Archiv der Kategorie: Flüssigkeitszufuhr

Multifunktional: Schwarzes Johannisbeer-Thymian-Sirup/Gelee

Ich bin ja schon so ein kleiner Hamster (okay, angesichts meiner Körperlänge eher ein großer *g*) und lege gerne Vorräte an, am liebsten natürlich aus den Früchten harter Gartenarbeit. Jetzt ist der elterliche Garten gute 450 km entfernt und per Post kiloweise Johannisbeeren und ähnliches zu schicken, ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Und nur um Marmelade zu kochen oder Kompott einzuwecken, kaufe ich auch nicht für teuer Geld Beeren in 125 g Schälchen. Also halte ich mich dabei etwas zurück. Sehr freute mich, als mich die beste Martina von allen fragte, ob ich ein paar schwarze Johannisbeeren aus ihrem Garten möchte. Aber hallo, will ich! Die schwarze Variante sind meine liebsten Johannisbeeren, die haben noch so ein anderes Aroma, das den roten und weißen fehlt. Also kamen am Donnerstag große tolle Johannisbeeren in einem alten Eiseimerchen bei mir an und wollten verbraucht werden. Wegen der doofen Fruktose fällt das so Wegfuttern leider größtenteils flach, also irgendwie verarbeiten.

Vor zwei Jahren (als ich die lange Zeit krankheitsbedingt in der Ostseeheimat weilte) hatte ich mir aus Frust das großartige „Home Made“ von Yvette van Boven gekauft. Da sind so viele schöne Sachen drin, die man alle selbst machen kann! Ein Rezept war für einen Sirup aus Schwarzen Johannisbeeren mit Thymian. Was für eine großartige Kombination! Ich konnte es richtig schmecken. Wir hielten uns damals nicht genau ans Rezept, sondern Zwerg entsaftete die Beeren mit der KitchenAid unserer Eltern. Dieses Mal hielt ich mich an die Zubereitungsweise im Buch, die auch nicht viel komplizierter ist und ich einfach keine Entsaftungsanlage besitze. Die Früchte werden zerquetscht, mit dem Thymian einige Minuten gekocht, durch ein Sieb gestrichen (nicht zu fest, sonst kommen doch Kernchen in den fertigen Geleesirup) und dann kurz mit dem Zucker aufgekocht bis der sich aufgelöst hat. Aber irgendwie haben meine Johannisbeeren so viel eigenes Pektin, dass bei mir in beiden Fällen angenehmes Gelee daraus geworden ist. Umso besser, ist es multifunktional: entweder auf’s Brot schmieren oder erst mit etwas Wasser auflösen und dann mit mehr Wasser verdünnt trinken. Beides total lecker! Ich kann mir vorstellen, dass das Gelee auch toll zum Verfeinern von Bratensauce von Wild- oder Rinderbraten geeignet ist. Das probiere ich aber erst im Herbst/Winter aus, wenn die richtige Zeit für Schmorgerichte und Rotkohl ist *g*

Ich habe den Großteil des Gelees diesmal in Weck-Gläser getan und in diesem Fall müssen sie noch für 10 Minuten eingekocht werden. Also einfach die Gläser in einen großen Topf geben, heißes Wasser zufügen bis die Gläser zu mindestens 2/3 bedeckt sind. Aufkochen, Hitze runter drehen bis es nur noch blubbert und dann 10 Minuten einkochen lassen. Nur so kann sich der Druck in den Gläsern auf- oder abbauen (so genau blicke ich das Druckprinzip bei den Gläsern noch nicht). Wer das ganze in normale Gläser mit Drehdeckeln (auch Twist-Off-Deckel genannt) füllt, muss die Gläser nur für etwa 10 Minuten auf den Kopf stellen und dann weiter abkühlen lassen. Wenn die Gläser und Deckel in Ordnung waren, bildet sich dann auch dort ein wunderhübsches Vakuum. Wichtig ist in allen Fällen, dass die Gläser und Deckel vorher wirklich sauber waren. Ich wasche sie mit Spülmittel aus, spüle mit richtig heißem Wasser nach und lasse sie im 120°C heißen Ofen trocknen. Das funktioniert astrein. Wenn ich Weck-Gläser benutze, bedecke ich die Deckel und Gummis in einen kleinen Topf mit Wasser und lasse es aufkochen. So werden auch dort alle Schimmelsporen und Bakterien abgetötet.

Also, bei wem jetzt noch Schwarzen Johannisbeeren in rauen Mengen am Strauch hängen, macht Euch ran. Es lohnt sich und ist ernstlich köstlich!

Schwarzes Johannisbeer-Thymian-Sirup/Gelee

Zutaten für ca. 1 l:
900 g Schwarze Johannisbeeren
1 Bund Thymian
2 EL Zitronen- oder Limettensaft
800 g Zucker

(1) Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen zupfen. In einer großen Schüssel oder gleich im Topf mit einem Kartoffelstampfer zerquetschen oder mit einem Stabmixer kurz anpürieren.
(2) Den Thymian so wie er ist zusammen mit dem Zitronensaft zu den Johannisbeeren geben. Etwa 10 Minuten köcheln lassen bis die Früchte richtig weich sind. Die Früchte dann durch ein feines Sieb in einen anderen Topf geben. Mit einem Löffel die restliche Flüssigkeit aus dem Fruchtmus drücken.
(3) Währenddessen die Gläser vorbereiten. Gründlich auswaschen, mit heißem Wasser ausspülen, in den kalten Ofen stellen. Den Ofen auf 120°C heizen und wenn die Temperatur erreicht ist, etwa 15 Minuten drin lassen. Raus holen und auf ein sauberes Handtuch stellen. Die Deckel (egal ob Twist-Off und Deckel plus Gummiring für Weck-Gläser) in einem kleinen Topf mit Wasser bedecken und aufkochen lassen.
(4) Den Johannisbeersaft mit dem Zucker vermischen. Aufkochen und so lange köcheln lassen bis der Zucker sich aufgelöst hat. Falls Schaum entsteht, den abschöpfen.
(5) Den heißen Sirup in die vorbereiteten Gläser füllen und mit den Deckeln verschließen. Wer Twist-Off-Gläser benutzt hat, einfach nur für 10 Minuten auf den Kopf stellen, dann umdrehen und abkühlen lassen. Weck-Gläser für 10 Minuten bei 90°C einwecken. Aus dem Wasser holen und ebenfalls auskühlen lassen. Die Klammern abnehmen und prüfen, ob der Deckel angezogen hat.

Dann im Winter auf’s Brot oder im Sommer als erfrischenden Sirup

Genießen!

Quelle: Boven, Y. van (2012): Home Made. DuMont Buchverlag. Köln. p 100

Perfekt im Sommer: Wassermelonen-Limeade

Ohne große Worte! Geht zum nächsten guten Obst- und Gemüsehändler, kauft wirklich aromatische Wassermelone (hier hat der türkische Supermarkt umme Ecke die besten) und macht einfach nur nach, was ich die Tage bei Jutta als Watermelon Limeade erspähte.

Sofort! Hopp-Hopp! Jetzt! Ich meine es ernst!

Wassermelonen-Limeade

Zutaten für ca. 3 Gläser:
1/2 mittlere Wassermelone (ca. 700 g Fruchtfleisch)
3-4 EL Limettensaft (etwa 3 Limetten ausgepresst)
3 EL Holunderblütensirup
Eiswürfel nach Geschmack

Das Melonefleisch in Würfel schneiden, dabei versuchen soviele Kerne wie möglich zu entfernen. Wenn der ein oder andere drin bleibt, kein Problem. Zusammen mit dem Limettensaft und dem Holunderblütensirup in einen Mixer geben und mit ordentlich Schmackes pürieren. Wer keinen Standmixer hat, es geht auch gut mit dem Stabmixer. Die fertige Limeade abschmecken, vielleicht noch mit etwas Sirup oder Limettensaft nachjustieren. Durch ein feines Sieb in eine Karaffe gießen und kalt genießen. Gerne noch mit Eiswürfeln :-)

So lässt sich Hitze aushalten!

Quelle: Schnuppschnüss ihr ManzfredWatermelon Limeade

Und eigentlich hätte ich auch gerne ein hübscheres Photo gemacht, es wird dem Geschmack der Limeade wirklich nicht gerecht. Wenn der Drink nicht so toll wäre und ich das Rezept nicht immer in den weiten des Internets suchen mag, sondern gerne in meiner Nähe habe, hätte ich es wahrscheinlich nie gepostet und deswegen nehmen wir hiermit am Outtakes-Event, ausgerichtet von Melanie im Kochtopf, teil :-)

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Minz-Zitronen-Sirup

Jahaa, die Sirupproduktion geht weiter. Offensichtlich ist der Sommer die perfekte Zeit dafür. Wobei ich diesen Sirup auch gut im Winter hinkriegen würde, der türkische Supermarkt umme Ecke hat immer Monsterbunde Minze im Angebot, das ist soo großartig! Und die ist auch so richtig fies aromatisch! Ich liebe es! Und weil Minze und Zitrone wirklich unglaublich gute Freunde sind, wusste ich gleich beim ersten Durchblättern von Yvette van Bovens „Home made – Sommer„, dass ich der Sirup dringend gemacht werden muss! Und andere Rezepte natürlich auch!

Er war auch ganz schnell gemacht: die wenigen Zutaten in einen größeren Topf schmeißen (rohe Minze nimmt echt viel Platz weg), aufkochen, kurz kochen lassen, dann ’ne Stunde ziehen lassen, währenddessen die Flaschen vorbereiten, abfüllen und glücklich werden! Ich werde den tollen Sirup wieder nur mit Wasser zusammen genießen, aber kann es mir auch für Cocktails/Longdrinks/etc. vorstellen oder ein Schlückchen im Sekt? Es lohnt sich die ein oder andere Flasche davon anzusetzen, ehrlich!

Minz-Zitronen-Sirup

Zutaten für knapp 1 Liter:
400 g Zucker
2 Bio-Zitronen in Scheiben geschnitten
1 großes Bund Minze (etwa 100 g), gewaschen und verlesen
600 ml Wasser

(1) Alle Zutaten in einen größeren Topf (hier Fassungsvermögen 3 l) geben. Aufkochen und 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Vom Herd nehmen und ca. 1 Stunden ziehen lassen.
(2) Währenddessen den Ofen auf 120 °C vorheizen und die Flaschen und Deckel gut auswaschen, mit heißem Wasser ausspülen. Die Flaschen ca. 10 Minuten im Herd trocknen lassen, die Deckel mit einem neuen Geschirrhandtuch gut abtrocknen.
(3) Den durchgezogenen Sirup durch ein feines Sieb in einen anderen Topf gießen, gut ausdrücken mit einem Löffel, damit jeder Tropfen Sirup in die Flasche kommt. Nochmals aufkochen lassen und dann heiß in die heißen Flaschen aus dem Ofen füllen. Ein Trichter leistet gute Dienste dabei. Die Flaschen mit dem Deckel verschließen, für 10 Minuten auf den Kopf stellen, dann zugedeckt mit einer Decke (oder mehrere Handtücher) langsam abkühlen lassen. Irgendwann sollte es *klick* machen und es hat sich ein Vakkum in den Flaschen gebildet.

Für Cocktails, zu Joghurt, in Quark oder einfach wie ich in kaltes Wasser rühren und die Erfrischung

genießen!

Quelle: Boven, Y. van (2012): Home made – Sommer. Dumont. Seite 79

Goil! zum Zweiten – Rhabarber-Vanille-Sirup

Hallo! Mein Name ist Anikó und ich bin sirupsüchtig!

Ich trinke eigentlich fast nichts anderes als Leitungswasser mit etwas Sirup gemischt. Das kommt von den vielen Sommern in Ungarn, dort wurde von meiner Oma und meinen Tanten Sirup aus dem zuviel an Obst im Garten gemacht, besonders in Erinnerung ist mir der Himbeersirup, soo göttlich! Jedenfalls beläuft sich mein Verbrauch auf etwa 0,7 l pro Woche, die geneigte Leserschaft bemerkt also, dass mein Verbrauch tatsächlich hoch ist. Normalerweise kaufe ich Sirup der österreichischen Marke Yo, den ich wirklich uneingeschränkt empfehlen kann (und dafür werde ich nicht bezahlt!). Habe gerade auch gesehen, dass man den in größeren Packungen bei Amazon bestellen und sie auch lustige neue Zitrussorten haben, die ich noch nicht kenne, aber bestimmt großartig finde. Ich mag ja auch Rose Lime Juice unglaublich gerne, finde ihn hier nur nicht :-(

Aber man kann Sirup auch selbst ganz einfach alleine herstellen. Seit ich vor zwei Jahren im „Trific“ Rhabarberschorle getrunken habe, bin ich angefixt davon. War das Zeug gut! Und wie schon beim Gewürz-Rhabarber aus dem Ofen, wollte ich auch den Sirup schon letztes Jahr machen, aber wieder mal die vermaledeite Krankheit… Aber dieses Jahr! Bei Juliane sah ich das Rezept für wunderhübsch rosanen Sirup, dass sofort adaptiert und ausprobiert wurde mit frischem Rhabarber aus dem elterlichen Schrebergarten. Ich habe statt der Limette den Saft einer halben Zitrone verwendet. Und weil ich finde, dass Rhabarber und Vanille ein unglaublich gutes Team sind noch 2 Teelöffel der Vanillepaste hinzugefügt.

Und das Zeug ist so göttlich geworden! Schön rosa, rhabarberig, etwas vanillig, perfekt! Also ab in den Garten oder Supermarkt, Rhabarber kaufen, Sirup ansetzen, Flaschen sterilisieren und wunderbaren Sirup genießen!

Rhabarber-Vanille-Sirup

Zutaten für ca. 1,5 bis 2l:
1,5 kg Rhabarber
1 kg Zucker
2 TL Vanillepaste oder 1 Vanillieschote ausgekratzt
550 ml Wasser
Saft 1/2 Zitrone

(1) Den Rhabarber gut waschen. Ganz wichtig: Ungeschält in dünne Scheiben schneiden. Die Enden wegwerfen. In einem großen Topf (hier Fassungsvermögen 5l) die Rhabarberscheiben mit dem Zucker und der Vanillepaste/Vanilleschote mischen. Mindestens 1 Stunde stehen lassen, damit der Rhabarber Saft zieht. Es gehen aber auch 4, 5 oder 6 Stunden.
(2) Zu dem Rhabarber das Wasser und den Zitronensaft geben. Aufkochen lassen und dann 30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Rhabarberscheiben vollständig zerfallen sind. Falls eine Vanilleschote verwendet wurde, die jetzt rausfischen.
(3) Währenddessen schon mal die Flaschen vorbereiten. Dafür den Ofen auf 100°C vorheizen. Die Flaschen und passenden Deckel mit heißem Wasser und Spülmittel gut auswaschen. Dann mit richtig heißem Wasser ausspülen. Die tropfnassen Flaschen in den Herd legen und mindestens 10 Minuten dort sterilisieren. Die Deckel mit einem noch nicht benutzten Geschirrtuch gründlich abtrocknen. Auch den Trichter und die Kelle zum Einfüllen nochmals gründlich abwaschen und abtrocknen.
(4) Den Sirup durch ein feines Sieb in einen anderen Topf gießen (Fassungsvermögen 2-3l). Den Rhabarberschmodder mit einem Löffel gut ausdrücken, dass auch noch jedes Tröpfchen göttlichen Sirups in unseren Flaschen landet. Den Sirup nochmals aufkochen.
(5) Die Flaschen aus dem Ofen holen. Den heißen Sirup vorsichtig in die heißen Flaschen füllen. Deckel drauf. Für 5 Minuten auf den Kopf stellen, dann mit einer Decke oder großen Handtuch bedeckt langsam abkühlen lassen. Dadurch sollte ein Vakuum in den Flaschen entstehen, die irgendwann „klick“ machen und die Deckelwölbung nach innen geht.

Mit Mineralwasser, Sekt oder über Vanilleeis oder Vanillepudding servieren und

genießen!

Quelle: Schöner Tag noch!Rhabarber-Sirup

Und so verpackt, werden bei mir Sirupflaschen und Marmeladengläser abgekühlt *g* Babydecken können im nach ihrer aktiven Nutzung noch einen guten Job machen :-)

Oktober-Sommer mit Wassermelonen-Slush

Zwerg ist gerade zu Besuch, für ’ne ganzer Woche und da muss auch nen bißchen Programm her. Damit wir erstmal nen Überblick bekommen, was in dieser, ja seien wir ehrlich, auf den ersten Blick hässlichen Stadt so alles gibt. So starteten wir eine Stadtrundfahrt, die wirklich interessant und informativ war. Wer hätte gedacht, dass Kassel vor dem Bombardement der Briten 1943, bei dem 95% der Stadt zerstört wurde, eine mondäne Barock-Stadt war? Erklärt das heutige Stadtbild … Auf der Tour ging es natürlich auch hoch zum Wahrzeichen der Stadt, dem Herkules, von dem man gestern eine wunderbare Sicht über Kassel mit dem Kaufunger Wald am Horizont hat. Nach den zwei Stunden Rundfahrt machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Karlsaue an der Orangerie und kamen wirklich durstig zu Hause an. Ich sag’s Euch, Sommer im Oktober, gibt schlimmeres!

Zum Glück hatte ich im August ein bißchen Wassermelone eingefroren, die wir mit etwas Mühe zu einem Slush grob nach  Porcelinablues Idee vermixten. Einfach die vorher gefrorenen und jetzt etwas angetauten Wassermelonen-stücke (eine 1l-Gefriertüte zu ca. 2/3 gefüllt) mit dem Saft einer Orange, 2-3 TL Puderzucker und einer handvoll gehackter Minze (gerne auch weniger, wenn jemand nicht so minzaffin ist wie Zwerg und ich *g*) im Mixer zerkleinern und sofort sich selbst damit erfrischen! Ich hab auch noch eine Tüte mit Wassermelonenstücken im Tiefkühler, wenn sich das Wetter hält, wird das nochmal gemacht :-)

Frühling diesmal im Glas oder Holunderblüten-Sirup

Wie schon einige Kommentatoren sagte, kann man mit/aus Holunderblüten  auch wunderbaren Sirup zaubern. Und da ich meinen täglichen Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich aus Leitungswasser plus Sirup decke, ein Relikt der Urlaube in Ungarn, wo ich als kleines Kind (so rein theoretisch bin ich ja immer noch das Kind meiner Eltern, wenn auch ein irgendwie erwachsenes *g*) praktisch nur Himbeersirup mit Sodawasser trinkt. Dementsprechend musste ich natürlich auch Holunderblütensirup austesten. Erst hatte ich mir welchen in einem Bio-Supermarkt gekauft und war soo begeistert, dass ich dringend selbst welchen Nachbasteln musste. Das dauerte leider noch eine Weile, weil ich kein ausreichend großes Gefäß hatte. Nachdem ich dann allerdings meinen Eltern ihr großes, braunes Steingutgefäß abgeluchst hatte *g*, stand dem Spaß nichts mehr weg. Flugs ein paar Holunderblüten gesucht, gefunden und abgeschnitten und ab nach Hause, um den Sirup anzusetzen:

Holunderblüten-Sirup

3 l Wasser
2 kg Zucker
60 g Zitronensäure
3 unbehandelte Zitronen
12 Holunderblütendolden

(1) Holunderblüten vorsichtig ausschütteln, um kleine Tierchen zu entfernen. Die einzelnen kleinen Teilblütenstände vorsichtig abschneiden und in ein großes Gefäß (Fassungsvermögen 5 Liter) geben.
(2) Die Zitronen gut waschen und in Scheiben schneiden. Zu den Blüten geben.
(3) Den Zucker im Wasser aufkochen und die Zitronensäure hinzufügen. Die heiße Zuckerlösung zu den Holunderblüten gießen und an einem kühleren Ort 3-5 Tage ziehen lassen. Eventuell mit einem Tuch lose abdecken, dass keine Tierchen reinfallen.
(4) Den durchgezogenen Sirup durch ein feines Sieb (wenn vorhanden sogar ein Passiertuch) in einen großen Topf geben und nochmals aufkochen (aufpassen, dass es nicht überkocht, sonst klebrige Riesensauerei in der Küche). Heiß in sterilisierte Flaschen füllen.
Dunkel lagern!

So, und was kann man mit dem hellgelben Schatz in Flaschen anstellen? Natürlich einfach mit stillem oder sprudeligem Wasser auffüllen oder in Sekt/Prosecco geben (soll gut schmecken, kann jemand mit starker Alkoholabneigung allerdings nicht beurteilen *g*) oder folgendes zaubern, wie zu meinem Frühstück heute Mittag:

Holunderblüten-Lassi

Zutaten  für ca. 1 l:
600 g Joghurt (3,5%ig)
3 grüne Kardamom-Kapseln
1 Vanille-Schote
5 EL Zucker
5 EL Holunderblüten-Sirup
3-5 Eiswürfel (hier: ca. 5 EL kaltes Wasser)

(1) Vanilleschote aufschneiden und das Mark auskratzen. Die Kardamom-Kapseln öffnen und die Samen im Mörser mit 1 EL des Zuckers fein zermörsern.
(2) Die Gewürze mit dem Joghurt und den restlichen Zutaten in einem Standmixer gut durchmischen und gut gekühlt servieren.

Quelle: Stich, Nicole (2008): Delicious Days. Gräfe und Unzer-München. Seite 134.

Dieser Lassi ist ja sooo großartig! Unbedingt nachmachen! Der schmeckt so traumhaft! Das Photo ist nicht so super, aber das war das Wetter heute auch nicht, aber der Geschmack, hach … Ich sag’s Euch!
Und vielleicht noch ein paar Informationen, wo man am Besten Holunder findet, weil ich das schon öfter gefragt wurde. Schwarzer Holunder (wissenschaftlich: Sambucus nigra) ist einer der häufigsten Sträucher in Mitteleuropa und wächst vor allem an stickstoffreichen Ecken, z.B. dort wo auch Brennesseln und andere Unkräuter vorkommen. Feuchtere Standorte, wie an Bächen mögen die Sträucher ebenfalls. Im Park um die Ecke findet der geneigte Leser bestimmt den ein oder anderen Busch, einfach mal die Augen offen halten! Ich versuche Holunderblüten eher an trüben, kühleren Tagen zu sammeln, da sind einfach nicht so viele Insekten unterwegs, die man vor der Verarbeitung noch mühsam entfernen muss.

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