Archiv der Kategorie: Kuchen

Blog-Event CLVIII: Herbstliche Kürbis-Zimt-Waffeln

Dieses Jahr war mein kulinarischer Einstieg in den Herbst etwas verspätet. Durch den Urlaub bei der ungarischen Familie, der noch ziemlich sommerlich anmutete und die Care-Pakete aus dem elterlichen Schrebergarten mit drei Patisson. Und Patisson sind bei mir immer mit Sommer verbunden. Also so richtig herbstlich war mir nicht zumute. An den Hokkaidos und Butternutkürbissen bin ich, ohne sie eines Blickes zu würdigen, vorbei gegangen.

Letzte Woche war es so weit und ich eskalierte ein bisschen beim Kürbiskauf. Ein Muskat, ein Butternut und ein Spaghettikürbis mussten mit. Natürlich alles in kleinerer Ausführung. Zum Glück halten sich die Herbstkürbisse ja ein bisschen. Der kleine Butternut wurde auch prompt zu zwei Beiträgen für den 157. Blogevent in Zorras „Kochtopf„. Dieses Mal wünscht sich Jenny von „Jenny is bakingKürbisrezepte. Soll sie kriegen!

Blog-Event CLVIII - Kür mit Biss (Einsendeschluss 15. November 2019)

Obwohl ich ja lieber herzhaft als süß unterwegs bin, wollte ich doch Jennys Wunsch nach einem süßen Kürbisrezept erfüllen und ging auf die Suche nach einem Waffelrezept. Weil Waffeln gehen doch immer, oder? Fündig wurde ich bei Jeanny von „Zucker, Zimt und Liebe“ mit ihren süßen Kürbiswaffeln. Da ich für Kürbispüree meinen Kürbis immer nur simpel halbiert in den Ofen schiebe, hab ich die ersten Schritte von Jeanny ausgelassen. Wenn man den Kürbis so trocken gart, wird der Geschmack auch schön intensiv und ich musste keine Flüssigkeit ausdrücken. Diesen Schritt könnt ihr auch gut schon am Vortag machen und das Kürbismus im Kühlschrank lagern.

Wenn das Kürbismus erstmal fertig ist, ist der Waffelteig wirklich schnell zusammen gerührt. Ihr braucht nicht mal technische Unterstützung, ein Schneebesen reicht! Perfekt, wenn man plötzlich Lust auf Waffeln hat. Und die Grundzutaten hat man doch auch fast immer im Vorratsschrank, oder?

Also macht Euch an die Arbeit, denn diese Waffeln sind sehr lecker! Nicht zu süß, schön zimtig und wärmend, ein bisschen knusprig am Rand! Wirklich gut!

Kürbis-Zimt-Waffeln

Zutaten für ca. 8 Waffeln:
1/2 kleiner Hokkaido- oder Butternutkürbis (ca. 500 g)
2 Eier
5 EL Zucker
1 Vanilleschote, Mark
(oder 1 TL Vanillepaste)
60 g Butter, geschmolzen
240 ml Milch
190 g Mehl
2 TL Backpulver
1,5 TL Zimt
1 Prise Salz

Zum Servieren:
Puderzucker, Eis, Ahornsirup, Sahne, Rote Grütze etc. pp.

(1) Folgendes kann gerne auch schon am Vortag erledigt werden. Ein kleines Backblech oder Auflaufform mit Backpapier auslegen. Die Kerne aus dem Kürbis schaben und auf das Blech setzen. Auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze stellen und ca. 1 Stunde backen bis das Kürbisfleisch weich ist. Dies am besten mit einem spitzen Messerchen prüfen. Wenn es gar ist, dann den Kürbis rausholen und etwas abkühlen lassen. Mit einem Löffel das Fruchtfleisch aus der Schale schaben. 250 g Kürbismus abwiegen. Dieses mit einer Gabel gründlich zerkleinern.
(2) Die Eier in eine große Schüssel schlagen und mit einem Schneebesen gut verquirlen. Den Zucker unterrühren. Ebenso das Kürbismus, Vanillemark, geschmolzene Butter und Milch. Alles hübsch nacheinander.
(3) Dann die trocknen Zutaten vorbereiten. In einer extra Schüssel Mehl mit Salz, Backpulver und Zimt gründlich verrühren. In zwei Portionen unter die flüssigen Zutaten geben und zu einem homogenen, dickflüssigeren Teig verrühren.
(4) Das Waffeleisen vorheizen. Teig hinein geben und bei hoher Hitze backen bis sie knusprig dunkelbraun sind. Die Kürbiswaffeln brauchen ein bisschen länger als die „normalen“, also mal ins Eisen gucken, ob sie schon fertig sind.

Mit Puderzucker bestreut, Ahornsirup beträufelt oder anderer Beilage der Wahl servieren.

Genießen!

Quelle: Zucker, Zimt und LiebeSüße Kürbiswaffeln

Rhabarberkuchen mit göttlich-rhabarbiger Puddingcreme

Es ist Frühling! Es ist Rhabarber-Saison! Und da gehört Rhabarberkuchen unbedingt dazu, denn ich liebeliebeliebe Rhabarber! Vor einigen Jahren probierten Frau Mama und ich einen Blechkuchen aus einem alten DDR-Backbuch aus, weil uns die klassische Variante mit Baiser öfters misslang. Der Kuchen war schon fast gar, aber nachdem wir die Baisermasse darauf verteilt und laut Zeit fertig gebacken hatten, war das Innere des Kuchens wieder flüssig. Hmpf! Wir haben bis heute den Fehler nicht gefunden und waren dementsprechend frustriert.

Also probierten wir diesen Kuchen aus, waren begeistert und machten ihn zum letzten Osterwochenende wieder. Und diesmal hab ich aufgepasst und mitgemacht :-) Was mich wirklich erstaunt hat, war die Tatsache, dass man erst den Rhabarber mit Hilfe vom Zucker Wasser ziehen lässt (Osmose ahoi!) und diese Flüssigkeit dann nutzt, um eine Puddingcreme zu kochen. Und dieser Pudding ist sooo unglaublich lecker. Warum sind wir da bisher nicht drauf gekommen?!? Werden wir in der Rhabarbersaison definitiv öfter machen! Jedenfalls waren wir noch skeptisch, als es im Rezept hieß, dass die Butter und Eier in den heißen Pudding gerührt werden. Wird das nicht zu Rührei? Aber nein, eine wunderbare Creme entstand, die die perfekte Unterlage für den Rhabarber bildete.

Ich kann Euch nur dringend ans Herz legen diesen Kuchen auszuprobieren. Leicht knuspriger Teig, cremiger, sehr rhabarberiger Pudding und angenehm weiche Rhabarberstückchen! Wunderbarst!

Rhababerkuchen mit Pudding

Zutaten für 1 Blech:
1 kg Rhababer
250 g Zucker
1 Päckchen Vanillepudding (oder 40 g Stärke + 1/2 TL Vanillemark)
60 g Saure Sahne
50 g kalte Butter
3 Eier

Für den Teig:
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
175 g Butter
125 g Zucker
Prise Salz
2 TL Vanillezucker
2 Eier
2-3 EL Milch

25 g Butter, geschmolzen
Puderzucker

(1) Den Rhabarber waschen, trocknen und in dünnere Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben, mit dem Zucker verrühren und einige Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, damit der Rhabarber Flüssigkeit lässt.
(2) Nach der Zeit den Rhabarber über einem Sieb abgießen und die Flüssigkeit auffangen. Von der Rhabarberflüssigkeit 3/8 l abmessen (wenn es zu wenig ist, mit Wasser auffüllen). In einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Die Saure Sahne mit dem Puddingpulver (bzw. Stärke und Vanille) klümpchenfrei verrühren. Das Saure Sahne-Gemisch unter Rühren in die kochende Rhabarberflüssigkeit geben. Weiterrühren bis ein Pudding entstanden ist. Dann die Butter und die Eier unter den fertigen Pudding rühren bis eine cremige Masse entstanden ist. Zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.
(3) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen.
(4) Für den Knetteig das Mehl mit dem Backpulver vermischen. Dann entweder mit reibenden Handbewegungen oder mit Hilfe der Küchenmaschine die Butter mit dem Mehl vermengen bis alles eine krümelige Konsistenz hat. Die beiden Zuckersorten, Salz, Eier und Milch dazu geben und alles zu einem festen Teig kneten. Den Teig mit den Händen gleichmäßig auf dem Backblech verteilen und fest drücken. Dabei einen Rand hochdrücken.
(5) Die Puddingcreme gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Dann die abgetropften Rhabarberstücken drüber geben.
(6) Das Blech auf mittlerer Schiene 35-40 Minuten backen.
(7) Wenn der Kuchen fertig ist, sofort mit der geschmolzenen Butter bestreichen und Puderzucker bestäuben.

Genießen!

Quelle: Das Backbuch. Verlag für die Frau. 19. Auflage 1983. p 57 und p 17

Großartiger Berliner Kleckselkuchen

Im Februar hatte ich eine Woche Urlaub, die ich eigentlich im Allgäu verbringen wollte. Es kam ein bisschen was dazwischen und so verbrachte ich die Woche in der Ostseeheimat bei den Eltern. Ist auch nie verkehrt zum Erholen :-) Und so hatte ich auch mal Zeit ein paar Sachen in der Küche auszuprobieren, die schon länger auf dem Plan standen.

Dieser Kuchen gehörte nicht zum Plan :-D Frau Mama fragte Freitagabend, ob und wenn ja, welchen Kuchen wir am Wochenende backen wollen. In ihrer kleinen Kochbuchabteilung ist ein Buch über Blechkuchen, in das ich einen Blick warf. Da wir uns nicht einig werden konnten, ob es ein Kuchen mit Quark oder Obst oder ganz pur, z.B. nur mit Streuseln werden sollte, wählten wir einen der alles hat. Genau, dieser Kuchen vereint erdigen Mohn, frische Quarkmasse und fruchtige Marmelade und toppt es noch mit einer knusprigen Streuselschicht. Hört sich viel auf einmal an, aber passt wunderbar! Dabei ist es wirklich wichtig, dass Sauerkirschkonfitüre benutzt wird, weil das leicht Herbe der Sauerkirschen einen schönen Kontrast zur Süße der anderen Füllungen bietet.

Der Kuchen ist jetzt nicht innerhalb 15 Minuten zusammen gerührt, aber die Arbeit lohnt sich und lässt sich gut aufteilen. Während der Hefeteig geht, könnt ihr in Ruhe die Füllungen vorbereiten, die auch nicht kompliziert sind. Beim Klecksen der Massen auf den ausgerollten Hefeteig solltet ihr darauf achten, dass Ihr die Marmelade nicht zu nah an den Rand macht, da sie in der Hitze anfängt stark zu kochen, gerne mal über den Blechrand läuft und sich fies in den Ofen einbrennen kann. Ich musste Marmelade aus diversen Ritzen des mütterlichen Ofens kratzen, gar kein Spaß!

Ansonsten ist es ein wirklich köstlicher Kuchen, der jede Minute Arbeit wert ist und sich auch auf Vorrat gut einfrieren lässt. Probiert ihn ruhig mal zum Wochenendkäffchen aus und lasst mir doch einen Kommentar da, wie er Euch geschmeckt hat :-)

Berliner Kleckselkuchen

Zutaten für 1 Blech (ca. 20 Stück):

Für den Teig:
250 ml Milch
500 g Mehl
1 Würfel Hefe (42 g)
80 g Zucker
100 g Butter
1/2 TL Salz
1 Zitrone, abgeriebene Schale

Für den Belag:
100 ml Milch
150 g gemahlener Mohn
60 g Zucker
3 EL Saure Sahne

2 Eier
400 g Speisequark
100 g Zucker
2 EL Rum
1 Zitrone, abgeriebene Schale

1 Glas Sauerkirschkonfitüre (etwa 250-300 g)

Für die Streusel:
200 g Mehl
150 g Zucker
1/2 TL Zimt
125 g weiche Butter

Fett für das Blech

(1) Die Milch lauwarm erwärmen, nicht heiß werden lassen, sonst stirbt die Hefe ab. Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Die Hefe hinein bröckeln, die Hälfte der Milch zugeben und mit ein wenig Mehl vom Rand verrühren. Abdecken und den Vorteig 10 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen.
(2) Die Butter in der restlichen Milch auflösen und zusammen mit dem restlichen Zucker, Zitronenschale und Salz auf den Mehlrand geben. Alles mischen und entweder per Hand oder mit Hilfe der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten. Das dauert ein bisschen. Abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 50 Minuten gehen lassen.
(3) Während die Hefe ihre Arbeit tut, die Mohnmasse vorbereiten. Die Milch zum Kochen bringen, die Mohnkörnchen damit übergießen und 30 Minuten quellen lassen. Danach den Zucker und Saure Sahne unterrühren.
(4) Für die Quarkmasse die Eier trennen. Den Quark mit Eigelb, Zucker, Rum und Zitronenschale gut verrühren. Die Eiweiß sehr steif schlagen und unter den Quark heben.
(5) Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech dünn einfetten. Den gegangenen Hefeteig auf dem Blech ausrollen und nochmals 10 Minuten gehen lassen. Die Mohn- und Quarkmasse sowie die Kirschkonfitüre auf den Teig in Klecksen verteilen.
(6) Für die Streusel das Mehl in eine Schüssel sieben, Zucker und Zimt unterrühren. Die weiche Butter stückchenweise dazu geben und mit den Händen oder einer Gabel zu Streuseln krümeln. Diese gleichmäßig über dem Teig verteilen. Den Kuchen 25-30 Minuten auf der mittleren Schiene backen.
Abkühlen lassen und aufschneiden.

Genießen!

Quelle: Das große Buch der Blechkuchen. Naumann & Göbel Verlag. p 160

Dreikönigskuchen oder Hefezopf an alle anderen Tagen

Vor zwei Wochen endete die christliche Weihnachtszeit mit dem Fest der Heiligen Drei Könige. Nun bin ich in einer der erwiesenermaßen unreligiösesten Ecken der Welt, nämlich dem Gebiet der ehemaligen DDR, aufgewachsen und bin auch nicht getauft. Ich war noch nie zu oder wegen Weihnachten in einer Kirche und dementsprechend gibt es bei uns auch keine Traditionen, die mit dem 6. Januar in Verbindung stehen. Aber in anderen Ländern schon. In Spanien kriegen die Kinder erst am 6. Januar ihre Geschenke, auch in Italien bringt Befana (eine Hexe) in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geschenke, während sie nach dem Jesuskind sucht. In Frankreich und auch in der Schweiz werden für den Tag spezielle Kuchen gebacken, in den dann ein Figürchen o.ä. versteckt wird. Derjenige, der sie beim Essen findet, ist dann König für den Tag. Und so unterschiedlich wie die Länder sind auch die Rezepte.

Nun luden Jette von „LanisLeckerEcke“ und Frau „Dynamite Cakes“ zum gemeinsamen Dreikönigskuchenbacken auf Instagram ein, nach dem Rezept auf Jettes Blog, das eine Schweizer Variante ist. Und wie die Schweizer dem Klischee nach sind, ist ein ziemlich purer süßer Hefeteig, wie für einen Hefezopf, der in dieser speziellen Form gebacken wird. Eigentlich wollte ich nicht mitmachen, weil wer isst den ganzen Kuchen? Hefezopf wird ja relativ schnell oll und eigentlich wollte ich den Tiefkühler etwas leeren. Aber irgendwie hüpften dann doch Hefe und Hagelzucker in den Einkaufswagen *unschuldigguck*

Und es ist ein wirklich schöner Kuchen. Der Teig ist für Hefeteig einigermaßen fix gemacht, nur ein bisschen klebrig, wenn ihr die Milch erwärmt. Aber das gibt sich nach dem Gehen und er lässt sich unkompliziert verarbeiten. Es wird ein wunderbar flaumiger Hefekuchen und die Mandeln obenauf – ein Träumchen! Ab sofort bei mir Hefezopf nur noch mit Mändelchen! Die Form finde ich sogar ganz praktisch mit den kleinen Brötchen und dem einen etwas größeren Laib, aber wenn Euch das zu speziell feiertagslich ist, bastelt ruhig einen Zopf aus dem Teig :-)

Aber bastelt ihn nach, es lohnt sich wirklich!

Dreikönigskuchen

Für einen Kuchen:
225 ml Milch
60 g Butter
20 g Hefe
500 g Mehl
5 g Salz
100 g Zucker
1 Ei

etwas Mehl zum Formen
1 Mandel oder Porzellanfigur (optional)
1 Ei zum Bestreichen
1 EL Mandelblättchen
1 EL Hagelzucker

(1) Die Milch warm werden lassen und die Butter darin schmelzen lassen. Ich hab beides zusammen bei geringer Wattstärke ca. 1 Minute in der Mikrowelle erhitzt. Wenn die Flüssigkeit nur noch lauwarm ist, die Hefe hinein bröseln und auflösen. (Wenn die Milchmischung zu heiß ist, stirbt die Hefe ab und der Teig wird nicht aufgehen.) Zur Seite stellen.
(2) Das Mehl in eine Schüssel sieben. Zucker und Salz unterrühren. Eine Mulde in der Mitte formen und das Ei hinein schlagen.
(3) Die Flüssigkeit zum Mehl gießen und mit Hilfe der Küchenmaschine oder Knethaken des Handrührgeräts etwa 5 Minuten gründlich durchkneten. Der Teig wird etwas klebrig sein. Zu einer groben Kugel formen, die Schüssel abdecken und an einem zugfreien Ort etwa 1 Stunde gehen lassen bis das Volumen sich verdoppelt hat.

(4) Den Ofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech oder eine größere Quicheform mit Backpapier auslegen.
(5) Jetzt geht es ans Formen. Aus 280-300 g Teig (ruhig die Küchenwaage benutzen) eine Kugel formen und mittig auf das Blech setzen. Aus dem restlichen Teig 8 etwa gleich große kleine Kugeln formen und mit ein wenig Abstand um die große Kugel drapieren. Nochmals abdecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen.


(6) Das Ei verschlagen und alle Kugeln damit bestreichen. Wenn gewollt mit Hagelzucker und Mandelblättern bestreuen.
(7) Auf mittlerer Stufe in den Ofen schieben und 25-30 Minuten backen. Wenn er zu dunkel wird, mit Alufolie (glänzende Seite nach oben) abdecken.

Aus dem Ofen holen und abkühlen lassen. Frisch schmeckt er am Besten, aber auch am nächsten Tag kann man ihn noch gut zum Frühstück verspeisen. Ansonsten funktioniert einfrieren auch 1a. Schmeckt nach dem Auftauen wie frisch :-)

Quelle: LanisLeckerEckeDreikönigskuchen

Keks in Kuchenform – Heidelbeer-Mandel-Würfel

Es ist immer noch Beerenzeit! Juhuu! Die Erdbeeren sind zwar durch, genauso die Johannisbeeren, aber jetzt ist Saison für die Heidelbeeren, Brombeeren werden am Feldrand reif und wer mehrfach tragende Himbeersorten im Garten hat, kann sich auf die zweite Ernte freuen. Aber was damit anstellen, wenn man eine größere Menge im Supermarkt erstand, sie allerdings nicht so gut pur und in großen Dosen verträgt, weil der Darm meint intolerant gegenüber Fruktose reagieren zu müssen? Man versteckt sie im Kuchen…

Auf einer von mir hochgeschätzten, ungarischen Rezepteseite sah ich einen schnellen Kuchen mit Mürbeteig und Pfirsichen. So sehr ich Pfirsiche liebe – Ja, abgöttisch sogar! – so wenig vertrage ich sie in größeren Mengen. Aber für das Rezept brauchte man genau die Menge an Früchten, die in Heidelbeerform in meinem Kühlschrank rumlungerte. Und der Kuchen ist wirklich einfach und schnell gemacht: Mürbeteig kneten, in der Form verteilen und kurz vorbacken, aus den Früchten wird eine sirupartige Marmelade gekocht, die mit dem restlichen Teig in die Form kommt, Mandeln drüber und ab in den Ofen. Was dabei herauskommt ist ein wunderbarer, überdimensionierter Keks mit Marmeladenfüllung und etwas Mandelknusper in Kuchenform! Großartigst! Nicht nur mir schmeckte er vorzüglich, auch die Kollegen und die Kinder meiner Kollegin fanden ihn super!

Heidelbeer-Mandel-Würfel

Zutaten für eine Form von ca. 20×20 cm:

Für die Füllung:
400 g Heidelbeeren
50-70 g Zucker
3 Zweiglein Thymian

Für den Teig:
225 g kalte Butter
60 g Zucker
300 g Mehl Type 405
1 gute Prise Salz

Zum Bestreuen:
40 g gehobelte Mandeln

(1) Die Form mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(2) Die Füllung zubereiten. Dafür die verlesenen, gewaschenen und gut abgetropften Heidelbeeren mit dem Zucker in einen Topf geben. Die Thymianblättchen von den Zweigen streifen und dazu geben. Alles bei mittelhoher Hitze aufkochen lassen und ca. 20 Minuten köcheln lassen bis eine etwas marmeladen- bis sirupartige Konsistenz entstanden ist. Dabei mit irgendwas abdecken (z.B. Fettspritzschutzsieb plus Küchenkrepp obenauf), damit die farbechte Heidelbeerflüssigkeit nicht überall rumspritzt. Vom Herd nehmen und zur Seite stellen bis der Teig vorgebacken ist.
(3) Den Teig zubereiten. Dafür alle Zutaten in eine Schüssel geben. Die Butter mit den Fingerspitzen der Hände mit dem Mehl verreiben bis so Brotkrümel entstehen. Dann mit der ganzen Hand in die Schüssel und alles schnell zu einem Teig verkneten, der gerade so hält, aber aus dem sich eine Kugel formen lässt.
(4) 3/4 des Teiges in der vorbereiteten Form verteilen und festdrücken. Auf mittlerer Schiene in den Ofen geben und 7 Minuten vorbacken. Herausnehmen. Die Heidelbeerfüllung gleichmäßig darauf verteilen. Den restlichen Teig grob darauf verkrümeln. Mit den Mandeln bestreuen.
(5) Für weitere 25-30 Minuten in den Ofen geben und backen bis die Oberfläche goldbraun ist.

Herausnehmen, abkühlen lassen, in Würfel schneiden.

Genießen!

Quelle: abgewandelt nach Fördös Zé magazinmandulás barackos kocka

Typisch ungarisch – Süßer Dill-Hefe-Kuchen

Wie die geneigte Leserschaft weiß, liebe ich eher die einfachen Kuchen vor der aufwendigen Motivtorte mit Fondant drumrum. Und ich habe ein Herz für komische Geschmackskombinationen, natürlich besonders, wenn sie aus Ungarn kommen. Eine typische, für den deutschen Gaumen aber befremdliche ist die Mischung aus Quark mit Dill in süßer Kuchenform. Einen Quark-Dill-Strudel stellte ich Euch ja schon ausführlich vor, aber nachdem ich letztes Jahr bei der Tante die Version mit Hefeteig aß, musste ich sie dringend nachbacken.

Dabei half mir, dass ich mir im Urlaub DAS ungarische Standardkochbuch angeschafft habe, ohne das ein (halb-)ungarischer Haushalt kein kompletter Haushalt ist. Da stehen alle wichtigen Rezepte drin, von Alltagsküche über Sonntags- bis Feiertagsküche. Ich mag es sehr und gucke gerne rein, gerade für Grundrezepte. Und da bin ich nicht die einzige, egal ob meine Tante, die Frau meines Cousins. Wenn es um urungarische Gerichte geht, wird das Rezept von dort genommen. Meine Tanten haben auch handgeschriebene Rezepte meiner ungarischen Oma, die offensichtlich aus dem Buch stammten (hatte mal nachgesehen, weil ich einige Wörter nicht lesen konnte):

Von der Schrift her hätte meine Oma auch einen prima Arzt abgegeben ;-)

Wie das mit so alten Kochbüchern nunmal ist, gibt es auch manche Ungenauigkeiten darin, so wird meist keine genaue Backtemperatur oder Zeit angegeben, ein „bei mittlerer Temperatur goldbraun backen“ reicht der erfahrenen Hausfrau (ja, für die wurde es ganz ursprünglich geschrieben). Also heißt es für Neulinge Erfahrungen sammeln und öfter mal zum Ofen eilen, um den Zustand des Gebäcks zu überprüfen. In dem Rezept für den Kuchen hab ich die Milch- und Eimenge reduziert. Prinzipiell ist der Kuchen auch zeitlich gut machbar, nur den deutschen Quark solltet ihr schon am Abend oder Morgen vorher in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Sieb geben, damit er gut abtropfen kann, weil der ungarische Quark sehr trocken und krümelig ist. Der Rest ist ganz einfach!

Und das Ergebnis einfach grandios köstlich! Saftig-würzige, leicht dillige Quarkfüllung, die nicht zu süß ist und der Hefeteig passt auch perfekt! Der wird öfter gemacht und die geneigte Leserschaft solltet ihn auch dringend ausprobieren!

Süßer ungarischer Dill-Quark-Kuchen

Zutaten für eine große Auflaufform (23 x 38 cm):

Für den Teig:
250 g Weizenmehl (Type 405)
20 g frische Hefe (1/2 Würfel)
10 g Zucker
1 Ei, getrennt
50 g weiche Butter
100-150 ml Milch, zimmerwarm
Prise Salz

Für die Füllung:
500 g Quark
3 EL Zucker
1 Ei, getrennt
1 EL Weichweizengrieß
1 Bund Dill
Prise Salz

3 TL Saure Sahne

(1) Als erstes den Quark in ein mit Küchenkrepp ausgelegtes Papier geben und abtropfen lassen. Am besten schon den Abend oder Morgen vor dem Backen.
(2) Den Teig zubereiten. Den Zucker mit etwa 50 ml der Milch verrühren und die Hefe hineinbröseln. Zur Seite stellen bis die Hefe aufgeht. Dies dauert etwa 10 Minuten. Die aufgegangene Hefemilch mit der Butter und Salz zum Mehl geben, ebenso das Eigelb (das Eiweiß wird für die Füllung benötigt). Mit einem Holzlöffel beginnen zu verrühren, dabei nach und nach die Milch zugeben. Es kann sein, dass ihr nicht alles benötigt. Wenn es mit dem Löffel zu beschwerlich wird, mit der Hand den Teig weiterkneten, ca. 5-8 Minuten bis ein glatter Teig entstanden ist. Zu einer Kugel formen, die Oberfläche leicht mit Mehl bestäuben und mit einem Küchenhandtuch (oder Mörderduschhaube) abdecken und an einen warmen, zugfreien stellen. Den Teig ca. 1-1,5 Stunden gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.
(3) Wenn der Teig gegangen ist, die Auflaufform mit einem Bogen Backpapier auslegen. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz auf die rechteckige Größe der Auflaufform ausrollen. In die Auflaufform legen und abgedeckt an einem warmen Ort abstellen, damit der Teig noch etwas gehen kann.
(5) Jetzt die Füllung zubereiten. Dafür den Dill fein hacken. Zusammen mit dem Quark, Zucker, Grieß und dem Eigelb gründlich verrühren. Die beiden übrigen Eiweiß in einer wirklich sauberen Schüssel mit einer Prise Salz mit Hilfe der Handrührers zu einem steifen Schaum schlagen. Vorsichtig unter die Quarkmasse rühren, erst 1/3 des Schnees etwas gründlicher unterrühren, dann die letzten 2/3 sehr vorsichtig, damit möglichst wenig des Schnees zusammen fällt. Gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
(6) Auf der mittleren Schiene 25-30 Minuten backen.
(7) Den Kuchen herausholen, die Temperatur auf 220°C hochstellen. Die Saure Sahne auf dem Kuchen mit einem Pinsel verstreichen und den Kuchen nochmals ca. 5 Minuten backen bis er goldbraun ist.

Den Kuchen lauwarm abkühlen lassen und aufteilen.

Genießen!

Quelle: nach Horváth, I. (1955). Szakácskönyv. überarbeitete Ausgabe von 2015. Szalay könyvek. p 276

Mohnkuchen mit Zitronencreme

Ein Kuchen zum Wochenende muss ein, oder? Und was hätte ich Lust auf eine einfache, aber saftige Erdbeertorte oder Johannisbeer-Baiser-Torte, jetzt wo der Frühling wirklich da ist und es draußen jeden Tag grüner wird. Aber da müssen wir uns hier in Deutschland noch gedulden, wenn wir die saisonale Früchtchen essen wollen und nicht Importe aus Spanien, Nordafrika oder gar Übersee. Mir wird immer ganz anders, wenn ich auf Instagram die ganzen Leute sehe, die sich jeden Tag Unmengen an Erdbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren in die Müslischüsseln oder zum Nachmittagssnack packen. Oder gar Wassermelone! Es ist doch nicht mal annähernd warm genug, um Gelüste nach Wassermelone zu entwickeln! Nochmal eine kurze Liste, wann die Früchte bei uns Saison haben (Referenz: Nord- und Mitteldeutschland, Schrebergarten, freie Natur, ohne Gewächshaus):

  • Rhabarber: ab Ende März/April, Hochsaison ab Mai
  • Erdbeeren: frühe Sorten ab Ende Mai
  • Johannisbeeren: wie Name sagt ab Johanni, also Ende Juni.
  • Himbeeren: frühe Sorten ab Mitte/Ende Juni
  • Aprikosen: französische Sorte ab Juni
  • Pfirsiche/Nektarinen: ab Ende Juni aus Südeuropa.
  • Heidelbeeren: im Freiland an Südhängen ab Anfang Juli
  • Brombeeren: ab August bis September
  • Wassermelone: aus dem südeuropäischen Ausland (Frankreich, Italien, Ungarn, Spanien, Türkei) ab Juli

Ich weiß, es ist obsttechnisch momentan mau, außer den lagernden Äpfeln, aber so ist das nunmal Ende des Winters, Anfang des Frühjahrs. Die Pflanzen müssen ja erstmal blühen, von den Bienchen bestäubt werden und ihre Früchte bilden und reifen lassen. Das dauert alles ein bisschen … Und wenn wir sie dann im Sommer frisch vom Feld, oder jedenfalls nicht ganz so weit transportiert, essen können, schmecken sie um sooo vieles aromatischer! Vielleicht wollt ihr auch ein paar Erdbeerpflanzen auf dem Balkon oder Eurem kleinen Garten anbauen, das ist ganz einfach, braucht keinen explizit grünen Daumen und ihr habt dann zur richtigen Zeit die vollreifen Früchtchen :-)

Kommen wir zum Wesentlichen zurück! Auch jetzt zur obstarmen Zeit kann man schöne Kuchen backen. Diesen Mohnkuchen mit Zitronencreme sah ich auf der ungarischen Seite „Streetkitchen„, deren Videos und Rezepte ich sehr schätze und schon einiges nachgebastelt habe. Mohn scheint eine typisch osteuropäische Sache zu sein. Ich sehe oft Rezepte mit ihm in polnischen Kochbüchern und auch aus der ungarischen Küche kenne ich ihn zur Genüge: zu Schupfnudeln, Brotauflauf mit Mohn, im Kuchen, zu Pflaumenknödeln. Dann kann er auch die Hauptzutaten in einem Rührkuchen sein, der dazu noch ohne Mehl auskommt und somit glutenfrei ist. Sowas passiert bisweilen auch hier *g* Zum Schluss wird der fertige Kuchen mit Lemon Curd bestrichen, was nochmal den richtigen Kick gibt. Das Gesamtkunst, dass sich sehr einfach backen lässt, ist nämlich wirklich wunderbar! Zarter, saftiger Kuchen mit angenehmen Mohngeschmack plus die zitronige Frische des Lemon Curd (macht es gerne nach Frau Kochschlampes Rezept, die funktionieren immer). Großartigst! Probiert es unbedingt aus, wenn ihr Mohn mögt!

Mohnkuchen mit Zitronencreme

Zutaten für Springform (Ø 24 cm):
5 Eier
150 g Zucker
150 g Butter, zimmerwarm
200 g gemahlener Mohn
15 g Backpulver
1 Bio-Zitrone, Schale
50 ml Milch
1 Prise Salz
4 El Lemon Curd (selbstgemacht oder aus dem Glas)

Butter zum Einfetten der Form

(1) Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier belegen und die Seiten mit Butter einfetten.
(2) Die Eier trennen. Butter und Zucker mit Hilfe der Küchenmaschine oder Handrührer schaumig schlagen. Nacheinander die 5 Eigelb zugeben und gut unterrühren. Den Mohn mit dem Backpulver und Zitronenschale unter die Buttermischung rühren. Zum Schluss die Milch unterrühren.
(3) Die Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Zuerst 1/3 des Eiweißes vorsichtig unter den Mohnteig rühren, dann die restlichen 2/3 wirklich vorsichtig mit Hilfe es Spatel unterheben. Dies geht am Besten, wenn der Teig richtig vorsichtig von außen nach innen unter den Eischnee gehoben wird. So bleibt besonders viel, der ins Eiweiß geschlagenen Luft erhalten und der Kuchen nachher luftig.
(4) Den Teig in die vorbereitete Springform geben, glatt streichen und auf mittlerer Schiene 25-35 Minuten backen. Stäbchenprobe machen, ob er gar ist. Dabei mit einem Zahnstocher oder Schaschlikspieß in die Mitte des Kuchens stechen, wenn das Stäbchen sauber, ohne anhaftenden Teig wieder rauskommt, ist er durch. Den fertigen Kuchen herausholen und komplett abkühlen lassen.
(5) Die Zitronencreme gleichmäßig auf den abgekühlten Kuchen streichen. Noch mit ein bisschen des gemahlenen Mohns zur Dekoration bestreuen.

Genießen!

Quelle: StreetkitchenCitromkrémes máktorta

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