Archiv der Kategorie: Schwein

Hausgemachte ungarische Kolbász (Paprikawurst)

Nach langer Zeit mach ich mal wieder mit bei der Kulinarischen Weltreise von Volkermampft. Da es nach Ungarn geht, ist es für mich mit halbem ungarischen Gensatz Ehrensache mitzuspielen!
Diesmal möchte ich Euch ein Rezept zeigen, das wahrscheinlich nicht viele ausprobieren werden, aber Kolbász ist sozusagen die ungarische Nationalwurst! Es gibt sie jedem noch so kleinen Dorfladen zu kaufen und allgemein in mehreren Varianten, grob unterteilt in mild und scharf. Die berühmteste Version ist wahrscheinlich die aus der Stadt Gyula.

Ich liebe diese Wurst sehr, auch weil sie so vielseitig einsetzbar ist: einfach in dünnen Scheiben auf’s Brot legen, in kleinen Stücken anbraten, um Eier drüber zu schlagen, in siedendem Wasser kochen, in Rakott Krumpli (ungarischen Kartoffelauflauf), als Brösel verarbeitet zu saurem Kartoffelfözelék, als Einlage in Suppe. Und bestimmt gibt es noch mehr Möglichkeiten, die ich noch nicht gekostet habe. Mittlerweile gibt es sie auch relativ regelmäßig, z.B. bei Kaufland.

Und warum haben wir die ausgerechnet selbst gemacht, wenn es sie doch zu kaufen gibt? Die gekaufte ist schon lecker, aber die selbstgemachte von meinem Onkel ist noch besser. Nachdem Schwesterchen und ich uns darüber unterhalten haben, dass wir total gerne mal frische Bratwurst selber machen wollen, war Herr Papa gleich so begeistert von der Idee, dass er bei nächster Gelegenheit einen ordentlich großen Wurstfüller kaufte. Schwester und ich dachten so an 1 kg Bratwurst, Herrn Papa schwebte die Kolbász-Großproduktion vor. Unter 5 kg lohnt sich das doch nicht …

Im Ungarnurlaub letzten September bat ich meinen Onkel dann das Rezept aufzuschreiben. Aus dem Kopf flogen die Zutaten nur so auf’s Blatt und nachdem ich noch ein paar Zubereitungshinweise aus ihm herauskitzeln konnte, fühlten wir uns bereit Kolbász zu machen. Im Heimaturlaub im November war es dann soweit! Wir kauften alle Zutaten und Freitagnachmittag ging es los.

Zuerst habe ich das ganze Fleisch vorbereitet, Silberhäute aus dem Schulterbraten schneiden, das Bauchfleisch von Haut, Knorpeln und Knochen befreien und alles in längliche Streifen schneiden, damit die gut durch den Fleischwolf flutschen. Die Gewürze waren auch schnell abgewogen und vermischt. Wir haben uns an Onkels Anweisung gehalten, die Gewürze grammgenau abzuwiegen und nicht die Masse später noch probieren und eventuell nachjustieren wollen. „Die Angaben stimmen so, wie sie da stehen! Wiegt es genau ab und die Kolbász wird schmecken!“ Und so 5 kg Fleisch sind mal echt eine Hausnummer, wir mussten den Kessel nutzen, der sonst zum Kesselgulaschkochen genommen wird. Um die Gewürzmischung gleichmäßig im Fleisch verteilt zu kriegen, wird es mit lauwarmem Wasser zu einer geschmeidigen Paste verrührt. Und dann gründlichst unter die Fleischmasse geknetet. Das dauert und geht an die Muskeln, ist also gleichzeitig gutes Training *g*

Die fertige Masse in den Darm zu kriegen, gestaltete sich dann doch noch etwas frickeliger als es sonst in Videos aussieht, aber wir haben es mit ein bisschen Übung geschafft! (Fragt aber nicht wie …) Letztendlich war das gar nicht so schwierig und ich fand die ganze Prozedur oddly satisfying *g* Also ich kann mir tatsächlich vorstellen, Wurst, auch andere Sorten, öfter selbst herzustellen. Und ich habe mir zum Beispiel aus einem Schlachte-Kochbuch meiner Tante noch zwei Kolbász-Rezepte abgeschrieben, eine mit Honig, eine mit Dill, die mich sehr angelacht haben.

Herr Papa hat die Würste am nächsten Tag im Garten noch geräuchert und nach dem Kosten brach große Begeisterung aus! Die schmecken tatsächlich so wie von meinem Onkel! Würzig, paprikaig, wunderbar! Den Rest der Wurstmasse, die nicht in den Darm wollte, haben wir als Klopse so gebraten und auch das schmeckte saugeil, auch auf Brot mit Apfel und Käse überbacken. Sie waren einfach sooo gut, dass die 5 kg Wurst zu Weihnachten schon alle waren und Herr Papa und ich nach Weihnachten glatt noch eine Portion gemacht haben *g*

Also, wenn ihr Euch vorstellen könnt Wurst selbst zu machen oder es tatsächlich schon gemacht habt, probiert das Rezept ruhig mal aus, es lohnt sich wirklich sehr!

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Ungarn

Hausgemachte ungarische Kolbász (Paprikawurst)

Zutaten für ca. 5 kg Wurst:

Für die Gewürzmischung:
110-120 g Salz
100 g Paprikapulver edelsüß
10 g Paprikapulver rosenscharf
25 g gemahlener schwarzer Pfeffer
25 g Knoblauch
gemahlener Kümmel (nach Geschmack)

3 kg Schweineschulterbraten, fertig gewogen
500 g weißer Speck (ungeräuchert)
1,5 kg Schweinebauch (ungeräuchert), fertig gewogen

Schweinedarm Kaliber 30/32

(1) Zuerst die Gewürzmischung vorbereiten. Dafür Salz, Paprikapulver und Pfeffer in einer farbechten Schale abwiegen. Den Knoblauch putzen, wiegen und durch eine Presse dazu geben. Kümmel gebt ihr nach Belieben hinzu oder lasst ihn weg. So viel lauwarmes Wasser zufügen, dass eine geschmeidige Gewürzpaste entsteht.

(2) Dann das Fleisch putzen und klein schneiden. Dafür vom Schulterbraten die Silberhäute außen und innen weg und das Fleisch in längliche Streifen schneiden. Etwaige Knochen und Knorpel vom Bauchfleisch entfernen und ebenso wie den weißen Speck in Streifen schneiden. Abgewogen sollte alles 5 kg ergeben.
(3) Das Fleisch durch die mittelgroße Lochscheibe (6mm) des Fleischwolfes in eine wirklich große Schüssel wolfen. Dabei abwechselnd fette und magere Fleischstücke nehmen, damit es schon so grob durchmischt wird.
(4) Die Därme vorbereiten. Wenn sie in Salz eingelegt waren wie unsere, sie für etwa 30 Minuten in lauwarmem Wasser einlegen. Dabei das Wasser 1-2 mal wechseln. Den Wurstfüller vorbereiten und an einer sicheren Oberfläche befestigen. Eine große Schüssel oder Blech bereit stellen.
(5) An einem kühlen Ort (z.B. geschützter Balkon, kalter Wintergarten) eine relativ große saubere Oberfläche bereit machen oder einen sauberen Besenstiel aufhängen, um die Würste dort trocknen zu lassen, falls sie geräuchert werden sollen.
(5) Die Gewürzpaste zum Fleisch geben und alles gründlich von Hand durchkneten. Das dauert ein bisschen, nicht ungeduldig werden.

(6) Soviel Fleischmasse in den Wurstfüller geben, dass er gut gefüllt ist. Dafür eine handvoll der Masse mit Schmackes in Füller schmeißen, damit möglichst wenig Luft mit in die Därme kommt. Den gespülten Darm auf den passenden Trichter ziehen. Und dann durch angemessen langsames Kurbeln die Wurstmasse in den Darm drücken. Dieser muss von einer zweiten Person festgehalten und geführt werden, damit nicht zu wenig hinein kommt oder zu viel und die Würste dadurch platzen. Das erfordert ein klein bisschen Übung, aber den Dreh kriegt man ziemlich schnell raus. Aus der einen langen Kolbász Würste in gewünschter Länge abdrehen. Wie das geht, zeigt dieses Video sehr gut. Die Enden müssen auch nicht mit Schnur abgebunden werden, sie halten wirklich auch einfach durch 2-3faches drehen. So mit der gesamten Wurstmasse verfahren.

(7) Jetzt könnt ihr die Wurst schon essen, in dem ihr sie bei mittlerer Hitze von allen Seiten durchbratet oder auch in leicht siedendem Wasser kocht. Was zu viel ist, kann gut portionsweise eingefroren werden.
(8) Wer die Möglichkeit und die Lust zum Räuchern hat, lässt sie Würste über Nacht an dem vorbereiteten kühlen Ort liegend (dann 1x wenden) oder besser hängend trocknen.

(9) Dann am nächsten Tag über nicht zu heißem Buchenrauch ca. 3-4 Stunden räuchern. Bei Herrn Papa war der Rauch nur so warm, dass er noch sehr gut die Räucherkammer von außen anfassen konnte. Die Würste sind dann praktisch fertig und können an einem kühlen Ort (Kühlschrank, Balkon im Winter) gelagert werden, damit sie noch weiter trocknen und fester werden.

Genießen!

Rezept von meinem Onkel, der es so von meinem Opa, seinem Schwiegervater, gelernt hat.

Bei der kulinarischen Weltreise nach Ungarn haben auch noch viele andere mitgemacht und es ist eine vielfältige Auswahl zusammen gekommen:

Küchenlatein: Petersilienwurzel-Cremesuppe
Turbohausfrau: Suppe nach Paloczen-ArtL
SilverTravellers: Pörkölt – Ungarisches Gulasch mit Paprika
Küchenmomente: Ungarische Lángos
Backmaedchen 1967: Pogácsa ungarisches Gebäck
zimtkringel: Ungarischer Apfelkuchen Almás pite
Coffee2Stay: Scharfes Paprikahuhn nach ungarischem Vorbild
Fränkische Tapas: Ungarische Fischsuppe mit Aischgründer Karpfen
magentratzerl: Paprikás krumpli
Pane-Bistecca: Töltött Káposzta – Ungarische Kohlrouladen
Brittas Kochbuch: Székelygulyás aka Szegediner Gulasch
Brittas Kochbuch: Lángos aus der Heißluftfritteuse
magentratzerl: Ungarische Paprikapilze
slowcooker.de: Ungarische Mohnbuchteln mit Vanillesauce
Mein wunderbares Chaos: Ungarische Gundel-Palatschinken
Mein wunderbares Chaos: Lángos ganz einfach selber machen
Brittas Kochbuch: Lescó/Letscho
Brotwein: Szegediner Gulasch – Ungarisches Sauerkraut Gulasch
Brotwein: Ungarische Gulaschsuppe Rezept
Mein wunderbares Chaos: Somlauer Nockerl im Glas
Paprika meets Kardamom: Unbekannte ungarische Köstlichkeiten: Dödölle – Schupfnudeln mal anders
volkermampft: Ungarisches Schweinegulasch mit Paprika – Sertes Pörkölt
our food creations: Töltött Paprika – Gefüllte Paprika
our food creations: Túrós Csusza – Quarknudeln
Kaffeebohne: Diós és mákos beigli – Beigel
Möhreneck: Veganes Szegediner Gulasch
Chili und Ciabatta: Ungarische Kastanientorte – Gesztenyetorta
Chili und Ciabatta: Rinder-Pörkölt nach Károly Gundel mit Tarhonya und Gurkensalat
Chili und Ciabatta: Gefüllte Zwiebeln nach Makóer Art
Chili und Ciabatta: Korhelyleves

Klassischer Grünkohl westfälischer Art

Es ist Herbst! Es ist kühler, es regnet mehr und die Schmorgerichtrezepte lauern im Schrank und wollen alle gekocht werden. Ein Klassiker der deutschen Herbst-Winter-Küche ist ja der Grünkohl, den es in vielen regionalen Varianten gibt. In Teilen Schleswig-Holstein werden die Beilagenkartöffelchen noch karamellisiert, von meiner Oma kenne ich es mit Birne und Kassler und es gibt die Version von Gabis Schwiegermutter, die die Kartoffeln zeit- und geschirrsparend gleich im Grünkohl mitkocht.

Eigentlich bereitet Gabi das Gericht im Slowcooker zu, aber ich weiß noch, dass ich damals zu spät angefangen habe und deswegen das ursprüngliche Rezept für Grünkohl westfälischer Art auf dem normalen Herd gekocht habe. Und das geht auch wunderbar! Ja, der frische Grünkohl muss erst vorbereitet werden, also waschen, putzen, zerrupfen und blanchieren, aber wenn man jetzt nicht gerade 3 kg Kohl verarbeiten will, geht das auch relativ schnell. Das Schmoren des Kohls ist dann ziemlich einfach. Nach und nach kommen die weiteren Zutaten dazu und auch die Kartoffeln. Es ist also mehr ein Eintopf als ein typisch deutsches Drei-Komponenten-Gericht. Und dieser Eintopf ist so köstlich, dass er gerade danach schreit, dass ich ihn diesen Herbst nochmal koche mit dem schönen Roten Grünkohl von meinem Biokisten-Dealer des Vertrauen „Lotta Karotta„. Würzig, rauchig, von innen wärmend – perfekt an ungemütlichen Herbsttagen!

Klassischer Grünkohl westfälischer Art

Zutaten für 4 Portionen:
1 kg frischer Grünkohl
1 Zwiebel
2 EL Butterschmalz
1 EL Zucker
Salz, Pfeffer
300 ml Brühe
1 EL scharfer Senf
1 kg Kartoffeln
2 Kasslerkoteletts
2 Knacker
1 EL Haferflocken (fein)

(1) Als erstes den Grünkohl vorbereiten. Dafür den Grünkohl im Waschbecken in viel Wasser waschen. Das Grün dann von den einzelnen Blättern abstreifen und grob zerrupfen. Einen großen Topf mit Salzwasser aufkochen lassen. Dann den Grünkohl, gerne auch portionsweise, hinein geben und ca. 5 Minuten blanchieren. Herausnehmen und in einem Sieb abtropfen lassen.
(2) Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Das Butterschmalz in einem größeren Topf schmelzen lassen. Die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Mit dem Zucker bestreuen und diesen etwas karamellisieren lassen. Den blanchierten Grünkohl zugeben, die Brühe aufgießen. Mit Salz, Pfeffer und dem Senf würzen. Deckel drauf und bei mittlerer Hitze schmoren.
(3) Die Kartoffeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden.
(4) Nach 30 Minuten die Kasslerkoteletts drauf legen. Nach 45 Minuten Schmorzeit die Kartoffeln unterrühren. Und wenn der Kohl 1 Stunde schmorte, die Knacker in den Topf geben.
(5) Nach insgesamt 1,5 Stunden Schmorzeit das Fleisch und die Wurst aus dem Topf nehmen und abgedeckt zur Seite stellen. Die Haferflocken unter den Grünkohleintopf rühren und noch 10 Minuten köcheln lassen, damit er ein bisschen eindickt. Nochmal kosten, ob Salz oder Pfeffer fehlt und gegebenenfalls nachwürzen.

Den Eintopf zusammen mit dem Fleisch und der Wurst servieren. Gerne mit einem zusätzlichen Klecks Senf.

Genießen!

Quelle: nach Langsam kocht besserGrünkohl westfälische Art aus dem Slowcooker

In Bacon gewickelter Mais vom Grill mit Salat

Steht Ihr auch so sehr auf Mais, wie ich? Das erwähnte ich ja bestimmt schon öfter. Wenn Saison ist, wie jetzt gerade, koch ich ihn mir ganz oft zum Abendbrot. Und da bin ich ganz puristisch! Er wird einfach in kochendes Wasser mit einer Prise Zucker geworfen und dann in 10-15 Minuten zart gegart. Warum Zucker fragt Ihr Euch, wo Mais an sich doch schon relativ süß ist? Aber Salz macht die Maiskörner irgendwie hart, wohingegen sie beim Zucker zart bleiben. Aber letztens sah ich beim ungarischen Lieblingsyoutubekanal wie Kinga Mais in Bacon gewickelt gegrillt hat. Und ich saß einigermaßen sabbernd vorm Tablet.

Mais war noch im Kühlschrank, Bacon und Kräuterbutter auch. Es hielt mich nichts mehr auf! Und OH! MEIN! GOTT! ist das Zeug geil! Großartigst! Werde ich jetzt öfter so machen :-D Und empfehle es Euch auch dringend! Wenn Ihr keine Lust habt, Kräuterbutter selbst zu klöppeln, geht auch gekaufte, aber mit selbstgemachter ist schon besser :-)

So und jetzt ab mit Euch Mais und Bacon besorgen und fix in die Küche! Hopp, hopp!

Gegrillter in Bacon gewickelter Mais

Zutaten für 2 Portionen:
1 großer Maiskolben
Prise Zucker
2 EL Kräuterbutter
6 Scheiben Bacon

(1) Als erstes den Mais kochen. Dafür einen Topf mit Wasser und der Prise Zucker zum Kochen bringen. Den Mais in der Mitte durchbrechen und in das kochende Wasser geben. Ab dem Zeitpunkt, wo das Wasser wieder kocht, 10-15 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Je jünger und frischer der Mais, desto weniger Zeit benötigt er. Der Mais aus dem Wasser nehmen und abkühlen lassen.
(2) Entweder habt ihr einen Grill fertig gemacht oder heizt jetzt eine Grillpfanne auf mittelhoher Hitze vor.
(3) Je 3 Scheiben Bacon etwas überlappend auf einem Brettchen auslegen. Den Mais mit der Kräuterbutter einschmieren. Die Maisstücke in den Bacon wickeln.
(4) Den Bacon-Mais mit der Nahtseite nach unten in die Grillpfanne oder auf den Grill legen. Wenn die Seite auf der Hitze schön braun und knusprig ist, ein Stückchen weiter wenden. Insgesamt dauert es 15-20 Minuten.

Es passt zu einem frischen bunten Salat oder als Grillbeilage.

Genießen!

Quelle: nach Street KitchenBaconbe tekert grillezett kuorica

Ungarische Alltagsküche aus dem Vorratsschrank – Pásztortarhonya

Es gibt doch in jeder Nation so Gerichte, die man notfalls aus dem zusammen basteln kann, was so im Vorratsschrank ist. Diese Hirtengraupen scheinen eine ungarische Variante dessen zu sein. Aber das, was ich hier mit “Graupen“ übersetze, ist nicht das, was wir in Deutschland unter Graupen verstehen, sondern kleine Nüdelchens. Klassischerweise wird dafür ein sehr fester Nudelteig hergestellt, der dann über eine grobe Reibe gezogen, eben zu Tarhonya (gesprochen: Tarhonja) verarbeitet wird. Die Handarbeit macht sich in Ungarn heutzutage aber kaum noch jemand, sondern kauft sie im nächsten Supermarkt (Wer die hier in Deutschland mal kosten will, sucht sie bei Amazon und nimmt die der Firma „Gyermelyi“.). Ich mag sie mittlerweile sehr gerne und bringe sie von jedem Ungarnurlaub mit,obwohl sie in meiner Familie keine große Tradition haben. Wenn ich so überlege, habe ich sie noch nie von meinen Tanten gekocht gegessen…
Dieses Rezept sah ich in einem ungarischen Kochbuch (wo sonst 😉), dass, behaupte ich mal, eher für jüngere Leute geschrieben wurde, die vielleicht Sehnsucht nach Omas klassischer Küche haben.
Es ist ein recht einfaches Rezept, dass mit wenig Zutaten auskommt, die aber wunderbar miteinander harmonieren und ein schön herzhaftes Gericht ergeben. Und zwar so lecker, dass ich es schon mehrfach wiederholt habe. Auch die Eltern fanden es sehr köstlich :-)

Pásztortarhonya – Ungarische Hirtengraupen

Zutaten für 4 Portionen:
250 g Tarhonya
70 g geräucherter Speck
3 EL neutrales Öl
1 mittlere Zwiebel
1 gehäufter EL Tomatenmark
3 Knoblauchzehen
2 gehäufte TL Paprikapulver
800 ml heiße Brühe (oder Wasser), evtl. etwas mehr
Salz, Pfeffer
400 g Kartoffeln
100 g Kolbász

(1) Zuerst die Zutaten vorbereiten. Den Speck würfeln. Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten. Die Zwiebel fein würfeln. Die Kartoffeln schälen und in ca. 1-1,5 cm große Würfel schneiden. Die Kolbász in dünne Scheiben schneiden.
(2) 2 EL Öl in einem größeren Topf erhitzen. Die Tarhonya darin bei hoher Hitze braun braten. Herausnehmen.
(3) Die Hitze kleiner stellen und in dem Topf das restliche Öl mit dem Speck zusammen geben. Beginnen, den Speck bei mittel-kleiner Hitze auszulassen und dabei anzubraten. DIe Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten lassen. Das Tomatenmark zufügen und unter Rühren mit anbraten. Dann den Topf vom Herd nehmen, die Knoblauchzehen durch eine Presse gedrückt, und das Paprikapulver zufügen. Gut verrühren und sofort danach mit der heißen Brühe oder Wasser auffüllen. Mit Salz und Pfeffer würzen, aufkochen lassen. Die angebratenen Tarhonya wieder in den Topf geben mit abgedeckt bei mittlerer Hitze 8 Minuten kochen lassen.
(4) Nach der Zeit die Kartoffeln und Wurstscheiben zugeben. Gut verrühren. Deckel auflegen und ab dem Zeitpunkt des Kochens ca. 25 Minuten bei mittelkleiner Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Dabei öfters umrühren, weil das Essen gerne am Topfboden ansetzt.

Nochmal kosten, ob Salz fehlt und mit einem sauer eingelegten Gemüse oder Salat servieren.

Genießen!

Quelle: Fördös, Z. (2016): 83 kedvenc magysr receptem. Lunchbox Kiadó. p48

Ersoffene Wurst – Utopenci

Ist die geneigte Leserschaft auch so ein Abendbrot-Fan wie ich? Das hat sich bei mir erst entwickelt, seit sich mein Immunsystem gegen mich verschworen hat. Irgendwie brauche ich nicht mehr so oft warmes Essen, morgens Müsli und abends das klassisch deutsche Abendbrot bekommen mir gut. Aber manchmal ist es sehr praktisch, wenn was im Kühlschrank, dass nur so pur auf eine Scheibe Brot gelegt werden kann, ohne extra zu schmieren.

Zu einer solchen Variante gehört das tschechische „Utopenci“, zu deutsch „Ersoffene“. Damit ist dünn aufgeschnittene Wurst gemeint, die abwechselnd mit Zwiebeln in ein Glas geschichtet und mit einem würzigen, süß-sauren Essigsud übergossen wird. Man hat also einen Wurstsalat auf Vorrat im Kühlschrank, der sich auch ein bisschen hält und kann sich bei Gelüsten einfach aus dem Glas bedienen. Sehr praktisch, wie ich finde!

Die Vorbereitungen sind schnell gemacht, nur dürfen die Wurst- und Zwiebelscheiben nicht zu dick sein. Die Zwiebel hab ich schnell über den Hobel gezogen, die Wurst in ca. Halbzentimeter dicke Scheiben. Dabei ist die Sorte der Wurst Euren Vorlieben überlassen. Ich hatte eine rumänische Fleischwurst, wie ich sie auch aus Ungarn kenne (Pariser Wurst), die hier als Lyoner durchgehen würde. Ich weiß aber auch, dass Bockwurst benutzt werden kann oder Bierschinken oder Bockwürste oder alles mischen :-) Das einzig negative ist die Warte von mindestens 4 Tagen, die das Utopenci erstmal im Kühlschrank rumlungern muss, damit sich die Aromen hübsch verbinden.

Ihr seht, vollkommen komplikationslos und so köstlich! Wirklich einen Versuch wert für Abendbrotliebhaber!

Utopenci – Ersoffene Wurst

Zutaten für 1 Glas 750 ml:

Für den Sud:
400 ml Wasser
4-6 EL Weißweinessig
1 TL Salz
1,5 TL Zucker
4 kleinere Lorbeerblätter
5-10 Pimentkörner
10 Pfefferkörner
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber) (optional)

500 g Wurst (z.b: Fleischwurst, Bockwurst, Bierschinken etc.)
1-2 größere Zwiebeln

(1) Die Zutaten für den Sud in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Zur Seite stellen. Der Sud sollte wie intensiv gewürzter Gewürzgurkensud schmecken.
(2) Die Wurst in etwa 0,5cm dicke Scheiben schneiden. Die Zwiebeln häuten und in dünne Scheiben schneiden (oder hobeln. Aber auf die Finger achten!). Abwechselnd in das saubere Glas schichten. Mit dem warmen Sud übergießen. Abkühlen lassen.
(3) Im Kühlschrank 4-7 Tage ziehen lassen.

Zu frischem Brot servieren. Hält sich wohl so drei Wochen im Kühlschrank.

Genießen!

Quelle: Holla, die Kochfee!Utopenci

Laaangsamst geschmorte asiatische Rippchen

Der Slowcooker ist ja bekanntermaßen eine amerikanische Erfindung und wird dort auch schon seit Eeewigkeiten von vielen Haushalten genutzt, hat aber bei manchem noch ein altbackenes Hausfrauenimage. Dementsprechend viele Rezepte lassen sich im Netz aus dem amerikanischen Raum finden, leider viele mit komischen Fertigzutaten, die ich partout nicht in meinem Körper haben möchte. Aber mittlerweile bekennen sich auch schon etablierte Foodautoren, wie z.B. Mark Bittman von der New York Times dazu, einen Slowcooker zu besitzen (Hochzeitsgeschenk) und ihn sogar regelmäßig zu benutzen *g* Er nennt seinen liebevoll „Monster of Braising“, übersetzt „Schmormonster“ :-D Netterweise hat er auch ein paar Rezepte dazu veröffentlicht, von denen mich eins besonders anlachte.

Letztens kam ich mal wieder zum russischen Supermarkt, wo es gerade schöne Rippchen gab. An Rippchen traue ich mich ja erst langsam ran, ich habe es nicht so mit dem Abknabbern von Knochen, aber Knochen gibt ja bekanntlich noch mehr Geschmack. Also die mitgenommen mit dem groben Plan, sie im Slowcooker zuzubereiten, weil sie geschmort wirklich hervorragend schmecken sollen. Dann verschwanden sie allerdings erstmal in der Tiefkühltruhe. Und als ich dann das Rezept aus der New York Times las, wusste ich genau, was ich machen wollte.

Es ist wirklich einfach zuzubereiten und braucht dann, der für mich Riesenvorteil beim Slowcooker, keinerlei Beaufsichtigung mehr. Nach den 7 bis 8 Stunden kommt wunderbar zartes und gleichzeitig unglaublich würziges Fleisch aus dem Slowcooker. Ein Traum! Wer mag kann es am Knochen lassen und abknabbern, bei mir blieb es nur für’s Photo dran, zum Essen habe ich es vom Knochen gelöst und alles mit dem Reis und kurz gewoktem Sesam-Spitzkohl vermischt *g*

Und das hat alles so wunderbar zusammen gepasst, dass ich nur jedem empfehlen kann, diese Rippchen nachzuschmurgeln. Wer mehr Leute zu versorgen hat und einen 3,5 l Slowcooker besitzt, braucht die Zutatenmengen nur verdoppeln, die Garzeit bleibt gleich, vielleicht 1 Stündchen länger, weil der kleine Slowcooker mehr heizt.

Asiatische Rippchen aus dem Slowcooker

Zutaten für 2-3 Portionen:
700 g Schweinerippchen
1 große Frühlingszwiebel
1,5 Sternanis
1 0,5 cm dicke Scheibe Ingwer
1 TL Fünfgewürzpulver
1/2 TL Pul Biber (Chiliflocken)
2 EL flüssiger Honig
125 ml Sojasauce
1 TL Sesamöl

Slowcooker 1,5 l Inhalt
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 7-8 Stunden auf LOW

(1) Die Rippchen waschen, trocknen und in handliche Stücke zu je 2-3 Rippchen schneiden. In den Einsatz des Slowcookers legen. Die Frühlingszwiebel putzen, in Ringe schneiden und drüber streuen.
(2) Den Sternanis mit der Ingwerscheibe, Fünfgewürzepulver, Pul Biber (Chiliflocken), den Honig, Sojasauce und Sesamöl gut vermischen. Über die Rippchen in den Slowcooker gießen.
(3) Deckel drauf und 7-8 Stunden auf LOW schmurgeln lassen. Wenn möglich einmal nach der Hälfte der Zeit umrühren, damit die Rippchen gleichmäßig in der Marinade schmoren.
(4) Die Rippchen aus der Sauce nehmen und die Sauce, wenn gewünscht abseihen. Wer mag kann das Fleisch vor dem Servieren vom Knochen holen.

Zusammen mit Reis und gewoktem Gemüse servieren.

Genießen!

Quelle: Mark Bittman – Slow and Low is the Way to go

Pulled Pork aus dem Slowcooker

Die geneigte Leserschaft fragt sich wahrscheinlich, weswegen ich Euch so ausführlich zeigte, wie ihr Hotdog-Brötchen backen könnt, wie einfach eifreie Mayonnaise zu mixen ist und was alles in den neuen Lieblingscoleslaw kommt.

Schon lange wollte ich mal das vielgepriesene Pulled Pork machen. Das ist ein Gericht aus den Südstaaten, bei dem ein Schweinebraten sehr lange auf sehr niedriger Temperatur gegart wird, bis er nur vom Angucken auseinander fällt. Nachdem man ihn dann problemlos mit den Gabeln auseinander gezupft hat, wird er mit Barbecue-Sauce und Coleslaw in einem Burger-Brötchen serviert. So weit die bekannte Theorie, nur in die Praxis konnte ich es noch nicht umsetzen. Vor zwei Wochen beim Besuch eines Freundes mit Gattin ergab sich die Gelegenheit. Eigentlich in der ehemaligen Bundeshauptstadt lebend, verschlug es sie zu einer Hochzeit in die Mitte Deutschlands. Und wenn sie schon mal hier sind, können sie am nächsten Tag bei mir vorbei gucken. Und ich dachte mir als Gegenpol zum eleganten Hochzeitsessen, serviere ich ihnen handfestes Südstaatenessen.

Da ich keine Lust auf stundenlanges Schmoren im Ofen hatte mit eben der Gefahr, dass es doch trocken wird, habe ich mich für den Slowcooker entschieden. Eine Vorgehensweise fand ich bei Gabi im Crocky Blog, nur als Gewürzmischung benutzt ich den Mix of Rad von DJ BBQ. Und der Rest ist ganz einfach: den Braten mit der Gewürzmischung über Nacht marinieren lassen, mit den wirklich wenigen flüssigen Zutaten in den Slowcooker geben und 7-8 Stunden schmoren lassen. Da ich das ganze als Mittagessen servieren wollte, leistete die kleine Zeitschaltuhr gute Dienste und stellte den Slowcooker schon halb fünf morgens an *g* Eigentlich ist es ein unkompliziertes Essen, wenn man die einzelnen Zubereitungsschritte aufteilt. Als Sauce benutzte ich das letztjährig eingekochte Ajvar, dass sich wunderbar machte und Coleslaw muss ja eh durchziehen, weswegen er schon am Vortag gehäckselt wurde. Nur die Hotdog-Brötchen habe ich frisch am Sonntagvormittag gebacken mit Hilfe des Wunderteigs.

Wir waren alle drei mehr als begeistert! Würzig-zartes Fleisch im fluffigen Brötchen mit dem delikaten Ajvar und zum Schluss getoppt mit dem besten Coleslaw von Welt! Großartigst! Das muss definitiv wiederholt werden! Kann es nur jedem empfehlen! Ein Gedicht!

Pulled Pork aus dem Slowcooker

Zutaten für 6 Portionen:
1,3 kg Schweinenacken am Stück
1/2 Portion Mix of Rad
(oder andere Gewürzmischung nach Wahl, z.B. Cajun)
150 ml Apfelsaft
25 ml Apfelessig

Zum Servieren:
Burger-/Hotdog-Brötchen
Coleslaw
Barbecuesauce oder Ajvar

Slowcooker: 3,5 l
Zeit: 7-8 Stunden auf HIGH
Fleisch sollte mindestens über Nacht marinieren

(1) Das Fleisch waschen, trocknen und großzügig mit Mix of Rad einreiben. In einen Gefrierbeutel legen und mindestens über Nacht in den Kühlschrank legen.
(2) Den Apfelsaft und Apfelessig in den Keramikeinsatz geben, das Fleisch hinein geben. Deckel drauf und auf HIGH 7-8 Stunden garen. Nach der Hälfte der Zeit den Braten umdrehen.
(3) Herausnehmen und in Alufolie eingewickelt 30 Minuten ruhen lassen. Mit Gabeln auseinander zupfen.

Zum Servieren das Fleisch entweder mit der Sauce vermischen oder alles getrennt voneinander im Brötchen stapeln.

Genießen!

Quelle: grob nach Crocky BlogAus dem Slowcooker: Pulled Pork

Und weil es in jeder Hinsicht eine Schweinerei ist, sowohl beim Essen als auch der Braten und heute Montag ist, darf es bei den #Montagsschweinereien der Giftigen Blonden mitspielen :-)

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