Archiv der Kategorie: Geflügel

So unglaublich zart – General Tsos Hähnchen aus dem Slowcooker

Der Urlaub ist vorbei und ich bin wieder zurück in meinem Göttinger Alltag. Auch nicht verkehrt :-) Aber jetzt wieder mehr Planung beim Essen und da leistet der Slowcooker immer noch richtig gute Dienste. Schon vor einiger Zeit probierte ich ein asiatisches Gericht aus, dass wahrscheinlich in Amerika erfunden wurde. In einer Slowcooker-Facebook-Gruppe wurde öfters nach General Tsos Hähnchen gefragt und vorgeschwärmt. Na, in so einem Fall bin ich doch gerne Lemming und folgte dem Link so Gabis „Crocky-Blog„. Hört sich einfach an und köstlich! Die Zutaten gefallen mir und auch nix dabei, was ich nicht essen würde. Da ich jetzt keine Familie zu versorgen, halbierte ich das Rezept einfach und köchelte es in meinem kleinen Slowcooker.

Ich war ja so ein bisschen skeptisch. Ein eigentlich schnelles Wok-Gericht sollte ewig im Slowcooker schmurgeln? Aber Oh!Mein!Gott! das Hühnchen war soo unglaublich zart! Ich habe noch nie zarteres Hähnchenfleisch gegessen. Es fiel förmlich auseinander! Auch die Sauce ein Träumchen und alles so unkompliziert zuzubereiten! Das wird es definitiv öfter geben! Kann es nur jedem Slowcooker-Besitzer ans Herz legen!

Dazu empfiehlt sich Reis und ein ich habe noch ein paar gedämpfte Zuckerschoten gemacht. Passte ausgezeichnet!

Und jetzt husch-husch in die Küche mit Euch!

General Tsos Hühnchen aus dem Slowcooker

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
400 g Hähnchenbrustfilet
25 g Speisestärke
Prise Knoblauchgranulat (oder 1/2 kleine, frische Zehe gepresst)
gute Prise Salz
Prise Pfeffer
2 EL Öl

Für die Sauce:
2 EL Hoisin-Sauce
2 EL Sojasauce
2 EL Reisessig
2 EL süße Chilisauce
75 ml Wasser
1/2 Knoblauchzehe, gepresst

Zum Servieren:
gehackte Frühlingszwiebeln (*ähem* vergessen)
Gemüsebeilage nach Wahl
gekochter Reis

Slowcooker 1,5 l
Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Garzeit: 4 Stunden auf LOW

(1) Das Hähnchenbrustfilet in mundgerechte Stücke schneiden und in einen größeren Gefrierbeutel geben. Speisestärke mit dem Knoblauchgranulat, Salz und Pfeffer mischen, über das Fleisch geben und gut schütteln bis es sich wie eine Schicht um das Fleisch gelegt hat.
(2) Das Öl in einer Pfanne sehr heiß werden lassen. Überschüssige Speisestärke vom abschütteln und die Fleischstücke im heißen Öl kurz rundum hellbraun braten. Das Fleisch darf innen noch roh sein, es geht nur um die leichte Kruste auf der Außenseite! Hähnchenstücke in den Einsatz des Slowcookers geben.
(3) Alle Zutaten für die Sauce verrühren und zu 2/3 über das Fleisch im Slowcooker gießen. Einmal kurz rühren. Reste Sauce aufbewahren.
(4) Den Deckel aufsetzen und auf LOW 4 Stunden garen. Die restliche Sauce dazu geben und eventuell mit etwas Wasser verdünnen, falls die Sauce zu dick ist.

Mit Reis servieren und gehackten Frühlingszwiebeln garnieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogAus dem Slowcooker: General Tsos Hühnchen

Und ich glaube, demnächst versuche ich mal den Klassiker der ungarischen Küche, Paprikahähnchen in einer Slowcooker-Version zu basteln.

Hühnerbrühe aus dem Slowcooker

So eine Hühnerbrühe brauche ich öfter mal. Da kommen wieder die ungarischen Gene durch. Dort gibt es jeden Sonntag eine klare Fleischbrühe als Vorsuppe und ich befürchte, dass ist nicht nur bei unserer Familie Tradition, sondern in ganz Ungarn. Und gerade für solche Brühen ist der Slowcooker wirklich ideal! Das Fleisch bleibt richtig zart, weil die Suppe nie wallend aufkochen wird. Und das Gemüse hat keine Chance zu verkochen! Und wie gesagt, für mich sehr entspannend, ich muss nicht drauf achten und kann in Ruhe anderen Sachen widmen: Aufräumen, Balkon bepflanzen, das Sofa bekuscheln. Demnächst möchte ich mich mal an asiatische Brühen wagen … Mal gucken, wie das enden wird *g*

Es ist so einfach, aber sofort wird Hühnerbrühe nur noch so gekocht! Probiert es ruhig aus, wenn ihr so ein Gerät Euer eigen nennt :-)

Hühnerbrühe aus dem Slowcooker

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 Zwiebel
1 Bund Suppengrün
oder
2 Karotten
1 Stück Knollensellerie
1 Stange Porree
1-2 Petersilienwurzeln
oder
einige Stengel Blattpetersilie
2 getrocknete Tomaten
1 handvoll getrocknete Pilze
2 ganze Hühnerkeulen
2 TL Pfefferkörner
1-2 Lorbeerblätter
3-5 Pimentkörner
Salz

Slowcooker 3,5 Liter

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Von der Zwiebel das Wurzelende abschneiden, aber die Schale dran lassen. Die Zwiebel waschen und vierteln. Die Möhren, Knollensellerie und wenn genutzt wird Petersilienwurzel schälen und in mittelgroße Stücke schneiden. Den Porree in dicke Scheiben schneiden. Alles Gemüse gut waschen.
(2) Das Gemüse mit den getrockneten Tomaten, Pilzen, Gewürzen in den Keramikeinsatz des Slowcookers geben. Ein wenig salzen. Obenauf die gewaschenen Hühnerkeulen legen. Mit kaltem Wasser bedecken.
(3) Deckel drauf und 6-8 Stunden bei LOW köcheln lassen.
(4) Das Fleisch und die Gemüse mit einem Schaumlöffel rausholen. Die Brühe durch ein Sieb in einen neuen Topf gießen. Das Fleisch aus den Keulen lösen.

Entweder gleich essen oder auf bevorzugte Art und Weise bevorraten (einfrieren oder einkochen).

Genießen!

Und was wurde jetzt daraus? Ich habe sie tatsächlich nur als reine Suppe gegessen, allerdings noch etwas gepimpt. Noch ein paar Hackklößchen aus dem Tiefkühler darin aufgetaut, noch die obligatorischen Nüdelchens gekocht und einen Teil des gekochten Hühnerfleischs. Hach! Das kann man tatsächlich öfter so essen … *verzücktlächel*

Unser Sonntagsessen: Hähnchenleber Berliner Art ~ A mi vasárnapi ebéd: Csirkemáj Berlini módra

Mir war nach Familie und sehr stark nach Sonntagsessen in der Familie. Nun ist das Problem, dass die Familie 440 km von mir entfernt. Ein traditionelles Sonntagsessen bei uns ist gebratene Hähnchenleber, ich sag mal mutig Berliner Art, mit Apfel und Zwiebel. Als Beilage gab es bei Reis mit Erbsen dazu, von uns Risibisi genannt (und ja, ich weiß, dass das italienische Original etwas anders gemacht wird). Dafür wird einfach gekochter Langkornreis mit Butter, Petersilie und Erbsen (in unserem Fall – ganz wichtig – Dosen-Erbsen, alle anderen können die TK-Erbsen zwei Minuten im Reiswasser mitkochen) vermischt. Und höchstwichtig ist der Möhrensalat dazu. Und auch da geht nur Frau Mamas Version :-)

Also fix noch die Leber gekauft, der Rest der Zutaten ist eh immer im Vorrat. Und es ist unkompliziert zu machen. Einzig bei der Leber darauf achten, dass sie nicht zu lange brät, sonst wird sie unangenehm hart. Auch alle Leberstückchen ruhig nochmal durch gucken vor dem Braten, ob vielleicht doch eine Galle dran vergessen wurde. Wenn ja, zusammen mit den Sehnen und Fettbobbeln wegschneiden, sonst wird die Leber bitter. Und das will ja niemand! Auch salzen wir unsere Leber immer erst nach dem Braten, eben damit sie nicht hart, aber habe jetzt schon öfter in Rezepten gelesen, dass sie vorher gesalzen wird. Die Traute es auszuprobieren, hatte ich noch nicht … Jedenfalls war es ziemlich einfach die Leber vor- und zuzubereiten. Nicht halb so eklig wie ich dachte. Eigentlich gar nicht, wenn man sich erst an die etwas wabbelige Konsistenz der Leber gewöhnt hat. Auch das Braten ging schnell: mehlieren, in die heiße Pfanne geben, einmal umdrehen, wenn es unten knusprig ist und unter dem Deckel wenige Minuten zu Ende garen lassen. Voila! Tat wirklich gut mal wieder Familienessen zu haben, wenn auch leider ohne Familie…

Hähnchenleber Berliner Art

Zutaten für 3 Portionen:
400 g Hähnchenleber
2 Zwiebeln
1/2 Apfel
1+2 TL Butterschmalz
Salz
Mehl

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Die Leber waschen und putzen. Dafür größere Fettstücke wegschneiden und wenn noch Galle (die sieht grünlich aus, sollte aber eigentlich nicht mehr dran sein) diese auch definitiv entfernen, weil sonst die Leber bitter schmecken wird. Die Zwiebel häuten und in Halbringe schneiden. Den halben Apfel entkernen und in mitteldicke Spalten schneiden.
(2) In einer mittelgroßen Pfanne auf die ein Deckel o.ä. passt, auf dem Herd heiß werden lassen. 1 T Butterschmalz darin schmelzen lassen. Erst die Zwiebeln ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten, dabei ein wenig salzen, sie sollten aber nicht zuviel Farbe nehmen. Die Apfelspalten für 2 Minuten mit dazu geben. In eine Schüssel geben. Die Pfanne mit Küchenkrepp einfach nur auswischen.
(3) Den Herd wieder auf hohe Hitze stellen. Das restliche Butterschmalz in der Pfanne schmelzen. Einige Esslöffel Mehl in einen Gefrierbeutel geben und die vorbereitete Leber in dem Beutel schütteln, bis sie von allen Seiten mehliert sind. Die Leber vorsichtig in die Pfanne geben, es spritzt! Die Leber ca. 5 Minuten braten ohne sie zu bewegen bis oben etwas Fleischsaft raus kommt. Pfanne vom Herd nehmen, Flamme auf mittlere Hitze runter stellen und die Leberstückchen umdrehen. Vorsicht, die können auch jetzt immer noch spritzen! Zum Schluss die Zwiebel-Apfel-Mischung auf der Leber verteilen. Auf den Herd zurück stellen. Deckel drauf und noch ca. 5 Minuten braten lassen bis die Leber gar aber noch nicht zu trocken ist. Die Äpfel und Zwiebel sollten jetzt auch angenehm weich sein.

Erst zum Schluss salzen, da die Leber angeblich hart wird, wenn man es vorher macht.

Zusammen mit Risibisi und Möhrensalat servieren. Es geht aber auch Kartoffelpüree oder Kartoffel-Möhren-Gemüse.

Genießen!

Quelle: Familienzubereitung

Möhrensalat

Zutaten für 3 Portionen:
1/2 Bund Möhren
1/2 Apfel
1 handvoll Rosinen
1/2 Bio-Zitrone, Saft und Schale
ein Schluck neutrales Öl
Prise Salz
2 Prisen Zucker

(1) Die Möhren putzen und schälen, den Apfel entkernen und vierteln. Beides entweder per Hand oder mit Hilfe einer Küchenmaschine fein raspeln.
(2) In der Schüssel die Rosinen, Saft und Schale der Bio-Zitrone unterrühren. Einen Schluck Öl dazu geben (erleichtert die Vitaminaufnahme), dann mit Salz und Zucker würzen.
(3) Abgedeckt mindestens 1 Stunde ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Familienrezept

*********************** Magyar ***********************

Szerintem az a legjobb hogy egy állatnak már meg kell halni hogy mi megehetünk, akkor fel is kell használni az egész állat. Egy csirkének nincsen csak mellfilé, van is szárnya és lába és a zsiger. Az amit én a legjobban szeretem az a csirkemáj. Nem túl sokat kell rajta pucolni és még gyorsan is főz. Nagyon imádom a reszelt máj módra, de a mi családunk hagyományosan inkább a Berlini módra. Ez az jelent hogy a máj mellett még sül alma és hagyma. Mellé eszünk rizibizi és répa saláta ahogyan anyukám szokta csinálni :) Nagyon kellet egy kis családi vasárnapi ebéd, csak kár hogy a család 440 km tölem lakik … De komolyan, próbáljatok a zsenge csirkemáj így, nagyon guszta!

Sült csirkemáj Berlini módra

Hozzávalók 3 adagra:
400 g csirkemáj
2 hagyma
1/2 alma
1+2 tk olaj vagy zsir
liszt

(1) A csirkemájok mossunk és pucolunk. Levágjunk a zsirt és ha még rajta van az epe is. Ha az epe maradt az egész máj keserü lesz. Nem akarjuk.
(2) A hagymátrol lehuzunk a héját, az almából kivágjuk a csutkát. A hagymát felezünk és szeletelünk mindketten. Egy serpenyőben melegítünk közepes-magas lángon. 1 teáskanál zsir olvasztunk. Előszór dinsztelünk a hagyma egy pár percig, hozzá adjuk az almaszeletek. Kevés percig sütjük. Hozzunk ki és félre teszünk egy kis tálban. A serpenyőt gyorsan ki törölünk.
(3) A májak gyorsan lisztezünk. A maradék zsírt olvasztunk magas lángon a serpenyöben. Óvatosan beteszünk a májak, ne hogy elégünk magunk a forró olajon. 5 percig hagyunk sütni magas lángon. Lehúzzunk a serpenyöt a tüzröl és gyorsan fordítunk a májat. Elosztunk a hagymát és almát a máján, lefedezünk és még egyszer 5 percig sütünk. Sózunk.

Hozzá illik rizibizi vagy burgonyapüré, saláták.

forrás: családi recept

Jó étvágyatok!

Répa saláta anyukám módra

Hozzáválok 3 adagra:
1/2 köteg répa
1/2 alma
1/2 pohár mazsóla
1/2 Bio citrom, héja és lé
kis kortyor olaj
1 csipet só
2 csipet cukor

(1) A répat pucolunk. az almát is. Mindketten finoman reszelünk, kézel vagy gépel.
(2) Hozza adunk a többi hozzávalók és jó össze keverünk.
(3) Lefedve hagyunk minimum 1 orát állni.

forrás: családi recept

Jó étvágyatok!

Weihnachten 2014: Weihnachtsessen Teil II – Brathähnchen mit Semmelknödelfüllung nach Plachutta

Der Plan zum Weihnachtsessen bestand ja aus einem Brathähnchen mit Beilage. Und eigentlich sollte es auf ungarische Art gefüllt werden, aber Frau Mama erblickte im „Goldenen Plachutta“ eine Hähnchen mit Brioche- oder Semmelfüllung und so war der Plan obsolet *g* Nun hat der Norddeutsche an sich es ja nicht so mit Klößen oder Knödeln. Zumindest bei uns in der Familie werden sie nicht wirklich gemacht und kann mich auch an keine von der besten deutschen Oma von allen erinnern. Dementsprechend kommt uns auch wirklich nienicht Knödel als Beilage in den Sinn, wenn es um die sonntägliche Essensplanung geht. Was sich in diesem Fall als fatal heraus stellte. Ich hatte mich schon beim Lesen des Rezeptes gewundert, warum Herr Plachutta soviel Brot in der Füllung benutzt. Und Herr Papa wollte unbedingt Leber in der Füllung haben, also bekam er sie. Angeblich, um mehr Geschmack zu haben. Aber mir ließ der Gedanke an die Menge der Füllung und warum sie noch extra gegart werden sollte, keine Ruhe. Dann, als Frau Mama das Hähnchen am ersten Weihnachtsfeiertag zubereitete, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die restliche Füllung soll die Beilage sein! Ein Serviettenknödel! Meine Güte, wie konnten wir nur so blind sein! Aber es war zu spät, die Leber war drin, die Kartoffeln als ursprüngliche Beilage waren auch schon geschält. So wurde von der Knödelfüllung nur wenig gegessen und es gab bunten Kartoffelbrei (mit Brokkoli und Möhre drin) sowie einfach gekochten Rosenkohl als Beilage zum wirklich köstlichen Hähnchen! Leider habe ich es auch verpeilt das ganze Hähnchen nochmal phototechnisch zu dokumentieren. Und deswegen gibt es heute auch kein Rezept, ich muss es einfach nochmal selbst kochen, um Euch (und mir) Bilder von den einzelnen Stadien zu machen und von eventuellen Problemen, die auf dem Weg liegen könnten, berichten kann. Hat ja nicht jeder automatisch viel Knödelerfahrung, also zumindest ich nicht *g* Aber trotzdem wollte ich Euch den Teil des Weihnachtsessens nicht vorenthalten, weil köstlich war es allemal. Saftiges, knuspriges Hähnchen mit einfachen, aber leckeren Beilagen. Da brauch ich kein Fünf-Gänge-Menü :-)

Weihnachten 2014: Weihnachtsessen Teil I – Leberknödelsüppchen nach Plachutta

 1. Weihnachtsfeiertag! Ausschlafen, den Baum noch weiter bewundern, gemütlich mit dem Essen basteln beginnen. Weihnachtsessen sind bei uns eher unaufwendiges Comfort Food anstatt aufwendige Fünf-Gänge-Menüs. Es darf aber trotzdem was Besonderes, Festliches sein, eben sonntagsessenwürdig. Außerdem mögen wir es nicht, wenn wir noch eine Woche von den Resten essen müssten, also planen wir meist relativ genau. Der Plan für das diesjährige Weihnachtsessen beinhaltete:

  • Vorspeise: Hühnerbouillon mit Leberknödelchen nach Plachutta
  • Hauptgang: Brathähnchen mit ebenfalls nach Plachutta inspirierter Semmelknödelfüllung
  • Nachtisch (Dessert sieht anders aus *g*): Vanillepudding mit im Sommer selbsteingeweckten Gewürz-Heidelbeeren

Heute dann erst die Vor- und Nachspeise. Als meine Eltern zu meinem Geburtstag Mitte Dezember hier waren, entdeckte Frau Mama den Herrn Plachutta für sich, als ich ihr das Buch „Meine Wiener Küche“ von dem österreichischen Haubenkoch in die Hand drückte. Das Buch brachte mir der Coladieb von seinem Wien-Besuch im Sommer mit und wie ich jetzt erst sah, ist es sogar signiert. Huch. Jedenfalls lachte Frau Mama das Leberknödel-Rezept an und so wurde die geplante Brühe, um diese Einlage erweitert. Um den ersten Feiertag arbeitstechnisch zu entzerren, wurden die Nockerl schon am Sonntag vorher zubereitet und portionsweise eingefroren. Funktionierte 1a! Also keine Ausreden mehr, dass es so aufwendig sei schöne Suppeneinlagen zu basteln, einmal eine größere Menge herstellen, einfrieren und für die nächsten Süppchen perfekt vorbereitet sein!

Während ich mich um den vorweihnachtlichen Entenbraten mit Beilagen kümmerte, bastelte Frau Mama die Lebernockerl (hach, diese österreichischen Wörter immer *verzücktsei*). Nur sind sie etwas gröber geraten als eigentlich gedacht, weil ich schätze, dass Frau Mama ein paar kleine aber wichtige Worte überlas ;-) Aber nicht schlimm, sie waren auch soo unglaublich lecker, dass ich mich/wir echt zusammenreißen musste, nicht alle Knödelchen sofort zu essen. Und ich war nicht die einzige, der es so ging *g* Fluffig, würzig, süchtigmachend! Ich hoffe, ich werde sie öfter in klaren Suppen vorfinden!

Lebernockerl/Leberknödel

Zutaten für 4 Personen als Vorspeisensuppe-Einlage:
1/2 Zwiebel, feingehackt
1 EL Butter zum Anschwitzen
1/2 Brötchen/Semmel oder 25 g Weißbrot
100 g Hähnchenleber
30 g Butter
1 Ei
20 g Semmelbrösel
1/2 Knoblauchzehe, gepresst
1 EL Majoran
1 EL Petersilie, gehackt
Salz, Pfeffer

(1) Die Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Etwas abkühlen lassen.
(2) Semmel/Weißbrot in kleinere Würfel schneiden und in etwas kaltem Wasser einweichen, gut ausdrücken. Leber in feine Würfel schneiden (oder auf dem Brett schaben). Mit den Zwiebeln, ausgedrücktem Brot und den restlichen Zutaten und Gewürzen gründlich verrühren. Im Kühlschrank ca. 30 Minuten quellen lassen.
(3) Salzwasser in einem breiten Topf aufkochen lassen, auf mittlerer Hitze zurück stellen. Das Wasser sollte nur leicht sieden.
(4) Je nachdem welche Größe die Nockerl haben sollen, mit Hilfe von zwei nassen Tee- oder Suppenlöffeln Nocken aus der Masse abstechen. Den Teig von Löffel zu Löffel schubsen, indem man immer wieder hinter die Masse auf dem Löffel schiebt. So wird die Luft aus der Masse gedrückt und sie damit kompakter. Die Chance, dass die Knödelchen zerfallen, sinkt. Probeweise ein Leberknödel in das Wasser geben und garen, um zu testen, ob sie auch zusammen halten.
(5) Portionsweise die Knödel in ca. 8 Minuten garen, je nachdem welche Größe sie haben.

Zum Servieren in hausgemachte, klare Hühner- oder Rinderbrühe geben. Göttlich!

Quelle: nach Plachutta E., Plachutta M. (2008): Meine Wiener Küche. Christian Brandstätter Verlag. 3. Auflage 2011. p 49

Und hier dann noch die Dokumentation des Nachtischs. Nein, Dessert kann man das nun wirklich nicht nennen, aber einen guten altmodischen Nachtisch. Nachdem Herr Papa und Zwerg erst skeptisch waren, ob der Heidelbeeren, waren sie nach dem Kosten umso begeisterter! Den kommenden Sommer müssen definitiv mehr Gewürz-Heidelbeeren nach diesem Rezept eingekocht werden!

Hähnchen-Gyros mit Coleslaw

Sabine ist schuld! Seit sie in ihrer „Szenen einer Ehe„-Rubrik von Gyros erzählte, gelüstete mich danach! Ich hatte schon viel zu lange kein dönerähnliches Gericht. Der Plan war also gefasst! Es schlummerte noch eine ganze Hähnchenbrust im TK, die ich dafür verwenden wollte. Dass sich zwei Tage spontan eine Planänderung ergab und ich ein bisschen des Dönertiers verspeiste, war nicht abzusehen. Aber zumindest das Sonntagsessen sollte bleiben, also weiterhin Hähnchen-Gyros mit buntem Coleslaw, Tzatziki und Reis.

Prinzipiell ist es auch einfach und schnell gemacht. Für Leute, die auf ihre Kräfte und/oder Zeit achten müssen, lässt sich die Arbeit auch wunderbar entzerren. Das Gyros am Besten am Abend vorher in die Gewürzmarinade einlegen, die dann im Kühlschrank vor sich hinzieht. Tzatziki und Coleslaw habe ich am Morgen in einem Anfall von „wenn-ich-schonmal-wach-bin-kann-ich-auch-kochen“ gemacht. Danach konnte ich in Ruhe Löwenzahn gucken und musste mittags nur noch den selbstkochenden Reis aufsetzen (Ich liebe meinen kleinen Reiskocher!) und schnell das Gyros braten. Fertig! Ein wunderbares Sonntagsessen stand auf dem Tisch :-)

Das Gyros ist wirklich empfehlenswert! Es duftete schon beim Marinieren wie vom Griechen! Gebraten war es wunderbar zart, würzig, scharf. Für mich ein µ zu scharf (das nächste Mal weniger rosenscharfen Paprika), aber ich bin ja auch echt ’ne Scharf-Mimose, der Normalschmeckende bleibt bei der Menge an Paprikapulver. Das macht sich bestimmt auch gut als Snack in einem Stück Fladenbrot!

Hausgemachtes Hähnchen-Gyros

Zutaten für 2-3 Portionen:
2 große Hähnchenbrustfilets (oder 1 ganze) (≅500 g)
6 EL Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
2 Knoblauchzehen, gepresst
1,5 EL Petersilie, gehackt
2 TL Zwiebelpulver (oder 1 frische in dünne Streifen)
1 EL Paprikapulver, edelsüß
1,5 TL Paprikapulver, rosenscharf
1 TL Oregano, getrocknet
1 TL Kreuzkümmel/Cumin, gemahlen
Prise Zimt
1/2 TL Pfeffer
1/2 TL Salz

(1) Das Fleisch waschen und trocken tupfen. In dünne Streifen schneiden. In eine verschließbare Schüssel geben.
(2) Die restlichen Zutaten zum Fleisch geben und gut vermischen. Im Kühlschrank mindestens 4 Stunden, besser über Nacht marinieren lassen.
(3) Am nächsten Tag eine große Pfanne bei hoher Hitze warm werden lassen. Das Fleisch ohne extra Fettzugabe bei mittelhoher Temperatur braten bis es gar und braun ist.

Genießen!

Quelle: Hamburg kocht!Gyros

Beim Coleslaw orientierte ich mich am Rezept von Jamie Oliver aus seinem wunderbaren „Jamie at home„-Buch. Es wurde nicht eins zu eins übernommen, aber es wird auch zu eigenen Versionen je nach Vorratslage ermutigt. Knackig, würzig, schön bunt für graue Novembertage. Im Gegensatz zur uramerikanischen Version, wo nur Mayo dazu kommt, hat der Jamie ein Joghurtdressing mit Senf und frischen Kräutern benutzt. Wirklich lecker! Passt nicht nur zu Gyros, auch zu einen Brathähnchen oder schönem Braten von Schwein oder Rind. Vielfältig einsetzbar, köstlich und gesund.

Bunter Winter-Coleslaw nach Jamie Oliver

Zutaten für 4-6 Portionen:
200 g Spitzkohl
200 g Rotkohl
3 Radieschen
2 kleine Möhren
1 kleines Stück Knollensellerie
2 Frühlingszwiebeln

Für die Salatsauce:
3 EL Joghurt
3 TL Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
Prise Zucker
1,5 TL Petersilie, gehackt
1,5 TL Dill, gehackt

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen. Mit einem Hobel oder Küchenmaschine in feine Streifen schneiden. Radieschen von Blättern und Wurzelende befreien, Möhren und Knollensellerie schälen. Alles grob reiben. Von den Frühlingszwiebeln das Wurzelende abschneiden und in feine Ringe schneiden. Alles zum Kohl geben.
(2) In einem Schüsselchen den Joghurt mit dem Olivenöl, Zitronensaft, Senf, Salz, Pfeffer, Zucker und den Kräutern gut verrühren.
(3) Das Dressing zum Salat geben und gut durchrrühren. Im Kühlschrank mindestens 1 Stunde durchziehen lassen. Je länger er zieht, desto besser schmeckt er.

Genießen!

Quelle: leicht abgewandelt nach Oliver, J. (2007): Jamie at home. Penguin/Michael Joseph. p 384

Bunter Glasnudelsalat mit Hähnchen nach Jamie Oliver

Zwerg hat momentan Urlaub und nutzt die Zeit, um Deutschland ein wenig zu erkunden. Und wie praktisch, dass ihre große Schwester, sprich ich, ziemlich genau mittig in einer kleinen süßen Fachwerkstadt lebt und man hier auch mal ein paar Tage sich erholen kann, um dann mit frischen Kräften weitere Städte zu erkunden. Am ersten Tag machten wir ein paar Essenspläne, eigentlich ziemlich konkrete ;-) Als erstes schlug Zwerg einen sehr schnellen Glasnudelsalat vor, den sie sich öfter macht und der sich gut zur Resteverwertung eignet. Ich kaufte jetzt extra ein halbes Grillhähnchen, aber wenn bei jemandem was vom Brathähnchen übrig ist oder vom gekochten Hühnchen der Hühnerbrühe, kann dieses Fleisch sehr gut verwenden. An Gemüse kann die geneigte Leserschaft verwenden, was noch im Kühlschrank rumlungert. Aber zuviel durcheinander sollte es auch nicht sein, so 3-4 unterschiedliche Gemüsesorten sind ideal. Besonders das Dressing hat es Zwerg und mir angetan, soooo gut! Unglaublich! Das macht sich bestimmt auch gut als Dip für Frühlingsrollen, Sommerrollen oder andere kleinere Schweinereien *g*

Und der Salat steht wirklich innerhalb von maximal 30 Minuten auf dem Tisch, auch wenn ihn einer alleine bastelt. Einfach mal ausprobieren und köstlichst überrascht werden!

Bunter Glasnudel-Hähnchen-Salat nach Jamie Oliver

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
1/2 Grillhähnchen
oder entsprechende Menge anders gegartes Hähnchenfleisch
200 g Glasnudeln
1 Möhre
1 Frühlingszwiebel
1/3 Salatgurke
1 Romanasalat

Für das Dressing:
3 EL süß-scharfe Chili-Sauce
1 TL Honig
1 TL Sesamöl
2 EL Sojasauce
2 EL Limettensaft

(1) Das Fleisch vom Grillhähnchen pulen und in kleinere, mundgerechte Stücke zupfen. In eine Salatschüssel geben.
(2) Die Glasnudeln mit kochendem Wasser übergießen und so lange stehen lassen bis sie weich sind. Das dauert 5-10 Minuten, zwischendurch kosten. Die Nudeln durch ein Sieb abgießen und mit in die große Salatschüssel geben.
(3) Das Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen und in etwa streichholzdicke Streifen schneiden. Von der Frühlingszwiebel die äußere Schicht entfernen und bis auf die unansehnlichen dunkelgrünen Teile alles in feine Ringe schneiden. Die Salatgurke halbieren, entkernen und dünne Halbringe schneiden. Vom Romana-Salat die Blätter abteilen, waschen, gut trocknen und in Streifen schneiden. Alles in die Salatschüssel geben.
(4) Für das Dressing alle Zutaten gut miteinander verrühren und ganz kurz erwärmen, entweder in der Mikrowelle oder einem kleinen Topf. Zu den restlichen Zutaten geben und gut durchmischen.

Sofort genießen!

Quelle: aus Zwergs Erinnerung nach einem Rezept aus der Jamie Oliver-Zeitschrift

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