr Zellwände und es tritt umso mehr Wasser aus) und mit etwas Salz vermischt, in einem Sieb ca. 30 Minuten abtropfen lassen. Dann die Gurkenstückchen gut ausdrücken.
(2) Die Knoblauchzehe pressen mit dem Joghurt, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Minze und Dill verrühren. Die ausgedrückten Gurkenstückchen zugeben und gut verrühren.
(3) Im Kühlschrank lagern bis der Cacik gegessen wird.

Genießen!

Quelle: nach Tancgil, O., Tancgil, O., Seiser, K. (Hrg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. Wien. p 18

Ersoffene Wurst – Utopenci

Ist die geneigte Leserschaft auch so ein Abendbrot-Fan wie ich? Das hat sich bei mir erst entwickelt, seit sich mein Immunsystem gegen mich verschworen hat. Irgendwie brauche ich nicht mehr so oft warmes Essen, morgens Müsli und abends das klassisch deutsche Abendbrot bekommen mir gut. Aber manchmal ist es sehr praktisch, wenn was im Kühlschrank, dass nur so pur auf eine Scheibe Brot gelegt werden kann, ohne extra zu schmieren.

Zu einer solchen Variante gehört das tschechische „Utopenci“, zu deutsch „Ersoffene“. Damit ist dünn aufgeschnittene Wurst gemeint, die abwechselnd mit Zwiebeln in ein Glas geschichtet und mit einem würzigen, süß-sauren Essigsud übergossen wird. Man hat also einen Wurstsalat auf Vorrat im Kühlschrank, der sich auch ein bisschen hält und kann sich bei Gelüsten einfach aus dem Glas bedienen. Sehr praktisch, wie ich finde!

Die Vorbereitungen sind schnell gemacht, nur dürfen die Wurst- und Zwiebelscheiben nicht zu dick sein. Die Zwiebel hab ich schnell über den Hobel gezogen, die Wurst in ca. Halbzentimeter dicke Scheiben. Dabei ist die Sorte der Wurst Euren Vorlieben überlassen. Ich hatte eine rumänische Fleischwurst, wie ich sie auch aus Ungarn kenne (Pariser Wurst), die hier als Lyoner durchgehen würde. Ich weiß aber auch, dass Bockwurst benutzt werden kann oder Bierschinken oder Bockwürste oder alles mischen :-) Das einzig negative ist die Warte von mindestens 4 Tagen, die das Utopenci erstmal im Kühlschrank rumlungern muss, damit sich die Aromen hübsch verbinden.

Ihr seht, vollkommen komplikationslos und so köstlich! Wirklich einen Versuch wert für Abendbrotliebhaber!

Utopenci – Ersoffene Wurst

Zutaten für 1 Glas 750 ml:

Für den Sud:
400 ml Wasser
4-6 EL Weißweinessig
1 TL Salz
1,5 TL Zucker
4 kleinere Lorbeerblätter
5-10 Pimentkörner
10 Pfefferkörner
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber) (optional)

500 g Wurst (z.b: Fleischwurst, Bockwurst, Bierschinken etc.)
1-2 größere Zwiebeln

(1) Die Zutaten für den Sud in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen. Der Sud sollte wie intensiv gewürzter Gewürzgurkensud schmecken.
(2) Die Wurst in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und in dünne Scheiben schneiden (oder hobeln. Aber auf die Finger achten!). Abwechselnd in das saubere Glas schichten. Mit dem warmen Sud übergießen. Abkühlen lassen.
(3) Im Kühlschrank 4-7 Tage ziehen lassen.

Zu frischem Brot servieren. Hält sich wohl so drei Wochen im Kühlschrank.

Genießen!

Quelle: Holla, die Kochfee!Utopenci

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