Archiv der Kategorie: Resteküche

Würziger Hähnchensalat mit Ananas und Mais

Manchmal muss es schnell gehen, lange auf Arbeit gewesen, dringend noch einkaufen und die ganze Mischpoke komplett ausgehungert. Dann kaufen die Eltern schon mal ein Grillhähnchen vom Wagen. Letztens war es doch etwas viel, ich schaffe auch nur viertel Hähnchen, da bleibt dann immer was übrig. Aber wäre ja schade, den Rest wegzuschmeißen. Also hab ich flugs am nächsten Abend einen schnellen, würzigen Salat mit den Zutaten aus dem Kühlschrank gebastelt. Mir schwebten leicht süße Aromen vor, die aber auch noch ein würziges Gegenstück brauchten. Zum Glück fand sich Ananas und Mais im Vorratsschrank und im Kühlschrank ein frisches Stück Ingwer. Daraus lässt sich doch was basteln. Schnell mit Frau Mamas Hilfe die Zutaten vorbereitet. Die Sauce brauchte etwas Finetuning und musste tragischerweise öfter gekostet werden ;-) Noch etwas durchziehen lassen und fertig war der wirklich leckere Salat.

Ich kann nur sagen, geneigte Leserschaft traut Euch was! Überlegt welche Zutaten zu den vorhandenen passen würden, nach welcher Geschmacksrichtung Euch ist. Eher süß-mild oder würzig-indisch oder mediterran oder orientalisch? Habt Mut! Wenn man die einzelnen Grundzutaten schon mag, kann die Mischung (meist) nicht katastrophal schmecken :-) Und wenn es mal doch nicht perfekt sein sollte (Was ist schon perfekt beim ersten Mal?), dann einfach nochmal basteln und optimieren. Das macht wirklich Spaß!

Würziger Hähnchensalat

Zutaten für 4 Portionen:
1/2 Grillhähnchen (Brust und Keule)
1 Frühlingszwiebel
1/4 Dose Mais
1/2 rote Paprikaschote
2 Scheiben Ananas aus der Dose

Für das Dressing:
150 g Joghurt
1 EL Ananassaft
1 TL scharfer Senf
1 TL frisch geriebener Ingwer
Salz, Pfeffer
1 TL Paprikapulver edelsüß

(1) Das Hähnchen auseinanderpflücken. Knochen und Haut entfernen, das Fleisch in mundgerechte Stücke zupfen oder schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Den Mais abtropfen lassen. Die Paprika in kleinere Würfel schneiden. Die Ananas ebenfalls in Stücke schneiden. Alles in eine Schüssel geben.
(2) Das Dressing zubereiten. Dafür Den Joghurt mit dem Ananassaft, Senf und dem frisch geriebenen Ingwer vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver pikant abschmecken. Gut mit den Salatzutaten vermischen und etwa 30 Minuten durchziehen lassen.

Mit frischem Brot serviert

genießen!

Quelle: eigenes Rezept durch die akute Kühlschranklage

Flüssiges Letscho oder Tomaten-Paprika-Suppe

Endlich habe ich wieder etwas Zeit und Muße zum Kochen. Durch meinen Umzug wohne ich nicht mehr 48 km von der Schule entfernt, sondern nur noch 550 m. Wunderbar! So bleibt mittags auch noch Zeit eine Kleinigkeit zu kochen, wenn keine Reste übrig geblieben sind. Und ich habe endlich einen so großen, schönen Balkon (ohne afghanische Kochdüfte von Nachbarn *g*), dass sich regelmäßiges speisen auf demselbigen wirklich lohnt, also wenn die Sonne mitspielt. Vorgestern genoß ich dort eine Möhren-Stangensellerie-Tortilla mit original ungarischem Weißkohlsalat aus Vecsés (höchstberühmte Gegend in Ungarn für ihr Sauerkraut und überhaupt eingelegte Gurken und Kohl):

Für gestern holte ich noch ein paar Spaghetti Carbonara-Muffins aus dem Tiefkühler, die, während ich in der Schule saß, vor sich hin tauten. Aber mir war noch nach etwas suppigem. Und was passt besser als Tomaten zu Spaghetti. Eine 3/4 große Paprikaschote war auch noch im Kühlschrank, die vor sich hindümpelte. Passt doch! Damit die Suppe etwas Bindung kriegt, habe ich ein wenig Basmati-Reis mitgekocht.

Dafür, dass es so halb improvisiert war, ist die Suppe wirklich lecker geraten! Sie lässt sich auch noch verfeinern, streut ein paar geröstete Croutons drüber oder ein wenig Schmand. Ich schätze auch ein paar Baconstreifen oder gekrümelter Feta sind nicht zu verachten. Mich erinnerte sie geschmacklich ein wenig an mein heißgeliebtes Lecsó, aber das ist ja nicht das verkehrteste!

Und weil zufällig so überhaupt kein einziges tierisches Produkt seinen Weg in die Suppe fand – sowas passiert mitunter – darf es beim „tierfreitag“ der esskultur mitspielen.

tierfreitag

Tomaten-Paprika-Suppe

Zutaten für 4 Portionen:
1 Möhre
1 Stange Sellerie
1 Zwiebel
1 rote Paprikaschote
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
großzügige Prise Zucker
Salz, Pfeffer
1/2 Kaffeetasse Basmati-Reis
2 400 g Dosen Tomaten
1 Prise Chiliflocken (Pul Biber)
1 handvoll Basilikumblätter

(1) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Möhre schälen und grob raspeln. Die Selleriestange entfädeln und fein würfeln. Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und ebenfalls fein würfeln. Die Paprikaschote waschen, entkernen und in feine Würfel schneiden.
(2) In einem Topf (nicht unbedingt der kleinste) das Olivenöl auf mittlerer Hitze erhitzen. Zwiebel, Möhre, Sellerie und Paprika andünsten. Mit Salz, Pfeffer und der großzügige Prise Zucker würzen. Deckel drauf und ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze weich dünsten. Dann die Knoblauchwürfel zugeben und etwa 1 Minuten mitdünsten bis er duftet. Den Reis mit den Tomaten zufügen. Eine der leeren Dosen mit Wasser auffüllen und dazu gießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Bei geschlossenem Deckel aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen.
(3) Nach der Zeit die Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren. Kosten und eventuell nochmal mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Den feingeschnittenen Basilikum unterrühren.

Genießen!

Wer mag kann gerne noch Croutons drüber streuen oder etwas Schmand oder Ziegenfrischkäse drauf geben. Vielleicht passen auch ein paar geröstete Nüsschen? Eine schön vielfältige Suppe.

Asiatisch angehauchter Bratreis

Asiatischer Bratreis. Irgendwie kriegen das nur so chinesische Takeaways einigermaßen vernünftig hin mit ihren wirklich heißen Woks und der Erfahrung des täglichen mehrstündigen Wokkens. Aber sowas müsste doch zu Hause zu schaffen sein und das ganz ohne Glutamat in Pulverform! So mit der Zeit hab ich mir aus diversesten Quellen Tipps geholt, wie das Ergebnis gut werden kann.

  • Tipp Nr. 1: Der Reis muss schon am Tag vorher gekocht worden sein und über Nacht im Kühlschrank stehen.
  • Tipp Nr.2: Den Reis extra anbraten bevor man das Gemüse zubereitet. Dadurch kann der Reis schön knusprig und locker werden, selbst wenn er vorher etwas zusammen klebte.
  • Tipp Nr. 3: Wenn Proteine wie Hähnchenfleisch, Ei o.ä. gewünscht ist, diese auch extra anbraten und dann zum Schluss mit dem Gemüse und Reis verrühren.

Wenn man das beherzigt, kann ganz schnell ein wunderbares Gericht auf dem Tisch stehen. Und es ist so variabel. Das hier ist eine vegetarische Version mit etwas Ei, aber auch Hähnchen- oder Steakstreifen können vorher angebraten und wenn man organisiert ist, sogar noch mariniert werden. Genau so gut gehen aber auch Tofu-Würfel, die knusprig gebraten werden. Alles möglich! Beim Gemüse kann der geneigte Leser auch nach den eigenen Gelüsten (oder Kühlschrankinhalt) gehen. Was immer gefällt, ist erlaubt: Möhren, Paprika, Chinakohl, Wasserkastanien, Lauch/Porree, Sprossen, Chili. Nur bei der Grundwürze aus feingeschnittenen Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer würde ich nichts ändern. Laut Barbara, meiner China-Expertin im weltweiten Zwischennetz, scheint das die Standardwürzung bei chinesischen Gerichten zu sein. Natürlich können auch noch weitere Gewürze und Gewürzmischungen zugefügt werden.

Wunderbar vielseitig, wunderbar gesund, wunderbar schnell! Wie beim chinesischen Imbiss! Nee, eigentlich besser …

Asiatisch angehauchter Bratreis

Zutaten für 2 Portionen:
1/2 Tasse roher Basmati-Reis, am Vortag gekocht
1 Möhre
1/2 rote Paprikaschote
1/2 Stange Porree/Lauch
1 Frühlingszwiebel
1 Knoblauchzehe
2 cm Ingwerknolle
2 Eier
Sojasauce
Zucker
Öl (neutrales Öl oder Perilla-Öl)
1 handvoll TK-Erbsen
1 handvoll TK-Mais (oder entsprechende Menge Dosenmais)
1 Prise Pul Biber

(1) Den Reis am Vortag kochen und in den Kühlschrank stellen. Natürlich kann auch übrig gebliebener Reis genutzt werden.
(2) Zuerst das Gemüse vorbereiten. Die Möhren schälen, dritteln und in schmale Stäbchen schneiden. Die Paprikaschotenhälfte quer halbieren und ebenfalls in so dünne Streifen schneiden wie die Möhren. Den Porree in ca. 0,5 cm dicke Ringe schneiden. Die Frühlingszwiebel putzen, in feine Ringe schneiden. Den Knoblauch häuten und fein würfeln. Vom Ingwer mit einem Löffel die Schale abschabe und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Die Erbsen und Mais in ein Sieb geben und mit heißem Wasser überspülen, damit das Gemüse etwas antaut. Gut abtropfen lassen.
(3) Die Eier gut verquirlen, mit Sojasauce und einer Prise Zucker würzen.
(4) Einen Wok oder große Pfanne stark erhitzen. Einen kleinen Schluck Öl darin heiß werden lassen und die Eimasse eingießen. Ohne zu bewegen fast komplett stocken lassen wie einen Pfannkuchen, dann mit einem Pfannenwender in kleine Stücke reißen. Fertig garen und aus der Pfanne nehmen.
(5) Nochmals einen kleinen Schluck Öl erhitzen und den kalten Reis zugeben. Unter Rühren den Reis erhitzen, kleine Klümpchen zerteilen und den Reis wieder fluffig werden lassen. Aus der Pfanne in eine Schüssel zurück geben.
(6) Nochmal einen Schluck Öl erhitzen und die Frühlingszwiebeln, Knoblauch und Ingwer in der Pfanne geben. Bei hoher Hitze unter Rühren kurz anschwitzen. Dann die Möhrenstreifen hinein geben, 2 Minuten pfannenrühren. Dann die Paprika und Lauch zugeben und weiter rühren. Etwa 3 Minuten unter ständiger Bewegung dünsten. Dann mit einem großzügigen Schluck Sojasauce und der Prise Pul Biber würzen. Mais und Erbsen zufügen. Kurz mitbraten. Reis dazu geben und alles gut miteinander verrühren. Nochmal mit Sojasauce abschmecken und das Ei unterheben.

Auf zwei Tellern verteilen und

genießen!

Abendbrotwoche I: 28. Juli bis 03. August

Durch die lange Zeit bei meinen Eltern letztes Jahr, habe ich auch deren Essenstagesablauf mitgelebt. Und der ist traditionell deutsch (und auch ungarisch, da läuft das genauso). Morgens Frühstück mit Brötchen und Belag nach Wahl, mittags ein warmes Essen und abends dann (meist) wieder kalt mit Brot. Und ich habe gemerkt wie gut mir das tut. Mein Stoffwechsel scheint warmes Essen um die Hälfte des Tages zu mögen, wenn ich mittags warm esse, brauche ich bis abends eigentlich nicht mehr viel, im Gegensatz wenn es mittags nur ein Sandwich/Salat gibt.

Aber jetzt abends immer nur Leberwurst- oder Käsestulle ist ja auch irgendwie langweilig. Geht das noch jemandem der geneigten Leserschaft so? Deswegen versuche ich schon ein wenig Abwechslung reinzubringen, es einigermaßen ausgewogen zu gestalten und auch komische kleine Reste aus’m Kühlschrank zu verbrauchen. Ab sofort werde ich dann öfter mal eine Woche lang bildlich protokollieren, was es zum Abendbrot (schönes Wort, oder?) gab und es am Anfang der darauf folgenden Woche verbloggen. Vielleicht kann ich der geneigten Leserschaft ein paar Ideen für Abendbrot-Alternativen geben …

Los ging es am 28. Juli mit einem Tomatensalat (Tomaten, Frühlingszwiebeln, Hesperidenessig und Kürbiskernöl), selbstgemachte Klopse/Frikadellen/Buletten/Fleischlaiberln/Fleischpflanzerl (von denen etliche auf Vorrat eingefroren wurden), finnischer süß-saurer Gurkensauce (aus’m Glas, aber saulecker) und Fladenbrot.

Am Montag den 29. Juli wartete noch etwas Bacon im Kühlschrank, der wirklich gerne verbraucht werden wollte. Also schnell in einer Pfanne knusprig gebraten, 1 Ei drüber geschlagen und dann stocken lassen. Das ganze auf einem getoasteten aufgeschnittenen Fladenbrot serviert (wobei mir das den Toaster ruiniert hat *seufz*). Dazu ein Teller voller Gemüse: Tomate, Gurke, Kohlrabi.

Am Dienstag 30. Juli gab es im türkischen Supermarkt umme Ecke frische Maiskolben noch mit Hüllblättern dran zu kaufen, an denen ich nie vorbei komme. Flugs gekauft und gekocht. Die Beschreibung wie das der Ungar an sich macht, kommt Ende der Woche. Zu dem gekochten Maiskolben gab es ein Achtel Fladenbrot mit Ajvar bestrichen, gefüllt mit einem Klops in Scheiben und Ofen-Tomaten.

Am Mittwoch 31. Juli wurde das Abendbrot doch auf mittags verlegt, weil ich abends mehr Zeit zum Kochen hatte. Geplant und durchgeführt wurde einfach eine große Portion gekochter Buschbohnen, in Butter geschwenkt und dann mit Halen Môn Sea Salt bestreut. Großartig! Könnte mich ernähren davon und muss es nicht mal mit der ebenso darauf versessenen Familie teilen ;-)

Donnerstag (01. August) kam ich in die Nähe des hiesigen Bio-Discounters, was gleich zum Großeinkauf genutzt wurde. Unter anderem Hass-Avocados, die ich länger nicht hatte. Und weil sie wirklich verzehrfertig waren und nicht noch langes Rumdümpeln verziehen hätten, wurde ein schneller guacamole-ähnlicher Aufstrich aus einer Avocado, einer entkernten, feingewürfelten Tomate und Frühlingszwiebel mit etwas Limettensaft gemacht. Ins Fladenbrot füllen und versuchen es beim Essen nicht komplett über sich selbst zu verteilen.

Zum Dessert hatte ich noch eine kleingewürfelte Nektarine eingefroren, die dann einfach mit einem Klecks Naturjoghurt und Puderzucker mit Hilfe des Stabmixers zu cremigem Nektarineneis verarbeitet wurde. Perfekte eine Portion bei der Hitze. Geht auch mit vielen anderen Obsten: Erdbeeren, Kirschen, Aprikosen, Melone, Pfirsich …

Am 02. August (Freitag) hab ich Tarator gemacht, von dem dann abends eine Portion mit Fladenbrot-Beilage gab. Völlig ausreichend bei der Hitze.

Am Sonnabend (03. August) war vom Kartoffel-Schmorgurken-Salat noch eine Kartoffel übrig und ein gekochtes Ei und eine Avocado im Kühlschrank und noch Paprika.  Daraus schnell einen Aufstrich gebastelt mit noch etwas Frühlingszwiebel und Oliven. Salzen, pfeffern, einen großzügigen Spritzer Zitronensaft und alles auf einem Stück Fladenbrot verteilen. Ein Schälchen Tarator dazu und ich war gut gesättigt für den Abend.

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