Archiv der Kategorie: Ich ess‘ Blumen – vegetarisch

Einfache, gelingsichere Grießklößchen für die Sonntagssuppe

Wie die geneigte Leserschaft sicherlich weiß, liebeliebeliiiebe ich Suppen! Ich mag Suppen mit Stückchen, nicht so sehr cremige. Und am allerliebsten mag ich die schöne Sonntagsbrühe in Ungarn, die die Tanten jeden Sonntag frisch aufsetzen mit Fleisch und grob geschnittenem Gemüse. Stundenlang simmert sie dann vor sich hin in einem riesigen Pott und kann so ihr volles Aroma entfalten. Blöderweise lohnt sich das für mich alleine nicht, jedenfalls nicht regelmäßig. Aber wenn ich dann mal einen großen Topf Hühnerbrühe ansetze, um ihn einzukochen, wird mindestens eine Portion sofort gegessen.

Aber immer nur mit Suppennüdelchens (die richtigen gibt es eh nur in Ungarn und sind IMMER zu lang, um sie unfallfrei zu essen *g*) ist langweilig, also bin ich öfter auf der Suche nach anderen Varianten der Suppeneinlage. Im ungarischen Standardkochbuch wurde ich fündig und probierte die Grießklößchen aus. Ich hatte auch schon andere Rezepte mit Grieß ausprobiert, aber war damit irgendwie unzufrieden. Sie brauchten entweder Ruhezeit und waren mir von der Konsistenz zu fest. Aber die hier hörten sich gut an, wenn auch wiederum nicht mit ultragenauen Zutatenangaben (mein innerer Naturwissenschaftler zuckt dabei immer zusammen), aber die kann man bei dem Rezept gar nicht geben, weil Eier ja nie genau gleich groß sind und je nachdem wie fest ihr die Klößchen wollt, mehr oder weniger Grieß zugebt. Die Masse wird relativ weich verarbeitet, aber wenn ihr Euch unsicher seit, ob es hält, lasst einen Probekloß simmern. Weiterhin wichtig ist, dass die die übrigen Zutaten relativ vorsichtig unter den steifen Eischnee hebt, damit er nicht zusammenfällt und die Fluffigkeit verliert.

Aber das hört sich jetzt alles wilder als es in echt ist! Traut Euch einfach: sie sind einfach gemacht, brauchen nicht viel Zeit! Belohnt werdet ihr mit zart-fluffigen, aromatischen Grießklößchen, die perfekt in eine klare Sonntagsbrühe passen!

Grießklößchen zur Suppeneinlage

Zutaten für ca. 10 Klößchen:
1 Ei
1 Prise Salz
1 kleiner TL zimmerwarme, weiche Butter
1 Prise Backpulver
40-50 g Weichweizengrieß
einige Stengel glatte Petersilie, fein gehackt

Das Ei trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz in einer sehr sauberen, fettfreien Schüssel steif schlagen. Das Eigelb gründlich mit der Butter und dem Backpulver verrühren. Die Eigelbmasse vorsichtig unter das Eiweiß heben, ebenso den Grieß und die Petersilie bis eine nicht zu weiche, aber auch nicht feste Masse entsteht. Während man in einem weiten Topf Salzwasser zum Garen der Grießklößchen aufsetzt, kann der Grieß in der Masse ein wenig aufquellen.

Wenn das Wasser kocht, die Hitze herunter schalten auf mittelklein und warten bis das Wasser nur noch simmert. Mit der Hilfe von zwei Teelöffeln, die im Wasser befeuchtet werden kleine Nocken abstechen und 5-8 Minuten im simmernden Wasser ziehen lassen bis sie etwa das Dreifache ihrer Ursprungsgröße erreicht haben. Bei mir passen so 5 Klößchen auf einmal in den Topf. Mit Hilfe eines Schaumlöffels heraus nehmen und dann in der fertigen Brühe servieren.

Genießen!

Quelle: Horváth, I. (1955): Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek.p 75

Lauwarmer Auberginen-Fenchel-Salat aus dem Slowcooker

Für den letzten Sonntag stand das Bepflanzen meiner Balkonkästen auf dem Plan. Endlich ist es warm genug, damit es Spießer-Geranien und Petunien und anderen hübschen Blümchen auf dem Balkon gut geht :-) Und weil mein Rücken nach so einer längeren Aktion nicht gerne noch stundenlang in der Küche steht, wollte ich was im Slowcooker machen. Da kam mir die Facebook-Seite von BBC Good Food gerade recht, die ihrer Gefolgschaft auf Facebook vegetarische Rezepte für den Slowcooker präsentierte. Und die Aubergine aus dem Slowcooker lachte mich sofort an!

Die Zutaten mag ich alle, in der Kombination hatte ich sie noch nicht und schon etwas sommerlich. Nun gibt es ja Leute, die der Aubergine sehr skeptisch gegenüber stehen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen bisher einfach immer nur unzureichend gegarte Auberginen vorgesetzt bekommen haben. Wenn man der lila Eierfrucht wirklich Zeit gibt – sei es im Slowcooker oder im normalen Topf – wird sie cremig-zart mit wunderbarem Aroma. Ich kann nur jeden Auberginenskeptiker ermuntern, dem tollen Gemüse nochmal eine Chance zu geben.

Für diesen lauwarmen Salat wird das vorbereitete Gemüse roh in den Einsatz des Slowcookers geschichtet, gewürzt mit zusätzlich Korianderkörnchen und getrockneten Tomaten. Das gibt so ein richtig schönes Aroma zusätzlich zum Fenchel. Es duftet schon wunderbar aus dem Slowcooker, aber wenn die geneigte Leserschaft dann noch das frisch-würzige Dressing mit den Massen an Kräutern und Kapern darüber träufelt und mit dem salzigen Feta und knusprigen Mandeln bestreut – Ein Traum! Wirklich! Diesen lauwarmen Salat würde ich sofort als Vorspeise zu einem sommerlichen Menü servieren. Er macht wirklich was her, sowohl geschmacklich als auch optisch!

Lauwarmer Auberginen-Fenchel-Salat aus dem Slowcooker

Zutaten für 3 als Vorspeise (oder 2 als kleines Hauptgericht):
2 EL Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 kleine Aubergine (ca. 250 g)
1 kleine Fenchelknolle
150 g Kirschtomaten
3 halbe sonnengetrocknete Tomaten (ohne Öl)
1 TL Koriandersaat
Salz, Pfeffer

Für das Dressing:
1/2 kleines Bund Petersilie
1/2 kleines Bund Schnittlauch
2-4 Stengel Basilikum
1 TL Kapern
1/2 Zitrone, Saft
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zum Bestreuen:
50 g Feta
25 g gehobelte Mandeln

Slowcooker: 1,5 Liter
Zeit: 3-4 Stunden auf HIGH oder 6-8 Stunden auf LOW

(1) 1 El Olivenöl in den Slowcooker geben. Die Zwiebel und Knoblauch häuten. Die Zwiebel in dünne Halbringe schneiden, den Knoblauch durch die Presse geben. Beides zu unterst in den Keramikeinsatz geben und miteinander verrühren. Den grünen Teil der Aubergine entfernen und sie längs in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit dem restlichen Öl bestreichen. Von der Fenchelknolle die äußere Schicht abmachen, halbieren, Strunk heraus und in dünne Streifen schneiden. Die getrocknete Tomaten ebenfalls in kleine Stücke schneiden. Die Tomaten halbieren. Auf die Zwiebelmischung die Hälfte der Auberginenscheiben legen, die Hälfte des Fenchels, der frischen und getrockneten Tomaten verteilen. Mit Salz, Pfeffer und der Hälfte des Korianders würzen. Dann die zweite Hälfte der Zutaten genau so schichten. Deckel drauf und auf HIGH 3,5 bis 4 Stunden garen oder bis die Auberginen wirklich weich sind. (Wer mehr Zeit hat, kann gerne 6-8 Stunden LOW nehmen)
(2) Für das Dressing die Kräuter grob hacken und mit dem restlichen Dressing mit Hilfe eines Pürierstab oder Blitzhackers ein cremiges, würziges Dressing mixen.
(3) Die Mandelblättchen in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze unter öfterem Umrühren goldbraun rösten. Aufpassen, dass sie nicht verbrennen, das geht schneller als man denkt.
(4) Die Auberginen mit einem Schaumlöffel aus der Form holen (die Flüssigkeit aus der Form wäre zu viel für den Salat), nett auf einem großen oder mehreren kleinen Tellern anrichten. Das Dressing drüber träufeln, den Feta darüber zerkrümeln und mit den Mandelblättchen bestreuen. Servieren.

Genießen!

Quelle: BBC Good Food – Slow cooker aubergines

Für den 3,5 l Slowcooker einfach nur die Zutaten verdoppeln und die Kochzeit etwas verlängern.

Macht was her – Spargel-Grüne Soße-Quiche

Seit dem 2. Mai stehe ich wieder in Lohn und Brot. Yay! Und was soll ich sagen?!? Es macht unglaublich Spaß! Die Kollegen sind nett, die Aufgaben vielfältig, der Arbeitsbereich der Kollegen sehr spannend.

Zum Einstand wollte ich den Kollegen eine kulinarische Kleinigkeit mitbringen und da bot sich der Termin der großen Teambesprechung letzte Woche an, bei dem alle zugegen waren. Und da Frühling ist, was passt da besser als Spargel? Nun haben wir im Büro nur eine Mikrowelle zum Aufwärmen, es sollte also ein Gericht sein, das am Besten bei Zimmertemperatur gegessen werden kann. Eine Spargel-Quiche ist doch eine nette Idee. Da fehlte aber noch ein wenig Raffinesse, also entschloss ich mich einige Grüne Soße-Kräuter mit im Guß zu versenken, denn was als Einzelkomponenten zu Pellkartoffeln passt, schmeckt (meist) auch in der Quiche. Gesagt, getan! Leider ist es gerade nicht so einfach für mich an frische Grüne Soße-Kräuter zu kommen, aber der Edeka bei der Arbeit hat sie in gefrorener Form aus Frankfurt vorrätig. Ha! (Ja, ich weiß, alle Frankfurter den letzten Satz bitte vergessen…)

Also schnell alles nach dem Standardrezept vorbereitet. Ja, natürlich hätte ich mich dem Erzfeind Mürbeteig stellen können, aber das Risiko wollte ich nicht eingehen, wenn ich für neue Kollegen koche… Die geneigte Leserschaft kann alle Schritte bis zur fertigen Quiche gleich nacheinander machen, ich teilte es wegen der Kraft und dazwischen kommenden Arbeitszeit auf. Vormittags buk ich den Boden vor und röstete die Spargelstangen, abends dann nur noch schnell den Guß zusammenrühren, alles in den vorgebackenen Boden verteilen und backen. Zum Glück muss man ja beim Backen nicht pompomswedelnd daneben stehen, sondern kann sich entspannt auf dem Sofa lang machen und „Mord ist ihr Hobby“ gucken *g*

Und war die Quiche gut! Meine Güte! Sie duftete frisch aus dem Ofen schon so gut, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie es im Ganzen ins Büro schaffte :-D Und der Geschmack war wirklich toll! So großartig, dass ich gleich zwei Tage nochmal eine kleine Variante nur für mich buk, damit ich Bilder machen kann, um Euch das Rezept zu präsentieren! Ich kann jedem ein Nachbacken nur wärmstens ans Herz legen, nutzt die Chance so lange noch Spargelsaison ist!

Spargel-Grüne Soße-Quiche

Zutaten für eine XX cm-Form:

Für den Teig:
100 g Quark
4 EL Öl
4 EL Milch
große Prise Salz
200 g Mehl
1 TL Backpulver

evtl. Butter zum Einfetten der Form
Blindbackbohnen

Für die Füllung:
700 g Spargel
Salz, Zucker
200 g Schmand
200 g geriebener Käse (z.B. Emmentaler oder Gouda)
2 Eier
50 g gehackte Grüne Soße-Kräuter (hier TK)
Salz, Pfeffer

(1) Zuerst den Ofen vorheizen auf 180°C. Wenn ihr eine Springform benutzt, den Boden mit Backpapier belegen und die Seiten dünn mit Butter einfetten. Wenn ihr eine Quicheform benutzt, einfach nur Backpapier bereitlegen.
(2) Den Teig vorbereiten. Dafür die Zutaten in eine große Schüssel geben und zuerst mit einem Löffel, dann mit Hilfe Eurer Hände verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und zur Seite legen. Den Teig auf einer großen, leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, so dass er in die Quicheform passt und auch die Ränder bedeckt sind. Den ausgerollten auf das Nudelholz rollen und mit dessen Hilfe in die vorbereitete Quicheform legen und leicht festdrücken. Den Teig mit einer Gabel öfter einstechen. Ein weiteres Stück Backpapier darauf legen und die Blindbackbohnen darauf verteilen. Auf mittlerer Schiene in den vorgeheizten Ofen geben und 15 Minuten backen. Dann heraus holen und etwas abkühlen lassen. Die Blindbackbohnen entfernen (kann man gut aufheben und wieder verwenden).
(3) In der Zwischenzeit den Spargel putzen. Dafür die Enden abbrechen (dann bleibt nix holziges an der Stange) und dann schälen. Auf ein kleines Backblech oder Auflaufform legen. Leicht mit Salz und Zucker bestreuen und nachdem der Boden vorgebacken ist, den Spargel einschieben und ebenfalls 15 Minuten rösten. Herausnehmen.
(4) Während der Spargel röstet und der Boden etwas abkühlt, den Guß vorbereiten. Dafür den Schmand mit den Eiern und den Kräutern verrühren, Käse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf dem vorgebackenen Boden gießen.
(5) Den Spargel ansprechend auf dem Guß verteilen und etwas eindrücken. Die Quiche auf mittlerer Schiene in den Ofen geben und 35-40 Minuten backen.

Herausholen und etwa 15-20 Minuten abkühlen lassen.

Genießen!

Perfekte Vorspeise für ein Frühlingsmenü – Spargelsalat mit Tomaten-Kräuter-Vinaigrette

Endlich ist es warm und fühlt sich richtig wie Frühling an! Die Vögel zwitschern, die Bäume sind schön grün, die Blumen blühen in den Gärten, meine Erdbeeren im Balkonkasten auch. Und der Spargel ist auch auf dem Höhepunkt seiner Saison!

Wie gerne würde ich mal ein frühlingshaftes Menü für Gäste zaubern, aber da ich meist alleine esse, begnüge ich mich mit den einzelnen Komponenten, die ich dann eben als Hauptgericht esse *g*

Diesen Salat bereitete ich zu, weil Jeanette von „Cuisine Violette“ im 130. Blogevent vom Kochtopf nach frühlingshaftem Genuss fragt. Und definitiv gehört Spargel für mich zum Frühling. Früher mochte ich nur die grüne Variante, mittlerweile auch die weiße sehr gerne. Spargel kann man ja auch gut einfrieren (schälen und einfach die rohen Stangen in den Kälteschlaf schicken), was ich in meinem ersten Jahr mit Tiefkühlschrank auch gemacht habe, alleine hatte ich außerhalb der Saison überhaupt keine Lust darauf. Ich hab ihn dann kurz vor dem Start der neuen Saison im darauffolgenden Jahr gegessen und gelernt, dass es sich für mich nicht lohnt so hochsaisonale Zutaten einzufrieren. Auch Rhabarberkuchen zu backen, käme mir außerhalb seiner Saison nicht in den Sinn …
Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings (Einsendeschluss 15. Mai 2017)

Aber zurück zum Spargelsalat. Es finden sich ja schon einige Rezepte zum königlichen Gemüse hier im Blog und ich wollte gerne was neues präsentieren. Fündig wurde ich im Buch „Wochenmarkt“ von Elisabeth Raether, in dem etliche ihrer ZeitMagazin-Kolumnen nach Jahreszeiten sortiert, versammelt sind. Ein wirklich schönes Buch! Und darin schwärmt Frau Raether von einem Rezept mit von Mr. Ottolenghi. Und mit Ottolenghi macht man ja nie was verkehrt! Das Rezept ist auch relativ fix gebastelt, braucht keine super exotischen Zutaten und macht echt was her, sowohl auf dem Teller als auch auf der Zunge! Ich sag Euch, so ein geiler Scheiß! Großartigst! Den Salat MÜSST ihr dringend ausprobieren!

Spargelsalat mit Tomaten-Kräuter-Vinaigrette und Ziegenkäse

Zutaten für 4 Portionen als Vorspeise oder 2 als Hauptgang:
1/2 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1/2 EL Balsamico
2 EL Weißweinessig
4 EL Olivenöl
Salz
500 g grüner Spargel
1 EL Petersilie
1 EL Dill
1 EL Minze
200 g Tomaten
Pfeffer
100 g Ziegenfrischkäse

(1) Die rote Zwiebel häuten und fein würfeln, in ein Schüsselchen geben. Die Knoblauchzehe ebenfalls häuten und mit dem Messer zerdrücken. Zusammen mit dem Balsamico, Weißweinessig und Olivenöl zu den Zwiebeln geben, etwas salzen, gut verrühren. Zur Seite stellen.
(2) Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Vom Spargel die Enden abbrechen. Den Spargel in das kochende Wasser geben und 2 Minuten kochen. Abgießen und mit kalten Wasser abschrecken. Trocken tupfen.
(3) Die Kräuter fein hacken und zur Vinaigrette geben. Die Tomaten halbieren, entkernen und das Fruchtfleisch fein würfeln. Gut mit dem restlichen Dressing verrühren und mit Pfeffer abschmecken.
(4) Eine Grillpfanne bei mittelhoher Hitze heiß werden lassen. Die möglichst trockenen Stangen quer zu den Rillen in die Pfanne legen. Von beiden Seiten grillen bis sie Grillspuren haben und köstlich duften.
(5) Die Spargelstangen auf Tellern arrangieren, die Tomaten-Kräuter-Vinaigrette darüber verteilen und den Ziegenfrischkäse drüber bröseln.

Genießen!

Quelle: Raether, E. (2015): Wochenmarkt. Die frischen einfachen Rezepte aus dem ZEIT Magazin. Bloomsbury. Berlin. p 64

Traumkombination im Frühling – Orangen-Rhabarber aus dem Ofen

Im Kochtopf wird das allmonatliche Blogevent ausgerichtet, schon das 130. und dieses Mal, um den Frühling zu feiern. Jeanette von Cuisine Violette möchte gerne wissen, was wir denn so im Frühling essen und legt dabei natürlich wert auf Saisonalität (wer mag schon Kürbissuppe im Mai) und Regionalität.
Blog-Event CXXX - Genuss des Fruehlings (Einsendeschluss 15. Mai 2017)

Was für mich wirklich zum Frühling gehört, wie das nervige Vogelgezwitscher am früher Morgen, ist Rhabarber. Meine Eltern haben eine anscheinend unverwüstliche Rhabarberpflanze im Garten, die wirklich sehr ertragreich ist und so hatten wir schon immer Unmengen an Rhabarberkompott im Kühlschrank stehen. Dabei bevorzugt Frau Mama die einfachste Form: Rhabarber, Zucker, Wasser. Ich bin ein wenig experimentierfreudiger ;-)

Nun habe ich schon einige Rhabarberrezepte, auch für Kompott auf dem kleinen Blog. Gar nicht so einfach, da noch etwas neues zu finden. Zum Glück habe ich das Buch „Wochenmarkt“ von Elisabeth Raether, in dem viele ihrer ZEIT Magazin Rezept-Kolumnen nach Jahreszeiten sortiert, vertreten sind. Auf Frau Raether brachte mich Frau Hafensonne, die immer von den Rezepten schwärmte und mir einige nachgekochte vorsetzte, die wunderbar schmeckten. Also besorgte ich mir das Buch ebenfalls und bin begeistert. Schöne, einfache Rezepte, mit denen man sich selbst und Gästen eine Freude machen kann. Und so findet sich auch dieses Rezept für Rhabarber mit Orange dort. Es ist nach Nigel Slater, einem weiteren von mir hochverehrten Kochbuchautor, der es ursprünglich mit Blutorangen zubereitete. Nun haben in meiner Einkaufswelt deutscher Rhabarber und Blutorangen nicht die kleinste Überschneidungszeit, also hab ich normale Orangen genommen. Und auch mit denen schmeckt es ganz hervorragend! Die Zubereitung ist denkbar einfach, die Zutatenliste sehr überschaubar. Ich esse solche Kompotte ja meist pur, aber auch in kleinen Gläschen serviert für Gäste, vielleicht auf Pudding oder Vanilleeis, stelle ich es mir sehr nett als Menue-Abschluss vor.

Orangen-Rhabarber aus dem Ofen

Zutaten für 4-6 Portionen:
750 g Rhabarber
1-3 EL Zucker
1 Vanilleschote
4 Orangen

(1) Den Ofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform bereit stellen.
(2) Den Rhabarber waschen, trocknen. Enden ab- und die Stangen in etwa 3-5 cm lange Stücke schneiden. In die Auflaufform geben. Mit Zucker bestreuen. Die Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen. Mark und Schote in die Auflaufform geben.
(3) Zwei der Orangen halbieren und den Saft auspressen. Zum Rhabarber gießen. Von den anderen beiden Orangen das obere und untere Ende abschneiden. Die Orange aufsetzen, so dass sie stabil steht und mit einem scharfen Messer der Fruchtform folgend, die komplette Schale (den orangen und weißen Teil) abschneiden. Die übrig gebliebene nackte Orange in Scheiben schneiden und auf dem Rhabarber verteilen.
(4) Die Auflaufform dicht mit Alufolie (matte Seite außen) verschließen und auf die mittlere Schiene des Ofens schieben. Nach ca. 20 Minuten sollte der Rhabarber weich sein.

Pur servieren oder mit Vanillesauce, Eis, Sahne?

Genießen!

Quelle: Raether, E. (2015): Wochenmarkt. Die frischen einfachen Rezepte aus dem ZEIT Magazin. Bloomsbury. Berlin. p 34

Und wer immer noch nicht genug vom Rhabarber hat (oder wessen Pflanze nicht aufhört zu wachsen *g*), hier sind noch ein paar köstliche Ideen:

Vegetarischer Kaviar aus Odessa – Baklazhannaya Ikra

Ich habe ja bekanntermaßen eine Vorliebe für die osteuropäische Küche (je nachdem wie eng oder weit man „Europa“ definiert). Natürlich ist mir die ungarische am nächsten, aber auch polnische, rumänische Gerichte, die der Balkanländer und der ehemals sowjetischen Staaten wie die Ukraine, Georgien und Konsorten haben einen großen Platz in meinem Herzen respektive Magen. Irgendwie mag ich ihre Zusammenstellung von Aromen, mag die Verwendung von Roter Bete, Pilzen, Dill, Schmorgerichte, Paprika (wie ginge es ohne bei mir!), Auberginen, Tomaten (!!!), Quark und noch so viel mehr!

Frau Kochschlampe war letztens in ihrem Heim Gastgeberin eines osteuropäischen Abends. Wie gerne wäre ich dabei gewesen! Natürlich unterhielten wir uns vorher über die Speisen. Neben Rote Bete-Brühe mit Klößchen und Quarkkuchen mit kandierten Orangenschalen, einem monströsen Schweinebraten und Pampushky (kleine Brötchen mit intensiver Knoblauchbutter) sollte es Kaviar „Odessa Art“ geben. Nein, jetzt nicht was ihr denkt! Für diesen Kaviar wurden keine Fische operiert oder gar getötet, hierfür wurde nur eine Aubergine richtig weich gebacken und dann mit wenigen anderen Zutaten vermischt.

Und was soll ich sagen! Ein Traum! So großartig das Zeug! Ich habe es einige Tage in Folge auf mein getoastetes Weißbrot zum Frühstück und Abendessen gehabt. Wirklich wichtig ist nur, dass ihr es tatsächlich mindestens ein paar Stunden durchziehen lasst im Kühlschrank. Frisch gemacht schmeckt man jede Zutat sehr stark, zu stark heraus, der Essig ist zu sauer, die Zwiebel zu kneifend, der Knoblauch zu intensiv. Wenn ihr ihm allerdings ein paar Stunden Zeit gebt, verbinden sich die Aromen und alles wird harmonisch.

Baklazhannaya Ikra – Auberginen-Kaviar

Zutaten für 4-6 Portionen:
1 mittelgroße Aubergine
1 kleine Zwiebel
1-2 KnoblauchzehenBrotaufstrich
1 mittelgroße Tomate
1-2 EL Rotweinessig
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 EL Petersilie, gehackt

1 Tag vorher beginnen!

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen. Die Aubergine mit einem Messer von allen Seiten mehrmals anstechen, so explodiert sie nicht. In einer kleinen Auflaufform in den Ofen geben und ca. 1 Stunde backen bis sie ganz weich ist. Herausnehmen und abkühlen lassen.
(2) Die Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und sehr fein hacken. Die Tomate vierteln, den grünen Strunk und Kerne entfernen, sehr fein würfeln.
(3) Von der Aubergine den Strunk abschneiden, die Haut entfernen und das Fruchtfleisch mit der Hilfe von zwei Gabeln fein zerteilen. Gut mit den restlichen Zutaten vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Das Behältnis abdecken und einige Stunden in den Kühlschrank stellen zum Durchziehen.

Zum Servieren noch die Petersilie drüber streuen.

Dazu passt am Besten wunderbar frisches Weizenbrot z.B. Sesamkringel oder Pide.

Genießen!

Quelle: Recipeland.comBaklazhannaya Ikra

Und weil ich so wahnsinnig begeistert von dem Odessa-Kaviar bin und es ein wunderbarer Brotaufstrich ist, darf es beim CXXVI. Event im „Kochtopf“ zum Thema „Brotaufstriche aller Art“ mitmachen. Diesmal wird es ausgerichtet von „Kochen mit Diana„. Ich bin ja immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, den Käse oder die Wurst vom Brot zu verbannen und dementsprechend gespannt, was die anderen sich so überlegt haben *hibbel*

Blog-Event CXXVIV – Was aufs Brot! Brotaufstriche (Einsendeschluss 15. April 2017)

Gesundes für den Kater – Gemüsetaler à la Petterson & Findus

Kennt ihr den etwas mürrischen Petterson, der in Schweden auf einem kleinen Hof mit seinem sprechenden Kater Findus lebt? Bestimmt! Es sind mit meine Lieblingsfiguren in der bunten Welt der Kinderbücher. Kennengelernt hab ich sie als Zwerg (also meine kleine Schwester) die Bücher geschenkt bekam. Und ich verliebte mich in die kleinen Figürchen, die Sven Nordqvist auf jeder Seite versteckte. Und natürlich auch in den frechen Kater, der am liebsten jeden Tag Pfannkuchentorte essen würde oder Fleischklößchen. Und da war es ja nur logisch, dass irgendwann ein Kochbuch mit den liebsten Rezepten der beiden nach Jahreszeiten aufgeteilt herauskommen würde.

Nun bin ich in einem Alter, in dem man nicht mehr dringend Petterson & Findus-Bücher kauft (sich aber trotzdem noch gerne die Zeichentrickserie anguckt *g*) und habe auch keine Kinder. Aber Frau Kochschlampe hat Nifften, denen sie das Buch gerne als Geschenk von unserem Rügen-Urlaub mitbringen wollte. Leider war es in dem Teil der Familie schon vorhanden. Aber ich hatte es durchgeguckt und war sehr angetan, sowohl von den Rezepten als auch den kleinen, versteckten Figürchen und habe es ihr abgekauft. Und endlich bin ich mal dazu gekommen, etwas daraus zu kochen.

Es wurden die Gemüsetaler, natürlich ein Frühlingsgericht. Ich schätze, das Essen ist eher Petterson zuzuordnen als Findus, weil der Kater doch eher einen Hang zu Pfannkuchen und nicht Gemüse hat *g* Aber ich war schon lange auf der Suche nach einem Rezept für Gemüseburger mit Kartoffeln, dass dieses Rezept sich geradezu anbot. Und tatsächlich! Die Dinger schmecken zu 90% so, wie die Lieblingsvariante aus der Tiefkühltruhe, nur der Mais fehlt (nächste Mal dann *g*). Allerdings sollte man das Rezept vorher richtig lesen. Ich wunderte mich schon wie 750 g gekochte Brokkoli-und-Möhren-Würfelchen mit 300 g Kartoffeln, nur 2 Eiern und bisschen Mehl halten sollten. Aber nee, es kommt nur ein Drittel der Gemüsemischung in den Talerteig und dann passt es auch. Ich konnte zwar keine Taler mit der Hand formen, aber mit einem Esslöffel wunderbar den Teig abstechen, der sich dann auch 1a braten ließ. und der Geschmack ist wirklich großartig! Jetzt fragt sich die geneigte Leserschaft sicherlich, was mit dem restlichen Brokkoli und Möhren passiert. Das hat sich die Rezeptautorin raffiniert ausgedacht, der Teil wird nämlich angebraten und zu den Gemüsetalern serviert. Vielleicht ein Versuch mehr Gemüse in Kinder zu kriegen?

Jedenfalls kann ich jedem, egal ob groß oder klein, diese Gemüsetaler ans Herz legen. Probiert sie aus! Die Erwachsenen können ja noch ein wenig pikantere Gewürze wie Chiliflocken oder Curry mit in den Talerteig geben.

Gemüsetaler à la Petterson

Zutaten für 2-3 Portionen (Erwachsene):

Für den Dip:
2 EL Mayonnaise
150 g Naturjoghurt
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch

Für die Gemüsetaler:
350 g Kartoffeln
400 g Brokkoli
250 g Möhren
Salz, Pfeffer
2 Eier
2-3 EL Mehl
4 EL Öl
Muskatnuss

(1) Als erstes den Dip zubereiten, damit er Zeit zum Ziehen hat. Dafür alle Zutaten gründlich miteinander vermengen. Abschmecken. Abgedeckt zur Seite stellen bis alles serviert wird.
(2) Für die Taler das Gemüse vorbereiten. Die Kartoffeln schälen, in mittelgroße Stücke schneiden und als Salzkartoffeln in ca. 15 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen. In einer größeren Schüssel zerstampfen.
(3) Von den Karotten die Enden abschneiden, schälen und ebenso wie den Brokkoli in kleine Würfel schneiden. Wasser in einem mittelgroßen Topf aufsetzen, gut salzen und zum Kochen bringen. Die Gemüsewürfel zusammen in das kochende Salzwasser geben und sobald das Wasser kocht, 5 Minuten kochen lassen. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.
(4) Eine große Pfanne auf den Herd stellen und 2 EL Öl darin bei mittelhoher Hitze erwärmen. Ein Drittel des gekochten Gemüses zu den gestampften Kartoffeln geben. Eier und Mehl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zu einem geschmeidigen Teig mit Hilfe eines Holzlöffels verrühren.
(5) Wenn das Öl in der Pfanne heiß ist je 1 Esslöffel des Teiges hinein geben, es kommen ca. 12 Gemüsetaler raus. Die Gemüsetaler einige Minuten bei mittelhoher Hitze von jeder Seite braten bis sie goldbraun sind. Herausnehmen und auf Küchenkrepp lagern, um das überschüssige Öl aufzusaugen. Den Rest des Talerteiges ebenso ausbraten. Dann die restlichen zwei Drittel der Brokkoli-Möhren-Mischung in die Pfanne  geben und bei hoher Hitze anbraten. Mit ein wenig Salz und Muskatnuss würzen.

Das angebratene Gemüse zusammen mit den Talern und dem Dip servieren.

Genießen!

Quelle: Tüllmann, A. (Rezepte), Nordqvist, S. (Bilder) (2004): Kochen mit Petterson und Findus. Verlag Friedrich Oetinger. Hamburg. p 15

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