Archiv der Kategorie: Fleisch

Fleischreis mal anders oder Türkisches Moussaka ohne Schichten

Wenn ihr an Moussaka denkt, was kommt Euch als erstes in den Sinn? Ein Auflauf? Mit Kartoffeln, Auberginen und würziger Hacksauce? Dazwischen eine cremige Sauce und mit Käse überbacken? Richtig, das ist die griechische Variante. Und reichlich zeitaufwendig, wenn wir ehrlich sind. Auf meiner mittlerweile liebsten ungarischen Rezepteseite „Street Kitchen“ suchte ich nach Rezepten für die einsame Biokisten-Aubergine in meinem Kühlschrank.

Offtopic: Halten Auberginen länger im Kühlschrank oder sind sie, wie Tomaten, besser bei Raumtemperatur aufgehoben? *grübel* Weiß da jemand genaueres oder hat praktische Erfahrungen gemacht?

Angezeigt wurde mir bei „Street Kitchen“ ein Rezept für Türkisches Moussaka, was sich nach Lesen des Rezeptes als Hackfleischsauce mit Auberginen herausstellte. Ich war skeptisch, ob es wirklich so hieß, aber nach ein bisschen Recherche bestätigten mir einige Quellen, dass diese Variante wirklich türkisches Moussaka ist und eben ganz ohne zusätzliche Béchamel und Auflaufschichten auskam. Hey, so einfach lieben wir das doch! Ein Extraschritt ist noch dabei, nämlich das Backen der Auberginenwürfel im Ofen, aber wer möchte kann das auch schon einige Zeit vorher machen, die fertig gegarten Auberginen dann im Kühlschrank aufbewahren und eben beim Kochen einfach zur Sauce geben.

Und die Sauce schmeckt wirklich wunderbar. Angenehm würzig-tomatig mit cremigen Auberginenwürfeln. Dazu passt frisches Weißbrot, wie türkische Pide oder eben Reis, was es unserem Familienklassiker Fleischreis nicht unähnlich macht. Probiert es aus, es ist ein perfektes Samstagsessen und man kann die Sauce auch für eine klassische Moussaka in Auflaufform verwenden. Es lohnt sich!

Türkisches Moussaka

Zutaten für 4 Personen:
1 große Aubergine
1+1 EL Olivenöl
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
500 g Rinderhack
Salz, Pfeffer
2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Cayennepfeffer
2 TL Tomatenmark
1 Dose gehackte Tomaten (400 g)
250 g passierte Tomaten
200 ml Wasser

1 Bund glatte Petersilie

(1) Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Die Aubergine in mittelgroße Würfel schneiden und mit 1 EL Olivenöl mischen. In einer Schicht auf das Blech geben und ca. 20 Minuten auf mittlerer Schiene backen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln.
(3) Das restliche Olivenöl in einem größeren Topf erhitzen und das Rinderhack in 4-5 Minuten bei hoher Hitze anbraten. Salzen, pfeffern und die restlichen Gewürze dazu geben. Das Tomatenmark in den Topf geben und mit anbraten. Nach 2 Minuten die Zwiebel- und Knoblauchwürfel zugeben und so lange bei mittlerer Hitze braten bis die Zwiebeln beginnen zusammen zu fallen.
(4) Die Tomaten aus der Dose, passierte Tomate und Wasser zufügen. Nochmals ein bisschen Salzen und Pfeffern. Wenn die Sauce aufkochte, die vorgebackenen Auberginen zufügen. Deckel drauf und bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten schmoren lassen.
(5) Die Petersilie grob hacken. Die Sauce abschmecken, mit der Petersilie bestreuen und servieren.

Dazu passt frisches Weißbrot, Bulgur oder Reis.

Genießen!

Quelle: Street Kitchen – Török muszaka

Das Ende der Wintersuppensaison – Ungarische Wirsingsuppe aka Frankfurti leves

Ungarn lieben Suppe! Und das ist jetzt kein Klischee. Ich kann mich nicht an ein Mittagessen ohne Suppe erinnern. Es gibt bei meinen Tanten immer mindestens zwei Gänge – erst Suppe, dann den Hauptgang. Wobei die Suppe von Brühen (vorzugsweise am Sonntag) bis zu reichhaltigen Eintöpfen reicht, z.B. Gulaschsuppe und dann eben der zweite Gang angepasst wird. Nun ist Winter und ich war selten in meinem Leben bei der ungarischen Familia und kenne dementsprechend wenige winterliche Varianten.

In einem Video von Street Kitchen sah ich ein Rezept für eine Wirsingsuppe mit einem nicht unerheblichen Anteil an Wiener Würstchen. Lustigerweise heißt die Suppe auf ungarisch „Frankfurter Suppe“ hat aber so rein gar nichts mit der Stadt zu tun … Jedenfalls ist noch Winter und diverse Kohlsorten immer noch in Saison. So kam ein kleiner Wirsing in der Gemüsekiste mit und der wollte verbraucht werden. Die Suppe hatte ich schon zu Weihnachten bei den Eltern gekocht, aber so ganz zufrieden waren wir nicht, weil ich den Kohl zu grob geschnitten hatte und er noch Biss hatte. Das war irgendwie falsch. Hier schnitt ich den Kohl feiner und ließ es etwas länger köcheln, so dass alles angenehm weich gegart war. Wer das nicht mag, lässt die Suppe einfach kürzer kochen. Es ist ein wirklich schönes, einfaches Alltagsessen und wer es ungarisch möchte, isst als zweiten Gang einfach Grießbrei, Pfannkuchen oder Mohnnudeln, wie es in ungarischen Mensen gang und gäbe zu sein scheint. Aber auch solo schmeckt diese Frankfurter Suppe hervorragend

Ungarische Wirsingsuppe – Frankfurti leves

Zutaten für 4 Portionen:
350-400 g Wiener Würstchen
500 g Wirsing
1 mittlere Zwiebel
3 Knoblauchzehen
400 g Kartoffeln
2+3 EL Öl
Salz, Pfeffer
1 gestrichener TL Paprikapulver
1 gestrichener TL getrockneter Majoran
1/2 TL Kümmel
1,4-1,6 l Wasser
150 g Schmand
1 TL Mehl

(1) Zuerst alles schnippeln. Die Würstchen in Scheiben schneiden. Vom Wirsing unschöne äußere Blätter und den Strunk entfernen, dann in dünne Streifen schneiden. Diese Streifen je nach Größe nochmal halbieren oder dritteln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten, die Zwiebel fein würfeln, die Knoblauchzehe in dünne Scheiben schneiden. Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden (ca. 1 cm).
(2) In einem großen Topf 2 EL Öl bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die Würstchenscheiben darin anbraten bis sie etwas Farbe haben. Herausnehmen und zur Seite stellen.
(3) Die Hitze etwas runter stellen und die restlichen 3 EL Öl erhitzen. Darin die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Knoblauchscheiben zugeben und alles etwas Farbe nehmen aber nicht verbrennen lassen. Die Hitze auf mittelhoch stellen und Wirsing und Kartoffeln in den Topf geben und mit anbraten. Paprikapulver, Majoran, Kümmel zum Gemüse geben und pfeffern. Das Wasser aufgießen und salzen. Die Suppe aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze so lange köcheln bis die Kartoffeln gar sind und der Kohl angenehm weich (ca. 15 Minuten). Das kommt ganz darauf an, wie groß oder klein ihr das Gemüse geschnitten habt.
(4) Während die Suppe kocht den Schmand mit dem Mehl klümpchenfrei verrühren.
(5) Wenn das Gemüse gar ist, 2-3 EL der Suppenflüssigkeit mit dem Mehl-Schmand-Gemisch verrühren, so dass sich die Temperatur angleicht. In die Suppe gießen, gut verrühren und noch 2-3 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die angebratenen Würstchen in den Topf geben und nur noch durchwärmen lassen.

Genießen!

Quelle: Street KitchenFrankfurti leves

Ungarische Alltagsküche aus dem Vorratsschrank – Pásztortarhonya

Es gibt doch in jeder Nation so Gerichte, die man notfalls aus dem zusammen basteln kann, was so im Vorratsschrank ist. Diese Hirtengraupen scheinen eine ungarische Variante dessen zu sein. Aber das, was ich hier mit “Graupen“ übersetze, ist nicht das, was wir in Deutschland unter Graupen verstehen, sondern kleine Nüdelchens. Klassischerweise wird dafür ein sehr fester Nudelteig hergestellt, der dann über eine grobe Reibe gezogen, eben zu Tarhonya (gesprochen: Tarhonja) verarbeitet wird. Die Handarbeit macht sich in Ungarn heutzutage aber kaum noch jemand, sondern kauft sie im nächsten Supermarkt (Wer die hier in Deutschland mal kosten will, sucht sie bei Amazon und nimmt die der Firma „Gyermelyi“.). Ich mag sie mittlerweile sehr gerne und bringe sie von jedem Ungarnurlaub mit,obwohl sie in meiner Familie keine große Tradition haben. Wenn ich so überlege, habe ich sie noch nie von meinen Tanten gekocht gegessen…
Dieses Rezept sah ich in einem ungarischen Kochbuch (wo sonst 😉), dass, behaupte ich mal, eher für jüngere Leute geschrieben wurde, die vielleicht Sehnsucht nach Omas klassischer Küche haben.
Es ist ein recht einfaches Rezept, dass mit wenig Zutaten auskommt, die aber wunderbar miteinander harmonieren und ein schön herzhaftes Gericht ergeben. Und zwar so lecker, dass ich es schon mehrfach wiederholt habe. Auch die Eltern fanden es sehr köstlich :-)

Pásztortarhonya – Ungarische Hirtengraupen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g Tarhonya
70 g geräucherter Speck
3 EL neutrales Öl
1 mittlere Zwiebel
1 gehäufter EL Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
2 gehäufte TL Paprikapulver
800 ml heiße Brühe (oder Wasser), evtl. etwas mehr
Salz, Pfeffer
400 g Kartoffeln
100 g Kolbász

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Den Speck würfeln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1-1,5 cm große Würfel schneiden. Die Kolbász in dünne Scheiben schneiden.
(2) 2 EL Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Tarhonya darin bei hoher Hitze braun braten. Herausnehmen.
(3) Die Hitze kleiner stellen und in dem Topf das restliche Öl mit dem Speck zusammen geben. Beginnen, den Speck bei mittel-kleiner Hitze auszulassen und dabei anzubraten. DIe Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten lassen. Das Tomatenmark zufügen und unter Rühren mit anbraten. Dann den Topf vom Herd nehmen, die Knoblauchzehen durch eine Presse gedrückt, und das Paprikapulver zufügen. Gut verrühren und sofort danach mit der heißen Brühe oder Wasser auffüllen. Mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. Die angebratenen Tarhonya wieder in den Topf geben mit abgedeckt bei mittlerer Hitze 8 Minuten kochen lassen.
(4) Nach der Zeit die Kartoffeln und Wurstscheiben zugeben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 25 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dabei öfters umrühren, weil das Essen gerne am Topfboden ansetzt.

Nochmal kosten, ob Salz fehlt und mit einem sauer eingelegten Gemüse oder Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magysr receptem. Lunchbox Kiadó. p48

Wir retten was zu retten ist: Kohl als ungarischen Blumenkohl-Gulasch-Auflauf

Heute ist wieder Rettungstag, aber im Gegensatz zu sonst retten wir kein bestimmtes Fertiggericht, sondern eine ganze Gemüsefamilie, die leider etwas ins Abseits geraten ist. Ich rede von Kohl. Dabei hat Kohl alles, was den Winter kulinarisch erträglich macht: Vitamine, Wohlgeschmack, Saisonalität, lange Haltbarkeit, vielseitige Verwendbarkeit von Salat bis Schmortopf. Ihr seht, Kohl ist tolles Gemüse und es gibt so viele unterschiedliche Sorte, dass für jeden Geschmack was dabei ist. Ich liebe eigentlich jeden Kohl, egal ob Weißkohl, Blumenkohl, Spitzkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Wirsing, Grünkohl! (Und zu allem findet ihr Rezepte über die Suche hier im Blog) Aber heute möchte ich Euch einen einfachen und köstlichen Auflauf mit Blumenkohl aus Ungarn vorstellen. Und damit wir dem Klischee entsprechen, ist natürlich auch Gulasch mit im Spiel *g* Aber dieses Gulasch wird aus Hackfleisch gemacht, weswegen es nicht so ewig lange schmoren muss. Dann werden die Hauptkomponenten nur in der Auflaufform geschichtet und gebacken. Dies kann man sofort tun oder den fertig geschichteten Auflauf abgedeckt in den Kühlschrank stellen, etwa 1 Stunde vor dem Backen dort heraus holen, damit er nicht mehr eiskalt ist und dann ca. 40 Minuten backen. Ihr seht ein wirklich entspanntes Essen in der Zubereitung. Und dabei soo unglaublich köstlich! Ernsthaft, ich hätte mich da rein legen können und verstehe jetzt, wie Leute Gulasch mit Reis essen können *g* Probiert es bitte dringend aus!

Blumenkohl-Gulasch-Auflauf – Rakott karfiol

Zutaten für 2-3 Portionen:

100 g Reis (Basmati oder Langkornreis)
1 kleiner Blumenkohl

Für das Hackfleischgulasch:
1 mittlere Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
300 g Hackfleisch
Salz, Pfeffer
3 TL Paprikapulver edelsüß
1 EL Tomatenmark
1 gute Prise Majoran
150-200 ml Wasser

200 g Saure Sahne
200 g Sahne
Muskatnuss

(1) Den Reis in Salzwasser nach Packungsanweisung gar kochen. Den Blumenkohl in größere Röschen teilen und in wenig Salzwasser oder im Dämpfeinsatz in 10-15 Minuten bissfest garen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein würfeln. Das Hackfleisch in einer heißen Pfanne krümelig braten, wenn es schon etwas die Farbe verloren die Knoblauch- und Zwiebelwürfel zufügen und mit andünsten. Alles salzen  und pfeffern. Die Pfanne kurz vorm Herd nehmen. Paprikapulver und Tomatenmark unterrühren. Die Pfanne wieder auf die  Flamme stellen und bei mittlerer Hitze weitergaren. Majoran und Wasser zufügen. Etwa 15 Minuten schmurgeln lassen.
(3) Den Ofen auf 200°C vorheizen. Eine kleinere Auflaufform mit etwas Öl einfetten.
(4) Als erstes den Reis gleichmäßig in der Form verteilen, darauf das Hackgulasch verteilen und zum Schluss die Blumenkohlröschen. Die Saure Sahne mit der Sahne vermischen, mit Muskatnuss und wenig Salz würzen. Gleichmäßig über dem Blumenkohl verteilen.
(5) Den Auflauf auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Etwa 30 Minuten backen bis er blubbert und obenauf etwas gebräunt ist.

Genießen!

Quelle: NokedlisRakott karfiol

Und als nächstes zeige ich Euch dann wirklich, wie ein Supermarkt-Fertigfutter einfach zu Hause gekocht werden kann und dabei so viel leckerer und kostengünstiger ist! Aber bis dahin könnt ihr bei den anderen Teilnehmern gucken, was sie so leckeres aus Kohl gezaubert haben:

Anna Antonia – Cole-Slaw ganz einfach
auchwas – Grünkohl-Pizza
Barbaras Spielwiese – Gebackener Rosenkohl mit Gorgonzola und Walnüssen
Bonjour Alsace – Sauerkraut im Glas
Brittas Kochbuch – Winterliche Minestrone
Brotwein – Grünkohl-Pesto mediteran mit Oliven und Kapern
Cakes, Cookies and more – Bunter Wintersalat
CorumBlog 2.0 – Rotkrautsalat mit Pistazien
evchenkocht – Kohlroulade auf thailändisch
Fliederbaum – Klassisches Rotkraut
German Abendbrot – Zweierlei Rotkohl: Als Pickle und ganz klassisch
giftigeblonde – Rotkraut auf polnische Art
Katha kocht! – Geschmortes Wildschwein mit Grünkohl und Kartoffeln
LanisLeckerEcke – Cole Slaw
Leberkassemmel und mehr – Überbackener Blumenkohl
madamroteruebe – Herzhafter Wirsingkuchen mit Apfel und Bergkäse
magentratzerl – Kohl hoch zwei
Obers triftt Sahne – Fruchtiger Grünkohlsalat mit Nüssen und Salzzitronen
our food creations – Kale Salad
Schmeckt nach mehr – 5 Grünkohl-Irrtümer und ein Rezept für Grünkohl äthiopisch
Schönes + Leben – Sächsischer Gulasch mit Rotkraut und Kartoffelbrei
Summsis Hobbyküche – Weißkohlcurry
Turbohausfrau – Flammkuchen mit Kohl
Unser Meating – Rote – Bete – Risotto mit Grünkohltopping
Kebo Home – Romanesco Kichererbsensuppe
Rike Grünkohl mit Schweinebauch

Und danke an die Turbohausfrau und die „Giftige Blonde“ für’s ins Leben rufen und organisieren der Rettungstruppe!

Bolognese aus den Bergen – Hirtenmakkaroni aus dem Slowcooker

Bolognese kennen und lieben wir doch alle! Aber wie es scheint, gibt es auch in Italien Varianten davon. Je nach Region und unterschiedlichen Grundprodukten, werden verschiedene Sachen in das Fleischragout hinein gegeben. Im neuen Slowcooker-Buch von Gabi Frankemölle „Langsam kocht (überall) besser“, ist eine Südtiroler Variante vorgestellt, die ich sofort ausprobieren wollte, als der große Nudelschmacht zuschlug. Mit dem neuen Buch kann man übrigens sehr schön einmal um die Welt reisen. Und wenn ich ein paar mehr Rezepte daraus ausprobiert habe, stelle ich es Euch sehr gerne vor!

In dieser Südtiroler Version kommt neben Kochschinken natürlich Tiroler Speck rein und ein paar Erbsen, wahrscheinlich um den Vitamingehalt ein wenig anzuheben. Zum Schluss wird es noch mit ein wenig Sahne verfeinert, wobei ich das ja sehr skeptisch bin. Ich bin einfach kein großer Sahneliebhaber. Aber das stimmt schon alles so. Zu Anfang ist die Sauce noch recht trocken, also bitte nicht erschrecken, aber sobald die Erbsen und Sahne dazu kommt, ist alles schick und geschmeidig. Natürlich könnt ihr die Sauce auch auf dem normalen Herd köcheln, dann würde ich die Vorgehensweise so beibehalten, allerdings etwas mehr Flüssigkeit zufügen und das ganze 45-60 Minuten köcheln bevor die Erbsen und Sahne dazu kommen.

Es war ein wirklich köstliches Gericht, dass es gerne öfters geben darf. Sättigend, würzig, samtig. Perfekt für usselige Wintertage! Wenn die geneigte Leserschaft es mal ausprobiert hat, berichtet mir gerne darüber! Freue mich über Euer Feedback :-)

Hirtenmakkaroni

Zutaten für 3 Portionen:
75 g Tiroler Speck oder Schinken
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
300 g Rinderhack
1 EL Öl
150 g passierte Tomaten
80 ml Gemüsebrühe
75 g gekochter Schinken
1 EL Tomatenmark
Oregano
Salz, Pfeffer
150 g Erbsen (TK)
100 ml Sahne

Slowcooker: 1,5 l
HIGH: 3,5 Stunden
LOW: 6 Stunden plus 30 min auf HIGH

(1) Als erstes alles vorbereiten. Den Speck fein würfeln. Den Kochschinken in mittelgroße Würfel schneiden. Die Zwiebel und Knoblauch häuten und fein würfeln.
(2) Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Speck mit dem Hack, Zwiebel- und Knoblauchwürfeln kräftig anbraten bis es krümelig und nicht mehr rosa ist. In den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Die passierten Tomaten und die mit dem Tomatenmark verrührte Gemüsebrühe angießen. Die Kochschinkenwürfel unterrühren. Mit etwas Oregano und ruhig kräftig mit Pfeffer würzen. Nur wenig salzen, da der Speck, Schinken und Brühe schon würzig sind.
(4) Deckel auflegen und auf Stufe HIGH 3 Stunden (auf LOW 6 Stunden) garen.
(5) Die Erbsen in einem Sieb auftauen, in dem sie mit kochendem Wasser übergossen werden. Gut abtropfen lassen. Nach der Garzeit die aufgetauten Erbsen und die Sahne in den Topf geben. Gut unterrühren. Deckel rauf und weitere 30 Minuten auf HIGH erhitzen.

Zu kurzen Makkaroni servieren und mit etwas Parmesan bestreuen.

Genießen!

Quelle: Frankemölle, G. (2017): Langsam kocht (überall) besser. p 40

Asiatisches Lemon Chicken aus dem Slow Cooker

Der kleine Slowcooker möchte auch gerne im Sommer arbeiten, aber auf schwere Schmorgerichte à la Bœuf bourguignon habe ich da eher keine Lust. Wobei Gulasch geht in diesem halbungarischen Haushalt immer *g* Aber in der warmen Jahreszeit darf es auch gerne was leichteres, asiatisch angehauchtes sein. Nun denkt man bei asiatischen Essen eher an schnelle, kurzgegarte Wokgerichte, aber auch im Slow Cooker lassen sich einige Sachen zubereiten.

Das habe ich gelernt, als es das Buch „The Asian Slow Cooker“ mal bei Amazon als Kindle-Version im Angebot gab. Dort hat die gestresste Mutter Kelly Kwon die Gerichte ihrer Kindheit in stressfreie Varianten für den Slowcooker umgewandelt, die auch gut kochbar mit Baby sind. Und da sind ein paar schöne Rezepte drin, die ich gerne noch ausprobieren will :-) Als erstes habe ich dieses Zitronenhühnchen ausprobiert, weil mit Zitronen kriegt man mich immer! Ich hab das Rezept für den kleinen Slowcooker umgewandelt, weil ich alleine dann doch keine 4 Portionen essen möchte *g* Dies ist jetzt kein Gericht, für das nur alle Zutaten in den Slowcooker geschmissen werden, es muss ein bisschen was vorbereitet werden. Aber auch das dauert nicht ewig und das Ergebnis ist es wirklich wert. Zartes Hühnchen in würzig-zitroniger Sauce. Und durch den Slowcooker hat man noch Zeit eine köstliche Beilage zu zaubern, die ich Euch dann am Freitag vorstelle :-)

Lemon Chicken aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 Portionen:
2 halbe Hähnchenbrustfilets (300-350 g)
3 EL + 1 EL Maisstärke
Salz, Pfeffer
2 EL neutrales Öl
1 Knoblauchzehe
2 cm frischer Ingwer
60 ml (1/4 cup) Sojasauce
50 ml Brühe
2 TL Honig
1 TL Sesamöl
1,5 EL Reisessig
1,5 EL Zitronensaft
Zeste von 1/2 Zitrone
1,5 EL kaltes Wasser

Garnitur:
gerösteter Sesam
Frühlingszwiebel in Röllchen

Slowcooker: 1,5 l
Stufe: LOW
Zeit: 3 Stunden

(1) Das Hähnchenbrustfilet waschen, trocken und in mundgerechte Würfel schneiden. In einem großen Gefrierbeutel die 3 EL Maisstärke mit Salz und Pfeffer mischen. Die Hähnchenwürfel hinein geben und gut schütteln bis sie mit der Stärke bedeckte sind. Herausnehmen und dabei die überschüssige Stärke gut abschütteln.
(2) In einer großen Pfanne das neutrale Öl erhitzen und die Hähnchenwürfel bei hoher Hitze von allen Seiten in 2-3 Minuten leicht braun braten. In den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Knoblauch und Ingwer von Schale befreien und fein reiben. In eine kleinere Schüssel geben. Mit der Sojasauce, Brühe, Honig, Sesamöl, Reisessig, Zitronensaft und -zeste gut verrühren. Über das Fleisch in den Slowcooker geben. Deckel drauf und auf Stufe LOW  insgesamt 3 Stunden schmurgeln lassen.
(4) 15-20 Minuten vor Ende der Kochzeit den übrigen Esslöffel Stärke mit den 1,5 TL Wasser verrühren und unter das Fleisch rühren. Auf HIGH stellen und so lange köcheln lassen bis die Sauce andickt. Das ging hier ziemlich schnell.

Mit geröstetem Sesam und Frühlingszwiebelröllchen bestreut auf Reis servieren.

Genießen!

Quelle: nach Kwok, K. (2016): The Asian Slow Cooker. Page Street Publishing Co.

Würzige Empanadas – Perfekt für Picknicks

Sommer ist nicht nur Gartensaison, auch Ausflugs- und Picknicksaison! Nun muss ich gestehen, dass ich das viel zu selten machen. Alleine macht das irgendwie wenig Spaß und alle ausflugswilligen Leute leben zu weit weg *seufz* (Ja, einmal Mitleid bitte! *g*). Aber vielleicht habt die geneigte Leserschaft, die sich für Picknicks erwärmen kann und die ihr dann kulinarisch verwöhnen könnt.

Für Ausflüge eignen sich natürlich Gerichte besonders gut, die aus der Hand gegessen werden ohne eine Riesensauerei zu veranstalten. Und das sind diese Empanadas, die ich auf den Videokanal eines ungarischen Kochmagazins sah. Ich war sofort gefesselt und habe die komplette Menge gemacht (und den Kollegen noch etliche am nächsten Tag mitgebracht, die sehr begeistert waren). Ja, die Zubereitung ist etwas aufwendiger, aber es lohnt sich! Und im Sinne des allgemeinen Kräftesparens kann die Füllung auch schon am Vortag zubereitet werden und wartet dann geduldig im Kühlschrank auf ihren Einsatz. Der Teig ist ein leichter Hefeteig, der durch Paprikapulver schön würzig wird. Er lässt sich wunderbar verarbeiten, klebt nicht an der Arbeitsfläche, reißt nicht leicht. Ein wirklich schöner Anfängerteig. Die Schärfe der Füllung könnt ihr je nach Vorliebe variieren, ich als bekennende Scharfmimose nehm nur die Minimalstdosis Chili und Cayennepfeffer, fand aber den Zimt und Muskatnuss darin sehr spannend! Ich hab bei den ersten Empanadas zu viel Füllung in den Teig gegeben, so dass es schwieriger war sie zusammen zu klappen, versucht einfach ein gutes Mittelmaß zu finden, dass nicht zuviel Teig um ein bisschen Füllung ist, die Tasche sich aber auch gut schließen lässt.

Wenn die Arbeit getan und die Empanadas fertig gebacken sind, steht dem kulinarischen Genuss nichts mehr im Weg. Knusprig außen, würzig-herzhafte Füllung! Probiert die unbedingt mal aus!

Würzige Empanadas

Zutaten für 2 Bleche:

Für den Teig:
500 g Mehl
1 TL Trockenhefe
1 TL Paprikapulver edelsüß
2 TL Salz
200 ml lauwarmes Wasser
100 ml Olivenöl

Für die Füllung:
250 g Champignons
1 Zwiebel
2-3 Knoblauchzehen
1/2 Chili
2 EL Öl
350 g Hackfleisch (Rind oder gemischt)
Salz, Pfeffer
1 Prise Zimt, gemahlen
1 Prise Koriander, gemahlen
1 Prise Muskatnuss, gemahlen
Cayennepfeffer, Menge nach Schärfevorliebe
2 El Tomatenmark
3 EL Wasser
1 EL Worchestershiresauce
100 ml Rotwein
1 Bund Petersilie

1 Ei zum Bestreichen

(1) Für den Teig das Mehl mit der Trockenhefe, Salz und Paprikapulver verrühren. Das Öl und das Wasser zugeben und alles in etwa 5 -10 Minuten per Hand zu einem festeren Teig kneten. Falls er noch zu feucht ist, eine Winzigkeit Mehl zufügen, wenn er zu trocken ist, ein paar Spritzer Wasser. Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt an einem zugfreien Ort (z.B. ausgeschaltetem Herd bei geschlossener Tür) 1 Stunde gehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. (Kann auch schon am Tag vorher geschehen und dann im Kühlschrank lagern.) Zuerst das Gemüse vorbereiten: Pilze putzen, Ende vom Stiel ab- und dann in Würfel schneiden, die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein würfeln. Soviel von der Chili fein würfeln wie gewünscht. Danach sofort die Hände gründlich waschen, damit man sich nicht ausversehen in den Augen reibt! Die Petersilie fein hacken.
(3) 1 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Pilze darin scharf anbraten bis sie braun sind. In eine Schüssel füllen und zur Seite stellen. Den übrigen 1 EL Öl erhitzen und das Hackfleisch darin bei hoher Hitze krümelig anbraten, ein wenig mit Salz und Pfeffer würzen. Während das Fleisch so halb durch ist, Zwiebel, Knoblauch und Chili zufügen. Mit Salz, Pfeffer, Zimt, Koriander, Muskatnuss und etwas Cayennepfeffer würzen. Das Tomatenmark mit den 3 EL Wasser unterrühren. Die Pilze wieder zugeben. Mit Worcestershiresauce und Rotwein ablöschen. Alles gut verrühren und ca. 15 Minuten offen bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Flüssigkeit fast verdampft ist und alles sehr dickflüssig ist. Die gehackte Petersilie unterrühren. Die ganze Masse zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(4) Den Ofen auf 180°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen. Das Ei in einer Tasse geben und gut verschlagen. In einer anderen Tasse etwas Wasser geben.
(5) Wenn der Teig gegangen ist, halbieren. Eine Hälfte auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen. Mit einem Schälchen Kreise von etwa 12 cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis etwa 1 Esslöffel der Füllung geben. Einen Finger in die Wassertasse tauchen und den Rand der Empanadas bestreichen. Zusammenklappen und den Rand gründlich mit Hilfe einer Gabel nach unten drücken, um ihn zu verschließen. So mit allen Empanadas verfahren und sie auf das Blech setzen. Diese dann mit dem verschlagenen Ei bestreichen. In die Mitte des vorgeheizten Ofens geben und in 20-25 Minuten goldbraun backen. Mit der zweiten Hälfte vom Teig genauso verfahren und backen.

Etwas abkühlen lassen und mit einem frischen Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös Zé magazinEmpanada

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