Archiv der Kategorie: Blogevent

Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

Schnell, einfach und rosa – Radieschen Pickles

Ist Euch schon aufgefallen, dass die Radieschen neuerdings irgendwie langweilig schmecken? Nicht mehr scharf, nur noch ein Hauch des von mir geliebten Retticharomas. Schade eigentlich. Und trotzdem baue ich jedes Jahr wieder Radieschen auf dem Balkon an. Es ist auch einfach zu spaßig und interessant: Samenband auf die Erde legen, noch Erde drauf, gießen und warten. Und zwischendurch immer mal wieder gießen. Dann zeigen sich erst die hübschen, herzförmigen Keimblätter und so nach und nach kommen die richtigen Blätter und es bildet sich ein kleiner, roter Radieschenknubbel als Wurzel. Nach einigen Woche, je nach Wetter, wohnen dann perfekte, verzehrfertige Radieschen im Balkonkasten:

Aber was jetzt damit anstellen? Klar, kann man einfach so essen, aber, um ehrlich zu sein, so viele Radieschen esse ich dann pur auch nicht. Wäre ja nett, wenn man sie irgendwie haltbar machen könnte. Also durchsuchte ich das weltweite Zwischennetz nach eingelegten Radieschen, denn irgendwo auf Facebook sah ich mal ein Glas mit schick rosaner Flüssigkeit und Radieschenscheibchen. Fündig wurde ich beim Blog „Cookie + Kate“ und das Rezept erinnerte mich frappierend an sonstige Pickles-Rezepte. Kann also gar nicht verkehrt sein!

Es ist wirklich schnell gemacht, sehr unaufwendig und die Wohnung riecht nur kurz nach dem aufgekochten Essig. (Jetzt das Fenster weit aufreißen und die Essigmoleküle nach draußen entschwinden lassen!) Dann heißt es sich allerdings ein wenig gedulden: erst müssen die Pickles auf Zimmertemperatur abkühlen und ich lasse sie dann gerne mindestens 1 Tag im Kühlschrank ziehen, früher sind sie mir zu essigscharf. Aber dann wirklich wunderbar: ein bisschen prickelig, ein bisschen scharf, perfekt auf’s Brot oder einen Burger.

Radieschen Pickles

Zutaten für 1 Glas mit 500 ml Inhalt:
1 Bund Radieschen
(oder einige Radieschen plus 1 größere Rettichkugel)
1 großzügige Prise Chiliflocken
180 ml Weißweinessig
180 ml Wasser
2 TL Salz
3 EL Honig
1 TL Senfsaat
1 TL Koriandersaat

(1) Das Glas mit Deckel (Weck oder mit Drehverschluss) mit heißem Spüliwasser waschen und gut ausspülen. Auf dem Kopf gedreht auf einem sauberen Handtuch bis es benutzt wird, stehen lassen.
(2) Die Radieschen waschen, Blätter und Wurzelenden abschneiden, in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Eng in das Glas einschichten. Mit einer Prise Chiliflocken bestreuen.
(3) Den Essig, Wasser, Salz, Honig und Gewürze in einem Topf zum Kochen bringen, bis sich Honig und Salz aufgelöst haben. So kochend heiß vorsichtig über die Radieschen gießen (es wird wahrscheinlich ein klein bisschen übrig bleiben). Deckel drauf und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Mindestens einen Tag im Kühlschrank reifen lassen.

Passt wunderbar auf Burger, kaltem oder warmem Käsetoast

Genießen!

Quelle: Spicy Quick Pickled Radishes

10. Synchronbacken – Eine Bagel-Geschichte in Bildern

Schon zum 10. Mal organisierten Zorra vom „kochtopf“ und Sandra von „From Snuggs Kitchen“ das #synchronbacken, sprich an einem bestimmten Tag backen alle Mitbackwilligen nach einem bestimmten von Zorra und Sandra ausgesuchten Rezept. Natürlich sind dabei auch Abwandlungen erlaubt, je nachdem wieviel sich der einzelne zutraut :-)

Ich muss gestehen, die Ankündigung für dieses #synchronbacken hatte ich irgendwie verpeilt und nur zufällig Samstagmorgen mitbekommen, also wurde der Plan Kiflis zu backen, umgeschmissen und ich widmete mich dem Rezept. An Zutaten hatte ich auch alles da:

Homemade Bagels

Zutaten für ca. 6-8 Stück:

1 grosse Kartoffel (185-250 g), geschält und gewürfelt
250 ml Kartoffel-Kochwasser
7 g Trockenhefe (1 Tüte)
30 ml (1/8 cup) Sonnenblumenöl oder Oel nach Wahl
2 Eier (L), Raumtemperatur
~650 g Mehl
3/4 EL Salz

1 Ei (M), aufgeschlagen und verrührt
Sesam- und/oder Mohnsamen zum Bestreuen

Kartoffeln hatte ich schon Sonnabend zum Mittagessen gekocht, deren Wasser ich aufbewahrte. Und dann wollte ich noch testen, ob ein halber Würfel frische Hefe (entspricht 1 Tüte Trockenhefe), der drei Wochen über dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist, noch brauchbar ist. Also habe ich die Hefe in das leicht erwärmte Kartoffelkochwasser gekrümelt und abgewartet…

… Leider stellte sich nach meinem Frühstück heraus, dass die Hefe wohl doch hopps gegangen ist. Nicht ein klitzekleines Blubberbläschen war nach 15 Minuten zu sehen.

Also nochmal komplett von vorne beginnen:

(1) Die Kartoffeln schälen, würfeln und in etwa 400 ml Wasser ohne Salz etwa 10 Minuten kochen bis die Kartoffeln gar sind. Die Kartoffeln abgießen und 250 ml des Wassers auffangen (bei wem es zu wenig ist, ergänzt einfach mit Wasser aus der Leitung).

(2) Das Kochwasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben und auf 35-40°C abkühlen lassen. Denn wenn das Wasser zu heiß ist, sterben die kleinen Hefepilze den Hitzetod und der Teig geht nicht auf. Mit dem eigenen Finger testen, klappt natürlich auch. Und die Flüssigkeit wirklich lieber zu kalt als zu heiß haben.
Also warten. Und Märchen gucken.

(3) Die Trockenhefe zugeben und ca. 5 Minuten warten bis ein paar Bläschen (oder leichter Schaum) zu erkennen sind.

(4) 150 g vom Mehl, die beiden Eier, Öl und Salz zu geben und ein paar Minuten auf kleinster Stufe verkneten.
(5) Nach und nach das restliche Mehl zugeben. Bei mir (und auch bei (fast?) allen anderen) blieb einiges an Mehl übrig, also vorsichtig sein. Jetzt den Teig 5-7 Minuten auf kleinster Stufe kneten lassen …

… bis ein wunderschöner Teig enstanden ist. Weich wie ein Babypoppes *g*
(6) Abdecken (hier die allseits beliebte Mörderduschhaube) und an einem zugfreien Ort (z.B. kalten Ofen bei geschlossener Tür) 1-1,5 Stunden gehen lassen.

Wenn der Teig sich verdoppelt (oder wie hier verdreifacht hat) kann weiter gearbeitet werden.

(7) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Das Ei zum Bestreichen in einer kleinen Tasse verschlagen.
(8) Den Teig etwas flach drücken, aber nicht mehr kneten und in 6-8 gleich große Stücke teilen. (Freihändiges Teilen sollte ich noch üben oder beim nächsten Mal wieder die Waage benutzen. Und beim nächsten Mal tatsächlich 8 Stück, 6 sind zu groß) Die Teigportionen rundschleifen. Dann mit dem Stiel eines Holzkochlöffels ein Loch in die Mitte stechen und den Teigling auf dem Brett um den Löffelstiel schwingen, so dass das Loch größer wird.

(9) Die fertig geformten Bagel mit einem sauberen Küchentuch abdecken und ca. 15 Minuten ruhen lassen.
(10) In der Zwischenzeit einen großen Topf zu 3/4 mit Wasser füllen und aufkochen lassen. Die Hitze runterschalten, bis es nur noch simmert.
(11) Etwa drei Bagel vorsichtig in das Wasser geben und von jeder Seite 1 Minute baden. Auf das Backblech setzen.

(12) Mit Ei bestreichen, Sesam oder anderen Körnern nach Wahl bestreuen und in den Ofen geben.
(13) 25-30 Minuten backen bis sie goldbraun und schön aufgegangen sind.

Und fertig sind die schönen Bagel. Das Loch hat sich leider wieder geschlossen, aber hey, es gibt schlimmere Schicksale *g* Aber sie sind leider nicht 100%ig so, wie ich Bagel mag. Jetzt kommt Jammern auf hohem Niveau: die Bagel sind zu fluffig. Der Teig ist wirklich wunderbar: einfach zuzubereiten, schmeckt großartig, lässt sich gut verarbeiten, aber das nächste Mal backe ich Brötchen daraus :-)

Danke an Zorra und Sandra für die Organisation! ♥ Es hat wirklich Spaß gemacht und die Vorstellung, dass über Europa verteilt viele Leute zur selben Zeit das gleiche gemacht haben wie ich, ist irgendwie lustig :-D Ich hoffe, beim nächsten Mal schaffe ich es wieder dabei zu sein.

Wen es interessiert wer noch mitgebacken hat und wie die #synchronbagel bei ihnen geworden sind, guckt doch hier: (Links werden im Laufe des Tages ergänzt)

Birgit D von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Anja von Anjandrozeitlos
Ingrid von auchwas
Franziska von nur mal kosten
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Christina von The Apricot Lady
Dagmar von Dagmars Brotecke
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Wir retten … Palatschinken/Pfannkuchen: Böhmische Palatschinken

Die Retter sind mal wieder unterwegs! Und um ehrlich zu sein, eigentlich könnten wir jede Woche etwas anderes aus den Supermarkt-Regalen retten, so viel Gruselzeugs ist dort zu finden.

Für das Februar-Thema suchten wir uns Pfannkuchen/Palatschinken/Palacsinta/Crepes aus. Und was es da nicht alles zu finden gibt: komplett fertig gebackene Exemplare mit unterschiedlichen Namen im Kühlregal, Pulver in Flaschen, zu dem „nur noch“ Milch gegeben werden muss, schütteln und braten oder auch andere Pulver in Tüten der bekannten Marken. Wozu das alles? Mehl, Ei, Milch! Mehr ist an Grundzutaten nicht nötig. Hier habe ich der geneigten Leserschaft erklärt, wie es geht:

Und da man das Rad ja nicht andauernd neu erfinden muss und Wiederholungen auch nicht so unglaublich cool sind im Blog (ich irgendwie auch keine Zeit hatte), überlasse ich heute das Wort einem Gastredner. Susi bloggt schon seit einigen Jahren aus Wien als Turbohausfrau in ihrem Blog „Prostmahlzeit“ und hat für Euch wunderbarste Böhmische Palatschinken zubereitet:

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Es freut mich sehr, dass ich zum ersten Mal bei Anikó zu Gast sein darf. Noch dazu an so einem prominenten Termin, wie es die Rettungstermine mittlerweile geworden sind. Was ich euch zeige, sind böhmische Palatschinken. Wir Österreicher waren nämlich sehr emsig, was das Fladern (=Klauen) von Rezepten im gesamten Raum der ehemaligen K&K-Zeit, die auch Böhmen umfasste. In anderen Ländern haben wir uns genau so fleißig bedient, so geschehen beim Wiener Schnitzel (aus Italien), Szegediner Krautfleisch und Gulasch (aus Ungarn) oder eben die deftigen böhmischen Mehlspeisen, die mittlerweile als österreichische Mehlspeisen gelten.

Viel falsch machen kann man bei diesen Palatschinken nicht. Was nur sehr wichtig ist, ist guter Powidl, der immer schwerer zu bekommen ist. Das ist ganz dick eingekochtes Zwetschkenmus, das ohne Zucker so lange gekocht wird, bis man es schneiden kann. Meine Oma hat das auf einem Zusatzherd gemacht, der damals in jeder Küche stand, der mit Holz beheizt wurde und auf sehr kleiner Flamme betrieben werden konnte. Da hat sie immer einige Tage lang den Powidl einreduzieren lassen. Selber habe ich das noch nie geschafft, weil ich meinen Elektroherd nicht so niedrig drehen kann, wie es nötig wäre.

Beim Backen der Palatschinken ist eine Palatschinkenpfanne sehr hilfreich. Das sind relativ große Pfannen mit einem ganz niedrigen Rand. Meine ist noch dazu beschichtet, was es einfach macht, die Palatschinken zu wenden.

Bei der ersten Palatschinke muss die Pfanne sehr gut durch und durch erhitzt werden, dann wird ein Teelöffel Butter (je nach Größe der Pfanne auch 2) in der heißen Pfanne geschwenkt, bis der ganze Boden eingefettet ist. Da rein kommt ein Schöpfer voll Teig, den man ebenfalls durch Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilt. Gewendet wird, wenn sich die Palatschinke vom Rand löst.

Für 4 – 5 Palatschinken:
80 g glattes Mehl
200 ml Milch
1 Ei
30 g Zucker
Salz
4 TL Butter zum Backen
Staubzucker zum Bestreuen

Fülle:
4 EL Powidl (wenn es sehr fester Powidl ist, mit etwas Rum erwärmen und glatt rühren)

Sonstiges:
2 EL Sauerrahm, glatt gerührt
2 EL Mohn, frisch gequetscht

Aus den genannten Zutaten mit einem Schneebesen einen glatten Teig rühren, 20 min. quellen lassen. Backrohr auf 70 Grad vorheizen. Wie oben beschrieben die Palatschinken backen, im Rohr warm halten, bis die nächste Palatschinke fertig ist. Danach alle mit dem Powidl bestreichen und einrollen oder zusammenklappen. Mit Staubzucker anzuckern. Mit dem Mohn bestreuen, daneben den Sauerrahm auf den Teller geben, den man dann nach Lust und Laune zu den Palatschinken isst.

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Sehen die nicht wunderbar aus? Und mit Pflaumen und Mohn (Hallo?!? MOHN!!!) kann man bei mir überhaupt gar nichts falsch machen. Die werden defintiv nachgekocht! Danke, liebe Susi!

Und seid ihr auf den Geschmack gekommen? Hier im Blog gibt es noch jede Menge andere Pfannkuchen-Rezepte:

Und natürlich haben auch wieder viele andere mitgerettet. Schaut Euch mal bei den tollen Rezepten und Anleitungen um (Links werden ergänzt):

Giftige Blonde – Klassische Palatschinken mit hausgemachter Marillenmarmelade

Prostmahlzeit – Fleischpalatschinken

SweetPie – Gorgonzola-Pilz-Pfannkuchen

Summsis Hobbyküche – Buttermilchpfannkuchen

Obers trifft Sahne – Pancakes mit Apfel und Walnuss

Brittas Kochbuch – Herzhafte Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung

kebo homing – Crespelle farcite

auchwas: Hauchdünne Pfannkuchen

magentratzerl – Buchweizengalettes mit Sauce Mornay

Sakriköstlich – Bulgur-Pfannkuchen

brotbackliebeundmehr – Kartoffel-Pfannkuchen

multikulinarisches – Eierkuchen mit Vogelbeer-Karamell

Food for Angels and Devils – Galettes

German Abendbrot – Herzhafter Palatschinken mit Boeuf Stroganoff

Anna Antonia – Banana Pecan Pancakes

Aus meinem Kochtopf – Blini mit Räucherlachs und Crème fraîche

Was du nicht kennst… – Blutorangenpfannkuchen

Fliederbaum – Böhmische Palatschinken

Unser Meating – Grünkohl-Pancakes

Pane-Bistecca – Vietnamesische Pfannkuchen mit Thai Fuellung

LanisLeckerEcke – Herzhafte Blinis mit Schafskäsedip

Seelenwärmer – Milchreisauflauf nach der besten angeheirateten Cousine

Die Erkältungssaison ist in vollem Gange und Anfang der Woche übernahmen die Viren die Macht in meinem Körper. Die Halsschmerzen, die so latent schon zwei Wochen vorher im Hintergrund rumschwirrten wurden stärker und der Husten auch immer bellender. Sehr unschön!

Also verdümpele ich meine Zeit zu Hause rum, ruhe, lese und ruhe noch mehr. Bloß alle möglichen Energiereserven dem eh schon maladen Immunsystem zur Verfügung stellen, damit es den Viren ordentlich in den Hintern treten kann. Und bei so ’nem ollen grippalen Infekt braucht man Essen, dass einen glücklich macht, oder? Mir war auf einmal irgendwie nach dem Milchreisauflauf der allerbesten angeheirateten Cousine, also schnell über das blaue soziale Netzwerk den ältesten Cousin gefragt, ob seine Gattin mir die genauere Zubereitungsweise verraten könnte. Tat sie dann auch und ich konnte heute eine Monsterportion des Rízskoch (höchstwahrscheinlich vom österreichischen Wort „Reiskoch“) zubereiten. Dabei wählte ich die entspannte Variante, indem ich den Milchreis im Slowcooker machte. Kein Anbrennen, kein ständiges Rühren, perfekt! Der Rest der Arbeit ist auch innerhalb von 15 Minuten erledigt und schon kann der Auflauf in den Ofen. So nach 30 Minuten sollte er goldbraun sein und wunderbar duften.

Hach, ein echtes Seelenwärmer-Essen! Da können die Viren noch so viel rumoren in mir, da kann das Wetter noch so doof sein draußen, danach geht es mir wunderbar und ich bin glücklich (vielleicht auch nur vor Erinnerungen an Rízskoch-Essen beim ältesten Cousin und sein Familie!)! Und deswegen darf das Rezept beim Seelenwärmer-Event von „Friesi kocht & backt“ und „NOM NOMS treat of life“ mitmachen.

Seelenwärmer das Blogevent gegen Herbstblues

Milchreisauflauf

Zutaten für 6 Portionen als Hauptgang nach Suppe:
200 g Milchreis
2 EL Zucker
1 Prise Salz
1 l Milch

3 Eier, getrennt
1 Prise Salz
3 EL Zucker
Schale 1/2 Bio-Zitrone
80 g Rosinen, gewaschen
100 g Butter

Butter zum Ausstreichen der Form

(1) Aus dem Milchreis, Zucker, Salz und der Milch nach der bevorzugten Methode Milchreis kochen (ich bevorzuge es im Slowcooker). Etwas abkühlen lassen.
(2) Währenddessen die drei Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und die Eigelb mit dem Zucker schaumig schlagen. Eine große Auflaufform mit Butter ausfetten.
(3) Unter den noch warmen (aber nicht heißen) Milchreis die Butter, Rosinen und fein geriebene Zitronenschale rühren. Die Eigelb-Zucker-Mischung gründlich mit allem verrühren. Zum Schluss den Eischnee, erst 1/3 gut mit dem Milchreis vermengen, dann die restlichen 2/3 vorsichtig unterheben.
(4) Alles in die gebutterte Auflaufform gießen und in den Ofen geben. Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze oder 200°C Umluft anstellen, ca. 30-35 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und servieren.

Dazu passt Schokoladen- oder Vanillesauce, aber auch Apfelmus oder Apple Butter. Wer keine Rosinen mag, kann sie auch weglassen oder durch gewürfelte Äpfel, Birnen ersetzen.

Genießen!

Quelle: nach der liebsten angeheirateten Cousine

Und weil ein nur süßes Mittagessen bei mir zu anhaltender Übelkeit am Nachmittag führt, brauche ich etwas herzhaftes vorneweg. Süppchen sind da immer gut und wenn man selbstgekochte Hühnerbrühe eingeweckt im Vorrat hat, geht es noch schneller. Dieses mal mit einer hellgelben Möhre, Erbsen und Mais, dazu die obligatorischen Buchstabennüdelchens, die perfekt als Stimmungsaufheller sind:

Flottes Dreiländereck Menü – Feines Sommergurken-Süppchen

Im Kochtopf ist mal wieder Event-Zeit und Dorothée von „Bushcooks Kitchen“ wünscht sich einen „Flotten Dreier„, sprich ein Drei-Gänge-Menü. Jetzt nicht von einem alleine gekocht, sondern von drei Bloggern, die sich bittedankeschön auch absprechen dürfen :-) Mich fragten die liebe giftigblonde Sina und die Turbohausfrau Susi, ob ich bei ihnen mitspielen will. Aber sehr gerne doch, die Damen!

Blog-Event CX - Flotter Dreier (Einsendeschluss 15. Juli 2015)

Aufgrund unserer unterschiedlichen Herkünfte entschieden wir uns ein Dreiländermenü zu zaubern. Ich war für die Vorspeise mit ungarischem Einschlag zuständig, Susi für den österreichischen Hauptgang und Sina mit ihrer halbitalienischen Herkunft für das Dessert.

Ich finde ja fast nichts ist typischer für Sommer in Ungarn als Kovászos uborka, also jene in Salzwasser in der prallen Sommersonne gegorenen Einlegegurken, die dadurch diesen bestimmten, schwer zu beschreibenden Geschmack bekommen, den ich von keiner eingelegten deutschen Variante kenne. Jetzt lieben wir sie einfach so als Beilage zu diversen Essen, aber auch andere Sachen kann man damit machen. Vor einigen Jahren veröffentlichte Zsófi vom ungarischen Blog „Chili & Vanilia“ eine Cremesuppe aus den Sommergurken und endlich ergab sich die Gelegenheit, sie zuzubereiten. Ich muss gestehen, ich war etwas skeptisch beim Geschmack. Dieser spezielle Gurkengeschmack mit Joghurt gepaart? Und ich war sehr positiv überrascht! Es ist ein wirklich feines Süppchen, dass sich hervorragend als erfrischender Auftakt zu einem sommerlichen Menü macht. (Und ich behaupte mal gesund ist es dazu…) Was wirklich nicht vergessen oder gar weggelassen werden sollte, ist das Olivenöl und der ausgelassene Speck. Sie geben nochmal extra Aromen, die die ganze Cremesuppe perfekt abrunden!

Sommergurken-Cremesüppchen

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
4-6 ungarische Sommergurken/Kovászos uborka
1/2 Knoblauchzehe
250 ml Gurkenflüssigkeit
300 ml Joghurt
200 ml kalte Gemüsebrühe30 g geräucherter Bacon
Olivenöl

Die Gurken grob würfeln. Den Knoblauch fein reiben. Mit ein wenig der Gurkenflüssigkeit mit Hilfe eines Stabimixers oder im Standmixer fein pürieren. Die restlichen Flüssigkeiten zugeben und weiter pürieren. Ein paar Stunden kalt stellen.

Zum Servieren den Bacon in etwas Olivenöl knusprig braten. Zusammen mit einigen Tropfen Olivenöl über die angerichtete Suppe geben.

Quelle: Chili & VaniliaKovászos uborka krémleves

Und was gab es bei den anderen beiden? Susi zauberte ein Lamm im Haselnussblatt:

und bei Sina gab es eine Himbeer-Panna cotta, bei der sie sich ärgerte nur so wenig gemacht zu haben:

Schnelle Rubs zum Grillen

Jetzt mal Butter bei die Fische, fast alle von uns kaufen doch dieses vormarinierte Fleisch zum Grillen aus dem Supermarkt oder beim Metzger. Ich nehme mich dabei nicht aus, es ist einfach zu bequem! Erst Recht, wenn man für viele grillen möchte oder die Grillverabredung sehr spontan zustande kommt. Aber irgendwie behagt mir das nicht. Man sieht nicht welche Qualität das Fleisch hat, was in den Marinaden genau drin ist und letztendlich, ob die Marinade überhaupt schmeckt. Auch meine Vorstellung war, dass so Fleisch lange marinieren muss, damit es gut schmeckt. Das stimmt bei manchen Marinaden, aber in der amerikanischen Küche gibt es sogenannte Rubs.

Rubs sind trockene Gewürzmischungen, die kurz vor dem Grillkontakt auf das gewünschte Fleisch oder Gemüse gerieben werden. Daher auch der Name „Rub“ vom englischen „to rub“, also „einreiben“. Das erste Mal aufmerksam auf dieses Konzept wurde ich bei DJ BBQ, der in Kooperation mit Jamie Oliver’s FoodTube-Channel seinen eigenen YouTube-Kanal betreibt. Dort präsentiert er die unterschiedlichsten Grillrezepte, entweder aus dem Smoker oder Kugelgrill, langsam gegarte, große Fleischstücke oder schnelle Steaks und Burger. Aber auch andere essentielle Grillzutaten wie die unterschiedlichsten Saucen, Dips oder Marinaden. Lauter tolle, hochamüsante Videos, bei denen ich sabbernd vor’m Rechner sitze *g* und mir einen eigenen großen Smoker wünsche. Hachz, wenn ich mal groß bin ;-)

Besagter DJ BBQ brachte letztes Jahr ein kleines, aber feines Buch heraus, genannt „The BBQ Book“ (ja, das ist ein Amazon-Link. Nein, ich bekomme kein Geld, wenn ihr dort bestellt.), mit, laut Untertitel, den ultimativen 50 Rezepten, um meine Art zu Grillen zu verändern. Und wenn ich einen vernünftigen Grill hätte, täte es das wahrscheinlich auch. Da sind so coole Rezepte drin, Tipps zum Grillen nach den unterschiedlichen Hitze-Methoden. Er verrät Familienrezepte von seinem Großvater und seiner Frau, außerdem Beilagen und Grundzutaten. Grundmarinaden sind bei ihm eben auch Rubs, die er auf viele Fleischstücke reibt, deren Rezepte er im Buch zeigt. Und zwei davon möchte ich Euch heute vorstellen, die ich schon in vielen von DJ BBQs Videos gesehen habe.

Die beiden Mischungen sind innerhalb weniger Minuten zusammen gemischt und halten sich im Glas monatelang, so dass man im Fall des Grillfalles nur noch das Glas im Vorratsschrank hervor kramen muss, um das Fleisch einzureiben.

Als erstes den „Mix of rad“, „rad“ wird hier als Adjektiv im Sinne von „bombig“ oder „krass“ benutzt. Also macht Euch auf was gefasst! Der Geschmack ist eher erdig, aber trotzdem ein bisschen zitronig-frisch durch die Koriandersamen. Außerdem eine dezente Schärfe durch die türkischen Chiliflocken, wer mag, darf gerne mehr nutzen. Es passt zu Pulled Pork, Pulled Beef, als Burgergewürzmischung, zu Lamm oder Hühnchen. Angeblich sogar auf Grilled Cheese Sandwiches, was auf dieser Seite des Internets noch auszutesten ist.

Mix of Rad

2 EL weicher brauner Zucker (z.B. Muscovado)
1 gehäufter EL Meersalz
1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL gemahlener Koriander
1 EL granulierte Zwiebel
1 EL granulierter Knoblauch
1/2 TL englisches Senfpulver
1/2 TL gemahlene Nelke
1/4 TL Chiliflocken (oder mehr)

Alle Zutaten miteinander verrühren. Falls ihr ganzen Kreuzkümmel, Koriander und Pfeffer benutzt, am Besten mit einem Teil des Salzes und/oder Zucker im Mörser fein zerstoßen.

Im Glas an einem dunklen Ort gelagert, hält sich die Mischung monatelang.

Quelle: Stevenson, Ch. (2014): The BBQ Book by Dj BBQ. Penguin. p110

Der „Mix of Awesomeness“, vom englischen Adjektiv „awesome“ wie „großartig“, ist eine fruchtige Mischung, die wunderbar zu hellerem Fleisch wie Hähnchen, Fisch oder auch Gemüse passt. Eine wunderbare Note bekommt es durch das geräucherte Paprikapulver.

Mix of Awesomeness

1/2 Bio-Zitrone, Schale
1/4 Bio-Orange, Schale
3 EL weicher brauner Zucker (z.B. Muscovado)
1 EL Meersalz
1 EL gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL granulierte Zwiebel
1 EL granulierter Knoblauch
1 TL geräuchertes Paprikapulver

Die Schale von der Zitrone und Orange fein abreiben. Mit den restlichen Zutaten gut vermischen. Die Mischung ist noch etwas feucht durch die Schalen und verklumpt dadurch im Glas, aber mit ein wenig enthusiastischem Schütteln wird sie wieder streu- und einreibfähig.

Im Glas an einem dunklen Ort gelagert, hält sich die Mischung monatelang.

Quelle: Stevenson, Ch. (2014): The BBQ Book by Dj BBQ. Penguin. p 108

Ich habe die beiden Mischungen auf Schweinenackensteak und Rückensteak verrieben. Weil ich ja nur einen kleinen Elektrogrill habe noch ein wenig Öl mit auf dem Fleisch verrieben und dann die beste Ärztin grillen lassen:

Und deswegen dürfen die beiden Rubs auch beim CIX. Blogevent „it’s BBQ-time!“ im Kochtopf, ausgerichtet von Sandra „From Snuggs Kitchen„, teilnehmen.

Blog-Event CIX - it's BBQ-time! (Einsendeschluss 15. Juni 2015)
Der besten Ärztin und ich waren richtig begeistert von den Rubs! Sie machen das Fleisch schön würzig und man braucht überhaupt keine Sauce mehr dazu. Es ist so einfach! Really Awesome! Ich werde die beiden Mischungen ab sofort im Vorrat haben und auch mit in den Familiensommerurlaub nach Dänemark nehmen. Keine Fertigmarinade mehr für mich! Und für Zweifler kann man ja eine Portion vorbereiten und als kleines Geschenk mitnehmen.

Eine sehr große Nachbastelempfehlung von meiner Seite!

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