Archiv der Kategorie: Gemüse und Beilagen

Blog-Event CLV – Mezze: Türkischer Weißkraut-Möhrensalat

Im „Kochtopf “ wird wieder ein Blog-Event ausgetragen. Juhuu! Dieses Mal möchte Susan von „Labsalliebe“ eine grandiose Mezze-Tafel. Nein, natürlich soll nicht jeder eine komplette Tafel mit nahöstlichen Köstlichkeiten füllen (darf es aber gerne *g*), es reicht wenn eine Kleinigkeit mitgebracht respektive gebloggt wird und wir so eine große, virtuelle Orient-Party feiern können.

In einer der letzten Biokisten hatte ich einen schönen Spitzkohl drin, aber wusste lange nicht, was ich damit anstellen soll. Nach ungarischen Krautnudeln war mir bei der Hitze nicht und Sauerkraut ansetzen zu anstrengend. Aber der Kohl wurde ja auch nicht besser im Gemüsefach. Beim Blättern im hochgeschätzten Buch „Türkei vegetarisch“ fiel mir der Weißkohl-Möhren-Salat auf. Und so ein türkischer Coleslaw passte gut als Beilage zu meinen weiteren Essensplänen für’s Wochenende. Dieser Salat besteht nicht nur aus Kohl, Möhren und Mayo, wie gefühlt die amerikanische Variante – nein! – der hier wird mit Walnusskernen und Dill verfeinert. Die Sauce bleibt dabei aber sehr einfach mit einem Hauptanteil türkischem/griechischem Joghurt und einer Winzigkeit Mayonnaise. Weil ich gerade keinen Joghurt da hatte, aber dafür einiges an Schmand, habe ich einfach den benutzt :-) Rezepte sind zum Variieren da, nicht?

Den gesamten Weißkraut-Möhren-Salat kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen! Er ist schnell gemacht, besteht aus Zutaten, die es in jedem Supermarkt gibt und er braucht keine Ruhezeit, kann also sofort genossen werden. Passt super zu Gegrilltem, Frikadellen jeglicher Couleur, herzhaften Aufläufen oder einfach so zum Abendbrot. Ein paar Tage hält er sich auch gut im Kühlschrank! Großartiger Salat!

Blog-Event CLV - Mezze (Einsendeschluss 15. August 2019)

Türkischer Coleslaw mit Walnüssen

Zutaten für 6-8 Portionen:
500 g Weiß- oder Spitzkohl
1/2 EL Salz
2 kleine Möhren
2-3 Stengel Dill
80 g Walnusskerne
150 g 10%iger Joghurt (oder Schmand)
2 EL Mayonnaise
Prise Pfeffer

(1) Den Kohl putzen, dafür die äußeren unschönen Blätter entfernen und den Strunk raus schneiden. Den Kohl fein schneiden oder hobeln. Mit dem Salz bestreuen und den Händen kräftig mehrere Minuten durchkneten, damit er mürbe und saftig wird. 10-15 Minuten stehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die Möhren schälen und grob raspeln, die Walnusskerne grob und den gewaschenen, getrockneten Dill fein hacken. Den Joghurt mit der Mayonnaise verrühren.
(3) Alles zum Kohl geben, mit etwas Pfeffer würzen und gut vermischen.

Mit ein paar Walnüssen und Dill garnieren. Kann sofort serviert werden.

Genießen!

Quelle: nach Tancgil O., Tancgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Brandstätter Verlag. p 132

Grüne Bohnen mit Curry aus dem Ofen

Kommen wir zu Tag 3 der Bohnenwoche und die dritte Zubereitungsweise. Dieses Mal kommen die grünen Stängchen in den Ofen. Und sorgen dadurch, dass die Aromen konzentriert werden und das Gemüse noch intensiver schmeckt.

In diesem Rezept meiner ungarischen Lieblingsbloggerin und KOchbuchautorin Zsófia Mautner (Chili és Vanília) werden die Bohnen noch mit Curry gewürzt, das mit flüssiger Butter vermischt wird. Welches ihr nehmt, ist Euch überlassen. Wer es pikanter mag, gerne ein scharfes Pulver, ich blieb bei einer milden Variante. Und auch sonst ist es ein sehr einfaches Rezept. Bohnen putzen, auf dem Blech mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und der Currybutter vermischt. In einer Schicht auf dem Blech verteilen und nur 15 Minuten in den heißen Ofen schieben.

Und was dabei raus kommt, ist wirklich großartig! Würzig und zart! Kann ich einfach so essen, brauch ich nix zu! Probiert es unbedingt mal aus!

Grüne Currybohnen aus dem Ofen

Zutaten für 2-3 Portionen als große Beilage:
600 g Buschbohnen
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer
50 g Butter, geschmolzen
2 EL Currypulver

Für den Dip:
1 Frühlingszwiebel
1/2 Bund Dill
1/2 Petersilie
200 g Joghurt
Salz, Pfeffer
Spritzer Zitronensaft

(1) Den Ofen auf 210°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Von den Bohnen das obere Ende entfernen, die Spitze kann bleiben, sie hat viel Aroma. Die Bohnen waschen und gut abtropfen lassen. Die Bohnen auf dem Backblech verteilen. Mit Salz, Pfeffer würzen und Olivenöl beträufeln. Das Currypulver mit der geschmolzenen Butter verrühren und über die Bohnen geben. Alles mit Hilfe Eurer Hände gut vermischen und die Bohnen in einer Schicht auf dem Backblech gleichmäßig verteilen.
(3) Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten backen.
(4) Während die Bohnen im Ofen sind, den Dip zubereiten. Dafür die Frühlingszwiebel putzen, längs halbieren und fein schneiden. Die Kräuter waschen, trocknen und fein hacken. Alles zum Joghurt geben, mit Salz und Pfeffer würzen und dem Zitronensaft abschmecken.

Entweder als Hauptgericht oder köstliche Beilage servieren.

Genießen!

Quelle: nach Mautner Zsófia – Currys sült zöldbab

Einfacher Hummus aus Dicken Bohnen

Es gibt ja tatsächlich noch europäische Gemüsearten, die noch nie gekostet habe, z.B. Dicke Bohnen/Ackerbohnen/Saubohnen. Ich habe schon oft davon gelesen, sowohl deutsche Rezepte als auch englische, aber habe noch nie welche zu kaufen bekommen. Letzte Woche waren dann plötzlich welche in meiner abonnierten Biokiste und ich habe prompt die Menge erhöht und somit 1 Kilo der ganzen Bohnenschoten bekommen. Yay \o/

Aber was sind Dicke Bohnen überhaupt? Der Name ist etwas irreführend, weil sie nicht viel mit den sonstigen Bohnen, wie Buschbohnen oder Weißen Bohnen gemein hat. Diese kommen vom amerikanische Kontinent und sind klimatisch etwas empfindlicher, weswegen Bohnen hier in Deutschland erst nach den Eisheiligen Mitte Mai gelegt werden. Dicke Bohnen sind eine europäische Art, deren Nutzung schon seit der Steinzeit nachweisbar ist. Deshalb können ihre Samen auch schon im Februar oder März ins Beet gelegt werden. Auch in Ausgrabungen im Mittelmeerraum, die auf das 3. Jahrtausend vor Christus datiert wurden, wurden sie gefunden. Ihr seht, wir nutzen die schon sehr lange. Im Mittelalter war sie eines der Hauptnahrungsmittel, bevor ihr Anbau ab dem 17. Jahrhundert zurück ging, weil die aus Amerika mitgebrachten Bohnen bevorzugt wurden. Ackerbohnen gerieten etwas in Vergessenheit und wurden/werden hauptsächlich als Viehfutter genutzt.

Aber glücklicherweise erlebt die Art ein Revival und wird wieder stärker angebaut. Und endlich konnte ich sie auch mal essen. Klar, es ist schon ein bisschen Arbeit: erst die Kerne aus der Schale palen, dann in kochendem Salzwasser garen, dann nochmal die graue Schale von den einzelnen Kernen entfernen. Und die Ausbeute ist nicht soo groß, aus 1 kg Schoten habe ich so 200-250 g Kerne bekommen. Aber lecker sind die! Zart und herzhaft gleichzeitig, vielleicht eine Winzigkeit bitter, aber ich mag das!

Und um erstmal den möglichst puren Geschmack der Dicken Bohnen zu erfahren, hab ich mir ein Rezept mit möglichst wenigen Zutaten ausgesucht. Im Buch „Tender“ von Nigel Slater sind den Puffbohnen ein ganzes Kapitel gewidmet und er stellt einen grünen Hummus vor, der nur aus Dicken Bohnen, Olivenöl, Salz, Zitrone und Minze besteht. Und das Ergebnis kann sich wirklich schmecken lassen. Frisch und würzig, passt perfekt zu frischem oder geröstetem Brot, als Unterlage von Wurst und Käse oder einfach als Dip für Gemüsesticks. Tolles Zeug!

Und jetzt hoffe ich einfach, dass ich nochmal welche bestellen kann, denn eigentlich geht die Saison ja von Juni bis August! Seid gespannt, ob hier noch mehr Rezepte erscheinen :-)

Hummus aus Dicken Bohnen

Zutaten für ca. 4 Portionen:
1 kg Dicke Bohnen in Schale (ca. 200-250 g gepalt)
Salz
Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
4 Zweige Minze, Blätter
Pfeffer

(1) Die Bohnenkerne aus den Schoten lösen. In kochendem Salzwasser ca. 6-10 Minuten kochen, je nach Alter der Bohnen. In ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken. Die einzelnen Kerne dann aus der etwas gräulichen Hülle rausflitschen lassen. Jetzt können die Kerne weiter verarbeitet werden.
(2) Die Kerne in einen Mixer geben. Die Minzblätter von den Stengeln zupfen und hacken. Zu den Dicken Bohnen zusammen mit dem Zitronensaft, etwas Salz und Pfeffer geben. Einen guten Schluck Olivenöl zufügen.
(3) Den Mixer laufen lassen bis die Masse die Konsistenz von zähflüssigem Kuchenteig hat. Mit so viel Olivenöl nachjustieren bis das Hummus richtig ist. Kosten, ob noch Salz, Pfeffer oder Zitronensaft fehlt.

Mit frischem Brot (oder gerösteten Brotscheiben) oder Gemüsesticks servieren.

Genießen!

Quelle: Slater, N. (2009): Tender – Volume 1. Harper Collins. p 99

Sketchrecipe #2: Kovászos uborka oder fermentierte Sommergurken

Es ist Sommer! Es sollte warm sein! Es gibt Einlegegurken im russischen Supermarkt des Vertrauens oder auf dem Wochenmarkt! Holt Euer großes Glas raus und fermentiert meine geliebten Kovi ubi, die ungarischen Sommergurken! Los! Hopp hopp!
(Falls jemand das Rezept in schriftlicher Form benötigt: Kovi ubi)

Wir retten … sauer eingelegtes Gemüse auf türkische Art: Karışık Turşu

Meine osteuropäischen Wurzeln lassen sich nicht verleugnen. Ich mag Fleisch, es ist immer Saure Sahne im Kühlschrank und ich habe eine große Vorliebe für eingelegtes Gemüse, egal ob die Essigvariante oder in Salzlake. Noch bevor mir einfällt einen Salat als Beilage zu reichen, sind schon eingelegte Rote Bete, Gurke oder Kürbis auf einem Tellerchen gelandet. Ich liebe das Zeug einfach und in den letzten Jahren begann ich auch, die Lieblingsgemüse selbst einzulegen. Ihr fragt Euch jetzt sicherlich, warum ich mir diese Arbeit mache, wenn es Gewürzgurken, süßsauren Kürbis und Rote Bete auch in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Aber habt ihr mal auf die Zutatenliste geguckt? Bei den konventionellen, deutschen Produkten sind kaum noch unverarbeitete Zutaten drin außer Wasser und Salz, stattdessen findet man diverse Aromen statt Gewürzen wie Senf oder Piment, statt Zucker werden unterschiedliche Abarten wie Fruktose-Glucose-Sirup und Konsorten benutzt. Wo ist denn bitte schön das Problem, da echte Senfkörner reinzuschmeißen und einfach nur Salz und Zucker zu benutzen, anstatt drei unterschiedlich benannter Zuckervarianten? Ich will das alles nicht! Ich will die ganzen E-Stoffe nicht in meinem Körper haben. Ich will die Zutaten eindeutig zuordnen können. Und genau deswegen mache ich mein eigenes Gemüse ein oder wenn ich es kaufe, achte ich genau darauf, was drin ist!

Und zum Glück bin ich nicht die einzige, sondern die Damen (und Herren) von der Rettungstruppe liegen mit mir auf einer Wellenlänge, weswegen wir heute sauer eingelegtes Gemüse und Obst retten. Natürlich habe ich auch die anderen Teilnehmer nach dem Rezept wieder aufgezählt, so dass sich die geneigte Leserschaft wieder viel Inspiration holen kann.

Dieses Mal zeige ich Euch allerdings kein ungarisches oder deutsches Rezept, sondern wende mich der türkische Küche zu, die ich ebenfalls sehr liebe! Türkische Küche ist so viel mehr als Döner und wird zu Recht als eine der besten der Welt genannt. Seit ich im Klein-Ankara Kassels gelebt habe, weiß ich die türkischen Zutaten sehr zu schätzen. Sie kochen sehr gemüselastig, sehr vielfältig und würzig, aber nicht zu abgehoben in den Geschmackskombinationen. Und sie scheinen eingelegtes Gemüse zu mögen, was mir bis dato unbekannt war. Aber beim Durchblättern des großartigen Kochbuchs „Türkei vegetarisch“ von Orhan und Orkide Tançgil fiel mir ihr Rezept für in Essig und Salzlake eingelegtes Gemüse auf, dass sich super für meine damaligen Gemüsereste und die übrig gebliebenen unreifen Tomaten aus dem elterlichen Schrebergarten eignete. Also schnell noch zwei 1,5 l-Gläser besorgt und ab ging es. Was ich etwas amüsant fand, war die Zugabe der einzelnen getrockneten Kichererbsen, aber sie unterstützen wohl die Fermentation. Für dieses Gemüse könnt ihr wirklich viel unterschiedliches Gemüse verwenden, auch wenn ihr Reste habt. Die letzten Bohnen aus dem Garten lohnen sich nicht mehr für eine Suppe, dann rein damit? Es hängen noch vereinzelt grüne Tomaten am Strauch, aber es ist zu kalt zum Reifen? Ihr werdet nicht an einer Solaninvergiftung sterben, wenn ihr sie auch mit reinpackt. Und es ist so einfach zubereitet, braucht nur ein bisschen Zeit zum Reifen. Während der Wartezeit hab ich ein paar Mal wirklich vorsichtig den Deckel geöffnet, da sich doch Gase entwickeln, die auch raus wollen, ich aber keine Lust auf großes Sprudeln in der Küche hatte. Das hat sich bewährt. Und wenn ihr genug gewartet habt,…

… dann kommt großes Geschmacksglück! Noch knackiges Gemüse, leicht säuerlich und salzig. Wirklich sehr angenehm! Ihr müsst nur ernsthaft auf Sauberkeit achten, sowohl bei der Zubereitung als auch beim Herausnehmen des Gemüses. Das Glas gründlich reinigen vor dem Einschichten des Gemüses und zum Herausnehmen nur sauberes Besteck nehmen und die Gabel nicht zwischendurch ablecken, wenn ihr mehrmals ins Glas geht. Dann könnt ihr lange Freude an Eurem eingelegten Gemüse haben, wenn es nicht schon schnell in Euren Mägen verschwindet, weil es so köstlich ist!

Karışık Turşu – Eingelegtes Gemüse auf türkische Art

Zutaten für ein 1,5l Glas:

1 l Wasser
100 ml Apfelessig
80 g grobes Steinsalz (kein Meersalz)
1 kg junges, knackiges Gemüse
(Weißkohl, Rote Bete, unreife Tomaten, Möhren, Einlegegurken,
rohe Brechbohnen, Blumenkohl, Peperoni, Kohlrabi, Paprika etc.)
6-8 getrocknete Kichererbsen
5-6 Knoblauchzehen
10-15 Pfefferkörner
1-2 Lorbeerblätter
2-3 Stengel Dill und/oder Koriander oder Sellerieblätter

(1) Das Glas mit heißem Wasser und Spülmittel gut auswaschen und dann mit heißem Wasser gründlich nachspülen, damit alle Spülmittelreste verschwinden. In den kalten Ofen auf das Gitter legen, den Ofen auf 150°C Ober-/Unterhitze stellen und das Glas 15 Minuten drin lassen ab dem Zeitpunkt, wo die Temperatur erreicht ist. Herausholen und auf einem Holzbrettchen abkühlen lassen.
(2) Als erstes die Lake zubereiten. Dafür das Wasser aufkochen und abkühlen. Dann Essig und Salz einrühren bis sich das Salz aufgelöst hat.
(3) Das Gemüse gründlich waschen und/oder putzen. In etwa gleich große Stücke schneiden. Wenn etwas größer bleibt (z.B. die Einlegegurken) dann mit einem Spieß oder Gabel einstechen, damit die Lake gut eindringen kann. Die Knoblauchzehen schälen.
(4) Die Kichererbsen in das Glas legen. Gemüse, Knoblauchzehen und Pfefferkörner in das Glas schichten. Dabei dicht packen, so dass möglichst wenig Hohlräume entstehen. Obenauf kommen die frischen Kräuter.
(5) Die Salzlake vorsichtig aufgießen, bis alles Gemüse bedeckt und das Glas voll ist. Um alles unter der Oberfläche zu halten mit einem kleinen Schälchen/Tellerchen/Stein beschweren, der auch drin bleibt, wenn der Deckel verschlossen ist. Vorsichtig am Glas schütteln, damit alle Luftbläschen nach oben steigen. Den Deckel verschließen und das Glas 2-3 Tage auf dem Deckel stehend lagern, dann umdrehen und an einem kühleren Ort 3-4 Wochen reifen lassen. Das Glas auf einen tiefen Teller stellen, da etwas Flüssigkeit austreten kann. Manchmal auch wirklich vorsichtig den Deckel öffnen, damit die sich gebildeten Gase, entweichen können.

Wenn das Gemüse fertig ist, im Kühlschrank lagern, damit der Reifeprozess unterbrochen wird. Das Gemüse NUR mit sauberem Besteck aus dem Glas holen, nicht mit den Fingern oder abgelecktem Besteck, dann sollte es auch einige Wochen bis Monate halten.

Passt zu Kurzgebratenem, Frikadellen, Ragouts (egal, ob Gemüse oder Fleisch).

Quelle: Tançgil, O., Tançgil, O., Seiser, K. (Hg.) (2015): Türkei vegetarisch. Christian Brandstätter Verlag. Wien. p 131

Und falls ihr auf den Geschmack gekommen seid, bei den anderen Mitstreitern der Rettungstruppe, gibt es noch mehr Ideen:

Kovászos zöldbab – Fermentierte Salzbohnen aus Ungarn

Es gibt ja Leute, die oft und gerne grüne Salate in diversesten Variationen als Beilage zu fast sämtlichen Mahlzeiten servieren. Ich kann das nicht. Irgendwie kommt mein Kopf nicht auf die Idee Eichblattsalat zu Pasta zu servieren. Wenn ungekochte Beilagen, dann am allerliebsten eingelegtes Gemüse, da lassen sich meine ungarischen Gene einfach nicht verleugnen! Ich habe immer eingelegtes Gemüse im Haus und 90% der Zeit auch ein geöffnetes Glas im Kühlschrank, seien es eingelegte Rote Bete, Gewürzgurken oder Kürbis. Und jetzt im Sommer ist die perfekte Zeit um fermentiertes Salzgemüse einzulegen. Denn dafür braucht man ein paar Tage ordentliche Wärme. Meine geliebten Kovi ubi kennt die geneigte Leserschaft ja schon, aber letztes Jahr stolperte ich über ein Rezept, in dem nach derselben Methode frische Buschbohnen eingelegt werden. Die schön warmen Tage im September nutzte ich aus, um es mit Bohnen aus dem elterlichen Schrebergarten auszuprobieren. Erstmal nur ein kleine Portion, weil ich doch ein bisschen skeptisch war, ob der rohe Verarbeitung der Bohnen. Und wir wissen ja, dass rohe Böhnchen leicht giftig sind und Bauchprobleme verursachen können. Aber die Gärung in dem leichten Salzwasser macht irgendwas mit den Buschbohnen, dass sie danach sehr bekömmlich sind. Und knackig! Und würzig! Und richtig lecker! Probiert das unbedingt aus!

Ich habe die Junihitze der letzten Zeit genutzt und eine größere Portion angesetzt, die dann hoffentlich ein paar Wochen im Kühlschrank hält. Die Portion vom letzten Jahr hielt im im untersten Kühlschrankfach bis vor ca. 4 Wochen, ihr müsst nur darauf achten, dass ihr die Bohnen mit sauberem Besteck aus dem Glas holt, nicht die Gabel ablecken und auch nicht mit den Fingern in die Flüssigkeit, weil Bakterien von der Haut sich gerne mal in der Flüssigkeit vermehren. Ihr merkt, Sauberkeit ist wichtig und verlängert die Haltbarkeit Eurer eingelegten Köstlichkeiten erheblich! So, und wenn die nächste Hitzewelle angesagt ist, schnell beim Gemüsehändler des Vertrauens Einlegegurken und Buschbohnen erstehen und diese Schätze ansetzen!

Kovászos zöldbab – Fermentierte Salzbohnen

Zutaten für ein 1l-Glas:
500 g grünen Buschbohnen
1 Bund Dill (gerne mit Blüten)
3-5 Knoblauchzehen
1 l Wasser
1 EL Salz
1 TL Pfefferkörner
1 Scheibe Weißbrot

evtl. etwas zum Beschweren

(1) Die Enden der Bohnen abschneiden und die Bohnen halbieren. Alle gut waschen. Den Dill ebenfalls waschen. Die Knoblauchzehen häuten.
(2) Das Wasser in einem kleinen Topf aufkochen und das Salz einrühren bis es sich aufgelöst hat. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(3) Das Glas gründlich mit Spüli säubern und unter heißem Wasser ausspülen. Auf einem sauberen Handtuch etwas abtropfen lassen.
(4) Jetzt geht es ans Füllen. Die Hälfte des Dills auf den Boden des Glases legen. Dann die Pfefferkörner zufügen. Die Bohnen hinein füllen, sie dürfen ruhig eng liegen. Ein bisschen mit den, natürlich sauberen, Händen stopfen schadet nicht. Zwischendurch die Knoblauchzehen mit hineinlegen. Den Rest vom Dill obenauf. Ebenso die Weißbrotscheibe. Dann das Salzwasser aufgießen bis alles bedeckt ist. Falls das Brot herausgucken sollte, mit einem kleinen Deckel oder Schälchen beschweren, dass alles unter Wasser ist. Locker mit einem Deckel oder Alufolie abdecken, so dass noch Luft ran kommt
(5) Das Glas in eine irdene Schüssel stellen, damit eventuell auslaufende Flüssigkeit nicht Euren Tisch auf dem Balkon einsaut. Alles raus an einen sonnigen Ort stellen und je nach Temperatur 3-5 Tage stehen lassen (je wärmer, desto kürzer). Es sollten kleine Bläschen in der Flüssigkeit entstehen und die Bohnen sich militärgrün verfärben und leicht glasig werden. Wenn das geschehen ist, sind die Bohnen fertig. Brot und Dill entfernen. Die Bohnen (wer mag auch Knoblauchzehen) in ein sauberes, großes Glas geben und die Flüssigkeit durch ein Sieb darüber gießen. Im Kühlschrank lagern.

Wenn ihr die Bohnen immer mit sauberem Besteck entnehmt (Gabel nicht ablecken etc. *g*), dann halten die sich auch einige Monate im Kühlschrank.

Sie passen als Beilage zu diversen Gulascharten, Kurzgebratenem, vielleicht auch Käse?

Genießen!

Quelle: nach Izes életKovászos zöldbab

Der große Glander – Cevapcici-Burger mit Ajvar und Krautsalat

Mögt ihr Bücher? Ich liebe Bücher! Gleich in der ersten Klasse besorgte Frau Mama mir einen Bibliotheks-ausweis und seitdem war ich sehr regelmäßig dort anzutreffen. Es war auch zu praktisch, nur 10 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung entfernt und unsere Stadtteilbbliothek hatte eine riesige Auswahl. Dort lernte ich die Mumins kennen und lieben, Schokolowski, der schokoladeliebenden Bernhardiner oder verschlang die Bücher über die Abenteuer des kleinen Nicks. Seitdem hat sich mein Geschmack etwas weiter entwickelt (Aber ich lese immer noch gerne Kinderbücher *g*) und zur Bücherliebe kam die Liebe zum Essen dazu. Im Idealfall verbindet sich beides in einem Buch. So lese ich gerne Sachbücher über kulinarische Themen, wie von Michael Pollan, aber auch Fiktion in der Essen eine große Rolle spielt. (Sonst bin ich eher der Romantyp…)

Wer da besonderes Talent hat, beides zu verbinden, ist Stevan Paul, dessen bisherige Bücher (sowohl die Kochbücher- als auch Fiktion) ich nur so verschlang. Letzten Herbst erschien dann sein erster Roman „Der große Glander„, in dem es um einen jungen aufstrebenden Künstler der Eat-Art-Bewegung der Anfang 90er Jahre geht, der plötzlich verschwindet. Etliche Jahre später glaubt ein Kunstkritiker ihn in einem Restaurant erkannt zu haben und folgt seinen Spuren. Dabei wird natürlich über Essen geschrieben, über ziemlich viel sogar.


© mairisch verlag

Und dazu veranstaltet der mairisch Verlag eine #glanderblogparade. Es wurden die insgesamt 48 Gerichte des Buches aufgezählt mit kurzen Textpassagen aus dem Buch, zu denen sich Blogger dann anmelden konnten, um das Gericht zu kochen. Den Link zum Rezept samt Bild schickt der Blogger dann an den Verlag, der alles online zusammenstellt. So gibt es für den geneigten Leser des Buchs eine schöne bebilderte Zusammenfassung aller im Roman auftauchenden Gerichte, die natürlich auch gerne nachgekocht werden dürfen. Ich entschied mich für die Balkan-Küche, vertreten durch Brankos Ćevapčići-Burger, die mir als halber Ungarin natürlich sehr entgegen kommt. Im Roman sind einige Vorgaben zum Ajvar gemacht worden in Form einer fruchtigen Süße durch Rosinen, auch sollte es pikant sein, was es bei mir nicht wurde, weil das hier schreibende ungarische Halbblut kein scharfes Essen verträgt, aber ihr könnt gerne ein wenig Chili mit ins Ajvar geben. Jedenfalls entsteht daraus eine sehr angenehm würzige Sauce, die zu vielerlei, nicht nur Cevapcici passt. Für die Cevapcici orientierte ich mich an einem Rezept aus der arte Sendung „Zu Tisch in Serbien“, das wirklich sehr pur gehalten ist und ich nur um eine Winzigkeit Paprikapulver ergänzte. In der Grillpfanne wurden die Hackfleischröllchen dann auch wunderbar knusprig von außen. An den Krautsalat, die Gemüsekomponente des Burgers, gab es nur die Vorgabe des Kümmels, was sich bei mir aber fast von alleine versteht, so von wegen verbesserte Verdauung *g* Das Rezept von Plachutta stellte sich als ideal heraus: leicht säuerlich, würzig, nicht zu saucig und trotzdem saftig. Den Salat werde ich ab sofort öfter machen!

Klar, um so einen Burger mit seinen ganzen Komponent selbst zu machen, braucht es schon ein bisschen, meine Vorbereitungen haben sich über zwei Tage gezogen, wobei ihr das Ajvar und den Krautsalat schon an einem Tag vorbereiten könnt und dann am Tag des Essens nur noch die Cevapcici bratet und rohen Komponenten für den Burger vorbereitet. Also alles in allem kein Zauberwerk. Und das Ergebnis ist es sowas von wert! Würzige Sauce, knackiger Salat, knusprig-herzhafte Hackfleischröllchen dann zusammen mit dem frischen Brötchen und den mild-knackigen roten Zwiebeln. Ein Traum!

Ćevapčići-Burger

Zutaten für 2 hungrige Burgeresser:

  • 2 große Brötchen
  • hausgemachtes Ajvar
  • Krautsalat
  • Ćevapčići
  • 1/2 Rote Zwiebel in Ringen
  • ein wenig Feta zerkrümelt

Fruchtiges Ajvar

Zutaten für 500 ml:
1 kg rote Spitzpaprika
1/2 Aubergine
2 EL Rosinen
50 ml Apfelsaft
1 rote Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
Neutrales Öl
Salz, Pfeffer
Essigesszenz

optional: Chiliflocken

(1) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
(2) Die Paprikaschoten waschen, trocknen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Die Aubergine (den Rest der gerösteten Aubergine andersweitig verwenden, zum Beispiel für göttlichen Auberginen-Kavier) an einigen Stellen mit einem spitzen Messer einpieken. Alles in einer Schicht auf das Backblech geben. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben und 45-60 Minuten rösten. Die Paprikaschoten sollten schwarze Blasen haben, die Aubergine schrumpelig und weich sein.
(3) Die Rosinen mit dem Apfelsaft ein Glas geben und zur Seite stellen.
(4) Alles vom Blech in eine Schüssel geben, mit einem Deckel oder Folie abdecken und etwa 1 Stunde abkühlen lassen. Wenn man das Gemüse anfassen kann, die Aubergine halbieren und das Fruchtfleisch der einen Hälfte in eine Schüssel kratzen. Von den halben Paprikaschoten mit den Händen die Schale abziehen (geht ganz einfach jetzt) und das Fruchtfleisch samt Saft in der Schüssel sammeln.
(5) Die Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und in feine Würfel schneiden. Die Zwiebelwürfel mit einem Schluck Öl in einen kalten kleinen Topf geben, etwas salzen. Die Flamme unterm Topf auf mittel stellen und die Zwiebeln in etwa 20 Minuten weich dünsten. Ab und zu umrühren. Den Knoblauch und die Rosinen ohne den Saft zugeben und einige Minuten mitdünsten lassen. Mit dem Apfelsaft ablöschen und das Paprika- und Auberginenfruchtfleisch (wer mag, jetzt auch die Chiliflocken) zugeben. Deckel auflegen und bei mittelkleiner Hitze etwa 20 Minuten dünsten lassen. Ab und an umrühren, damit nichts anbrennt.
(6) Die gesamte Masse in einen Standmixer geben und mit Hilfe eines Stabmixers fein pürieren. Zurück in den Topf geben und bis zur gewünschte Konsistenz bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Hier waren es etwa 10 Minuten. Mit Salz, Pfeffer und der Essigesszenz pikant abschmecken.

In ein heiß ausgespültes Glas geben, die Oberfläche glatt streichen und mit Öl begießen.

Passt wunderbar zu Gegrilltem, Bratwurst, Klops oder auch nur auf’s Käsebrot. Auch als Dip zu Gemüsesticks stelle ich mir Ajvar sehr nett vor.

Quelle: nach „Der große Glander“ und der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Herzegowina.

Krautsalat

Zutaten für 2-4 Portionen:
600 g Spitz- oder Weißkohl
Salz
60 ml Wasser
3 EL Apfelessig
1 TL Kümmel, ganz
6 EL neutrales Öl

(1) Vom Kohl die äußeren Blätter entfernen und den Strunk entfernen. Entweder mit einem scharfen Messer in wirklich feine Streifen schneiden oder eine Küchenmaschine benutzen. Den Kohl salzen und einige Minuten kräftig kneten, bis er zusammen fällt und Saft austritt. 1 Stunde ziehen lassen. Danach die Kohlstreifen zwischen beide Hände nehmen und richtig gut ausdrücken. In eine kleinere Schüssel geben. Das übrige, salzige Kohlwasser wegschütten.
(2) Das Wasser mit dem Apfelessig und dem Kümmel in einem kleinen Topf aufkochen und über den Kohl gießen. Das Öl darüber geben und alles gut verrühren. Noch eine Weile ziehen lassen.

Genießen!

Quelle: Plachutta, E., Plachutta, M. (2012): Der goldene Plachutta. Brandstätter Verlang. Wien. p 71

Ćevapčići – Cevapcici

Zutaten für 10 Stück:
350 g Rinderhack
1/2 TL Natron
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver, edelsüß

(1) Das Hackfleisch mit den Zutaten gut verkneten. Eine Portion Teig zwischen den Händen länglich formen und mit den Fingern zusammendrücken, so dass ihre Abdrücke zu sehen sind. Auf einem Teller ca. 30 Minuten im Kühlschrank fest werden lassen.
(2) Eine Grillpfanne auf hoher Temperatur heiß werden lassen. Die Ćevapčići von allen Seiten einige Minuten braten bis sie gar sind.

Quelle: nach der App „Cuisine d’ARTE“ – Zu Tisch in Serbien.

Wenn alle Komponenten fertig sind, den Burger zusammen stellen: Das Brötchen längs halbieren, die Ober- und Unterseite mit Ajvar bestreichen. Auf die Unterseite eine Portion Krautsalat legen, die frisch gebratenen Cevapcici darauf legen. Ein paar Zwiebelringe und Fetakrümel verteilen und mit der Brötchenoberseite bedecken.

Mit Wonne genießen!

 

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