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Rezension: Slowcooker vegetarisch

Wie die geneigte Leserschaft bestimmt mitbekommen hat, bin ich stolze Besitzerin von mittlerweile zwei Slowcookern, einen mit 3,5 l Fassungsvermögen und einem kleinen 1,5l. Nun sind das ja schon besondere Bedingungen unter denen man im Keramikeinsatz des Gerätes kocht und einige Besonderheiten zu beachten, so benötigen Kartoffeln darin etwa genau so lange wie Fleisch. Erstaunlich, oder?

In den USA sind die Geräte schon seit Jahrzehnten verbreitet und es gibt im weltweiten Zwischennetz auch viele englischsprachige Rezepte, die allerdings oft mit Fertigpülverchen und Konsorten gemacht werden. Jetzt nicht unbedingt meine Tasse Tee. Aber das wisst ihr ja … Nun hat sich Gabriele Frankemölle daran gemacht, den Slowcooker auch hier in Deutschland bekannter zu machen und begonnen Kochbücher für das Gerät zu schreiben. Nach dem Grundkochbuch „Langsam kocht besser„, dem Buch für die Arbeit „Slowcooker @ work“ und für die großen Suppenliebhaber „52 Wochen – 52 Suppen“ hat sich Gabi Ulrike Westphal vom Küchenlatein als Unterstützung ins Boot geholt und zusammen brachten sie Ende letzten Jahres das Buch „Slowcooker vegetarisch“ heraus. Da ich ein paar Gerichte von Ulrike probe gekocht habe, bekam ich ein kostenloses Exemplar geschenkt, dass ich gerne auch bespreche.

Erster Eindruck

Das Buch hat ein handliches Format mit Spiralbindung. Das Papier ist angenehm dick und fühlt sich auch nicht so an als ob es beim kleinsten Wasserspritzer durchweicht. Insgesamt sind es 180 Seiten. die sich durch die Spiralbindung gut aufschlagen lassen.

Inhalt

Das Buch ist in zwei wesentliche Bereiche gegliedert: Hintergrundinformationen zum Kochen im Slowcooker/Crockpot und den großen Rezeptteil. Im allgemeinen Teil werden viele Information gegeben wie ein Slowcooker funktioniert, welche Vor- und Nachteile das Kochen mit dem Gerät hat, Hygieneregeln oder auch Umrechnungstabellen vom konventionellen zum Crockpot-Kochen. Sehr interessant für mich, auch wenn ich meinen großen Slowcooker da schon fast ein Jahr hatte. Aber jetzt verstehe ich das Prinzip besser und kann auch eigene Rezepte adaptieren.

Im zweiten Teil sind insgesamt 77 Rezepte versammelt:

  • Fonds, Suppen, Eintöpfe
  • Hauptgerichte
  • Pasta-Saucen
  • Desserts
  • Crocky spezial

Die Rezepte sind alle ohne Fleisch und teilweise sogar komplett tierfrei. Wo es sich anbietet, haben die Autorinnen auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie ein vegetarisches Gericht vegan werden kann. Bei den Suppen findet man von der Gemüsebrühe über herzhafte Eintöpfen wie der Westfälischen Erbsensuppe bis hin zu feinen Cremesüppchen (Kartoffel-Lauch-Suppe) alles. Aber der Vegetarier an sich ist beim Slowcooker nicht auf Suppen beschränkt, auch richtig sättigende Hauptgerichte lassen sich zubereiten. Dabei reicht die Spannbreite von Frittata über Lasagne, verschiedene Currys, Chili sin carne oder auch süß-saurer Tofu. Die geneigte Leserschaft merkt, dass es kulinarisch traditionell deutsch-europäisch zugeht, aber auch mediterran bis amerikanisch und in die Ferne Asiens. Allgemein heißt es, dass z.B. Nudeln nicht gut funktionieren sollen, aber es gibt Rezepte, die ich auch noch testen werde, weil ich den beiden Damen vertraue :-) Natürlich kann man auch Süßes im Crockpot machen, so lachten mich hierbei z.B. der Möhrenkuchen an oder wenn ich Äpfel vertrage würde, der Bratapfel an. Auch Crumbles scheinen gut zu funktionieren. Einige Rezepte habe ich schon ausprobiert und sie funktionierten ausnahmslos tadellos. Dabei merkt aber schon die Unterschiede in der Rezeptschreibweise zwischen der passionierten Naturwissenschaftlerin Ulrike und Gabis eher pragmatischer Herangehensweise. Dabei kann es natürlich sein, dass ein Gericht im eigenen Slowcooker etwas länger oder kürzer braucht, weil die eigene Würfelschneidweise etwas größer oder kleiner ist oder einfach das eigene Gerät heißer oder kühler läuft. Aber von der Würzung her, vom Geschmack war alles Nachgekochte top!

Gestaltung

Die Gestaltung finde ich sehr ansprechend. Auf dem Einband hübsches Gemüse, zu (fast) jedem Rezept ein Bild, die sich auf das Wesentliche nämlich das fertige Gericht konzentrieren. Gut, so zwei oder drei Bilder sind unscharf, was ich mal auf den Druck schiebe. Auch die Aufteilung der Rezepte ist übersichtlich, in der linken Spalte die Zutaten, dann die genaue Anleitung, die eigentlich keine Unsicherheiten zulässt. Zu jedem Rezept ist angegeben, welche Crockpot-Größe gebraucht wird, wie lang die Vorbereitungszeit in etwa ist und die Portionsangabe. Außerdem finden sich wenn möglich die unterschiedlichen Kochdauern in den verschiedenen Stufen des Geräts. Mit kleinen Symbolen haben Ulrike und Gabi kenntlich gemacht, ob das Rezept vegetarisch, also mit Milch und/oder Ei ist oder komplett vegan. Ich finde diese kleinen Punkte aber gerade hilfreich und sehr gut durchdacht.

Fazit

Für Vegetarier oder Leute, die ein paar mehr Ideen für fleischlose, entspannte Küche wollen (Besitz eines Slowcookers vorausgesetzt), ist dieses Buch wunderbar geeignet. Es ist vielfältig, bunt, deckt sämtliche Kontinente und Geschmacksrichtungen ab. Dabei geht es bodenständig zu, aber auch fein für Gäste. Die Zubereitung ist wie fast immer unkompliziert und dann benötigen 90% der Gerichte überhaupt keine Überwachung bis die angegebene Zeit vorbei ist.

Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung von mir!

Ausprobiert

Einige Rezepte habe ich schon ausprobiert, aus den Blogs der Autorinnen bevor es im Buch erschien und als ich das Buch in den Händen hielt. Dabei habe ich fast alle Kapitel des Rezeptteils abgedeckt.

Vor kurzem gab es die Tomaten-Tortellini-Suppe, die schnell vorzubereiten ist und sehr gut würzig schmeckt:

Probekochen durfte ich Ulrikes Rezept für mit Quinoa gefüllte Kohlrabi. Und es war wirklich göttlich! Die Sauce total lecker und Bechamel funktioniert 1a im Slowcooker. Und dann der zarte Kohlrabigeschmack mit der würzigen Füllung. Ein Träumchen!

Vor kurzem kochte ich in meinem kleinen Slowcooker die Hälfte der Auberginen-Parmigiana. Zugegeben ich war skeptisch, weil alle Zutaten ohne anbraten der Auberginenscheiben nur in den Slowcooker geschichtet werden. Aber, tadaa, es funktioniert super! Die Auberginen werden wunderbar weich und der Geschmack ist wirklich wie bei einer Parmigiana aus dem Ofen. Nur ist sie bei mir etwas dunkel geworden, weil der kleine Slowcooker doch etwas mehr heizt als der große *räusper*

Ein Rezept was ich in dieser Saison definitiv wieder machen werde, ist das Ratatouille. Wenig Aufwand, großartiger Geschmack. Die Aromen haben richtig viel Zeit um sich zu verbinden:

Außerdem wurde auch schon ausprobiert und verbloggt:

Was ich definitiv noch ausprobieren will: Orientalische Linsensuppe, Westfälische Erbsensuppe, Blumenkohlsuppe mit Cheddar, vegetarisches Sloppy Joes, Möhrenkuchen, Pflaumenmus … Ach Gott, eigentlich zu viel *g* Das Buch wird definitiv regelmäßig genutzt werden!

Und wen das jetzt überzeugt hat, der kann sich das Buch auf Gabis Seite das Buch jetzt im Juni versandkostenfrei bestellen. Natürlich kann es auch über Amazon in Papierform oder für den Kindle bestellt werden.

Jeden Tag ein Buch: Ein Leib- und Magenbuch

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, dass eher ein kulinarisches Lese- denn Kochbuch ist. Das Buch „Ein Leib- und Magenbuch – Kulinarische Notizen“ von Ursula Winnington habe ich mal von meiner Mutter geschenkt bekommen. Ursula Winnington ist eine 1928 geborene Journalistin und Kochbuchautorin, die vor allem zu DDR-Zeiten aktiv war. Regelmäßig schrieb sie für „Das Magazin“ die Rezeptkategorie, eine in der DDR sehr beliebte Zeitschrift, die die Wendezeit auch überlebt hat. Frau Mama fand das offensichtlich so gut, dass sie sich zumindest dieses Buch zulegte:

Erster Eindruck

Ein dünnes Hardcover-Buch von 160 Seiten in angenehmer Größe, um es auch einfach im Bett zu lesen. Das Papier fässt sich angenehm an, es riecht angenehm wie ältere Bücher nunmal duften. Besonders aufgefallen sind mir gleich die Illustrationen. Ich brauche ja nicht dringend hochstilisierte Photos in Kochbüchern.

Inhalt

In diesem Buch nimmt Ursula Winnington verschiedene Aspekte der Kulinarik unter die Lupe. In insgesamt 14 Kapiteln schreibt Ursula Winnington amüsant und informativ über:

  • Feinschmecker im Visier
  • Essen oder speisen?
  • Einiges über Kochbücher
  • Ein guter Koch ist ein guter Arzt
  • Hobbyköche
  • Gewürze sind Paradieskörner
  • Von Sitten und Unsitten des Tafelns
  • Aberglaube und Medizin
  • Küchentips für Liebesleute
  • Eßzentrale – bitte melden!
  • Gegen die Bauchdienerei
  • 50 berühmte Rezepte aus aller Welt
  • Pikant gewürzt von A bis Z
  • Quellennachweis

Das Buch liest sich wunderbar! Frau Winnington hat einen sehr angenehmen Stil, der sich einfach nur so weglesen lässt. Zudem sind die einzelnen Kapitel wirklich informativ, so gibt es eine kurze Geschichte des Kochbuchs, es wird über Aphrodisiaka erzählt, Geschichte, Nutzen, Verwendung, Gebrauch von Gewürzen und Kräutern, über ambitionierte Hobbyköche (fühlt sich jemand angesprochen?) oder ausgewogene Ernährung. Ich meine klar, die Daten sind veraltet, das Buch erschien erstmals immerhin 1981, aber trotzdem war es sehr interessant zu lesen.

Ein Kapitel ist ausschließlich Rezepten gewidmet aus allen Kategorien: Vorspeisen, Suppen, Salate, Reis und Teigwaren, Fisch, Fleisch- und Geflügel, Gebäck, Saucen, Desserts. Alles was das Herz begehrt und dann auch wirklich international. Es sind französische, mexikanischer, amerikanische, ungarische, russische, fernöstliche Rezepte. Wobei ich mich frage, ob man bei uns in Rostock einige Zutaten offiziell käuflich zu erwerben bekommen hätte im Jahr 1984. Ich bezweifele es sehr stark. In Berlin war das noch ’ne andere Geschichte, aber im Rest der DDR war frischer Ingwer oder Sojasauce eher nicht erhältlich. Trotzdem hat die Autorin versucht ihre Zutatenlisten den Gegebenheiten anzupassen, damit ihre Leser nicht zu frustriert sind *g* Heute ist das zum Glück kein Problem mehr und ich kann problemlos alle Rezepte nachkochen. Und die Rezepte laden zum Nachkochen ein, auch wenn keine Bilder der einzelnen Gerichte abgebildet sind.

Ein nettes Gimmick sind kleine Spruchweisheiten von verschiedensten Leuten, die am Ende jedes Kapitels stehen, so zum Beispiel und sehr wahr:

Es ist besser ein Gericht Kraut mit Liebe, denn ein gemästeter Ochse mit Haß.
Aus den Sprüchen des Salomo um 960 v.u.Z.

Gestaltung

In diesem Buch gibt es keine Photos der vorgestellten Gerichte, nur schöne und auch amüsante Illustrationen von Newena Wendt-Jontschewa, die die einzelnen Kapitel unterstützen. Der Großteil der Rezepte ist am Ende des Buches versammelt, aber auch wenn es zu den einzelnen Kapiteln passt, sind dort Rezepte vermerkt. So sind einige Gewürzmischungen wie Garam Masala, Chmeli-suneli oder eine Arabische Mischung am Ende des Kapitels „Gewürze sind Paradieskörner“. Die Rezepte sind alle übersichtlich gestaltet, mit sehr guten, ausführlichen Anleitungen und somit auch für Kochanfänger geeignet.

Fazit

Ich habe das Büchlein mit großem Interesse und Vergnügen gelesen. Die Rezepte sind vielfältig und gut nachkochbar. Allein die Zutaten muss man manchmal den heutigen Begebenheiten anpassen, weil die sich damals doch eher an der DDR-Mangelwirtschaft orientierten. Ich nehme das Büchlein immer mal wieder gerne in die Hand und lese ein Kapitel daraus. Das wird noch lange Zeit in Ehren gehalten! Für kulinarisch interessierte Leser dieses Blogs eine definitive Empfehlung!

Ausprobiert

Von den Rezepten hatte ich letzten Sommer die bulgarische kalte Gurkensuppe Tarator ausprobiert. Sehr lecker! Es reizen mich aber auch noch andere Rezepte wie die Französische Leberpastete oder die Koreanische Eierrolle oder Boston Baked Beans oder Sibirische Pelmeni oder Bolognese Sauce oder oder … :-)

Eckdaten:

Ursula Winnington
Ein Leib- und Magenbuch – Kulinarische Notizen
Verlag für die Frau. DDR. Leipzig
2. Auflage 1984
antiquarisch erhältlich

Dies ist mein fünfter Beitrag zu „Jeden Tag ein Buch„, initiiert und organisiert von Arthurs Tochter.

Jeden Tag ein Buch: Füszer és lélek – Jüdische Küche hier und heute

Gefühlt hatte in Ungarn schon die erste Bloggerin ihr eigenes Buch veröffentlicht, bevor hier in Deutschland der erste Buchvertrag unterschrieben wurde ;-) Die erste von deren Buchprojekt ich hörte, war Eszter. Sie ist eine jüdische Ungarin, die mit ihrer Familie in Budapest lebt und schon seit gefühlt Ewigkeiten ihren Blog „Füszer és Lélek“ schreibt. Die jüdische Tradition lebte in ihrer Familie erst wieder nach den Wendezeiten auf und nach der Geburt ihres Sohnes, beschäftigte sie sich intensiver mit den jüdischen Speisegesetzen und passte ihr eigenes Kochen dem an. Gekauft hatte ich „Füszer és lélek – Zsido konyha itt és most“ („Würze und Geist – Jüdische Küche hier und heute“) schon während meines Urlaubs im Frühjahr 2009, aber erst jetzt schreibe ich mal eine ausführlichere Rezension darüber *ascheaufmeinhaupt*

Erster Eindruck

Ein großformatiges, dickes Buch mit angenehm 150g-Papier. Insgesamt sind es 304 Seiten, auf denen unter anderem auch 130 ganzseitige Photos sind, die mich auf den ersten Blick schon sehr ansprechen. Es fässt sich angenehm an, hat ein praktisches Format, dass gut in meinem Buchhalter in der Küche stehen kann. Das Buch lässt sich auch gut aufschlagen, so dass die Seiten nicht andauernd wieder von alleine zuschlagen. Das finde ich nervig, weil mit teig- oder fettverschmierten Fingern, will doch niemand andauernd wieder die Seite vom gewünschten Rezept suchen müssen, oder?

Inhalt

Das Buch ist in insgesamt dreizehn Kapitel unterteilt:

  • Vorwort
  • Einführung
  • Kurz über die Kaschrut
  • Vorspeisen
  • Suppen
  • Hauptgerichte
  • Salate
  • Herzhafte und süße Brote
  • Desserts
  • Coocktails
  • Feiertage – Menüvorschläge
  • Inhaltsverzeichnis
  • Danksagung

Die ersten drei Kapitel, besonders die kurzen Erläuterungen zu den jüdischen Speisegesetzen sind sehr interessant, auch wenn ich einen Großteil davon schon kannte (von meinem 40 minütigen Vortrag über das Judentum im Sozialkundeunterricht der 10. Klasse ist offensichtlich einiges hängen geblieben *g*). Dann folgen die Rezepte in einer (gefühlt) typisch ungarischen Reihenfolge, so sind z.B. die Salate nicht zu Anfang, sondern eher am Ende als Beilage zum Hauptgericht angesiedelt. Hauptsächlich sind Rezepte der aschkenasischen Juden in dem Buch zu finden, aber auch einige der Sephardim, die eher an die spanische Küche erinnert. Es ist eine schöne Mischung aus klassischen jüdischen Gerichten wie Matzeknödeln als Suppeneinlage oder Tscholent (ein typisches Sabbatessen). Auch Klassiker der ungarischen Küche, die koscher sind oder durch leichte Veränderung koscher gemacht werden können sind vertreten (Sauerkirschsuppe, Quarknudeln ohne Schinken). Besonders interessant finde ich, dass für mich auch außergewöhnlichere Fleischsorten verwendet werden wie beispielsweise Rinderzunge oder Zicklein, auch viel Ente. Ich liebe Ente! Eine gute und wirklich vielfältige Auswahl an Rezepten. Die Rezepte sind gut beschrieben, aber manchmal sollte man seinen gesunden Menschenverstand benutzen, weil nicht jeder kleine Schritt beschrieben ist. So muss man halt schon selbst schalten, dass der Ofen vorgeheizt werden sollte, wenn etwas bei 180°C drin gebacken wird. Aber es hilft dabei schon wirklich, sich das Rezept, bevor man anfängt, einfach mal komplett durchzulesen und alles zu planen. (Planen rockt!) Trotzdem sind die Gerichte gut nachkochbar und die meisten Gerichte wirklich unkompliziert. Auch die Zutaten sind nicht zu exotisch und eigentlich gut erhältlich (gut, beim Fleisch muss man manchmal vielleicht ein wenig suchen…). Besonders gefällt mir das Kapitel mit den Menüvorschlägen zu einzelnen wichtigen Feiertagen, zum Beispiel:

  • Schabbat: Challa – Graupensuppe – Tscholent – Kalbsbraten – Samstagsschokoeis
  • Laubhüttenfest (Sukkot): Heringsalat – Kartoffelrolle – In Sekt geschmorte Hähnchenkeulen – Kürbissoufflé
  • Neujahrsfest der Bäume (Tu biSchevat): Hähnchen mit getrockneten Pflaumen und Pfirisch – Mit Bulgur gefüllte Tomaten – Windbeutelchen mit Himbeercreme  – Rugelach

Finde ich eine schöne Idee, wohl auch für Leute gedacht, die sich vielleicht erst langsam mit ihrer eigenen jüdischen Identität auseinander setzen oder eben für interessierte Heiden wie mich. Ich fände es ganz schön mal zu einem der Feiertage so ein Menü zu kochen und in geselliger Runde zu verspeisen. Mag jemand mitmachen?

Gestaltung

Das Buch hat, wie oben schon erwähnt, 130 ganzseitige Photos, die die Autorin selbst gemacht hat (Gibt es ein schöneres Verb für diese Arbeit als „schießen“ oder „knipsen“? *grübel*). Jedes Rezept ist bebildert, so dass man sich auch gut vorstellen kann, wie eventuell unbekannte Gerichte oder Backwaren am Ende auszusehen haben. Eszter schafft es sogar eigentlich nur schlecht zu photographierendes Comfort Food appetitlich darzustellen. Und die Bilder sind wirklich schön geworden.

Die Einteilung ist des Buches ist klassisch und logisch und auch die Rezepte sind übersichtlich dargestellt. In der linken schmalen Spalte sind die Zutaten aufgezählt, manchmal steht schon dabei wie sie geschnitten sein sollten, auf der breiten rechten Spalte ist eine kurze Erläuterung zum Rezept oder bestimmten jüdischen Feiertagen, an denen das Rezept vornehmlich gekocht wird, vermerkt oder eine kleine Familien-Anekdote. Danach folgt die Kochanleitung.

Es gibt zwei Inhaltsverzeichnisse. Einmal eine Auflistung aller Gerichte sortiert nach Gang und dann eine alphabetische Sortierung der Essen nach Namen. Leider fehlt ein Verzeichnis, dass nach Zutaten gelistet ist, aber das ist knapp zu verschmerzen *g*

Fazit

Ein wirklich schönes Buch, dass mir die jüdische Küchentradition auf praktischer Ebene noch etwas näher gebracht hat. Es hat die für mich perfekte Mischung aus klassischen jüdischen und ungarischen Gerichten (schließt sich ja nicht immer aus) und auch mit modernen Interpretationen. Die Bilder sind wunderschön und laden dazu ein, gleich ein paar Rezepte auszuprobieren. Leider gibt es das Buch nur auf ungarisch, aber wer des Ungarischen mächtig ist (Küchenungarisch lesen und verstehen können, reicht) sollte sich das Buch anschaffen. Oder für die deutsche Leserschaft, guckt Euch deutschsprachige (oder englische) Bücher über die jüdische Küche an – es ist wirklich spannend, was dort so an koscheren Gerichten vor sich hinköchelt!

Ausprobiert

Getesten habe ich im Sommer bisher zwei Rezepte, die auch beide ohne Schwierigkeiten gut funktioniert haben:

Aber es wird noch einiges folgen …

Dies ist mein vierter Beitrag zu „Jeden Tag ein Buch„, initiiert und organisiert von Arthurs Tochter.

Jeden Tag ein Buch: Buch der Erinnerungen – „Unser Backbuch“

Jeder hat doch Bücher, die wahnsinnig viele Erinnerungen hervorrufen, oder? Bei mir ist es ein Backbuch. Eins aus dem Jahr 1953 und das alte Backbuch meiner Oma:

Zu ihren Lebzeiten ist es mir gar nicht aufgefallen, da waren andere Bücher, insbesondere die in ihrem schönen Bücherschrank interessanter. Aber nach ihrem Tod habe ich das Buch geerbt. Riecht wunderbar nach altem Buch und hat viele Zettel drin, die sie aus Zeitschriften ausgeschnitten hat und wahrscheinlich mal nachbacken wollte. Übrigens der „Delikate Honigkuchen“ vom Langnese-Zettel ist diesen Winter noch fällig:

Auch selbstgeschriebene Zettel mit rätselhaften Zutatenlisten (mittlerweile herausgefunden: es sind die Zutaten für ihren Wasserkringel) sind in dem Buch, in der unnachahmlichen Handschrift meiner Oma:

Die Lieblingscousine und ich haben letztens festgestellt, dass wir auch nach so langer Zeit, unsere Oma starb leider schon 2001, ihre Handschrift noch flüssig lesen können, wenn wir ihre Reisetagebücher und Photoalben angucken, die wir erbten.

Aber beiseite mit der Sentimentalität, die Tränen aus den Augen wischen und objektiv das Büchlein betrachten.

Erster Eindruck

Das Buch ist alt und wurde offensichtlich schon öfter aufgeschlagen, so langsam fällt auch die Bindung auseinander. Da sollte ich mich mal drum kümmern. Aber es riecht wunderbar nach altem Buch. Das Papier ist eher dünn und schon etwas gelblich, aber das ist wahrscheinlich der damaligen Mangelwirtschaft nach dem Krieg in der DDR geschuldet. Und das Buch ist 60 Jahre alt…

Inhalt

Nach einem Vorwort und einige erläuternde Seiten zu Gerätschaften, Backeinrichtungen und Zutaten geht es mit dem Rezepten weiter. Dabei sind die Kapitel nach den verschiedenen Gebäckarten benannt: Mürbegebäck, Backpulvergebäck, Hefegbäck, Baisergebäck, Hippen, Strudel, Pfefferkuchen etc. Auch Füllungen und Glasuren, Spezialitäten und Süßigkeiten bekommen ihr eigenes Kapitel. Ich finde, nicht fehlen darf in so einem Buch auch ein Kapitel für „Ratschläge für besondere Fälle“, z.B.:

Was tut man …

….wenn Hefe kurze Zeit aufbewahrt werden soll? Die Hefe fest in ein Glas oder Töpfchen drücken, damit sie nicht herunterrutscht. In ein Schüsselchen Wasser füllen und das Glas umgestürzt hineinstellen. Bis zum Verbrauch das Wasser täglich erneuern.

Es werden also Lösungsvorschläge angeboten, zu Problemen, die es so heute nur noch selten gibt, aber eben auch zu welchen, die auch heute noch auftreten, wie etwa ein Kuchen, der partout nicht aus seiner Form will.

Zu jedem Kapitel gibt es erst ein paar einleitende Worte und dann zu dem vorgestellten Gebäck drei Teige, jeweils ein wenig abgewandelt, so dass man sich nach den eigenen Vorlieben und Vorräten aussuchen kann, was man backen möchte. Die Zubereitung der Teige wird auch genau beschrieben, ob und wie man sie lagern kann. Danach folgen die Rezepte und Beschreibungen etlicher Gebäcke, die auf den Grundteigen beruhen. Sehr praktisch.

Woran man sich gewöhnen muss, sind die etwas ungenauen Temperaturangaben, aber das ist der damaligen Zeit und Technik geschuldet. Auch sind manchmal noch lustige kleine Anweisungen bei den Rezepten, bei denen ich immer erst ein wenig überlegen muss, welchen Sinn das hatte und ob das heute noch relevant ist. Bei den Stollenrezepten steht als erstes:

Am Tage vor dem Backen das  Mehl in eine Schüssel sieben und warm stellen.

Ich schätze mal, das kommt daher, dass die Wohnungen früher im Winter viel feuchter und kühler waren (zumindest die meiner Oma mit Kachelofen war morgens echt gefühlt lausig kalt bis die Öfen eingeheizt waren und ihre wohlige Wärme abgeben konnten) und das Mehl dadurch wahrscheinlich schneller klumpte. Nur so kann ich es mir erklären und beschloss, dass der Punkt für mich irrelevant ist. Besonders interessant sind auch die Hinweise auf Ersatzstoffe, also wenn man keinen Honig hatte (bis Ende der 50er Jahre gab es noch Lebensmittelmarken in der DDR) wurde Kunsthonig benutzt oder wenn man kein Zitronat oder Rosinen hatte, wird einem in diesem Büchlein genau gesagt, was man mit Kürbis anstellen sollte, damit man ihn stattdessen benutzen kann. Finde ich äußerst amüsant und ich habe letztens im Supermarkt tatsächlich Kunsthonig gefunden, der mit „dem Geschmack wie früher“ beworben wurde ;-)

Gestaltung

Das Buch kommt mir ziemlich monochromatisch vor: Leicht vergilbtes Papier, grau-braune Photographien und schwarz-weiß Zeichnungen. Es ist natürlich nicht zu jedem Rezept ein Bild, aber es gibt mehrere Bildtafeln, auf denen ein Großteil der Gebäcke abgebildet sind. Manchmal sind die Gebäcke auch nochmal nachgezeichnet und durchnummeriert, z.B. bei Keksen damit man genau weiß, welcher Keks wie heißt. Besonders gut gefallen mir die kleinen Zeichnungen, die Sachen wie das Formen bestimmter Sachen oder Einschnitte oder handwerkliche Techniken bildlich erläutern. Auch gibt es zu manchen etwas aufwendigeren Rezepten Schritt-für-Schritt-Bildanleitungen, wie soll das Gebäck von innen aussehen, wie mache ich einen Strudel richtig. Es sind alle wichtigen Sachen abgebildet, aber keine unnötige Auffüllung von Seiten durch Bilder. Gefällt mir gut! Übrigens, besonders cool ist der kleine Schnittbogen für ein Lebkuchenhaus. Hätte ich das Kind schon gewusst und machen dürfen …

Ausprobiert

Mandelstollen (Rezept ein Stückchen weiter unten)

Nusslebkuchen – Noch nicht verbloggt, aber gut!

Fazit

Ein schönes kleines Backbuch, in dem alle wichtigen Gebäckarten mit vielen Variationen vorhanden sind. Natürlich sind das zeitgegeben die ganzen Klassiker hier drin vertreten, die wir lieben und keine fancy, amerikanische Kuchen, aber genau sowas brauche ich und sollte eigentlich jeder im Regal stehen haben. Es werden nicht nur die einfachen Kuchen wie Marmorkuchen, Sandkuchen, klassische Kekse zu Weihnachten oder herzhafte Teilchen (Kümmelstangen, Fettgebackenes, Brötchen/Hörnchen) vorgestellt, auch festliche Torten sind zu finden. Und extra für Kinder sind Rezepte zu Marienkäferkuchen, Pfefferkuchenhäuser und andere Süßigkeiten zu finden. Finde ich super und werde das Büchlein bestimmt noch oft zur Hand nehmen. Sei es um mal wieder Omas Schrift zu sehen oder tatsächlich auf der Suche nach einem klassischen Rezept.

Und hier dann noch das Rezept für den ersten Stollen, den ich je gebacken habe. Im Buch waren wieder drei Stollenrezepte angegeben: Butterstollen, Rosinenstollen und Mandelstollen. Da mir zur Zeit eher nussig zumute ist, entschied ich mich für letzteren. Die Zubereitung war dank der guten Beschreibung denkbar einfach, auch wenn ich nächstes Mal die Küchenmaschine benutze und nicht 20 Minuten per Hand rumknete und mich von den scharfkantigen Mandelstückchen in den Handballen pieken lasse ;-) Nach einer Woche des ungeduldigen Stollen-Anstarrens wurde er angeschnitten und ja, lecker :-) Ich muss gestehen, mir fehlen die Rosinen, beim nächsten Mal werden Fifty-fifty Mandeln und Rosinen zugefügt, die den Stollen noch einen µ saftiger machen. Aber ja, den kann man öfter backen, hat gut funktioniert!

Mandelstollen

Zutaten für 2 Laibe:
1 kg Mehl
65 g Hefe
375 ml Milch
150 g + 1 EL Zucker
200 g weiche Butter
250 g Mandeln (gehackt oder Blätter)
1 Prise Salz
Schale 1 Bio-Zitrone
1 Prise Zimt
30 g geriebene Bittermandel
oder
1 knappes Fläschchen Bittermandel-Aroma

Zum Bestreichen:
100 g Butter, geschmolzen
Zucker

(1) Die Mandeln in einer Pfanne ohne Öl bei mittelhoher Hitze leicht anrösten. Sofort in eine Schüssel geben und abkühlen lassen. Nicht in der Pfanne abkühlen lassen, die heizt nach und dann verbrennen die Mandeln doch noch.
(2) Das Mehl in eine große Schüssel geben und eine Mulde hinein formen. Etwa die Hälfte der Milch lauwarm erhitzen und die Hefe mit 1 EL Zucker darin komplett auflösen. Das Hefegemisch in die Mehlmulde gießen. Mit einem Löffel vorsichtig etwas Mehl in das Hefegemisch rühren, dass ein Brei entsteht. Den Brei mit Mehl bestäuben, mit einem Tuch abdecken und ca. 15-20 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen.
(3) Wenn der Vorteig ordentlich aufgegangen ist auf dem Rand des Mehls in der Schüssel die weiche Butter in Flocken, den Zucker, Salz, Mandeln, Zitronenschale, Zimt und das Mandelaroma verteilen. Zusammen mit der restlichen Milch daraus einen homogenen Teig kneten. Dabei wirklich gut durcharbeiten, dass keine größeren Butterstücke irgendwo bleiben. Auch die Mandeln werden zum Schluss komplett unter gearbeitet sein.
(4) Den Teig in einem kühleren Zimmer 30-60 Minuten gehen lassen bis er sich deutlich vergrößert hat.
(5) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
(6) Den Teig halbieren und zwei längliche Laibe formen. Diese auf das Backpapier setzen und mit einem Messer längs etwa 1 cm tief einschneiden. Nochmals 15 Minuten unbedeckt gehen lassen.
(7) Das Blech auf die zweite Schiene von unten setzen und 45-55 Minuten backen (Meine waren eine Winzigkeit zu lange drin). Wenn er oben zu braun wird, mit Alufolie abdecken. Die Stollen sind fertig, wenn sie beim Auf-den-Boden-klopfen hohl klingen.
(8) Die Butter schmelzen und die Laibe erst großzügig mit Butter bepinseln und dann mit Zucker bestreuen. Das so lange wiederholen bis die Butter aufgebraucht ist.

Laibe, wenn sie vollständig abgekühlt sind, in Alufolie oder Pergamentpapier einwickeln und 1 Woche ruhen lassen. Nicht komplett luftdicht in Frischhaltefolie o.ä. einwickeln, dann kann so ein Stollen tatsächlich schlecht werden.

Ungeduldig warten und dann endlich

genießen!

Quelle: Fuchs, Paula-Elisabeth (1953): Unser Backbuch. Verlag für die Frau  (Hrsg.). Leipzig. p 34
antiquarisch erhältlich

Der dritte Beitrag zu „Jeden Tag ein Buch„, initiiert und organisiert von Arthurs Tochter.

Jeden Tag ein Buch: The Kitchen Diaries

So, diesmal ein aktuelleres Buch. Von einem meiner Kochbuchhelden: Nigel Slater! Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf ihn aufmerksam wurde, über Jamie Oliver vielleicht? Und dann gab es eine ordentliche Preisreduktion beim britischen Amazon, so dass Kochbücher damals oft nur die Hälfte des ursprünglichen Preises kosteten. Da musste ich zuschlagen! Und für alle Kochbuchsüchtigen, die des Englischen mächtig sind: Solche Angebote gibt auch immer noch oft beim britischen Amazon. Da lohnt es sich gleich ein paar Bücher mehr zu bestellen! Und ich muss gestehen, soweit ich die Sprache verstehe, bevorzuge ich die Kochbücher im Original, weil ich schon öfter erlebt habe, dass in den Übersetzungen Fehler gemacht wurden: inakkurate Zutatenrecherche, wichtige Zubereitungsschritte weg gelassen. Sowas will ich nicht akzeptieren!

Aber zurück zu Nigel Slater. Er ist ein Koch aus England, der durch das Kochen und Backen als Kind mit seiner Stiefmutter um das Herz seines Vater konkurrieren konnte. Mittlerweile ist er Autor, Kolumnist beim Observer und Moderator seiner eigenen Kochshows auf der BBC. Ich muss gestehen, ich höre ihm nicht so gerne zu, aber dafür lese ich Mr. Slater umso lieber! Das erste Buch, dass ich von ihm käuflich erstanden habe, sind seine

Kitchen Diaries

Erster Eindruck

Der Mann ist der ultimative Foodblogger, das Buch heißt nicht umsonst „The Kitchen Diaries“. Vom 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres hat er für (fast) jeden Tag aufgeschrieben, was er gegessen hat. Ein Paperback mit angenehm griffigem Papier, etliche großformatige Bilder, viel Text. Schön!

Inhalt

Wie schon gesagt, hat Mr. Slater vom ersten Tag des Jahres 2004 bis zum letzten Tag auf geschrieben was er gegessen hat. Das hört sich jetzt für Nicht-Foodies reichlich langweilig an, ist es aber ganz und gar nicht. Es ist nicht nur eine lange Tabelle, nein, mal sind es kurze Text mit knappen Stichworten wie der Nachmittagssnack zubereitet wurde. Mal längere Texte über seinen Garten, was gemacht werden musste, was gepflanzt wurde, was reif ist, über bestimmte Gemüse oder den Fuchs, der durch das Viertel zieht. Mal sind es genaue Rezepte mit Zutatenliste und Zubereitungsbeschreibung. Besonders amüsant finde ich Selbsterkenntnisse, wie beispielsweise im Juni, als er TK-Erbsen kaufte und sich an der Kasse fragte, warum er mitten in der Saison nicht frische Erbsenschoten holt. Man merkt einfach, dass auch gelernte Köche und Kochbuch-Autoren nur Menschen sind und nicht immer saisonal und regional essen und auch mal Gelüste haben, denen dann sofort nachgegangen werden muss. Vom Rezeptumfang sind sowohl kurze mit wenigen Zutaten für nach-dem-Feierabend vorhanden als auch etwas aufwendigere für’s Sonntagsessen oder ganze Menüs für Feiertage wie Weihnachten. Nebenbei wird auch noch gebacken, so dass auch die versierten Bäcker unter der Leserschaft nicht zu kurz kommen. Es ist die typische britische Bandbreite an Gerichten vertreten neben dem britisch-europäischen Teil mit Lammbraten etc., scheint Mr. Slater besonderen Gefallen an indischen und orientalischen Gerichten gefunden zu haben. Aber auch italienisch inspirierte Rezepte sind häufig zu finden. Ich meine, so über 365 Tage lässt sich ’ne Menge unterschiedlichstes kochen.

Das mag sich jetzt unspektakulär anhören, aber was das Buch wirklich sehr lesenswert macht, ist Nigel Slaters Schreibstil. Ich liebe es einfach, wie er seine Worte wählt. Mit welchem Enthusiasmus er über einzelne Gemüsesorten und seinen Garten schreibt, mit welchen liebevollen Details er Kochzustände beschreibt, z.B. soll man Suppen enthusiastisch simmern lassen. Und ich finde das beschreibt diesen Zustand perfekt und man weiß sofort wie das aussehen soll. Ich könnte den Mann stundenlang, tagelang nur lesen und es wäre nicht einen µ langweilig. Dementsprechend schnell war das Buch damals auch ausgelesen ;-)

Gestaltung

Die Buchkapitel sind logischerweise nach den Monaten geordnet, auf deren Titelseite dann auch die Rezepte angegeben sind, die im jeweiligen Monat vorgestellt werden. Und die einzelnen Seiten in zwei Spalten aufgeteilt. In der linken, schmalen Spalte steht das Datum und in der breiteren rechten der Text mit den Rezepten etc. Nicht zu jeder kleinen Rezeptidee ist ein Photo gemacht worden, aber die Bilder, die im Buch verwendet wurden, sind schön. Über die gesamte Seite, meist ist darauf das Gericht in seinem Kochgeschirr als auch als Einzelportion auf Tellern zu sehen. Laut Vorwort wurden die Bilder auch tatsächlich an dem Tag gemacht als Mr. Slater das Gericht gekocht hat, sprich nicht noch einmal extra nachgekocht an einem Tag mit besseren Lichtbedingugnen. Sehr sympathisch! Die Bilder sehen glücklicherweise auch nicht aus, als hätte ein Foodstylist stundenlang mit einer Pinzette daran rumgezuppelt oder extra Grillstreifen mit einer heißen Nadel auf das Lammsteak gebrannt. Auch die Bilder von einzelnen Zutaten wie frisch geernteten Möhren, die noch vollkommen verdreckt sind oder eine Stiege mit Falläpfel sind besonders gelungen.

Das Inhaltsverzeichnis ist nach Zutaten geordnet, so dass man bei Gelüsten auch einfach mal nach der entsprechenden Zutaten gucken kann und dann das kocht, was einen am meisten anlacht.

Fazit

Es ist eines meiner Lieblingsbücher über Kochen und Essen. Wahrscheinlich, weil ich wirklich gerne über den Alltag anderer Menschen lese (soviel spannender als meiner ist er auch nicht *g*), weil ich Mr. Slaters Stil wirklich gut finde und auch seine ganze Art das Essen anzurichten. So unprätentiös, so einfach, aber immer sehr ansprechend! Ich kann nur eine dringende Kaufempfehlung aussprechen! Ich liebe dieses Buch wirklich sehr und werde daraus wohl noch einiges kochen!

Ausprobiert

Wie schon erwähnt ist es für mich sowohl ein Lese- als auch Kochbuch. Und letztens habe ich gleich das erste Rezept des Buches, eine Kürbis-Linsen-Suppe ausprobiert. Bei ihm ist es eine Kater-Suppe für den 1. Januar, ich brauchte was wärmendes im Bauch. Ich las mir das Rezept durch, suchte alle Zutaten in der Küche zusammen (Mis-en-place rules!) und wunderte mich, welches Öl ich benutzen sollte. Ich war fest davon ausgegangen, dass zuerst die Zutaten in Öl angedünstet werden und dann mit Wasser aufgefüllt. Aber nee, Pustekuchen! Praktischerweise werden die Zutaten nur alle in einen Topf gegeben, mit Wasser aufgefüllt und gekocht. Ich hab mal wieder gemerkt, dass Rezepte gründlich durchlesen und eigene festgefahrene Wege verlassen, manchmal ganz hilfreich ist. Statt dass ich den Kürbis extra in Wasser gekocht habe (ich weiß gar nicht, wieso die Würfel nicht gleich in der Suppe mitgegart werden), habe ich gebackenen Kürbis aus dem Ofen genommen, den ich eh für noch andere Gerichte brauchte. Funktioniert auch wunderbar. Normalerweise sollte es dazu noch ein scharfes Zwiebel-Topping geben, aber weil ich schon länger stand und meine Beine schon merkte, hab ich es sein gelassen und einfach nur einen Klecks Schmand dazu gegeben, um ein wenig die fettlöslichen Vitamine zu lösen. Eine wirklich schmackhafte, pikante Suppe, die gut von innen wärmt.

Dal und Kürbis Suppe

Zutaten für 4 großzügige Portionen:
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 walnussgroßes Stück Ingwer
225 g rote Linsen
1,5 l Wasser
1 TL gemahlener Kurkuma
1 TL gemahlener Chili (hier: 1/2 TL Pul Biber)
250 g Kürbis (im Ofen gebacken oder in Wasser gekocht)
Salz, Pfeffer
1 kleines Bund Koriander, grob gehackt

2 EL Schmand

(1) Zwiebel und Knoblauch häuten. Zwiebel grob hacken, Knoblauch fein. Beides in einen mittelgroßen Topf geben. Den Ingwer schälen (am Besten mit einem Teelöffel die Schale abschaben), in feine Stifte schneiden und zum Zwiebel-Knoblauch-Gemisch geben. Die Linsen zugeben und mit dem Wasser auffüllen. Aufkochen lassen und dann die Hitze runterschalten bis es enthusiastisch simmert. Den Kurkuma und Chili unterrühren. Bedeckt ca. 20 Minuten köcheln lassen.
(2) Den Deckel von den Linsen entfernen und die Hitze hochschalten. Etwa 5 Minuten lang sehr stark kochen lassen, damit Flüssigkeit verdunstet. Die Topf vom Herd nehmen und den Kürbis unterrühren. Mit einem Stabmixer oder im Standmixer pürieren. Salzen, pfeffern.

Auf vier Schalen verteilen, den Koriander unterrühren und mit dem Schmand garnieren.

Genießen!

Quelle: Slater, Nigel (2005): The Kitchen Diaries. Fourth Estate. London. p 4
ISBN 978-0-00-724115-6

Der zweite Beitrag zu „Jeden Tag ein Buch„, initiiert und organisiert von Arthurs Tochter.

Jeden Tag ein Buch: Wie ich ein Kochbuchwurm wurde …

Wir Foodblogger sind doch alle ein bisschen verrückt, oder? Verrückt nach Gerichten, verrückt nach Kochen, verrückt nach Essen, verrückt nach Essen zu Photographieren. verrückt nach Kochbüchern. Wann fing das bei der geneigten Leserschaft an? Wie fing das bei Euch an?

Laut Frau Mama saß ich schon als kleines Kind, bevor ich lesen konnte, oft auf dem Wohnzimmerboden und habe mir ausdauernd lange ihre ungarischen Kochbücher mit den vielen tollen Bildern angeguckt. Mein erstes eigenes Kochbuch habe ich zum 7. Geburtstag von meiner ältesten Tante geschenkt bekommen:

Erster Eindruck

Ich weiß noch, dass ich mich damals wirklich über das Büchlein gefreut habe, weil es mein erstes Kochbuch war oder weil mir überhaupt jemand zutraute richtig zu lesen, ich weiß es nicht mehr. Es ist ein A5 Paperback-Büchlein mit jetzt schon leicht vergilbten Seiten. Aber es sind bunte Bilder drin und kindgerechte Illustrationen.

Inhalt

Das Buch ist in sieben Kapitel aufgeteilt: ein kurzes Vorwort des Autors, dann ein Kapitelchen über Soßen, sprich Dressings und wieso sie so wichtig sind für Salate. Dann kommen vier Kapitel mit Rezepten zu unterschiedlichen Themen: Frischkost- und Gemüsesalate, Obstsalate, Salate für Feste und Feiern und Salate zum Abendbrot. Das letzte Kapitel ist den Garnituren gewidmet, wo den Kindern erklärt wird, wie sie Tomatenfässchen, Gurkenkörbchen oder Krautmuscheln herstellen können, in denen die Salate serviert werden können. Nach jedem Rezeptkapitel gibt es auch noch zwei Seiten, die mit eigenen Notizen und Rezepten gefüllt werden können.

In jedem Rezept sind natürlich die Zutaten aufgezählt (wobei manchmal auch mal was vergessen wurde *hmpf*) und zusätzlich noch sämtliche Gerätschaften: Schüssel, Salatbesteck, Messer, Schneidbrett, etc. Sehr kindgerecht finde ich. Oftmals gibt es zu einzelnen Zutaten mehrere Salatvarianten z.B. unterschiedliche Kartoffel- oder Möhrensalate. Auch bei einzelnen Salaten ist manchmal mit angegeben, durch welche zusätzlichen Zutaten man welche Variante zusammenschnippeln kann. Es sind die Klassiker vertreten wie Apfel-Möhren-Salat, Schopskasalat, Gurken-Dill-Salat, aber auch schöne Obstsalatideen mit unterschiedlichsten Beeren und Eis. Wobei ich mich ehrlich manchmal frage, woher die Eltern der Leser manche Zutaten kriegen sollten, außer sie lebten in Berlin. Mangelwirtschaft DDR halt …

Gestaltung

Nicht jedes Rezept ist bebildert und die Bildgestaltung ist schon sehr retro, aber hey, das Buch ist auch von 1988. Trotzdem ist es sehr übersichtlich gehalten, alles mit der Trennung von Zubehör, Zutaten und Zubereitungsbeschreibung. Ich fand damals auch die kleinen Illustrationen ganz goldig, wie beispielsweise den Harlekin, der unter dem Rezept zum Apfelsalat „Harlekin“ sitzt.

Fazit

Es ist ein schönes Kochbuch, um Kinder an Küchenarbeit, kochen ist es ja im eigentlichen Sinne nicht, heranzuführen. Durch die genaue Aufführung der benötigten Geräte und den genauen Anleitungen hat man auch als Kind schon kleine Erfolgserlebnisse, wenn man selbst den Nachtisch in Form eines Obstsalates zum Sonntagsessen beisteuert. Fand ich super damals. Auch heute finde ich darin durchaus noch interessante Rezepte, wenn ich sie doch abwandeln/ergänzen würde. Manche sind arg simpel, aber wie gesagt für Kinder gut.

Nachgekocht

Was ich damals als erstes nachgekocht habe, mit Hilfe meiner Mutter und meiner Oma war ein „Pikanter Wurstsalat“, den ich auch heute noch gerne als Abendbrot oder Büro-Mahlzeit esse. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich den damals wirklich noch im Dezember (sprich zu meinem Geburtstag) gemacht habe oder erst später, weil wir früher definitiv nicht stets und ständig Radieschen zu kaufen bekamen und Tomaten erst Recht nicht, im Gegensatz zu heute. Und ich bestand damals schon sehr vehement darauf, dass alle Zutaten da rein mussten beim ersten Kochen wie im Rezept aufgeführt *g* Ich kann mich überhaupt nicht entsinnen zu DDR-Zeiten zu Hause, also in Rostock Tomaten gegessen zu haben, irgendwie erinnere ich mich nur an ungarische Tomaten aus Tantes und Omas Garten. Man sieht an der Seite im Buch auch, dass sie damals schon rege genutzt wurde (Bild oben) und mal ein wenig (oder mehr) Vinaigrette auf den Seiten gelandet ist. Aber auch damals hatten wir das schon ein wenig geändert, mehr als vier Würstchen genommen und definitiv weniger als vier Zwiebeln. In der Zutatenliste wurde der Essig leider vergessen, schlecht lekotiert. Aber trotzdem ein guter Wurstsalat.

Pikanter Wurstsalat

Zutaten für 4 Personen als Abendbrot-Snack:
2 EL Essig (z.B. Weißweinessig)
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
Prise Zucker
4 EL Öl
6 Wiener Würstchen
1 Bund Radieschen
2 Frühlingszwiebeln
4 kleine Gewürzgurken
3 Tomaten

Gerätschaften:
1 Salatschüssel
1 Salatbesteck oder 2 große Löffel
1 Schneebesen
1 Schneidebrett
1 Messer

(1) Zuerst das Dressing anrühren. Dafür in der Salatschüssel mit dem Schneebesen den Essig mit Senf, Salz, Pfeffer und Zucker gründlich verrühren. Dann unter Rühren das Öl hinzufügen bis eine geschmeidige Salatsoße entstanden ist.
(2) Die Wiener Würstchen in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Die Radieschen waschen, die Enden und das Grün abschneiden, ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Von den Frühlingszwiebeln das Wurzelende und die welken grünen Blätter entfernen, in dünne Ringe schneiden. Tomate, waschen, halbieren, grüner Strunk heraus schneiden, würfeln. Die Gewürzgurken ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Alles zu der Salatsoße in die Schüssel geben und gut mit Hilfe des Salatbestecks vermischen.
(3) Den Salat ca. 30 Minuten bei Raumtemperatur durchziehen lassen, damit sich die Aromen gut durchmischen.

Auf vier Schälchen verteilen und zusammen mit frischem Brot

genießen!

Quelle: Kroboth, Rainer (1988): Tischlein deck Dich – Salatbuch für Kinder. Verlag Junge Welt Berlin/DDR.
ISBN 3-7302-0106-9
antiquarisch erhältlich

Und damit beginnt bei mir die Woche „Jeden Tag ein Buch„, initiiert von Arthurs Tochter. Eine Woche (vom 11.-17. November), in der viele viele Blogger über ihre persönlichen Genuss-Bücher schreiben, natürlich Kochbücher, aber auch andere Bücher, die ihnen Genuss bereiten. Bei Arthurs Tochter und im Kuriositätenladen gibt es dann Zusammenfassungen, auf die ich dann am Ende natürlich auch verlinken werde. Lasst die Buch-Festspiele beginnen! (Wahrscheinlich werde ich nicht sieben Bücher schaffen, aber mir wichtige Bücher werden schon vorgestellt.)


Ein Dank an Ariane Bille für das Logo.

Kostprobe zum Lesen: Oriental Basics

Leseprobe im Juni - Oriental Basics

Leseprobe im Juni - Oriental Basics

Wenn die geneigte Leserschaft mal überlegen mag, von welchen Länderküchen könnten sie sich dauerhaft ernähren? So neben den natürlich heimischen Küchen aus Deutschland und Ungarn, könnte ich dauerhaft von italienischer Küche und der Küche des Vorderen Orient leben. Kennen- und lieben gelernt habe ich die orientalische, im Speziellen die persische Küche in einem kleinen Restaurant/Café/Creperie in Göttingen, dass direkt neben dem Botanischen Institut liegt. Die haben einfach unglaublich gute Aufläufe mit Reis und Lammgerichte und dazu diese Joghurte, diese Würzung, diese süße Komponente mit Rosinen und Berberitzen. Hach, ich liebe es einfach!

Und nachdem ich diese Liebe entdeckte, wünschte ich mir ein entsprechendes Buch zum Geburtstag, und von der lieben S. bekam ich eben dieses „Oriental Basics“ von Frau Schinharl und Herrn Dickhaut *freu* Es ist jetzt schon seit 2005 in meinem Besitz und es wird rege draus gekocht (man sieht es dem Buch auch schon ein Wenig an).

Wie alle Bücher der Basics-Reihe ist es zwei große Teile eingeteilt, einmal „Know How“, wo die grundlegenden Zutaten, Gerichte, Lebensweise erklärt werden und den Rezeptteil. Der Rezeptteil ist wiederum in sieben Kapitel gegliedert:

  • Mezze & Salate
  • Streetfood
  • Gemüse & Hülsenfrüchte
  • Couscous, Reis & Co.
  • Fleisch & Geflügel
  • Fisch
  • Süßes & Gebäck

Zu jedem Kapitel gibt es eine kurze Einführung mit typischen Zutaten und kleinen Rezepten, wo Getränke oder Gewürzmischung zum Selbstbasteln vorgestellt werden. Schön! Die Rezeptanleitungen sind durchnummeriert und an den entsprechenden Stellen wird auch angegeben, wann man bitte den Ofen vorheizen sollte (oder auch nicht bei Umluft) und ähnliches. Die Zubereitungszeit wird ebenfalls samt Geh-, Ruhe-, Backzeiten mit angegeben und was aus dem Buch noch zu dem betreffenden Rezept dazu gegessen werden kann. So kann man sich ganz schön Menues zusammenstellen. Die Gerichte sind eine schöne Mischung aus Alltagsessen, das auch so in den Regionen auf den Tisch kommt (z.B. Foul, ein Bohnengericht, dass zum Frühstück gegessen wird) und aufwendigeren Gerichten, mit denen man Gäste gut beeindrucken kann.  Ebenfalls cool finde ich, dass Rezepte zum Backen von Fladenbroten und Pitas. Und auch die Tips und Variantionsmöglichkeiten, die am Ende der meisten Rezepte mit aufgeführt sind, gefallen mir außerordentlich gut. Eigentlich unnütz zu sagen, dass es zu jedem Rezept ein mehr oder weniger großes Photo gibt.

Die bisher gekochten Rezepte haben allesamt super funktioniert und auch die Angabe der Portionen stimmt im Großen und Ganzen. Der Hähnchen-Pilaw mit dem Rosinen-Gurken-Joghurt ist mittlerweile zu einem meiner Lieblingsgerichte geworden :-) (Wieso koch ich das heute eigentlich nicht bei dem Schietwetter? *g*) Auch das Register ist brav nach Zutaten und Namen der Gerichte geordnet. So mag der gemeine Kochbuchleser es doch ;-)

So und jetzt mach ich mich auf in die Küche und zauber hoffentlich leckere Pita-Borte und Falafel aus dem Buch :-) Danach werd ich schnell weiterschreiben am Artikel über extremst guten orientalisch angehauchten Spinat mit Joghurt.

Eine Frage noch, ich habe hier auf dem Rechner noch Bilder von unserem Persischen Weihnachtsessen 2007. Ich weiß, lange her und definitiv noch 8 Monate bevor der Blog hier überhaupt online ging, aber hätte jemand Interesse an einer Veröffentlichung? Es war äußerst deliziös und ist auch für den Sommer geeignet :)

Aus dem „Oriental Basics“ schon vorgestellt:

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