Archiv der Kategorie: Reis/Risotto

Seelenwärmer – Milchreisauflauf nach der besten angeheirateten Cousine

Die Erkältungssaison ist in vollem Gange und Anfang der Woche übernahmen die Viren die Macht in meinem Körper. Die Halsschmerzen, die so latent schon zwei Wochen vorher im Hintergrund rumschwirrten wurden stärker und der Husten auch immer bellender. Sehr unschön!

Also verdümpele ich meine Zeit zu Hause rum, ruhe, lese und ruhe noch mehr. Bloß alle möglichen Energiereserven dem eh schon maladen Immunsystem zur Verfügung stellen, damit es den Viren ordentlich in den Hintern treten kann. Und bei so ’nem ollen grippalen Infekt braucht man Essen, dass einen glücklich macht, oder? Mir war auf einmal irgendwie nach dem Milchreisauflauf der allerbesten angeheirateten Cousine, also schnell über das blaue soziale Netzwerk den ältesten Cousin gefragt, ob seine Gattin mir die genauere Zubereitungsweise verraten könnte. Tat sie dann auch und ich konnte heute eine Monsterportion des Rízskoch (höchstwahrscheinlich vom österreichischen Wort „Reiskoch“) zubereiten. Dabei wählte ich die entspannte Variante, indem ich den Milchreis im Slowcooker machte. Kein Anbrennen, kein ständiges Rühren, perfekt! Der Rest der Arbeit ist auch innerhalb von 15 Minuten erledigt und schon kann der Auflauf in den Ofen. So nach 30 Minuten sollte er goldbraun sein und wunderbar duften.

Hach, ein echtes Seelenwärmer-Essen! Da können die Viren noch so viel rumoren in mir, da kann das Wetter noch so doof sein draußen, danach geht es mir wunderbar und ich bin glücklich (vielleicht auch nur vor Erinnerungen an Rízskoch-Essen beim ältesten Cousin und sein Familie!)! Und deswegen darf das Rezept beim Seelenwärmer-Event von „Friesi kocht & backt“ und „NOM NOMS treat of life“ mitmachen.

Seelenwärmer das Blogevent gegen Herbstblues

Milchreisauflauf

Zutaten für 6 Portionen als Hauptgang nach Suppe:
200 g Milchreis
2 EL Zucker
1 Prise Salz
1 l Milch

3 Eier, getrennt
1 Prise Salz
3 EL Zucker
Schale 1/2 Bio-Zitrone
80 g Rosinen, gewaschen
100 g Butter

Butter zum Ausstreichen der Form

(1) Aus dem Milchreis, Zucker, Salz und der Milch nach der bevorzugten Methode Milchreis kochen (ich bevorzuge es im Slowcooker). Etwas abkühlen lassen.
(2) Währenddessen die drei Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und die Eigelb mit dem Zucker schaumig schlagen. Eine große Auflaufform mit Butter ausfetten.
(3) Unter den noch warmen (aber nicht heißen) Milchreis die Butter, Rosinen und fein geriebene Zitronenschale rühren. Die Eigelb-Zucker-Mischung gründlich mit allem verrühren. Zum Schluss den Eischnee, erst 1/3 gut mit dem Milchreis vermengen, dann die restlichen 2/3 vorsichtig unterheben.
(4) Alles in die gebutterte Auflaufform gießen und in den Ofen geben. Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze oder 200°C Umluft anstellen, ca. 30-35 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Etwas abkühlen lassen und servieren.

Dazu passt Schokoladen- oder Vanillesauce, aber auch Apfelmus oder Apple Butter. Wer keine Rosinen mag, kann sie auch weglassen oder durch gewürfelte Äpfel, Birnen ersetzen.

Genießen!

Quelle: nach der liebsten angeheirateten Cousine

Und weil ein nur süßes Mittagessen bei mir zu anhaltender Übelkeit am Nachmittag führt, brauche ich etwas herzhaftes vorneweg. Süppchen sind da immer gut und wenn man selbstgekochte Hühnerbrühe eingeweckt im Vorrat hat, geht es noch schneller. Dieses mal mit einer hellgelben Möhre, Erbsen und Mais, dazu die obligatorischen Buchstabennüdelchens, die perfekt als Stimmungsaufheller sind:

Milchreis aus dem Slowcooker

Milchreis. Mit das einfachste Essen der Welt. Gibt Leute, die wärmen sich damit ihre Betten vor, indem sie den Reis warm eingemummelt in den Decken quellen lassen. Aber irgendwie hab ich das noch nie gemacht und hab auch Angst, dass da in meinem Bett nicht genug Wärme übrig bleibt, um ihn komplett gar zu kriegen. Also hab ich ihn bisher immer auf dem Herd gekocht, wobei man doch ein wenig aufpassen muss, dass er nicht anbrennt. Aber wieso immer daneben stehen, wenn man einen Slowcooker hat und einfach rechtzeitig die Zutaten rein schmeißt. Slowcooker an und drei Stunden später köstlich cremigen Milchreis genießen! So einfach! In Zukunft nur noch so bei mir :-)

Milchreis aus dem Slowcooker

Zutaten für 6 Portionen:
175 g Rundkornreis (Milchreis)
1 Prise Salz
2-3 EL Zucker
1 Stück Zimtstange (5 cm)
1 Stück Zitronenschale
1/2 TL Vanillepaste
(oder 1/2 Vanilleschote, Mark ausgekratzt)
1 l Milch

Alle Zutaten in den Keramikeinsatz des Slowcookers geben. Kurz durchrühren. Deckel drauf und 3 Stunden auf HIGH garen. Nach etwa 2 Stunden einmal durchrühren. Zum Schluss den Milchreis gut durchrühren.

Mit Früchten, Kompott oder Zimt bestreut servieren, z.B. die selbsteingeweckten Heidelbeeren.

Genießen!

Vorbereitungszeit: 5 Minuten
Kochzeit: 3 Stunden

Quelle: nach KüchenlateinMilchreis aus dem Slowcooker

Nordisches Rote Bete-Risotto mit Kabeljau

Vor Weihnachten wird hier noch ein winterliches, aber gleichzeitig unweihnachtliches Gericht präsentiert, auch wenn die Farbe anderes vermuten lässt. Die letzten Tage war ich etwas faul im kleinen Blog, es kam ein bißchen echtes Leben dazwischen: mein Geburtstag, Heimfahrt in die Ostseeheimat, Arzttermin und das Schönste – ruhige Tage mit Frau Mama verbringen, die ihren traditionellen Vorweihnachtsurlaub genommen hat *g* Und so puzzeln wir ein bißchen im Haushalt rum, kochen, ich backe Brot, organisieren Weihnachten, gucken „Mord ist ihr Hobby“, stricken, nickern … Vollkommen entspannt alles! Und da bleibt gerade nicht soviel Zeit für’s kleine Blog ;-) Aber trotzdem warten noch ein paar leckere Gerichte in der Warteschlange und werden so nach und nach verbloggt, auch wenn es schon ein paar Tage her ist, dass ich sie kochte.

Auf die Idee dieses nordischen Risottos brachte mich Frau Kochschlampe. Ich meine, Risotto geht doch immer, auch wenn man kaum noch Zeug zu Hause hat. Risottoreis ist meist da, irgendeine weitere gemüsige Zutat findet sich meist noch im Kühlschrank und die Brühe wurde ja auf Vorrat gekocht. Und warum sollte Risotto immer nur mit italienischen Aromen geüwrzt sein, wenn nordische genauso gut zusammen funktionieren. Typisch für die nordisch Küche sind für mich erdige Rote Bete, süß-anisiger Dill und Schärfe durch Meerrettich. Um den Aufwand zu minimieren wurde die Rote Bete roh geraspelt, nach dem Prinzip je kleiner etwas ist, desto schneller ist es gar. Und so Rote Bete braucht ja schon ein Weilchen bis sie durch ist, oder? In der Kombination mit dem Meerrettich und Dill ist ein wirklich wunderbares Risotto entstanden! Dazu dünstete ich nur kurz ein sehr puristisch gehaltenes Kabeljaufilet an, Salz, Pfeffer, in einer abgedeckten Pfanne wenige Minuten (ernsthaft wenige Minuten!) dünsten bis der Fisch anfängt leicht auseinander zu fallen.

Ein köstliches Essen und kann jedem empfehlen diese Kombination im Risotto mal auszuprobieren!

Nordisches Rote Bete-Risotto mit Kabeljau

Zutaten für 3 Portionen:
600-700 ml Gemüsebrühe
2 mittelgroße Rote Bete
1 mittelgroße Zwiebel
Schluck Olivenöl
200 g Risotto-Reis (hier: Arborio)
1 Schluck Weißwein
2 EL Butter
1-3 TL Meerrettich aus dem Glas
1 Bund Dill

3 Kabeljau-Filets
Salz, Pfeffer
Schluck Olivenöl

(1) Die Gemüsebrühe in einem Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und warm halten. Einmalhandschuhe anziehen und die Rote Bete-Knollen schälen und grob raspeln. Die Zwiebel häuten und fein würfeln. Den Dill waschen und fein hacken.
(2) In einem mittelgroßen Topf einen Schluck Olivenöl bei mittelhoher Hitze erwärmen. Die Zwiebeln und Rote Bete-Raspeln hinzufügen und etwa 10 bei mittlerer Hitze langsam dünsten. Die Hitze hochschalten und den Reis einrühren. Wenn die Körner glasig sind (etwas schwierig zu erkennen bei dem magenta) den Schluck Wein zugießen und einkochen lassen.
(3) Dann etwa 1/3 der Brühe zufügen und unter immer mal wieder rühren (eher öfter als selten) die Brühe vom Reis aufsaugen lassen. Ebenso mit dem zweiten und dritten Drittel der Brühe verfahren. Je nach Sorte braucht der Risottoreis ca. 18 Minuten bis er gar ist. Am Ende sollte der Reis weich, aber noch al dente sein, das Risotto selbst schlotzig und die Rote Bete-Raspeln gar, aber noch nicht zerfallen.
(4) Den Topf vom Herd nehmen. Butter, Meerrettich und Dill unterrühren. Abschmecken. Fehlt noch was? Ist es scharf genug? Fehlt vielleicht ein wenig Salz? Abgedeckt etwas ruhen lassen.
(5) In der Zeit den Fisch zubereiten. Einen kleinen Schluck Olivenöl in einer Pfanne mit Deckel erhitzen mit mittelhoher Hitze. Die Fischfilets salzen und pfeffern. In die Pfanne legen und bei mittlerer Hitze etwas anbraten, den Deckel drauf legen und wenige Minuten dünsten bis die Filets beginnen zu zerfallen. Der Fisch muss nicht umgedreht werden, er wird auch so gar.

Das Risotto auf Tellern verteilen, mit dem Fisch belegen und

genießen!

Asiatisch angehauchter Bratreis

Asiatischer Bratreis. Irgendwie kriegen das nur so chinesische Takeaways einigermaßen vernünftig hin mit ihren wirklich heißen Woks und der Erfahrung des täglichen mehrstündigen Wokkens. Aber sowas müsste doch zu Hause zu schaffen sein und das ganz ohne Glutamat in Pulverform! So mit der Zeit hab ich mir aus diversesten Quellen Tipps geholt, wie das Ergebnis gut werden kann.

  • Tipp Nr. 1: Der Reis muss schon am Tag vorher gekocht worden sein und über Nacht im Kühlschrank stehen.
  • Tipp Nr.2: Den Reis extra anbraten bevor man das Gemüse zubereitet. Dadurch kann der Reis schön knusprig und locker werden, selbst wenn er vorher etwas zusammen klebte.
  • Tipp Nr. 3: Wenn Proteine wie Hähnchenfleisch, Ei o.ä. gewünscht ist, diese auch extra anbraten und dann zum Schluss mit dem Gemüse und Reis verrühren.

Wenn man das beherzigt, kann ganz schnell ein wunderbares Gericht auf dem Tisch stehen. Und es ist so variabel. Das hier ist eine vegetarische Version mit etwas Ei, aber auch Hähnchen- oder Steakstreifen können vorher angebraten und wenn man organisiert ist, sogar noch mariniert werden. Genau so gut gehen aber auch Tofu-Würfel, die knusprig gebraten werden. Alles möglich! Beim Gemüse kann der geneigte Leser auch nach den eigenen Gelüsten (oder Kühlschrankinhalt) gehen. Was immer gefällt, ist erlaubt: Möhren, Paprika, Chinakohl, Wasserkastanien, Lauch/Porree, Sprossen, Chili. Nur bei der Grundwürze aus feingeschnittenen Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer würde ich nichts ändern. Laut Barbara, meiner China-Expertin im weltweiten Zwischennetz, scheint das die Standardwürzung bei chinesischen Gerichten zu sein. Natürlich können auch noch weitere Gewürze und Gewürzmischungen zugefügt werden.

Wunderbar vielseitig, wunderbar gesund, wunderbar schnell! Wie beim chinesischen Imbiss! Nee, eigentlich besser …

Asiatisch angehauchter Bratreis

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Tasse roher Basmati-Reis, am Vortag gekocht
1 Möhre
1/2 rote Paprikaschote
1/2 Stange Porree/Lauch
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe
2 cm Ingwerknolle
2 Eier
Sojasauce
Zucker
Öl (neutrales Öl oder Perilla-Öl)
1 handvoll TK-Erbsen
1 handvoll TK-Mais (oder entsprechende Menge Dosenmais)
1 Prise Pul Biber

(1) Den Reis am Vortag kochen und in den Kühlschrank stellen. Natürlich kann auch übrig gebliebener Reis genutzt werden.
(2) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen, dritteln und in schmale Stäbchen schneiden. Die Paprikaschotenhälfte quer halbieren und ebenfalls in so dünne Streifen schneiden wie die Möhren. Den Porree in ca. 0,5 cm dicke Ringe schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen, in feine Ringe schneiden. Den Knoblauch häuten und fein würfeln. Vom Ingwer mit einem Löffel die Schale abschabe und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Die Erbsen und Mais in ein Sieb geben und mit heißem Wasser überspülen, damit das Gemüse etwas antaut. Gut abtropfen lassen.
(3) Die Eier gut verquirlen, mit Sojasauce und einer Prise Zucker würzen.
(4) Einen Wok oder große Pfanne stark erhitzen. Einen kleinen Schluck Öl darin heiß werden lassen und die Eimasse eingießen. Ohne zu bewegen fast komplett stocken lassen wie einen Pfannkuchen, dann mit einem Pfannenwender in kleine Stücke reißen. Fertig garen und aus der Pfanne nehmen.
(5) Nochmals einen kleinen Schluck Öl erhitzen und den kalten Reis zugeben. Unter Rühren den Reis erhitzen, kleine Klümpchen zerteilen und den Reis wieder fluffig werden lassen. Aus der Pfanne in eine Schüssel zurück geben.
(6) Nochmal einen Schluck Öl erhitzen und die Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer in der Pfanne geben. Bei hoher Hitze unter Rühren kurz anschwitzen. Dann die Möhrenstreifen hinein geben, 2 Minuten pfannenrühren. Dann die Paprika und Lauch zugeben und weiter rühren. Etwa 3 Minuten unter ständiger Bewegung dünsten. Dann mit einem großzügigen Schluck Sojasauce und der Prise Pul Biber würzen. Mais und Erbsen zufügen. Kurz mitbraten. Reis dazu geben und alles gut miteinander verrühren. Nochmal mit Sojasauce abschmecken und das Ei unterheben.

Auf zwei Tellern verteilen und

genießen!

Gimbap – Koreanisches „Sushi“

So, wozu kann man Tofu Bulgogi noch benutzen? Die letzte Portion wurde tatsächlich extra dafür angesetzt, dass ich am nächsten Abend Gimbap, also das koreanische Sushi mir machen wollte. Mich gelüstete schon seit längerem mal wieder nach Sushi, hatte keine Reisröllchen mehr, seit mir die beste S. von allen es letztes Jahr im September mit ins Krankenhaus brachte. Und da ich hier auch keinen guten Sushiladen kenne bzw. das was ich austesten wollen würde, zu weit weg ist von mir, musste ich halt selbst ran. Ist jetzt auch kein Beinbruch, wenn man nicht auf perfekt geformtes Sushi oder Gimbap besteht. Auf die Fischkomponenten verzichte ich eh gerne (in Mitteldeutschland richtig frischen Fisch zu kriegen, ist fast unmöglich *seufz*) und mache es eben vegetarisch. Auch da gibt es ja genug Optionen und bei den Koreanern noch viel mehr als bei original Sushi. Während der Japaner eher auf Klarheit der Aromen besteht, kombiniert der Koreaner offensichtlich hemmungslos und gerne auch viel würziger. Es können also auch gerne Käse, Schinken, Surimi-Sticks, anderer geräucherter Fisch, Kimchi, andere eingelegte Gemüsesorten wie Klettenwurzeln oder Rettich. Der Phantasie sind so gar keine Grenzen gesetzt! Etwas anders ist auch der Reis gewürzt, nicht süß-säuerlich mit Reisessig und Zucker wie in Japan, sondern eher nussig mit gerösteten Sesamsamen und Sesamöl. Auch wirklich lecker! Der Rest ist wie immer, Reis auf Algen verteilen, füllen, rollen und aufschneiden. Dann einfach genießen! Und es schmeckt wirklich gut und ist so im Nachhinein gesehen, auch nicht wirklich zeitaufwendig. Das Gemüse lässt sich fix schnippeln, das Ei auch schnell braten und andere Füllungen gut vorbereiten oder fertig kaufen. Ich befürchte das wird es in Zukunft häufiger bei mir geben! :-)

Gimbap – Koreanisches Sushi

Zutaten für 3 Rollen, also 2 Personen:

Grundrezept Reis
200 g japanischer Rundkornreis
350 ml Wasser
1/2 TL Salz
1 EL Sesamsamen
1 TL Sesamöl

Für die Füllung:

1 Ei
1 Prise Salz
Sesamöl

1/2 Salatgurke (20-25 cm lang)
1 TL Salz

1 Möhre
1 Prise Salz
Sesamöl

1/4 Portion Tofu Bulgogi

3 Nori-Blätter

(1) Als erstes des Reis kochen. Dafür den Reis in einer Schüssel mit ordentlich Wasser bedecken. Dann den Reis mit den Händen darin rumwirbeln. Wenn das Wasser milchig ist, es abgießen und neues hinzufügen. Die Prozedur so lange wiederholen bis das Wasser klar ist. Das letzte Wasser abschütten und den Reis mit 350 ml Wasser in einem größeren Topf geben. Aufkochen lassen, einmal umrühren, bei niedriger Hitze in 15 Minuten fertig garen.
Oder den Reis gleich in einem Reiskocher kochen.
(2) Während der Reis kocht, die Füllung vorbereiten. Als erstes in einer trockenen kleinen Pfanne die Sesamsamen bei mittelhoher Hitze anrösten bis sie duften und etwas gebräunt sind. Sofort herausnehmen, nicht, dass sie noch nachrösten und verbrennen.
Das Ei mit einer Prise Salz verquirlen. Eine kleine Pfanne erhitzen und etwas Sesamöl hinein geben. Die gesamte Eimasse in die Pfanne geben und ein flaches Omelett braten. Dafür einmal vorsichtig umdrehen, damit beide Seiten etwas Farbe kriegen. Herausnehmen, aufrollen und in lange Streifen schneiden.
Die Möhre schälen, in lange Stifte schneiden. In der noch heißen Pfanne wieder ein kleines bißchen Sesamöl erhitzen und die Möhrenstifte darin anbraten bis sie etwas Farbe haben, aber noch knackig sind. Herausnehmen.
Die Gurke gut waschen und vierteln. Die Kerne heraus schneiden, und die Viertel nochmals halbieren.
Die Tofu Bulgogi-Stücke in schmale Streifen schneiden, etwa so breit die Gurkenstücke.
(3) Den fertigen Reis, etwas abkühlen lassen, vielleicht so 10 Minuten. Dann mit den gerösteten Sesamsamen, dem Salz und dem Sesamöl gut vermischen. Dabei aber vorsichtig rühren, damit der Reis nicht matschig wird.
(4) Eine Sushi-Rollmatte mit Frischhaltefolie umwickeln (dadurch verfangen sich nicht so viele kleine Reiskörner in der Matte, die man nicht mehr rauskriegt.) Ein Schüsselchen mit kaltem Wasser zum Benetzen der Finger bereit stellen. Die Nori-Blätter nacheinander über der heißen Herdplatte haltend (oder in einer großen Pfanne) kurz rösten. Ein Nori-Blatt mit der rauhen Seite nach oben auf die Matte legen. Dann 1/3 der Reismasse auf den unteren 2/3 des Nori-Blattes mit den Fingern verteilen. Dafür die Finger immer mal wieder anfeuchten, weil der Reis sonst gar füchterlich klebt! Dann je 1/3 der Gurkenstreifen, angebratenen Möhren, Tofu Bulgogi-Streifen und Omelettstreifen verteilen. Dann von unten das Nori-Blatt aufrollen. Dabei mit den Fingern versuchen die Füllung an Ort und Stelle zu halten. Wenn das Gimbap aufgerollt ist, mit den Händen nochmals Druck auf die Rolle ausüben, damit das Gimbap auch zusammen hält.
(5) Mit einem wirklich scharfen Messer, dessen Klinge nach jedem Schnitt mit Wasser befeuchtet wird, die Rollen in 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Genießen!

Quelle: inspiriert und leicht verändert nach Kou, M., Jung, S., Kim, Y.-A. (2011): Das Korea-Kochbuch. Jacoby  Stuart. Seite 84

Frau Hazans Zucchini-Risotto

Ja, Asche über mein Haupt! Es ist total unsaisonal jetzt Zucchini zu essen, aber ich brauchte mal wieder ein bißchen Sommer auf dem Teller, ich kann Kohl und Wurzelgemüse nicht mehr wirklich sehen! Also lagen zwei Zucchini im Kühlschrank rum, aber was damit anstellen? Tökfözelék, also ungarisches Zucchini-/Kürbisgemüse? Nee, dafür ist es wirklich noch zu kalt… Zucchinipuffer? Ja, ganz nett, aber ist mir auch nicht nach … Beim Ausmisten des Vorratsschrank fiel mir die Vorratsdose mit dem Risottoreis ins Auge. Hmm, das wäre doch ne Variante. Aber wie genau? Ich meine, viele Wege führen nach Rom. Zucchini im Risotto garen oder extra? Zucchini raspeln, vierteln, in Scheiben schneiden? Eine verlässliche Quelle für alles Italienische ist ja Frau Hazan, sozusagen die Julia Childs der italienischen Küche für den englischsprachigen Raum. Und in ihrem Klassiker „Die klassische italienische Küche“ findet man zu jeder möglichen typisch italienischen Zutat mehrere typisch italienische Zubereitungsweisen, im Fall der Zucchini kann man sie als Antipasti zubereiten, in der Frittata, ausgebacken in Teig, als Salat oder eben auch im Risotto. Und das Risotto hörte sich richtig gut an: erst werden die dicken Zucchinischeiben langsam angeschmort, dass sie schön weich werden und Geschmack entwickeln, dann mit ihnen drin das Risotto zubereitet nach klassischer Art und Weise. So kommt der Geschmack der Zucchini schön zur Geltung und bleibt gleich im Risotto. Ich meine, ja es dauert länger als ein gewöhnliches Risotto, weil die Zucchini noch ’ne halbe Stunde vorher dünsten, aber es ist eine wirklich schöne Variante! Leider sind bei mir die Zucchini nicht wirklich goldbraun geworden, aber lag vielleicht an der Antihaftbeschichtung des Topfes. Auch die Brühemenge würde ich definitiv erhöhen, die von Frau Hazan angegebenen 600 ml Brühe für 225 g Reis sind für meinen Reis zu wenig gewesen, ich würde 800 ml zufügen und habe es auch schon so im Rezept angegeben.  Aber ansonsten ein Risotto mit feinem Geschmack, nicht zu aufdringlich und trotzdem vollmundig! Wird es auf die Art und Weise öfter geben!

Ach, noch ein Wort zur Gemüsebrühe, die verwendet wird: Bitte macht sie selbst vorher! Jedes fertige Gemüsebrühpulver und sei es noch so bio und ohne Hefeextrakt, wird den feinen Geschmack dieses Risottos ins Negative verändern. So eine Gemüsebrühe muss nicht stundenlang köcheln und einreduzieren, man kann sie mit diesem Rezept auch innerhalb von 30 Minuten köcheln. Also keine Ausreden mehr!

Zucchini-Risotto

Zutaten für 2 großzügige Portionen:
2 mittelgroße Zucchini
1 El neutrales Pflanzenöl
1 kleinere Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Salz
600-800 ml Gemüsebrühe
2 EL Butter
225 g Risotto-Reis
Pfeffer
2 EL geriebener Parmesan
1 EL gehackte Petersilie

(1) Zucchini waschen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Zwiebel und Knoblauch pellen, Zwiebel grob und Knoblauch sehr fein hacken.
(2) Öl in einem weiten, stabilen Topf auf mittlerer Hitze erhitzen, Zwiebeln dazu geben und unter Rühren glasig dünsten. Den Knoblauch zufügen und wenn er ein kleines bißchen Farbe angenommen hat, die Zucchinischeiben in den Topf geben. Bei schwacher Mittelhitze etwa 10 Minuten dünsten lassen unter gelegentlichem Wenden. Dann eine Prise Salz über die Zucchini streuen und innerhalb von nochmals ca. 15 Minuten goldbraun werden lassen.
(3) Zwischenzeitlich die Gemüsebrühe in einem zweiten Topf erhitzen und heiß halten.
(4) Die Hitze unter dem Risottotopf wieder etwas höher stellen und zu den goldbraunen Zucchini 1 EL der Butter geben und schmelzen lassen. Den Reis hinzufügen und gut durchrühren, damit er vom Fett ummantelt wird. Die Reiskörner glasig werden lassen, das dauert nur wenige Minütchen. Dann nach und nach in etwa 100 ml-Schritten die Brühe zugeben, wenn der vorherige Brüheschluck vom Reis aufsogen wurde. Dabei öfter umrühren, damit die Stärke aus dem Reis kommt, sich gut verteilt und dem Risotto eine cremige Konsistenz gibt. Wenn der Reis gar ist (so ca. 25 Minuten) sollte das Risotto eine schön cremige Konsistenz haben.
(5) Parmesan, Petersilie und Butter unterrühren, einige Minuten stehen lassen. Kosten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Sofort servieren und

genießen!

Quelle: fast genau dran gehalten an Hazan, Marcella (1995): Die klassische italienische Küche. Collection Rolf Heyne. 10. Auflage. Seite 251

Wie aus einer Suppe ein Risotto wurde oder Kohlrabi-Risotto

Von dem Bärlauchrisotto-und-Zucchini-Essen war noch ne gute Portion Gemüsebrühe übrig. Was damit anstellen? Nach Suppe war mir nicht, aber Risotto, ja Risotto wäre was. Hatte ich ja erst vor kurzem, aber macht ja nix. Nur was rein tun? Dann sah ich bei der hochgeschätzten Frau Kochschlampe eine Frühlingssüppchen mit Kohlrabi und Petersilie. Ach, das müsste doch auch als Risotto funktionieren. Kohlrabi ist im Frühling eh immer im Haus, Petersilie schlummert im TK und Bio-Zitronen gibt es vorrätig im Kühlschrank.

Und es passt wirklich gut zusammen! Zarter Kohlrabigeschmack mit der Frische der Zitronenschale und cremig wird das Risotto durch den Ricotta. Richtig schön frühlingshaft!

Kohlrabi-Risotto

Zutaten für 2 Personen:
1 Schalotte
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
125 g Risotto-Reis
1 mittlerer Kohlrabi, in Stifte geschnitten
Schluck Noilly Prat
ca. 400 ml Gemüsebrühe
100 g Ricotta
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone
3 EL Petersilie

(1) Den Kohlrabi schälen, alle holzigen Stellen entfernen. Die Knolle erst in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, die Scheiben dann in 0,5 cm dicke Stifte. Die Schalotte fein würfeln, die Petersilie hacken.
(2) Wenn die Gemüsebrühe nicht heiß ist, in einem Topf erhitzen.
(3) Die Butter mit dem Olivenöl zusammen in einem Topf zum Schmelzen bringen. Die Schalotten zugeben und langsam farblos glasig dünsten lassen. Die Kohlrabistifte zufügen und leicht mit andünsten lassen. Dann den Reis zugeben und so lange andünsten bis alle Reiskörner vom Fett überzogen und schon leicht durchsichtig sind.
(4) Mit dem Schluck Noilly Prat ablöschen und einkochen lassen.
(5) Jetzt nach und nach immer kellenweise die heiße Brühe zugeben. Immer dann neu zugeben, wenn die Kelle vorher fast eingekocht ist. Dabei öfter umrühren.
(6) Wenn der Reis gar ist, aber noch Biss hat, den Ricotta, gehackte Petersilie und Zitronenschale zugeben und unterrühren. Den Topf vom Herd nehmen, Deckel drauf und 2 Minuten ruhen lassen.

Genießen!

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