Archiv der Kategorie: Rind

Der große Glander – Cevapcici-Burger mit Ajvar und Krautsalat

Mögt ihr Bücher? Ich liebe Bücher! Gleich in der ersten Klasse besorgte Frau Mama mir einen Bibliotheks-ausweis und seitdem war ich sehr regelmäßig dort anzutreffen. Es war auch zu praktisch, nur 10 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt und unsere Stadtteilbbliothek hatte eine riesige Auswahl. Dort lernte ich die Mumins kennen und lieben, Schokolowski, der schokoladeliebenden Bernhardiner oder verschlang die Bücher über die Abenteuer des kleinen Nicks. Seitdem hat sich mein Geschmack etwas weiter entwickelt (Aber ich lese immer noch gerne Kinderbücher *g*) und zur Bücherliebe kam die Liebe zum Essen dazu. Im Idealfall verbindet sich beides in einem Buch. So lese ich gerne Sachbücher über kulinarische Themen, wie von Michael Pollan, aber auch Fiktion in der Essen eine große Rolle spielt. (Sonst bin ich eher der Romantyp…)

Wer da besonderes Talent hat, beides zu verbinden, ist Stevan Paul, dessen bisherige Bücher (sowohl die Kochbücher- als auch Fiktion) ich nur so verschlang. Letzten Herbst erschien dann sein erster Roman „Der große Glander„, in dem es um einen jungen aufstrebenden Künstler der Eat-Art-Bewegung der Anfang 90er Jahre geht, der plötzlich verschwindet. Etliche Jahre später glaubt ein Kunstkritiker ihn in einem Restaurant erkannt zu haben und folgt seinen Spuren. Dabei wird natürlich über Essen geschrieben, über ziemlich viel sogar.


© mairisch verlag

Und dazu veranstaltet der mairisch Verlag eine #glanderblogparade. Es wurden die insgesamt 48 Gerichte des Buches aufgezählt mit kurzen Textpassagen aus dem Buch, zu denen sich Blogger dann anmelden konnten, um das Gericht zu kochen. Den Link zum Rezept samt Bild schickt der Blogger dann an den Verlag, der alles online zusammenstellt. So gibt es für den geneigten Leser des Buchs eine schöne bebilderte Zusammenfassung aller im Roman auftauchenden Gerichte, die natürlich auch gerne nachgekocht werden dürfen. Ich entschied mich für die Balkan-Küche, vertreten durch Brankos Ćevapčići-Burger, die mir als halber Ungarin natürlich sehr entgegen kommt. Im Roman sind einige Vorgaben zum Ajvar gemacht worden in Form einer fruchtigen Süße durch Rosinen, auch sollte es pikant sein, was es bei mir nicht wurde, weil das hier schreibende ungarische Halbblut kein scharfes Essen verträgt, aber ihr könnt gerne ein wenig Chili mit ins Ajvar geben. Jedenfalls entsteht daraus eine sehr angenehm würzige Sauce, die zu vielerlei, nicht nur Cevapcici passt. Für die Cevapcici orientierte ich mich an einem Rezept aus der arte Sendung „Zu Tisch in Serbien“, das wirklich sehr pur gehalten ist und ich nur um eine Winzigkeit Paprikapulver ergänzte. In der Grillpfanne wurden die Hackfleischröllchen dann auch wunderbar knusprig von außen. An den Krautsalat, die Gemüsekomponente des Burgers, gab es nur die Vorgabe des Kümmels, was sich bei mir aber fast von alleine versteht, so von wegen verbesserte Verdauung *g* Das Rezept von Plachutta stellte sich als ideal heraus: leicht säuerlich, würzig, nicht zu saucig und trotzdem saftig. Den Salat werde ich ab sofort öfter machen!

Klar, um so einen Burger mit seinen ganzen Komponent selbst zu machen, braucht es schon ein bisschen, meine Vorbereitungen haben sich über zwei Tage gezogen, wobei ihr das Ajvar und den Krautsalat schon an einem Tag vorbereiten könnt und dann am Tag des Essens nur noch die Cevapcici bratet und rohen Komponenten für den Burger vorbereitet. Also alles in allem kein Zauberwerk. Und das Ergebnis ist es sowas von wert! Würzige Sauce, knackiger Salat, knusprig-herzhafte Hackfleischröllchen dann zusammen mit dem frischen Brötchen und den mild-knackigen roten Zwiebeln. Ein Traum!

Ćevapčići-Burger

Zutaten für 2 hungrige Burgeresser:

  • 2 große Brötchen
  • hausgemachtes Ajvar
  • Krautsalat
  • Ćevapčići
  • 1/2 Rote Zwiebel in Ringen
  • ein wenig Feta zerkrümelt

Fruchtiges Ajvar

Zutaten für 500 ml:
1 kg rote Spitzpaprika
1/2 Aubergine
2 EL Rosinen
50 ml Apfelsaft
1 rote Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Neutrales Öl
Salz, Pfeffer
Essigesszenz

optional: Chiliflocken

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Die Aubergine (den Rest der gerösteten Aubergine andersweitig verwenden, zum Beispiel für göttlichen Auberginen-Kavier) an einigen Stellen mit einem spitzen Messer einpieken. Alles in einer Schicht auf das Backblech geben. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-60 Minuten rösten. Die Paprikaschoten sollten schwarze Blasen haben, die Aubergine schrumpelig und weich sein.
(3) Die Rosinen mit dem Apfelsaft ein Glas geben und zur Seite stellen.
(4) Alles vom Blech in eine Schüssel geben, mit einem Deckel oder Folie abdecken und etwa 1 Stunde abkühlen lassen. Wenn man das Gemüse anfassen kann, die Aubergine halbieren und das Fruchtfleisch der einen Hälfte in eine Schüssel kratzen. Von den halben Paprikaschoten mit den Händen die Schale abziehen (geht ganz einfach jetzt) und das Fruchtfleisch samt Saft in der Schüssel sammeln.
(5) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebelwürfel mit einem Schluck Öl in einen kalten kleinen Topf geben, etwas salzen. Die Flamme unterm Topf auf mittel stellen und die Zwiebeln in etwa 20 Minuten weich dünsten. Ab und zu umrühren. Den Knoblauch und die Rosinen ohne den Saft zugeben und einige Minuten mitdünsten lassen. Mit dem Apfelsaft ablöschen und das Paprika- und Auberginenfruchtfleisch (wer mag, jetzt auch die Chiliflocken) zugeben. Deckel auflegen und bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten dünsten lassen. Ab und an umrühren, damit nichts anbrennt.
(6) Die gesamte Masse in einen Standmixer geben und mit Hilfe eines Stabmixers fein pürieren. Zurück in den Topf geben und bis zur gewünschte Konsistenz bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Hier waren es etwa 10 Minuten. Mit Salz, Pfeffer und der Essigesszenz pikant abschmecken.

In ein heiß ausgespültes Glas geben, die Oberfläche glatt streichen und mit Öl begießen.

Passt wunderbar zu Gegrilltem, Bratwurst, Klops oder auch nur auf’s Käsebrot. Auch als Dip zu Gemüsesticks stelle ich mir Ajvar sehr nett vor.

Quelle: nach „Der große Glander“ und der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Herzegowina.

Krautsalat

Zutaten für 2-4 Portionen:
600 g Spitz- oder Weißkohl
Salz
60 ml Wasser
3 EL Apfelessig
1 TL Kümmel, ganz
6 EL neutrales Öl

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen und den Strunk entfernen. Entweder mit einem scharfen Messer in wirklich feine Streifen schneiden oder eine Küchenmaschine benutzen. Den Kohl salzen und einige Minuten kräftig kneten, bis er zusammen fällt und Saft austritt. 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Kohlstreifen zwischen beide Hände nehmen und richtig gut ausdrücken. In eine kleinere Schüssel geben. Das übrige, salzige Kohlwasser wegschütten.
(2) Das Wasser mit dem Apfelessig und dem Kümmel in einem kleinen Topf aufkochen und über den Kohl gießen. Das Öl darüber geben und alles gut verrühren. Noch eine Weile ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Plachutta, E., Plachutta, M. (2012): Der goldene Plachutta. Brandstätter Verlang. Wien. p 71

Ćevapčići – Cevapcici

Zutaten für 10 Stück:
350 g Rinderhack
1/2 TL Natron
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß

(1) Das Hackfleisch mit den Zutaten gut verkneten. Eine Portion Teig zwischen den Händen länglich formen und mit den Fingern zusammendrücken, so dass ihre Abdrücke zu sehen sind. Auf einem Teller ca. 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
(2) Eine Grillpfanne auf hoher Temperatur heiß werden lassen. Die Ćevapčići von allen Seiten einige Minuten braten bis sie gar sind.

Quelle: nach der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Serbien.

Wenn alle Komponenten fertig sind, den Burger zusammen stellen: Das Brötchen längs halbieren, die Ober- und Unterseite mit Ajvar bestreichen. Auf die Unterseite eine Portion Krautsalat legen, die frisch gebratenen Cevapcici darauf legen. Ein paar Zwiebelringe und Fetakrümel verteilen und mit der Brötchenoberseite bedecken.

Mit Wonne genießen!

 

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Klassiker aus Österreich – Gekochter Tafelspitz mit Bouillonerdäpfeln

Klassiker sind ja nicht umsonst Klassiker, oder? Einer der österreichischen Küche ist gekochte Tafelspitz, der zusammen mit in der Brühe gekochten Kartoffeln serviert wird. Tafelspitz haben die Eltern schon öfter gemacht und wird gern gegessen, so dass Frau Mama eines Tages mit einem Stück ankam, das sie eigentlich einfrieren wollte. Aber wieso einfrieren, wenn Töchting, also ich, es langsam im Schmormonster garen und dann noch Bouillonkartoffeln aus Frau Mamas momentanem Lieblingskochbuch („Wiener Küche“ von Frau Zii) zum Abendessen machen kann. Sozusagen ein Sonntagsessen zum Wochenanfang.

Gesagt, getan. Den Tafelspitz habe ich rechtzeitig am Vormittag aufgesetzt und auch das Gemüse für die Bouillonkartoffeln kann im selben Atemzug mit geputzt und geschnitten werden. Das entspannt die Arbeit am Abend. Die Garzeit des Tafelspitz im Schmormonster mag erstmal abschrecken, aber so eine Brühe wird ja mit kaltem Wasser aufgesetzt und da braucht der Topf einfach eine Weile, bis der ganze Inhalt auf Temperatur kommt, aber das ist auch voll okay, weil sich so die Aromen wunderbar entfalten und ich muss ja nicht pompomsschwingend daneben stehen ;-) Die Brühe kann schon ein Tag vorher zubereitet werden, nur dran denken, dass ihr das Fleisch dann mit Brühe bedeckt aufbewahrt, damit es nicht austrocknet. Denn das kann erstaunlich schnell gehen.

Die Bouillonkartoffeln an sich sind dann erstaunlich einfach zuzubereiten. Und es ist eine wunderbare Methode, um den Geschmack der Brühe zu verstärken. Dafür werden nämlich die Kartoffeln und noch ein wenig Suppengrün in der fertigen Brühe gegart, durch das Suppengrün wird der Geschmack der Brühe intensiviert, der gleichzeitig von den Kartoffeln beim Garen angenommen wird. Einfachste Kochphysik und ein Träumchen! In Frau Ziis Rezept werden in den letzten Minuten noch ein paar junge Möhrchen mitgegart, die perfekt dazu passen. Sie laugen nicht aus, genau der richtige Gargrad, nicht mehr knackig, aber auch nicht verkocht.

Eine wirklich schöne Kombination und zurecht ein Klassiker: zartes, aromatisches Rindfleisch, milde Brühe und zartes Gemüse. Perfekt! Wird es definitiv öfter geben!

Gekochtes Rindfleisch mit Bouillonerdäpfeln

Zutaten für 4-6 Portionen:
750 g Tafelspitz
1 Zwiebel
2 Möhren
1 Stück Sellerie
1 Pastinake oder Petersilienwurzel
1 TL Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
4 Pimentkörner
Salz
ca. 1-1,5 l Wasser

Slowcooker: 3,5 l
Zeit: 7-8 Stunden auf HIGH, 14 Stunden auf LOW

(1) Das Gemüse vorbereiten. Zwiebel mit Schale waschen, Wurzelende knapp abschneiden und halbieren. Möhren, Sellerie und Petersilienwurzel schälen und in mittelgroße Stücke schneiden. Das Gemüse zuerst in den Einsatz des Slowcookers geben. Die Pfefferkörner, Lorbeerblatt und Piment zugeben, ebenso 1-2 TL Salz. Den Tafelspitz obenauf legen und das kalte Wasser angießen.
(2) Den Deckel aufsetzen und entweder 7-8 Stunden auf HIGH oder etwa 14 Stunden auf LOW garen bis das Fleisch zart ist.
(3) Das Fleisch herausnehmen und bis zur Verwendung in einer Schüssel mit Wasser/Brühe bedeckt abkühlen lassen. So trocknet das Fleisch nicht aus. Die Brühe durch ein Sieb in einen größeren Topf gießen und kosten, ob noch Salz fehlt, eventuell nachsalzen.

Die Brühe ihrem Verwendungszweck zukommen lassen.

Für die Bouillonerdäpfel:
ca. 750 g festkochende Kartoffeln
2 Möhren
1 Stück Knollensellerie
1 Pastinake
1-1,25 l fertige Rindsbrühe
Salz, Pfeffer
6 junge Möhrchen
1/2 Stange Porree/Lauch
1 Bund Petersilie

(1) Das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Pastinake schälen. Die Kartoffeln in nicht zu kleine Würfel, das restliche Gemüse in halb so große Würfel wie die Kartoffeln schneiden. Das Gemüse waschen.
(2) 1 l der Brühe zum Kochen bringen. Die Kartoffeln und Wurzelgemüse hineingeben, salzen, pfeffern. Mit soviel Brühe auffüllen, dass das Gemüse knapp bedeckt ist. Das Gemüse ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen bis die Kartoffeln weich sind, aber noch nicht zerfallen.
(3) Währenddessen die jungen Möhren schälen und den Porree in dünne Ringe schneiden. Die Petersilie fein hacken. 5 Minuten vor Ende der Garzeit die Möhren und Porreeringe in die Brühe geben.
(4) Den Tafelspitz in dünne Scheiben schneiden und zum Schluss mit in die heiße Brühe geben zum Erwärmen.

Das Fleisch mit der Brühe und dem Gemüse servieren. Ein wenig Petersilie drauf streuen.

Genießen!

Quelle: Bouillonerdäpfel nach Zimmel, S. (2015): Wiener Küche. Dorling Kindersley. München. p 83

Borschtsch – Perfekt aus dem kleinen Slowcooker

Für Suppen repsektive Eintöpfe ist der Slowcooker ja prädestiniert. Und wenn jetzt nicht Suppenzeit ist, dann weiß ich auch nicht. Es ist kalt, es ist feucht draußen, die Kälte zieht einem sofort in die Knochen und der Wind kneift einen in Nasenspitze und Ohren. Da tut ein Eintopf, der mich von innen auftaut richtig gut.

Und der Osten Europas hat es einfach drauf, was Suppen angeht. Ob es die geliebte sonntägliche Fleischbrühe in Ungarn ist (oder alle anderen täglichen Suppen), Bigos aus Polen oder das ukrainische Borschtsch. Alles ziemlich ikonische Suppen, die es sich definitiv mal lohnt zu kosten.

Vom Crocky-Blog lachte mich letztens der Borschtsch, russisch „борщ“ – und sieht das nicht wunderhübsch aus?! – an. Nun habe ich die Suppe schon mal von einem aus Sibirien stammenden Russen gekocht, probieren dürfen und es war echt lecker, aber irgendwie auch aufwendig in die Zubereitung: Brühe aus Rindfleisch kochen, Kohl, Rote Bete und weitere Gemüse raspeln und extra anbraten, um es dann in der Brühe zu Ende garen zu lassen. Hach, hmm, och nö. Aber Gabis Variante klang vielversprechend und simpler in der Handhabung: Gemüse unten in den Slowcooker legen, Fleisch obenauf, gewürzte Brühe angießen und für einen halben Tag vergessen. Dann sollten Fleisch und Gemüse gar sein, aber wie immer beim Slowcooker beachten, dass das Wurzelgemüse wirklich klein gewürfelt wird, nur geviertelte Kartoffeln normaler Größe brauchen eeeeeewig bis sie gar sind. Bei mir war es jetzt sogar so, dass das Fleisch nach 10,5 Stunden zart war, die Würfelchen aus vorwiegend festkochenden Kartoffeln aber noch 1,5 Stunden brauchten. Verkehrte Slowcooker-Kochphysik!

Und die Suppe wird richtig köstlich! Zartes Fleisch, würziges Gemüse und den letzten Kick gibt es wirklich, wenn die Saure Sahne mit dem frischen Dill unter gerührt wird. Großartigst! Kann es nur jedem empfehlen, der wärmende, tröstende Suppen für usselige Tage braucht!

Borschtsch

Zutaten für 2-3 Portionen:
1 mittlerer Karotte
1 kleines Stück Knollensellerie
1 mittelgroße Kartoffel (vorwiegend festkochend)
2 kleine Rote Bete (roh oder vorgekocht)
1/4 Kopf Spitz- oder kleiner Weißkohl
1 Beinscheibe vom Rind (300-400 g)
1/2 Lorbeerblatt
2 Pfefferkörner
750 ml Rinderbrühe (oder Wasser)
2 TL Tomatenmark
Salz, Pfeffer
1 TL Essig
1/2 TL Zucker

Zum Servieren:
Saure Sahne oder Schmand
gehackter Dill

Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 11-12 Stunden auf LOW
Slowcooker: 1,5 l

(1) Als erstes das Gemüse vorbereiten. Kartoffel, Selleriestück und Möhre schälen und in kleine Würfel schneiden. In den Keramikeinsatz des Slowcookers geben Wenn rohe Rote Bete benutzt wird, diese auch schälen und in ebenso kleine Würfelchen schneiden und dazu geben. Den Kohl fein schneiden oder hobeln. Auf dem Gemüse verteilen. Die Beinscheibe darauf geben, Lorbeerblatt und Pfefferkörner mit in den Topf geben.
(2) Die Brühe (oder Wasser) mit dem Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Essig und Zucker gut verrühren und in den Slowcooker gießen. Deckel drauf und 11-12 Stunden auf LOW garen lassen bis das Gemüse durch ist. Wer vorgekochte Rote Bete nimmt, gibt sie 3 Stunden vor Kochzeitende mit in den Slowcooker geben. Wenn das Gemüse gar ist, die Beinscheibe rausnehmen, Fett und seltsames anderes Zeug abschneiden und würfeln. Zurück in die Suppe geben.
(3) Auf die Teller verteilen, einen Klecks Schmand und Dill drüber geben und servieren.

Genießen!

Quelle: Crocky-BlogAus dem Crockpot: Borschtsch

Ach, und seit vorsichtig bei den Pfefferkörnern, drauf beißen kann unangenehm sein ;-)

Spätsommer in Suppenform: Klassische Bohnensuppe

Mittwochs habe ich Spätschicht und arbeite erst ab 14 Uhr, was mir die Gelegenheit verschafft vormittags ein wenig Haushalt zu machen, den Wocheneinkauf zu erledigen und eben Essen für die nächsten Tage vorzukochen. Eben nicht nur die Schnellschnell-Feierabendküche, nein, auch ein wenig zeitaufwendiger darf es sein am Mittwoch.

Nach Schwierigkeiten in der Anfangsphase kamen die grünen Bohnen im elterlichen Schrebergarten doch noch in Fahrt. Frau Mama verarbeitete 1,5 kg und schickte mir noch gut ein Kilogramm, zusammen mit ein paar Kartoffeln, Möhren und Schmorgurken, per Post zu. Aber was damit anstellen? Frau Mama machte letzte Woche eine klassische Bohnensuppe mit Rindfleisch, dass gekocht wurde und schwärmte mir so davon vor, dass mir prompt auch danach war. Allerdings habe ich keinen Schnellkochtopf und so verfuhr ich auf dem herkömmlichen Weg, mit einer kleinen Ausnahme, Fleisch und auch die Zwiebeln wurden zuerst angebraten. Das gab noch ein paar zusätzliche sehr nette Aromen.

Ja, so eine Suppe dauert knapp 2 Stunden, aber dafür ist der Geschmack umso besser. Ein richtig tröstendes Essen, dass schön langsam den Sommer hinaus begleitet und den Herbst einläutet. Sollte ich tatsächlich öfter machen! Tut gut, so ein bisschen Wärme im Bauch!

Klassische Bohnensuppe

Zutaten für 3-4 Portionen:
1 Zwiebel
1 Möhre
500 g Suppenfleisch vom Rind (z.B. Hohe Rippe)
ein Schluck Öl
1,5 l kaltes Wasser
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
400 g grüne Bohnen
4 mittelgroße Kartoffeln
1-2 TL getrocknetes Bohnenkraut

(1) Die Zwiebel häuten und grob würfeln. Die Möhre schälen und in ca. 1 cm breite Stücke schneiden.
(2) In einer Pfanne das Öl erhitzen und das Fleisch von allen Seiten bei guter Hitze gut anbraten. Die Zwiebel kurz mit anbraten. Alles mit den Möhrenstücken zusammen in einen Topf geben und mit dem Wasser bedecken. Salzen, pfeffern und das Lorbeerblatt mit reingeben. Bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen und dann bei kleiner bis mittlerer Hitze ca. 1 Stunde köcheln lassen.
(3) Währenddessen die Bohnen putzen und je nach Größe halbieren und dritteln. Die Kartoffeln schälen und in etwa 2 cm große Stücke schneiden. Nach der Stunde zusammen mit dem Bohnenkraut zu der Suppe geben und noch etwa 45 Minuten garen lassen bis die Bohnen und Kartoffeln durch sind.
(4) Das Fleisch aus der Suppe nehmen, vom Knochen lösen und in mundgerechte Stücke geben. Zurück in die Suppe geben. Nochmals abschmecken. Fehlt Salz oder Pfeffer? Wenn nicht …

Genießen!

Klassisch ungarisches Gulasch aus dem Slowcooker

Hahaha! Ja, dass ich das Gulasch gekocht habe, ist schon länger her, aber ändert nichts an der Köstlichkeit und, dass ich es nur noch darin machen werde :-)

Pfingsten (also Ende Mai) hatte ich Besuch von der Familie! Also mal wieder Gelegenheit etwas mehr zu kochen. Und ich wollte der Familie zeigen, wie praktisch so ein Slowcooker ist. Wir sind eine schmorgerichteaffine Familie und da ist der Slowcooker ja prädestiniert für! Für Samstag wurde die Slowcooker-Bolognese in großer Portion gekocht, damit die Familie noch was mitnehmen kann. Am Sonntag sollte es DER Klassiker der ungarischen Küche sein, ein Gulasch. Wie das Grundrezept geht, weiß die geneigte Leserschaft schon durch diesen Beitrag. Und natürlich kann es auch im Slowcooker schmurgeln, braucht halt nur länger als 2,5 Stunden.

Die Vorbereitung ist total einfach: Zwiebeln weich und süß dünsten in einer Pfanne, Paprikapulver dazu, in den Slowcooker geben, das unangebratene Fleisch und eventuell andere Zutaten dazu. Würzen, anstellen und 10-12 Stunden warten. Idealerweise rührt man einmal nach der Hälfte der Zeit, um die leicht zusammen geklebte Fleischstückchen zu trennen. Nun sind wir eine Familie, die ihre Hauptmahlzeit gerne mittags einnimmt, also muss das Gulasch mitten in der Nacht angestellt werden. Um nicht extra aufstehen zu müssen, hat Herr Papa eine analoge Zeitschaltuhr für mich besorgt, die einwandfrei funktionierte und den Strom zum Slowcooker ab 1 Uhr nachts durchließ. So wachten wir am Sonntagmorgen mit feinem Gulaschduft in der Nase auf *g*

Und wie hat es der kritischen Familie jetzt geschmeckt? Alle waren sehr begeistert vom zarten Fleisch und Herr Papa meinte, das Gulasch sei besser als seins *g* Durch diese beiden Gerichte und die anderen Vorteile überzeugt, bestellte ich letztens für Frau Mama einen 3,5 l-Slowcooker und auch Zwerg überlegt ernsthaft sich eine 1,5l-Variante anzuschaffen. Yes! Mission erfüllt *g*

Gulasch aus dem Slowcooker

Zutaten für 6-8 Portionen:
3 große Zwiebeln
1 EL Schweineschmalz oder neutrales Öl
Salz
1 TL Paprikapulver rosenscharf
4 TL Paprikapulver, edelsüß
2 TL Tomatenmark
100 ml Wasser
1,5 kg Rindergulasch
1 Paprikaschote
200 g Champignons

Slowcooker 3,5 l
Vorbereitungszeit: 25 Minuten
Zubereitungszeit: 10-12 Stunden

(1) Die Zwiebeln fein würfeln. Das Fett in einer Pfanne schmelzen lassen, die Zwiebelwürfel zugeben und sofort salzen. Bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten schön langsam andünsten, damit sie süß werden. Die Pfanne vom Herd nehmen und die beiden Paprikapulversorten drüber streuen. Pfanne zurück auf die Flamme, das Tomatenmark unterrühren und mit Wasser ablöschen. Alles in den Slowcookereinsatz geben.
(2) Zwischenzeitlich die Pilze putzen und in nicht allzu dünne Scheiben schneiden. Die Paprikaschote entkernen und in kleinere Würfel schneiden. In den Keramikeinsatz des Slowcookers geben.
(3) Das Fleisch waschen, trocknen und in etwa 1,5 cm große Würfel schneiden. Zu den restlichen Zutaten geben. Salzen und pfeffern. Gut durchrühren. Den Slowcooker auf LOW stellen und 10-12 Stunden schmoren lassen. Nach der Hälfte der Zeit einmal durchrühren, um die zusammengeklebten Fleischstückchen zu trennen.

Zusammen mit Kartoffeln, Nudeln oder Tárhonya servieren. Dazu passt wunderbar ein säuerlicher Gurken- oder Weißkohlsalat.

Genießen!

Shabu-Shabu – Fondue auf japanisch

Seit meinem Geburtstag bin ich ja stolze Besitzerin eines Fondue-Sets, dass am Geburtstag auch gleich mit den Eltern und Freunden eingeweiht wurde. Damals aber ein familienklassisches Fett-Fondue. Nun will das Set auch benutzt werden und ich hatte schon lange Lust mal andere Sachen auszuprobieren. Und im japanischen Kochbuch „Itadakimasu“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) lief mir Shabu-Shabu über den Weg. Das ist die japanische Variante eines Brühe-Fondues bei dem dünne Fleischläppchen durch die Dashi-Brühe geschwenkt werden und wegen dieses Schwappgeräusches wird das ganze dann eben Shabu-Shabu genannt.

Ich unterbreitete den Vorschlag dem Coladieb und der besten Ärztin von allen, es wurde begeistert aufgenommen und dann fix schon ein Wochenende später umgesetzt. Leider konnte der Coladieb am betreffenden Abend nicht, aber es wurde dann zwei Tage später nachgeholt. Und um eines vorweg zu sagen: es hat uns alle drei begeistert! Das ist so köstlich und macht einfach nur Spaß! Noch dazu ist es einfach zu basteln und die Vorbereitungen dauern nicht ewig.

Die Zutaten werden in Dashi-Brühe pochiert, also die Brühe, die in die japanischen Küche als Grundlage für einen Großteil der Suppen und Sauce dient. Sie ist auch ganz einfach und schnell gemacht, benötigt auch nur zwei Zutaten, zum einen die Kombu-Alge und Bonito-Flocken:

Kombu ist eine essbare Seetangart, die in Nordostasien weit verbreitet ist. Traditionell wird er sowohl in der japanischen als auch koreanischen und chinesischen Küche verwendet. Bonitoflocken sind essentiell für die japanische Küche und bestehen aus geräuchertem, getrocknetem Thunfisch. Durch diese Art der Verarbeitung wird er so holzartig, dass von ihm dann mit einem Hobel die Flocken abgehobelt werden können. Und aus diesen beiden speziellen Zutaten, die aber im gut sortierten Asia-Laden erhältlich sein sollten, wird eine Brühe gekocht. Dabei ist es ganz wichtig, dass die Brühe zu keinem Zeitpunkt richtig kocht, nur so leicht siedet.

Grundrezept Dashi-Brühe

Zutaten für ca. 1,2 l Brühe:
10 g getrocknete Kombu-Alge
1,2 l kaltes Wasser
10-15 g Bonitoflocken

(1) Die Kombu-Alge in einen Topf geben, das Wasser zufügen. Bei mittelhoher Hitze bis ganz kurz vor dem Aufkochen erhitzen. Die Alge herausnehmen. Die Hitze auf die kleinste Stufe stellen.
(2) Die Bonitoflocken dazu geben und etwa 15 Minuten auf kleinster Stufe köcheln lassen. Die Brühe durch ein Sieb abgießen.

Quelle: Kusano, K., Tang, T. (2012): Das Japan-Kochbuch. Verlag Jacoby & Stuart. Berlin. p 20

Man muss die teuren Algen und Bonitoflocken nicht sofort entsorgen, sondern kann sie ein zweites Mal verwenden. Dafür die schon benutzten Zutaten nochmals mit 1,2 l kaltem Wasser aufsetzen, knapp zum Kochen bringen und ca. 5 g neue Bonitoflocken hinzufügen. Wiederum 15 Minuten bei kleinster Hitze kochen lassen.

Und so sah der Tisch nach den Vorbereitungen aus. Es gab diverse Gemüsesorten: Spinat, Karotten, Stange Porree,  Chinakohl und Champignons, außerdem  festen Tofu. Alles sollte geputzt werden und dann in grobe Stücke geschnitten werden.

Neben dem dünn aufgeschnittenen Hähnchenbrustfilet hatte der Coladieb wunderbar durchwachsenes Rinderfilet mitgebracht. Gott, war das Fleisch zart und köstlich! (Und teuer! Meine Güte, ich weiß schon, warum ich eher auf preiswertere Stücke ausweiche *g*)

Zu einem Fondue gehören ja auch Saucen und die Japaner haben sich auch zwei für ihr Shabu-Shabu ausgedacht, die meines erachtens wunderbar dazu passten.

Die erste, die bei uns drei den meisten Zuspruch fand, war die Gomadaresauce, die leicht nussig, cremig schmeckte und auf Sesam als Hauptzutat beruht. Im „Itadakimasu“ wird Tahin, also Sesampaste als Vereinfachung genommen, im „Japan-Kochbuch“ (Amazon-Link ohne Vorteil für mich) werden ganze Sesamkörnchen erst geröstet und dann im Mörser zerstampft. Da ich die Zubereitungsmethode erst gerade eben entdeckte, nahm ich die Faule-Mädchen-Version, die aber wie gesagt auch total lecker ist und bestimmt ebenfalls zu anderen Gerichten passt.

Gomadaresauce

Zutaten für 4 Portionen:
2 Frühlingszwiebeln
4 El Sesampaste (Tahin)
2 TL Sake
2 EL Reisessig
2 TL Zucker
2 TL Sojasauce

Die Frühlingszwiebeln putzen und in dünne Ringe schneiden. Mit den restlichen Zutaten gut verrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 50

Die zweite Sauce ist viel dünnflüssiger und tendiert eher zum Säuerlichen, was aber gut zum pochierten Fleisch passte, wie ich fand. Und in beiden meiner japanischen Kochbücher sind für vier Personen eine unglaubliche Menge an Sauce angegeben, dass ich nicht wusste, was ich mit dem Rest machen sollte. Vielleicht kann mir jemand nochmal erklären, wie das mit den Shabu-Shabu-Zutaten und der Ponzu-Sauce genau funktioniert? Ich fand sie jedenfalls ziemlich lecker und einfach zu kochen war sie allemal.

Ponzu-Sauce

Zutaten für 4 sehr großzügige Portionen:
50 ml Mirin
50 ml Sake
150 ml Sojasauce
100 ml Reisessig
2 TL Dashipulver
50 ml Zitronensaft
1/2 geriebener Rettich

Mirin und Sake zusammen in einem kleinen Topf aufkochen, den Herd ausschalten und die restlichen Zutaten unterrühren.

Quelle: Dehnst, F., Schmidt, A. (2008): Itadakimasu – Guten Appetit auf Japanisch. Christian Verlag. München. p 54

Hier nochmal die Zutaten, die wir für 4 Portionen Shabu-Shabu benötigt haben:

  • 1,2 l hausgemachte Dashi-Brühe
  • 500 g Rinderfilet, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 Hähnchenbrustfilets, in dünnen Scheiben
  • 1 Porreestange, in breitere Ringe
  • 3 Karotten, geschält und in dünnere Scheiben
  • 8 Champignons, halbiert oder geviertelt
  • 200 g TK-Spinat, aufgetaut (frischer ist besser!)
  • 1/2 kleinerer Chinakohl, in ca. 3 cm große Quadrate geschnitten
  • 200 g Tofu, in groben Würfeln

Die vorbereitete Fleisch wird mit Hilfe der Stäbchen in der Brühe geschwenkt (siehe erstes Bild) und die pflanzlichen Zutaten haben wir in kleinen Fondue-Metallkörbchen in der Brühe gegart. Wer die allerdings nicht hat, kann auch alles so in die Brühe geben zum Garen und dann eins nach dem anderen herausfischen. Ein großer Spaß und wunderbar mit lieben Gästen!

Aus der übrig gebliebenen Brühe und den restlichen Zutaten, die wir noch abends schnell darin garten, machte ich mir am nächsten Tag zusammen mit ein paar Mie-Nudeln eine wunderbar stärkende Suppe. Resteverwertung @ its best!

Zarteste, klassische Rinderrouladen aus dem Slowcooker

Das vorletzte Wochenende war mit viel Küchenaction versehen. Bagel und Kekse wurden gebacken, Currys und Suppe geköchelt, trotzdem wollte ich gerne ein klassisches Sonntagsessen haben. Im Tiefkühler schlummerten noch rohe Rouladen, die ich mal im Angebot erstand. Und da der Tiefkühlschrank chronisch überladen ist, sollten sie dran glauben. Jetzt lohnt es sich wirklich nicht 2 Rouladen zu basteln für mich allein, das wurden schon 6 Stück, aber ich wollte es endlich auch mal ausprobieren, ein herzhaftes Gericht mit Fleisch einzuwecken, wofür ich diese Reste auserkor. Wie man Rouladen bastelt, hat mir Frau Mama erfolgreich beigebracht. Im Topf lass ich sie so 1,5 Stunden schmoren, aber ich wollte sie im Slowcooker machen, weil es viel stressfreier ist. Ohne mich weiter drum kümmern zu müssen, schmurgeln die Rouladen 6 Stunden vor sich hin ohne die Gefahr des Anbrennens. In der Zeit kann man sich entspannt um andere Sachen kümmern. Wenn man mittags essen will, sollte man die Rouladen allerdings schon am Vortag vorbereiten. Ja, man kann es auch ohne Anbraten machen, aber es schmeckt einfach besser, wenn die Rouladen und das Gemüse für die Sauce scharf angebraten wurden. Also am Abend vorher die Rouladen vorbereiten, alles in den Slowcooker-Einsatz schichten, im Kühlschrank zwischen lagern und rechtzeitig am folgenden Morgen anstellen. Oder gleich am Vortag in Ruhe basteln, die gegarten Rouladen samt Sauce im Kühlschrank lagern und am nächsten Tag nur noch aufwärmen. Viele Möglichkeiten, alles stressfrei. Ich liebe meinen kleinen Slowcooker :-)

Und die Rouladen sind wirklich richtig, ernstlich gut geworden! Total zart, die Sauce hocharomatisch und brauchte keine weitere Verfeinerung. Ich habe einfach das mitgeschmorte Gemüse zusammen mit der Sauce püriert und sie hatte eine schöne Bindung und Geschmack. Natürlich kann auch Wein als Flüssigkeit mit hinein gegeben werden, aber da ich nicht der große Alkoholverwerter bin, habe ich einfach Wasser benutzt. Wer einen Slowcooker hat, probiert ruhig mal Rouladen darin aus, ich meine das Ding ist ideal für Schmorgerichte! Und für alle Nicht-Slowcooker-Besitzer sind Rouladen vielleicht trotzdem eine Idee für’s nächste Sonntagsessen.

Zarteste, klassische Rinderrouladen aus dem Slowcooker

Zutaten für 6 Rouladen im 3,5 l Slowcooker:
6 Rinderrouladen
Senf
Salz, Pfeffer
8-12 Scheiben Bacon
1 große Zwiebel
6 Gewürzgurken
Öl

Für die Sauce:
1 Möhre
1 Petersilienwurzel
1 kleines Stück Knollensellerie
1 große Zwiebel
Salz, Pfeffer
2 TL Tomatenmark
150 ml Wasser
1 Lorbeerblatt

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Zwiebeln häuten und fein würfeln. Die Möhren, Petersilienwurzel und Knollensellerie ebenfalls schälen und fein würfeln.
(2) Die Rouladen waschen und trocken tupfen. Die Würfel einer Zwiebel, Bacon-Scheiben, Senf, Salz, Pfeffer und Gewürzgurken bereit stellen. Eine Roulade dünn mit Senf bestreichen, salzen, pfeffern. 1-2 Scheiben Bacon darauf legen, einen Teil der Zwiebelwürfel darauf verteilen, die Gewürzgurke an den Anfang des Rouladenfleisches legen und fest darum aufwickeln. Mit sämtlichen Fleischstücken so verfahren. Wer auf Nummer sicher gehen will, befestigt die Rouladen mit Nadeln oder Faden, ich habe es mir gespart.
(3) Eine Pfanne stark erhitzen und Öl darin heiß werden lassen. Die Rouladen mit der Nahtseite nach unten ins heiße Öl legen und so lange anbraten lassen bis sie braun sind. Wenn man keine Nadeln benutzt hat, wirklich sehr vorsichtig umdrehen, damit sie nicht aufgehen und von der zweiten Seite appetitlich braun anbraten. Am Besten in zwei Durchgängen braten, damit sie wirklich braten und nicht beginnen zu dünsten. Die angebratenen Rouladen in den Keramiktopf des Slowcookers setzen.
(4) In der heißen Pfanne wieder etwas Öl erhitzen und das Gemüse für die Sauce bei mittelhoher Hitze scharf anbraten. Salzen und pfeffern. Das Gemüse etwas an den Rand schieben und das Tomatenmark kurz mit anschmoren. Mit Wasser aufgießen, gut verrühren. Die Sauce über die Rouladen gießen. Das Lorbeerblatt dazwischen setzen.
(5) Deckel auf den Slowcooker setzen. 2 Stunden auf HIGH schmoren, dann weitere 4 Stunden auf LOW (oder 1,5 Stunden bei niedrig mittelhoher Hitze auf dem Herd im Schmortopf).
(6) Nach der Zeit die Rouladen rausholen, Gemüsewürfelchen abstreifen. Das Lorbeerblatt rausfischen. Das Gemüse in der Sauce mit einem Stabmixer pürieren. Sauce nochmals abschmecken, ob Salz oder Pfeffer fehlen.

Die Rouladen zusammen mit der Sauce und Beilagen nach Wahl servieren. Klassisch ist Rotkohl und Kartoffeln oder Klöße.

Genießen!

Quelle: Zeiten vom Crocky-BlogRinderrouladen gutbürgerlich übernommen

Einwecken:

Rinderrouladen kann man laut Weck-Kochbuch auch einkochen. Ich habe das einfach mal ausprobiert, da mein TK zu voll für weitere vorgekochte Gerichte ist. Dafür einfach passend große Weck-Gläser mit Spüliwasser auswaschen, mit klarem, heißen Wasser ausspülen. Die Gläser im 120°C heißen Ofen so lange sterilisieren bis sie trocken sind (ca. 15 Minuten). Die Gläser rausholen, etwas abkühlen lassen. Die Deckel und passenden Gummiringe in einem Topf mit Wasser und einem Schuss Essig geben. Etwa 5 Minuten lang kochen lassen, dann sollten alle Keime mausetot sein. Die Rouladen samt Sauce in die Gläser geben, 2-3 cm Platz zum Glasrand lassen. Die Glasdeckel mit den Gummiringen überziehen, auf die Gläser setzen, mit Klammern befestigen. In einen großen mit einem Küchentuch ausgelegten Topf stellen. Je nachdem ob die Rouladen heiß oder kalt eingefüllt wurden, soviel heißes oder kaltes Wasser dazu gießen (heiße Roulade = heißes Wasser, kalte Roulade = kaltes Wasser), dass die Gläser mindestens zu 3/4 im Wasser stehen. Das Wasser bei mittelhoher Hitze zum Kochen bringen und ab dem Zeitpunkt des Kochens 75 Minuten einkochen lassen. Dann die Gläser vorsichtig rausholen und abkühlen lassen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, die Klammern entfernen und testen, ob der Deckel hält. Wenn ja, ins Vorratsregal stellen, wenn nicht nochmals einkochen oder so schnell wie möglich verbrauchen.

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