Archiv der Kategorie: Fremdgehen

Winterausflug nach Lübeck

Die Umschulung ist beendet, die Jobsuche läuft.

+++ Falls jemand eine engagierte, effiziente, lernwillige, gewissenhafte, zuverlässige Sekretärin, bevorzugt im Gesundheitsbereich, gerne auch in anderen Bereichen auf Teilzeitbasis (20-25 Stunden die Woche) sucht, meldet Euch gerne! +++

Und da ich nicht nur im Göttinger Raum suche, sondern mir auch gut vorstellen kann wieder Richtung Ostseeheimat zu ziehen, verschlug es mich für ein Vorstellungsgespräch nach Lübeck. Nun ist Lübeck nicht weit von Rostock entfernt, trotzdem war dies erst mein dritter Besuch der Stadt (Umsteigen auf dem Weg nach Hamburg zum Shoppen zählt nicht.) Das erste Mal war kurz nach dem Fall Mauer als wir uns 1990 (es war nicht im November oder Dezember ’89, oder?) zu viert auf den Weg machten. Ich kann mich nicht an viel erinnern, es war irgendwie alles überwältigend. Aber daran, dass meine Eltern für jede von uns ein kleines Büchlein kauften, dass auch immer noch in meinem Regal steht. Der zweite Besuch war ein Treffen mit einem guten Freund, der mittlerweile in Toronto/Kanada lebt und ist auch schon sieben Jahre her.

Jetzt also Nummer drei. Mit ein bisschen mehr Zeit, weil das Vorstellungsgespräch vormittags stattfinden sollte. Also nahm ich einen frühen Zug den Tag vorher und hatte noch ein bisschen Zeit mir die Stadt anzugucken.

Der Reisetag begann früh und grau in Göttingen. Bevor es zum Bahnhof ging, musste noch ein wichtiger Termin beim Arbeitsamt erledigt werden.

Aber dann saß ich endlich im durchgehenden ICE Richtung Lübeck. Durchgehende Züge sind so entspannend.

Da ich mit Taxi oder Bus fast genauso lang vom Bahnhof zum Hotel unterwegs gewesen wäre wie zu Fuß, lief ich. So konnte ich schon ein bisschen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt angucken. Dieser schläfrige Löwe bewacht das Holstentor.

Das Holstentor ist das Wahrzeichen der Stadt (war auch schon auf den deutschen 2 Euro-Münzen geprägt) und ist eines von zwei übrig gebliebenen Stadttoren Lübecks.

Es besteht aus einem Süd-, einem Nordturm und dem Mittelbau. Der Durchgang zeigt nach Westen aus der Stadt raus, also zumindest damals als es 1464 begonnen wurde zu bauen. Ja, so alt ist das Ding schon! Ich war auch erstaunt als ich das erfuhr. Heutzutage ist in ihm das Stadtgeschichtliche Museum  in ihm untergebracht und es ist immer noch der beeindruckende Zugang zur Altstadtinsel.

Hinter dem Holstentor befinden sich direkt am Wasser die Salzspeicher Lübecks, die nett hergerichtet zu einer Ladenzeilen umgebaut wurden. Hier in der Rückansicht:

Weiter durch die Innenstadt, der Rollkoffer hinter mir her polternd. Man merkt an jeder Ecke, dass Lübeck eine alte Kaufmannsstadt ist.

Im Hotel angekommen, hab ich erstmal mein Zimmer bezogen, die Klamotten für’s Vorstellungsgespräch aufgehängt (soll ja nix zu knittrig sein) und als erstes den äußerst praktischen Stadtplan des Hotels inspiziert. Dort sind alle Sehenswürdigkeiten der Stadt eingetragen, Restaurant, Ampeln und mit kleinen Kamerasymbolen, die besten Perspektiven zum Fotografieren. Da hat sich jemand Gedanken gemacht!

Gleich um die Ecke vom Hotel lag das St. Annen-Museumsquartier, dass ich ein wenig durchstromerte. Man sieht goldige, kleine und schiefe Fachwerkhäuser in niedlichen Straßen.

Enge Kopfsteinpflasterstraßen mit hübsch sanierten Häusern. Seht ihr die Fensterläden? Ich habe eine große Schwäche für Fensterläden!

Weiter geht es zu einem Paradebeispiel norddeutscher Backsteingotik, aber der kleinsten Kirche im Lübecker Stadtbild: St. Aegidien.

Pünktlich zur späten Mittagszeit meldete sich mein Magen. Und da ein Foodie ja nicht unvorbereitet verreist, hatte ich zu Hause schon beschlossen im Jazz Café zu Mittag zu essen. Die Mittagskarte war übersichtlich, aber ansprechend und ich entschied mich für Königsberger Klopse.

Holla! Das hätte besser als Königsberger Monsterklopse betitelt werden sollen, aber köstlich waren sie. Die Sauce schön cremig und sehr stimmig zu den würzigen Klopsen passend. Die Servicemitarbeiter auch sehr aufmerksam. Kann ich also empfehlen, wenn ihr mal in der Stadt seid. Abends finden auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt, aber konnte ich leider nicht austesten.

Nach der Pause für meine Beine wollte ich mir noch den Dom angucken. Jahaa, Lübeck hat offensichtlich einen Dom! So hab ich auch geguckt *g* Aber der Weg dorthin ist schwierig. Man muss durch das …

…, das ich mir aber irgendwie ein wenig anders vorgestellt habe. Ruhige Straßen sind jetzt nicht unbedingt beängstigend ;-)

Die Hölle ist ebenfalls nicht weit, …

… aber auch irgendwie anders als gedacht. Die Wohnstatt des Teufels stellte ich mir spektakulärer, wärmer, feuriger vor. Nicht diese ruhige Gasse mit Rosen, an deren Ende eine Arztpraxis ist.

Und schon öffnet sich der Blick auf den Dom zu Lübeck. Ein beeindruckend großes Kirchenhaus, das von 1173 bis 1230 im romanischen Stil gebaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Dom noch umgebaut und erweitert, in der Nacht zum 29. März 1942 aber leider größtenteils durch Sprengbomben zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1982, wobei der Innenraum auch neu angeordnet wurde.

Ich behaupte mal, ein typisch norddeutsch-protestantischer Kircheninnenraum ist eher spartanisch gehalten.

Aber es lassen sich noch einige andere Interessante Details finden, wie die diversen Grüfte angesehener Familien, die hübsche Kirchenuhr oder die unterschiedlichsten Grabplatten. (Glaub ich… Meine Güte, kenne ich mich wenig bei Glauben und Kirchen aus.)

Am späten Nachmittag traf ich mich noch mit einer alten Freundin am Niederegger-Haus. Wir sahen uns ein wenig in deren Geschäft um, ich kaufte ein paar Mitbringsel für die Eltern. Und gingen dann aber weiter in das Café Czudaj, dass Uli empfohlen wurde von Kollegen. Und wir waren sehr begeistert! Gemütliche Ausstattung, nette, zuvorkommende Bedienung, gute Kuchen. Wir bestellten eine große Kanne Kräutertee für uns beide, ich dazu noch ein Glas frisch gepressten Grapefruitsaft. Mir war so sehr danach! Uli suchte sich einen Apfelkuchen aus, ich den Apfelstrudel, der mit Vanilleeis serviert wurde (Sahne wird von mir grundsätzlich abbestellt. Wer kam denn bitte auf die Idee Luft in Flüssigkeiten zu schlagen? *irks*). Beides wirklich köstlich! Leider war die Portion Apfelstrudel wieder zu groß für mich *seufz* Einen Besuch des Cafés Czudaj können wir beide sehr empfehlen!

Gegen 19 Uhr trennten sich unsere Wege, aber nicht ohne uns vorher noch für ein Mittagessen am nächsten Tag zu verabreden. Ich spazierte zurück zum Hotel, bereitete mich noch auf das Vorstellungsgespräch am nächsten Tag vor und ließ den Abend gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen erwachte ich erwartungsgemäß zu früh und wurde mit typisch grauem Januarhimmel begrüßt. Aber die Kirchendächer waren hübsch anzusehen.

Nach dem Vorstellungsgespräch traf ich mich schwer bepackt mit Uli beim koreanischen Restaurant „Onni“, sie wollte es schon länger ausprobieren, ich hatte Lust auf asiatisch und frische Zutaten.

Von der kleinen, aber feinen Mittagskarte bestellten wir unterschiedliche Sachen, aber für beide gab es als Vorspeise ein nettes, leichtes Süppchen! Und mit Süppchen kriegt man mich halbe Ungarin ja immer *g*

Uli hatte den Veggie Mix gewählt mit lauter, ansprechenden Kleinigkeiten, der ihr schmeckte, nur der Tofu war für ihren Geschmack etwas zu süß.

Ich wollte endlich mal den Klassiker der koreanischen Küche kosten und entschied mich für vegetarisches Bibimbap. Bibimbap ist eine Schüssel Reis, auf dem viele unterschiedliche Kleinigkeiten arrangiert werden und in diesem Fall mit einem rohen Ei obenauf. Jetzt aber nicht in Panik verfallen, ob des rohen Eis! Die Schüssel und der Reis waren wirklich brüllend heiß, so dass mit dem obligatorischen Verrühren aller Zutaten, das Ei gegart wird. Eigentlich wird noch Bibimbap-Sauce drüber gegeben, die das Restaurant auch selbst bastelt, aber sie war mir zu scharf. Leider. Weil eigentlich hatte sie sehr nette Aromen, nur wenn mein Mund brennt vor Schärfe und ich die anderen Aromen des Gerichts nicht mehr wahrnehmen kann, mag ich das nicht. Aber auch ohne die Sauce, war das Bibimbap ein Gedicht! Tolles Zeug! Sollte ich mal zu Hause nachbasteln, so kompliziert ist es ja (hoffentlich?) nicht.

Dann wurde es auch schon Zeit meinen Koffer zu schnappen und ich eilte zum Bahnhof, um noch den Zug zu erwischen, der mich mit nur 1x umsteigen Richtung Rostock zu den Eltern brachte.

Liebste Uli, danke für den schönen Nachmittag und Mittag! Es war wirklich schön Dich wiederzusehen und bin froh, dass Du jetzt wieder dichter dran lebst *ggg*

Adressen:

Jazz Cafe
Mühlenstraße 62
23552 Lübeck
Internet: Jazz Cafe Lübeck
Telefon: 0451 7073734

Café Czudaj
Mühlenstraße 1
23552 Lübeck
Internet: Café Czudaj am Klingenberg
Telefon: 0451 7074231

Onni Seoulkitchen
Mühlenstraße 54
23552 Lübeck
Internet: Onni Seoulkitchen
Telefon: 0451 20992951

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Stürmischer letzter Tag

Mein letzter Tag, Frau Kochschlampe blieb noch eine Nacht länger. Es war immer noch stürmisch und der Himmel dramatisch.

Frau Kochschlampe wollte noch ein wenig am Strand rumhühnern, während ich auf Mitbringseljagd ging. Aber zuerst bestaunten wir noch das stürmische Meer vom immer schmaler werdenden Strand aus …

… gingen zur Seebrücke, die mittlerweile gesperrt war. Da waren aber auch wirklich große Wellen, die anrollten.

Ich erledigte die Besorgungen und packte meine Siebensachen, während Frau Kochschlampe dieses Prachtexemplar von Regenbogen knipsen konnte:

Mittag aßen wir nochmal auswärts im „Peter Pane“ an der Strandpromenade. Wir entschieden uns für das Mittagsmenü, bei dem wir mit einem Geldaufschlag zum Burgerpreis noch Pommes und Kaltgetränk bekamen. Ich wählte den „Waldmeister“-Burger, der sehr köstlich war. Aber wieder das alte Problem: es ist immer viel zu viel für meinen Magen und es bleibt leider viel übrig. Die Kinderportion durfte ich leider nicht nehmen, weil sie tatsächlich nur bis 12 Jahren ist. Hmpf. Aber war trotzdem lecker, knusprige Pommes und saftiger, würziger Burger:

Nachmittags begleitete Frau Kochschlampe mich noch zum Bahnhof (sie zog sogar meinen Koffer, danke schön :-*) und ich düste ab Richtung Rostock.

Es waren schöne und entspannte Tage! Frau Kochschlampe ist die beste Reisebegleitung, die ich mir wünschen kann. Und Rügen hat noch so viel mehr, dass sich lohnt zu entdecken. Vielleicht konnte ich Euch ja Lust auf ein paar Tage auf Deutschlands größter Insel machen! Ich war bestimmt nicht das letzte Mal dort!

Adresse:
Peter Pane – Binz Strandpromenade
Strandpromenade 23
18609 Binz

Telefon: 038393 666346
Internet: http://www.peterpane.de/restaurants/binz-strandpromenade/

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Essen in der „Strandhalle“

Am Abend nach dem langen Spaziergang nach Prora hatten wir noch eine Verabredung, auf die ich mich sehr freute. Ich bin kein Mensch, der viele Freunde hat. Ein paar sind allerdings doch vorhanden, nur leider weit verstreut. Aber passenderweise wohnt die beste aller Pharmazeutinnen, die ich vor vier Jahren im Krankenhaus kennenlernte, in Bergen auf Rügen. Und was lag da näher als sich zu treffen, wenn ich schon mal auf der Insel weile. Es war schwierig, aber wir fanden einen Termin und Kati konnte auch für Dienstagabend noch einen Tisch im Restaurant „Strandhalle“ ergattern.

Das Restaurant liegt direkt am östlichen Ende der Promenade und hat einen wunderbaren Blick auf die See. Das Gebäude wurde früher tatsächlich als Winterlager für Strandkörbe genutzt, der Name kommt also nicht von ungefähr.

Wir brauchten ein bisschen, um uns zu entscheiden, aber dann stand der Plan! Frau Kochschlampe entschied sich als erstes für eine Vorspeise namens „Hermelin“:

Das ist eingelegter Camembert mit Kräuterpesto, ein paar speziellen Gewürzen und Weißbrotchips. Frau Kochschlampe fand es sehr gelungen. Wieso habe ich eigentlich nicht gekostet? Jedenfalls ist das Ursprungsrezept tschechisch, aber eben mit Rügener Badejunge, einem Camembert der noch tatsächlich auf Rügen produziert wird, aber die Firma ist am Überlegen, ob sie die Produktion nach Thüringen verlegt, was den Namen aber ad absurdum führen würde … Und der Rügener Badejunge ist tatsächlich der am meisten verkaufte deutsche Camembert. Erstaunlich.

Dann kamen die Hauptgerichte. Ich hatte mir Edel-Labskaus bestellt. Dabei waren neben Medaillons aus Kalbsrücken feines Kräutermatjestatar und Kartoffel-Rote Bete-Stampf auf meinem Teller zu finden, dazu ein Spiegelei und Gewürzgürkchen. Ein großartiges Gericht, wirklich fein und köstlich!

Frau Kochschlampe hatte einen Teil vom veganen Menü: Sous-vide gegartes Wurzelgemüse mit Kräuter-Kartoffelstampf. Hat ihr auch sehr gut geschmeckt!

Ich muss nochmal kurz ein paar Worte zu vegetarischem Essen in Restaurants verlieren. Hier war es jetzt kein Problem für Frau Kochschlampe, die ja lebenslange Vegetarierin ist, etwas zu finden. Das Restaurant war so ambitioniert, dass es sogar ein komplett veganes Menü anbietet. Frau Kochschlampe hätte sich aber gerne etwas mit mehr Käse oder anderen Milchprodukten gewünscht (Ei mag sie in sichtbarer nicht wirklich…). Jammern auf hohem Niveau ;-) Aber in anderen, ich sage mal normalen Restaurants wie beispielsweise Landgasthöfen, ändert sich das Speiseangebot für Vegetarier erst langsam. Ja, natürlich gibt es immer eine vegetarische Sektion, aber seien wir ehrlich, meist besteht die aus Backkartoffel mit Sour Creme, Nudeln mit Gemüsesauce oder überbackenes Gemüse. Dabei gibt es doch so viele schöne vegetarische Gerichte. Das Thema ist momentan wirklich en vogue und nein, nicht alle Vegetarier wollen auswärts panierten Camembert mit Preiselbeeren essen.  Liebe Köche, informiert Euch doch mal, unterhaltet Euch mit Vegetariern, was die sich so kochen, lasst Euch inspirieren von den vielen guten Kochbüchern (Ottolenghi, Mälzer, die „Österreich vegetarisch“-Reihe aus mittlerweile einigen Ländern) und adaptiert die Gerichte passend für Euer Restaurant. Alle Vegetarier und auch Leute wie ich, die ich gerne vielfältige Gemüseküche esse, wären Euch aufrichtig dankbar!

Nun weiter im Menü: Die beste Pharmazeutin von allen bestellte sich Paillard vom Kalb mit Rucolasalat. Ich musste erstmal recherchieren, was das denn sein soll ;-) Dabei handelt es sich um ein besonders dünn plattiertes Stück Fleisch von Rind und Kalb, sogar noch dünner als für’s Schnitzel. Dann wird es gebraten und hier eben auf einem Salat mit Parmesanhobeln und einigen anderen Aromakomponenten serviert. Kati war sehr begeistert!

Ihr Gatte war am Schnellsten fertig mit seiner Auswahl und bestellte „Himmel und Erde“. Kartoffelspeckpüree mit gebratener Blutwurst, Apfelkompott und gebackenen Zwiebeln. Auch da gab es große Begeisterung, ob des Geschmacks!

Ich muss gestehen, ich mag es richtig gern, wenn gute Hausmannskost aus hochwertigen, regionalen Produkten hergestellt wird und eigene Variationen des Kochs einfließen.

Wir drei Damen wünschten uns noch einen Dessert. Dies hier ist Frau Kochschlampes Wahl mit Schokolade in verschiedenen Varianten plus Kokosschaum, der ihr aber ein wenig seifig schmeckte leider. (Ich hab echt vergessen, was es genau war. Sorry!)

Kati und ich wählten die exotisch gewürzte Crème brûlée. Meine erste Crème brûlée! Und die war richtig gut, cremig und knusprig zugleich! Ich war begeistert! Vielleicht versuche ich doch mal, so etwas zu Hause nachzubasteln :-D

Ich hatte viel Spaß an dem Abend, auch wenn wir alle etwas müde waren, und fand das Essen sehr gelungen. Schöne Produkte, gute Umsetzung, richtig guter Geschmack! Das Preis-Leistungsverhältnis fand ich ebenfalls stimmig. Ich kann Euch die „Strandhalle“ sehr empfehlen, wenn ihr Euch mal in Binz seid!

Adresse:
Strandhalle Binz
Strandpromenade 5
18609 Ostseebad Binz

Telefon: 038393 – 31564
Internet: www.strandhalle-binz.de

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Wanderung zum Schloss Granitz

Der 3. Oktober begann freundlich und versprach sonnig zu werden, so dass Frau Kochschlampe und ich gemütlich auf dem Balkon frühstückten und nicht eine Winzigkeit fröstelten:

Für den Tag hatten wir uns eine Wanderung zum Schloss Granitz vorgenommen. Ich erwähnt ja schon, dass ich in diesem Urlaub ein bisschen meine körperlichen Grenzen austesten wollte bzw. es ergab sich. Frau Kochschlampe ist zu jeder Schandtat bereit, unterstützt mich wo sie kann und kann sich aber auch gut selbst beschäftigen und mich alleine lassen, wenn mein Körper nicht mehr mag. Denn manchmal ist die Krankheit doch sehr unberechenbar, aber damit lernt man zu leben und die meiste Zeit geht es mir gut :-)

Jedenfalls wollten wir für den schön versprochenen Tag raus in die Natur um Binz. Ich hatte einen anderen, kürzeren Weg im Sinn, aber Frau Kochschlampe lotste uns erst den Strand entlang. Blau. Blau. Blau! Und ein bisschen grün:

Weiter ging es die Promenade entlang, am Horizont sieht man die großen Frachter, die auch gerne auf der Ostsee rumkreuzen:

Hach, ich mag die kleinen Herzmuscheln!

Noch mehr blau! Diesmal über und unter um der Seebrücke:

Hübsche Villen an der Promenade:

Der Wald am Ende des Strandes färbte sich langsam in den ersten Herbstfarben:

Dort bogen wir durch die Teufelsschlucht in den Buchenwald ein.

Frau Kochschlampe ist zum Glück gut mit Wander-Apps ausgestattet, sonst hätte ich alt ausgesehen. Ich war ja so überhaupt nicht auf die Aktivität „Wandern“ eingestellt. Wir folgten also weiter den Wegen und erreichten eine hübsche Lichtung, die durch die Feuchtigkeit im Boden zustande kommt. Zu feucht mögen es die meisten Bäume auch nicht. Vielleicht ist das ein sehr verlandeter See …

Und so wanderten wir weiter durch wunderschön grüne, lichte Wälder …

Nachdem wir auch durch märchengruseligen Wald gingen, kamen wir bei unserem Ziel an…

Jagdschloss Granitz!

Es wurde von Wilhelm Malte I. zu Putbus in Auftrag gegeben und von 1837 bis 1846 erbaut nach Plänen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer. Es diente, wie der Name schon verrät, vornehmlich der Familie zu Putbus und ihren Gästen als Aufenthaltsort während der Jagdsaison. Und um Granitz herum soll im 19. Jahrhundert eines der besten Jagdreviere Norddeutschlands gewesen sein. Natürlich kann man sich das Schloss auch von innen angucken und auf den Turm steigen, aber in Anbetracht der Lage meiner Beine (etwas wackelig vom Wandern) ließen wir es sein.

Stattdessen besänftigten wir das aufkommende Hungergefühl, indem wir drau0ßen vorm Schloss die Speisen des Wirtshaus „Alte Brennerei“ genossen. Ich bin ja meist ziemlich skeptisch bei solchen Lokalen, ich habe da einfach schon einige Reinfälle durch die Verwendung von viel Convenience Food erlebt. Aber die „Alte Brennerei“ hat sowohl mich als auch Frau Kochschlampe sehr positiv überrascht – vielfältige, aber nicht zu große Speisekarte mit auch ansprechenden vegetarischen Gerichten.

Ich entschied mich für die „Bärentatzen“, also eigentlich Frikadellen/Klopse/Buletten/Fleischpflanzerl mit lauwarmem Kartoffel-Specksalat. Es war alles handgemacht (soweit ich das beurteilen kann) und es hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt! Ein einfaches, aber schön umgesetztes Gericht.

Frau Kochschlampe wählte den Linsen-Auberginen-Burger mit Tomatensalat und auch ihr schmeckte es wunderbar! Das Lokal war eine wirkliche Überraschung für uns und wir können es von Herzen weiter empfehlen! Wenn ihr in Binz urlaubt, macht ruhig mal einen Ausflug durch die Wälder zum Jagdschloss! Guckt es Euch in Ruhe an und genießt ein köstliches Essen im Wirtshaus „Alte Brennerei“!

Zurück nach Binz wollten wir eigentlich mit der Schmalspurbahn „Rasender Roland“ fahren, aber ich wollte es wissen und wir spazierten zurück. Diesmal den kürzeren Weg, der allerdings doch irgendwie bergig war. Wer erwartet denn bitte Berge auf einer Insel? *seufz* (Also das sind Berge für mich Muschelschubser, Frau Kochschlampe ist anderes gewohnt *g*)

Am Strand mieteten wir uns noch einen Strandkorb. Das erste Mal, dass ich überhaupt in einem Strandkorb saß. Und ja, ich komme von der Küste, aber irgendwie hatten wir immer unsere eigenen Decken dabei *g* Wir schauten aufs Meer, beobachteten die Wellen und Wolken und gönnten uns einen alkoholfreien Cocktail. *hachseufz*

Irgendwann war ich dann so durchgefroren, dass ich über den Strand und Promenade zur Ferienwohnung zurück ging. Dabei hatte ich einen wunderbaren Blick auf die ankommende Sturmfront:

Ein schöner Tag, der dann mit hochgelegten Beinen auf dem Sofa endete :-)

Adresse:
Wirtshaus „Alte Brennerei“
Jagdschloss Granitz 1
18609 Binz

Telefon: 038393 – 32872
Internet: http://www.alte-brennerei.com/

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Entspannter Sonntag

Sonntagmorgen: Ich öffne die Augen und mein Körper gibt mir eindringlich zu verstehen, dass er heute Ruhe braucht. Keine langen Spaziergänge am Strand, kein Shoppingstress bitte. Der Morgen begrüßte uns auch in steingrau.

Trotzdem brauchten Frau Kochschlampe und ich ja Brötchen zum Frühstück und so machten wir uns via Strand auf zum Bäcker. Und wenn man schon mal am Wasser ist, kann man auch gleich ein paar hübsche Sonnenaufgangsbilder mit Meer und Seebrücke machen:

Strandkörbe standen auch noch am Strand, um von den Besuchern später am Tag bevölkert zu werden:

Die Sonne macht sich auf den Weg:

Auf dem Rückweg noch ein Beweisbild der wirklich aparten und typischen Bäderarchitektur der Ostseebäder auf Rügen:

Frau Kochschlampe machte sich dann auf den Weg, um im Nationalpark Jasmund ein wenig die Kreideküste mit ihren UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwäldern zu erkunden, während ich ein Vormittagsnickerchen einlegte. Danach fühlte ich mich wesentlich fitter und ein wenig hungrig. Zum Glück gibt es in einem Ort, der seit 1885 offiziell Seebad ist und dementsprechend touristisch erschlossen, genug Auswahlmöglichkeiten. Und ich entschied mich für „Fritz Braugasthaus“ keine zwei Minuten zu Fuß von der Ferienwohnung entfernt. Die Speisekarte im Netz fand ich ganz ansprechend, bin ich also zum frühen Nachmittag hin, als der große Mittagsansturm vorbei war.

Das Innere ist rustikal-gemütlich eingerichtet mit viel Kupfer und hinten raus ist ein Außenbereich vorhanden, der auch noch gut frequentiert war. Aber zum Draußensitzen war es mir doch einen µ zu kühl.

Und weil ja Sonntag war, bestellte ich mir ein „richtig deutsches“ Sonntagsessen: Ofenfrischer Schweinebraten mit Rotkohl und Klößen:

Ich bestellte nur die kleine Portion, da ich die Aufnahmefähigkeit meines Magens kenne. Aber es war wirklich köstlich! Der Braten schön zart mit würziger Sauce dazu wirklich köstlicher Rotkohl (I ♥ Rotkohl!) und flaumige Knödel! Das Essen war einen Sonntag wirklich würdig! Was ich sehr lobenswert finde, ist dass das Restaurant mit einem Bio-Produzenten zusammen arbeitet und große Teile des angebotenen Rind- und Schweinefleischs vom Landwerthof Stahlbrode kommt, die seit 2008 ein vielfältiges Hofprojekt in Angriff genommen haben mit einem Schulgarten, eigener Tierhaltung und eben auch Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte. Über das Bier kann ich in Anbetracht meiner Alkoholabneigung nichts sagen, aber es gab auch lustige andere Sorten als den Standard.

Natürlich ist „Fritz Braugasthaus“ ein Franchise-Unternehmen, aber ich habe den Eindruck, eines von den besseren. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dort wieder Essen zu gehen und würde es Anderen auch empfehlen :-)

Den sonnigen Nachmittag nutzte ich dann, um auf dem Balkon noch ein wenig Vitamin D zu tanken und das emsigen Treiben auf der Straße zu beobachten. Ein gelungener, ruhiger Sonntag!

Fritz Braugasthaus
Schillerstraße 8
18609 Binz

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 11-0 Uhr

Herbst auf Rügen – Grenzentesten: Mein erstes Essen mit Stern im „freustil“

Wenn zwei sehr essensaffine Frauen unterwegs sind, gönnen wir uns natürlich auch was und probieren gerne aus. Im Vorfeld von gemeinsamen Urlauben recherchieren wir immer als erstes nach Essensmöglichkeiten und wurden schnell auf das „freustil“ aufmerksam. Kurz geguckt, für würdig befunden und Frau Kochschlampe reservierte uns einen Tisch für den Abend des ersten richtigen Urlaubstages.

Das Lokal lag nur 3 Minuten zu Fuß von unserer Ferienwohnung entfernt im Hotel „Vier Jahreszeiten“.

Im „freustil“ stehen dem Gast zwei Menüs zur Wahl – zum einen das „freustil“ Menü oder das „Naked nature“ Menü in vegetarisch. Je Menü sind sechs Gänge aufgeführt, deren Anzahl der Gast frei wählen kann. Und weil es mein erstes Mal Sternerestaurant war, ich aber die Begrenzung meines Magens kenne, entschieden wir uns für vier Gänge. Frau Kochschlampe wählte noch die passende Weinbegleitung, die für mich ja wegen lebenslangen Alkoholnichtmögens weg fällt. Wir wollten allerdings den Aperitif. Es wurde eine Reduktion aus Sanddornsaft (was sonst an der Ostseeküste *g*) gereicht, der mit etlichen Gewürzen gekocht und dann mit Prosecco oder alkoholfreiem Blubberwasser (ich weiß nicht genau, was da drin war) aufgegossen wurde. So wirklich richtig köstlich! Dabei machte ich auch mal wieder einen Versuch, Alkohol zu trinken. Ob das gleiche Grundgetränk mit einer alkoholischen Zutat sehr anders schmeckt als ohne? Tut es! Und mir nicht besser… Irgendwie betäubt Alkohol meine Geschmacksknospen auf der Zunge, so dass sich alles taub anfühlt. Nicht angenehm…

Aber kommen wir zum wichtigen Teil des Abends – das Essen! Als erstes bekamen wir frisches, helles Brot mit feinster Kräuterbutter und schwarzem Salz. Bei so einem Kohlehydratjunkie wie mir kann man damit ja überhaupt nichts falsch machen. Erst recht nicht, wenn es so gut schmeckt, wie diese Variante!

Dann brachten zwei der Köche einen Gruß aus der Küche. In dem Tablett fanden sich Quark mit einem knusprigen Brotchip und Schinken (links), mittig eine Blumenkohlvariation mit Huhn, bestehend aus ganzen Röschen, feinstem Püree und den Blättern, und rechts ein geräuchertes Wachtelei plus Brühe. Und diese Brühe! Oh! Mein! Gott! So unglaublich aromatisch! Das hat meinen Brühe-Horizont nochmal um einiges erweitert. Und ich habe noch nie so feines Püree gegessen, also von der Konsistenz her. Ein sehr gelungener Start ins Menü.

Als Vorspeise gab es für Frau Kochschlampe Rote Bete-Tatar umgeben von diversem Wurzelgemüse, das sehr großen Anklang fand.

Auf meinem Stein fand sich unter den Radieschenscheiben feinstes Rehtatar. War das Fleisch würzig-zart! Und passte hervorragend zur senfigen Schärfe der Radieschen und den bunten Saucekleckschen. Ich möchte in Zukunft mehr Wild essen. Ich mag den Geschmack sehr! Mir tat die Bedienung etwas leid, weil dieser Stein echt schwer war, aber macht natürlich auch schwer was her *g*

Frau Kochschlampes Zwischengang nannte sich „Waldillusion“. Am äußersten Rand des Brettes war eine Nocke Johannisbeersorbet zu finden, mittig ein Maronenfalafel, dazu etwas, dass wie Baumborke aussah, aber definitiv nicht so schmeckte (wir konnten beide den Geschmack nicht eindeutig zuordnen) und ein paar Scheibchen schwarze Walnüsse. Wie ihr seht, verstecken sich ein paar Pilzscheiben, um die Illusion eines Waldes samt seiner pflanzlichen Bewohner perfekt zu machen. Eine wirklich schöne Zusammenstellung der Aromen und unterschiedlichsten Konsistenzen. Wenn ich mich recht entsinne, war dies Frau Kochschlampes Lieblingsgang!

Mein Zwischengang war eine Kürbismilch, in der Teekanne serviert, die ich dann am Tisch über ein Kürbis-Dreierlei mit pochierter Landhuhnbrust goss. Das Kürbis-Dreierlei bestand aus dünnen, gebackenen Kürbisstreifen, gekochtem Kürbis und Kürbisperlen. Die Kürbismilch, eigentlich eine Kürbissuppe mit Kokosmilch verfeinert, war angenehm samtig und wohlig wärmend. Wunderbar!

Frau Kochschlampes vegetarischer Hauptgang bestand aus gegrillten Spitzkohlvierteln (auf dem Brett rechts) und marinierten Belugalinsen plus gebratenem Schafskäse. Zur weiteren Aromatisierung wurden wieder viele frische Kräuter verwendet, wie Euch bei den vorangegangenen Gängen vielleicht schon aufgefallen ist. Ich mag es, wenn so viele Kräuter benutzt werden und versuche das auch in meiner Küche umzusetzen. Jedenfalls war Frau Kochschlampe sehr angetan von dem Gericht!

Ich hatte den Ochsen gewählt, der mit supercremigem Kartoffelstampf, in Salz gegarten Bunten Beten und frittiertem Kartoffelstroh serviert wurde. Dazu gab es noch Grüne Sauce, die wunderbar kräuterig schmeckte. Das Fleisch war so unglaublich zart und schmeckte angenehm unneutral, aber nicht übermäßig stark. Genau richtig. Die Beten waren schön zart, aber mit Roter oder welcher Bete auch immer kann man bei mir ja nichts falsch machen. Die Salzgarmethode sollte ich auch definitiv ausprobieren. (*recherchieren wo ich große Mengen Salz bekomme*). Ich war sehr begeistert von diesem Gang!

Das „freustil“ fand ich sehr gemütlich eingerichtet. Eher wie ein Wohnzimmer im skandinavischen Stil denn ein Restaurant. Da kann man definitiv auch ein bisschen länger sitzen!

Nach dem Hauptgang schwächelte mein Magen schon ein bisschen und ich dachte „Wie gut, dass nur noch das Dessert kommt.“ Aber Pustekuchen! Leichte Verzweiflung machte sich bei mir breit, die Frau Kochschlampe hoch amüsant fand, als ein zweiter Gruß aus der Küche kam. Ein bisschen was, um unsere Geschmacksknospen auf das Dessert vorzubereiten. Es bestand aus dem Johannisbeersorbet, dass wir schon bei Frau Kochschlampes Zwischengang kennenlernten, einer Beerenlimonade im Gläschen rechts und einem Kaffeeschaum mit Himbeeren und Kaffeeschokokrümel, auf denen ein Bruchteil Aschebaiser war. Das Sorbet und die Limonade waren großartigst köstlich! Und die Creme auch handwerklich wirklich wunderbar, nur war da Kaffee drin. Und Kaffeegeschmack mag ich wirklich gar nicht. Noch vor Alkohol schmecke ich Kaffee aus Essen raus, z.B. Tiramisu. Ich weiß, ich bin seltsam in meinen Abneigungen (Alkohol, Kaffee, dunkle Schokolade, Kokos, Schwarzer Tee)…

Noch ein paar Worte zum Wein. Ich trinke zwar keinen Alkohol, aber rieche gerne dran. Und hier bot sich mir die Chance, mal wirklich die Unterschiede zwischen den Weinen zu erfahren, die zu den einzelnen Gängen ausgesucht wurden. Wir baten die Bedienung einfach, die Gläser auf dem Tisch zu lassen. Und es war hochspannend für mich! Einer duftete tatsächlich blumig, ein anderer eher herb und sogar vom Duft konnte ich sagen, dass die gut zu den einzelnen Gerichten gepasst haben, auch wenn Frau Kochschlampe meinte, dass sie doch noch ein bisschen anders schmeckten als sie rochen. Spannend! (Ich fände ja auch die Bewirtschaftung eines Weingutes total cool, nur probieren usw. könnte ich meine eigenen Erzeugnisse dann nicht *g*)

Dann kam unser letzter Gang. Frau Kochschlampes Dessert nannte sich „Sweet Herbs“. Dabei waren Kerbelperlen neben Petersilienschaum und Basilikumeis zu finden. Serviert wurde das ganze noch mit einem Kräutersponge, also Biskuitteig, der mit Kräutern verfeinert wurde. Wieder Begeisterung auf der anderen Tischseite!

Ich hatte „Fast einen Pflaumenkuchen“. Neben dem Schüsselchen mit marinierten Pflaumen und Vanillecreme auf denen sich Salzkaramell-Borke kringelte, fanden sich auf dem Teller roher Kuchen- und Streuselteig. Und mit rohem Kuchenteig hat man bei mir immer gewonnen! Dazu die etwas säuerlichen Pfläumchen mit der traumhaften Vanillecreme (zum Glück ohne Alkohol oder Kaffee drin *puh*), wirklich ein schönes Dessert! Irgendwie komme ich auf den Dessertgeschmack *g*

Ein wirklich wunderbarer Abend mit großartigem Essen! Es waren tatsächlich Kombinationen und Zubereitungsarten bei, die ich mir so nicht hätte vorstellen können. Die Produkte qualitativ hochwertig und dann handwerklich sehr gut umgesetzt. Die Bedienungen waren sehr freundlich, zuvorkommend und angemessen zurückhaltend. Nun habe ich nicht viel Erfahrung mit Sternelokalen, aber hier lohnte sich jeder Cent. Frau Kochschlampe und ich können dieses Restaurant aus tiefstem Herzen empfehlen! Ich war wirklich begeistert und habe Lust auf mehr gutes Essen.

Adresse:
freustil
Zeppelinstraße 8
18609 Binz

Telefon: 038393 – 50444
Internet: http://www.freustil.de/

Fremdessen im vorweihnachtlichen Warnemünde/Rostock

Aus Schulzeiten habe ich nur eine Freundin. Nein, kein Mitleid, das ist voll in Ordnung so. Ich weiß schon, warum ich mit dem Großteil meiner anderen ehemaligen Mitschülern keinen Kontakt habe. Aber die beste Steffi von allen ist halt einfach die beste Steffi von allen! Wir kennen uns seit der 5. Klasse, also lockerflockig 25 Jahre, haben uns aber erst nach der Schule richtig angefreundet. Sie ist die Art von Freundin, mit der man nicht ständig telefoniert, aber wir besuchen uns gegenseitig, sie ist immer da, wenn es mir schlecht geht (hat mich sogar vor vier Jahren am Arsch von Berlin besucht, als ich dort im Krankenhaus lag und mir Sushi gegen schlechtes Krankenhausessen mitgebracht) und es ist jedes mal als hätten wir uns erst gestern gesehen. Wenn wir dann beide gleichzeitig in der Ostseeheimat weilen, versuchen wir uns natürlich auch zu treffen.

Zu Weihnachten war es wieder soweit. Zum Glück. Wir trafen uns zufällig am letzten Tag auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt, wobei sie sehr überrascht war, mich dort zu sehen. (So langsam tut sich was bei mir und das Einkapseln hört langsam auf. Ich habe wieder Lust was zu unternehmen.) Und so verabredeten wir uns gleich für den 23. Dezember abends. Und da ich Lust auf Seeluft und Meeresrauschen hatte, sind wir nach Warnemünde gedüst. Ich hab ja echt damit gerechnet, dass es unangenehm voll wird, aber nix da. Sofort einen Parkplatz bekommen und auch die Straßen waren erstaunlich leer für einen frühen Abend in der Hochsaison.

Da die beste Steffi von allen ernstlich der Magen knurrte, sind wir auf die östliche Seite des Alten Stroms gegangen und haben uns dort die Karte des Restaurants „Casa Mia“ angeguckt. War in Ordnung, eine wilde Mischung aus Italienisch und Fischgerichten von der Küste. Halt das, was der gemeine Tourist an sich erwartet. Pizza für die Kinder, Fisch für die Eltern ;-) Aber wie gesagt, es hörte sich gut an und so gingen wir rein. Es war nicht voll, aber einige Gäste doch da, so dass der Service nicht gestresst war. Wir wurden sofort freundlich begrüßt, Karte gereicht und erstmal Getränke bestellt. Dann begann die Qual der Wahl. Zum Glück war die Karte nicht so riesig. Uns lachte sofort das Carpaccio der geräucherten Entenbrust mit Rotkrautsalat, Orangenfilet und Walnüssen an. Da ich die Aufnahmekapazität meines Magens kenne, teilten wir uns die Vorspeise. Eine klassische Kombination mit knackigem, würzigem Salat und mild geräucherter, saftiger Entenbrust. Wirklich sehr köstlich!

Zum Hauptgang wählten wir Fisch. Die beste Steffi von allen wollte die Trilogie von Lachs, Dorsch und Zander, die mit schönem Pesto, Rosmarinkartoffeln und Pfannengemüse kam. Sie fand es lecker! Der Fisch war saftig und knusprig zugleich, das Kräuterpesto sehr passend:

Ich bestellte eines der untypischen italienischen Gerichte, die wahrscheinlich nur für die Touristen angeboten werden „Warnemünder Dorschpfanne“. Zum Dorschfilet, das in Gewürzmehl gewendet wurde vor dem Braten wurden Bratkartoffeln, Senf-Speck-Sauce und Salat gereicht. Der Fisch war wirklich saftig und mit der Sauce zusammen sehr köstlich! Die Bratkartoffeln waren gute Bratkartoffeln, ich hatte ein wenig Angst, dass sie vor Fett triefen, wie es manchmal der Fall ist. Ich bin ja sonst nicht der riesengroße Fischfan, aber Dorsch mag ich sehr gerne und diese Variante fand ich äußerst schmackhaft!

Ja, das „Casa Mia“ ist sehr auf Touristen ausgelegt, was in Anbetracht der Lage im Zentrum Warnemündes auch kein Wunder ist, aber zumindest bei unserem Besuch wurden wir nicht enttäuscht. Netter, zuvorkommender, unaufdringlicher Service, das Essen köstlich und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt meiner Meinung nach.

Und ein Verdauungsspaziergang nach dem Essen ist doch obligatorisch, oder? Egal wie viel Uhr es ist ;-) So spazierten wir noch ein wenig durch das dunkle, vorweihnachtliche Warnemünde. Am Alten Strom entlang bis zur Westmole, dann abbiegen Richtung Teepott und Leuchtturm:

Am Hotel Neptun vorbei schlenderten wir Richtung Auto zurück und kamen direkt auf die Warnemünder Kirche zu, zu deren Füßen noch der Weihnachtsmarkt aufgebaut war und Livemusik gespielt wurde. Sehr stimmungsvoll!

So endete ein wunderbarer Abend und Weihnachten konnte kommen!

Adresse:
Casa Mia
Am Bahnhof 1c
18119 Warnemünde

Telefon: 0381 – 20 7 92 06
Internet: www.casamia-warnemuende.de

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